Galt vor einigen Jahren die mechanische Traktur noch als die beste Art, Tasten und Ventile zu verbinden, so scheint diese Meinung zunehmend zu schwinden.
2008 wurde in der Frankfurter Liebfrauenkirche eine nagelneue Göckel-Orgel mit rein elektrischer Traktur installiert. In der Wiesbadener Stadtkirche St. Bonifatius wurde 1985 die zuvor elektrisch traktierte Orgel aufwendig umgebaut, um eine mechanische Traktur einzubauen. Jetzt soll Klais eine neue Orgel bauen mit rein elektrischer Traktur.
Die Firma Weimbs informiert, dass die "Barockorgel" in Bernkastel neu gebaut wird, mit einem "modernen Traktursystem": Elektrik mit Einzeltonladen im Schwellwerk. Nun gut, Klais hatte 1955 die Orgel bereits elektrifiziert, was man schon ein paar Jahre später wohl nicht mehr gemacht hätte. Aber in einem solchen Gehäuse eine neue Orgel zu bauen und die Traktur rein elektrisch anzulegen, zeigt, dass die Mechanik nicht mehr als Ideal gilt.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
jori, Montag, 22. Dezember 2025, 21:10 (vor 303 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von jori, Dienstag, 23. Dezember 2025, 20:55
Kostenfalle!
In ca. 25 Jahren glühen Drähte und erfordern Stilllegung oder Erneuerung mit dramatischen Kosten.
Interessiert vermutlich nur wenige Foristen von uns.
Wir betrachten die Sachlage aus dem Grab, Gruft oder Waldfriedhof.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Dienstag, 23. Dezember 2025, 01:25 (vor 303 Tagen) @ jori
Kostenfalle!
In ca. 25 Jahren glühen Drähte und erfordern Stilllegung oder Erneuerung mit dramatischen Kosten.
Interessiert vermutlich nur wenige Floristen von uns.
Wir betrachten die Sachlage aus dem Grab, Gruft oder Waldfriedhof.
Meine Orgel glüht seit 1938 in originaler Verkabelung. Ist schon bald hundert Jahre zugange.
(Heute wieder ein Bälgchen mit Malerkrepp "repariert"...)
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Wolfgang Gourgé
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 19:37 (vor 302 Tagen) @ jori
Kostenfalle!
In ca. 25 Jahren glühen Drähte und erfordern Stilllegung oder Erneuerung mit dramatischen Kosten.
Interessiert vermutlich nur wenige Floristen von uns.
Wir betrachten die Sachlage aus dem Grab, Gruft oder Waldfriedhof.
...naja, vielleicht ja auch der ein- oder andere von oben - jedenfalls die, die für Mechanik sind....
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
CamilVH, Montag, 22. Dezember 2025, 22:31 (vor 303 Tagen) @ Orlos
Gut beobachtet! Eine durchaus vergleichbare Parallelentwicklung findet im Automobilbau statt: Vor wenigen Jahrzehnten galt manuelle Gangschaltung noch als effizienteste, "wahre" Übertragungsmethode und Automatikgetriebe nur als etwas für Weicheier, Senioren und Amerikaner. Das ändert sich gerade: Gangschaltung wird selbst bei Kleinwagen, aber auch bei reinen Sportwagen immer mehr zum Auslaufmodell. Sieg der Bequemlichkeit oder der Vernunft?
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Florian-L
, Montag, 22. Dezember 2025, 22:53 (vor 303 Tagen) @ CamilVH
bearbeitet von Florian-L, Montag, 22. Dezember 2025, 23:02
Das ändert sich gerade: Gangschaltung wird selbst bei Kleinwagen, aber auch bei reinen Sportwagen immer mehr zum Auslaufmodell. Sieg der Bequemlichkeit oder der Vernunft?
Wird die Ausbildung unter ausschließlicher Verwendung eines Fahrzeugs mit Automatikgetriebe absolviert, gilt jedoch eine beschränkte Fahrerlaubnis:
https://www.bussgeldkatalog.org/automatik-fuehrerschein/#faq_fuehrerschein_mit_automatik
Wird es in Sachen Orgel zur Einführung von Traktur-Führerscheinklassen kommen? :-D
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
SpanischeTrompete
, Montag, 22. Dezember 2025, 23:39 (vor 303 Tagen) @ Florian-L
Wird es in Sachen Orgel zur Einführung von Traktur-Führerscheinklassen kommen? :-D
Es soll zumindest Organisten geben, die so an ihre verzögerte, pneumatische Traktur gewöhnt sind, dass sie bei einer mechanischen Traktur ins Schwimmen geraten...
OT: Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Kleinorgelspieler, Dienstag, 23. Dezember 2025, 00:22 (vor 303 Tagen) @ Florian-L
Das ändert sich gerade: Gangschaltung wird selbst bei Kleinwagen, aber auch bei reinen Sportwagen immer mehr zum Auslaufmodell. Sieg der Bequemlichkeit oder der Vernunft?
Wird die Ausbildung unter ausschließlicher Verwendung eines Fahrzeugs mit Automatikgetriebe absolviert, gilt jedoch eine beschränkte Fahrerlaubnis:https://www.bussgeldkatalog.org/automatik-fuehrerschein/#faq_fuehrerschein_mit_automatik
Wird es in Sachen Orgel zur Einführung von Traktur-Führerscheinklassen kommen? :-D
Ohne das Thema hier jetzt überstrapazieren zu wollen: Gangschaltung ist 20. Jahrhundert.
Spätestens mit den E-PKW hat sich das Thema bald endgültig erledigt.
Bei der Lebensdauern von Orgeln sehe ich selbst diese Entwicklung deutlich kritischer. An eine mechanische Orgel kann ich (nahezu) jeden Orgelbauer Ran lassen und er kann Dinge reparieren. Bei den heute häufig verbauten DDC / SPS stellen sich dann ganz neue Fragen, sowohl auf der Hardware als auch auf der Softwareseite.....
OT: Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Orlos
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 01:02 (vor 303 Tagen) @ Kleinorgelspieler
Gerade erlebt: Neuer Spieltisch, CPU fährt nicht hoch. Es geht GAR NICHTS! Orgelbauer und Elektriker stehen vor dem Gerät und wissen nicht weiter.
Bei einer mechanischen Orgel kommt jeder Elektriker zurecht.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Wolfgang Gourgé
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 20:05 (vor 302 Tagen) @ CamilVH
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Dienstag, 23. Dezember 2025, 20:14
Gut beobachtet! Eine durchaus vergleichbare Parallelentwicklung findet im Automobilbau statt: Vor wenigen Jahrzehnten galt manuelle Gangschaltung noch als effizienteste, "wahre" Übertragungsmethode und Automatikgetriebe nur als etwas für Weicheier, Senioren und Amerikaner. Das ändert sich gerade: Gangschaltung wird selbst bei Kleinwagen, aber auch bei reinen Sportwagen immer mehr zum Auslaufmodell. Sieg der Bequemlichkeit oder der Vernunft?
...Vernunft. Die Automatikgetriebe waren bis in die 1980er Jahre bei normalen Autos tumbe, träge schaltende und rein hydraulisch gesteuerte Dreiganggetriebe (eigentlich nur zwei Gänge: der dritte Gang war eine direkte Durchleitung vom An- zum Abtrieb ohne Drehzahländerung zwischen Turbinenrad des Drehmomentwandlers und dem Getriebeausgang, so wie bei früheren Schaltgetrieben bei längs eingebauten Motoren der vierte Gang). Auch Wandlerüberbrückungskupplungen gab es nicht, so dass der Wandlerschlupf (also die unvermeidliche Drehzahldifferenz zwischen Pumpen- und Turbinenrad auch bei fahrendem Auto) zusammen mit der bei drei Gängen begrenzten Spreizung der Gänge diese Autos zu Sprit- und Kraftfressern machten. Mein heutiges Auto (155 PS-Direkteinspritzer-Benziner, 6-Gang-Schaltung) mehrere Liter weniger als der mehrere hundert Kilo leichtere 75-PS-Ascona mit Automatik, den wir in den späten 1980ern als Zweitauto hatten.
Heutige Automatikgetriebe arbeiten mit 6, 8 oder sogar 9 Gängen, elektronisch gesteuert und blitzschnell schaltend, mit der Motorsteuerung kooperierend und sogar mit der Möglichkeit für Zwischengas, wenn nötig. Diese Getriebe schalten viel schneller und ökonomischer, als es ein geübter Fahrer selbst mit einem 6-Gang Handschalter hinbekäme. Es ist unmöglich, mit einem manuellen Schaltgetriebe so schnell zurückzuschalten und zu beschleunigen wie mit einer modernen Automatik, und der Motor ist immer im richtigen Drehzahlbereich. Zudem sind Automatikgetriebe als Planetengetriebe ausgeführt, sie schalten mit Lamellenkupplungen und -Bremsen, deren Arbeitswege viel kürzer sind als der eines Kupplungspedals oder eines konventionellen Schalthebels, der in eine Schaltmuffe auf der Welle eingreift, die das Zahnrad des betreffenden Gangs mit der Welle formschlüssig verbindet.
Ähnlich im Orgelbau: die heutigen elektrischen - oder besser: elektronischen - Trakturen sind in puncto Stromverbrauch und Sensibilität der Steuerung auf einer anderen Galaxie als die vergleichsweise plumpen elektr(opneumat)ischen Trakturen der früheren Jahrzehnte; auch Proportionalsteuerungen sind damit möglich, bei viel sensiblerer Sicherung als früher. Zwar halte auch ich die Mechanik immer noch für das prioritäre, grundsätzlich bei einem Neubau erstmal als Ausgangspunkt zu wählende System. Aber die technische Entwicklung hat da doch einigen Boden gutgemacht.
Außerdem erscheint es bei einer elektronischer Traktur denkbar, An- und Absprache unterschiedlich zu wählen: Ansprache möglich weit oben, Absprache möglichst weit unten. Und ein weiterer Vorteil ist natürlich nicht zu übersehen, es gab ihn schon immer: Tastenlänge, -breite und Weg können prioritär nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgelegt werden. Bei der Mechanik gibt es da Konkurrenz, die zum Kompromiss zwingt: Leichtgängigkeit gegen Ventilöffnung und -größe, und die Entfernung vom Spieltisch zur Windlade kommt als weiterer limitierender Faktor hinzu: je länger, desto schwerer, desto mehr Trägheit. Den Elektronen ist sowas egal (oder geht's mittlerweile vielleicht schon per Glasfaser?).
Vielleicht könnte man es so sagen: die Trakturen sind durch die technische Entwicklung alle besser geworden, die elektrische Traktur hat aber vom Fortschritt besonders profitiert. Und wer mal mit 12 Gängen und Zwischengas fertigwerden musste, findet Automatikgetriebe erst Recht angenehm....;--).....
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
kjz1, Dienstag, 23. Dezember 2025, 20:11 (vor 302 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
...Vernunft. Die Automatikgetriebe waren bis in die 1980er Jahre bei normalen Autos tumbe, träge schaltende und rein hydraulisch gesteuerte Dreiganggetriebe (eigentlich nur zwei Gänge: der dritte Gang war eine direkte Durchleitung vom An- zum Abtrieb ohne Drehzahländerung zwischen Turbinenrad des Drehmomentwandlers und dem Getriebeausgang, so wie bei früheren Schaltgetrieben bei längs eingebauten Motoren der vierte Gang). Auch Wandlerüberbrückungskupplungen gab es nicht, so dass der Wandlerschlupf (also die unvermeidliche Drehzahldifferenz zwischen Pumpen- und Turbinenrad auch bei fahrendem Auto) zusammen mit der bei drei Gängen begrenzten Spreizung der Gänge diese Autos zu Sprit- und Kraftfressern machten.
Mittlerweile haben ja auch die meisten Omnibusse (und darauf aufbauend auch die Dieseltriebwagen der Bahn) Automatikgetriebe. Früher wäre dies kaum denkbar gewesen.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Wolfgang Gourgé
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 20:30 (vor 302 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Dienstag, 23. Dezember 2025, 20:34
...Vernunft. Die Automatikgetriebe waren bis in die 1980er Jahre bei normalen Autos tumbe, träge schaltende und rein hydraulisch gesteuerte Dreiganggetriebe (eigentlich nur zwei Gänge: der dritte Gang war eine direkte Durchleitung vom An- zum Abtrieb ohne Drehzahländerung zwischen Turbinenrad des Drehmomentwandlers und dem Getriebeausgang, so wie bei früheren Schaltgetrieben bei längs eingebauten Motoren der vierte Gang). Auch Wandlerüberbrückungskupplungen gab es nicht, so dass der Wandlerschlupf (also die unvermeidliche Drehzahldifferenz zwischen Pumpen- und Turbinenrad auch bei fahrendem Auto) zusammen mit der bei drei Gängen begrenzten Spreizung der Gänge diese Autos zu Sprit- und Kraftfressern machten.
Mittlerweile haben ja auch die meisten Omnibusse (und darauf aufbauend auch die Dieseltriebwagen der Bahn) Automatikgetriebe. Früher wäre dies kaum denkbar gewesen.
...bei Gelenkbussen geht es nicht anders, sofern diese "Pusher" (= "Schieber") sind: heutige Gelenkbusse werden vom Hinterwagen angetrieben. Es gab auch Systeme, bei denen der Vorderwagen den hinteren Teil zieht, die sog. "Puller". Aber das hat sich wegen höherer Wartungskosten nicht durchgesetzt. Bei den "Pushern" ist der Motor hinten, wie bei einem normalen Bus, alles ist damit gut zugänglich. Für ein Schaltgetriebe braucht es ein Gestänge, also eine mechanische Traktur - und mit der gibt's bei unterschiedlichen Dreh- und Kippwinkeln unüberwindliche Probleme..... Pusher haben die fatale Neigung, einzuknicken, weshalb es einen Knickschutz gibt, der dann den Antrieb ab einem bestimmten Knickwinkel blockiert. Passiert das auf einem Bahnübergang, ist das allerdings fatal, wenn Fahrer oder Fahrerin es nicht rechtzeitig schaffen, die Sperre wieder aufzuheben....
Es gibt sogar Lkw mit Automatikgetriebe, der US-Hersteller Allison ist hier der Marktführer. Bei der Bahn kommt man da allerdings an Grenzen. Geht es richtig schwer zur Sache, nimmt man entweder Getriebe mit mechanischer Einheitsübersetzung, aber verschieden ausgelegten Drehmomentwandlern, das "Schalten" erfolgt dann durch Füllen oder Entleeren des jeweiligen Wandlers, siehe etwa die BR 218 (die hat zwar zwei mechanische Gänge, aber die können nur im Stillstand von Lok und Motor händisch vorgewählt werden, je nach Güter- oder Personenzug, während der Fahrt ist kein Wechsel möglich). Oder man nimmt die dieselelektrische Übertragung, aber die dieselhydraulische ist bei Güterzugloks immer noch up to date. Es gab auch mal Lokgetriebe mit "richtigen" Gängen, etwa von Maybach ("Mekydro" für die V 200. Aber diese Getriebe hatten hohe Ausfallzahlen, weshalb Voith-Turbogetriebe alsbald dominiert haben.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
MCVL
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 20:58 (vor 302 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Hydraulische Getriebe mit Wandler waren schon vor der 218 bei der Bundesbahn im Einsatz, so beispielsweise bei der Köf III (die Maschinen mit Kettenantrieb "schalteten" sogar zweimal, bei den späteren mit Gelenkwellen war es auf einen "Schaltvorgang" reduziert).
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
kjz1, Mittwoch, 24. Dezember 2025, 10:54 (vor 302 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Um vielleicht doch noch einen Schwenk zur Orgel zu bekommen: bei den alten Automatikgetrieben gab es fast immer einen deutlich vernehmbaren 'Schaltruck'. Heute hört man da oft nur noch, wie sich die Drehzahl des Motors ändert.
Bei den Registertrakturen war da oft auch ein deutlich vernehmbarer 'Tschuck' zu hören, wenn die Schleifenzugmotoren ihre Arbeit taten. Dadurch konnte man oft schon hören: jetzt wird es laut, weil da viele Schleifen gleichzeitig bewegt wurden.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
jori, Mittwoch, 24. Dezember 2025, 11:55 (vor 301 Tagen) @ kjz1
Noch deutlicher vernimmt man starkes Auf- oder Abregistrieren bei der Schleiflade mit pneumatischer Registrieranlage.
Ich bin trotzdem dankbar, sie an "meiner" Eule mit 23 Registern zu haben.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Flautino2
, Donnerstag, 25. Dezember 2025, 21:54 (vor 300 Tagen) @ jori
"Rod-o-matic"? Kenne ich auch, hat eine "meiner" Orgeln. Funktion hängt von der Witterung ab - oder war's von der Mondphase?
Lieber registriere ich manuell und weiß, welcher Klang dabei rauskommt.
Viele Grüße,
Flautino.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
MCVL
, Donnerstag, 25. Dezember 2025, 22:22 (vor 300 Tagen) @ Flautino2
"Rod-o-matic"? Kenne ich auch, hat eine "meiner" Orgeln. Funktion hängt von der Witterung ab - oder war's von der Mondphase?
Lieber registriere ich manuell und weiß, welcher Klang dabei rauskommt.Viele Grüße,
Flautino.
Ich denke, er meint in diesem Fall eine Schleifenbetätigung durch Apoarate mit Keilbälgen, welche auch auf elektrischem Wege angesteuert werden können, dann braucht man einen kleinen Schaltapparat mit Hebelmagnet.
Rhod-o-matic? Gibt es solche Anlagen tatsächlich noch? Ich kannte zwei Orgeln, die damit ausgestattet waren, da kam es aber schon zu Problemen mit der Ersatzteilbeschaffung und ein Ersatz war geplant. Besonders interessant wird es, wenn der Lufpresser irgendwann schlapp macht...
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
bot
, Donnerstag, 25. Dezember 2025, 22:34 (vor 300 Tagen) @ MCVL
Oh ja, was für ein mittlerweile lästiges System :-) Also die häufigsten Defekte sind tatsächlich der Luftpresser (die mir bekannte Anlage von 1986 hat noch die originalen von "Jun-Air"); Undichtigkeiten am System und der Lufpresser läuft ohne Pause bis der Überlastschutz Schluss macht; Der Druckregler am Presser macht nicht auf und zu guter Letzt wenn mal ein Magnetventil zu heiß wird/spinnt und das Register dann zwar auf der C aber nicht auf der Cis-Seite mehr ausgeht.
Aber so wie man mir erzählt sind ähnliche Anlagen aktuell in Frankreich noch sehr oder wieder beliebt. Den Anfang hat wohl Michel Gaillard in Thann gemacht und einige Kollegen sind drauf aufgesprungen.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
MCVL
, Donnerstag, 25. Dezember 2025, 23:20 (vor 300 Tagen) @ bot
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 25. Dezember 2025, 23:30
Oh ja, was für ein mittlerweile lästiges System :-) Also die häufigsten Defekte sind tatsächlich der Luftpresser (die mir bekannte Anlage von 1986 hat noch die originalen von "Jun-Air"); Undichtigkeiten am System und der Lufpresser läuft ohne Pause bis der Überlastschutz Schluss macht; Der Druckregler am Presser macht nicht auf und zu guter Letzt wenn mal ein Magnetventil zu heiß wird/spinnt und das Register dann zwar auf der C aber nicht auf der Cis-Seite mehr ausgeht
Es gibt einen nicht ganz salonfähigen Trick, den Luftpresser bzw. die Regelventile zu überlisten, aber da werden manchen hier die Fußnägel wieder hochrollen hinsichtlich Brandschutz etc pp. Aber man kann den Teufel auch an die Wand malen und muß abundzu den Ball flach halten...
Die Elektrik meiner Modellbahn ist aus dieser Sichtweise schon längst eine Brandquelle ersten Ranges, wäre schon abgebrannt und mein Haus womöglich auch.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
perotin, Donnerstag, 25. Dezember 2025, 23:21 (vor 300 Tagen) @ bot
Oh ja, was für ein mittlerweile lästiges System :-)
In Baden-Baden hat man sich offenbar 2014 davon getrennt:
https://orgel-verzeichnis.de/baden-baden-lichtental-st-bonifatius
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Moritz
, Freitag, 26. Dezember 2025, 17:26 (vor 299 Tagen) @ MCVL
"Rod-o-matic"? Kenne ich auch, hat eine "meiner" Orgeln. Funktion hängt von der Witterung ab - oder war's von der Mondphase?
Lieber registriere ich manuell und weiß, welcher Klang dabei rauskommt.Viele Grüße,
Flautino.
Ich denke, er meint in diesem Fall eine Schleifenbetätigung durch Apoarate mit Keilbälgen, welche auch auf elektrischem Wege angesteuert werden können, dann braucht man einen kleinen Schaltapparat mit Hebelmagnet.Rhod-o-matic? Gibt es solche Anlagen tatsächlich noch? Ich kannte zwei Orgeln, die damit ausgestattet waren, da kam es aber schon zu Problemen mit der Ersatzteilbeschaffung und ein Ersatz war geplant. Besonders interessant wird es, wenn der Lufpresser irgendwann schlapp macht...
Hallo zusammen,
die Fa. Heißler aus Markelsheim hat so ein System in den 1970er Jahren manchmal verbaut. Mir fallen hierzu die Orgeln in Bad Mergentheim Kapuzinerkirche, Igersheim, Mulfingen und Hochhausen ein. Bis auf die Orgel in Hochhausen, wo sich Kompressor und Druckspeicher im Gehäuse befinden, waren diese bei den anderen Orgeln jeweils auf dem Kirchendachboden und damit vom Kirchenraum aus nicht akustisch wahrnehmbar. Ich fand es immer lustig, wenn ich ins Ausbildungs-Berichtsheft geschrieben habe: "Mithilfe beim Stimmen der Orgel in ... und beim Ölwechsel geholfen" (Im Rahmen der Wartung wurde das Öl des Kompressors gewechselt) :-)
Viele Grüße,
Moritz
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
3rd_astronaut, Freitag, 26. Dezember 2025, 22:05 (vor 299 Tagen) @ Moritz
die Fa. Heißler aus Markelsheim hat so ein System in den 1970er Jahren manchmal verbaut. Mir fallen hierzu die Orgeln in Bad Mergentheim Kapuzinerkirche, Igersheim, Mulfingen und Hochhausen ein.
ich hänge mich mal hier rein, vielleicht hängt es zusammen: mich hat eine Heißler-Orgel kürzlich vor die Frage gestellt, wie man deren Kombinationen (5 Fußtritte, mit 1-5 beschriftet, daher wohl keine festen Kombis) programmiert? Ich kenne von mechanischen Setzern ein "Hochdrücken" des Pedals, aber das zumindest ging dort nicht ... Vielleicht ist es ein einfaches Rätsel, denn ich hatte weder davor (Gebetsstunde in der Kirche) noch danach Gelegenheit, damit herumzuprobieren.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Moritz
, Freitag, 26. Dezember 2025, 22:11 (vor 299 Tagen) @ 3rd_astronaut
die Fa. Heißler aus Markelsheim hat so ein System in den 1970er Jahren manchmal verbaut. Mir fallen hierzu die Orgeln in Bad Mergentheim Kapuzinerkirche, Igersheim, Mulfingen und Hochhausen ein.
ich hänge mich mal hier rein, vielleicht hängt es zusammen: mich hat eine Heißler-Orgel kürzlich vor die Frage gestellt, wie man deren Kombinationen (5 Fußtritte, mit 1-5 beschriftet, daher wohl keine festen Kombis) programmiert? Ich kenne von mechanischen Setzern ein "Hochdrücken" des Pedals, aber das zumindest ging dort nicht ... Vielleicht ist es ein einfaches Rätsel, denn ich hatte weder davor (Gebetsstunde in der Kirche) noch danach Gelegenheit, damit herumzuprobieren.
Welche Orgel war das denn? Ich glaube mich zu erinnern, dass man diesen Setzer befüllt, in dem man bei heruntergedrücktem Hebel die gewünschte Kombination einregistriert. Aber nagel mich da bitte nicht fest...
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
3rd_astronaut, Samstag, 27. Dezember 2025, 01:07 (vor 299 Tagen) @ Moritz
die Fa. Heißler aus Markelsheim hat so ein System in den 1970er Jahren manchmal verbaut. Mir fallen hierzu die Orgeln in Bad Mergentheim Kapuzinerkirche, Igersheim, Mulfingen und Hochhausen ein.
ich hänge mich mal hier rein, vielleicht hängt es zusammen: mich hat eine Heißler-Orgel kürzlich vor die Frage gestellt, wie man deren Kombinationen (5 Fußtritte, mit 1-5 beschriftet, daher wohl keine festen Kombis) programmiert? Ich kenne von mechanischen Setzern ein "Hochdrücken" des Pedals, aber das zumindest ging dort nicht ... Vielleicht ist es ein einfaches Rätsel, denn ich hatte weder davor (Gebetsstunde in der Kirche) noch danach Gelegenheit, damit herumzuprobieren.
Welche Orgel war das denn? Ich glaube mich zu erinnern, dass man diesen Setzer befüllt, in dem man bei heruntergedrücktem Hebel die gewünschte Kombination einregistriert. Aber nagel mich da bitte nicht fest...
Bad Mergentheim, Löffelstelzen. Ich bin demnächst wieder mal dort, da probiere ich weiter -- danke für den Tipp!
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
MCVL
, Samstag, 27. Dezember 2025, 11:07 (vor 298 Tagen) @ 3rd_astronaut
die Fa. Heißler aus Markelsheim hat so ein System in den 1970er Jahren manchmal verbaut. Mir fallen hierzu die Orgeln in Bad Mergentheim Kapuzinerkirche, Igersheim, Mulfingen und Hochhausen ein.
ich hänge mich mal hier rein, vielleicht hängt es zusammen: mich hat eine Heißler-Orgel kürzlich vor die Frage gestellt, wie man deren Kombinationen (5 Fußtritte, mit 1-5 beschriftet, daher wohl keine festen Kombis) programmiert? Ich kenne von mechanischen Setzern ein "Hochdrücken" des Pedals, aber das zumindest ging dort nicht ... Vielleicht ist es ein einfaches Rätsel, denn ich hatte weder davor (Gebetsstunde in der Kirche) noch danach Gelegenheit, damit herumzuprobieren.
Welche Orgel war das denn? Ich glaube mich zu erinnern, dass man diesen Setzer befüllt, in dem man bei heruntergedrücktem Hebel die gewünschte Kombination einregistriert. Aber nagel mich da bitte nicht fest...
Bad Mergentheim, Löffelstelzen. Ich bin demnächst wieder mal dort, da probiere ich weiter -- danke für den Tipp!
Finde ich interessant, daß eine Orgel auf dem Land eine solche Einrichtung besitzt. Ich habe die Orgel vor etlichen Jahren einmal besichtigt, kann mich aber an den Setzer nicht mehr erinnern.
Übrigens schade, daß der Prospekt von der Vorgängerorgel (Späth 1928) nicht übernommen wurde. Der war sehr schmuck, fünffeldrig mit neubarocken Elementen und im Mittelfeld ein größeres Gemälde mit der Hl. Cäcilia an einem Portativ.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Moritz
, Samstag, 27. Dezember 2025, 17:47 (vor 298 Tagen) @ MCVL
die Fa. Heißler aus Markelsheim hat so ein System in den 1970er Jahren manchmal verbaut. Mir fallen hierzu die Orgeln in Bad Mergentheim Kapuzinerkirche, Igersheim, Mulfingen und Hochhausen ein.
ich hänge mich mal hier rein, vielleicht hängt es zusammen: mich hat eine Heißler-Orgel kürzlich vor die Frage gestellt, wie man deren Kombinationen (5 Fußtritte, mit 1-5 beschriftet, daher wohl keine festen Kombis) programmiert? Ich kenne von mechanischen Setzern ein "Hochdrücken" des Pedals, aber das zumindest ging dort nicht ... Vielleicht ist es ein einfaches Rätsel, denn ich hatte weder davor (Gebetsstunde in der Kirche) noch danach Gelegenheit, damit herumzuprobieren.
Welche Orgel war das denn? Ich glaube mich zu erinnern, dass man diesen Setzer befüllt, in dem man bei heruntergedrücktem Hebel die gewünschte Kombination einregistriert. Aber nagel mich da bitte nicht fest...
Bad Mergentheim, Löffelstelzen. Ich bin demnächst wieder mal dort, da probiere ich weiter -- danke für den Tipp!
Finde ich interessant, daß eine Orgel auf dem Land eine solche Einrichtung besitzt. Ich habe die Orgel vor etlichen Jahren einmal besichtigt, kann mich aber an den Setzer nicht mehr erinnern.
Übrigens schade, daß der Prospekt von der Vorgängerorgel (Späth 1928) nicht übernommen wurde. Der war sehr schmuck, fünffeldrig mit neubarocken Elementen und im Mittelfeld ein größeres Gemälde mit der Hl. Cäcilia an einem Portativ.
Sowohl den Prospekt in Löffelstelzen als auch Mulfingen (jeweils der Vorgängerorgeln) findet man bei Bildindex.de Einfach die Namen der Ortschaft eingeben.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
MCVL
, Samstag, 27. Dezember 2025, 18:28 (vor 298 Tagen) @ Moritz
Hallo Moritz,
danke für den Hinweis, da konnte ich nicht anders und habe gleich einmal herumgestöbert. Da sind ja sensationelle Sachen mit dabei.
Der Orgelprospekt in Löffelstelzen wird dort aber fälschlicherweise um 1700 datiert, da hat Späth also gut imitiert.. Die erste Orgel bekam Löffelstelzen nach meinen Infos erst 1845, das riecht nach Johann Nepomuk Kloebinger aus Edelfingen, ein nicht uninteressanter und innovativer Orgelbauer, über den leider noch wenig bekannt ist..
Viele Grüße
Mark
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
3rd_astronaut, Freitag, 16. Januar 2026, 10:28 (vor 279 Tagen) @ Moritz
die Fa. Heißler aus Markelsheim hat so ein System in den 1970er Jahren manchmal verbaut. Mir fallen hierzu die Orgeln in Bad Mergentheim Kapuzinerkirche, Igersheim, Mulfingen und Hochhausen ein.
ich hänge mich mal hier rein, vielleicht hängt es zusammen: mich hat eine Heißler-Orgel kürzlich vor die Frage gestellt, wie man deren Kombinationen (5 Fußtritte, mit 1-5 beschriftet, daher wohl keine festen Kombis) programmiert? Ich kenne von mechanischen Setzern ein "Hochdrücken" des Pedals, aber das zumindest ging dort nicht ... Vielleicht ist es ein einfaches Rätsel, denn ich hatte weder davor (Gebetsstunde in der Kirche) noch danach Gelegenheit, damit herumzuprobieren.
Welche Orgel war das denn? Ich glaube mich zu erinnern, dass man diesen Setzer befüllt, in dem man bei heruntergedrücktem Hebel die gewünschte Kombination einregistriert. Aber nagel mich da bitte nicht fest...
nur kurze Bestätigung, dass der Setzer tatsächlich so funktioniert, wie Du es beschrieben hast. man merkt es auch, dass die Wippen beim "Setzen" schwerer gehen als beim handregistrieren (gelegentlich muss man durchaus mit nachdruck schalten).
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
MCVL
, Freitag, 26. Dezember 2025, 22:15 (vor 299 Tagen) @ Moritz
Hallo Moritz,
du meinst schon das Mulfingen im Jagsttal? Wenn ja und du dort schon auf dem Dachboden warst: sind dort evtl. noch Teile der Vorgängerorgel von Späth erhalten, welche in einer Tonhalle gestanden hat?
Das Gehäuse des 18. Jahrhunderts ließ man 1914 als Zierde leergeräumt auf der Empore stehen, es kam nach dem Heißler-Neubau angeblich in die kath. Stadtpfarrkirche nach Neresheim, auf welchen Wegen auch immer.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Moritz
, Samstag, 27. Dezember 2025, 13:48 (vor 298 Tagen) @ MCVL
Hallo Moritz,
du meinst schon das Mulfingen im Jagsttal? Wenn ja und du dort schon auf dem Dachboden warst: sind dort evtl. noch Teile der Vorgängerorgel von Späth erhalten, welche in einer Tonhalle gestanden hat?
Das Gehäuse des 18. Jahrhunderts ließ man 1914 als Zierde leergeräumt auf der Empore stehen, es kam nach dem Heißler-Neubau angeblich in die kath. Stadtpfarrkirche nach Neresheim, auf welchen Wegen auch immer.
Hallo Mark,
ja genau. Ist zwar schon ca. 20 Jahre her, aber ich meine mich zu erinnern, dass auf dem Dachboden weder Tonhalle noch irgendwelche Reste erhalten waren...
Viele Grüße,
Moritz
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Friedrich
, Donnerstag, 25. Dezember 2025, 23:29 (vor 300 Tagen) @ Flautino2
"Rod-o-matic"? Kenne ich auch, hat eine "meiner" Orgeln.
Was ist das denn für ein System? Gibt es da irgendwas online drüber?
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
MCVL
, Donnerstag, 25. Dezember 2025, 23:52 (vor 300 Tagen) @ Friedrich
Reiser und Ekkehard Simon haben das um 1980 herum gelegentlich verbaut; welche anderen Werkstätten außerdem, ist mir unbekannt.
Das System beruht auf der in der Industrie tagtäglich angewandten Steuerung von pneumatischen Komponenten wie Ventilen etc. mittels hochgespannter Luft und besitzt einen von den sonstigen technischen Bestandteilen der Orgel völlig autarken Druckluftkreislauf mit eigenem Luftpresser.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
bot
, Freitag, 26. Dezember 2025, 14:27 (vor 299 Tagen) @ MCVL
Hier mal was zu der Sache wo sogar ein pneumatischer Setzer drin ist:
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Florian-L
, Freitag, 26. Dezember 2025, 15:34 (vor 299 Tagen) @ bot
Hier mal was zu der Sache wo sogar ein pneumatischer Setzer drin ist:
Scheint LKW-tauglich zu sein. ;-)
Wie war das bei der Eichstätter Domorgel? Hatte die nicht eine hydraulische Setzeranlage?
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Gast
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 22:05 (vor 302 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Vielleicht könnte man es so sagen: die Trakturen sind durch die technische Entwicklung alle besser geworden, die elektrische Traktur hat aber vom Fortschritt besonders profitiert. Und wer mal mit 12 Gängen und Zwischengas fertigwerden musste, findet Automatikgetriebe erst Recht angenehm....;--).....
Und die Entwicklung geht weiter: Moderne E-Autos benötigen nur noch ein Untersetzungsgetriebe :)
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Wolfgang Gourgé
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 23:06 (vor 302 Tagen) @ Gast
Vielleicht könnte man es so sagen: die Trakturen sind durch die technische Entwicklung alle besser geworden, die elektrische Traktur hat aber vom Fortschritt besonders profitiert. Und wer mal mit 12 Gängen und Zwischengas fertigwerden musste, findet Automatikgetriebe erst Recht angenehm....;--).....
Und die Entwicklung geht weiter: Moderne E-Autos benötigen nur noch ein Untersetzungsgetriebe :)
...klar, wie E-Loks auch.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Gast
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 23:54 (vor 302 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Und die Entwicklung geht weiter: Moderne E-Autos benötigen nur noch ein Untersetzungsgetriebe :)
...klar, wie E-Loks auch.
Zum Glück stoßen mechanische Traktoren kein CO2 aus ????
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
elias.orgel, Mittwoch, 24. Dezember 2025, 05:39 (vor 302 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Ähnlich im Orgelbau: die heutigen elektrischen - oder besser: elektronischen - Trakturen sind in puncto Stromverbrauch und Sensibilität der Steuerung auf einer anderen Galaxie als die vergleichsweise plumpen elektr(opneumat)ischen Trakturen der früheren Jahrzehnte; auch Proportionalsteuerungen sind damit möglich, bei viel sensiblerer Sicherung als früher. Zwar halte auch ich die Mechanik immer noch für das prioritäre, grundsätzlich bei einem Neubau erstmal als Ausgangspunkt zu wählende System. Aber die technische Entwicklung hat da doch einigen Boden gutgemacht.
Außerdem erscheint es bei einer elektronischer Traktur denkbar, An- und Absprache unterschiedlich zu wählen: Ansprache möglich weit oben, Absprache möglichst weit unten. Und ein weiterer Vorteil ist natürlich nicht zu übersehen, es gab ihn schon immer: Tastenlänge, -breite und Weg können prioritär nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgelegt werden. Bei der Mechanik gibt es da Konkurrenz, die zum Kompromiss zwingt: Leichtgängigkeit gegen Ventilöffnung und -größe, und die Entfernung vom Spieltisch zur Windlade kommt als weiterer limitierender Faktor hinzu: je länger, desto schwerer, desto mehr Trägheit. Den Elektronen ist sowas egal (oder geht's mittlerweile vielleicht schon per Glasfaser?).
mittlerweile ist gut...
das gibt es ja nun auch schon eine ganze Weile lang ;-)
Gewandhaus Leipzig:
1987 erhielt die Orgel ihren bereits 1977 konzipierten Endausbauzustand. Der Orgelteile-Hersteller Otto Heuss in Lich entwickelte dazu einen zweiten, mobilen Spieltisch. Er kann an beliebiger Stelle auf dem Orchesterpodium positioniert werden und schickt seine Signale – erstmals im Orgelbau – digital über einen Lichtwellenleiter. Diese Lichtleiterkabel wurden von der NASA für Weltraumzwecke entwickelt und durften deshalb normalerweise nicht in die DDR exportiert werden. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Bangemann, ein Freund des Gewandhauses, erwirkte jedoch für den Einsatz in einer Orgel eine Ausnahmegenehmigung.
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Dienstag, 23. Dezember 2025, 01:28 (vor 303 Tagen) @ Orlos
Es gibt die berühmte Ausnahme, nämlich die recht aufwendige Mechanisierung der Peter-Orgel von Nikolai Hamburg durch Klais (2023).
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Sweelinck, Dienstag, 23. Dezember 2025, 07:27 (vor 303 Tagen) @ Orlos
Für anspruchsvolle Spieler sollte eine Traktur mechanisch sein. Was man elektrifizieren sollte, das sind die Koppeln.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Dienstag, 23. Dezember 2025, 08:06 (vor 303 Tagen) @ Sweelinck
Für anspruchsvolle Spieler sollte eine Traktur mechanisch sein. Was man elektrifizieren sollte, das sind die Koppeln.
Hm, elektrifizierte Koppeln sind oft nicht sehr anspruchsvoll, weil die Synchronisation nicht wirklich gut ist. Also "nicht wirklich gut" bezieht sich jetzt auf anspruchsvolle Artikulation oder Spielen mit unterschiedlichen Tastenfallgeschwindigkeiten.
Man könnte auch sagen, dass man ab gekoppeltem Spiel auch einen eher digitaleren Anschlag nehmen sollte mit sozusagen zackigen Bewegungen. Dieser Spielstil fiel mir immer an Daniel Roth auf und könnte an den letzten Endes doch komplexen und "schweren" Anlagaen mechanischer bzw. gebarkerter französischer Orgeln liegen, wo Präzision besonders wichtig wird.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
stein
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 09:26 (vor 303 Tagen) @ Orlos
In Frankreich hingegen bleibt alles traditionell bei der guten alten Mechanik. Die Neubauten sind hier auch viel kleiner. Elektrisch bleibt die Ausnahme.
In der Saint Désiré Kirche in Lons le Saunier restaurieren der Orgelbauer Claude Jaccard und 15 freiwillige die Orgel von Daublaine Callinet 1839. Über den Orgelbauer gibt es eigentlich wenig Literatur, er wird lediglich im Zusammenhang mit anderen Instrumenten genannt. Laut Wikipedia Liste scheint es sich um die älteste Orgel dieses Orgelbauers zu handeln. Sie bekam später eine pneumatische Steuerung, die in den 1970gern durch eine miserable Mechanik ersetzt wurde. Gerade wird die Mechanik neu eingebaut. Der Spieltisch wurde von Heuss gebaut. Die ersten 5 Register werden gerade zum Leben erweckt. Das Instrument erklingt zum ersten Male nach über 40 Jahren.
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![[image]](images/uploaded/20251223082341694a518dcf948.jpg)
![[image]](images/uploaded/20251223082555694a521368ef8.jpg)
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
friedemannw
, Gießen, Dienstag, 23. Dezember 2025, 17:45 (vor 302 Tagen) @ stein
Danke für die Fotos!
Ja, das ist ein Heuss-Holzchassis, der gesamte Spieltisch ist vermutlich nicht von Heuss.
VG
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
stein
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 19:24 (vor 302 Tagen) @ friedemannw
bearbeitet von stein, Dienstag, 23. Dezember 2025, 21:27
Danke für die Fotos!
Ja, das ist ein Heuss-Holzchassis, der gesamte Spieltisch ist vermutlich nicht von Heuss.
VG
Bank und Pedal sind alt, viel hat der Orgelbauer ergänzt.
Das war in der Heusskiste, einfachste Ausführung.
![[image]](images/uploaded/20251223181549694adc55c656a.jpg)
Eingebaut mit Verkleidung vom OB.
![[image]](images/uploaded/20251223181938694add3a510d0.jpg)
![[image]](images/uploaded/20251223182438694ade6620c0c.jpg)
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
ThoFi, Dienstag, 23. Dezember 2025, 19:47 (vor 302 Tagen) @ stein
"Heuss"-Kiste... "Heiß" ist andere Baustelle.
Thomas
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
elias.orgel, Dienstag, 23. Dezember 2025, 10:54 (vor 303 Tagen) @ Orlos
Galt vor einigen Jahren die mechanische Traktur noch als die beste Art, Tasten und Ventile zu verbinden, so scheint diese Meinung zunehmend zu schwinden.
2008 wurde in der Frankfurter Liebfrauenkirche eine nagelneue Göckel-Orgel mit rein elektrischer Traktur installiert. In der Wiesbadener Stadtkirche St. Bonifatius wurde 1985 die zuvor elektrisch traktierte Orgel aufwendig umgebaut, um eine mechanische Traktur einzubauen. Jetzt soll Klais eine neue Orgel bauen mit rein elektrischer Traktur.
Die Firma Weimbs informiert, dass die "Barockorgel" in Bernkastel neu gebaut wird, mit einem "modernen Traktursystem": Elektrik mit Einzeltonladen im Schwellwerk. Nun gut, Klais hatte 1955 die Orgel bereits elektrifiziert, was man schon ein paar Jahre später wohl nicht mehr gemacht hätte. Aber in einem solchen Gehäuse eine neue Orgel zu bauen und die Traktur rein elektrisch anzulegen, zeigt, dass die Mechanik nicht mehr als Ideal gilt.
Drei Beispiele aus den letzten xx Jahren wären, statistisch gesehen, allein schon sehr bedenklich um als Grundlage für die Headline zu genügen...
Aber aus einem einzigen Fall zu folgern,
dass die Mechanik nicht mehr als Ideal gilt.
Soweit ich weiß, funktioniert eine EinzelTonLade rein mechanisch nicht
(es sei denn das Instrument hat einfach für jede Pfeife eine eigene Taste)
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
davidke95, Dienstag, 23. Dezember 2025, 14:34 (vor 302 Tagen) @ Orlos
Wir haben hier bei uns in der Gegend mehrere Orgelneubauten aus den 80-/90er-Jahren stehen, die allesamt rein mechanisch konzipiert wurden. Daneben gibt es eine recht neue vollelektrische Orgel mit allerlei Auszügen, Einzeltonladen etc... Rein von der Spielpraxis ausgehend hat die vollelektrische Orgel "die Nase vorn". Alle mechanischen Orgeln überzeugen aufgrund der fehlenden Praxisfähigkeit nicht. Dies liegt unter anderem am Verzicht auf jegliche Spielhilfen, an wenig sinnvollen Registerzuganordnungen sowie an zu weit auseinanderliegenden Registerzügen. Der Denkfehler bei heutigen mechanischen Orgeln deutscher Werkstätten ist die Überzeugung, man müsse auf jegliche Spielhilfen verzichten. Schweizer Firmen wie Metzler und Mathis oder auch die dänische Firma Marcussen haben im Gegensatz dazu schon ab den 60er-Jahren Kollektiv- oder Einführungstritte verbaut, was den Spielkomfort enorm steigert. Ich kenne hier auch einen Fall, wo eine vollelektrische Orgel aus den 50ern mit III/40 durch einen mechanischen Neubau mit II/25 ersetzt wurde, was aus heutiger Sicht eher als Fehler zu bezeichnen ist...
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
Orlos
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 16:58 (vor 302 Tagen) @ davidke95
"Fehlende Praxisfähigkeit" ist ein dehnbarer Begriff. Bis 30 Register kommt man mit rein mechanischen Orgeln wunderbar zurecht. Aber auch größere Instrumente lassen sich bewältigen, ich errinere mich an die wunderbare Marcussen-Orgel im Dom zu Linz oder die viermanualige Heintz-Orgel in Konstanz (St. Stephan), wo ich spontan einen Gottesdienst spielen durfte, ohne die Orgel vorher zu kennen. Da legt man sich auf zwei Manualen Registrierungen für das Vorspiel und auf zwei anderen Manualen eine obligate Gemeindebegleitung – und muss nur das Pedal anpassen. Lief problemlos. Auch in Ratzeburg lässt sich mit reiner Mechanik gute Musik machen.
Mechanische Traktur ist zunehmend "out"
MAT
, Dienstag, 23. Dezember 2025, 17:54 (vor 302 Tagen) @ davidke95
Vielleicht liegt die fehlende Praxisfähigkeit nicht bei den Orgeln, sondern bei den Organisten?
--
Gruß
MAT