Frage zu hölzernen Konduktenblöcken anstelle Bleiröhren

MCVL @, Freitag, 15. Mai 2026, 18:30 (vor 104 Tagen)

Hallo zusammen,

noch mit den Orgelbauten von Ignaz Weise für die Bezirksämter Eggenfelden und Grafenau beschäftigt, habe ich schon mal die Digitalfotos der Akten der für den Amtsbezirk Griesbach gelieferten Instrumente geordnet.
Dabei habe ich die Akten zum Neubau Bayerbach an der Rott 1918 überflogen. Bayerbach stellt definitiv die letzte von Ignaz Weise konzipierte und ausgeführte Orgel dar und war gleichzeitig auch das letzte "klassische" Translationswerk aus Plattling.

Wegen extremer Materialknappheit war Weise dazu gezwungen, für die pneumatische Steuerung anstelle von Bleiröhren größtenteils hölzerne Konduktenblöcke zu verwenden, die vermutlich dann durch kurze Bleirohrabschnitte, besonders an den gebogenen Passagen, verbunden wurden.
Diese Konduktenblöcke haben sich offenbar nicht bewährt (Schwundrisse ?), so daß sie in den späten 1920er Jahren von Becker & Hiendl durch die konventionellen Metallröhren ersetzt wurden.

Ist jemand schon einmal eine vergleichbare Ausführung untergekommen?

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Frage zu hölzernen Konduktenblöcken anstelle Bleiröhren

bot @, Freitag, 15. Mai 2026, 20:04 (vor 103 Tagen) @ MCVL

Ja das gab es in Böhmen bei Gebrüder Brauner, Mährisch Neustadt zumindest in den 1890er Jahren, funktioniert aber dort bis heute.

Frage zu hölzernen Konduktenblöcken anstelle Bleiröhren

MCVL @, Freitag, 15. Mai 2026, 21:15 (vor 103 Tagen) @ bot
bearbeitet von MCVL, Freitag, 15. Mai 2026, 21:50

Ja das gab es in Böhmen bei Gebrüder Brauner, Mährisch Neustadt zumindest in den 1890er Jahren, funktioniert aber dort bis heute.


Vielen Dank für den Hinweis. Wie sind dort die gebogenen Abschnitte gelöst? Sind dort Metallröhren eingesetzt? Und welche Länge besitzen die Blöcke bei Brauner? Ich versuche mir ein Bild zu machen, wie es tatsächlich bei Weise ausgesehen haben könnte. Selbst wüsste ich schon, wie ich es anlegen würde, aber das muss ja nichts bedeuten.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Frage zu hölzernen Konduktenblöcken anstelle Bleiröhren

Uli Skriwan @, Zwischen Inn und Salzach, Sonntag, 17. Mai 2026, 00:23 (vor 102 Tagen) @ MCVL

Ja das gab es in Böhmen bei Gebrüder Brauner, Mährisch Neustadt zumindest in den 1890er Jahren, funktioniert aber dort bis heute.

Vielen Dank für den Hinweis. Wie sind dort die gebogenen Abschnitte gelöst? Sind dort Metallröhren eingesetzt? Und welche Länge besitzen die Blöcke bei Brauner? Ich versuche mir ein Bild zu machen, wie es tatsächlich bei Weise ausgesehen haben könnte. Selbst wüsste ich schon, wie ich es anlegen würde, aber das muss ja nichts bedeuten.

Bei den noch erhaltenen Konduktenblöcken in der 1911 umgebauten Brauner-Orgel von Großarl gibt es keine gebogenen Rohre. Die Messingröhren laufen gerade vom Spieltisch nach hinten in die mehrlagigen Blöcke hinein, die wie "pneumatische Wellenbretter" funktionieren: hier wird die Abgangsteilung des Spieltisches nach oben aufgefächert. Die Blöcke sind also so Breit wie die Windlade. An der Oberkante saßen früher kleine Keilbälgchen zur Betätigung der Windladenrelais. Hans Mertel hat dann die Bälgchen durch eine Membranleiste ersetzt.
Viele Grüße Uli

Frage zu hölzernen Konduktenblöcken und Ignaz-Weise-News

MCVL @, Sonntag, 17. Mai 2026, 21:36 (vor 101 Tagen) @ Uli Skriwan

Wunderbar, Uli, vielen Dank.

Ich habe mir es etwas anders vorgestellt, in etwa, daß der Konduktenblock in der vom Spieltisch kommenden Teilung bis kurz vor das Relais geführt und dort dann mit Metallröhren auf die Windladenteilung gebracht wird.

Sobald ich das Bezirksamt Griesbach angreife, werde ich natürlich auch die Akten zu Bayerbach transkribieren, aus dem dünnen Bezirksamtsakt geht nicht viel hervor, aber der Orgelakt aus dem Pfarrarchiv ist sehr umfangreich.
Jedenfalls wurde die Orgel unter widrigsten Umständen gebaut und fertiggestellt, die Mitarbeiter von Weise waren alle an der Front und es standen ihm nur Azubis und angelernte weibliche Hilfskräfte zur Verfügung, die zudem auch noch Rüstungsgüter herstellen mussten.
Vielleicht findet sich auch etwas dazu, wo die Hechenberger-Orgel von 1895 abgeblieben ist. Bei Brenninger Lkr. Griesbach ist das etwas unscharf dargestellt, in Bayerbach wurde während des I. Weltkriegs eine neue Kirche erbaut und deshalb kam es auch zum Neubau durch Weise. Warum man nicht die Hechenberger-Orgel in die neue Kirche übernommen hat, findet sich vielleicht in den Akten.

Übrigens habe ich nun für dieses Jahr schon den fünften bislang unbekannten Neubau von Ignaz Weise ermitteln können: Expositurkirche Büchlberg 1913.

Und von der Werkliste kann der Neubau für die Franziskanerkirche Ingolstadt 1906 gestrichen werden, das war lediglich eine Überholung und evtl. geringfügige Umgestaltung der vorhandenen Orgel, die in der Grundsubstanz offensichtlich erhaltene Kaspar König-Orgel der 1740er Jahre.

Es tauchen immer mehr Überraschungen auf.


Viele Grüße

Mark

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

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