Brustwerk/Rückpositiv
Fantasievolle Abbildungen? Zumindest hat Praetorius diese Spielanlage noch selbst gesehen, oder?
"Fantasievoll" ist wohl nicht ganz treffend gesagt. Ich meinte eher "die Fantasie anregend"/fantastisch". Leider kenne ich die Schrift von Bormann, Die gotische Orgel zu Halberstadt, nicht. Im Allgemeinen wird aber Praetorius' Beschreibung als glaubwürdig betrachtet. Er kannte allerdings nur den umgebauten Zustand. Die Faber-Orgel von 1361 wurde 1495 von Gregorius Kleng auf die andere Empore umgesetzt und instandgesetzt. Sie erhielt in diesem Zuge eine neue Pedalklaviatur oder überhaupt die erste. Der Manualumfang reichte von H-g'a', umfasste also 23 Tasten. Nach Praetorius wurde das dritte Bass-Clavier wohl mit den Knien gespielt, die Diskantmanuale mit den Fäusten.
Eberlein hat in seiner kritischen Besprechung der Rekonstruktionsversuche mittelalterlicher Orgeln übrigens einige schöne Abbildungen und stellt die wichtigen Quellen zusammen. Die 6 cm breiten Tasten der Halberstadter Orgel stellen einen gewissen Anachronismus dar, da bereits Jahrhunderte vorher normal breite Tasten, die man mit einem Finger bedienen konnte, die Regel waren. Auf der Abbildung im Rutland-Psalter aus der Mitte des 13. Jh. (Eberlein, S. 2) finden sich noch handbreite (diatonische) Tasten, allerdings ohne Obertasten.
Gruß, Walter
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Daniel,
14.03.2014, 12:10
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Hilbrands,
14.03.2014, 23:45
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Florian-L,
15.03.2014, 08:37
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- Detailtreue historischer Abbildungen - Karsten, 15.03.2014, 11:25
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