Trockenheit in Schuttertal

hintersatz ⌂ @, Sonntag, 26. Juli 2026, 16:00 (vor 31 Tagen)

Sehr geehrter Herr, vielen Dank für ihre handgeschriebene Spielanleitung für die Schuttertalter Orgel, sie hat mich sehr amüsiert, ich habe mich streng dran gehalten und wir hatten am Samstag Abend keinen Hänger und keine Heuler und einen störungs- freien Gottesdienst.
Mit der Einschränkung, 3 Register im Oberwerk spielen zu müssen, kann ich leben, wenn ich für die Responsorien das Gedeckt im Hauptwerk verwende und für die Gemeindeantwort das Oberwerk oder die Festkombinationen. Ob sie das Piano-Pedal tatsächlich instand gesetzt haben, schaue ich mir noch an, das hat bisher noch keiner geschafft, das wäre bei dieser Mini-Disposition allerdings ein "Core"-Funktion.
Ihr Vorschlag im Reparaturbericht wäre jetzt, das Oberwerk nicht zu benutzen (oder nur Volles Werk) und auf bessere, sprich feuchtere Zeiten zu warten, was ich bedenklich finde: wenn durch die Trockenheit die Leder der Pneumatikbälgchen austrockenen und rissig werden, haben wir einen Totalschaden, und eine komplette Revision der Orgel wird sich die Gemeinde nicht leisten können.
Mein Vorschlag wäre , zwei ansatzweise befüllte Wassereimer im Orgelgehäuse aufzustellen und das Instrument mindestes 1x pro Woche ausführlich zu bespielen, damit die zusätzliche Feuchtigkeit aus dem Orgelgehäuse auch die Bälgchen im Spieltisch feucht halten kann. Im Herbst/Winter müssen die Eimer in Schuttertal natürlich wieder raus. Dazu hätte ich gerne eine gerne auch kontroverse Meinung von Ihnen.
@K
Lieber Herr K, ein elektronisches Hygrometer, das die Temperatur und Lufteuchtigkeit innerhalb der Orgel über das Jahr protokolliert, sollte angeschaft werden, das kriegt man für unter 30€.
Obendrein würde ich anregen, die Lüftungsordnung in der Kirche anzupassen oder eine solche überhaupt erstmal einzurichten, an einem staubtrockenen Samstagabend wie dem vergangenen waren jetzt alle 4 Lüftungsfenster auf, das macht in der Kirche zwar eine gute Luft und die Muffigkeit verschwindet, schrottet aber die Orgel.
Das Lüften sollte ausschließlich nach einem Hygrometer in der Sakristei erfolgen, um Luftfeuchtigkeit möglichst im Raum zu halten.
Die Sache mit den Wassereimern hatte ich ja oben schon erwähnt, das die Gottesdienste in Schuttertal extrem reduziert wurden, Dörlingbach hat im August 4 mit der Orgel begleitete Gottesdienste, Schuttertal grade mal einen, würde ich die Gemeinde um die Erlaubnis bitten, auch den einen oder anderen Werktagsgottesdienst in Schuttertal begleiten zu dürfen, damit die Orgel weiterhin gespielt wird und der Organist auf seine Fahrkosten kommt. Viele werden das nicht sein, weil ich im Hauptberuf meistens Spätdienst habe.
Zu guter Letzt würde ich Sie bitten, meine Eingabe hier als Notfall zu behandeln, wenn die Leder im Spieltisch der Orgel erst trocken sind und brüchig werden, war es das mit 115 Jahren Pneumatik in Schuttertal, dann hilft auch keine Wassereimer und keine Hygrometer mehr weiter.
Mit physikalischen und meterologischen Grüßen
hintersatz

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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi

Trockenheit in Schuttertal

kjz1, Montag, 27. Juli 2026, 20:44 (vor 30 Tagen) @ hintersatz

Aber dann bitte nicht so wie hierzustadt (eine wahre Geschichte) : da stellte ein junger Organist einen Topf mit Wasser auf einer Herdplatte in die Orgel. Was dazu führte, dass die Orgel nach Verdunstung des Wassers abbrannte und der Organist aus Schuldgefühlen später Selbstmord beging.

Trockenheit in Schuttertal

hintersatz ⌂ @, Dienstag, 28. Juli 2026, 03:16 (vor 30 Tagen) @ kjz1

Der Nummer mit dem Kochtopf zur Luftbeleuchtung bin ich bei der (ich schreib' ganz bewusst nicht unserer????) Orgel der Forenstartseite vor 20 Jahren schon begegnet. 2 Wassereimer funktionieren in Hl.Geist Freiburg, super warm im Sommer und komplett überheizt im Winter sehr gut, die Orgel, die mir neuerdings der große Meister aus dem großen Herzen Jesu für seinen Privatunterricht streitig machen möchte. Sehr lustig, allerdings ist es nicht der Auftrag der Kliniksseelsorge, die Orgel externen Kimus zu Unterrichtszwecken zur Verfügung zu stellen. Alles gut soweit.

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Trockenheit in Schuttertal

hintersatz ⌂ @, Freitag, 31. Juli 2026, 18:44 (vor 26 Tagen) @ hintersatz
bearbeitet von hintersatz, Samstag, 01. August 2026, 10:29

Lieber Herr K.,
bei meinen Bemühungen, Wasser in Eimern in die Schuttertaler Orgel zu bringen, bekam ich wie auch schon beim letzten Male die, wenn man Gesicht zur Orgel steht, linke untere Gehäusetüre nicht auf, der Schlüssel klemmte und blieb jetzt auch fest stecken. Etwas verwundert, dass die Tür im verschlossenen Zustand doch einen ziemlichen Spalt weit aufging, musste ich feststellen, dass sie aufgebrochen war, am linken Gehäuserand, indem sich das Schloss festhält, ist ein dicker Holzspan ausgebrochen, ist nichts Schlimmes, das kann ich kleben.
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Zunächst etwas verärgert über das etwas rabiate Vorgehen des Orgelbauers kam ich im weiteren Nachdenken allerdings zu dem Schluss, dass es gar keine andere Möglichkeit gab, ins Innnere der Orgel zu gelangen, es sei denn, man hätte den Schlüsseldienst gerufen oder wäre unter dem Magazinbalg durchgerobbt, beides keine wirklich guten Alternativen. Das Schloss habe ich abgeschraubt, um wieder an den Schlüssel zu kommen, dabei fiel ein alter abgebrochener Bart aus dem Schloss heraus, der Schlüssel kam wieder raus und das Schloss schliesst wieder.

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Die beiden Eimer konnte ich placieren, im Innenraum der Orgel ist es schon richtig staubtrocken, da müsste eine Befeuchtung Gutes tun, in der rechten Kammer unter dem Magazinbalg ist auch noch Platz für einen Eimer, einen dritten werde ich da morgen noch aufstellen, da durch die Aussparungen für den Balgtritt diese Ecke auch gut in den Kirchraum belüftet ist, darf es da etwas mehr Befeuchtung sein, außerdem noch die gebrochene Tür mit Holzleim und Schnellspannern flicken. Die Eimer sind schön knallig orange, umfallen können die an ihren Positionen nicht.
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Ich schaue am Wochenende noch mal nach einem Hygrometer, das einen Verlauf speichern kann, im Baumarkt gab es das zu einem vertretbaren Preis erst einmal nicht. Den Küstern habe ich auch noch einen kleinen Liebesbrief geschrieben, siehe folgend.
Liebe Küster,
im Interesse des wervollen historische Instruments dort oben auf der Empore möchte ich euch bitten, das Lüften der Kirche möglichst so zu gestalten, dass möglichst viel Luftfeuchtigkeit im Raum verbleibt, sonst trocknet das Instrument mit seinen vielen Lederbälgchen aus und wird unter Umständen dauerhaft geschädigt und vielleicht nicht mehr zu reparieren sein. Ich habe jetzt in Absprache mit der Direktion 2 Wassereimer im Orgelgehäuse untergebracht, vielleicht kann man ja mit Blumen/Pflanzen auch noch für etwas mehr Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen. Als Sofort-Maßnahme habe ich die Pegelstände in den Weihwasserbecken mal etwas an den Bedarf angepasst. Und bitte für Regen beten/tanzen/singen oder was auch immer.
LG hintersatz

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Trockenheit in Schuttertal

hintersatz ⌂ @, Sonntag, 02. August 2026, 12:01 (vor 25 Tagen) @ hintersatz

Zu meinen Befeuchtungsversuchen mittels Wassereimern wollte ich jetzt noch ein Gerät haben, das die Feuchtigkeit in der Orgel misst und aufzeichnet, aber auf dem Spieltisch steht und auch noch die Uhrzeit anzeigt, da bei den Proben mit der Schola jedesmal die Frage kommt, wie spät es ist und wir irgendwie alle zeitlos sind. Fündig geworden bin ich dann mit Gemini, kurz die Aufgabe geschildert und direkt zumindest zwei Hersteller benannt bekommen, die so etwas anbieten.
Voila. In Grün oder gar schwarz wäre natürlich passender gewesen, aber egal.

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Trockenheit in Schuttertal

hintersatz ⌂ @, Montag, 03. August 2026, 09:08 (vor 24 Tagen) @ hintersatz

Amazon hat den Turbo eingelegt, das Ding kommt heute schon, dann geht es heute außerplanmäßig noch nach Schuttertal, bin sehr gespannt auf die Messwerte, etwas geregnet hat es ja schon.

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