Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Freitag, 12. Dezember 2025, 21:39 (vor 260 Tagen)

Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

ErikvdNeers, Freitag, 12. Dezember 2025, 22:04 (vor 260 Tagen) @ Poupoulcorouse

In die aktulelle Heft von Singende Kirche aus Österreich es gibt einige Artikel zum gleichen Thema

Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Samstag, 13. Dezember 2025, 00:54 (vor 260 Tagen) @ Poupoulcorouse

https://www.feinschwarz.net/verlockende-vereindeutigung-lobpreismusik-und-ihre-leeren-v...


Dem Forum zur Lektüre und zur Diskussion anempfohlen.

Danke. Klingt schlüssig. Die Möglichkeit zur (mindestens gefühlten) Gotteserfahrung ist natürlich auch, für gewisse Kreise ganz besonders, in manchem Meisterwerk der traditionellen bzw. hochkulturellen Kirchenmusik möglich. Was im Artikel ja auch nicht ausgeschlossen wird.

Die Demaskierung des Ükumeneversprechens finde ich gelungen.
Ähnlich ist es ja auch mit der vielbeschworenen Toleranz, die dann doch oft keine ist: Gerade auch im kirchlichen Umfeld äußert sich die Toleranz dergestalt, dass man die Unschräfe von Positionen anstrebt - milde ausgedrückt. Alles ist erlaubt (und erwünscht), sofern es kein herausgearbeitetes PRofil hat. Sei es konservativ oder progressiv.
Die Verschwörung des Mittelmaßes war allezeit branchenübergreifend.

Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

Bariolage, Samstag, 13. Dezember 2025, 08:56 (vor 259 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Ähnlich ist es ja auch mit der vielbeschworenen Toleranz, die dann doch oft keine ist: Gerade auch im kirchlichen Umfeld äußert sich die Toleranz dergestalt, dass man die Unschärfe von Positionen anstrebt - milde ausgedrückt. Alles ist erlaubt (und erwünscht), sofern es kein herausgearbeitetes Profil hat. Sei es konservativ oder progressiv.

Da treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Kritisiert man diese Praxis, hört es allerdings mit der Toleranz schlagartig auf. Sofort ist man d-Moll Dreiklang abwärts, Antisemit o. Ä.

Zum Beitrag:

Janik Hollaender untersucht das Phänomen und seine Versprechungen musikwissenschaftlich.

Da fehlt mir dann doch einiges. Aber egal.

Der Autor kritisiert (meiner Meinung zu Recht) die Versprechen der "Lobpreismusik".

Das Ziel von Lobpreismusik ist aber kein künstlerisch-ästhetisches.

Das kann man ihr nicht vorwerfen. Das gilt auch für die traditionelle Kirchenmusik. Als diese gleichsam autonom wurde (die Messe als komponierter Zyklus wichtiger wurde als die Messe als Gottesdienst), gab es große Probleme.

Der Mainstream wird aber nicht nur kopiert, sondern gleichzeitig auf eine Weise geglättet, die ihn möglichst gefällig und massentauglich macht.

Den Mainstream massentauglich machen. Was kann der Kreis dafür, dass er rund ist?

Bei den meisten pop-affinen Hörer*innen aus dem kirchenfernen Milieu dürfte Lobpreismusik daher eher an gefälligen Teenie-Pop als an wirklich innovative Popmusik erinnern.

Innovative Popmusik gab es immer (oder auch nie!) - nur halt nicht kritisch. War sie kritisch, kannte sie keiner (keine Regel ohne Ausnahmen). Heute findet man sie auf Bayern 2 - das hört aber keiner.

Im Zentrum steht die (theologische wie ästhetische) Sehnsucht nach Eindeutigkeit: nach klaren Antworten, eindeutigen Gotteserfahrungen und alternativlosen Theologien.

Das ist die katholische Kirche seit Jahrtausenden. So what?

Wenig überraschend ist der Kunstbegriff für Johannes Hartl daher nicht primär mit Vieldeutigkeit, sondern mit „Schönheit“ und „Wahrheit“ verknüpft.

Die Vorgeschichte der Ästhetik (vor 1750) beruht auf Schönheit und Wahrheit. Das sollte doch eine Kritik werden, auch an Johnny Hartl!?

Gott wird in diesen Gemeinschaften nicht gedacht oder erhofft, sondern erfahren. Dahinter steht wiederum das Verlangen nach Verbindlichkeit, nach Eindeutigkeit und Unmittelbarkeit.

Gott denken: machen die Theologen. Wenn Sie zuviel gedacht haben, landeten Sie auf dem Scheiterhaufen, wurden exkommuniziert oder die Lehrerlaubnis entzogen. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie meine Großeltern die Gottesbeweise während des Kochens auf lateinisch diskutierten. Dazwischen gab es Marienlieder. Was ist an Unmittelbarkeit schlecht? Jeder sucht sie (bitte jetzt nicht das gesamte dialektische Fass aufmachen). Und ohne Eindeutigkeit sind wir überhaupt nicht lebensfähig, gerade auch im ästhetischen Bereich.

Auch wenn der Authentizitätsbegriff zunächst positiv besetzt ist, tritt er doch das normative Erbe des Wahrheitsbegriffs an.

Das gilt aber überall. Die Substitution von Rationalität durch Emotionalität geht durch die gesamte Gesellschaft.

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht in keiner Weise um die Diskreditierung populärer Musik von der Warte einer vermeintlichen Hochkultur. Ganz im Gegenteil: Es geht darum, für eine Musik zu werben, die die Zuhörer*innen zu eigenen Deutungen herausfordert und ihnen so ermöglicht, in Freiheit über die existentiellen Themen des Lebens nachzudenken und sich inspirieren zu lassen. Dafür braucht es vor allem in den Kirchen Mut für neue und kreative Kunst-, Musik und Literaturprojekte. Und es braucht Menschen, die bereit sind, auch popkulturelle Kunstformen jenseits der ausgetretenen Pfade vereindeutigender Lobpreismusik zu fördern und zu ermöglichen. Das Versprechen einer solchen Kunst ist bescheiden, aber ungleich verlockender: die Erfahrung von Freiheit, in der sich ein Gott der Befreiung denken und erhoffen ließe.

Humor hat er! Zumindest die katholische Kirche ist an Kunst (inkl. Messiaen und Gregorianik), nur noch dann interessiert, wenn sie auf dem "synodalen Weg" schöne Bilder oder Sounds liefert.

Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 17. Dezember 2025, 00:08 (vor 256 Tagen) @ Bariolage
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Mittwoch, 17. Dezember 2025, 04:02

Bei den meisten pop-affinen Hörer*innen aus dem kirchenfernen Milieu dürfte Lobpreismusik daher eher an gefälligen Teenie-Pop als an wirklich innovative Popmusik erinnern.


Innovative Popmusik gab es immer (oder auch nie!) - nur halt nicht kritisch. War sie kritisch, kannte sie keiner (keine Regel ohne Ausnahmen). Heute findet man sie auf Bayern 2 - das hört aber keiner.

....nie Danzer, Ambros, Fendrich, Hirsch gehört? Leider leben Danzer und Hirsch nicht mehr, aber alle Genannten sind der Beweis, dass es schon "kritisch" geht. Große Musiker waren/sind sie auch. Nicht zu vergessen Udo Jürgens' "Ehrenwertes Haus", großes Kino, und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Pop muss nicht prinzipiell dumm und flach sein. Er kann auch die "großen" Dinge der Menschheit thematisieren, der verlinkte Titel von Ludwig Hirsch zeigt das besonders deutlich - aber er tut es mit popspezifischen Mitteln. *Deshalb* ist er imo keine Kirchenmusik.

Im Zentrum steht die (theologische wie ästhetische) Sehnsucht nach Eindeutigkeit: nach klaren Antworten, eindeutigen Gotteserfahrungen und alternativlosen Theologien.


Das ist die katholische Kirche seit Jahrtausenden. So what?

...nein. Nicht, dass es da keine eindeutigen Aussagen gäbe. Aber in der Praxis ist zwischen der katholischen Kirche und dem eindimensional doktrinär-intoleranten, gehässigen und mindestens teilweise offen faschistoiden Glaubensverständnis, wie es z.B. für amerikanische evangelikale Freikirchen kennzeichnend ist, ein ziemlich großer Unterschied. Oder tritt der gegenwärtige Papst für die Todesstrafe und die freie Verfügbarkeit von Schusswaffen ein? - Eine komplexe, schwierige Welt mit ihren Widersprüchen lässt sich nicht auf einfache Lösungen herunterbrechen.

Wenig überraschend ist der Kunstbegriff für Johannes Hartl daher nicht primär mit Vieldeutigkeit, sondern mit „Schönheit“ und „Wahrheit“ verknüpft.


Die Vorgeschichte der Ästhetik (vor 1750) beruht auf Schönheit und Wahrheit. Das sollte doch eine Kritik werden, auch an Johnny Hartl!?

Gott wird in diesen Gemeinschaften nicht gedacht oder erhofft, sondern erfahren. Dahinter steht wiederum das Verlangen nach Verbindlichkeit, nach Eindeutigkeit und Unmittelbarkeit.


Gott denken: machen die Theologen. Wenn Sie zuviel gedacht haben, landeten Sie auf dem Scheiterhaufen, wurden exkommuniziert oder die Lehrerlaubnis entzogen. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie meine Großeltern die Gottesbeweise während des Kochens auf lateinisch diskutierten. Dazwischen gab es Marienlieder. Was ist an Unmittelbarkeit schlecht? Jeder sucht sie (bitte jetzt nicht das gesamte dialektische Fass aufmachen). Und ohne Eindeutigkeit sind wir überhaupt nicht lebensfähig, gerade auch im ästhetischen Bereich.

....Unmittelbarkeit ist dann schlecht, wenn sie das Hirn umgeht. Nachdenken, Argumentieren, Skepsis und Zweifel lassen sich nicht durch persönliche "Erweckungserlebnisse" vermeiden. Für sich selbst mag man das noch so sehen können - aber das Christentum lebt wesentlich von dem Anspruch eines humanen Miteinanders, und um das zu regeln, braucht es Rationalität und Mäßigung. Aus demselben Grund ist die "Eindeutigkeit" allenfalls eine relative Größe: es gehört zu den Widersprüchen des menschlichen Daseins, eine Norm - weltlich oder religiös - abstrakt für richtig halten zu können, gleichzeitig aber zu akzeptieren, dass die Sanktionierung des Normverstoßes bzw. dessen Beendigung im Einzelfall größeren Schaden als Nutzen anrichten kann (womöglich sogar nur Schaden ohne jeden Nutzen). Wer Verbindlichkeit, Eindeutigkeit und Unmittelbarkeit absolut setzt, rutscht in Schussfahrt in die Abgründe der Inhumanität.

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht in keiner Weise um die Diskreditierung populärer Musik von der Warte einer vermeintlichen Hochkultur. Ganz im Gegenteil: Es geht darum, für eine Musik zu werben, die die Zuhörer*innen zu eigenen Deutungen herausfordert und ihnen so ermöglicht, in Freiheit über die existentiellen Themen des Lebens nachzudenken und sich inspirieren zu lassen. Dafür braucht es vor allem in den Kirchen Mut für neue und kreative Kunst-, Musik und Literaturprojekte. Und es braucht Menschen, die bereit sind, auch popkulturelle Kunstformen jenseits der ausgetretenen Pfade vereindeutigender Lobpreismusik zu fördern und zu ermöglichen. Das Versprechen einer solchen Kunst ist bescheiden, aber ungleich verlockender: die Erfahrung von Freiheit, in der sich ein Gott der Befreiung denken und erhoffen ließe.


Humor hat er! Zumindest die katholische Kirche ist an Kunst (inkl. Messiaen und Gregorianik), nur noch dann interessiert, wenn sie auf dem "synodalen Weg" schöne Bilder oder Sounds liefert.

....ist das Bild eines Gekreuzigten bzw. seines Wegs bis dahin "schön"?

Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

Bariolage, Mittwoch, 17. Dezember 2025, 14:11 (vor 255 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Bei den meisten pop-affinen Hörer*innen aus dem kirchenfernen Milieu dürfte Lobpreismusik daher eher an gefälligen Teenie-Pop als an wirklich innovative Popmusik erinnern.


Innovative Popmusik gab es immer (oder auch nie!) - nur halt nicht kritisch. War sie kritisch, kannte sie keiner (keine Regel ohne Ausnahmen). Heute findet man sie auf Bayern 2 - das hört aber keiner.

....nie Danzer, Ambros, Fendrich, Hirsch gehört? Leider leben Danzer und Hirsch nicht mehr, aber alle Genannten sind der Beweis, dass es schon "kritisch" geht. Große Musiker waren/sind sie auch. Nicht zu vergessen Udo Jürgens' "Ehrenwertes Haus", großes Kino, und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Pop muss nicht prinzipiell dumm und flach sein. Er kann auch die "großen" Dinge der Menschheit thematisieren, der verlinkte Titel von Ludwig Hirsch zeigt das besonders deutlich - aber er tut es mit popspezifischen Mitteln. *Deshalb* ist er imo keine Kirchenmusik.

(keine Regel ohne Ausnahmen): stand im Text.

Im Zentrum steht die (theologische wie ästhetische) Sehnsucht nach Eindeutigkeit: nach klaren Antworten, eindeutigen Gotteserfahrungen und alternativlosen Theologien.


Das ist die katholische Kirche seit Jahrtausenden. So what?

...nein. Nicht, dass es da keine eindeutigen Aussagen gäbe. Aber in der Praxis ist zwischen der katholischen Kirche und dem eindimensional doktrinär-intoleranten, gehässigen und mindestens teilweise offen faschistoiden Glaubensverständnis, wie es z.B. für amerikanische evangelikale Freikirchen kennzeichnend ist, ein ziemlich großer Unterschied. Oder tritt der gegenwärtige Papst für die Todesstrafe und die freie Verfügbarkeit von Schusswaffen ein? - Eine komplexe, schwierige Welt mit ihren Widersprüchen lässt sich nicht auf einfache Lösungen herunterbrechen.

Der letzte Satz ist für mich natürlich absolut neu. Ich stimme zu: mit den gefährlichen Subjekten und deren "offen faschistoiden Glaubensverständnis" habe ich aber nun wirklich gar nichts am Hut. Das gehört auf das pseudo-religiöse SA-Gleis.

Wenig überraschend ist der Kunstbegriff für Johannes Hartl daher nicht primär mit Vieldeutigkeit, sondern mit „Schönheit“ und „Wahrheit“ verknüpft.


Die Vorgeschichte der Ästhetik (vor 1750) beruht auf Schönheit und Wahrheit. Das sollte doch eine Kritik werden, auch an Johnny Hartl!?

....Unmittelbarkeit ist dann schlecht, wenn sie das Hirn umgeht. Nachdenken, Argumentieren, Skepsis und Zweifel lassen sich nicht durch persönliche "Erweckungserlebnisse" vermeiden.

Auch dem stimme ich vollkommen zu. Allerdings: Unmittelbarkeit, die die Umleitung über den Verstand sucht, ist halt nur noch Mittelbarkeit.

Für sich selbst mag man das noch so sehen können - aber das Christentum lebt wesentlich von dem Anspruch eines humanen Miteinanders, und um das zu regeln, braucht es Rationalität und Mäßigung. Aus demselben Grund ist die "Eindeutigkeit" allenfalls eine relative Größe: es gehört zu den Widersprüchen des menschlichen Daseins, eine Norm - weltlich oder religiös - abstrakt für richtig halten zu können, gleichzeitig aber zu akzeptieren, dass die Sanktionierung des Normverstoßes bzw. dessen Beendigung im Einzelfall größeren Schaden als Nutzen anrichten kann (womöglich sogar nur Schaden ohne jeden Nutzen). Wer Verbindlichkeit, Eindeutigkeit und Unmittelbarkeit absolut setzt, rutscht in Schussfahrt in die Abgründe der Inhumanität.

Wer tut denn das? Ich jedenfalls nicht. "Rationalität und Mäßigung" - für die ich immer persönlich eingestanden bin und einstehen werde - können immer weniger Leute durchhalten, weil sie rational und intellektuell damit überfordert sind und ihr (pseudo-)individuell-hedonistisches Lebenskonzept bedroht. Dass die Antworten dieser rechten Gruppen kein stimmiges Gesamtbild ergeben, ist nun wieder eine andere Sache.

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht in keiner Weise um die Diskreditierung populärer Musik von der Warte einer vermeintlichen Hochkultur. Ganz im Gegenteil: Es geht darum, für eine Musik zu werben, die die Zuhörer*innen zu eigenen Deutungen herausfordert und ihnen so ermöglicht, in Freiheit über die existentiellen Themen des Lebens nachzudenken und sich inspirieren zu lassen. Dafür braucht es vor allem in den Kirchen Mut für neue und kreative Kunst-, Musik und Literaturprojekte. Und es braucht Menschen, die bereit sind, auch popkulturelle Kunstformen jenseits der ausgetretenen Pfade vereindeutigender Lobpreismusik zu fördern und zu ermöglichen. Das Versprechen einer solchen Kunst ist bescheiden, aber ungleich verlockender: die Erfahrung von Freiheit, in der sich ein Gott der Befreiung denken und erhoffen ließe.


Humor hat er! Zumindest die katholische Kirche ist an Kunst (inkl. Messiaen und Gregorianik), nur noch dann interessiert, wenn sie auf dem "synodalen Weg" schöne Bilder oder Sounds liefert.

....ist das Bild eines Gekreuzigten bzw. seines Wegs bis dahin "schön"?

Weder mit Nein noch mit Ja so einfach zu beantworten:
"Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." Da kann ich nur wieder auf den ollen Hegel verweisen: Das Wahre ist das Ganze. Der Kreuzweg und der Tod Jesu ist aber nicht das Ganze.
Das wäre übrigens ein theologisch-musikalischer Punkt gewesen: die "Lobpreismusik" blendet das Leiden (Jesu und/oder der Menschheit) aus, und zwar aus Dummheit und Verlogenheit, die dann wieder verdeckt werden sollen durch den Bezug auf das große Ganze. Das Ganze ist aber "das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen". Und da gibt es keine Abkürzung. Oder: alle Abkürzungen sind falsch. Es ist so, als ob jemand die "Phänomenologie des Geistes" lesen möchte, aber nach "Vorrede" und "Einleitung" so erschöpft ist, dass er sofort zum letzten Kapitel springt "das absolute Wissen". Dann weiß er absolut nichts.
Also: Meiner Meinung nach greift der Kritiker die "Lobpreismusik" mit den falschen Waffen an. Ich möchte nicht zentrale Begriffe wie "Wahrheit und Schönheit" diesen Lobpreisideologen überlassen und mich z. B. auf "Vieldeutigkeit" zurückziehen.
So. Jetzt noch ein wahres, schönes, sinnliches, musikalisch-anspruchvolles und textlich-kritisches Beispiel aus der Popmusik von 1992. War aber die Ausnahme.

Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

ErikvdNeers, Mittwoch, 17. Dezember 2025, 16:33 (vor 255 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von ErikvdNeers, Mittwoch, 17. Dezember 2025, 16:37

Danzer, Ambros, Fendrich, Hirsch

Wow, das ist die aktuelle Popmuziek für dich?

Klingt das für mich wie "früher war alles besser" Mentalität.

Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 17. Dezember 2025, 23:14 (vor 255 Tagen) @ ErikvdNeers

Danzer, Ambros, Fendrich, Hirsch

Wow, das ist die aktuelle Popmuziek für dich?

Klingt das für mich wie "früher war alles besser" Mentalität.

Als Auslandsösterreicher schätze ich natürlich diese Autoren-Auswahl!
Die dürfte aber auch in der intimen Bekanntschaft Wolfgangs mit Wien und insbesondere der dortigen Kaffeehaus-Kultur wurzeln. :-)

Debattenbeitrag zum Thema "Lobpreismusik"

Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 18. Dezember 2025, 00:58 (vor 255 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Danzer, Ambros, Fendrich, Hirsch

Wow, das ist die aktuelle Popmuziek für dich?

Klingt das für mich wie "früher war alles besser" Mentalität.


Als Auslandsösterreicher schätze ich natürlich diese Autoren-Auswahl!
Die dürfte aber auch in der intimen Bekanntschaft Wolfgangs mit Wien und insbesondere der dortigen Kaffeehaus-Kultur wurzeln. :-)

...die Richtigkeit - bzw. jedenfalls Nicht-Falschheit - dieses Ansatzes...

[image]

...räume ich gern ein....

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