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Vorab ein Sicherheitshinweis: Lesen Sie dieses Buch nicht im Liegen - es könnte bei Ermüden schwere Gesichtsverletzungen verursachen!
Denn aus einem Projekt eines Mitforisten wurde eine gepflegt dicke Anthologie, obwohl sie einen sowohl regional als zeitlich eindeutig eingegrenzten Fokus hat: "Die Bamberger Orgelbauer des 19. Jahrhunderts" heißt die 670 Seiten starke Dokumentation, die sehr übersichtlich gegliedert ist in einen 80 Seiten umfassenden zeitlichen Überblicksteil, der die Einflüsse auf diese Epoche und Orgellandschaft beschreibt, einen 200 Seiten langen biographischen Teil, der akribisch den jeweiligen Lebensweg eines Orgelbauers bzw. einer Werkstatt nachzeichnet und mit Dokumenten belegt, und ein 360 Seiten langes Werksverzeichnis, in dem die Schicksale der von diesen Werkstätten erstellen Orgeln ausführlich dokumentiert sind.
Die "Lebensbilder" genannten Biographien sind spannend zu lesen, flüssig geschrieben, gut gegliedert und vermitteln viel vom Zeitkolorit, von Konkurrenz, Neid, Gutachtenschlachten, berechtigter und subjektiver Kritik und oft selbst- oder fremdverschuldetem Niedergang des Orgelbaus in einer Stadt, deren Dom in der ganzen Zeit keine einigermaßen funktionierende Orgel sein Eigen nennen konnte.
Das Werkverzeichnis pro Werkstatt ist gegliedert in jeweils einen Übersichtsteil mit Opusliste, danach ausführliche Einzeldarstellungen von Orgeln mit reichlich Archivmaterial und Fotos, eine Zusammenschau der Besonderheiten der individuellen Baumerkmale und eine Aufstellung der Mitarbeiter dieser Werkstatt.
Ein am Ende jedes Teils angehängtes Fußnoten- und Quellenwerk nach höchstem Standard und ein ebenso ausführliches Inhaltsverzeichnis macht die Navigation in diesem Kompendium zu einem Vergnügen und führt bei einer Suche nach einem bestimmten Opus sofort zum Ziel.
Ein kräftiger Einband hält das Ganze zusammen (und trägt mit zum oben erwähnten Gefahrenpotential bei), er trägt u.a. den Untertitel "Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte, Bd. 11", was zur Hoffnung Anlaß gibt, daß die anderen Bände dieser Reihe ein ähnliches Qualitätsniveau haben: Papier, Schrift und Fotoqualität lassen einem das Buch gerne in die Hand nehmen.
Harald Nehr darf sich hier als legitimer Nachfahre der zu Standardwerken gewordenen Fischer/Wohnhaas-Bände sehen und hat vermutlich alles, was diese im Nachlaß hinterlassen haben, zu einem großen Ganzen zusammengeführt. Daß der Preis für dieses Buch unter 50 EUR gehalten werden konnte, ist ein zusätzlicher Kaufanreiz; bestellt werden kann es unter diesem Link beim Imhof-Verlag.
Dem Verfasser kann zum Abschluß dieses Großprojekts von Herzen gratuliert werden - mögen es viele Interessierte erwerben und sich ein Bild von der auch damals schon aufregenden Zeit machen!
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Ergänzend sei auf seinen Online-Vortrag zu dieser Publikation hingewiesen.
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Danke, da bist du mir jetzt zuvorgekommen. Ich wollte auch etwas über die Publikation schreiben welche mir seit gut zwei Wochen vorliegt, aber erst nachdem ich mich etwas eingelesen habe, was bei dem gewichtigen Opus seine Zeit dauert.
Alles in allem kann ich bisher nur sagen: ich bin begeistert von der Akribie, von der Gliederung, vom fachlichen Inhalt und von der Aufmachung. Das ist alles von ungewöhnlich hoher Qualität.
Harald Nehr darf sich hier als legitimer Nachfahre der zu Standardwerken gewordenen Fischer/Wohnhaas-Bände sehen und hat vermutlich alles, was diese im Nachlaß hinterlassen haben, zu einem großen Ganzen zusammengeführt. Daß der Preis für dieses Buch unter 50 EUR gehalten werden konnte, ist ein zusätzlicher Kaufanreiz; bestellt werden kann es unter diesem Link beim Imhof-Verlag.
Und nicht nur das: vergleicht man Harald Nehrs Buch mit anderen Monographien über bayerische Orgelbauer des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wird man sofort feststellen, daß es sich auf einem ganz anderen Niveau bewegt. Das Werk wird in dieser Hinsicht für die Zukunft Maßstäbe setzen, es zeigt auf, daß es auch anders geht, als sich auf Fragebogenaktionen, Sekundärliteratur, "mündliche Mitteilungen" zu verlassen und statt dessen ein solches Opus mittels systematischer Arbeit in Archiven und Bibliotheken sowie gründlicher Untersuchungen der erhaltenen Instrumente anzugehen.
Ich kann hier nur noch einmal sagen: meinen allerhöchsten Respekt. Das Buch ist ein Must-have für jeden, der sich für den süddeutschen Orgelbau auch nur ein wenig interessiert.
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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)
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Daß der Preis für dieses Buch unter 50 EUR gehalten werden konnte, ist ein zusätzlicher Kaufanreiz; bestellt werden kann es unter diesem Link beim Imhof-Verlag.
Kleine Ergänzung: Das Buch kann auch bei jedem On- und Offline-Buchhändler bestellt werden.
Ich bin sehr froh und dankbar, dass Verleger, Herausgeber und Zuschussgeber für einen vertretbaren Preis sorgen konnten. Manche Kirchenpfleger dachten ernsthaft, ich fotografiere ihre Orgel, damit ich am Ende ne dicke Autorengage für meinen Bestseller bekomme. Dass Wissenschaftsliteratur ein Zuschuss- und Draufzahlgeschäft ist, wussten die wenigsten.
Ein Freizeitprojekt, das mir viel Freude gemacht hat, war es auf jeden Fall. Und so freut mich auch die positive Resonanz hier im Forum sehr.
Einen schönen Tag wünscht
Harald
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Daß der Preis für dieses Buch unter 50 EUR gehalten werden konnte, ist ein zusätzlicher Kaufanreiz; bestellt werden kann es unter diesem Link beim Imhof-Verlag.
Kleine Ergänzung: Das Buch kann auch bei jedem On- und Offline-Buchhändler bestellt werden.
Ich bin sehr froh und dankbar, dass Verleger, Herausgeber und Zuschussgeber für einen vertretbaren Preis sorgen konnten. Manche Kirchenpfleger dachten ernsthaft, ich fotografiere ihre Orgel, damit ich am Ende ne dicke Autorengage für meinen Bestseller bekomme. Dass Wissenschaftsliteratur ein Zuschuss- und Draufzahlgeschäft ist, wussten die wenigsten.
Das ist mir auch schon untergekommen. In einem Fall, der schon Jahre zurück liegt, wollte man mir sogar das Fotografieren einer Orgel untersagen, weil man dachte, das Bild wird für kommerzielle Zwecke verwendet.
Den wenigsten ist auch bewußt, was für ein Zeitaufwand und (vor allem wenn das Gebiet geographisch gesehen nicht gerade vor der Haustüre liegt) manchmal für eine logistische Herausforderung ein solches Projekt bedeutet.
Ein Freizeitprojekt, das mir viel Freude gemacht hat, war es auf jeden Fall. Und so freut mich auch die positive Resonanz hier im Forum sehr.
Auf jeden Fall, es muß Freude machen und man muß es mit Begeisterung betreiben, alles andere führt zu nichts.
Einen schönen Tag wünscht
Harald
Den wünsche ich auch allen Mitlesenden
Mark (den sein aktuelles Vorhaben beispielsweise Donnerstag nächste Woche ins Stadtarchiv Dingolfing führt und der gerade an den Akten zu der Orgel in seiner Signatur sitzt - darin eine gestochen scharfe Aufnahme der Mitterreither-Orgel)
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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)