Anschnallen: Was sich Theologinnen wünschen
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https://www.kirche-und-leben.de/artikel/evangelisches-gesangbuch-neu-lieder-liedauswahl...
Das ist eine Nachricht, die m. E. problemlos one Gurt gefahren werden kann. Dass weibliche Leidensperspekteiven unterrepüräsentiert sind, überhaupt weibliche Perspektiven, ist nichts Neues und auch zutreffend.
Die Frage des Geschlechtes und der Anrede Gottes ist auch nicht neu (Dorothee Sölle ist schon über 20 Jahre tot, um nur einen prominenten Namen zu nennen). Wie beim Gendern kann man sich insofern entspannen, als man sagenb muss: Es ist ein Problem jener Sprachen, die diese Geschlechter überhaupt anbieten. In skandinavischen Sprachen, in Englisch, und wohl in vielen don denen, die ich nicht kenne, stellt sich die Problematik anders bzw. viel geringer dar.
Ich stimme auch zu, dass die aktuelle Welle, nennen wir sie "woke" (obwohl ich mich da mit reinnehmen würde) viel sprachlichen Unsinn, mindestens aber ästhtetische Downgrades im literarischen Bereich erzeugt. Das wird sich mit der Zeit wieder legen, da bin ich sicher. Und eventuell wird auch Deutsch eine Entwicklung machen, die andere Sprachen bereits hinter sich haben. Diese Entwicklung wird aber kaum von Aktivist:innen begründet werden, sondern muss gewissermaßen natürlich wachsen.
Also, für mich ist die Meldung eher An- als Aufreger. Da die Aktivistinnen bis zum Veröffentlichung des neuen EG nicht in der LAge sein werden, adäquate Lösungen des Problems vorzulegen - also neue Texte samt neuer Melodien - wird der Einfluss auf das Buch messbar, aber doch gering sein.
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Ich bin in Rente, bevor das neue Buch erscheint. Dank sei Gott!
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Gruß
MAT
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Ich bin in Rente, bevor das neue Buch erscheint. Dank sei Gott!
Immer! Aber so schlimm ist es nicht - wir sind Erprobungsgemeinde und haben schon so Manches getestet und für erträglich oder sogar willkommen befunden. Klar gibt es auch Einiges zu bemängeln (werden wir auch tun), aber der Rummel dürfte letztes Mal (1992/93) genau so groß gewesen sein. Und das Buch davor stand noch ganz unter der "Zeitenwende" des großdeutschen Endes incl. der begonnenem Götterdämmerung der Volkskirchen. Der Wirbel um das kommende Buch sollte eigentlich nicht größer sein als bei den letzten Buch-Wechseln. Und sicher haben sich auch schon früher viele darüber gefreut, dass ihr aktiver Dienst ungefähr zeitgleich endete. Ich traf selbst vor drei Wochen jemanden, einen sehr rührigen und sympathischen Kollegen - aber das neue Buch wird nicht (mehr) seines werden.
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...der Versuch, das Gottesbild (und die Liturgie) zu sozialpädagogisieren, ist genauso lächerlich wie das Gendern des "heiligen Geistes" zur "heiligen Geistkraft", bloß weil die im Femininum steht.
Jeder, der bei Verstand ist, weiß doch: wenn "da oben" (genauer: um uns herum) ein wie auch immer geartetes "höchstes Wesen" ist, hat es eine Gestalt, die völlig jenseits jeder menschlichen Vorstellungskraft ist, weil es nunmal jenseits der Raum-Zeit-Dimension der Menschen ist, jenseits der gegenständlichen Welt, die unser Dasein formt und begrenzt. Der Versuch, es in irdisch-menschliche Geschlechtervorstellungen einzuordnen, ist deshalb nicht nur überflüssig, sondern auch krampfig, weil er suggeriert, das Gendern des höchsten Wesens sei von Bedeutung und es käme irgendwie darauf an.
Es kommt aber nicht drauf an. Die übliche männliche Bezeichnung wurde früher genommen, weil sie - insofern mögen die Theologinnen noch Recht haben - auf patriarchalen Normen und Vorstellungen beruhte.
Die Emanzipation von solchen patriarchalen Denkmustern besteht aber nicht darin, Gott unbedingt auch als weiblich sehen zu wollen, sondern darin, sich davon zu lösen, mit der männlichen Sprache überhaupt die Vorstellung einer "Geschlechtlichkeit" Gottes zu verbinden - und es ansonsten mit Luther zu halten: "Das Wort sie sollen lassen stahn." Man erzielt auch keinen Fortschritt, wenn man das Patriarchat durch ein Matriarchat ersetzt. Hält man das eine für falsch, muss man das andere auch für falsch halten: die "Falschheitsgründe" sind ja dieselben - darf es keine Dominanz eines Geschlechts geben, gilt das für beide Geschlechter.
Letzten Sonntag: Gottesdienst in der Kasseler Martinskirche im ZDF, vor peinlich dünn besetzten Bankreihen (und - gemessen am "systemsprengenden" Anspruch des Instruments - erstaunlich konventionell-banaler 0815-Musik). Ich habe ehrlicherweise schon innerlich abgeschaltet, als die ziemlich genau dem Kirchentagsklischee entsprechende Pfarrerin mit der "Geistkraft" anfing. Es bringt weder theologisch noch liturgisch irgendwas, in diesen schrecklichen Jargon zu verfallen, es erinnert nur an das berühmte Zitat von Karl Kraus: gut gemeint ist das Gegenteil von gut.
Die echte Einsicht besteht darin, dass wir das Unfassbare als Unfassbares akzeptieren. Natürlich besteht jede Religion zu einem großen Teil darin, das Unfassbare auf menschliche Dimensionen herunterzubrechen, um es schlichten Gemütern leichter zu machen. Aber dabei kann man schnell ins Absurde abrutschen - wie ein seniler Pfarrer, den ich vor Jahrzehnten in einem Allerheiligen-Gottesdienst erlebte, über ein Szenario predigend, wie sich die Heiligen um den Thron Gottes versammeln, inklusive detaillierter Schilderung ihrer Aufmachung und "Kleidung" (die braucht man also im Jenseits, und die gibt es da - ?). Anscheinend hat er diesen Unsinn, der jeden Menschen mit messbarer Intelligenz beleidigt, selbst geglaubt. Mit einem solchen Denken nähert man sich dem Unfassbaren nicht nur nicht an, sondern entfernt sich von ihm.
Und so auch diese Theologinnen, auch wenn ihnen das nicht gefallen wird. Imo ist nichts von dem, was diese Theologinnen fordern, nach vorne gerichtet - es ist vielmehr ein rechthaberisches "jetzt wollen wir auch mal, nachdem ihr jahrhundertelang den Tonfall bestimmt habt!", das verjährte Denkmuster übernimmt, statt sie zu überwinden.
Und helfen wird es eh nichts, schon gar nicht den Kirchen selbst.
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Eine gewisse Berechtigung haben diese Strömungen - wenn ich gemein bin: die mit dieser Strömung Strömenden - darin, dass sie Widerspruch erzeugen, der aber selten so sorgfältig reflektiert ist wie der deine. Da wird dann schon manches von dem sichtbar, was den patriarchalen Akzent über die Jahre und Harhunderte viel zu sehr fundamentiert hat.
Genau, das göttliche Wesen steht über den sprachlichen Einengungen, muss es geradezu. Dass die männliche Variante aber von der Männerwelt - nun, gewissen Teilen davon - genossen und genutzt wurde, lässt auch mich der feministischen Theologie eine gewisse Raumverdrängung zugestehen. Und wir müssen feststellen, dass die nachteilige Nutzung des männlichen Gottesbegriffs, überhaupt die für eine seelische Freiheit (NB: nicht Grenzen- und Hemmungslosigkeit) nachteilige Auslegung der Heiligen Schrift und der Kirchengeschichte, zwar im Abnehmen begriffen, aber dennoch präsent ist.
Gleichwohl muss man dir zustimmen, dass solche Initiativen diesen Abnehm-Prozess kaum beschleunigen werden.
Mein Kollege war Montag/Dienstag in Hildesheim zu einer Tagung über das Neue Ev. Gesangbuch. "Da werden einige sehr stark sein müssen", schrieb er von dort, als er die für 20. März zur Veröffentlichung vorgesehene bislang geheime Titelliste sah. Erwartungsgemäß ist Einiges an "Altem" in die digitale Abteilung ausgelagert worden, konkret bezog er sich auf Passion. Nun, für diese Zeit Lieder auszuwählen, ist in der Tat mühsam geworden. Wenn gute neue dazukommen (das eine oder andere kenne ich und nutze es), kann der anderes gerne ins digitale Archiv, ist es dann über Liedblatt (was bei uns ohnehin zusötzlich zum jeweiligen Buch Praxis ist) wieder zugängig.
Mich würde interessieren, ob beim letzten Gesangbuchwechsel ungefähr dieselbe Stimmung und Kommentar-Atmosphäre herrschte - da war ich noch nicht richtig dabei.
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Da scheint der Herrgott dem Juristen erschienen?
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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi
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Leider sieht spiegelt sich Weltliches auch in Kirchen wider: zu viel Energie wird in Nebenschauplätze investiert, die ideologisch dermaßen auf geladen werden, so dass (oder weil?) für die Bewältigung der eigentlichen Probleme die Kraft fehlt.
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Leider sieht spiegelt sich Weltliches auch in Kirchen wider: zu viel Energie wird in Nebenschauplätze investiert, die ideologisch dermaßen auf geladen werden, so dass (oder weil?) für die Bewältigung der eigentlichen Probleme die Kraft fehlt.
Auch das trifft zu. Und die westdeutschen evangelischen Kirchen sind materiell immer noch zu gut versorgt, dass der Druck, Zukunftsinitiativen wirklich sorgfältig auf Sinnhaftigkeit für das große Ganze zu prüfen, gering ist.
Aktuell ist es hier in der Nordkirche so, dass Vikar:innen, die in M-V Vikariat machen, damit die Sicherheit erhalten, anschließend nicht mehr nach M-V MÜSSEN, sondern in Hamburg oder S-H eingesetzt werden. Das Vikariat in M-V gewissermaßen als prämierter Auslands-Einsatz im Krisengebiet...
Zudem dürfen sie generell mehr als bisher die infrage kommenden Kirchenkreise einschränken. Klar, dass Hamburg und Kiel bevorzugt werden, jedenfalls eindeutig städtisches Umfeld. Das alles wohl vor dem Hintergrund, dass man fürchtet, dass die Kandidat:innen sonst komplett aus dem Beruf abspringen.
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ist es dann über Liedblatt (was bei uns ohnehin zusötzlich zum jeweiligen Buch Praxis ist) wieder zugängig.
Ich bin sehr froh, dass sich bei uns seit Einführung des letzten Gesangbuchs "Gotteslob" die Zahl der kopierten Lieder stark reduziert hat, eigentlich auf Null. Diese Papierverschwendung ist gruselig. Ein neues Gesangbuch sollte so viele Lieder "anbieten", dass für jede Gottesdienstform im ganzen Kirchenjahr Passendes in unterschiedlichen Stilen gefunden werden kann. Meines Erachtens schafft das das neueste Gotteslob - noch. Irgendwann werden neue "Modelieder" kommen, die auf kopierten Zettel herumschwirren, aber bislang sind sie nicht nötig.
Selbst bei Hochzeiten verzichten Paare mitunter auf die Heftchen, die doch sowieso größtenteils im Müll landen.
Ich fände es traurig, wenn das neue Evangelische Gesangbuch so konzipiert wäre, dass man auf Liedzettel angewiesen ist.
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DANKE.
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Aber ist nicht gerade das Nutzen von verschiedenen Geschlechterformen in diesem Fall dazu gedacht, die rein männliche Wahrnehmung Gottes aufzubrechen? Soweit ich das verstanden habe, geht es nicht darum, in theologisch-universitären Kreisen Gott das eine oder das andere oder gar kein Geschlecht zuzusprechen, sondern den Gläubigen, die aufgrund von Traumata und negativen Erfahrungen Probleme mit einem Geschlecht haben, eine Möglichkeit zu geben, Gott ohne dies negativ erfahrene Geschlecht zu sehen. Auch wenn die Frage theologisch völlig unwichtig ist, kann eine solche sprachliche Kleinigkeit psychologisch sehr wichtig sein.
Dass beide große Kirchen gerade hier sensibel sind und sein müssen, liegt auf der Hand. Vor diesem Hintergrund und mit der Erkenntnis, dass das Geschlecht Gottes für mich tatsächlich völlig irrelevant ist, kann ich auch entspannt von einer Geistkraft hören.
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Aber ist nicht gerade das Nutzen von verschiedenen Geschlechterformen in diesem Fall dazu gedacht, die rein männliche Wahrnehmung Gottes aufzubrechen? Soweit ich das verstanden habe, geht es nicht darum, in theologisch-universitären Kreisen Gott das eine oder das andere oder gar kein Geschlecht zuzusprechen, sondern den Gläubigen, die aufgrund von Traumata und negativen Erfahrungen Probleme mit einem Geschlecht haben, eine Möglichkeit zu geben, Gott ohne dies negativ erfahrene Geschlecht zu sehen. Auch wenn die Frage theologisch völlig unwichtig ist, kann eine solche sprachliche Kleinigkeit psychologisch sehr wichtig sein.
Dass beide große Kirchen gerade hier sensibel sind und sein müssen, liegt auf der Hand. Vor diesem Hintergrund und mit der Erkenntnis, dass das Geschlecht Gottes für mich tatsächlich völlig irrelevant ist, kann ich auch entspannt von einer Geistkraft hören.
Zustimmung. Wir nutzen morgen mal wieder das Erprobungsgesangbuch. Beinahe hätte ich "Lobet die Eine" (auf Melodie "Lobet den Herren") als Eingangslied angesetzt, fehlt doch der Passionsteil noch im Erprobungsbuch. Ein bißchen Provokation hätte Spaß gemacht.
Es war mir dann aber zu wenig (bzw. kein) Kirchenjahresbezug drin, und ich hab dann doch EG 98 "Korn, das in die Erde", was auch eines der beiden Hauptlieder wäre, genommen. Kam dann aufs Liedblatt, ebenso wie das dann an Hauptlied-Stelle erscheinende, aus katholischer Jugend bekannte "Das Weizenkorn muss sterben". Vielleicht ist das dann auch im neuen EG drin, wer weiß, dann könnte ich Orlos' Ideal entsprechen, ohne Blätter auszukommen. (Der Papierverbrauch stört auch mich daran sehr, allerdings nutzen wir ein sehr ökologisches und daher für Vieles auch nicht zu gebrauchendes Papier)
Am Blatt ist außerdem der QR-Code für die Kollekte, und mein Kollege hat auf seine Version noch die Codes für die Rückmeldungen zum Erprobungsgesangbuch hinzugefügt .... :-)
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Ist man nicht, wenn wie bei uns seit Jahren mit Beamer arbeitet. Den ganzen Gottesdienst als Präsentation also. Ä
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Ohne Ä :-)
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Das muss man aber auch wollen. Ich finde es furchtbar vom Beamer zu singen, zumal da in der Regel keine Noten angeworfen werden. Das heißt bei unbekannten Liedern für mich, dass ich in der fünften Strophe den Refrain evtl. mitsingen kann.
Ich finde es im Gottesdienst gerade besonders angenehm, dass dort live etwas stattfindet und man mal ohne Bildschirme auskommt.
In einer meiner ehemaligen Dienstkirchen (Betonbau von 1966) wurde irgendwann vorne eine fette Leinwand installiert, die eingefahren als häßlicher weißer Klotz die Symmetrie stört und ausgefahren den Fokus vom Gottesdiensgeschehen in der Mitte ablenkt. Vielleicht ist es auch der freikirchliche Stil, den ich damit verbinde, und der nicht der meine ist, der zur Antipathie gegenüber Leinwand und Beamer führt.
Meine jetzige Kirche ist zum Glück so durch und durch denkmalgeschützt, dass da niemals irgendwer eine Leinwand in die Wand dübeln wird.
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Richtig.
Gerade bei unbekannten Liedern finde ich (und alle, die ein wenig Erfahrung beim Singen haben) Noten sehr wichtig.
Bei uns haben Sie jetzt mobile Bildschirme angeschafft. Zur "Einweihung" kamen sie auf die Idee, die Liedtexte damit anzuzeigen. Damit man sie lesen kann, müssen sie groß sein, also passen nicht alle Strophen auf einen Bildschirm. Man könnte das mit mehreren Bildern lösen oder mit einem laufenden Text wie ein Teleprompter beim Fernsehen. Letzteres haben sie tatsächlich bei uns im Gottesdienst versucht, konnten aber live das Tempo nicht verändern. End' von Lied: Es war prompt nicht synchron, großes Chaos. Nie wieder gemacht, Gotteslob funktioniert doch besser.
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Ist man nicht, wenn wie bei uns seit Jahren mit Beamer arbeitet. Den ganzen Gottesdienst als Präsentation also. Ä
....schrecklich, zum Abgewöhnen. Wenn man das in NDdP (mehrsprachig) macht, damit die zahllosen Touristen eine Ahnung haben, worum's geht - okay. Aber sonst - bitte nicht.
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Das muss manuell gesteuert werde, wie beim Liedanzeiger. Und es gibt viel Pannen-Potential im Ablauf. Die Rosocker Heiligen-Geist-Kirche (mi der schönen Walcker) beamt, aber der Beamer ist zu schwach, zu gewissen Zeiten strahl die Sonne auf die Wand, die außerdem nicht weiß ist. Und Noten gibt es auch nie, sehr ärgerlich.
To Be(am) or not to Be(amer)
Die native englische Speaker wissen natürlich, dass das Gerät Projektor heißt...
aber ganz abgesehen davon
(wenn der Bauer nicht schwimmen kann ist selten die BadeBeamerHose schuld)
mann kann es nicht oft genug wiederholen:
schwarze Schrift auf weißem Grund ist bei Projekt(or)en einfach schlecht
Bild und Schrift immer so groß wie möglich - am besten nur eine einzige Strophe
und bei dieser diejenige Zeile welche gerade gesungen wird 100% weiß
die Zeilen die noch kommen zB mit 50% und die bereits gesungenen mit nur 20%
und das funktioniert in der Regel nicht mit einem "Automatischen" Ablauf
- es sei denn, mann hat ein KaraokeVideo...
die Überschrift ist definitiv nicht das Wichtige bei einem Lied
- also gehört die auch nicht mit der größten Schrift Größe obendrüber dargestellt...
https://youtu.be/Iwpi1Lm6dFo?is=xfvKsOoRJvxKy8-p
How to avoid death by powerpoint TED Talk David JP Phillips
und wenn nix gesungen wird, dann am besten ein ruhiges (und nicht zu helles) Bild
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
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Aber ist nicht gerade das Nutzen von verschiedenen Geschlechterformen in diesem Fall dazu gedacht, die rein männliche Wahrnehmung Gottes aufzubrechen? Soweit ich das verstanden habe, geht es nicht darum, in theologisch-universitären Kreisen Gott das eine oder das andere oder gar kein Geschlecht zuzusprechen, sondern den Gläubigen, die aufgrund von Traumata und negativen Erfahrungen Probleme mit einem Geschlecht haben, eine Möglichkeit zu geben, Gott ohne dies negativ erfahrene Geschlecht zu sehen. Auch wenn die Frage theologisch völlig unwichtig ist, kann eine solche sprachliche Kleinigkeit psychologisch sehr wichtig sein.
...sicher, es ist gut gemeint. Die Prohibition war auch gut gemeint. Ansonsten gilt, was ich schrieb: wenn die "geschlechtliche Einordnung" Gottes falsch ist, ist seine weibliche Einordnung genauso falsch wie seine männliche, und von "Geist" auf "Geistkraft" auszuweichen, nur weil das eine weibliche Form ist, ist lächerlich. Und die Sprache ist nunmal begrenzt, so wie auch Noten eine Komposition niemals vollständig wiedergeben können. Ich halte es für sinnvoller, diese Begrenztheiten zu akzeptieren, als sie durch das infinite Aufblähen der Sprache kompensieren zu wollen, zumal auch die weibliche Bezeichnung "ausschließt".
Dass beide große Kirchen gerade hier sensibel sind und sein müssen, liegt auf der Hand. Vor diesem Hintergrund und mit der Erkenntnis, dass das Geschlecht Gottes für mich tatsächlich völlig irrelevant ist, kann ich auch entspannt von einer Geistkraft hören.
...ich empfinde das Gendern in diesem Bereich so ziemlich als das Gegenteil von "Sensibilität". Plump-belehrender Sozialpädagogen-Jargon ist für mich übergriffig, weil der/-/diejenige, der/die ihn verwendet, sich damit gegenüber dem Adressaten die Rolle eines/r Quasi-Erziehers/in anmaßt und diejenigen, die ihn praktizieren, zudem genau wissen, dass er von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung dezidiert nicht geteilt wird. Und ich halte es für keine gute Idee, wenn die Kirchen eine Sprache zu verwenden versuchen, die vom normalen und akzeptierten Sprachgebrauch derartig weit entfernt ist.
Du wirst vielleicht einwenden, dass die katholische Sicht des "Oberhirten" mit seinen "Schafen" genauso übergriffig ist - richtig, ist sie auch. Ich möchte nicht mit einem Schaf verglichen werden und kann auch in katholischen Klerikern keine "Hirten" sehen, denen ich als Tier zu folgen hätte (vom totalen Ansehens- und Autoritätsverlust durch den Missbrauchsskandal gar nicht zu reden, mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass sich das noch reparieren lässt). Aber die eine Übergriffigkeit mit einer anderen zu ergänzen, kompensiert nichts, es fügt nur neue Übergriffigkeit hinzu.
Klar spielt dabei auch Gewöhnung eine Rolle. Aber die ist ja nicht schlechterdings illegitim. Gerade die Kirchen sollen die "Verortung" des Menschen in größeren, weit über alles Menschliche hinausragenden Zusammenhängen verkörpern und damit auch Zuversicht und "Erlösungsgewissheit" - "alles wird gut" - vermitteln. Solche Zusammenhänge zeichnen sich aber gerade dadurch aus, dass sie sich nicht wesentlich ändern. Das Alpha und das Omega bleiben, egal, welcher Trend und welche Mode oder sonstige kollektive Idiotie gerade die Wahrnehmung und das Verhalten bestimmt. Das zerstört man, wenn man Trends hinterherläuft.
Und schon Dickie Hoppenstedt war ein Kind, das alles hatte - so dass sich die Frage nach dem "Zipfelchen" gar nicht stellte, wie sein Großvater zutreffend erkannte. Vielleicht sollten die besagten Theologinnen mal daran denken, ob sie in ihrem Übereifer nicht jener Verkäuferin mit der schrecklichen Brille ähneln....
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...sicher, es ist gut gemeint. Die Prohibition war auch gut gemeint. Ansonsten gilt, was ich schrieb: wenn die "geschlechtliche Einordnung" Gottes falsch ist, ist seine weibliche Einordnung genauso falsch wie seine männliche, und von "Geist" auf "Geistkraft" auszuweichen, nur weil das eine weibliche Form ist, ist lächerlich. Und die Sprache ist nunmal begrenzt, so wie auch Noten eine Komposition niemals vollständig wiedergeben können. Ich halte es für sinnvoller, diese Begrenztheiten zu akzeptieren, als sie durch das infinite Aufblähen der Sprache kompensieren zu wollen, zumal auch die weibliche Bezeichnung "ausschließt".
Ob die geschlechtliche Einordnung Gottes richtig oder falsch ist, steht in dieser Frage aber, glaube ich, gar nicht zur Debatte. Wenn jemand z.B. von seinem Vater in der Kindheit misshandelt wurde und deswegen der "Vater" negativ besetzt ist, hilft es ihm oder ihr nicht, wenn ein Theologe sagt "das ist theologisch gesehen nicht wichtig". Es geht darum solche Barrieren abzubauen. Deshalb werden, wenn ich das richtig beobachte, auch beide Geschlechter gleichzeitig benutzt.
Für mich als jemand, der solche schlechten Erfahrungen nicht gemacht hat, erscheint die sprachliche Aufweitung natürlich überflüssig, für mich wird sie ja auch nicht gemacht. Aber dass Sprache begrenzt ist, bedeutet doch nicht, dass man nicht innerhalb der Grenzen versuchen kann, Menschen einen vorher wegen der Sprache verwehrten Zugang zum Glauben zu ermöglichen. Ob das funktioniert, kann ich allerdings nicht beurteilen.
...ich empfinde das Gendern in diesem Bereich so ziemlich als das Gegenteil von "Sensibilität". Plump-belehrender Sozialpädagogen-Jargon ist für mich übergriffig, weil der/-/diejenige, der/die ihn verwendet, sich damit gegenüber dem Adressaten die Rolle eines/r Quasi-Erziehers/in anmaßt und diejenigen, die ihn praktizieren, zudem genau wissen, dass er von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung dezidiert nicht geteilt wird. Und ich halte es für keine gute Idee, wenn die Kirchen eine Sprache zu verwenden versuchen, die vom normalen und akzeptierten Sprachgebrauch derartig weit entfernt ist.
Diese empfundene Übergriffigkeit ist aber ein individuelles Problem, ebenso die Wahrnehmung als "Erzieher/in". Sollte nicht jeder Pfarrer und jede Pfarrerin, genauso wie jeder andere Mensch, entscheiden dürfen, ob er seine Sprache entsprechend anpasst, oder nicht? Soweit ich weiß gibt es von Seiten der EKD und/oder der Landeskirchen keine Vorschriften dazu. Korrigiert ggf. mein Unwissen.
Ich lese und höre gelegentlich, dass die (evangelische) Kirche ja immer linker würde und es ihr gut stünde, neutraler zu bleiben und sich nicht dem vermeintlichen linken Mainstream anzubiedern. Dies kommt allerdings meist von Außenstehenden, die sich als nicht-gläubig betiteln und überhaupt nicht kirchlich aktiv sind oder waren. Die Menschen, die ich in den Gemeinden treffe, sind meist aus Überzeugung eher progressiv eingestellt, weil sie in diesen den Menschen zugewandten Ideen eher die christlichen Werte repräsentiert sehen, als in den politisch konservativen Ideen. Sollen sich die Menschen, die die Kirche vor Ort gestalten, also gegen ihre Überzeugung verhalten, um die Kirche politisch glatt und neutral zu halten? Das empfände ich auch als übergriffig.
Klar spielt dabei auch Gewöhnung eine Rolle. Aber die ist ja nicht schlechterdings illegitim. Gerade die Kirchen sollen die "Verortung" des Menschen in größeren, weit über alles Menschliche hinausragenden Zusammenhängen verkörpern und damit auch Zuversicht und "Erlösungsgewissheit" - "alles wird gut" - vermitteln. Solche Zusammenhänge zeichnen sich aber gerade dadurch aus, dass sie sich nicht wesentlich ändern. Das Alpha und das Omega bleiben, egal, welcher Trend und welche Mode oder sonstige kollektive Idiotie gerade die Wahrnehmung und das Verhalten bestimmt. Das zerstört man, wenn man Trends hinterherläuft.
Wenn man so argumentiert, könnte man die Evangelien auf die Passions- und Ostergeschichte reduzieren. Schon Weihnachten mit dem Magnificat und den Hirten passt aber nicht in dies rein transzendentale Aufgabenverständnis, von Jesu Wirken und Predigten ganz abgesehen.
Ich will micht mangels passender Ausbildung nicht zu sehr auf theologisches Terrain begeben. Eine Kirche ohne tagesaktuelle Bezugnahme würde aber für mich genauso überflüssig werden, wie Formeln im Matheunterricht ohne Transfer zur realen praktischen Anwendung. Glaube für die Erlösungsgewissheit? Ja, aber bitte auch mit beiden Beinen im Leben.
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Auf Van ist ein langer Essay zum Thema erschienen, in dem Autorin Susanne Westenfelder ausführlich und kundig Stellung nimmt. Link (zu einer reinen Textversion, Zeit mitbringen)
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Auf Van ist ein langer Essay zum Thema erschienen, in dem Autorin Susanne Westenfelder ausführlich und kundig Stellung nimmt. Link (zu einer reinen Textversion, Zeit mitbringen)
...vielen Dank für das Verlinken. Ich unterschreibe jeden Satz Westenfelders, deren analytische und musikhistorische Tiefe und Gespür für die ganzheitliche (also auch gesellschaftliche) Dimension der Problematik beeindrucken.
Aber ich bin mir mittlerweile sicher: Westenfelders Kritik wird in den Kirchenhierarchien und erst recht in den Gesangbuch-Gremien ignoriert werden. Was sie kritisiert (und ja nicht nur sie, sondern auch andere), was sie kommen sieht: der mutwillige Traditionsbruch, das Ausgrenzen der Milieus, die die evangelische Kirche über Jahrhunderte getragen haben, insbesondere die Brüskierung der gebildeten bürgerlichen Schichten, die das gesellschaftliche Rückgrat der Kirchen sind - das alles ist kein Versehen. Es ist gewollt. Anders lassen sich die Besetzungen dieser Gremien, ihre Verfahrensweisen, ihre ständige Inschutznahme durch die Kirchen und deren Ignoranz gegenüber jeder Kritik nicht mehr erklären. Es ist die konsequente Umsetzung des Spruchs "Kein Stil ist besser als der andere", dessen rhetorische Fortsetzung die stereotype Berufung auf die angeblich nötige "Vielfalt" ist - die sich in der Praxis seltsamerweise immer zugunsten der Einfalt auswirkt, die sich keinen skeptischen Nachfragen kirchlicher Verantwortlicher hinsichtlich der Qualität ihrer Erzeugnisse zu stellen braucht.
"Erprobungsphase" - ? Wenn ich das schon höre. Das ist nichts weiter als Partizipationssimulation, die einzig und alleine den Zweck verfolgt, Kritik am Gesangbuch mit Verweis auf dessen pseudodemokratisches Zustandekommen als Auflehnung gegen den angeblichen Mehrheitswillen abbügeln zu können. In Wahrheit steht das Ergebnis fest, das Gesangbuch wird am Ende genau so aussehen, wie es jetzt konzipiert ist - getreu dem Spruch Walter Ulbrichts: "...es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben". Wer glaubt, da seien noch substanzielle Änderungen möglich, kann ebensogut daran glauben, dass Nachtfalter Nächte falten, zumal die Berücksichtigung der Einwände das Einstampfen des Konzepts des jetzigen Entwurfs und einen kompletten Neubeginn erforderlich machen würde.
Bleibt nochmal die Frage: wo ist eigentlich die GdO? Wo sind die Berufsverbände der Kirchenmusiker und -musikerinnen?
Fragt sich, die Kirchen und die GdO allmählich abschreibend:
Wolfgang
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Lieber Wolfgang, in einem Punkt muss ich dich korrigieren, im "genau so": Ich war heute im Kirchenleitungs-Ausschuss (für Liturgie und Gottesdienst) der Nordkirche, wo LKMD Wulf zum Gesangbuch-Stand berichtete. Die Endgestalt ist keineswegs schon fest, an der Tendenz wird sich natürlich nichts ändern. Diese finde ich auch nicht so schlecht - die seit letzten Samstag öffentliche vorläufige Liederliste ist aus meiner persönlichen Sicht besser als befürchtet. Vieles an älterem Material wird in die digitale Abteilung rutschen. Es ist ja nicht verboten, Lieder außerhalb der Print-Version oder des EG-Kanons zu singen. Und manches Neue finde ich auch gut. Manches ist sogar uralt, wie z. B. "Das Weizenkorn muss sterben" nach über 50 Jahren aus dem ersten Gotteslob nun ins kommende EG schwappt (Die Melodie mag ich sehr, textlich liegt mir "Korn, das in die Erde" näher).
Die von Dir vorgebrachte Kritik möchte ich allerdings illustrativ mit einem weiteren Bericht aus der heutigen Sitzung bestätigen:
Der Ausschuss-Leiter sollte kürzlich der frisch gewählten Kirchenleitung unseren Ausschuss zur Neu-Berufung vorschlagen. Einige Angehörige des jetzigen Ausschusses hören auf, es wurde Ersatz vorgeschlagen. Doch die neue KL wollte nicht einfach abnicken. Es wurde nachgefragt: Wo sind die Gemeindepädagog:innen? (Aktuell tatsächlich nur Pfarrpersonen und KiMu, teilw.- mit besonderen Funktionen) Wo ist die Jugend, U27? Und: Wo ist die Kunden-Perspektive (also: die Gemeinde-Perspektive)?
Der vortragende Oberkirchenrat war selbst genervt davon, auch der sehr liturgie- und musikfreudige Bischof, der diese (digitale) Sitzung leitete, hatte Mühe, trotz seines Humors das ganze in sinnvolle Bahnen zu lenken.
Und unser Ausschuss muss antworten: Die "Digital"-Pastor:innen, die bereits im bestehenden Ausschuss mit aufgestellt und berufen waren: Nie erschienen! Die beiden U27-Mitwirkenden: Sehr bald auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Der OKR versuchte darzustellen, dass zwar der Altersschnitt etwas höher als gewünscht wäre, aber auch entsprechend Erfahrung vorhanden wäre. Und zur Gemeindeperspektive verteidigte er, dass alle Beteiligten ja auch selbst Besucher von Gottesdiensten wären und auch sonst Kontakt zur Basis hätten. Paradox: Einerseits wurde bemängelt, dass der Ausschuss zu groß wäre, aber wie gesagt gleichzeitig das Fehlen dieser und jener Stimme angemerkt.
Insgesamt erfuhren wir, dass die Kirchenleitung 61 Gremien zu berufen hätte. Es bestünde einfach die Angst vor noch mehr Fachwissen, noch mehr Papier (nun, da ist was dran). Aber die Basis-Perspektive ist halt bei Evangelens so heilig wie bei den (meisten) Katholiken die Apostolische Sukzession bzw. die Anweisung aus Rom.
Würde man in das Gremium der Wirtschafts-Weisen einen normalen stuerzahlenden Angestellten mit gleichem Stimmrecht einbinden? Vermutlich nicht. Aber die Angst vor der Expertise ist einfach da, leider.
Ein Mitglied unseres Ausschuses brachte einen Gemeindebrief mit - hier und stieß sich an Seite 26, wo es dem Textverfasser doch weniger um das Einladende zu einem neuen Format als eher um Seitenhiebe ging. Diese häufiger wahrzunehmende Kommunikations-Tendenz "Wir finden uns selbst ja auch doof!" wurde im Ausschuss sehr stark kritisiert.
Gleichermaßen berichtete eine Kreiskantorin vom großen Interesse von Schulen an Kirchenführungen und Begegnung mit den Elementen des Gottesdienstes, die inzwischen etwas Exotisches haben (kann ich aus Rostock bestätigen). Predigt/Kanzel und Orgel, das sind die führenden als typisch benannten Elemente einer evangelischen Kirche in der Wahrnehmungen von Kindern und Jugendlichen - auch wenn das manche Kirchenleitende nicht hören wollen. Das "andere" erleben Kinder/Jugendliche ja auch woanders. Der gastgebende Lübecker Dom-Pastor sagte folgerichtig, dass "Ich möchte mich in meiner Kirche zuhause fühlen" für ihn nicht positiv besetzt ist. Er jedenfalls möchte sich zuhause zuhause fühlen, in der Kirche sucht er etwas anderes.
Und insofern, Wolfgang, bin ich auch bei dir, was das Benennen der Banalisierung der Kirche, welcher auch immer, betrifft. Ja, es findet statt. Aber die Menschen mit Anspruch existieren noch, und es gibt sie auch in den leitenden Gremien. Sie sind nie die Mehrheit.
Gelten diese zwei Sätze aber nicht ohnehin branchenübergreifend?
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Hier noch ein längerer (kritischer) Beitrag zum neuen Gesangbuch.
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Hier noch ein längerer (kritischer) Beitrag zum neuen Gesangbuch.
Der von Friedrich verlinkte Text, aber hier vom Inhaber gehostet. Danke beiden!
as an diesem Text schon mal angenehm ist, ist der Tonfall. Es wird ja durchaus ausgeteilt, aber belegt und ohne Metaphern, dass man ja auch nicht dies oder jenes täte.
Da Frau Westenfelder hier in Rostock promoviert, könnte man sich vielleicht mal auf einen Kaffee verabreden. Aber davon wird ihre Rezension nicht anders (höchstens künftige Äußerungen) und das Gesangbuch ebenfalls nicht.
Wie auch beim streitbaren Wolfgang werden hier schpn Punkte gemacht. Ein wenig gegenhalten möchte ich aber auch - und ich habe diesmal nichts davon, bin null amn dem Buch beteiligt.
Die Kritik am NGL und seiner Qualität ist mir zu schematisch. Es gibt wirklich gute Stücke, im jetzigen und auch im kommenden EG. Und ja, es gibt wieklich schlechte. Aber hier las es sich so, als wäre nach dem Pietismus kaum ein vernünftiges Kirchenlied mehr geschaffen worden. Die Autorin bedauert das Verschwinden von "Christ unser Herr zum Jordan kam". Wir in der Orgel-Bubble denken natürlich an die wunderbare Choralbearbeitung - aber wer hat das Lied schon mal im Dienst gespielt? Ich bin sicher einer der am breitesten aufgestellten Organisten, habe es aber in fast 35 Dienstjahren maximal ein Mal benutzt. Natürlich ein sehr guter Text, auch die Melodie - die übrigens ebensowenig oder -viel von einer heutigen Gemeinde rhythmisch korrekt abgesungen werden kann wie das im Artikel wiedergegebene Notenbeispiel. Tja, das ist der Moment der Personen, die der Gemeinde die Lieder halt vermitteln. Kirchenmusiker:innen eben. Auch bei einfachen Noten wird sich angehängt, aktives Lesen ist äußerst selten geworden, Und mancher Synkopenpop lässt sich schwierig notiern, aber leicht nachsingen.
Zurück zu diesem Lied und geschätzten Klassikern wie "Vaterunser im Himmelreich" oder "Es ist das Heil uns kommen he": Reimbildungen wie "und will das Beten von uns han" oder "all drei Person' getaufet han" lesen sich unter Abschaltung des kulturellen Respekts genauso ärgerlich wie die im Sacropop immer häufigeren Reime von "das will ich nehm'" auf "dieses Problem" etc. (hab grad kein Beispiel zur Hand). Gerade auch die Gener der Gendersternchen oder Punkte nehmen die Apostrophe gerne in Kauf, solange sie Martin Luther dienen. Auch das jetzige und schon das vorige Gesangbuch haben Härten der Dichtung vor der Opitzschen Reform bzw. der ältesten Lieder evangelischer Gesangbücher vorgenommen. Von eienm Urtext, der jetzt erst gecancelt würde, kann man da nicht sprechen. Nun ja, ein weites Feld.
In meiner Kirche gehe ich am Bildnis Heinrich Müllers vorbei, daselbst Prediger, Superindent und Theologe der Rostocker Uni. Autor mehrerer Andachts- und Gesangbücher (bei letzterem mit starker, nicht immer kenntlich gemachter Anleihe anderer Autoren). Viele hundert Nummern stark. Mein Vorvor....gänger Nicolaus Hasse hat ca. 50 Texte vertont. Einige Lieder nutze ich in Kirchenkonzerten - sie sind nicht alle gemeindetauglich, waren wohl damals auch schon zur gepflegten häuslich-gutbürgerlichen Andacht vorgesehen. Von diesen hunderten Texten haben sich über Picander einige Zeilen in Bachs Matthäus-Passion gerettet, und wurden zu höchstem Kulturgut veredelt. Aber die Ausschuss-Quote liegt bei 99 Prozent (Ich habe das Digitalisat von Müllers "Seelen-Musik" durchgescrollt, das meiste will man so heute nicht mehr hören, allenfalls museal-konzertant nutzen).
Das aktuelle und das kommende Gesanbuch (wird) enhalten ebenfalls Lieder, die zum ersten und zum letzten Mal in einer groß aufgelegten Publikation erscheinen.
Jetzt wieder zurück hu Frau Westenfelder: Mit ihr wird man die allerfrischesten Zugänge zum Gesangbuch hinterfragen und Zeitgeistigkeit feststellen müssen.
Ihre und anderer Leute Kritik an der Kommission: Schon gestern schrieb ich hier die Anekdoten aus der Synode der Nordkirche oder dem Kirchenleitungs-Ausschuss, und ja, noch einmal: Das Demokratische, das Mehrheits-Orientierte, das ist das Allerheiligste im aktuellen deutschen Protestantismus. Man möchte fast sagen, dass jedes katholische Papst- oder Bischofswort, welches allein schon katholischerseits heftige Kritik der Basis erzeugt, Wasser auf die Mühlen der Bewahrer evangelischer Gemeinde-Dominanz ist.
Parallelen gibt es: Man wird einem katholischen Bischof zustimmen wollen, dass die Frage, ob Gott existiert oder Jesu Grab leer war nicht einfach mit einer Abstimmung auf einer Tagung geklärt (oder überhaupt geklärt) werden kann. Und die Frage, was in einem Evangelischen Gesangbuch stehen soll, kann auch nicht vorwiegend von Menschen entschieden werden, die schon vom aktuellen Buch überhaupt nur 10 Prozent oder weniger wahrgenommen haben, da entweder kaum im Gottesdienst gewesen oder dortselbst nicht auf gute Singbetreuung (= anständige Kirchenmusik) getroffen. Ihre Stimmen sollen gehört werden, ja, aber im Lutherischen "aufs Maul schauen".
Wolfgang Gourgé beschreibt den Untergang des Abendlandes, wenn es um Gesangbuch und Co. geht. Im Arbeitskreis, an dem ich gestern teilnahm, wurde berichtet, dass man im Laufe der Jahre Menschen kennen gelernt hat - und es gibt sie noch - die in Ämter aufgestiegen sind und deren Programm die Freude an der Zerschlagung alles Bestehenden war. Sie haben es selbst geäußert.
Ich aber meine, dass es in dieser Krise auch eine positive Wahrheit gibt: Genau das, was die Zerschlager (durchaus passend: Zerschlagenden) behaupten, nämlich dass erst ein Leer-Raum entstehen muss, damit Neues wachsen kann (Zustimmung meinerseits) - genau dieses Prinzip wird sich einst auch ihrer annehmen.
Ich behaupte aus Überzeugung, dass ein schlechtes Gesangbuch (ich halte das kommende aber nicht wirklich für ein solches), schlechter Gottesdienst, eine qualitätlose Kirche, all das, was aus konservativ schubladisierten Kreisen kritisiert wird, einfach durch Verdorren, Absterben Platz machen wird erneut für Neues, welches aus der schon heute vereinzelt wahrnehmbaren Sehnsucht nach Tiefgang kommt.
Dieses Neue wird sicher über keinen automatischen Kirchensteuereinzug verfügen, sehr wahrscheinlich noch nicht einmal über irgendeine Rechtsform. Es wird sogar relativ divers sein, auf jeden Fall aber eher Salz als Suppe, und man wird vielleicht die Stimme senken, wenn man darüber spricht. Doch es wird Tiefgang haben.
Daher begegne ich dem Neuen Gesangbuch gelassen und werde meine Rosinen daraus picken und fleissig in die letzten Dienstjahre packen.
(Ddem Niedergang der ex-Volkskirchen begegne ich weniger gelassen, weil ich mir Sorge um die kostbaren Gebäude und auch die Arbeitsmöglichkeiten der jungen KiMu(-Studierenden) mache. Aber bei letzterem passen sich die Zahlen ja ohnehin den Möglichkeiten des Systems an, bleibt nur noch der Denkmalschutz als Herausforderung.)
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Ob das alles so richtig ist, was Frau W. geschrieben hat?
https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=26801256579467596&id=240884292598186&...
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Ob das alles so richtig ist, was Frau W. geschrieben hat?
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Nein, aber sie ist auch korrekturfähig - Antwort auf eine Richtigstellung zur Zahl der Erprobungsgemeinden u. a. - siehe hier:
"In der Sache gebe ich Ihnen teilweise recht, und das sage ich ohne Vorbehalt: Ja, das neue Gesangbuch bemüht sich, für möglichst viele Anknüpfungspunkte zu bieten. Darin liegt nur leider das Problem – nicht dessen Lösung. Ein Buch, das für jeden alles sein will, hört auf, für irgendjemanden etwas Bestimmtes zu sein. Mein Einwand richtet sich nicht dagegen, dass traditionsreiche Choräle weiterhin vertreten sind – das wäre in der Tat ein Armutszeugnis anderer Größenordnung. Er richtet sich gegen die Verschiebung des Kanons als solche. Was aus dem analogen Bestand verschwindet, existiert für die Gemeinde liturgisch nicht mehr – unabhängig davon, ob es theoretisch irgendwo zugänglich bliebe.
Ich wurde im Rahmen der Recherchearbeit von einem Professor der Yale University kontaktiert. Seine Ausführungen waren für mich sehr erhellend. Er argumentiert sogar dafür, dass bestimmte Choräle abgedruckt sein können, die niemals gesungen werden. Das evangelische Gesangbuch ist kein Streaming-Algorithmus, der die meistgespielten Titel prominent platziert – es ist das Dokument eines gewachsenen Kanons. Diese Unterscheidung scheint im gegenwärtigen Prozess nicht hinreichend ernst genommen zu werden.
Und leider ist es so, dass die Rückmeldungen, die ich erhalten habe, darauf hinweisen, dass man es den Testgemeinden eben nicht zutrauen kann, dass die Seniorinnen und Senioren bei der Rückmeldung angemessen berücksichtigt werden. Diese Nachrichten taten mir sehr leid, und in diesen Fällen – und das kurz vor Einsendeschluss – nur dazu raten zu können, eine Mail an die EKD zu schreiben, ist schade.
Dass Sie persönlich dem neuen Gesangbuch mit Freude entgegensehen, ist schön. Ich hoffe, dass Sie sich diese Freude nicht nehmen lassen, denn das ist auf keinen Fall mein Absicht.
Mit herzlichen Grüßen,
Susanne Westenfelder"
Ich ziehe mich aber langsam aus der Sache raus, der - durchaus begründete - Diskurs wird mir zu anstrengend. Es wird mein drittes Gesangbuch im Dienst, die Gemeinde und ich werden auch mit diesem eine gute Zeit haben.
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Ob das alles so richtig ist, was Frau W. geschrieben hat?
https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=26801256579467596&id=240884292598186&...
Nein, aber sie ist auch korrekturfähig - Antwort auf eine Richtigstellung zur Zahl der Erprobungsgemeinden u. a. - siehe hier:"In der Sache gebe ich Ihnen teilweise recht, und das sage ich ohne Vorbehalt: Ja, das neue Gesangbuch bemüht sich, für möglichst viele Anknüpfungspunkte zu bieten. Darin liegt nur leider das Problem – nicht dessen Lösung. Ein Buch, das für jeden alles sein will, hört auf, für irgendjemanden etwas Bestimmtes zu sein.
...eben. Volltreffer.
Mein Einwand richtet sich nicht dagegen, dass traditionsreiche Choräle weiterhin vertreten sind – das wäre in der Tat ein Armutszeugnis anderer Größenordnung. Er richtet sich gegen die Verschiebung des Kanons als solche. Was aus dem analogen Bestand verschwindet, existiert für die Gemeinde liturgisch nicht mehr – unabhängig davon, ob es theoretisch irgendwo zugänglich bliebe.
...richtig. Niemand wird versuchen, online in der Kirche nach digital verfügbaren Alternativchorälen zu fahnden. Und was digital verfügbar ist, müsste erst ausgedruckt und verteilt werden - den Aufwand wird sich in Zeiten schwindender Mittel und schwindenden Personals niemand mehr machen. Man kann sich sogar darauf verlassen, dass das Prinzip Arbeitsvermeidung - wenn auch sachfremd - dann über die Auswahl der Lieder entscheidet. Die nicht mehr abgedruckten sind de facto "raus", das sieht Westenfelder völlig zutreffend.
Ich wurde im Rahmen der Recherchearbeit von einem Professor der Yale University kontaktiert. Seine Ausführungen waren für mich sehr erhellend. Er argumentiert sogar dafür, dass bestimmte Choräle abgedruckt sein können, die niemals gesungen werden. Das evangelische Gesangbuch ist kein Streaming-Algorithmus, der die meistgespielten Titel prominent platziert – es ist das Dokument eines gewachsenen Kanons. Diese Unterscheidung scheint im gegenwärtigen Prozess nicht hinreichend ernst genommen zu werden.
...und auch dieses Argument "zieht". Man stelle sich mal vor: eine Bibel, die sich auf den Abdruck der meistgelesenen Stellen beschränkt und den Rest "online verfügbar" macht. Man kann so viel Papier sparen. Nur spart man dann halt auch den Sinn der Bibel gleich mit ein. Oder man reduziert die 95 Thesen Luthers auf die meistgelesenen bzw. bekanntesten. Wie der Wüterich von Wittenberg darüber dächte, ist unschwer zu erraten.
Und leider ist es so, dass die Rückmeldungen, die ich erhalten habe, darauf hinweisen, dass man es den Testgemeinden eben nicht zutrauen kann, dass die Seniorinnen und Senioren bei der Rückmeldung angemessen berücksichtigt werden. Diese Nachrichten taten mir sehr leid, und in diesen Fällen – und das kurz vor Einsendeschluss – nur dazu raten zu können, eine Mail an die EKD zu schreiben, ist schade.
...die Rückmeldung der digital nicht-Affinen ist mit Umständlichkeiten verbunden, und da drängt sich durchaus der Verdacht auf, dass das mindestens wohlwollend in Kauf genommen, wenn nicht sogar angestrebt wird, ohne es offen auszusprechen. Es ist mit verbaler Mühe verbunden, seine Bedenken schriftlich zu artikulieren, nicht jeder ist darin geübt, nicht jeder möchte sich mit seinem/r Pfarrer/in anlegen, die zudem jede Menge Sabotagepotential in der Hand haben: gerade geht es leider nicht, vielleicht morgen nachmittag.... - der Flop ist vorprogrammiert. Zudem: welcher ältere, wenig internet-affine Kirchenbesucher, der vom neuen Entwurf nichts hält, wird sich dann schon im Pfarrbüro hinsetzen und seine Abneigung diktieren, womit er/sie sich outet?
Dass Sie persönlich dem neuen Gesangbuch mit Freude entgegensehen, ist schön. Ich hoffe, dass Sie sich diese Freude nicht nehmen lassen, denn das ist auf keinen Fall mein Absicht.
Mit herzlichen Grüßen,
Susanne Westenfelder"Ich ziehe mich aber langsam aus der Sache raus, der - durchaus begründete - Diskurs wird mir zu anstrengend. Es wird mein drittes Gesangbuch im Dienst, die Gemeinde und ich werden auch mit diesem eine gute Zeit haben.
...haha, ein Gesangbuch-Veteran!
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Da gab es doch jetzt eine Replik vom (mitverantwortlichen) Kord Michaelis.
Die Zeiten, da ich zu Ostern "Jesus Christus unser Heiland" samt ordentlichem Vorspiel (und keinem 2-Takt-Geklimper) gespielt habe, wären auch ohne mein Zutun wohl längst vorbei. Das gab es durchaus regelmäßig in Berlin. Apropos: Sind eigentlich die Schlenker-Choräle auch alle ausgelagert? Würde ich direkt vermuten.
Ich bleibe dabei: das neue Gesangbuch ist komplett unnötig (und bisher nur ansatzweise ausgewertet) und das Geld wäre woanders besser angelegt.
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...sicher, es ist gut gemeint. Die Prohibition war auch gut gemeint. Ansonsten gilt, was ich schrieb: wenn die "geschlechtliche Einordnung" Gottes falsch ist, ist seine weibliche Einordnung genauso falsch wie seine männliche, und von "Geist" auf "Geistkraft" auszuweichen, nur weil das eine weibliche Form ist, ist lächerlich. Und die Sprache ist nunmal begrenzt, so wie auch Noten eine Komposition niemals vollständig wiedergeben können. Ich halte es für sinnvoller, diese Begrenztheiten zu akzeptieren, als sie durch das infinite Aufblähen der Sprache kompensieren zu wollen, zumal auch die weibliche Bezeichnung "ausschließt".
Ob die geschlechtliche Einordnung Gottes richtig oder falsch ist, steht in dieser Frage aber, glaube ich, gar nicht zur Debatte. Wenn jemand z.B. von seinem Vater in der Kindheit misshandelt wurde und deswegen der "Vater" negativ besetzt ist, hilft es ihm oder ihr nicht, wenn ein Theologe sagt "das ist theologisch gesehen nicht wichtig". Es geht darum solche Barrieren abzubauen. Deshalb werden, wenn ich das richtig beobachte, auch beide Geschlechter gleichzeitig benutzt.
Für mich als jemand, der solche schlechten Erfahrungen nicht gemacht hat, erscheint die sprachliche Aufweitung natürlich überflüssig, für mich wird sie ja auch nicht gemacht. Aber dass Sprache begrenzt ist, bedeutet doch nicht, dass man nicht innerhalb der Grenzen versuchen kann, Menschen einen vorher wegen der Sprache verwehrten Zugang zum Glauben zu ermöglichen. Ob das funktioniert, kann ich allerdings nicht beurteilen.
...ein Gesangbuch ist aber nicht das richtige Mittel, um solche Traumata zu behandeln (die ich nicht bestreiten will).
...ich empfinde das Gendern in diesem Bereich so ziemlich als das Gegenteil von "Sensibilität". Plump-belehrender Sozialpädagogen-Jargon ist für mich übergriffig, weil der/-/diejenige, der/die ihn verwendet, sich damit gegenüber dem Adressaten die Rolle eines/r Quasi-Erziehers/in anmaßt und diejenigen, die ihn praktizieren, zudem genau wissen, dass er von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung dezidiert nicht geteilt wird. Und ich halte es für keine gute Idee, wenn die Kirchen eine Sprache zu verwenden versuchen, die vom normalen und akzeptierten Sprachgebrauch derartig weit entfernt ist.
Diese empfundene Übergriffigkeit ist aber ein individuelles Problem, ebenso die Wahrnehmung als "Erzieher/in". Sollte nicht jeder Pfarrer und jede Pfarrerin, genauso wie jeder andere Mensch, entscheiden dürfen, ob er seine Sprache entsprechend anpasst, oder nicht? Soweit ich weiß gibt es von Seiten der EKD und/oder der Landeskirchen keine Vorschriften dazu. Korrigiert ggf. mein Unwissen.
...naja, die oben von Dir benannten Traumata sind aber ebenso ein individuelles Problem. Natürlich sollte es prinzipiell jedem/r Pfarrer/in überlassen bleiben, wie er oder sie spricht, nur geht es ja darum, dass es wenig Sinn hat, in einem Jargon zu sprechen, der selbst in den - eher linken und grünen - Milieus, aus denen er kommt, keineswegs durchweg geteilt wird.
Ich lese und höre gelegentlich, dass die (evangelische) Kirche ja immer linker würde und es ihr gut stünde, neutraler zu bleiben und sich nicht dem vermeintlichen linken Mainstream anzubiedern. Dies kommt allerdings meist von Außenstehenden, die sich als nicht-gläubig betiteln und überhaupt nicht kirchlich aktiv sind oder waren. Die Menschen, die ich in den Gemeinden treffe, sind meist aus Überzeugung eher progressiv eingestellt, weil sie in diesen den Menschen zugewandten Ideen eher die christlichen Werte repräsentiert sehen, als in den politisch konservativen Ideen. Sollen sich die Menschen, die die Kirche vor Ort gestalten, also gegen ihre Überzeugung verhalten, um die Kirche politisch glatt und neutral zu halten? Das empfände ich auch als übergriffig.
...das ist dann aber wesentlich schon eine Folge der sozialen "Filterung" durch die Verpoppung. Ich kann mich noch an evangelische Gottesdienste in den 1980ern erinnern, in denen stockkonservative Outfits und Besucher dominierten. Die sind heute - jedenfalls nach meinem Eindruck - größtenteils weg, ohne dass ihre Plätze durch andere eingenommen worden wären.
Klar spielt dabei auch Gewöhnung eine Rolle. Aber die ist ja nicht schlechterdings illegitim. Gerade die Kirchen sollen die "Verortung" des Menschen in größeren, weit über alles Menschliche hinausragenden Zusammenhängen verkörpern und damit auch Zuversicht und "Erlösungsgewissheit" - "alles wird gut" - vermitteln. Solche Zusammenhänge zeichnen sich aber gerade dadurch aus, dass sie sich nicht wesentlich ändern. Das Alpha und das Omega bleiben, egal, welcher Trend und welche Mode oder sonstige kollektive Idiotie gerade die Wahrnehmung und das Verhalten bestimmt. Das zerstört man, wenn man Trends hinterherläuft.
Wenn man so argumentiert, könnte man die Evangelien auf die Passions- und Ostergeschichte reduzieren. Schon Weihnachten mit dem Magnificat und den Hirten passt aber nicht in dies rein transzendentale Aufgabenverständnis, von Jesu Wirken und Predigten ganz abgesehen.
Ich will micht mangels passender Ausbildung nicht zu sehr auf theologisches Terrain begeben. Eine Kirche ohne tagesaktuelle Bezugnahme würde aber für mich genauso überflüssig werden, wie Formeln im Matheunterricht ohne Transfer zur realen praktischen Anwendung. Glaube für die Erlösungsgewissheit? Ja, aber bitte auch mit beiden Beinen im Leben.
...gegen die tagesaktuellen Bezugnahmen habe ich gar nichts. Nur reduziert sich die allzuoft auf Platitüden (übrigens auch katholischerseits) im feierlichen Kirchentagsstil, bei denen jeder denkende Mensch sofort weiß, dass sie nicht weiterhelfen, weil sie die quälend komplizierte Welt auf schlichtes Schwarz-Weiß herunterbrechen oder - noch schlimmer - auf hohle Gesinnungsappelle à la "Nichts ist gut in Afghanistan!" schrumpfen. Schwierigen Fragen und Problemen wird man nicht gerecht, indem man sie in ein Schwarz-Weiß-Schema presst. Nur passiert meist genau das. Heinrich Bedford-Strohm hat z.B. jüngst verkündet, dass die gegenwärtigen Angriffe auf den Iran aus seiner Sicht nicht gerechtfertigt seien. Pardon, aber ungeachtet dessen, wie man Trump (und die gegenwärtige israelische Regierung) einschätzt: das ist alles andere als eine triviale Frage, die sich nicht auf solche schlichten Formeln einengen lässt. Ein ehemaliger Bischof und jetziger Kirchenfunktionär, der meint, hier so eindeutig urteilen zu können, überschätzt sich - und verhält sich möglicherweise ziemlich anmaßend. Katholisches Gegenbeispiel: die Kommentare im letzten Jahr zu den Positionen der BVerfG-Kandidatin Brosius-Gersdorff - die entweder nicht gelesen oder nicht begriffen worden waren (flammende Appelle gegen einen abgestuften Lebensschutz wirken halt nicht sehr überzeugend, wenn es eben diesen "abgestuften" Schutz schon seit 150 Jahren gibt und man ihn selbst seit Urzeiten stillschweigend akzeptiert).
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Ich bleibe dabei: das neue Gesangbuch ist komplett unnötig (und bisher nur ansatzweise ausgewertet) und das Geld wäre woanders besser angelegt.
...wobei es niemals in einer Weise angelegt worden wäre, die Zustimmung aus gesangbuchkritischen Kreisen erzielt hätte. Das ist quasi systembedingt, denn wenn diese Vorstellung griffe, wäre sie zugleich unnötig, weil ein solches (kirchliches) System einen "besseren" Vorschlag für ein neues Gesangbuch präsentiert hätte.
Beinahe würde ich sagen, dass man als Gesangbuchkritiker froh sein kann, dass das Geld genau da landet. Denn anderes würde vermutlich als "schlimmer" empfunden werden.
Und man kann auch künftig in Gottesdiensten zu Ostern "Jesus Christus, unser Heiland" (dieses und das andere) spielen, ggf. mit mehrminütigem Meisterwerk als Choralvorspiel. Das wird ja nicht verboten. Und wenn es attraktiv ist und bleibt, wird Gemeinde kommen, es zu hören. Wenn nicht, ist es Nostalgie oder museal oder einfach Konzert-Kultur (Nische in der Nische), und die Frage eines neuen Gesangbuches hat damit nichts zu tun.
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Nur gesungen wird es (und andere Lieder) aus der Reserve nicht mehr, da zumindest in meinem Landstrich die Liedauswahl Sache der Pfarrer ist, jede Bemühung das zu ändern, ist bisher gescheitert.
Da es dann irgendwann niemand mehr kennt, kann auch der c.f. im Choralvorspiel (als Gottesdienstvor- oder Nachspiel) nicht mehr erkannt werden.
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Ich finde übrigens, das Reply von Herrn Michaelis ist mindestens so polemisch wie die Kritik von Frau Westenfelder, der ich voll zustimmen muss. Mögen einzelne Details auch falsch und korrekturwürdig sein. Mit der Auswertung meinte ich übrigens das bisherige Gesangbuch. Es würde mich schwer wundern, wenn nur ich die Erfahrung gemacht hätte, dass das Repertoire daraus erschreckend deutlich immer kleiner wurde. Ich glaube, Herr M. ist auf so Einiges auch gar nicht eingegangen. Tatsächlich: wo z. B. sind im Gremium Komponisten von Rang und ihre Beiträge?
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Ich bleibe dabei: das neue Gesangbuch ist komplett unnötig (und bisher nur ansatzweise ausgewertet) und das Geld wäre woanders besser angelegt.
...wobei es niemals in einer Weise angelegt worden wäre, die Zustimmung aus gesangbuchkritischen Kreisen erzielt hätte.
Das mag sein. Obwohl ich mich nicht zu "gesangbuchkritischen Kreisen" zählen würde. Manchmal ist eine Neuauflage eben einfach nicht geboten. Soll die heilsbringende Ars Nova eben in die Cloud und im Smartphone-Widerschein abgerufen werden. Oder es gibt einen Ergänzungsband. Wieso soll die Tradition dermaßen bluten? Was ich von diesen Lobpreisgesängen halte, schreibe ich lieber nicht allzu ausführlich. Ich finde, die beleidigen großteils und mehrfach den Intellekt - musikalisch wie textlich.
Und man kann auch künftig in Gottesdiensten zu Ostern "Jesus Christus, unser Heiland" (dieses und das andere) spielen, ggf. mit mehrminütigem Meisterwerk als Choralvorspiel.
Das wird ja nicht verboten.
Aber deutlich erschwert bis quasi verunmöglicht. Die pseudotoleranten Pop-Apologeten sorgen da schon dafür. Da gibt es doch so Leute: "Ich sage schon seit Jahrzehnten, dass..." Und wenn dann schaut, wie ihre eigenen Resultate nach Jahrzehnten aussehen: uninteressant und nicht mal der Rede wert. Dazu: wer sich an Studioarrangements ergötzen will (ist oft genug ungleich "mitfeiern") geht dahin, wo das ordentlich gemacht werden kann. Die Kirche ist m.E. der falsche Ort dafür.
Und wenn es attraktiv ist und bleibt, wird Gemeinde kommen, es zu hören.
Was heißt hören - gestalten bitte!
Wenn nicht, ist es Nostalgie oder museal
Wenn man meint, die Jetztzeit hat nichts "Besseres" zu bieten, ist eine Besinnung auf die Vergangenheit angemessen. Leider, aber verständlich, machen Komponisten ja mittlerweile einen großen Bogen um die Kirchen.
oder einfach Konzert-Kultur (Nische in der Nische)
Nö, nie im Gottesdienst. Eher bei Herrn Professor, der das als Lückenfüller im November konzertant darbietet.
< und die Frage eines neuen Gesangbuches hat damit nichts zu tun.
Ich finde, die Frage hat mit quasi allem Musikalischen in der Kirche zu tun.
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Das war jetzt etwas erhellend, aber beim letzten Absatz haben wir einander wohl missverstanden. Ich meinte nicht Konzerthaftes im Gottesdienst, sondern tatsächlich ein reguläres Konzert. Egal.
Ich habe bei der Liedauswahl 100% Vetorecht, teilweise suche ich auch aus. Ich bin aber auch eine feste Größe in der Gemeinde und nicht Fußabtreter. Das mag anderswo so sein, sehr bedauerlich. Und ich arbeite mit drei Pfarrpersonen häufig, mit drei weiteren gelegentlich. Es gibt also keinen Zweikampf.
Wir sind für Ost-Verhältnisse große Gemeinde (nach Fusion 1998 nun ganz frisch von zuletzt 3.600 auf 5.500), so dass wir auch im Innenstadtbereich verschiedene Formate bespielen. Vom Schola-Psalm, oder übermorgen komplettes Exsultet, über Lieder aller Epochen des EG (mit Anleihen aus GL oder HuT), und Lieder aus den letzten Jahrzehnten, Jahren oder Monaten, auch von den beiden Kantoren der Gemeinde - Es ist alles da und hat jeweils seine Fans, meist aber mögen fast alle fast alles.
Unsere Landeskirche predigt (lebt aber nicht immer) die "Gemeinschaft der Dienste". Gottesdienstvorbereitung ist bei uns auf Augenhöhe. Wir sitzen nicht dauernd zusammen (wenn auch sehr viel), deshalb gibt es immer gegenseitiges Vetorecht zu Gottesdienstvorschlägen. Was so gut wie nie gebraucht wird, weil das Miteinander eben respektvoll und entspannt ist. Die Leute kommen nicht nur für Kantor oder Pastor:in, daher gibt es auch nicht die klassiche Grund-Eifersucht angesichts von Besucher- bzw. Mitwirkenden-Zahlen.
Das gehört insofern hierher, weil ich illustrieren möchte, warum mir Weltuntergangs-Emotionen rund um die Kirche relativ fremd sind. Vielleicht habe ich einfach nur Glück mit meiner Stelle. (Nun, die Orgelsituation wäre dann ein Bußgeld dafür).
Noch eins zum Bogen, den die Komponisten um die Kirchen machen. Ich glaube, es ist umgekehrt, ich nehme mich da gerne mit in die Verantwortung: Es wird weiterhin auch außerhalb des sanft-poppigen segments viel Kirchenmusik geschrieben und veröffentlicht, jedenfalls viel mehr, als die Kirchengemeinden aufführen wollen.
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Tatsächlich: wo z. B. sind im Gremium Komponisten von Rang und ihre Beiträge?
An wen sollte man da denken? Diejenigen, die Kompositionsaufträge von Rundfunk-Orchestern oder Opernhäusern erhalten?
Die Lieder - um diese geht es bei einem Gesangbuch - waren schon bisher äußerst selten von "Komponisten von Rang". Sie waren von Kirchenmusikern, selten mal in älteren Jahrhunderten von Personen, die man als Singer/Songwriter einstufen könnte. Meist wurde im konkreten Umfeld gearbeitet - die Dichtungen häufig von Pastoren bzw. Theologen, die Melodien von den angeschlossenen Lieferdiensten in Gestalt der Kantoren.
Ob vom Meister oder nicht: Ein gutes Lied braucht Bewährungszeit - insofern gehe auch ich davon aus, dass wir die Mehrheit (oder Vollzahl) der jetzt im Vorentwurf enthaltenen Lieder, die jünger als 8 Jahre sind, in einem nächsten Gesangbuch (wir stellen uns das jetzt mal so vor...) fehlen werden (und auch nicht im übernächsten wieder reinkommen). Der Gebrauch, der Wechsel der Zeiten, das filtert und braucht aber auch Zeit. Paul Gerhardt ist immer noch da, weil seine Worte so vielseitig anschlussfähig sind. Sicherlich fand man die Lieder auch schon zu seinen Lebzeiten gut. Aber dass seine Worte in einem Zeitabstand gesungen werden würden, den er selbst von den Baumeistern der gotischen Kirchen hatte - das hätte er und hätten die Zeitgenossen sich nicht träumen lassen.
Nehmen wir den westlichen LKMD der Nordkirche, Hans-Jürgen Wulf. Von ihm kenne ich zwei Kanons und einige gute Sachen für Bläser (= kirchliche Posaunenchöre). Das ist für mich Kompetenz genug, er ist auch in einer Kommission, ich weiß aber jetzt nicht in welcher. Leute vom Format Stockhausen, Lachenmann, Henze oder Rihm sehe ich da nicht. Ein schlechtes Lied erkennt man auch ohne deren Expertise, ein gutes meist auch, langjährige Nachhaltigkeit exakt einschätzen könnten sie ebenfalls nicht.
Sind jetzt auch schlechte Lieder im Vorentwurf? Ja, einige. Aber wie schon festgestellt wurde, da ging es dann jeweils weniger um die Qualität von Dichtung und Tonkunst, sondern um ein Gefühl oder opportune Inhalte. Das ist so offensichtlich, teilweise ja sogar angekündigt, dass es auch wieder keines Aufstandes bedürfte. Weil diese Motive aber nicht zur Disposition stehen, wird die Forderung nach einer Entfernung solche Lieder zugunsten bewährterer, die aber das bestimmte Gefühl oder bestimmte Inhalte nicht bedienen, erfolglos sein.
Das ist wahrscheinlich ein gewisses Novum in der Gesangbuch-Macherei. Wobei die Nüchternheit des EKG auch in gewisser Weise politisch gewollt war. Das EKG sollte gefühlsarm sein, denn Leidenschaft, so fürchtete man, bringt wieder Volksstürme hervor. So wurde das Buch protestantisch-verkopft.* Das EG von 1992 griff dann schon mal wieder ein wenig in den Schmalztopf. Und nun... naja.
*) Ein Kollege hörte im Studium in Hamburg Ende der 60er noch von Otto Brodde (verdienter Hymnologe): "Tochter Zion" und "O du fröhliche" haben in einem evangelischen Gottesdienst nichts verloren!)
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Nun, das ist eine sehr beneidenswerte Position. In dieser Realität dürfte es tatsächlich praktikabel sein, ohne große Aufregung aus dem neuen Gesangbuch die Rosinen zu picken.
Ich habe es mit zwei Pfarrern zu tun. Einer von ihnen hat einen recht beschränkten Fundus in seiner Liedauswahl. Fest zum Stamm gehören "Meine Zeit", "Vergiss es nie" und "Von guten Mächten", natürlich Fietz. Mal die Melodie von Abel stattdessen? Keine Chance, "Kennt doch keiner". Dazwischen auch die allerbekanntesten der traditionellen Lieder, die wohl auch im neuen EG stehen werden. Zur Konfirmation wurde jetzt der Pop-Kantor eingeladen und mir gönnerhaft mitgeteilt, dass ich ja dann ein freies Wochenende hätte. Hier wird sich also wohl nicht so viel verändern, weder zum guten noch zum schlechten.
Der zweite Pfarrer hingegen ist durchaus bemüht, wohldosiert die entlegensten Ecken des Gesangbuchs auszuleuchten. Wird der künftig Lieder aus dem Digitalteil ausdrucken und verteilen? Oder eine Leinwand und Beamer aufbauen für ein Lied? Wie würdig ist so etwas im Gottesdienst? Oder sollen dann alle ihr Smartphone ziehen und erst mal eine App installieren? Nein, was im Digitalteil ist, ist weg vom Fenster.
Ich halte es da wirklich mit Frau Westenfelder, die das Gesangbuch als eine Art "Kulturspeicher" sieht, wo man schon die Frage stellen darf, ob da Dinge einfach so nebeneinander als "gleichwertig" stehen sollten, die es einfach nicht sind, oder ob man nicht lieber den Weg mit einem Ergänzungsband gehen sollte, um diese Linie besser zu ziehen.
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Für die digitalen Lieder würde es ja Sinn machen einfach das alte Gesangbuch zusätzlich
zu behalten. Kann man dann benutzen und muss nichts drucken.
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Für die von mir geleiteten Chöre schreibe ich gerne neue Sätze für (festliche) Gottesdienste. Häufig nutze ich dafür die TEXTE neuer Lieder, weil sie oft gut brauchbar sind. Ich komponiere dann aber völlig neue Musik dazu, denn die MELODIEN der neuen Lieder sind meistens nicht gut: völlig übertriebene rhythmische Komplexität, an den Sprachschwerpunkten vorbeikomponierte Musikschwerpunkte, etc.
Auch manche Melodie der 1960er- und 70er-Jahre ist mir zu spröde, wobei die Texte manchmal hervorragend sind, sie sind oft eindringlicher und "auf den Punkt" als die modernen, die gerne ins Banale abgleiten.
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Ich finde übrigens, das Reply von Herrn Michaelis ist mindestens so polemisch wie die Kritik von Frau Westenfelder, der ich voll zustimmen muss. Mögen einzelne Details auch falsch und korrekturwürdig sein. Mit der Auswertung meinte ich übrigens das bisherige Gesangbuch. Es würde mich schwer wundern, wenn nur ich die Erfahrung gemacht hätte, dass das Repertoire daraus erschreckend deutlich immer kleiner wurde. Ich glaube, Herr M. ist auf so Einiges auch gar nicht eingegangen. Tatsächlich: wo z. B. sind im Gremium Komponisten von Rang und ihre Beiträge?
<
....zudem dürften es mehrheitlich Kirchenmusiker bzw. Kirchenmusikerinnen sein, die in die Loyalitätspflichten ihrer Dienstverhältnisse eingebunden sind. Und wenn man weiß, dass der hierarchische Apparat, in den man eingebunden ist, in Richtung Witten segelt, weiß man eben auch, dass es um eine/h herum schnell einsam werden kann, wenn man sich gegen den zwischen den Zeilen, aber nichtsdestotrotz unmissverständlich vorgegebenen Kurs widersetzt bzw. sich in einer Art und Weise "positioniert", die als Widersetzen aufgefasst werden kann. Es gibt viele Möglichkeiten, den Anpassungsdruck in Richtung auf das von oben Gewünschte subtil über alle Fachfragen und Zuständigkeiten hinweg wirksam aufzubauen. Im Zweifel reicht schon das bei passender Gelegenheit eingesetzte Zauberwort "Vielfalt" in irgendeinem Grußwort an die Mitarbeiter zu einem der üblichen Anlässe, und die Angesprochenen wissen, was von ihnen erwartet wird.
Das Gesangbuch-Projekt ist "von oben" verordnet worden. Welchen anderen Grund sollte es dafür geben als den, dem millionenteuren "Unternehmen Witten" zum Durchbruch zu verhelfen?
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À propos "Rosinen picken", ich spiele Sonntag "Erschienen ist der herrlich Tag" aus Peppings großem Orgelbuch, welches, finde ich, ganz klar so eine ist in dieser Sammlung. Das Lied ist leider nicht einmal für den Digitalteil vorgesehen.
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À propos "Rosinen picken", ich spiele Sonntag "Erschienen ist der herrlich Tag" aus Peppings großem Orgelbuch, welches, finde ich, ganz klar so eine ist in dieser Sammlung. Das Lied ist leider nicht einmal für den Digitalteil vorgesehen.
Wenigstens in diesem sollte es aber enthalten sein. Das ist doch eine sehr gute Melodie!
Daß man für ein gedrucktes Gesangbuch eine Auswahl treffen muß, ist klar - und Osterlieder gibt es ja reichlich.
Aber bei einem *Digitalteil* finde ich Knauserigkeit völlig unangebracht, der darf ruhig umfangreich sein. Oder?
Im "neuen" (nun schon rund 13 Jahre alten) Gotteslob steht es leider auch nicht mehr. Früher war es im Stammteil als Nr. 225.
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Der zweite Pfarrer hingegen ist durchaus bemüht, wohldosiert die entlegensten Ecken des Gesangbuchs auszuleuchten. Wird der künftig Lieder aus dem Digitalteil ausdrucken und verteilen? Oder eine Leinwand und Beamer aufbauen für ein Lied? Wie würdig ist so etwas im Gottesdienst?
Die Drucksache ist bei uns Realität im Gottesdienst, zusätzlich zum jeweiligen Gesangbuch (EG oder HuT). Und zwar jeden Sonntag. Die Abläufe in unserer Gemeinde sind leicht unterschiedlich (da punkten die Katholiken mit ihrer Einheitlichkeit), deswegen sind da entsprechende Infos hilfreich. Oft findet man eingeklebte GD-Ordnungen etc., aber bei uns ist immer auch relativ viel Ausnahme von der Regel.
Das aktuelle EG ist auch in Sachen Wochenpsalmen nicht komplett, die sprechen wir in der Gemeinde üblicherweise im Wechsel. Für diese Dinge und dann das eine oder doch zwei Lieder, die im ausgeteilten Buch nicht enthalten sind, machen wir die Blätter in relativ genau vorherberechneter Zahl, meist A5, manchmal A4 gefaltet, jeweils zweiseitig.
Nachstehend ein Beispiel eines Gottesdienstes mit dem Erprobungsgesangbuch: "Korn, das in die Erde" ist als Abschrift auf dem Blatt, weil nicht im Erprobungsbuch (dieses ist ohne Passions-Teil). Das "Weizenkorn" (einst im ersten "Gotteslob" kennengelernt) ist aus demselben Grund ebenfalls am Blatt. Das Oster-Kyrie ist als Abschrift aus dem EG da, mit "O Heiland, reiß" und "Sei Lob und Ehr" sind zwei "alte" Lieder aus dem Erprobungsband vertreten. Mit dem Blatt entfallen auch die Liedtafeln, Liedanzeiger gibt es evangelisch ohnehin eigentlich nicht.
Das Layout dauert und ist meist Aufgabe der Kantoren. Bei großen Gottesdiensten sitzen wir lange dran, denn wir wollen möglichst wenig Papier verbrauchen. Dieser Punkt ist wirklich kritisch auch für mich, denn obwohl das Papier aufgrund des Rezyklat-Anteils und fehlender Bleidhung sehr dünn und schlecht ist (grau, sehr feuchteempfindlich), ist es trotzdem nur ein Wegwerf-Artikel. De Energieverbrauch des Kopiergerätes ist auch nicht zu verachten, auch wenn die Gemeinde nachhaltige Energie bezieht...
Wir machen das seit Corona. Ich habe über 400 EG-Dateien und 140 HuT-Dateien als abgeschriebene Noten bz. Vektorgrafiken auf dem Rechner, um einheitliches Layout zu halten. Dazu gehören auch Melodien mit anderen als der ersten Strophe darunter, oder mehr als einer direkt in den Noten, falls die Melodie schwierig ist, und weitere Varianten.
Bei der VG Musik sagte man mir mal, als ich entsprechend fragte, während wir Erfassungegemeinde waren, dass Abschriften keine Kopien und im gottesdienstlichen Bereich zulässig wären. Darauf verlasse ich mich, obwohl ich glaube, dass die Dame am Telefon sich geirrt hatte...
Wenn das kommende Digitalportal richig gut ist, brauche ich die eigenen Dateien nicht mehr. Zur Ausgangsfrage von Lowdee: Bei uns ist dieses Blatt anerkannter Teil des Gottesdienstes. Kritisch bleibt die Ressourcen-Frage.
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À propos "Rosinen picken", ich spiele Sonntag "Erschienen ist der herrlich Tag" aus Peppings großem Orgelbuch, welches, finde ich, ganz klar so eine ist in dieser Sammlung. Das Lied ist leider nicht einmal für den Digitalteil vorgesehen.
Wenigstens in diesem sollte es aber enthalten sein. Das ist doch eine sehr gute Melodie!
Daß man für ein gedrucktes Gesangbuch eine Auswahl treffen muß, ist klar - und Osterlieder gibt es ja reichlich.
Aber bei einem *Digitalteil* finde ich Knauserigkeit völlig unangebracht, der darf ruhig umfangreich sein. Oder?Im "neuen" (nun schon rund 13 Jahre alten) Gotteslob steht es leider auch nicht mehr. Früher war es im Stammteil als Nr. 225.
Das finde ich ebenfalls seltsam, dass es nicht mal für digital reichte. Vielleicht ändert sich das ja noch. Ich habe an der aufwendigen Umfrage teilgenommen, war aber zu faul (der Einsendeschluss nahte), dann Dutzende Lieder einzutragen, die ich vermissen würde...
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....zudem dürften es mehrheitlich Kirchenmusiker bzw. Kirchenmusikerinnen sein, die in die Loyalitätspflichten ihrer Dienstverhältnisse eingebunden sind. Und wenn man weiß, dass der hierarchische Apparat, in den man eingebunden ist, in Richtung Witten segelt, weiß man eben auch, dass es um eine/h herum schnell einsam werden kann, wenn man sich gegen den zwischen den Zeilen, aber nichtsdestotrotz unmissverständlich vorgegebenen Kurs widersetzt bzw. sich in einer Art und Weise "positioniert", die als Widersetzen aufgefasst werden kann. Es gibt viele Möglichkeiten, den Anpassungsdruck in Richtung auf das von oben Gewünschte subtil über alle Fachfragen und Zuständigkeiten hinweg wirksam aufzubauen. Im Zweifel reicht schon das bei passender Gelegenheit eingesetzte Zauberwort "Vielfalt" in irgendeinem Grußwort an die Mitarbeiter zu einem der üblichen Anlässe, und die Angesprochenen wissen, was von ihnen erwartet wird.
Das Gesangbuch-Projekt ist "von oben" verordnet worden. Welchen anderen Grund sollte es dafür geben als den, dem millionenteuren "Unternehmen Witten" zum Durchbruch zu verhelfen?
Viele Nordkirchen-Musiker:innen würden Dir zum oberen Block antworten:
Na hören Sie mal, was haben Sie denn für eine Meinung von uns? So leicht lassen wir uns nicht "überreden". Der von dir unerstellte Anpassungsdruck wäre an vielen Gemeinden nur einer von mehreren, dem die Kimu-Personen mitunter sogar leidenschaftlich stand- und gegenhalten.
Zum zweiten Absatz:
Ein anderer Grund sind die Bedürfnisse der sonntäglich die Liedauswahl treffenden PErsonen, z. B. von mir. Die Passionszeit ist heutzutage schon sehr schwierig zu bestücken. Denn es gibt noch ein paar Menschen, die fast jeden Sonntag kommen, da kann man nicht dauernd die wenigen geeigneten Lieder wiederholen. Es braucht ja schon drei bis fünf kirchenjahreszeitlich orientierte Lieder pro GD, man kann anfangs auf Sammlung/Morgen und am Ende auf Ausgang/Bewahrung/Frieden schwenken, aber eigentlich braucht man viel "Proprium". Da freut man sich schon, wenn der entsprechende Abschnitt im Gesangbuch was hergibt.
Ob diese Problemlösung allerdings so aufendig sein müssen wie unser Diskussionsthema? Wohl nicht.
Es segeln viele nach Witten, aber nicht alle. Kreuzfahrten sind sehr beliebt, da fährt man auch mal im Kreis herum. Dieses Bild würde ich auf noch relativ große Teile de evangelischen Gemeinden anwenden wollen. Witten ist Station, nicht Endziel. Das wäre eher das Programm einer Minderheit. NB, ich spreche von den GD-Besucher:innen und Teilen der "einfachen" pastoralen und sonstigen Mitarbeiterschaft. Höher Kirchenleitende könnten durchaus überwiegend mit Witten als Endziel zufrieden sein. Durch ihre lautstärketrächtigen Stellungen entsteht dann der Eindruck der Mehrheitsströmung.
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Die Drucksache ist bei uns Realität im Gottesdienst, zusätzlich zum jeweiligen Gesangbuch (EG oder HuT). Und zwar jeden Sonntag.
Finde ich gut.
Nachstehend ein Beispiel (...)
Gute Gestaltung auf (imho) überdurchschnittlichem Niveau!
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Ja, empfinde ich genauso. Traurig.
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Freut mich und sicher auch andere. Ehrlich gesagt, darf man das und mehr in beide Richtungen auch erwarten bei einem A-Kantor auf entspr. Stelle - und ohne zu viel Kraftaufwand auf Nebenkriegsschauplätzen, sonst sollte man mal die sog. Fachberatungen und Berufsvertretungen abklopfen - der quasi sein ganzes Leben der Sache gewidmet hat/widmet. Könnte so bald aussterben. Im Gegensatz zu manchen komplett inkompetenten Feierabendchefs in den Kirchenvorständen, die sich wichtig machen wollen und können (weil es sonst keiner machen will). Ja, es gibt auch andere. Und selbstverständlich weiß ich, dass viele Kirchenmusiker für Ihre Gemeinde interessante und wirklich nicht banale Sachen schreiben, ohne das an die große Glocke zu hängen (NB: ich erinnere mich an irgendwas Schön-Schräges für hist. Orgeln gerade von Dir, kann mich aber täuschen). Nur steht ein Gesangbuch dermaßen im Fokus, da ist mir das was ich bisher lese viel zu wenig, langweilig und direkt kontraproduktiv. M.E. in der Form eben auch unnötig. Nochmmal die Frage (ja, ich könnte nachschauen, habe es aber nicht): Sind z.B. die interessanten Schlenker-Melodien noch (teilweise) im Druck? Würde mich wundern. Die sind doch angeblich auch zu schwer, dabei sind es selten tolle Melodien samt tiefgründigen Texten.
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Sehe ich genauso - die arme Frau muss sich jetzt leider auch gegen "AfD-ähnlich"-"Kritik" wehren. Vielleicht glauben die vielleicht letztendlich doch wenigen Entscheider tatsächlich, auf sehr große Zustimmung zu stoßen, weil sie ja irgendwie im Zeittrend liegen. Da ist es gut, eine andere Stimme gut verbreitet zu sehen.
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Sehe ich genauso - die arme Frau muss sich jetzt leider auch gegen "AfD-ähnlich"-"Kritik" wehren. Vielleicht glauben die vielleicht letztendlich doch wenigen Entscheider tatsächlich, auf sehr große Zustimmung zu stoßen, weil sie ja irgendwie im Zeittrend liegen. Da ist es gut, eine andere Stimme gut verbreitet zu sehen.
Wo kann man das nachlesen? Ebenso die Stellungnahme von Kord Michaelis.
Vielen Dank.
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Das Layout dauert und ist meist Aufgabe der Kantoren. Bei großen Gottesdiensten sitzen wir lange dran, denn wir wollen möglichst wenig Papier verbrauchen.
Dieser Satz lässt mich doch etwas rat- und Atemlos zurück.
Wie kann es sein, dass es in Zeiten von Personal- und Fachkraeftemangel dafür keine digitale Lösungen gibt?
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Das war beides auf Facebook über/in der Kirchenmusikgruppe, die Antwort irgendwie so halblegal zum Abruf auf einem Google Drive. Wird aber sicher noch "offiziell" werden oder ist es schon, er hat ja keine Mühe gescheut, sachliche Fehler richtigzustellen, mich trotzdem keineswegs überzeugt. Frau Westenfeld ist m.E. dafür sehr zu danken, auch für ihren "Mut", dringt sie damit doch in einen "Kollegenkreis" altbekannter Namen ein, bei dem man nicht so sicher sein kann, inwieweit diese ganze Partizipation und viele Gremien/Personen letztendlich wirklich entscheidend sind - oder ob man nicht vielmehr schon sehr genaue Vorstellungen hat. DAs was sie vorschlägt, ist gar nicht mehr möglich, zu machen. Wenn ich schon dieses dämliche Computerlogo vorne sehe....
PS Bei Herrn Dr. Arnold, bis vor kurzem Leiter des Michaelis"klosters" (unter einem Kloster stelle ich mir immer was anderes vor) muss ich immer an den dortigen Vorschlag zum (Orgel?) vorspiel denken "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn". Kommt das wenigstens auch ins Gesangbuch? Bei einer Abstimmung dürfte es durchaus Chancen haben. Aber dann bitte in mindestens 5 Sprachen...
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Das Layout dauert und ist meist Aufgabe der Kantoren. Bei großen Gottesdiensten sitzen wir lange dran, denn wir wollen möglichst wenig Papier verbrauchen.
Dieser Satz lässt mich doch etwas rat- und Atemlos zurück.
Wie kann es sein, dass es in Zeiten von Personal- und Fachkraeftemangel dafür keine digitale Lösungen gibt?
Hm - wieso "atemlos" wegen zu wenig digital? "Atemlos" aufgrund des Aufwandes generell würde ich gut mitvollziehen können - denn das ist nur zu schaffen, wenn man wenige oder ähnliche Gottesdienste hat. Wenn man drei oder vier verschiedene Dienste am Wochenende so beschicken müsste, dann ist man eher Grafiker als Musiker*.
Mein Kollege und ich (100+50%) sind sehr digital. Wir nutzen zum schnellen Textimport das "EG elektronisch", welches aber grafisch recht schwach ist, außerdem gängige Liedportale für die Sachen außerhalb EG. Die Noten schreibe ich in Finale, er in Sibelius, für Text und Layout nutzen wir InDesign. So digital, wie auch ein reiner Grafiker es eben sein könnte, würde ich sagen. KI wäre noch schneller, aber will dann ja auch korrekt gefüttert sein.
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Ich find's ja grade süß, wie sich MEIN kleines Orgelforum hier zum Gesangbuch-Battlefield entwickelt. Schlachten Sie sich ab, meine Herren, ich persönlich, t'schuldigung, orgele Ihnen aus jedem Scheiss ein geiles Lied.
Ich hatte g'rade den Spaß, in der Osternacht den Orgel-unbegleiteten Gesang mit der Stimme anführen zu müssen, das hat dann deutschlich noch mehr Spaß gemacht als bloß die Orgel zu spielen; du singst laut vor und die immerhin halb volle Kirche folgt dir, nicht auf Insta, sondern mit ihrem Gesang.
Anbei, die Neue wäre dann mal wieder minderjährig. Sopran. Locker hohes C und darüber hinaus.
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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi
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Spannend in der Osternacht war in der Rückschau, dass, obwohl ich laut wurde, mir die Orgel nicht zu laut wurde. Die haben dort bis etwa vor einem Jahr die Kirchenbänke erneuert. Die Merdi war am Spielplatz immer schon laut, aber seit die neuen Bänke unten drin sind, praktisch unerträglich. Wenn die Bänke dann von der Gemeinde besessen werden, passt das. Professor Walter sollte natürlich auch in Merdingen Titulaire sein, insofern drängt sich die Frage nach einer Evangelien- und/oder Epistelorgel in den Emporen des Altarraums auf. Das war in vergangener Zeit auch schon mal der Standort der Orgel gewesen, dixit Walter.
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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi
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PS Bei Herrn Dr. Arnold, bis vor kurzem Leiter des Michaelis"klosters" (unter einem Kloster stelle ich mir immer was anderes vor) muss ich immer an den dortigen Vorschlag zum (Orgel?) vorspiel denken "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn". Kommt das wenigstens auch ins Gesangbuch? Bei einer Abstimmung dürfte es durchaus Chancen haben. Aber dann bitte in mindestens 5 Sprachen...
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Nun, da wurde Herr Dr. Arnold aber doch schon seit längerem vom Zeitgeist überholt!
Das Lied "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh'n" würde heute in feministisch-bewegten Fachkreisen einen Proteststurm sondergleichen auslösen! Wird doch im Text ein als Mann gelesener Adressat genannt: "mein SüßeR". Ich schlage als gegenderte Version vor: "Am Sonntag will mein Süßes mit mir segeln geh'n".
Und falls die Winde dann doch nicht wehen (zum Glück hier bereits im Plural - nicht auszudenken, wenn dort "der Wind" gestanden hätte!), dann schieben wir es auf die Klimaerwärmung.
Ich hoffe, in Hildesheim hat es Wärmepumpen zum Heizen.
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Eine neue Liebe singt das Ave verum von W.A.Mozart am kommenden Sonntag zur Kommunion in Oberrimsingen. Nur weiss sie noch garnichts davon.
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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi
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Eine neue Liebe singt das Ave verum von W.A.Mozart am kommenden Sonntag zur Kommunion in Oberrimsingen. Nur weiss sie noch garnichts davon.
Ach wie ich es nachvollziehen kann, als von ganzem Herzen Romantiker. Viel Glück euch beiden für die Zukunft ; -) und zur Communio dann bei der Hochzeit Gounods Offertoire C-Dur.
Schlaf gut und träume schön von der Allerliebsten
; -)
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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)
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Wenn der Süše die Segel segnet ist alles primissimo. Gibt dort bestimmt eine Anleitung.
"Was willst Du, dass ich Dir tun soll?"
Vielleicht wird der/die/das Gott/Göttin (m/w/d) da vielleicht bald arbeitslos. Die Zeiten ändern sich eben und die Klosteraktivitäten.
Passt auch zu den trendigen Geologen-Ichichich-Liedchen.
Player:innen hört sich sowohl natürlich sähr kuhl als als auch sehr passiv an....
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von dort: "die nah bei den Menschen und ihrer Welt ist" :-D
hören die sich eigentlich noch schreiben, oder sind die multiprofessionellen player:innen komplett in ihrer blase angedockt?
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Ich hatte ja gemutmaßt, dass Schlenker "ausgelagert" wird - völlig daneben, alle sind noch da im Druck, wenn ich recht gesehen habe - und sogar einige "neue". Gut - weniger schön finde ich, dass ich im Umfeld derer wie erwartet einige völlig simple, quasi 5tönige Lieder gefunden habe mit, positiv gesagt, kindgerechten Texten. Ich finde, das ist im Druck zu "hoch gehandelt", gerade sowas kann man doch digital verfügbar machen.
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Ich wollte das Thema nicht mehr hochholen, aber nun ist es oben, ich war's nicht.
Hier noch eine Kritik aus der theologischen Richtung:
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zur „Gottflamme Du Schöne“: hihi, jetzt haben evangelische auch so eine art marien-schwulst an der backe wie katholiken :-D
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Hier noch eine Kritik aus der theologischen Richtung:
Nicht aus "der", sondern aus "einer" theologischen Richtung.
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zur „Gottflamme Du Schöne“: hihi, jetzt haben evangelische auch so eine art marien-schwulst an der backe wie katholiken :-D
Oh, da ist noch viel Luft nach oben (na ja, eigentlich eher unten...)
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Mit seriöser Theologie hat diese "Richtung" nur leider nicht viel zu tun.
"Theologen", die von einer "sprachlichen Vergewaltigung des Allmächtigen" sprechen, haben in vielerlei Hinsicht den Knall nicht gehört. Ganz unabhängig davon, ob man von den hier diskutierten Sprachbildern nun viel halten mag oder nicht.
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Bedenkenswert - aber jetzt ist es zu spät. Die "Peer-Group" hat sich schon "was" in den Kopf gesetzt und wird es durchziehen. Es tut mir leid zu sagen, aber ich finde es nicht nur überflüssig, wie gesagt, sondern kontraproduktiv und auch in nicht geringen Teilen schlicht peinlich. Das spiegelt alles auch die Infantilisierung, selbstverständlcih korrekt nach allen denkbaren Richtungen, wider.
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Hier noch eine Kritik aus der theologischen Richtung:
Nicht aus "der", sondern aus "einer" theologischen Richtung.
...ja. Offensichtlich aus einer - ich formuliere mal neutral - sehr konservativen. Das macht deren Widerspruch aus meiner Sicht so erwartbar wie problematisch. Denn die Diskussion um das Gesangbuch hat genaugenommen nichts mit einem konservativ-progressiv-Schema zu tun, ebensowenig, wie die "Trennlinie" im katholischen Bereich notwendigerweise zwischen Anhängern der alten und solchen der neuen Liturgie nach dem Konzil verläuft. Man kann theologisch liberal sein - und trotzdem gegen das neue Gesangbuch, und man kann Anhänger der nachkonziliären Theologie sein und trotzdem gegen Pop & Co. als Kirchenmusik. Und man kann auch als Zugehöriger zur LGBTQ+ - Community liturgisch konservativ sein und gewaltige Weihrauchwolken und ebensolche Orgel-Klangteppiche schätzen. Zudem ist die "worship"-Richtung auch gerade im evangelikalen Milieu verbreitet, und das ist sicher nicht liberal oder "progressiv". Westenfelder hat hier wesentlich klüger argumentiert, nämlich jenseits solcher verengten und immer auch klischeehaften Blickwinkel und Milieugrenzen.
Einiges aus dem verlinkten Text - dem das Weglassen der einen unangenehm agitatorischen Unterton erzeugenden Ausrufezeichen gutgetan hätte - scheint immerhin berechtigt, etwa die Kritik an den nicht-deutschen Liedern (das Argument, es gäbe genug englische Liederbücher, die auch verwendet würden, ist plausibel) und insbesondere am Text aus der "Bibel in gerechter Sprache" für den 9. November. Da wäre die Buber/Rosenzweig - Übersetzung wirklich passender. Auch die Einwände gegen EG 311 halte ich für überzeugend, ich habe neulich ja ähnlich argumentiert - andere Länder/Sprachen, andere Geschlechter für den heiligen Geist.