the future of organ music

Contrebasson 32' @, Wien, Mittwoch, 22. Oktober 2025, 12:46 (vor 315 Tagen) @ Poupoulcorouse

Was mich bei ihm oft wirklich stört, ist daß seine Reels so gut wie nie einen Hinweis auf den Aufnahmeort enthalten. Ich halte das für respektlos gegenüber den Instrumenten, die dadurch auch was die mediale Vermittlung betrifft eigentlich immer durchs Raster fallen. Und er sitzt ja öfter an selten aufgezeichneten Instrumenten, z. Bsp. der Schöler-Orgel in Klingelbach. Das hab' ich aber nur durch Zufall gemerkt.

Dem kann ich dir nur teilweise zustimmen, in seinen regulären Youtube-Videos nennt er immer den Ort und den Namen der Kirche im Infobereich. Ehrlicherweise schaue ich seine Videos primär der vielen verschiedenen Orgeln wegen - und hoffe jedes Mal naiv auf etwas mehr Verständnis für Dispositionen und die Ideen, auf denen sie jeweils basieren. Aber so zieht er zB. oft - auch bei (neo)barocken Instrumenten - den HW-16' als eines der ersten Register (ohne diesen zu oktavieren), statt diesen erst mit der Mixtur einzuführen.

Grundsätzlich spielt er (mE) hinreichend gut Orgel, wiewohl primavista-Spiel nicht seine Stärke ist, und komponiert nette, niederschwellige (liturgische) Gebrauchsmusik. Entsprechend gerne bucht man ihn (besonders in den USA) für Konzerte, versteht er es doch, mit dem Publikum zu interagieren und dieses zu unterhalten, ohne diesem zu anspruchsvolle Werke zuzumuten. Hier können wir ganz ähnliche Phänomene wie bei Anna Lapwood beobachten, auch wenn ich diese für die deutlich versiertere Musikerin halte.

Schlussendlich gilt festzuhalten, dass er ein guter Botschafter für die Orgel ist - in einer Zeit, wo die Vorzeichen hier eher auf "decline" stehen. Dies ist ihm positiv anzurechnen. Eines seiner Konzerte würde hingegen nicht besuchen.

PS: Seine Position als Korrepetitor der Kurrende an der Thomaskirche kommt ihm ebenfalls zu Gute.


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