Orgel-CD-Highlights 2013

Friedrich @, Montag, 03. Februar 2014, 17:24 (vor 4647 Tagen) @ Erik

Ich bin gespannt was Du unter 'gut aufgenommen' versteht...

Wie es nicht sein sollte:

- verwaschen,
- mit zu stark eingeebneter Dynamik,
- zu weit weg (Ansprache und Räumlichkeit fehlen),
- oder zu nah dran (überhaupt kein Raumeindruck),
- insgesamt akustisch flach oder eng, ob aus der Nähe oder aus der Ferne,
- zu höhen- oder tiefenlastig,
- uninteressant (dann lieber gar keine Aufnahme).

Wie es sein sollte:
- ein Aufnahmekonstrukt, das so klingt, als könnte es wirklich so sein, also
- ausgewogen,
- realistisch in Raumklang, Nebengeräuschen und Dynamik,
- mit gut differenziertem Raum und klarer Dynamik,
- einen direkten, ungefilterten Eindruck vom Spiel des Musikers vermittelnd.

Bei mir hat sich über die Jahre geändert, dass ich es heute eher etwas direkter mag; es stört mich weniger, wenn ein Raum wenig oder gar keinen Hall bringt. Ich möchte einen Eindruck von der musikalischen Qualität der Orgel (oder der Geige, Stimme, des Klaviers, der Klarinette ...) bekommen, und dafür möchte ich möglichst viel Intonation im Raum geboten bekommen. Also keine Orgelbank-Perspektive (außer manchmal bei ganz kleinen Orgeln), aber gewissermaßen mit dem Gesicht zur Orgel hören und angemessen nah dran sitzen. Vielleicht höchstens zwei Gehäusehöhen weit weg (OK, in Haarlem wäre das zuviel).

Wie eine Orgel in der Aufnahme klingt, hat allerdings auch sehr mit dem Können des Spielers zu tun. Schlampig gespielte Orgeln (verwaschene Rhythmen, löcheriges Legato, statisches Non-Legato, labberiges oder steifes Tempo ...) klingen auch nicht gut. Umgekehrt profitiert bei sauberem, inspiriertem Spiel sowohl das Instrument als auch die Musik ungeheuer, selbst wenn beide nur mittelprächtig sein sollten.

So ungefähr.

Viele Grüße,
Friedrich


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