Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

Subbass1, Donnerstag, 07. Mai 2026, 21:36 (vor 114 Tagen)

https://www.sonntagsblatt.de/artikel/epd/gericht-gibt-ex-kantor-kaufbeuren-recht-kuendi...
Man höre und staune. Staunen kann man auch über die Unfähigkeit des Landeskirchenamts(!), eine Kündigung in der Probezeit(!) unfallfrei hinzubekommen (trotz der ganzen bestbezahlten Juristen). Leichter geht ja nicht. Aber vielleicht ist man ja selber Handeln gar nicht mehr so gewohnt, man gibt ja gerne Vieles an Externe, der Kirchensteuerzahler zahlt ja.
Zimperlich mit Zuschreibung schlechter Eigenschaften scheint die Frau Dekanin auch nicht zu sein. Schön, dass alles so zumindest etwas ans Licht kommt. Das haben die wohl eher nicht erwartet.
Man sieht hier auch, dass Anstellungen auf Kirchenkreis- oder gar Landeskirchenebene auch Nachteile haben: da kann man schnell versetzt werden, aus bestimmt nicht mal besonders schweren Gründen.
Interessant auch, dass eine Dekanin- oder Pfarrermeinung mehr zählen soll als die der wohl Mehrheit des Chores, Amtsvorgängers etc.

Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

perotin, Freitag, 08. Mai 2026, 00:18 (vor 114 Tagen) @ Subbass1
bearbeitet von perotin, Freitag, 08. Mai 2026, 00:47

Zimperlich mit Zuschreibung schlechter Eigenschaften scheint die Frau Dekanin auch nicht zu sein.

In der Tat nicht. Die "ausgeprägte narzisstische Persönlichkeitsstruktur" hätte sie sich aber besser verkniffen - das klingt nach psychiatrischer Diagnose, so etwas fällt eher nicht in den Zuständigkeits- und Kompetenzbereich einer Pfarrerin.

Daß Frank Oidtmann mitunter "selbstgerecht, unnachgiebig, konfrontativ und fordernd" wirkte (auf wen auch immer), können wir freilich nicht ausschließen. Vielleicht dachte man sich "Wenn er schon in der Probezeit so auftritt, was kommt danach?" und beschloss quasi eine "Notbremsung"...

Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

Subbass1, Freitag, 08. Mai 2026, 12:11 (vor 113 Tagen) @ perotin

Unnachgiebig, fordernd - ist ja gar nicht schlecht. Wenn es stimmt. Manche Pfarrer können eben keinen "starken" Kirchenmusiker vertragen. Schlimm genug, dass man nach jahrzehntelanger Tätigkeit in einer anderen Landeskirche woanders nochmal Probezeit absolvieren muss. Wurde eigentlich in Deutschland jemals schon mal ein Kimu gekündigt, weil er künstlerisch wenig bis nichts drauf hatte oder sich einen faulen Lenz machte? Fällt mir gerade gar nicht ein. Beim Nasenfaktor zieht ja grundsätzlich der Kimu den kürzeren gegen die verbeamtete Pfarrherrschaft.
Auch wenn es gut gemeint ist: die Aussagen wie "bundesweit bekannt" und "höchstqualifiziert" sind gar nicht nötig. Wenn jemand mit den ihm anvertrauten Menschen und Instrumenten gute und engagierte Arbeit macht, sehe ich keinen Grund für eine Kündigung.

Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

MAT @, Freitag, 08. Mai 2026, 13:09 (vor 113 Tagen) @ Subbass1

Mir fiele da schon wer ein...

--
Gruß
MAT

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Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 08. Mai 2026, 18:54 (vor 113 Tagen) @ Subbass1

Schlimm genug, dass man nach jahrzehntelanger Tätigkeit in einer anderen Landeskirche woanders nochmal Probezeit absolvieren muss.

Warum? Es ist doch nicht das Berufspraktikum nach dem Studienabschluss. Probezeit gibt es doch in jedere Branche, sogar beim (ev.) Pfarrpersonal (auch wenn es nicht so heißt und der Abbruch derselben mehr Zutaten verlangt als bei anderen).

Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

Subbass1, Freitag, 08. Mai 2026, 20:43 (vor 113 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Kommt immer darauf an, da gibt es üble Geschichten auch gegen Pfarrerinnen, z.B. hier (auch wenn ich es nicht in Einzelheiten beurteilen kann und mag).
https://www.david-gegen-mobbing.de/wp-content/uploads/DAVID-gegen-Mobbing_2024_01_14_Vo...
Hört sich aber eher unchristlich an. Überhaupt scheint mir gerade bei den bayerischen landeskirchlichen Christenmenschen Einiges diesbezüglich im Argen zu liegen.

Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

perotin, Freitag, 08. Mai 2026, 22:30 (vor 113 Tagen) @ Subbass1
bearbeitet von perotin, Freitag, 08. Mai 2026, 22:37

Wurde eigentlich in Deutschland jemals schon mal ein Kimu gekündigt, weil er künstlerisch wenig bis nichts drauf hatte oder sich einen faulen Lenz machte? Fällt mir gerade gar nicht ein.

Es gab durchaus Fälle von Kündigungen wegen versäumter Dienstpflichten. Bekanntestes Beispiel dürfte Samuel Kummer gewesen sein, das wurde hier im Forum ja diskutiert.

Ein weiterer Fall, der es in die Medien schaffte: HIER

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Wolfgang Gourgé @, Freitag, 08. Mai 2026, 19:54 (vor 113 Tagen) @ perotin

Zimperlich mit Zuschreibung schlechter Eigenschaften scheint die Frau Dekanin auch nicht zu sein.

In der Tat nicht. Die "ausgeprägte narzisstische Persönlichkeitsstruktur" hätte sie sich aber besser verkniffen - das klingt nach psychiatrischer Diagnose, so etwas fällt eher nicht in den Zuständigkeits- und Kompetenzbereich einer Pfarrerin.

...allerdings. Mit einem solchen Spruch sollte man sehr vorsichtig sein - erst recht, wenn diese Diagnose vor Ort nicht geteilt wird.

Daß Frank Oidtmann mitunter "selbstgerecht, unnachgiebig, konfrontativ und fordernd" wirkte (auf wen auch immer), können wir freilich nicht ausschließen. Vielleicht dachte man sich "Wenn er schon in der Probezeit so auftritt, was kommt danach?" und beschloss quasi eine "Notbremsung"...

...naja. O.'s langjährig dort tätiger Vorgänger widerspricht den negativen Beschreibungen vehement. Und für mich hat Gewicht, was er sagt - mehr Gewicht als die Meinung der Dekanin -, ebenso die der Kantorei, deren Mitglieder es ja wissen müssten und sich plausiblerweise kaum so für ihren Leiter einsetzen würden, träfe zu, was die Dekanin sagt.

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perotin, Sonntag, 10. Mai 2026, 01:01 (vor 112 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von perotin, Sonntag, 10. Mai 2026, 01:36

Daß Frank Oidtmann mitunter "selbstgerecht, unnachgiebig, konfrontativ und fordernd" wirkte (auf wen auch immer), können wir freilich nicht ausschließen. Vielleicht dachte man sich "Wenn er schon in der Probezeit so auftritt, was kommt danach?" und beschloss quasi eine "Notbremsung"...

...naja. O.'s langjährig dort tätiger Vorgänger widerspricht den negativen Beschreibungen vehement. Und für mich hat Gewicht, was er sagt - mehr Gewicht als die Meinung der Dekanin -, ebenso die der Kantorei, deren Mitglieder es ja wissen müssten und sich plausiblerweise kaum so für ihren Leiter einsetzen würden, träfe zu, was die Dekanin sagt.

In Anbetracht dessen dürfen wir sicherlich annehmen, daß Oidtmann kein ganz und gar schröcklicher Mensch ist ;-)
Irgendwas dürfte aber schon "vorgefallen" sein? Oder aber: man wollte plötzlich Geld sparen und die Stelle zu schlechteren Bedingungen neu besetzen...

Meinerseits war's das jetzt aber mit den Spekulationen!

Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

Subbass1, Montag, 11. Mai 2026, 14:37 (vor 110 Tagen) @ perotin

Hat sicher nichts mit Geld zu tun, eher mit "Nasen". Schade, dass man das, was man predigt, selbst eher nicht umsetzen mag oder kann. Wäre ich eines der komplett übergangenen Chormitglieder, würde ich mir überlegen, ob ich für diese Gemeinde noch weiter mit hohem zeitlichen und ideellen Aufwand ehrenamtlich tätig sein möchte. Immerhin gab es hier mit den ChorsängerInnen in gewisser Weise eine deutliche Stimme. Ginge es um einen Nur-Organist, sähe der evtl. Unterstützerkreis vermutlich dann doch deutlich schwächer aus. Eigentlich spielt die Orgel ja fast von allein und "zu viel" ist eher störend, sei es im Gottesdienst oder Konzert.

Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

kjz1, Freitag, 08. Mai 2026, 13:18 (vor 113 Tagen) @ Subbass1

Man sieht hier auch, dass Anstellungen auf Kirchenkreis- oder gar Landeskirchenebene auch Nachteile haben: da kann man schnell versetzt werden, aus bestimmt nicht mal besonders schweren Gründen.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht ein Pyrrhussieg war. Denn schon bald könnte dann eine Versetzung nach 'Hintertupfinghausen' erfolgen.

Sachen gibt's: Ein Kantor, dem die Kirchenmusik über alles geht

Subbass1, Freitag, 08. Mai 2026, 13:40 (vor 113 Tagen) @ kjz1

Da müsste man gleich wieder vor Gericht ziehen. Wenn die Voraussetzungen (instrumental, chormäßig etc ) dort wesentlich schlechter sind, dürfte das so nicht durchgehen. Juristische Klärung ist auch deswegen gut, weil die Kirchen und ihre angeblich wichtigen Leute glauben, immer und überall eine Extrawurst gebraten zu bekommen - und es gut ist, eine gewisse Diskrepanz zu den wohlgesetzten Worten sonntags und den Handlungen werktags aufzudecken. Hatte die Dekanin eigentlich auch eine Probezeit?

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