Stefan Oechsle in St. Andreas, D-Altstadt
Hallo Forum,
Stefan Oechsle spielte die Sonntagsorgel in St. Andreas. Interessant insofern, als man neben zwei Noels von Dandrieu (wirken wie Anziehpuppen, denen man immer wieder neue Kleider überstreift) auch drei Choralvorspiele von Telemann zu hören bekam. Der ist ja im Orgelkonzert eher selten vertreten. Es gab die zwei- und dreistimmige Version von “Wie schön leuchtet der Morgenstern” und die dreistimmige von “Nun danket alle Gott”. Die Werke dürften technisch recht anspruchsvoll sein; jedenfalls meinte ich das zu hören. Beim Bicinium könnte die Begleitstimme sogar im Pedal gelegen haben. Wirklich interessant.
Begonnen hatte Oechsle mit einem Offertorio pastorale aus anonymer Hand; Dudelsackquinten über Orgelpunkten bestimmten die Außenteile, flötige Variationen die Innensätze, Aufhorchen ließ noch das einzige Stück Spätromantik, eine ruhige Pastorale in G von Samuel Breton Whitney. Als am Schluß Dandrieus “Joseph est bien marie” mit einem langen dissonanten Vorhalt endete, dürfte so mancher der ca. 60 Besucher an ein Verspielen geglaubt haben: Die Auflösung kam leider nicht ganz überzeugend.
Gruß Clemens Schäfer
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
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