Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

Subbass1, Donnerstag, 28. Mai 2026, 14:45 (vor 90 Tagen)

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.organistin-klagt-erfolgreich-geheimes-pro...

Auch von Kirchen Beschäftigte hätten grundsätzlich Anspruch auf Einsicht in vollständige Personalakte.

So ganz normal - ohne Extrawurst? Sowas. Man war ja sogar beim Bundesverfassungsgericht - auf Kirchensteuerzahlerkosten, versteht sich. Jetzt werden sogar die ehrenamtlichen Mitglieder mit ihren unehrenhaften Äußerungen und Hobbydiagnosen konfrontiert - glücklicherweise namenlos.
Eine Anhörung der Betreffenden hielt man ja nicht für nötig. Die Sache ging über Jahrzehnte. Man denkt sich seinen Teil.

Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

ArnezN, Donnerstag, 28. Mai 2026, 16:16 (vor 90 Tagen) @ Subbass1

Jetzt wär die Sicht der anderen Seite interessant. Natürlich menschelt es bei Kirchens nicht weniger, als "draußen", aber völlig aus dem Nichts wird es ja zu der Situation auch nicht gekommen sein, zumal es hier nicht um eine Fehde zwischen zwei Einzelpersonen zu gehen scheint, sondern um ein ganzes Gremium als Entscheidungsträger.
Als Leser dieser Meldung weiß ich jetzt auch nicht mehr, als die Kirchenmusikerin offenbar 20 Jahre lang wusste. Wie soll man sich da sinnvoll seinen Teil denken?

Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 28. Mai 2026, 18:27 (vor 90 Tagen) @ ArnezN
bearbeitet von Karl-Bernhardin Kropf, Donnerstag, 28. Mai 2026, 19:01

Jetzt wär die Sicht der anderen Seite interessant. Natürlich menschelt es bei Kirchens nicht weniger, als "draußen", aber völlig aus dem Nichts wird es ja zu der Situation auch nicht gekommen sein, zumal es hier nicht um eine Fehde zwischen zwei Einzelpersonen zu gehen scheint, sondern um ein ganzes Gremium als Entscheidungsträger.
Als Leser dieser Meldung weiß ich jetzt auch nicht mehr, als die Kirchenmusikerin offenbar 20 Jahre lang wusste. Wie soll man sich da sinnvoll seinen Teil denken?

Keine Glanzstunde des Kirchenapparats, aber ich sehe das gerade aus meiner Erfahrung als MAV-Mitglied auch so. Und unehrenhafte Hobby-Diagnosen... das haben wir im Forum auch! Macht sie natürlich nicht edler...

Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

Karsten @, Donnerstag, 28. Mai 2026, 18:41 (vor 90 Tagen) @ Subbass1

Hallo!

Weitere Hintergründe dazu:
https://www.david-gegen-mobbing.de/dokumente-zu-konfliktfaellen/
Ganz runterscrollen.

Gruß
Karsten

Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 28. Mai 2026, 19:19 (vor 90 Tagen) @ Karsten

Ja, da ist jetzt viel Wortlaut enthalten, aber der der "für mich sehr nachteiligen Rüge" leider nicht. Fände ich aber interessant. Die Aussage des Bezirkskantors, die versetzen zu müssen, aber die Gründe nicht nennen zu dürfen... sehr seltsam.
Aber selbst hier in einer Gemeinde der Stadt: Pastor sehr nett, Kantor sehr nett, trotzdem Streit, trotz Mediation Hausverbot, Schlössertausch, Kündigung... geht oft erstaunlich schnell. Und wenn man beide kennt, war es fast unvorstellbar. Wie bei Eheleuten.

Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

Subbass1, Donnerstag, 28. Mai 2026, 19:25 (vor 90 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Da ist noch mehr "seltsam". Z.B. schon Stichwort "rechtliches Gehör", die sog. "Kirchengerichte", unzulässige Befristungen, schwarze Personalakte etcetc. Und natürlich mal wieder ein Herr Pfarrer in der Hauptrolle. Der Herr Bezirkskantor (ist/war das Herr Johannsen?) scheint mir auch nicht der Mutigste zu sein.
Aber egal, Hauptsache "das Wichtigste" läuft: Immer weiter gut und professionell betteln zu gehen für Organistenspielzeuge. Wäre ich Spender, würde ich denen was husten...

Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

ArnezN, Donnerstag, 28. Mai 2026, 21:20 (vor 90 Tagen) @ Subbass1

Genau! Endlich sagt's mal wer. Und das alles bei dem vielen Geld, das die Kirche besitzt. Und die Kreuzzüge sollte man auch nicht vergessen! Alles selbstherrliche Schurken in Talaren und selbstverliebte Musiker im Elfenbeinturm. Und die dummen Schafe (=Neben- und Ehrenamtler) lassen sich fleißig ausnutzen.

Hab ich was vergessen? Hat schon wer Bingo?

Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 28. Mai 2026, 23:23 (vor 90 Tagen) @ Subbass1

Da ist noch mehr "seltsam". Z.B. schon Stichwort "rechtliches Gehör", die sog. "Kirchengerichte", unzulässige Befristungen, schwarze Personalakte etcetc. Und natürlich mal wieder ein Herr Pfarrer in der Hauptrolle. Der Herr Bezirkskantor (ist/war das Herr Johannsen?) scheint mir auch nicht der Mutigste zu sein.
Aber egal, Hauptsache "das Wichtigste" läuft: Immer weiter gut und professionell betteln zu gehen für Organistenspielzeuge. Wäre ich Spender, würde ich denen was husten...

Dass Herr oder Frau Pfarrer die Hauptrolle haben, ist manchmal bedauerlich, manchmal aber die letzte Rettung. Bei einer anderen Gemeinde hier gab es auch Knatsch: Im Kirchengemeinderat, der nur 5 oder 6 Personen umfasste (incl. Pastor), war eine etwas eingeschränkte Person (es geht hier nicht um den Menschneswert, sondern um die Leitungskompetenz), die grundsätzlich wie ihr Sitznachbar abstimmte. Der wiederum war auch meist etwas überfordert und hielt sich an den Pastor. Das ist dann schon die Mehrheit. Die Aufgaben eines evangelischen KGR sind vielfältig. Kirchlich-geistliche, finanzielle, bauliche und Personal-Fragen. Unser KGR hat jetzt nach Fusion 28 Personen, da sind schon zwei Anwält:innen drin, drei Ingenieure, Sozialarbeiter Klein- und mittlere Unternehmer - die haben schon etwas eigenen Sachverstand. Die unterschiedlich motivierten Fachkräfte, die seitens des Kirchenkreises zur Beratung hinzugezogen erden können oder müssen, ergänzen das.

Im kleinen Kaff hat man bestenfalls Glück, spezielle Fachkenntnisse vorzufinden oder zumindest langjährige Erfahrung mit der Gemeindeleitung. Die Pfarrperson ist in manchen Themen am besten ausgebildet, meist aber, und auch das ist nicht ganz verkehrt, zumindest selbstbewusst im Entscheiden.

Katholisch ist das, so weit ich mich erinnere, anders geregelt. Der KGR berät den Pfarrer, man könnte sagen: nickt ab. Entscheidungen des Ordinariats oder Generalvikars sind zu akzeptieren. Funktioniert auch, nur halt anders.

Beide Modelle bringen die jeweilige Kirche im Arbeitgeber-Ranking nicht wirklich nach vorn, so weit kann ich dem Unterton hier im Subbass folgen. Aber nicht alle Leitungspersonen sind auf Selbstbeweihräucherung aus. Ich erlebe seit 19 Jahren bei uns Wertschätzung für alle Mitarbeiter:innen und großes Engagement.
In unserem KGR heißt Mitarbeit: Monatlich und das möglichst auf die volle mehrjährige Amtszeit eine 2h-Sitzung, dazu Mitarbeit in mindestens einem Ausschuss (üblicherweise eine weitere monatliche Sitzung). Dann sollte man naürlich auch Veranstaltungen seiner Gemeinde mitmachen, um zu sehen, wie es läuft. Das ist in familiärem Kontext schon recht ehrenwert, demnach ein Ehren-Amt.

Sachen gibt's (2): Die Kirche und ihre Personalakten

3rd_astronaut, Donnerstag, 28. Mai 2026, 21:31 (vor 90 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

hmm, diese "rüge" kannte fr. ostmann ja die ganze zeit ("2006 wurde ihr jedoch für sie völlig überraschend im Anschluss an eine nicht-öffentliche Kirchengemeinderatssitzung, an der sie nicht teilnehmen durfte, mitgeteilt, sie würde nun nur noch als „Springerin“ eingesetzt." -- und springerdienste wurden nicht abgerufen bzw fürs dekanat stuttgart vom dekan untersagt), aber das sitzungsprotokoll blieb geheim (und das würde *mich* interessieren).

was ich mich gefragt habe, ob bei einem bestehenden arbeitsvertrag (anteilige stelle über viele jahre) nicht erstmal gemahnt werden muss vor so einem einschneidenden schritt? und die mahnung muss einen grund enthalten?

der KV muss sie irgendwie für verrückt erklärt haben, aber ich sage mal so, "nicht ausfällig werdende verrückte", die orgeldienste leisten, gibt es genügend (und das ist ja auch gut so). ich hätte bei so einem schritt und solcher verschwiegenheit angenommen, dass jemand bedroht, unsittlich angegangen, unflätig belästigt o.ä. worden wäre. das war aber nicht der fall, sonst wäre die KM nicht auch nach erstreitung des protokolls an die öffentlichkeit getreten?

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