Jetzt muss ich aber mal die Boellmann-Frage stellen
Liebe Profis,
ich habe nun so oft diesen einen Fehler in der Boellmann-Toccata gehört, auch von Könner:innen, dass ich euch fragen muss: Wo ist der Fallstrick? Zum ersten Mal fiel mir das bei einer Debut-CD eines Hauptstadt-Organisten vor knapp 25 Jahren auf: Im Synkopenthema (zum ersten Mal T. 20) verkürzte der die letzten beiden Noten (Viertel plus Achtel) zu einer punktierten Achtel plus Sechzehntel. Man merkt das, wenn man die Viertel mitklopft. Da kommt man nicht durch einen einzigen Takt durch.
Mir als Nichtspieler, aber Gernhörer fehlt dann massiv das relativ schwere Achtel als Auftakt zur Schlussnote der Phrase. Und ich frage mich, wo die beiden Sechzehntel in der linken Hand bleiben. Hier ein Beispiel von einem Musiker, den ich sonst sehr schätze und der das Stück für mein Gefühl an dieser Orgel ganz herrlich managt -- und er ist nur einer von vielen. Selbst Cochereau passiert das einmal beinahe in einer Plattenaufnahme -- er verkürzt da merklich, aber nur an einer Stelle.
Ich habe das jetzt so oft gehört, dass ich die Schuld inzwischen beim Stück suche. Warum passiert das so vielen? Wo auf der Übestrecke biegen da selbst Profis so bereitwillig falsch ab? Was sagt ihr Metronom dazu?
Wahrscheinlich ist die Toccata heute zu kleines Geld, als dass sie in einem Examen erklänge. Aber so würde ich sie nicht durchwinken. Das wäre doch ein klarer Übefehler.
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Stimmt, da fehlt was am Ende der Phrase, klare Sache. Habe ich bewusst aber noch nie so gehört.....
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Danke für das Beispiel-2mal ca 110 Register und krass verschieden!
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Danke für das Beispiel-2mal ca 110 Register und krass verschieden!
Dabei kannte man sich. Und es liegen 37 Jahre dazwischen.
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Hier ein Beispiel von einem Musiker, den ich sonst sehr schätze und der das Stück für mein Gefühl an dieser Orgel ganz herrlich managt -- und er ist nur einer von vielen.
Mir ist das auch unangenehm aufgefallen, als ich die Toccata vor einigen Jahren auf der CD hörte. Seitdem überspringe ich den Titel ;-)
VG
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Das ist ja mal wirklich interessant. Beim Spielen wäre ich jetzt noch nie auf die Idee zu kommen, das anders zu machen, als notiert. Sehe auch, außer die Orgel würde wirklich sehr langsam reagieren, keine (technische) Notwendigkeit. Und tatsächlich hab ichs auch noch nie so "falsch" gehört.
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Mehrere Synkopen hintereinander können das Drängen verstärken, also wird gefühlt auch schon jede Viertel etwas kürzer als die vorangegangene.Man überholt sich quasi selbst.
Das wäre ein Erklärungsversuch. Der zweite wäre der, dass man der linken Hand zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Die sollte eigentlich für die rhythmische Stabilität sorgen. Konzentriert man sich nur auf die Synkopen und lässt die Linke einfach laufen, dann kann das beobachtete Phänomen entstehen. Ein forciertes Tempo verstärkt den Effekt. Das wäre meine Theorie.
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Mehrere Synkopen hintereinander können das Drängen verstärken, also wird gefühlt auch schon jede Viertel etwas kürzer als die vorangegangene. Man überholt sich quasi selbst.
Das wäre ein Erklärungsversuch. Der zweite wäre der, dass man der linken Hand zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Die sollte eigentlich für die rhythmische Stabilität sorgen. Konzentriert man sich nur auf die Synkopen und lässt die Linke einfach laufen, dann kann das beobachtete Phänomen entstehen. Ein forciertes Tempo verstärkt den Effekt. Das wäre meine Theorie.
Danke dafür -- das mit der linken Hand dachte ich mir auch, sonst müsste man das ja merken, dass da kein Platz für die Sechzehntel bleibt. Wenn man das langsam mit Metronom übt und allmählich steigert, sollte das eigentlich nicht so einfach passieren. (Ein bisschen spiele ich ja nun auch Tasten.) Aber das ist bei denen, denen das passiert, vielleicht zu lange her.
Synkopenkrankheit, ja, das kenne ich auch aus dem Streicherkontext. Auch dass Drängen sie verschärft. Das Stück wirkt so gut mit zuverlässigem, gerade nicht zu schnellem Tempo.
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Könnte es evtl. auch andersherum sein: man hat es mal vor Jahren sauber geübt, seitdem das Stück aber x-Mal nur noch gespielt und ist dabei immer ungenauer geworden.? Den Eindruck habe ich häufig bei genau diesem Stück und auch bei der Widor-Toccata.
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Gutes Argument! Ich würde behaupten, dass fast alle hauptamtlich Tätigen die Suite gespielt haben, oft schon vor dem Studium als ersten Kontakt mit der französischen Spätromantik. Es ist technisch ganz gut erreichbar, und selbst die Toccata als mit Abstand schwerste Aufgabe ist wesentlich einfacher als beispielsweise die von Widor.
Im Studium wurde zu meiner Zeit auf diese populären Stücke ziemlich herabgeschaut, im Berufsleben setzt man sie dann völlig berechtigt wieder aufs Pult und glaubt, mit der Erfahrung von viel schwereren Stücken (und einer soliden Technik) der Suite auch ohne größere Vorbereitung gewachsten zu sein. Nur so kann ich es mir erklären, dass ich eine doch schlampige Ausführung schon mehrfach in Konzerten gehört habe, in denen das Programm wesentlich anspruchsvollere Stücke enthalten hatte. Das bezieht sich meist nur auf die Toccata, in Abstrichen auch auf das Menuet.
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Stimmt, da fehlt was am Ende der Phrase, klare Sache. Habe ich bewusst aber noch nie so gehört.....
Hab jetzt endlich mal das verlinkte Video gehört. Ich bin da eigentlich völlig ratlos, milde gesagt. Auch ich schätze den Interpreten sehr und werde es natürlich weiter tun, aber wie diese Version entsteht, und anscheinend ja auch bei anderen, das erschließtt sich mir vom spielerischen Denken / inneren Hören / was auch immer... wahrlich nicht.
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das erschließtt sich mir vom spielerischen Denken / inneren Hören / was auch immer... wahrlich nicht.
Die Intention erschließt sich mir da schon: ein scharf punktierter Auftakt zur Klimax. Nur müsste man das eben durch die Dehnung des Tones vorher erreichen. Wenngleich die pneumatische Traktur ihr Scherflein dazu beigetragen haben wird...
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"Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht." (Albert Schweitzer)
www.bulderone.de
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Wie wäre es mit dieser Interpretation:
https://youtu.be/mDupWx0DtQ8?si=g4AphqKnfOdRwQub
13 Jahre alt. Ging neulich durch die Netzwerke irgendwo.
Besser als Latry?
Den Namen sollte man sich merken.