"Letztes Konzert ohne Mehrwertsteuer"
perotin, Sonntag, 11. Januar 2026, 22:32 (vor 229 Tagen)
"Letztes Konzert ohne Mehrwertsteuer"
MichaelS
, Dülmen, Montag, 12. Januar 2026, 12:06 (vor 228 Tagen) @ perotin
Ich dachte, dass sich kirchliche Kulturträger von der Umsatzsteuer befreien lassen können. Wie es ja auch Kulturträger in staatlicher bzw. öffentlicher Hand sind und einen gleichwertigen Auftrag erfüllen.
Zumindest sollte aber doch der verminderte Satz i. H. v. sieben Prozent Anwendung finden.
Eigentlich sollten sich aber im großen Apparat Kirche Fachleute damit auskennen und befassen. So wurde es mir an anderen Stellen bestätigt.
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"Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht." (Albert Schweitzer)
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"Letztes Konzert ohne Mehrwertsteuer"
perotin, Montag, 12. Januar 2026, 17:47 (vor 228 Tagen) @ MichaelS
Ich dachte, dass sich kirchliche Kulturträger von der Umsatzsteuer befreien lassen können. Wie es ja auch Kulturträger in staatlicher bzw. öffentlicher Hand sind und einen gleichwertigen Auftrag erfüllen.
Zumindest sollte aber doch der verminderte Satz i. H. v. sieben Prozent Anwendung finden.Eigentlich sollten sich aber im großen Apparat Kirche Fachleute damit auskennen und befassen. So wurde es mir an anderen Stellen bestätigt.
Ich bin da wahrlich kein Experte, aber es scheint um eine Gesetzesänderung zu gehen, die zum kommenden Jahreswechsel in Kraft tritt und z.B. HIER erläutert wird.
Es geht also generell um »juristische Personen des öffentlichen Rechts«, wozu auch die Kirchen und Kirchengemeinden gehören.
O heiliger Bürokratius...
"Letztes Konzert ohne Mehrwertsteuer"
Niederrheiner
, Montag, 12. Januar 2026, 19:07 (vor 228 Tagen) @ perotin
Hatte ich gar nicht mitbekommen. Ist aus meiner Sicht furchtbar.
Das ist ein wahnsinniger Aufwand. Ich arbeite an einer Hochschule und da müssen wir das schon lange so machen. Hochschulen sind auch "Anstalten öffentlichen Rechts". Das führt dazu, dass man auf Einnahmen lieber verzichtet, da der Verwaltungsaufwand in keinem Verhältnis zum Umsatz steht. Wir haben auch eine kleine Mensa, da konnte man früher Veranstaltungen mit bezahlter Bewirtung durchführen. Die haben das eingestellt, da der Verwaltungsaufwand nicht sinnvoll zu stemmen war.
Zudem besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass das Finanzamt später andere Interpretationen hat und man plötzlich nach Jahren großes Summen nachzahlen muss. Unser damaliger Kanzler hatte deshalb entschieden, dass wir lieber zu viel Steuern bezahlen, als nachher nachzahlen zu müssen und dann kein Budget mehr zu haben, weil das ja schon im Vorjahr war. Fand ich doof, aber nachvollziehbar.
Steuerberater, die sich mit der Materie gut auskennen, sind auch teuer, vor allem im Vergleich zu den kleinen Umsätzen.
Zudem muss alles 19% teurer werden. Man kann theoretisch dann auch Vorsteuer abziehen (sprich die gezahlte Mehrwertsteuer von Einkäufen kann man vom Finanzamt zurück bekommen, ist aber eine Elster-Abgabe zu machen), aber am Ende muss irgendwer mehr bezahlen.
Ich kann da nur den Kopf schütteln. Es geht ja bei uns an der Hochschule nur darum, dass das Steuergeld von einer staatlichen Institution zur anderen verteilt wird.
Und bei den Kirchen ist das aus meiner Sicht auch Blödsinn.
"Letztes Konzert ohne Mehrwertsteuer"
kjz1, Montag, 12. Januar 2026, 20:38 (vor 228 Tagen) @ MichaelS
bearbeitet von kjz1, Montag, 12. Januar 2026, 21:01
War dies nicht ein Regularium, was wir letztendlich der EU zu verdanken haben? Da ist mir die Regel im Sinn, dass Umsatzsteuer immer dann anfällt, wenn auch Private diese Dienstleistung erbringen könnten. Und privatwirtschaftliche Konzertanbieter (die auch in Kirchen auftreten) gibt es ja zur Genüge. Hintergrund war da wohl, dass Kirchen solche Veranstaltungen indirekt subventionieren könnten und sich somit Wettbewerbsvorteile gegenüber privaten Anbietern verschaffen.
Und in unserer Gemeinde hat man dargelegt, dass der Verkauf von Opferkerzen steuerfrei bleibt (obwohl in Konkurrenz zu Drogerien und Supermärkten), weil hier der 'Opfergedanke' im Vordergrund steht. Steuerpflichtig ist aber wieder der Verkauf von Kirchenführern, weil man hier in Konkurrenz zum Buchhandel tritt. Eventuell greift noch die Kleinunternehmerregelung. Und im Kölner Dom heisst es ja nicht Orgelkonzert, sondern Orgelfeierstunde.
"Letztes Konzert ohne Mehrwertsteuer"
coranglais87, Freitag, 16. Januar 2026, 14:45 (vor 224 Tagen) @ kjz1
Warum regen sich alle so auf, ich bin für fast alle meine musikalischen Umsätze umsatzsteuerpflichtig. Das ist ein durchlaufender Posten. Sehe ich nicht dramatisch. Die Steuer die man an einer Stelle vereinnahmt, wird an anderer Stelle abgezogen. Defacto ist das für mich immer eine immense Steuerersparnis, vor allem in Hinblick auf Beschaffung von Arbeitsmitteln. Für meine Buchhaltung ist das ein stinknormaler Vorgang!
Und ich habe seit Beginn meiner Selbstständigkeit im Jahr 2010 angefangen, zur Umsatzsteuer zu optieren.