Klais baut neue Orgel für den Markusdom in Venedig- Teil 2
„Amerikanische“ Register von großer Klangkraft
Damit nicht am Ende ein Werkstück in der falschen Orgel landet, ist sorgfältige Beschriftung essenziell, wie Wieser deutlich macht. An einer mannshohen Metallpfeife, die an der Wand lehnt, hängt ein Zettel mit der Aufschrift „Passau Dom HO: Großprinzipal 8’“. Diese Pfeife gehört zu Europas größter Orgel, die derzeit von Klais und der Berliner Werkstatt Karl Schuke generalsaniert wird. Klais kümmert sich dabei um die Hauptorgel, schon für sich genommen ein riesiges Instrument. 2028 soll das Projekt abgeschlossen sein. Es heißt, nach der Modernisierung solle die gesamte Orgelanlage mehr als 22.500 Pfeifen haben. Würde sie damit den Titel „Größte Kirchenorgel der Welt“ zurück nach Deutschland holen? Bisher gebührt Ranglistenplatz eins dem Instrument in der Kapelle der US-Militärakademie West Point: Je nach Quelle hat es zwischen 21.600 und 23.500 Pfeifen.
Philipp Klais kann mit solchen Superlativen nichts anfangen. „Die Pfeifenzahl hat für uns null Relevanz“, sagt der Orgelbauer. Für ihn kommt es darauf an, dass das Klangkonzept stimmig ist, ob in San Marco oder im Passauer Dom. Im letzteren Fall erscheint es ihm mit Blick auf die Entstehungsgeschichte des Instruments gerechtfertigt, einige „amerikanische“ Register von großer Klangkraft hinzuzufügen.
Die Zukunft der Orgelmusik
Wichtiger als maximale Lautstärke ist ihm aber, eine Einheit von Raum und Instrument zu schaffen, die im Gottesdienst die Menschen ebenso bewegt wie im Konzert. Begeistert hat ihn im vergangenen Sommer der Auftritt der britischen Organistin Anna Lapwood im Kölner Dom: An die 13.000 Menschen wollten die junge Musikerin hören, sie spielte ihr Konzert zweimal, und trotzdem fanden nicht alle, die gekommen waren, Platz in der Kathedrale. Lapwood habe die Möglichkeiten der von seiner Firma erbauten Domorgeln „extrem gut“ genutzt, findet Klais. Besonders gefreut hat ihn, dass das Publikum im Durchschnitt deutlich jünger gewesen sei als sonst bei Orgelkonzerten üblich. Das mache ihm „total viel Hoffnung“ für die Zukunft der Orgelmusik.
Für die Kathedrale in der Nachbarstadt hat Klais im Übrigen ein weiteres Werk in Arbeit: einen Neubau der Orgel in der Marienkapelle, in der die meisten der täglichen Gottesdienste des Kölner Doms stattfinden. Das 18-Register-Werk wird auf einer Hebebühne installiert werden, um außer der Marienkapelle auch den Hochchor des Doms beschallen zu können. Im Sommer soll es fertig sein. Es wird einen fahrbaren Spieltisch bekommen, von dem aus nicht nur das neue Instrument, sondern die gesamte Orgelanlage der Kathedrale zum Klingen gebracht werden kann. 12.408 Pfeifen werden der Kölner Dommusik dann zu Diensten stehen, so hat es ein Orgelenthusiast für seine Website errechnet. Philipp Klais wird es nicht nachgeprüft haben. Er hat Besseres zu tun.
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Orlos,
10.02.2026, 23:20
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Dorforganist,
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Dorforganist,
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- Markusdom in Venedig, offiziell auf Klais HP - Karl-Bernhardin Kropf, 23.02.2026, 09:49