Orgel-CD-Highlights 2013

Solcena ⌂ @, Montag, 03. Februar 2014, 11:30 (vor 4648 Tagen)

Hallo,

wenn ich mich recht entsinne, hatten wir diesen Thread in diesem Jahr noch nicht, daher - mit einem Monat zeitlichem Abstand - die Frage in die Runde:

Was waren für euch die empfehlenswertesten Orgel-CD-Neuerscheinungen des vergangenen Jahres?
Welche Orgel-CDs haben euch eher enttäuscht, d.h. ihr würdet vom Kauf eher abraten?

Viele Grüße und schon einmal vielen Dank für Rückmeldungen!

Orgel-CD-Highlights 2013

Friedrich @, Montag, 03. Februar 2014, 15:58 (vor 4648 Tagen) @ Solcena

Hallo,

wenn ich mich recht entsinne, hatten wir diesen Thread in diesem Jahr noch nicht, daher - mit einem Monat zeitlichem Abstand - die Frage in die Runde:

Was waren für euch die empfehlenswertesten Orgel-CD-Neuerscheinungen des vergangenen Jahres?

Ich habe unter den Neuerscheinungen zwei Favoriten, einer davon eher ein Geheimtipp:

Jan von Buschs Franck-Einspielung, zweiter Teil, bei MDG, an kleinen Friese-Orgeln. Makellos schön gespielt, eher gerade, aber musikalisch. Und jedes mecklenburgische Örgelchen ist ein Gedicht -- herrlich intoniert, klar und warm und perfekt aufgenommen. Franck ohne Brimborium. Ein großer Genuss!

Die andere CD ist "Revived in Tango" von Ines Maidre: Sechs von Bovets Tangos ecclesiásticos und die passenden Vorbilder aus dem 17. Jahrhundert an der herrlich charakterstarken Orgel von St. Quintinus, Hasselt. Fantastisch in Musik, Spiel und Instrument, und sehr gut aufgenommen.

Sehr gefallen haben mir auch die Organum-Porträts der neuen Orgeln in Kaufbeuren (Seifert) und Künzelsau (Winterhalter). Strahlende, eher barock ausgerichtet Instrumente, gut und vielfältig bespielt und sehr gut aufgenommen.

Welche Orgel-CDs haben euch eher enttäuscht, d.h. ihr würdet vom Kauf eher abraten?

Etwas richtig Schlimmes hatte ich diesmal nicht dabei -- sehr ernüchtert war ich von der Otto-Fährmann'schen Deprimugge, eigentlich ganz gut gespielt in der Dresdner Kreuzkirche von Dietrich von Knebel. Sehr schwerblütig und erlösungsbedürftig, nicht mein Ding. Ich weiß, dass es anderen gefällt, deren Urteil ich achte, also ist es vielleicht eher persönlich.

Aber es gab noch viel Gutes und Solides, nicht zuletzt die Ars-Musici-Box mit guten elf Stunden gehobenen Orgelspaßes.

Viele Grüße,
Friedrich

Orgel-CD-Highlights 2013

Erik, Ede, Montag, 03. Februar 2014, 16:55 (vor 4648 Tagen) @ Friedrich

...und perfekt aufgenommen.
...und sehr gut aufgenommen.

...und sehr gut aufgenommen.

Ich bin gespannt was Du unter 'gut aufgenommen' versteht...

Grüsse aus die NL,
Erik

Orgel-CD-Highlights 2013

Friedrich @, Montag, 03. Februar 2014, 17:24 (vor 4648 Tagen) @ Erik

Ich bin gespannt was Du unter 'gut aufgenommen' versteht...

Wie es nicht sein sollte:

- verwaschen,
- mit zu stark eingeebneter Dynamik,
- zu weit weg (Ansprache und Räumlichkeit fehlen),
- oder zu nah dran (überhaupt kein Raumeindruck),
- insgesamt akustisch flach oder eng, ob aus der Nähe oder aus der Ferne,
- zu höhen- oder tiefenlastig,
- uninteressant (dann lieber gar keine Aufnahme).

Wie es sein sollte:
- ein Aufnahmekonstrukt, das so klingt, als könnte es wirklich so sein, also
- ausgewogen,
- realistisch in Raumklang, Nebengeräuschen und Dynamik,
- mit gut differenziertem Raum und klarer Dynamik,
- einen direkten, ungefilterten Eindruck vom Spiel des Musikers vermittelnd.

Bei mir hat sich über die Jahre geändert, dass ich es heute eher etwas direkter mag; es stört mich weniger, wenn ein Raum wenig oder gar keinen Hall bringt. Ich möchte einen Eindruck von der musikalischen Qualität der Orgel (oder der Geige, Stimme, des Klaviers, der Klarinette ...) bekommen, und dafür möchte ich möglichst viel Intonation im Raum geboten bekommen. Also keine Orgelbank-Perspektive (außer manchmal bei ganz kleinen Orgeln), aber gewissermaßen mit dem Gesicht zur Orgel hören und angemessen nah dran sitzen. Vielleicht höchstens zwei Gehäusehöhen weit weg (OK, in Haarlem wäre das zuviel).

Wie eine Orgel in der Aufnahme klingt, hat allerdings auch sehr mit dem Können des Spielers zu tun. Schlampig gespielte Orgeln (verwaschene Rhythmen, löcheriges Legato, statisches Non-Legato, labberiges oder steifes Tempo ...) klingen auch nicht gut. Umgekehrt profitiert bei sauberem, inspiriertem Spiel sowohl das Instrument als auch die Musik ungeheuer, selbst wenn beide nur mittelprächtig sein sollten.

So ungefähr.

Viele Grüße,
Friedrich

Orgel-CD-Highlights 2013

Hilbrands @, Montag, 03. Februar 2014, 17:49 (vor 4648 Tagen) @ Solcena

Mir gefällt die neue CD Orgellandschaften 4: Ostfriesland (1) von Thiemo Janssen und Agnes Luchterhandt an den historischen Orgeln in Rysum, Osteel, Westerhusen, Marienhafe, Dornum, Uttum, Pilsum und Norden, allesamt (modifiziert) mitteltönig. Erschienen bei NOMINE. Ein nett aufgemachtes Booklet informiert über die Orgeln und Dispositionen, aber nicht über die Stücke und Registrierungen. Bei Norden wurden allerdings die Register des Hauptwerks unterschlagen. Bei 10 Euro sollte man aber nicht meckern...
Die Hälfte der Stücke besteht aus Choral- Liedvariationen, was eine schöne Möglichkeit bietet, die Register und Kombinationen vorzustellen.
Da ich gebürtig aus der Ecke stamme, bin ich allerdings befangen, muss ich zugeben ;-).
Ganz reizend die eröffnende kleine Redeuntes-Improvisation zur Glocke. Ganz anders Buxtehudes "Nun lob mein Seel" BuxWV 212 zum Schluss auf Basis der Trommet 16' mit den wunderbar gestaffelten Echoeffekten auf den verschiedenen Werken.
Gruß, Walter

Orgel-CD-Highlights 2013

Solcena ⌂ @, Montag, 03. Februar 2014, 18:25 (vor 4647 Tagen) @ Hilbrands

Mir gefällt die neue CD Orgellandschaften 4: Ostfriesland (1) von Thiemo Janssen und Agnes Luchterhandt an den historischen Orgeln in Rysum, Osteel, Westerhusen, Marienhafe, Dornum, Uttum, Pilsum und Norden, allesamt (modifiziert) mitteltönig. Erschienen bei NOMINE. Ein nett aufgemachtes Booklet informiert über die Orgeln und Dispositionen, aber nicht über die Stücke und Registrierungen.

Ja, das ist ne schöne Scheibe, habe ich mir auch zugelegt. Ich hätte jetzt allerdings gedacht, dass hier die Registrierungen im Gegensatz zu den vorigen CDs der Reihe abgedruckt gewesen wären... muss ich noch mal nachschauen.

Ich hätte nun fast die Silbermann-Bach-Box von Aeolus (Klassik-Echo 2013) genannt, aber die war ja schon 2012 auf den Markt gekommen... :-)

Habe die Krebs-Box von Querstand (F. Friedrich) erstanden, in der Zusammenstellung war das ja wohl eine Neuerscheinung, und bin ganz angetan. Ist für mich ziemliches Neuland, diese Musik.

Ach ja, und die hier macht auch gute Laune. Eine prächtige Orgel!

LG

Orgel-CD-Highlights 2013

Hilbrands @, Montag, 03. Februar 2014, 18:54 (vor 4647 Tagen) @ Solcena

Ja, das ist ne schöne Scheibe, habe ich mir auch zugelegt. Ich hätte jetzt allerdings gedacht, dass hier die Registrierungen im Gegensatz zu den vorigen CDs der Reihe abgedruckt gewesen wären... muss ich noch mal nachschauen.

Du hast recht: Die Registrierungen sind drin, etwas versteckt hinter den Dispositionen. Danke für den Hinweis!
LG, Walter

Orgel-CD-Highlights 2013

Florian-L @, Dienstag, 04. Februar 2014, 09:23 (vor 4647 Tagen) @ Friedrich

Etwas richtig Schlimmes hatte ich diesmal nicht dabei -- sehr ernüchtert war ich von der Otto-Fährmann'schen Deprimugge,...

Hieß der nicht Hans?

Gruß, Florian

Orgel-CD-Highlights 2013

Friedrich @, Dienstag, 04. Februar 2014, 09:33 (vor 4647 Tagen) @ Florian-L

Hieß der nicht Hans?

Stimmt. Da kann man mal sehen, mächtige Verdrängungsmechanismen am Werk.

Danke & Gruß,
Friedrich

Orgel-CD-Highlights 2013

untersatz32, Dienstag, 18. Februar 2014, 20:27 (vor 4632 Tagen) @ Solcena

Hallo!

Ich hoffe, ich ordne die CDs jetzt zeitlich nicht falsch ein, doch die beiden CDs mit Daniel Roth aus St. Sulpice:


1 x ifo records Daniel Roth spielt Cesar Franck - Neuaufnahme - (u.a. 3 Choräle und Teile aus L'Organiste)

und

1 x JAV Recordings Daniel Roth spielt Widor V. und VI. Symphonie


sowie Olivier Latry's 3 Jahrhunderte Orgelmusik in NDP (naive classics)


waren mit das Beste in 2013 für mich.

Viele Grüsse

Thomas

Orgel-CD-Highlights 2013

Axel, Dienstag, 18. Februar 2014, 22:33 (vor 4632 Tagen) @ untersatz32

Für mich ein Highlight:

Die erste GA der Hymnen von Titelouze durch Markus Goecke in Bolbec.

Grüße
Axel

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