Inmitten von Vernachlässigung
VoxCoelestis, Samstag, 14. März 2026, 09:53 (vor 166 Tagen)
Vielleicht ist hier ja auch jemand, der die Situation genauer kennt und Einblicke geben kann und möchte?
Inmitten von Vernachlässigung
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Samstag, 14. März 2026, 12:31 (vor 166 Tagen) @ VoxCoelestis
Vielleicht ist hier ja auch jemand, der die Situation genauer kennt und Einblicke geben kann und möchte?
(Ich bin es nicht. Abgesehen vom Eindruck, den ich erinnere, als ich von einer englischen Landstraße mal abbog zu einer kleinen Kirche mit Friedhof, die aus welchen Gründen auch immer mitten in der Wiese stand - Blick durch die zerstörten Fenster: Beschädigtes Mobiliar, alles Wertvolle incl. Orgel aber bereits ausgebaut - fast schon Kulisse für einen Gruselfilm...)
Sehr trauriger Bericht. Auch wenn Mutmachendes enthalten ist, was die neue Szene von Erstkontakten mit Orgel betrifft.
Die Situation in M-V zeigt, dass auch die von mir früher vertretene Auffassung, dass betriebsfähige oder gar gute Orgeln auch Organisten anziehen bzw. heranbilden, nicht uneingeschränkt zutrifft, jedenfalls nicht im ländlichen Raum.
Insbesondere junge Menschen suchen Freizeitbeschäftigungen lieber in größeren Orten, und dann der Instrumenten-Typus: Will man "Fluch der Karibik" oder gar Bach's d-moll-Toccata bringen, macht das auf einer 7/I/P-Orgel von Friedrich Friese oder Marcus Runge (dann noch mit einer Pneumatik, die nicht an die von MCVL immer wieder gerühmten süddeutschen Leistungen herankommt) wenig Spaß, selbst wenn die 8'-Lage schöne Farben aufweist. Wenn in der ohnehin ungeheizten Kirche dann auch noch die oft seltene Steckdose den Heizstrahler nicht schafft, abgesehen davon, dass, wenn überhaupt, nur am Tagesrand kein Bus zwischen Wohnadresse und Kirche verkehrt, muss das Begeistern für die Orgel tatsächlich auf Ballungsräume mit Museen, größeren Schulen, Stadtkirchen etc. konzentriert werden oder bleiben.