Frage zu Matthias Weckmann

Axel, Freitag, 06. Dezember 2013, 20:56 (vor 4700 Tagen) @ hintersatz

Das heißt wohl nix anderes, als dass der Herausgeber auch nicht viel mehr weiss. Offenbar kratzt er hier alle verfügbaren ausgeschriebenen Verzierungen aus W.'s Werken zusammen. Ob jetzt d'Anglebert ein verlässliche Quelle für norddeutsche Verzierungen ist, na ja, so völlig überzeugt bin ich nicht.

Grundsätzlich kann in älterer Tastenmusik dieses Zeichen alles Mögliche an Verzierung bedeuten. Ich würde im Zweifelsfall meinen Geschmack entscheiden lassen.

Ein Blick in die andere Ausgabe von Schott (na klar, auch Urtext) zeigt mal wieder, dass man gut beraten ist, aus Faksimiles zu spielen. Dort gibt es keine Schrägstriche in verschiedenen Richtungen, sondern nur ein Paar senkrechte Striche an der ersten Stelle. Das fis hat dort gar keine Verzierung, stattdessen ist an dieser Stelle im Sopran eine Achtelpause notiert (statt punktierter Viertel). Im kritischen Bericht kommt diese Stelle aber gar nicht vor. Also, was soll man jetzt glauben?

Grüße
Axel


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