Iveta Apkalna in St. Peter & Paul, Ratingen
Hallo Forum,
Iveta Apkalna ist immer einen Besuch wert. Und so war ich am 03.11.2013 um 20h in Ratingen, St. Peter & Paul. Das Konzert stand unter dem Motto Klangvisionen und beschäftigte sich insbesondere mit Wellen. Der neue Spieltisch ermöglicht da ja manches und Apkalna hatte ihre Freude damit:
Sie begann mit “Lied der Wellen†von Jazeps Vitola, einem Klavierstück in der Orgelfassung von Talivaldis Deksnis. Die Wellenbewegungen waren unüberhörbar, Liedzeilen wurden eingeflochten.
Kräftig, aber nicht lärmend folgte dann Mozarts KV 608. Schön mechanisch genau und mit sanften Stimmen im Mittelteil. Zwei Stücke für Orgel - im Programm nicht näher bezeichnet - von Hindemith folgten. Erstaunlich, wie wenig vom einstigen Bürgerschreck heute noch übrig ist. Man hört das völlig unproblematisch und wundert sich über die melodiöse Musik. Die Ohren haben offenbar eine Entwicklung durchgemacht.
Dann eine Paradenummer von Iveta Apkalna, “Mad Rush†von Glass. Nun hörte ich das 15-Minuten-Stück zum dritten Mal von ihr. Nach St. Lambertus in Düsseldorf und der Marienbasilka in Kevelaer. Die Seifert-Orgel ist bei allen Meriten und neuzeitlichen Spielhilfen im direkten Vergleich klanglich doch die schwächste dieser drei (Man vergleiche den abfallenden Baßschritt bei Beginn jeder neuen Episode: Da wirkte Seifert ziemlich unentschlossen und zu weich). Dennoch war es für Apkalna keinerlei Problem, die Spannung über die volle Zeit zu wahren. Ja, man fieberte geradezu den Veränderungen entgegen Nach dem ersten Hören hatte ich von großer Andachtsmusik geschrieben, nach Kevelaer war ich mir da nicht mehr so sicher. Dort klang es weltlicher. Hier aber trat das Gebetsmühlenhafte deutlich in den Vordergrund, womit der erste Eindruck wieder eingeholt wurde.
Eine Einleitung mit Melodiefetzen, dann ein schön auftrumphender Türkischer Marsch nach Mozart (Phantasy on Mozart’s T.M.) von Stanley Weiner (1925-1991) setzte danach einen lebhaften, durchaus modernen Kontrast.
Ganz herrlich gelang danach Legende Nr. 2, “Der Heilige Franziskus von Paula, auf den Wogen schreitend†von Franz Liszt (für Orgel von Max Reger). Mit Klangrafinesse und langem Atem. Eher ein Rausschmeisser am Schluß noch die Toccata op. 11 von Prokofiev in der Orgelfassung von Guillou.
Starker Beifall, standing Ovations, fast voll besetzte Kirche, Zugabe “Ruhig bewegt†aus der 2. Sonate von Hindemith.
Gruß Clemens Schäfer
gesamter Thread:
- Iveta Apkalna in St. Peter & Paul, Ratingen -
Clemens Schäfer,
18.11.2013, 13:32
- Iveta Apkalna in St. Peter & Paul, Ratingen -
MAT,
19.11.2013, 08:30
- Iveta Apkalna in St. Peter & Paul, Ratingen - hintersatz, 19.11.2013, 09:20
- Iveta Apkalna in St. Peter & Paul, Ratingen -
MAT,
19.11.2013, 08:30