Trockenheit in Schuttertal
Lieber Herr K.,
bei meinen Bemühungen, Wasser in Eimern in die Schuttertaler Orgel zu bringen, bekam ich wie auch schon beim letzten Male die, wenn man Gesicht zur Orgel steht, linke untere Gehäusetüre nicht auf, der Schlüssel klemmte und blieb jetzt auch fest stecken. Etwas verwundert, dass die Tür im verschlossenen Zustand doch einen ziemlichen Spalt weit aufging, musste ich feststellen, dass sie aufgebrochen war, am linken Gehäuserand, indem sich das Schloss festhält, ist ein dicker Holzspan ausgebrochen, ist nichts Schlimmes, das kann ich kleben.
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Zunächst etwas verärgert über das etwas rabiate Vorgehen des Orgelbauers kam ich im weiteren Nachdenken allerdings zu dem Schluss, dass es gar keine andere Möglichkeit gab, ins Innnere der Orgel zu gelangen, es sei denn, man hätte den Schlüsseldienst gerufen oder wäre unter dem Magazinbalg durchgerobbt, beides keine wirklich guten Alternativen. Das Schloss habe ich abgeschraubt, um wieder an den Schlüssel zu kommen, dabei fiel ein alter abgebrochener Bart aus dem Schloss heraus, der Schlüssel kam wieder raus und das Schloss schliesst wieder.
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Die beiden Eimer konnte ich placieren, im Innenraum der Orgel ist es schon richtig staubtrocken, da müsste eine Befeuchtung Gutes tun, in der rechten Kammer unter dem Magazinbalg ist auch noch Platz für einen Eimer, einen dritten werde ich da morgen noch aufstellen, da durch die Aussparungen für den Balgtritt diese Ecke auch gut in den Kirchraum belüftet ist, darf es da etwas mehr Befeuchtung sein, außerdem noch die gebrochene Tür mit Holzleim und Schnellspannern flicken. Die Eimer sind schön knallig orange, umfallen können die an ihren Positionen nicht.
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Ich schaue am Wochenende noch mal nach einem Hygrometer, das einen Verlauf speichern kann, im Baumarkt gab es das zu einem vertretbaren Preis erst einmal nicht. Den Küstern habe ich auch noch einen kleinen Liebesbrief geschrieben, siehe folgend.
Liebe Küster,
im Interesse des wervollen historische Instruments dort oben auf der Empore möchte ich euch bitten, das Lüften der Kirche möglichst so zu gestalten, dass möglichst viel Luftfeuchtigkeit im Raum verbleibt, sonst trocknet das Instrument mit seinen vielen Lederbälgchen aus und wird unter Umständen dauerhaft geschädigt und vielleicht nicht mehr zu reparieren sein. Ich habe jetzt in Absprache mit der Direktion 2 Wassereimer im Orgelgehäuse untergebracht, vielleicht kann man ja mit Blumen/Pflanzen auch noch für etwas mehr Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen. Als Sofort-Maßnahme habe ich die Pegelstände in den Weihwasserbecken mal etwas an den Bedarf angepasst. Und bitte für Regen beten/tanzen/singen oder was auch immer.
LG hintersatz
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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi
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