Radiotipp
Heute, 3.12. 20.05 - 22.00 auf WDR 3, ein bemerkenswertes Programm mit Jürgen Sonnentheil und dies zur besten Sendezeit.
Motto : Der Organist und Komponist Wilhelm Middelschulte in eigenen Werken und Musik seiner Zeit. Eine Aufnahme aus der Philharmonie Essen.
Bemerkenswert ebenso weil der WDR ansonsten nur sehr sporadische Orgelbeiträge
bringt.
Sonnentheils Middelschulte Einspielungen sind mir seit längerem in positiver Erinnerung.
emse
Radiotipp, Middelschulte
Heute, 3.12. 20.05 - 22.00 auf WDR 3, ein bemerkenswertes Programm mit Jürgen Sonnentheil und dies zur besten Sendezeit.
Danke für den Hinweis!
Sonnentheils Middelschulte Einspielungen sind mir seit längerem in positiver Erinnerung.
Oh ja, Sonnentheil hat sich um Middelschulte verdient gemacht. Ich erinnere mich gerne an einen großen M-Abend in Cuxhaven. Leider hat cpo die Gesamteinspielung der Orgelwerke M's abgebrochen, obwohl nur noch eine CD fehlte. Aber die Käuferzahlen dürften sehr gering gewesen sein. Zuletzt wurden die Scheiben für 2 Euro verramscht. Dabei ist das spätromantische Orgemusik mit viel Kontrapunktik vom Feinsten.
M ist auch biographisch eine interessante Gestalt: Frühe Erfolge in Berlin, dann aber hat er die erhoffte Organistenstelle nicht bekommen. "Flucht" nach den USA, wohl auch aus Liebe zu einer Schülerin, die er dann dort heiratet. Immer wieder Versuche, in Deutschland doch noch eine repräsentative Anstellung zu finden, je länger er in den USA ist, desto vergeblicher. In den USA Erfolge, Oranist beim Chicago-Orchester. Künstlerfreundschaft mit Busoni. Wird US-Bürger. Im ersten Weltkrieg bekennt er sich aber nicht eindeutig zu den Alierten, hält Deutschland nicht für kriegschuldig. Verliert Ämter und Aufträge. Hält sich nach WK I mit Unterricht über Wasser. Tod seiner Frau, Wiederheirat. Konzertreisen nach Europa. Kriegsausbruch WK II überascht ihn in der Schweiz: Seine Frau kehrt in die USA zurück, er selbst geht zu Verwandten nach Dortmund. Tod dort 1940.
Gruß Clemens Schäfer
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
Radiotipp, Middelschulte
M ist auch biographisch eine interessante Gestalt: Frühe Erfolge in Berlin, dann aber hat er die erhoffte Organistenstelle nicht bekommen. "Flucht" nach den USA, wohl auch aus Liebe zu einer Schülerin, die er dann dort heiratet. Immer wieder Versuche, in Deutschland doch noch eine repräsentative Anstellung zu finden, je länger er in den USA ist, desto vergeblicher. In den USA Erfolge, Oranist beim Chicago-Orchester. Künstlerfreundschaft mit Busoni. Wird US-Bürger. Im ersten Weltkrieg bekennt er sich aber nicht eindeutig zu den Alierten, hält Deutschland nicht für kriegschuldig. Verliert Ämter und Aufträge. Hält sich nach WK I mit Unterricht über Wasser. Tod seiner Frau, Wiederheirat. Konzertreisen nach Europa. Kriegsausbruch WK II überascht ihn in der Schweiz: Seine Frau kehrt in die USA zurück, er selbst geht zu Verwandten nach Dortmund. Tod dort 1940.
Dazu gibt es ein überaus lesenswertes Buch von Hans-Dieter Meyer:
"„Wie aus einer anderen Welt“. Wilhelm Middelschulte. Leben und Werk." Bärenreiter-Verlag, Kassel 2007.
Gruß, Florian
Radiotipp, Middelschulte
Naja, man muss der Fäirness halber zugeben, dass Middelschulte wirklich schwer zu hören ist. Da kann ich es schon verstehen, dass diese Platten (die ich auch alle besitze) nicht sehr verkäuflich waren.
Alelrdigns frage ich mich, warum Sonnentheil nicht versucht hat, eine andere CD-Marke zu suchen. Dietrich von Knebel hat für seine Fährmann-Reihe jetzt die dritte Plattenfirma genutzt (Panofon - Mitra Classics - Querstand).
Gruß, Manuel