CD geerbt
jori, Samstag, 07. Februar 2026, 19:32 (vor 254 Tagen)
Hallo,
ich habe eine CD geerbt.
Hans-Martin Rauch spielt in Rummelsberg Orgelvariationen an der Sandtner-Orgel.
Wer ist der Interpret, dachte ich und habe gegoogelt.
Einfach nur traurig, schlimm, oder so.
Ich werde die CD entsorgen.
CD geerbt
Violonbass
, Samstag, 07. Februar 2026, 20:13 (vor 254 Tagen) @ jori
bearbeitet von Violonbass, Samstag, 07. Februar 2026, 21:59
Ich habe auch eine von ihm eingespielte CD - mit Bach-Werken an St. Sebald, Nürnberg. Ich werde sie nicht entsorgen. Entstanden sind diese Aufnahmen 12 Jahre vor dem tragischen Ereignis, auch die von Ihnen genannte CD entstand mehrere Jahre zuvor.
Im EG-Regionalteil Bayern/Thüringen findet sich ein Osterlied von ihm, das mir in Text und Melodie sehr gut gefällt. Entstanden 1980. Sollte man es nicht mehr singen, weil der Autor 28 Jahre später ein anderer wurde? Ich sehe das nicht so.
Nachdenkliche Grüße
Violonbass
CD geerbt
Cmcmcm1
, Ottobrunn, Sonntag, 08. Februar 2026, 00:56 (vor 254 Tagen) @ Violonbass
bearbeitet von Cmcmcm1, Sonntag, 08. Februar 2026, 01:09
Ich habe auch eine von ihm eingespielte CD - mit Bach-Werken an St. Sebald, Nürnberg. Ich werde sie nicht entsorgen. Entstanden sind diese Aufnahmen 12 Jahre vor dem tragischen Ereignis, auch die von Ihnen genannte CD entstand mehrere Jahre zuvor.
Im EG-Regionalteil Bayern/Thüringen findet sich ein Osterlied von ihm, das mir in Text und Melodie sehr gut gefällt. Entstanden 1980. Sollte man es nicht mehr singen, weil der Autor 28 Jahre später ein anderer wurde? Ich sehe das nicht so.
Nachdenkliche Grüße
Violonbass
Ich schließe mich der Meinung meines Vorredners an! An dieser Stelle finde ich es wichtig Künstler und Kunstwerk in der Bewertung zu trennen, auch wenn man die Tat selbst natürlich aufs Schärftste verurteilen muss und diese immer mit dem Menschen in Verbindung gebracht werden wird.
Fakt ist, Hans-Martin Rauch ist zweifelsfrei ein hervorragender Musiker und hat in den vergangenen 15 Jahren in der JVA München Kirchenmusik auf höchstem Niveau geboten (Hier zu hören an der Digitalorgel auf der Empore der JVA-Kirche mit Bachs a-Moll-Concerto). Zudem hatte er einen Gefangenenchor ins Leben gerufen.
Fakt ist aber auch, dass er für seine Tat nach geltendem deutschen Recht die adäquate Strafe erhalten und diese vollständig verbüßt hat. Somit ist er heute auch nach unserem Recht wieder ein rehabilitierter freier Mensch.
Der musikalische Wert der Aufnahmen ist in meinen Augen getrennt vom persönlichen Hintergrund des Interpreten zu bewerten. Ich würde die CD aber in keinem Fall entsorgen, sondern als Zeitdokument betrachten. Der Hintergrund des Interpreten kann dabei Anlass sein sich mit der inhärenten Spannung ganz bewusst auseinanderzusetzen, dass auch Menschen, die im Dienste der (musikalischen) Verkündigung stehen und standen, keine Heiligen sind und sich tiefste menschliche Abgründe in jeder gesellschaftlichen Schicht und in jedem Berufsstand auftun können.
Ich finde die Auseinandersetzung mit dem Thema auch und gerade deshab so spannend, weil ich nächste Woche Sonntag wieder genau dort spielen werde, wo Rauch jahrelang gespielt hat (das Fach in der Orgelbank der JVA quillt über vor Noten: Bachs Gesamtwerk in den Peters-Ausgaben, Guilmant-Sonaten, uvm. findet sich dort als Überbleibsel seines Wirkens).
Dort mit Menschen in Haft auf Augenhöhe Gottesdienst zu feiern ist eine wirklich sehr besondere und wichtige Erfahrung, die auch immer wieder Reflektionsprozesse in mir anstößt.
Am Ende bin ich aber doch sehr dankbar, dass ich nach den Gottesdiensten die JVA wieder verlassen darf.
CD geerbt
Cmcmcm1
, Ottobrunn, Sonntag, 08. Februar 2026, 01:38 (vor 254 Tagen) @ Cmcmcm1
Zu meiner Ausführung Künstler und Kunstwerk in der Bewertung zu trennen, möchte ich noch zwei Aspekte ergänzen:
Ich kann das Verhalten und die Taten eines Menschen völlig getrennt von seinem musikalischen Werk bewerten: So kann ich Richard Wagner menschlich für ein absolutes A****** halten und gleichzeitig neidlos anerkennen, dass er in seinem Genre wirkliche Meilensteine gesetzt hat und seine Musik wertschätzen. Daher würde mir auch nicht einfallen seine Musik nicht mehr aufzuführen.
Künstler und Kunstwerk in der Bewertung zu trennen bedeutet für mich aber keineswegs eine Glorifizierung des Kunstwerkes ohne kritische Einordnung des Künstlers, in diesem Fall z.B. die zentrale Rolle Wagners in der Verbreitung des Antisemitismus im 19. Jahrhundert.
Diese kritischen Hintergründe zu kennen und zu reflektieren halte ich auch für besonders wichtig, um das nötige Feingefühl zu haben, wann die Aufführung eines Werkes eines belasteten Künstlers deplatziert ist: So wird man zu Feiern anlässlich des 27. Januars sicher keinen Wagner spielen und auch vor dem Hintergrund der schwerwiegenden Missbrauchsfälle in den Kirchen ist es nur richtig und gegenüber den Opfern rücksichtsvoll auch keine von Missbrauchstätern komponierten Lieder im Gottesdienst zu spielen.
(Bei dem berühmtesten Beispiel "Lauda to si" von Pilz reicht mir allerdings bereits die musikalische Qualität als Argument es nicht zu spielen)
CD geerbt
Friedrich
, Sonntag, 08. Februar 2026, 13:54 (vor 253 Tagen) @ Cmcmcm1
"Zum Glück gibt es die räumliche Distanz" (Funny van Dannen)
Zu ergänzen: die zeitliche.
Im Fall Wagner müssen wir uns nur zu seinem Werk verhalten und zum Glück nicht mehr zu seiner Person. Wenn mir jemand die bekannte hypothetische Frage stellte, mit welchem historischen Künstler ich gerne mal Kaffee trinken würde, wäre meine Antwort klar: mit keinem.
Das ist aber für meine Begriffe etwas ganz anderes als der Umgang mit einer persönlichen Leistung eines Zeitgenossen, der ein entsetzliches Verbrechen begangen hat. Natürlich würde ich beim blinden Anhören einer Aufnahme nicht heraushören, dass dieser Künstler später einen Mord begehen würde. Wenn ich es aber weiß, fällt es mir persönlich sehr schwer, das zu vergessen, und zwar unabhängig von der Qualität des Spiels. Ich würde mich dann eines Urteils enthalten.
Es gibt nicht viele Leute auf dieser Welt, denen ich nie wieder die Hand schütteln würde. Ein paar gibt es aber schon. Nicht aus Prinzip, sondern weil ich es einfach nicht könnte. Da wäre körperlicher Widerwille.
Insofern kann ich verstehen, wenn man dann eine CD wegwerfen möchte.
CD geerbt
Evacuant, Sonntag, 08. Februar 2026, 10:25 (vor 254 Tagen) @ Cmcmcm1
Fakt ist aber auch, dass er für seine Tat nach geltendem deutschen Recht die adäquate Strafe erhalten und diese vollständig verbüßt hat. Somit ist er heute auch nach unserem Recht wieder ein rehabilitierter freier Mensch.
Fakt?
Meines Wissens ist Rauch weder rehabilitiert (das Urteil wurde nicht aufgehoben), noch hat er seine (lebenslängliche) Haftstrafe vollständig verbüßt.
Die Strafe ist derzeit zur Bewährung ausgesetzt.
CD geerbt
Wolfgang Gourgé
, Sonntag, 08. Februar 2026, 15:36 (vor 253 Tagen) @ Evacuant
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Sonntag, 08. Februar 2026, 16:15
Fakt ist aber auch, dass er für seine Tat nach geltendem deutschen Recht die adäquate Strafe erhalten und diese vollständig verbüßt hat. Somit ist er heute auch nach unserem Recht wieder ein rehabilitierter freier Mensch.
Fakt?
Meines Wissens ist Rauch weder rehabilitiert (das Urteil wurde nicht aufgehoben), noch hat er seine (lebenslängliche) Haftstrafe vollständig verbüßt.
Die Strafe ist derzeit zur Bewährung ausgesetzt.
...naja, die "vollständige Verbüßung" der lebenslangen Freiheitsstrafe endet logischerweise im Sarg. Deshalb ist sie nicht die Regel, aus dem simplen Grund, weil man irgendwann so alt ist, dass man körperlich keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstellt.
Die Aussetzung der lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung erfolgt gem. § 57a StGB nach 15 Jahren verbüßter Freiheitsstrafe (was hier alle freiheitsentziehenden Maßnahmen aus Anlass des Verfahrens meint, also auch U-Haft, die sonst wegen der während ihrer Dauer geltenden Unschuldsvermutung nicht als "Strafe" gilt), wenn das Gericht nicht im Urteil die "besondere Schwere der Schuld" festgestellt hat und die übrigen Voraussetzungen der Aussetzung zur Bewährung vorliegen. Ein Selbstgänger ist sie übrigens - entgegen der weitverbreiteten Behauptung, "lebenslang" seien "15 Jahre" - durchaus nicht. Einer der Täter des "Gladbecker Geiseldramas" (1988, Verurteilung im Jahr 1991) saß bis 2018 in Haft, sein Komplize und Haupttäter jedenfalls bis 2024, möglicherweise ist er immer noch in Haft.
CD geerbt
ErikvdNeers, Sonntag, 08. Februar 2026, 10:58 (vor 253 Tagen) @ Violonbass
Eine schwierige Frage, finde ich
Was ist mit die Missbrauchstäter wie W. Pilz? Ich stelle mir vor eine seine Opfer ist in die Gottesdienst und alle singen Laudato si....da ist die Gefahr von eine Retraumatisierung möglich.
Oder was ist mit die Dichter Peter Gerloff, die völlig in die AfD Richtung abgedriftet ist. Soll man eine kath. Priester, der offen zur Wahl von eine rechtsextreme Partei aufruft, eine Bühne geben?
Oder eben eine Mörder?
Werk und Persönlichkeit trennen?
Ich weiß es nicht. Aber meine Chef hat eine Dienstanweisung geschrieben, dass Lieder von Pilz und Gerloff nicht mehr in die Liturgie gesungen werden.
CD geerbt
elias.orgel, Sonntag, 08. Februar 2026, 11:30 (vor 253 Tagen) @ ErikvdNeers
Eine schwierige Frage, finde ich
Was ist mit die Missbrauchstäter wie W. Pilz? Ich stelle mir vor eine seine Opfer ist in die Gottesdienst und alle singen Laudato si....da ist die Gefahr von eine Retraumatisierung möglich.
Oder was ist mit die Dichter Peter Gerloff, die völlig in die AfD Richtung abgedriftet ist. Soll man eine kath. Priester, der offen zur Wahl von eine rechtsextreme Partei aufruft, eine Bühne geben?
Oder eben eine Mörder?Werk und Persönlichkeit trennen?
Ich weiß es nicht. Aber meine Chef hat eine Dienstanweisung geschrieben, dass Lieder von Pilz und Gerloff nicht mehr in die Liturgie gesungen werden.
-
irgendwo habe ich mal gelesen
richtet nicht, auf dass Ihr nicht gerichtet werdet
und
wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein
aber wir sind ja viel zu christlich und fein um Steine zu werfen...
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
CD geerbt
ErikvdNeers, Sonntag, 08. Februar 2026, 12:08 (vor 253 Tagen) @ elias.orgel
Ok, also ist es scheißegal, was jemand tut.....
na dann
CD geerbt
Wolfgang Gourgé
, Sonntag, 08. Februar 2026, 15:49 (vor 253 Tagen) @ elias.orgel
Eine schwierige Frage, finde ich
Was ist mit die Missbrauchstäter wie W. Pilz? Ich stelle mir vor eine seine Opfer ist in die Gottesdienst und alle singen Laudato si....da ist die Gefahr von eine Retraumatisierung möglich.
Oder was ist mit die Dichter Peter Gerloff, die völlig in die AfD Richtung abgedriftet ist. Soll man eine kath. Priester, der offen zur Wahl von eine rechtsextreme Partei aufruft, eine Bühne geben?
Oder eben eine Mörder?Werk und Persönlichkeit trennen?
Ich weiß es nicht. Aber meine Chef hat eine Dienstanweisung geschrieben, dass Lieder von Pilz und Gerloff nicht mehr in die Liturgie gesungen werden.
-irgendwo habe ich mal gelesen
richtet nicht, auf dass Ihr nicht gerichtet werdet
und
wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Steinaber wir sind ja viel zu christlich und fein um Steine zu werfen...
....Vorsicht, ich glaube, da siehst Du jetzt was falsch. Es geht nicht daraum, Steine auf jemanden zu werfen, sondern Konsequenzen aus einem offensichtlich falschen Verhalten zu ziehen, die rational begründbar und verhältnismäßig sind. Den Spruch mit den Steinen kann man auch missbrauchen - um begangenes schweres Unrecht zu relativieren, leugnen und verdrängen. Dieser Tage läuft in der ZDF-Mediathek die Dokumentation "Die Kinder aus Korntal", die ich nur sehr empfehlen kann: eine nach außen bigott-pietistische Brüdergemeinde in der Nähe von Ludwigsburg in Baden-Württemberg, die in der Nachkriegszeit Kinderheime betrieb, in denen die Kinder grauenhaft misshandelt wurden, bis hin zur Vergewaltigung (damals: sexuelle Nötigung) - alles durch Erzieher (und Erzieherinnen!), Gemeindeangestellte und -mitglieder, alles hinter der frömmelnd-pharisäerhaften Fassade, die nach außen präsentiert wurde, alles über Jahrzehnte totgeschwiegen und teilweise bis heute noch verharmlost. Hier mit dem Spruch von den Steinen zu kommen, wäre ein Schlag ins Gesicht der Opfer, die bis heute leiden.
CD geerbt
elias.orgel, Sonntag, 08. Februar 2026, 06:20 (vor 254 Tagen) @ jori
Einfach nur traurig, schlimm, oder so.
Ich werde die CD entsorgen.
https://youtu.be/VmHAuMGJwe4?si=o0RzzOuTtxBT0xi8
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
CD geerbt
MAT
, Sonntag, 08. Februar 2026, 21:32 (vor 253 Tagen) @ jori
Ich hab eine CD mit großartigen Chorwerken von Gesualdo, entsorgen steht nicht auf meiner Agenda.
--
Gruß
MAT
CD geerbt
Orlos
, Sonntag, 08. Februar 2026, 22:29 (vor 253 Tagen) @ MAT
Ich hab eine CD mit großartigen Chorwerken von Gesualdo, entsorgen steht nicht auf meiner Agenda.
Guter Hinweis. Nach einigen Jahren (bzw. Jahrhunderten) sieht man die persönlichen Verfehlungen wahrscheinlich weniger kritisch. Die Musik von Gesualdo zu "canceln" wäre wirklich ein Verlust.
CD geerbt
MCVL
, Sonntag, 08. Februar 2026, 22:41 (vor 253 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von MCVL, Montag, 09. Februar 2026, 00:45
Ich hab eine CD mit großartigen Chorwerken von Gesualdo, entsorgen steht nicht auf meiner Agenda.
Guter Hinweis. Nach einigen Jahren (bzw. Jahrhunderten) sieht man die persönlichen Verfehlungen wahrscheinlich weniger kritisch. Die Musik von Gesualdo zu "canceln" wäre wirklich ein Verlust.
Es führt etwas von der Sache weg, aber es gibt mit dem durchaus kein Blatt vor den Mund nehmenden und gerne provozierenden Reinhard Goebel ein Interview, in welchem er die bizarre These geäußert hat, wie wir mit Bachs Musik umgehen würden, wenn aus einer zeitgenössischen Quelle hervorgehen würde, daß Bach sich an einer seiner Töchter sexuell vergrffen hätte.
Jedenfalls in der Art, sinngemäß. Den genauen Wortlaut des Intervievs bekomme ich nicht mehr zusammen, es gab aber einigen Aufruhr deswegen. Goebel hat sich bei dieser Gelegenheit auch sehr despektierlich über Anne-Sophie Mutter ausgelassen und Cecilia Bartoli als "singende Schnattergans" bezeichnet.
(ist aber möglich, daß ich den Inhalt zweier verschiedener Interviews mit Goebel vermische)
--
__________
Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)
Hans-Martin Rauch †
Cmcmcm1
, Ottobrunn, Montag, 30. März 2026, 16:03 (vor 203 Tagen) @ jori
Wie ich aus erster Hand erfahren habe, ist Hans-Martin Rauch am 20. Februar verstorben.
CD geerbt
Orgelfritze, Mittwoch, 01. April 2026, 13:31 (vor 201 Tagen) @ jori
Das Rechtfertigungsgedudel in diesem Faden, um jemandes künstlerisches Schaffen zu retten, der:
- seine Frau kaltblütig ermordet hat,
- im Anschluss auf Tingeltour durch Deutschland gezogen ist, um sich einen Lauen zu machen,
- sich durch die Welt gevö... hat und die Produkte seines Tuns (= Kinder) sitzengelassen hat, ohne wenigstens die finanzielle Verantwortung zu übernehmen,
- der existenzbedrohende Schulden in einer Ehe (= "Zugewinngemeinschaft") aufgehäuft hat, ohne seine Frau in Kenntniss zu setzen,
- und der dann vor Gericht auf billigste Art Druck auf die Tränendrüse gibt.
Ich mache es mal volkstümlich: Der Typ ist menschlich in höchstem Maße eine Kreatur der untersten Rille gewesen und mehr nicht, egal wie er Orgel gespielt oder den Chor geleitet hat.
Jemanden mit so einer Persönlichkeitsstörung sollte man weder auf Erwachsene und schon gar nicht auf Kinder loslassen.
Wie man bei so einer Person zugunsten der Trennung von "Persönlichkeit" und Werk argumentieren kann, ist mir unverständlich - Nein, im kirchlichen Umfeld wundert es mich nicht (mehr).
Das Sprech von "tragischem Ereignis" etc. ist nichts weiter als die Rhetorik, die in den einschlägigen Vertuschungs- und Verharmlosungsnetzwerken auch in anderen Zusammenhängen bemüht wird.
Abgründig! Mehr nicht.
CD geerbt
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Mittwoch, 01. April 2026, 15:22 (vor 201 Tagen) @ Orgelfritze
Das Rechtfertigungsgedudel in diesem Faden, um jemandes künstlerisches Schaffen zu retten, der:
- seine Frau kaltblütig ermordet hat,
- im Anschluss auf Tingeltour durch Deutschland gezogen ist, um sich einen Lauen zu machen,
- sich durch die Welt gevö... hat und die Produkte seines Tuns (= Kinder) sitzengelassen hat, ohne wenigstens die finanzielle Verantwortung zu übernehmen,
- der existenzbedrohende Schulden in einer Ehe (= "Zugewinngemeinschaft") aufgehäuft hat, ohne seine Frau in Kenntniss zu setzen,
- und der dann vor Gericht auf billigste Art Druck auf die Tränendrüse gibt.
Ich mache es mal volkstümlich: Der Typ ist menschlich in höchstem Maße eine Kreatur der untersten Rille gewesen und mehr nicht, egal wie er Orgel gespielt oder den Chor geleitet hat.
Jemanden mit so einer Persönlichkeitsstörung sollte man weder auf Erwachsene und schon gar nicht auf Kinder loslassen.
Wie man bei so einer Person zugunsten der Trennung von "Persönlichkeit" und Werk argumentieren kann, ist mir unverständlich - Nein, im kirchlichen Umfeld wundert es mich nicht (mehr).
Das Sprech von "tragischem Ereignis" etc. ist nichts weiter als die Rhetorik, die in den einschlägigen Vertuschungs- und Verharmlosungsnetzwerken auch in anderen Zusammenhängen bemüht wird.
Abgründig! Mehr nicht.
Den Sprech vom tragischen Ereignis habe ich in diesem Thread nicht gefunden, aber vielleicht übersehen?
Auch handelt der Thread nicht nur von HMR.
Auch möchte ich hinterfragen, ob die Trennung von Werk und Person eine Vertuschungs- oder Verharmlosungsmethode ist. Die Netzwerke für Vertuschung und Verharmlosung existieren zweifellos. Aber ich erlebe diese eher so, dass einfach des Negative völlig weggelassen, mithin das Bild unvollständig wird.
Ich persönlich würde auf vollständige Schilderung aller bekannten Lebensumstände einer bestimmten Person setzen. Das ist mein Weg im für meine hiesige Position erforderlichen Umgang mit Fritz Heitmann. Der hat dem Vernehmen nach nicht getötet (außer evtl. als Volkssturm-Soldat), dem System der Mörder aber wohl mehr zugearbeitet als zum eigenen Lebenserhalt nötig gewesen ist. Gerade weil ich allein schon das weiß, was aus der schönfärbenden Voge-Biographie erkennbar wird, kann ich diese Lebensgeschichte überhaupt ertragen.*)
Auch der Hinweis auf das Glaushaus bzw. den biblischen ersten Stein soll und muss niemals eine Verharmlosung von Missetaten sein. Die Vergrößerung des Täterkreises relativiert die schwere der einzelnen Schuld nicht. Diese Einstellung würde ich jedenfalls voraussetzen.
*) Und der Hinweis darauf, dass man sein eigenes Tun in politischer Hinsicht durchaus hinterfragen oder für eine künftig von der gegenwärtigen abweichende Bewertung desselben offen sein sollte, relativiert nicht entsprechende Mängel bei anderen Menschen. Dass dies billig ist, beweisen ja auch die Zirkel, in der z. B. politische (Straf)Täter sich stets nach Systemwechseln versammeln und gegenseitig trösten. Darum geht es bei der Werk-Abtrennung nicht, sollte es jedenfalls nicht gehen.
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Subbass1, Mittwoch, 01. April 2026, 15:45 (vor 201 Tagen) @ Orgelfritze
bearbeitet von Subbass1, Mittwoch, 01. April 2026, 16:13
Völlig richtig. Verwunderlich übrigens auch, dass die Landeskirche sich nicht zu einer offiziellen Mitteilung durchringen konnte oder habe ich was übersehen? Habe mal dem Landesbischof (bzw. seiner Sekretärin) geschrieben. Irgendwas auf Instagram ist sicher nicht ausreichend - oder ist das der neue Mitteilungskanal eines Landesbischofs? Vielleicht müsste man ja selbst eine Art "Mitschuld" eingestehen, die Gerüchteküche bez. Einigem brodelte ja schon länger inkl. Gründe für die Frührente. Und, ohne Grenzen gesetzt zu bekommen, drehen manche, glücklicherweise nur wenige, schlimmstenfalls auch dermaßen durch. Übrigens, "einmal Kirche, immer Kirche", Gott war mit Schuld, irgendwo gab es da einen Artikel. Vom geplatzten Urlaub in Andalusien" o.ä. mal ganz zu schweigen. In WP habe ich das zurückgesetzt bis es eine ordentliche öffentliche Mitteilung von wem auch immer gibt.
Nebenbei: Was war an seinem Orgelspiel eigentlich so toll?
PS Ich nehme das zum Anlass (die Katze lässt das Mausen nicht..) mich wieder anzumelden und entschuldige mich schon vorab für etwaige Unannehmlichkeiten (Subbass1=Wikiaccount=war MartinH(ruschka), quintade o.ä. hier, hatte weiterhin mitgelesen)
PPS Wieso wurde eigentlich keine "besondere Schwere der Schuld" festgestellt? Heimtückischer z.B. geht wohl kaum, seine "Gründe" klangen wohl auch nicht sonderlich überzeugend, wie das Gericht festgestellt hat. Weil "nur Beziehungstat" und künftig keine Gefahr mehr? Im Übrigen muss man sich ja neben dem Auffindungsbild (nach vielen Tagen!) v.a. auf seine eigenen Schilderungen stützen, die auch manipulativ sein können (und auch "dürfen").
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Subbass1, Mittwoch, 01. April 2026, 15:56 (vor 201 Tagen) @ Subbass1
PS Wer denkt eigentlich an die zahlreichen sitzengelassenen (vorher offiziell unbekannten) Frauen, von der toten mal abgesehen? Zahlt die Landeskirche wenigstens still und heimlich Unterhalt? Sinnvoller wäre dann doch ein anderer Weg gewesen....
CD geerbt
Subbass1, Mittwoch, 01. April 2026, 18:58 (vor 201 Tagen) @ Subbass1
bearbeitet von Subbass1, Mittwoch, 01. April 2026, 19:06
Nachtrag, weil ich es ja erwähnt hatte:
Jetzt, nur wenige Stunden später, kam schon eine Antwort von der Landeskirche - bei der ich nicht weiß, inwieweit das verbreitet werden soll (im Zweifel nicht, Emails sind vertraulich), daher nur soviel: Die Quasi-Nichterwähnung (außer "soziale Medien", wohl auch FB) ist ein Resultat aus Unstimmigkeiten. Was man damit nun bez. WP-Artikel machen soll, weiß ich nicht, kann mir aber auch egal sein.