Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Florian-L @, Montag, 27. Januar 2014, 10:11 (vor 4596 Tagen)

Hallo!

Nachdem bereits seit geraumer Zeit keine Termine zur Zulassungsprüfung angeführt werden, habe ich nun auf telefonische Anfrage erfahren, dass am Standort Salzburg die Studienrichtung "Katholische und Evangelische Kirchenmusik" in Hinkunft nicht mehr angeboten wird.

Gruß, Florian

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Contrebasson 32' @, Wien, Montag, 27. Januar 2014, 12:16 (vor 4596 Tagen) @ Florian-L

Hallo!

Nachdem bereits seit geraumer Zeit keine Termine zur Zulassungsprüfung angeführt werden, habe ich nun auf telefonische Anfrage erfahren, dass am Standort Salzburg die Studienrichtung "Katholische und Evangelische Kirchenmusik" in Hinkunft nicht mehr angeboten wird.

Gruß, Florian

Dass ist beschämend für einen Standort mit so reicher Kirchenmusiktradtion wie Salzburg, aber man darf nicht vergessen, dass Kirchenmusik in Österreich von wenigen Ausnahmen abgesehen eine brotlose Kunst ist.

Mit besten Grüßen aus Wien
Contrebasson 32'

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

untersatz32, Montag, 27. Januar 2014, 13:27 (vor 4596 Tagen) @ Contrebasson 32'

Angesichts der allgemein rückgehenden Tendenz wundert mich das nicht, zumal ob der schlechten Berufsaussichten (Auskommen) in Felix Austria 2x nicht...

Leider.

TH

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Wolfgang Gourgé @, Montag, 27. Januar 2014, 23:24 (vor 4596 Tagen) @ untersatz32

Angesichts der allgemein rückgehenden Tendenz wundert mich das nicht, zumal ob der schlechten Berufsaussichten (Auskommen) in Felix Austria 2x nicht...

Leider.

TH

....ich habe dafür kein Verständnis. Gerade Salzburg! Eine Stadt, randvoll mit historischen Kirchen und einer Orgellandschaft, die von neuen Instrumenten wie der Eule im großen Mozarteum-Saal über "Exoten" wie die Freiluft-Orgel aus den 1920ern im Toscaninihof bis zu historischen Orgeln wie der Mauracher in der Kollegienkirche oder der Egedacher-Brüstungsorgel von 1770 in St. Michael reicht, und das in der Innenstadt alles dichtgedrängt. Für mich eine Fehlentscheidung, zumal in einer Stadt, die international als Musikstadt schlechthin gilt.

Gruß,
Wolfgang

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

untersatz32, Dienstag, 28. Januar 2014, 00:34 (vor 4595 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Tja, fatalistischerweise sage ich mal, was wollen die denn machen, wenn sie keine Studenten mehr haben?
Die "jungen wilden Asiaten" gehen auch nach Wien, Graz, Feldkirch etcetc, vielen ist das egal, wo sie studieren.
Traurig, aber symptomatisch.

Solange ich dann auch noch so grausliche Nettolohnschilderungen sehe, wie im Link im Nebenthread, und dann höre, dass es in Austria noch weniger gibt...

Bin ich echt froh, dass ich da bin, wo ich bin.

Beschämend, so eine Kulturpolitik, aber man erntet dass, was man säht.

Grüsse

Thomas

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

untersatz32, Dienstag, 28. Januar 2014, 00:35 (vor 4595 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

... und gleich drei grosse Metzlerinnen...

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Florian-L @, Dienstag, 28. Januar 2014, 08:24 (vor 4595 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

....ich habe dafür kein Verständnis. Gerade Salzburg! Eine Stadt, randvoll mit historischen Kirchen und einer Orgellandschaft, die von neuen Instrumenten wie der Eule im großen Mozarteum-Saal über "Exoten" wie die Freiluft-Orgel aus den 1920ern im Toscaninihof bis zu historischen Orgeln wie der Mauracher in der Kollegienkirche oder der Egedacher-Brüstungsorgel von 1770 in St. Michael reicht, und das in der Innenstadt alles dichtgedrängt. Für mich eine Fehlentscheidung, zumal in einer Stadt, die international als Musikstadt schlechthin gilt.

Die Studienrichtungen Konzertfach Orgel und Musikpädagogik mit Hauptfach Orgel wird es weiterhin geben.

Gruß, Florian

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 28. Januar 2014, 13:26 (vor 4595 Tagen) @ Florian-L

Brutal gesagt, finde ich den Verlust eines weiteren Standortes in Österreich völlig O.K.
Es hätte natürlich auch Graz sein können, wäre auch egal.
Zwei Studienorte sind für dieses Hinterland ausreichend*, will man nicht nur elfenbeintürmig ausbilden, sondern auch für einen Arbeitsmarkt. Und der ist, wie schon zuvor gesagt, sehr dünn.

*) Wobei das Salzburger Studenten-Hinterland vor allem aus Bayern bestanden hat...

Auf der Kirchenmusikertagung für M-V letzte Woche hat Dr. Schneider (erst auf Nachfrage) in seinem Bericht vom Greifswalder Institut Studentenzahlen genannt. Im untere(s)ten zweistelligen Bereich. Wie will man da einen Institutschor machen? Klar gibt es andere Lösungen, dort aber gibt es z. B. auch gar keine Schulmusiker, die man zumindest zur Prüfung chartern könnte, "nur" Musikwissenschaftler.
In Graz ist die Lage ähnlich, auch andere Orte könnten hier von Insidern benannt werden.
Ich finde, ein Institut soll auch rund laufen. Vier Chorstimmen sollten mit mehreren Personen besetzt werden können, es sollte mehrere Orgellehrer zur Auswahl geben und natürlich auch einen Standort, an dem in der freien Wildbahn auch etwas läuft.
Diese Meinung bilde ich mir aus interner, wenn auch teilweise etwas veralteter Kenntnis der Situationen von Wien, Saarbrücken, Mainz, Hamburg, Lübeck, Graz.

Aufgrund der Volksfrömmigkeit ist es ja in Österreich keineswegs so, dass mit dünnem Stellenplan eine musikalisch schweigende Kirche gepflegt wird. Nein, die Orgeln werden gespielt (auch noch neu gebaut), Chöre schaffen mitunter Respektables.

Es sind halt andere Strukturen als man sie in der BRD kennt - oder zumindest kannte. Ist ja auch regional und konfessionell - dies zudem ja aufeinander bezogen - unterschiedlich.

Die jetzt bzw. künftig nicht mehr in Salzburg Studierenden wurden/werden hoffentlich Überlebensbeiträge für andere Standorte, auf dass dort der Laden etwas mehr brumme.

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Evacuant, Dienstag, 28. Januar 2014, 20:13 (vor 4595 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Die jetzt bzw. künftig nicht mehr in Salzburg Studierenden wurden/werden hoffentlich Überlebensbeiträge für andere Standorte, auf dass dort der Laden etwas mehr brumme.

Für die Kirchenmusikwilligen im Salzburger Einzugsbereich ist das ein Signal: "Wir brauchen keine Kirchenmusikstudis."
Die studieren dann halt was anderes und betreiben Kirchenmusik als Hobby.

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

orgelwilli @, Mittwoch, 29. Januar 2014, 19:48 (vor 4594 Tagen) @ Evacuant

Ich befürchte, daß in Zukunft auch in Deutschland Ausbildungsstätten für Kirchenmmusik geschlossen werden. Es werden einfach nicht mehr so viele Kirchenmusiker "gebraucht"!

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Evacuant, Mittwoch, 29. Januar 2014, 21:30 (vor 4594 Tagen) @ orgelwilli

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 29. Januar 2014, 23:19 (vor 4594 Tagen) @ Evacuant

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

stein @, Donnerstag, 30. Januar 2014, 09:37 (vor 4593 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Das es in Deutschland früher oder später zu ähnlichen Situationen wie in Frankreich kommen wird, kann man sich immer leichter vorstellen.
Es überschlagen sich die Ereignisse.
Wenn erst einmal das Kirchensteuersystem gefallen ist, wird sich die momentan noch künstlich am Leben gehaltene Situation noch rapider verändern.
Kirchenmusik wird dann nur noch im engagierten Nebenamt ausgeführt.

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Evacuant, Samstag, 01. Februar 2014, 16:19 (vor 4591 Tagen) @ stein

In der neuen "Musica Sacra" geht Paul Thissen unter dem Titel "Hat die Kirchenmusik eine Zukunft?" auf die Problematik der zukünftigen finanziellen Ressourcen der Kirche in Deutschland ein, schreibt dann aber:

"Die größte Gefährdung der Kirchenmusik ... resultiert meines Erachtens z. Zt. aus dem Rückgang der Studierendenzahlen bzw. aus dem teilweise schon im ersten Semester formulierten Entschluss von immer mehr Studierenden, nicht in den Beruf gehen zu wollen. Es ist höchst bedenklich, dass wir selbst hervorgehobene Stellen nicht selten nur mit großen Schwierigkeiten besetzen können."

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

mh @, Samstag, 01. Februar 2014, 17:33 (vor 4591 Tagen) @ Evacuant

Den -durchaus lesenswerten- Beitrag hätte man sich fast sparen können. Ein Hinweis auf die drei Stellenanzeigen (Dekanatskantor, B-Stelle, C-Stelle) genügt.
Im Downloadbereich dieser Ausgabe ist übrigens eine imposante Liste mit Satzfehlern, die ein Kollege im Carus-Chorbuch zum Gotteslob gefunden hat.
Gruß
MH

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

florianf, Graz (A), Donnerstag, 30. Januar 2014, 23:38 (vor 4593 Tagen) @ Evacuant

in NÖ ist anscheinend kein Überschuss an KiMus ;)
http://noe.orf.at/news/stories/2585056/

Organola

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Freitag, 31. Januar 2014, 09:38 (vor 4592 Tagen) @ florianf

in NÖ ist anscheinend kein Überschuss an KiMus ;)
http://noe.orf.at/news/stories/2585056/

Wie läuft das eigentlich mit so einer Organola? Registrierungen kann man damit doch wohl nicht einstellen/verändern, oder? Wenn man den Gottesdienstbesuch falsch eingeschätzt hat, spielt das Ding die ganze Zeit im Plenum?

Organola

otto krämer, Freitag, 31. Januar 2014, 10:20 (vor 4592 Tagen) @ Rochus Schmitz

...das ist den Ausführenden doch völlig egal, was da erklingt.
Nicht egal ist, das diese Maschine nach dem Kauf erst einmal keine weiteren Kosten verursacht.
Darum geht es doch!
Wer so etwas anschafft, gehört für mich überall hin, aber nicht in die Kirche.
Gruß,
Otto

Organola

Solcena ⌂ @, Freitag, 31. Januar 2014, 11:59 (vor 4592 Tagen) @ Rochus Schmitz

Wie läuft das eigentlich mit so einer Organola? Registrierungen kann man damit doch wohl nicht einstellen/verändern, oder? Wenn man den Gottesdienstbesuch falsch eingeschätzt hat, spielt das Ding die ganze Zeit im Plenum?

Ja, das könnte bei diesem Teil tatsächlich ein Problem sein, denn grundsätzlich funktioniert es sowohl bei pneumatischen, als auch bei mechanischen und elektrischen Orgeln.
Ich denke, damit ist auszuschließen, dass irgendetwas an der Registrierung geändert werden kann, außer man schult einen Emporengänger zum Registranten um :-)
Die Organola wird auch nur "auf das Manual" gesetzt, von daher dürften Vorspiele mit sanften 8- und 4-füßigen Stimmen auf dem Nebenmanuale auch unmöglich sein.
Kenne aber auch noch keine Gemeinde, die so etwas einsetzt.

Gruß
Martin

Organola

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Freitag, 31. Januar 2014, 14:03 (vor 4592 Tagen) @ Solcena

Kenne aber auch noch keine Gemeinde, die so etwas einsetzt.

Diese Überlegungen fand ich dazu ganz interessant.

Organola

jrbecker @, Freitag, 31. Januar 2014, 14:26 (vor 4592 Tagen) @ Solcena

...

Kenne aber auch noch keine Gemeinde, die so etwas einsetzt.

Gruß
Martin

Hallo Martin,

das ist aber seltsam, denn in dem verlinkten Artikel heißt es doch, "dass es in Deutschland sehr üblich ist, dass Orgeln mit Computerunterstützung bespielt werden."

Was bitteschön meint denn "sehr üblich"?

Fragt sich
Jörg

Organola

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Freitag, 31. Januar 2014, 16:15 (vor 4592 Tagen) @ jrbecker

Kenne aber auch noch keine Gemeinde, die so etwas einsetzt.

Gruß
Martin


Hallo Martin,

das ist aber seltsam, denn in dem verlinkten Artikel heißt es doch, "dass es in Deutschland sehr üblich ist, dass Orgeln mit Computerunterstützung bespielt werden."

Was bitteschön meint denn "sehr üblich"?

Na ja, das ist ja erstmal kein Widerspruch. Ich kenne auch keine Gemeinde, die das Ding einsetzt, trotzdem kann es natürlich "sehr üblich" sein, was ich übrigens nicht glaube. Dann hätte man davon schon mehr gehört. Ich hab übrigens im Hinterkopf, daß solche Automaten in manchen Bistümern sogar verboten sind, kann aber dazu nichts finden (Kirchliches Amtsblatt?). Hab ich einfach nur gut geträumt?

Organola

Orlos @, Freitag, 31. Januar 2014, 16:42 (vor 4592 Tagen) @ Rochus Schmitz

Bei uns im Bistum Limburg gab es tatsächlich vor einiger Zeit den "Befehl", diese Geräte nicht mehr einzusetzen. Ich kenne nur eine einzige Gemeinde, die so ein Gerät hat, allerdings in Verbindung mit einer elektronischen "Orgel" (also keine echte Organola). Wie das in der Praxis funktioniert, weiß ich nicht und will es auch gar nicht wissen.
Vielleicht leben wir hier unter den Seligen, aber noch haben wir genug Organisten und auch entsprechenden Nachwuchs, um alle Gemeinden ausreichend zu versorgen.

Organola

Florgel @, Freitag, 31. Januar 2014, 17:40 (vor 4592 Tagen) @ Orlos

Im Bistum Regensburg wird sowas nicht gerne gesehen. Ich erinnere mich auch an ein entsprechendes Verbot.
In der Region ist mir eine Stadtpfarrkirche(!) bekannt, in der sowas zum Einsatz kommt.

Organola

fluteceleste @, Dienstag, 27. Februar 2018, 10:33 (vor 3104 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von fluteceleste, Dienstag, 27. Februar 2018, 10:45

Wie läuft das eigentlich mit so einer Organola? Registrierungen kann man damit doch wohl nicht einstellen/verändern, oder? Wenn man den Gottesdienstbesuch falsch eingeschätzt hat, spielt das Ding die ganze Zeit im Plenum?


Ja, das könnte bei diesem Teil tatsächlich ein Problem sein, denn grundsätzlich funktioniert es sowohl bei pneumatischen, als auch bei mechanischen und elektrischen Orgeln.
Ich denke, damit ist auszuschließen, dass irgendetwas an der Registrierung geändert werden kann, außer man schult einen Emporengänger zum Registranten um :-)
Die Organola wird auch nur "auf das Manual" gesetzt, von daher dürften Vorspiele mit sanften 8- und 4-füßigen Stimmen auf dem Nebenmanuale auch unmöglich sein.
Kenne aber auch noch keine Gemeinde, die so etwas einsetzt.

Gruß
Martin

In Kicklingen bei Augsburg ist man sehr zufrieden mit dem Tasten-Kick durch Organola . Immerhin haben die Schwaben lieber die Heizung eingespart als den Orgelroboter..

[image]
Wie man sieht, können hier feste Kombinationen sehr nützlich sein („piano“ ist gedrückt).

Zur Bedienung heißt es wie folgt:
“Bis dahin bereitet Pfarrer Sinz den Ablauf des Gottesdienstes zu Hause am Laptop vor. Per Mausklick wählt er Lieder aus einem umfangreichen Repertoire aus und fügt sie in ein Formular ein. Den Ablauf speichert er auf einem USB-Stick, den er mitsamt eines Regieblatts an die Frauen gibt, die Orgeldienst haben. Sie nehmen die Organola vor jedem Gottesdienst aus einem eigens dafür umgebauten, verschließbaren Computertisch und befestigen sie auf dem Orgelmanual. Der USB-Stick wird in das Steuergerät gesteckt und auf Knopfdruck beginnt die Orgel zu spielen. Nur ab und an muss ein Register gezogen werden, zum Beispiel, um nach dem Vorspiel die Tonlage zu ändern.“ [Tonlage, soso, aha..]

Es gibt also einen „Orgeldienst“, der die Bedienung übernimmt. Bei modernen Spieltischen kann man über den Computer aber sicher auch die Registrierung steuern.
[image]
Das schmerzt schon, eine so schöne historische Orgel (Steinmeyer 1922) von einem kalten, schnöden Tastenknecht malträtiert zu sehen. Doch: Sonst müsste sie wohl schweigen..Und nicht zuletzt:

“Der frühere Organist spielte immer recht langsam, bei der Organola dagegen lässt sich das Tempo variieren“.

Dazu fällt mir jetzt auch nix mehr ein...

Organola

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 27. Februar 2018, 14:13 (vor 3104 Tagen) @ fluteceleste

Wie läuft das eigentlich mit so einer Organola? Registrierungen kann man damit doch wohl nicht einstellen/verändern, oder? Wenn man den Gottesdienstbesuch falsch eingeschätzt hat, spielt das Ding die ganze Zeit im Plenum?


Ja, das könnte bei diesem Teil tatsächlich ein Problem sein, denn grundsätzlich funktioniert es sowohl bei pneumatischen, als auch bei mechanischen und elektrischen Orgeln.
Ich denke, damit ist auszuschließen, dass irgendetwas an der Registrierung geändert werden kann, außer man schult einen Emporengänger zum Registranten um :-)
Die Organola wird auch nur "auf das Manual" gesetzt, von daher dürften Vorspiele mit sanften 8- und 4-füßigen Stimmen auf dem Nebenmanuale auch unmöglich sein.
Kenne aber auch noch keine Gemeinde, die so etwas einsetzt.

Gruß
Martin

In Kicklingen bei Augsburg ist man sehr zufrieden mit dem Tasten-Kick durch Organola . Immerhin haben die Schwaben lieber die Heizung eingespart als den Orgelroboter..

[image]
Wie man sieht, können hier feste Kombinationen sehr nützlich sein („piano“ ist gedrückt).

Hab ne Idee für einen netten "Virus", als Vorspiel getarnt: Das Ding ist doch nur aufgelegt, oder? Bei simultanem Drücken vieler/aller Obertasten (würde nicht mal schlecht klingen, wenn der Wind reicht...) müsste das Ding eigentlich abkippen.. :-)

Organola

fluteceleste @, Dienstag, 27. Februar 2018, 14:28 (vor 3104 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Hab ne Idee für einen netten "Virus", als Vorspiel getarnt: Das Ding ist doch nur aufgelegt, oder? Bei simultanem Drücken vieler/aller Obertasten (würde nicht mal schlecht klingen, wenn der Wind reicht...) müsste das Ding eigentlich abkippen.. :-)

Du meinst, ein Orgelkonzert ausschliesslich mit Werken von Ligeti? Honi soit..:-)

Wird aber vermutlich nicht klappen mit dem Kippeffekt, weil die vier Gummifüße außen auf den Klaviaturbacken stehen.

Organola

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 27. Februar 2018, 14:14 (vor 3104 Tagen) @ fluteceleste

Wie läuft das eigentlich mit so einer Organola? Registrierungen kann man damit doch wohl nicht einstellen/verändern, oder? Wenn man den Gottesdienstbesuch falsch eingeschätzt hat, spielt das Ding die ganze Zeit im Plenum?


Ja, das könnte bei diesem Teil tatsächlich ein Problem sein, denn grundsätzlich funktioniert es sowohl bei pneumatischen, als auch bei mechanischen und elektrischen Orgeln.
Ich denke, damit ist auszuschließen, dass irgendetwas an der Registrierung geändert werden kann, außer man schult einen Emporengänger zum Registranten um :-)
Die Organola wird auch nur "auf das Manual" gesetzt, von daher dürften Vorspiele mit sanften 8- und 4-füßigen Stimmen auf dem Nebenmanuale auch unmöglich sein.
Kenne aber auch noch keine Gemeinde, die so etwas einsetzt.

Gruß
Martin

In Kicklingen bei Augsburg ist man sehr zufrieden mit dem Tasten-Kick durch Organola . Immerhin haben die Schwaben lieber die Heizung eingespart als den Orgelroboter..

[image]
Wie man sieht, können hier feste Kombinationen sehr nützlich sein („piano“ ist gedrückt).

Zur Bedienung heißt es wie folgt:
“Bis dahin bereitet Pfarrer Sinz den Ablauf des Gottesdienstes zu Hause am Laptop vor. Per Mausklick wählt er Lieder aus einem umfangreichen Repertoire aus und fügt sie in ein Formular ein. Den Ablauf speichert er auf einem USB-Stick, den er mitsamt eines Regieblatts an die Frauen gibt, die Orgeldienst haben. Sie nehmen die Organola vor jedem Gottesdienst aus einem eigens dafür umgebauten, verschließbaren Computertisch und befestigen sie auf dem Orgelmanual. Der USB-Stick wird in das Steuergerät gesteckt und auf Knopfdruck beginnt die Orgel zu spielen. Nur ab und an muss ein Register gezogen werden, zum Beispiel, um nach dem Vorspiel die Tonlage zu ändern.“ [Tonlage, soso, aha..]

Es gibt also einen „Orgeldienst“, der die Bedienung übernimmt. Bei modernen Spieltischen kann man über den Computer aber sicher auch die Registrierung steuern.
Das schmerzt schon, eine so schöne historische Orgel (Steinmeyer 1922) von einem kalten, schnöden Tastenknecht malträtiert zu sehen. Doch: Sonst müsste sie wohl schweigen..Und nicht zuletzt:

“Der frühere Organist spielte immer recht langsam, bei der Organola dagegen lässt sich das Tempo variieren“.

Dazu fällt mir jetzt auch nix mehr ein...

Und noch was: Macht der Orgeldienst den Heizstrahler im Winter auch für die Organola an?

Organola

fluteceleste @, Freitag, 09. März 2018, 22:32 (vor 3094 Tagen) @ fluteceleste

Jetzt auch in Bad Steben.

Organola

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 09. März 2018, 22:37 (vor 3094 Tagen) @ fluteceleste

Jetzt auch in Bad Steben.

Danke für den Link - der Artikel ist wieder mal eine echte journalistische (und in gewisser Weise auch gesellschaftliche) Perle!

Organola

fluteceleste @, Freitag, 09. März 2018, 22:56 (vor 3094 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Jetzt auch in Bad Steben.


Danke für den Link - der Artikel ist wieder mal eine echte journalistische (und in gewisser Weise auch gesellschaftliche) Perle!


Genau!
„Um dazu einen finanziellen Beitrag zu leisten, plant Monika Knöpfle (...) einen bunten Flohmarkt mit Gebrauchs- und Dekoartikeln aus der "guten alten Zeit" in großer Auswahl. "Da ist für jeden Besucher die eine oder andere Rarität oder ein Retro-Schnäppchen dabei", zeigt sich Monika Knöpfle überzeugt, denn: "Unsere Kirchenmitglieder haben auf Dachböden und in Kellern fleißig Ausschau gehalten und alten Trödel zutage gefördert."

Ein großes Trödelstück bzw. Retro-Schnäppchen vom Dachboden hatten wir ja heut schon..:-))

Organola

JRorgel @, Samstag, 10. März 2018, 10:33 (vor 3093 Tagen) @ fluteceleste

Jetzt auch in Bad Steben.

Sowas elektrisches brauchen wir nicht - wir ham's in Dieskau "in echt" - eine Walcker-Organola von 1915 in der Orgel der Dieskauer Schlosskirche, die Wagner-Werke spielen kann. Schon cool...

--
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Organola

fluteceleste @, Montag, 12. März 2018, 21:04 (vor 3091 Tagen) @ fluteceleste
bearbeitet von fluteceleste, Montag, 12. März 2018, 21:09

Jetzt auch in Bad Steben.

...und in Hagenheim (der nicht genormte :) Spieltisch ist übrigens eine Frosch-Orgel von 1877. Der Roboter scheint ja doch flexibel zu sein).

Organola

SKB, Dienstag, 27. Februar 2018, 18:18 (vor 3104 Tagen) @ Rochus Schmitz

Wie läuft das eigentlich mit so einer Organola? Registrierungen kann man damit doch wohl nicht einstellen/verändern, oder? Wenn man den Gottesdienstbesuch falsch eingeschätzt hat, spielt das Ding die ganze Zeit im Plenum?


Guten Abend!

Vor allem klanglich habe ich da bei mechanischer Traktur arge Fragezeichen: ich habe die Essener Domorgel nie so schreien (!) gehört, wie während der Generalstimmung die Organola zum Durchgehen der Töne benutzt wurde.
Grauenvoll!


Viele Grüße

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

elsenp @, Freitag, 31. Januar 2014, 16:41 (vor 4592 Tagen) @ florianf

in NÖ ist anscheinend kein Überschuss an KiMus ;)
http://noe.orf.at/news/stories/2585056/

Ich wußte gar nicht, dass die Dinger so langsam und mit Fermaten versehen spielen können, wie die Österreicher gerne ihre Kirchenlieder singen...

Gruß
Peter

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

florianf, Graz (A), Samstag, 01. Februar 2014, 19:13 (vor 4591 Tagen) @ elsenp

haha, das hat mir den Abend gerettet! ;)
es stimmt, man muss hierzulande "gegen" das Volk schon ein wenig das Zugpferd mimen an der Orgel.

Organola

Florian-L @, Dienstag, 27. Februar 2018, 15:45 (vor 3104 Tagen) @ florianf
bearbeitet von Florian-L, Dienstag, 27. Februar 2018, 15:49

in NÖ ist anscheinend kein Überschuss an KiMus ;)
http://noe.orf.at/news/stories/2585056/

Jetzt auch in Frauenkirchen.

Die Begeisterung ist inzwischen so groß geworden, dass Organola (verlangt kein Honorar) nun exklusiv die Pflüger-Orgel (II/33) spielen darf.
Orgeldienst auf franziskanisch.

Gruß, Florian

Organola

stein @, Dienstag, 27. Februar 2018, 16:03 (vor 3104 Tagen) @ Florian-L

in NÖ ist anscheinend kein Überschuss an KiMus ;)
http://noe.orf.at/news/stories/2585056/


Jetzt auch in Frauenkirchen.

Die Begeisterung ist inzwischen so groß geworden, dass Organola (verlangt kein Honorar) nun exklusiv die Pflüger-Orgel (II/33) spielen darf.
Orgeldienst auf franziskanisch.

Gruß, Florian

Beim letzten Fernsehgottesdienst eingesetzt, läge der Vorteil auf der Hand.
Würde ein solches Ding gerne einmal im Einsatz in verschiedenen Kirchen erleben.

Organola

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 27. Februar 2018, 17:23 (vor 3104 Tagen) @ Florian-L

Im Unterschied zum ersten Bericht ist im zweiten die Hoffnung des Paters erkennbar, dass durch das Hören der Pfeifenorgel sich wieder jemand dafür interessiert, und das in einem liturgischen Umfeld, in dem sie ohnehin nur eher am Rande vorkam. Das ist zumindest positiv.

Organola

Solcena ⌂ @, Dienstag, 27. Februar 2018, 17:33 (vor 3104 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Genau. Die Formulierung in dem Kicklingen-Artikel könnte dagegen etwas unglücklich gewählt sein, denn sie klingt so, als habe man sich gar nicht um einen Organisten bemüht:
„Doch als der letzte Organist nach mehr als 50 Jahren aufgehört hat, war allen klar, dass sie so schnell keinen neuen finden würden.“

Organola

Florian-L @, Mittwoch, 28. Februar 2018, 08:34 (vor 3103 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Im Unterschied zum ersten Bericht ist im zweiten die Hoffnung des Paters erkennbar, dass durch das Hören der Pfeifenorgel sich wieder jemand dafür interessiert, und das in einem liturgischen Umfeld, in dem sie ohnehin nur eher am Rande vorkam. Das ist zumindest positiv.

Auf der anderen Seite hat(te) man in Frauenkirchen laut Bericht den "Luxus" von sechs Organisten. Und ausgerechnet zu Fronleichnam soll niemand Zeit gehabt haben?

Gruß, Florian

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 30. Januar 2014, 00:59 (vor 4593 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Brutal gesagt, finde ich den Verlust eines weiteren Standortes in Österreich völlig O.K.
Es hätte natürlich auch Graz sein können, wäre auch egal.
Zwei Studienorte sind für dieses Hinterland ausreichend*, will man nicht nur elfenbeintürmig ausbilden, sondern auch für einen Arbeitsmarkt. Und der ist, wie schon zuvor gesagt, sehr dünn.

*) Wobei das Salzburger Studenten-Hinterland vor allem aus Bayern bestanden hat...

....wofür werden Philosophen ausgebildet? Altphilologen? Literatur- und Musikwissenschaftler? Maler/Bildhauer/Komponisten? Für den "Arbeitsmarkt"? Ich habe - universitäre Stellen mal außen vor gelassen - noch keine Stellenanzeige gesehen, in der nach einer der genannten Berufsgruppen gefragt wurde. Trotzdem gibt es diese Studiengänge, wenn auch verhunzt durch den Bachelor-Master-Unsinn. Was einer am Arbeitsmarkt aus sich macht, ist seine Sache. Wer sich für eines dieser Fächer interessiert und das nötige Talent mitbringt, den soll man es studieren lassen, egal, ob der Arbeitsmarkt danach fragt. Die praktische Relevanz dieser Disziplinen wird meist von Ignoranten bestritten (damit meine ich jetzt nicht Dich, Karl Bernhardin!): eine kultivierte und zivilisierte Gesellschaft braucht diese Leute für ihre Selbstreflexion und Zielbestimmung ebenso wie Ökonomen, Mathematiker und Juristen.

Gruß,
Wolfgang

PS: Dank an Florian für den Hinweis, daß das Konzertfach Orgel in Salzburg erhalten bleibt.

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

nokuhn, Donnerstag, 30. Januar 2014, 12:42 (vor 4593 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Hallo Wolfgang,

Anfang der 70er sagte mein Doktorvater zu mir:

es ist im Prinzip völlig gleichgültig, welches Fach Sie studieren. Wenn Sie nur im Studium die Kompetenz zur Problemlösung und sozialen Interaktion erwerben, werden Sie Ihren Weg in unserer Gesellschaft sicher finden.

Hierzu zwei Beispiele aus meinem Bereich:

a) keiner meiner ca. 25 Schüler (promovierte Diplom-Chemiker) hat heute noch etwas mit seinen Studieninhalten zu tun. Sie haben alle "ihren Weg gefunden".

b) der frühere Vorstandsvorsitzende der Fa. Südwestdeutsche Salzwerke AG Heilbronn (ca. 1100 Mitarbeiter) war - promovierter Musikwissenschaftler.

Warum das heute wohl nicht mehr so ist? Die Gedanken sind frei.

Viele Gruesse

Norbert

Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 30. Januar 2014, 22:22 (vor 4593 Tagen) @ nokuhn

Hallo Wolfgang,

Anfang der 70er sagte mein Doktorvater zu mir:

es ist im Prinzip völlig gleichgültig, welches Fach Sie studieren. Wenn Sie nur im Studium die Kompetenz zur Problemlösung und sozialen Interaktion erwerben, werden Sie Ihren Weg in unserer Gesellschaft sicher finden.

Hierzu zwei Beispiele aus meinem Bereich:

a) keiner meiner ca. 25 Schüler (promovierte Diplom-Chemiker) hat heute noch etwas mit seinen Studieninhalten zu tun. Sie haben alle "ihren Weg gefunden".

b) der frühere Vorstandsvorsitzende der Fa. Südwestdeutsche Salzwerke AG Heilbronn (ca. 1100 Mitarbeiter) war - promovierter Musikwissenschaftler.

Warum das heute wohl nicht mehr so ist? Die Gedanken sind frei.

Viele Gruesse

Norbert

....genau das meinte ich: der Irrglaube, man müsse sein ganzes Leben bei dem bleiben, was man studiert hat. Vielen Dank für die Ergänzung.

Gruß,
Wolfgang

OT; war: Kirchenmusikstudium in Salzburg läuft aus

samuelscheidt, Samstag, 01. Februar 2014, 20:39 (vor 4591 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

....wofür werden Philosophen ausgebildet? Altphilologen? Literatur- und Musikwissenschaftler? Maler/Bildhauer/Komponisten? Für den "Arbeitsmarkt"? Ich habe - universitäre Stellen mal außen vor gelassen - noch keine Stellenanzeige gesehen, in der nach einer der genannten Berufsgruppen gefragt wurde.

...die Stellenanzeigen gibt es aber - jenseits der Universität.

Gruß,
ein Musikwissenschaftler, der eben per Stellenausschreibung mit und wegen dieser Qualifikation einen neuen Job abseits der Akademie angetreten hat.

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