nochmal L-St. Marien, hier: E.E. Stender

ThomasMP @, Donnerstag, 17. April 2014, 12:38 (vor 4580 Tagen)

nach dem überaus interessanten Faden zum Orgelneubau bin ich bei 'Ornaments-records' gelandet. Der frühere Marienorganist E.E. Stender hat ja jede Menge CDs mit der ach so schlechten Kemper-Orgel eingespielt, darunter auch viele Transkriptionen von romantischen Orchestersinfonien sowie Werke von Reger und franz. Romantikern. Nun meine Frage in die Runde: kennt jemand die Aufnahmen und lohnt sich die Anschaffung der CDs und wenn auch nur aus dokumentarischer Sicht ?

Habe bisher noch keine Konzerte von Stender erlebt

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Manuel, Donnerstag, 17. April 2014, 13:13 (vor 4580 Tagen) @ ThomasMP

Ich habe mir drei Sinfonie-CDs angeschafft: Bruckners Siebte, Beethovens Neunte und Schuberts Siebte.
Offen gesagt: die Transkriptionen sind ja nicht schlecht, aber der Orgelklang passt überhaupt nicht zu diesen Werken, die ja zumindest ansatzweise der Romantik zuzuordnen sind. Die plärrenden Mixturen in den Forte-Stellen gehen mir ziemlich auf den Geist. In den leisen Abschnitten (vor allem im dritten Satz der Sinfonie von Beethoven) ist es etwas besser.
Insofern kann ich zum Kauf nicht wirklich zuraten. Schade, denn das Projekt, große Sinfonien des 19. Jahrhunderts auf der Orgel zu präsentieren, ist an sich eine gute Idee.

Gruß, Manuel

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stein @, Donnerstag, 17. April 2014, 15:23 (vor 4580 Tagen) @ Manuel

Die Idee der Transkriptionen finde ich gut. Der Organist tut seines dazu.
Ich habe die CDs vor Jahren kurz gehört und wieder weggelegt. Das Instrument vernichtet jeden Genuss.
Bei Tonger in Köln hat man mir diese CD geschenkt, weil sie keiner haben wollte.
Hier passen die Kompositionen zum Instrument. Ich habe sie neben Forster-Jankins eingeordnet. Fast alles in C-Dur und im Tutti.
Kennt die jemand.
Selbst das Spieltischbild ist falschherum.

http://www.firmamentshop.de/epages/61516592.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61516592/Produc...

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Solcena ⌂ @, Donnerstag, 17. April 2014, 15:47 (vor 4580 Tagen) @ stein
bearbeitet von Solcena, Donnerstag, 17. April 2014, 15:52

http://www.firmamentshop.de/epages/61516592.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61516592/Produc...

Was ist denn eine "Fantafuga in d-moll limpetuosa"? Klingt sehr sprudelnd... oder nur ein Schreibfehler?

Spitze auch die "Hymne für Europa, Bundesm. Genscher gewidmet". Ob der Komponist noch andere Politiker mit Widmungen bedacht hat - hier sind ja nur seine exclusivsten Orgelwerke mit drauf?

LG

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Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 17. April 2014, 16:23 (vor 4580 Tagen) @ stein

Die Idee der Transkriptionen finde ich gut. Der Organist tut seines dazu.
Ich habe die CDs vor Jahren kurz gehört und wieder weggelegt. Das Instrument vernichtet jeden Genuss.
Bei Tonger in Köln hat man mir diese CD geschenkt, weil sie keiner haben wollte.
Hier passen die Kompositionen zum Instrument. Ich habe sie neben Forster-Jankins eingeordnet. Fast alles in C-Dur und im Tutti.
Kennt die jemand.
Selbst das Spieltischbild ist falschherum.

http://www.firmamentshop.de/epages/61516592.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61516592/Produc...


....auf die bin ich mal bei jpc in Hamburg gestoßen, am Gerhard Hauptmann-Platz (da gab es einen roten Pavillon, in dem dieser Plattenladen auf zwei Ebenen untergebracht war - Pavillon und Laden sind schon lange verschwunden....). Leider kaufte ich sie nicht; ich schätzte sie ungefähr so ein wie Du.....nun ja, er wird wohl EES gebeten haben, sie einzuspielen und dafür vermutlich auch seinen Obolus entrichtet haben; "Fantafuga" kam mir damals auch schon seltsam vor - ob der wohl eine "Colafuga" vorausging? An der Niederelbe gibt es auch so jemanden, dessen "Einspielungen" eigener Werke für Heiterkeit bei seinen Kollegen sorgen......

Und ja: das Spieltischbild ist seitenverkehrt. Die runde Anzeige für Schweller (oder Walze?) gehört nach links. Auf der EES-DVD, die ich habe (mit Dvoraks "Aus der neuen Welt"), sieht man darin die Lämpchen der Reihe nach aufleuchten, wenn der betreffende Schwelltritt betätigt wird, wie bei einer Telefon-Wählscheibe (ha, wer hier kennt die Dinger noch?). Wird wohl in den 1960ern der letzte Schrei gewesen sein....

Auch was über die Tranksriptionen gesagt wurde, kann ich bestätigen: Musik und Instrument passen einfach nicht zusammen, die wirklich schrecklichen Mixturen nerven sehr schnell, unterhalb der Mixturen sind aber nur spröde und muffige Grundstimmen und nicht existierende Zungen. Leuchtende Farben, strahlend-selbstbewußte Solisten, souverän-tragende Prinzipale - alles Fehlanzeige.

Gleichwohl: meiner Wertschätzung des Interpreten tut das keinen Abbruch. 1980 hörte ich in Lübeck das erste mal Regers "Inferno" mit ihm und war ebenso tief beeindruckt wie erschrocken über den im Programmheft abgedruckten Notenauszug einer der schwersten Stellen - die ihm im Konzert erwartungsgemäß keinerlei Schwierigkeiten machte. Man mag seine "objektive" Spielweise kritisieren, aber das ist a) auch eine Generationenfrage (Walcha, Stockmeier...) und b) paßte es irgendwie zum Instrument und zur Akustik und c) empfinde ich dieses unaufgeregt-"sachliche", perlende Spiel manchmal schon wieder als Erholung gegenüber manch zackig-modischer Über-Interpretation. Ich habe in St. Marien manchen beeindruckenden Reger-Abend erlebt (Bach sowieso, und auch Reubke), trotz dieser Orgel. 2006 spielte er beim Hansetag in Osnabrück an der Flentrop der dortigen Marienkirche, und das war Buxtehude & Co. in Güteklasse A: temperamentvoll, farbig, mit sicherem Gespür für Instrument und Raum.

Gruß,
Wolfgang

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Friedrich @, Donnerstag, 17. April 2014, 18:21 (vor 4580 Tagen) @ stein
bearbeitet von Friedrich, Donnerstag, 17. April 2014, 18:33

Die Idee der Transkriptionen finde ich gut. Der Organist tut seines dazu.
Ich habe die CDs vor Jahren kurz gehört und wieder weggelegt. Das Instrument vernichtet jeden Genuss.
Bei Tonger in Köln hat man mir diese CD geschenkt, weil sie keiner haben wollte.
Hier passen die Kompositionen zum Instrument. Ich habe sie neben Forster-Jenkins eingeordnet. Fast alles in C-Dur und im Tutti.
Kennt die jemand.

Oh ja!
Das ist ein Klassiker des Berlusconi-Marketings avant-la-lettre.

Allgemeine Protzerei und Interpretenname gehen dabei (wohlgemerkt: vom Herrn KMD komplett unverschuldet!) eine glückhafte Verbindung ein, die man lieber nicht in Worte fasst. Zweifellos hat Herr F. M. den dicksten, mmm, Spieltisch.

Lustig auch, dass irgendjemand einmal meinte, mit so einer Aufmachung Kunden zu gewinnen.

Ich hatte sie mal auf dem Schreibtisch, habe es aber nicht übers Herz gebracht, sie in den Player zu schieben (ich benutze so ungern Sagrotan in elektronischen Geräten). Deswegen kein Wort über die Musik. Ich habe sie eben nach ihrer Art behandelt – exclusiv.

Viele Grüße,
Friedrich

Nachgedanke: Das Ding ist so unglaublich, dass ich heute sagen würde, es ist ein Hoax. Über Herrn F. M. ist auch über diese Veröffentlichung hinaus nix im Netz zu erfahren. Allerdings stammt die CD (und offenbar der Mann auch) aus einer Zeit vor der kompletten WWW-DUrchdringung. Vielleicht mag ja mal jemand das eine oder andere exclusive Dingen auf Youtube stellen.

http://www.firmamentshop.de/epages/61516592.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61516592/Produc...

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kjz1, Donnerstag, 17. April 2014, 20:42 (vor 4580 Tagen) @ Friedrich

Allgemeine Protzerei und Interpretenname gehen dabei (wohlgemerkt: vom Herrn KMD komplett unverschuldet!) eine glückhafte Verbindung ein, die man lieber nicht in Worte fasst. Zweifellos hat Herr F. M. den dicksten, mmm, Spieltisch.

Irgendwie muss ich bei dem Namen auch immer an Pseudonym denken. Mantovani kommt einem da ja schnell in den Sinn.

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untersatz32, Donnerstag, 17. April 2014, 16:50 (vor 4580 Tagen) @ Manuel
bearbeitet von untersatz32, Donnerstag, 17. April 2014, 17:41

Habe mehrere Reger-CDs: Stender spielt mit beachtlichen technischen Fähigkeiten:
Die Orgel ist sehr nah und ziemlich direkt aufgenommen, was den Raumeindruck dann natürlich verzerrt wiederspiegelt (klingt also "raumpräsenter/beherrschender" als in echt); alles in allem jedoch insgesamt sehr zimbelig und mager.

Guter Interpret - eher ungeeignetes Instrument - wobei ich nichts gegen Reger oder Romantik generell auf (grossen) neobarocken Orgeln sagen will:
ich mag die Reger-CDs von Still und Welzel aus dem Trierer Dom, oder so manche Aufnahme aus Himmerod mit Romantik.

Ueber Marien/Lübeck stehen diese Instrumente haushoch vom Klang und von der künstlerischen Aussage her.

Wer Transkriptionen von Symphonien mag, sollte sich mal auf der Website von David Briggs umtun (Schubert, Elgar, Tchaikowsky). Tolle Sachen das...

Gruss

Thomas

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Orlos @, Donnerstag, 17. April 2014, 19:00 (vor 4580 Tagen) @ untersatz32

In einer alten Ars Organi-Ausgabe aus dem 1980er hatte Martin Welzel hübsch dargestellt, wie man Romantik (insbesondere Reger) auf einer neobarocken Orgel registrieren kann, da waren nette Tipps dabei.
Wie immer muss man sich hüten, eine ganze Epoche über den Kamm zu scheren. Es gab damals auch Ausnahmeorgeln. Dazu zähle ich Himmerod, die irgendwie aus der Zeit gefallen scheint, im Vergleich mit zeitgleich erbauten Instrumenten klingt sie herrlich weich und rund. Die CD, die Geffert dort mit Transkriptionen aufgenommen hat, ist sehr zu empfehlen.

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Karsten @, Donnerstag, 17. April 2014, 19:06 (vor 4580 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von Karsten, Donnerstag, 17. April 2014, 19:12

In einer alten Ars Organi-Ausgabe aus dem 1980er hatte Martin Welzel hübsch dargestellt, wie man Romantik (insbesondere Reger) auf einer neobarocken Orgel registrieren kann, da waren nette Tipps dabei.

Könnte Martin WEYER gemeint sein? Der hat sich in der Tat - wie viele andere auch - über die Realisierung der Reger'schen Orgelwerke auf neobarocken Orgeln geäußert...
Martin Welzel scheint mir für den angegebenen Zeitraum als Verfasser etwas jung zu sein.

Gruß
Karsten

Nachtrag:
Weyer, Martin:
Aktuelle Probleme des Regerspiels, dargestellt an der Choralfantasie op. 30. Ars Organi 23, 1975, H. 48, 2209-2215.

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Orlos @, Donnerstag, 17. April 2014, 22:37 (vor 4580 Tagen) @ Karsten

Oh, vielen Dank, richtig! Da hatte ich mich gleich zweimal geirrt! Aber immerhin ist der Inhalt hängen geblieben. Von Weyer gibt es auch ein gutes Buch zu den Rheinberger-Sonaten.

(Gerade überlege ich, ob es so einen Aufsatz auch bald geben wird: Wie spielt man Buxtehude auf einer neuen Orgel, die französisch-englisch-deutsch-symphonisch ausgerichtet ist? Nun gut, man könnte einfach in die lustigen Ausgaben des 19. Jahrhunderts schauen, beispielsweise bei Guilmant.)

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Solcena ⌂ @, Freitag, 18. April 2014, 11:39 (vor 4579 Tagen) @ Orlos

Dazu zähle ich Himmerod, die irgendwie aus der Zeit gefallen scheint, im Vergleich mit zeitgleich erbauten Instrumenten klingt sie herrlich weich und rund. Die CD, die Geffert dort mit Transkriptionen aufgenommen hat, ist sehr zu empfehlen.

Richtig, eine tolle CD auf einer tollen Orgel. (Nicht nur) Für diese Musik hat sich der Einbau einer Subkoppel zum / im Schwellwerk wirklich gelohnt :-)

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Karsten @, Freitag, 18. April 2014, 12:22 (vor 4579 Tagen) @ untersatz32

Wer Transkriptionen von Symphonien mag, sollte sich mal auf der Website von David Briggs umtun (Schubert, Elgar, Tchaikowsky). Tolle Sachen das...

Nicht nur der, da gibt es noch zahlreiche andere:
Thomas Heywood mit seiner Beethoven-Transkription (5. Sinfonie, 1. Satz)
Peter Sykes mit seiner Transkription von Holsts "The Planets"
und und und....

Gruß
Karsten

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stein @, Freitag, 18. April 2014, 21:33 (vor 4579 Tagen) @ Karsten

Nicht nur der, da gibt es noch zahlreiche andere:
Thomas Heywood mit seiner Beethoven-Transkription (5. Sinfonie, 1. Satz)
Peter Sykes mit seiner Transkription von Holsts "The Planets"
und und und....


ja stimmt, genau an diese habe ich auch gedacht.

Transkriptionen: David Briggs [war: L-St. Marien]

Flûte harmonique, Freitag, 18. April 2014, 18:45 (vor 4579 Tagen) @ untersatz32
bearbeitet von Flûte harmonique, Freitag, 18. April 2014, 18:51

Wer Transkriptionen von Symphonien mag, sollte sich mal auf der Website von David Briggs umtun (Schubert, Elgar, Tchaikowsky). Tolle Sachen das...

Gruss

Thomas

Wie z. B. seine Transkription des Adagietto aus Gustav Mahlers 5. Symphonie. Schöner kann man es meiner Meinung nach nicht mehr ausregistrieren (insbesondere das Decrescendo gegen Ende). Zum Vergleich Leonard Bernsteins Interpretation dieses Satzes mit den Wiener Philharmonikern.

Transkriptionen: David Briggs [war: L-St. Marien]

Orlos @, Samstag, 19. April 2014, 02:01 (vor 4579 Tagen) @ Flûte harmonique

David Briggs wird die europäische Uraufführung seiner Transkription von Mahlers 2. Symphonie übrigens in Ingelheim an der Skinner-Orgel spielen: 24.5.2014, 19 Uhr. (Link Termine)

Transkriptionen: David Briggs

perotin, Samstag, 19. April 2014, 03:06 (vor 4579 Tagen) @ Orlos

David Briggs wird die europäische Uraufführung seiner Transkription von Mahlers 2. Symphonie übrigens in Ingelheim an der Skinner-Orgel spielen: 24.5.2014, 19 Uhr.

Auf diesen Hinweis habe ich fast gewartet. Das Vorhaben ist mir schon vor einiger Zeit auf der Ingelheimer HP aufgefallen und hat ziemliches Kopfschütteln ausgelöst.

Die "Transkriptionitis" hat leider bei einigen Organisten in letzter Zeit bedenkliche Ausmaße angenommen. Mahlers komplette Zweite nur mit Orgel aufführen zu wollen (wenn auch plus Chor und die beiden Gesangssolistinnen), scheint mir - und sei das Instrument noch so "sinfonisch" orientiert - fragwürdig. Ich glaube nicht, daß man der höchst differenzierten Klanglichkeit und musikalischen Aussage dieses Werkes damit auch nur annähernd gerecht werden kann.

Vielleicht werden einige von denen, die die Sinfonie gut kennen, meine Meinung teilen.

perotin

Transkriptionen: David Briggs

Karsten @, Montag, 12. Mai 2014, 09:39 (vor 4555 Tagen) @ perotin

David Briggs wird die europäische Uraufführung seiner Transkription von Mahlers 2. Symphonie übrigens in Ingelheim an der Skinner-Orgel spielen: 24.5.2014, 19 Uhr.

Auf diesen Hinweis habe ich fast gewartet. Das Vorhaben ist mir schon vor einiger Zeit auf der Ingelheimer HP aufgefallen und hat ziemliches Kopfschütteln ausgelöst.

Die "Transkriptionitis" hat leider bei einigen Organisten in letzter Zeit bedenkliche Ausmaße angenommen. Mahlers komplette Zweite nur mit Orgel aufführen zu wollen (wenn auch plus Chor und die beiden Gesangssolistinnen), scheint mir - und sei das Instrument noch so "sinfonisch" orientiert - fragwürdig. Ich glaube nicht, daß man der höchst differenzierten Klanglichkeit und musikalischen Aussage dieses Werkes damit auch nur annähernd gerecht werden kann.

Vielleicht werden einige von denen, die die Sinfonie gut kennen, meine Meinung teilen.

Hallo!

Der englischsprachige Rezensent Tony Duggan teilt diese Ansicht im Prinzip ebenfalls. Er hat eine sehr kluge und ausführliche Rezension zu Briggs eigener Aufnahme der Orgeltranskription der 5. Sinfonie von Mahler verfasst.
http://www.musicweb-international.com/classrev/march99/mahler5.htm

Gruß
Karsten

Transkriptionen: David Briggs [war: L-St. Marien]

stein @, Samstag, 19. April 2014, 11:50 (vor 4578 Tagen) @ Orlos

David Briggs wird die europäische Uraufführung seiner Transkription von Mahlers 2. Symphonie übrigens in Ingelheim an der Skinner-Orgel spielen: 24.5.2014, 19 Uhr. (Link Termine)

Absolut spannend!!!

Transkriptionen: David Briggs [war: L-St. Marien]

untersatz32, Montag, 12. Mai 2014, 10:36 (vor 4555 Tagen) @ stein

Danke für den Tipp und die Info: das wird bestimmt ganz toll, so wie ich David Briggs, seine herausragende Technik & Musikalität und seine ausgeprägte "Transkribitionitis" kenne: ein Prachtorganist - und -komponist!

Grüsse

Thomas

Transkriptionen: David Briggs

Dorforganist, Montag, 12. Mai 2014, 10:31 (vor 4555 Tagen) @ Orlos

David Briggs wird die europäische Uraufführung seiner Transkription von Mahlers 2. Symphonie übrigens in Ingelheim an der Skinner-Orgel spielen: 24.5.2014, 19 Uhr. (Link Termine)

...und die 2., 5., 6. und 3. am 27., 29., 30. Mai und 1. Juni im Rahmen der ION in Nürnberg. Bin gespannt, ob die Peters-Orgel von St.Sebald wirklich das richtige Instrument dazu ist...

Transkriptionen: David Briggs

Flûte harmonique, Montag, 12. Mai 2014, 11:07 (vor 4555 Tagen) @ Dorforganist
bearbeitet von Flûte harmonique, Montag, 12. Mai 2014, 11:26

David Briggs wird die europäische Uraufführung seiner Transkription von Mahlers 2. Symphonie übrigens in Ingelheim an der Skinner-Orgel spielen: 24.5.2014, 19 Uhr. (Link Termine)


...und die 2., 5., 6. und 3. am 27., 29., 30. Mai und 1. Juni im Rahmen der ION in Nürnberg. Bin gespannt, ob die Peters-Orgel von St.Sebald wirklich das richtige Instrument dazu ist...

Warum sollte sie nicht geeignet sein? David hatte Mahlers Nr. 5 vor einigen Jahren absolut überwältigend und überzeugend an der Beckerath-Orgel von 1960* in der vollbesetzten St. Ludwigskirche in München gespielt. Für ein Publikum, das mit Mahlers Symphonien in der "Originalfassung" bestens vertraut gewesen sein dürfte. Es waren erwartungsgemäß kaum Münchner Organistenkollegen gekommen, stattdessen aber vorwiegend Konzertbesucher, die üblicherweise im Gasteig oder der Bayerischen Staatsoper anzutreffen sind.

* Weder das Fagott 32' im Pedal noch die Setzeranlage (die 1998 eingebaut wurde) sind dort (und in anderen Quellen) erwähnt.

Transkriptionen: David Briggs

Dorforganist, Montag, 12. Mai 2014, 13:23 (vor 4555 Tagen) @ Flûte harmonique

Warum sollte sie nicht geeignet sein? David hatte Mahlers Nr. 5 vor einigen Jahren absolut überwältigend und überzeugend an der Beckerath-Orgel von 1960* in der vollbesetzten St. Ludwigskirche in München gespielt.

Berechtigte Frage: Beckerath hat ja 1960 auch nicht gerade symphonisch disponiert...

Ich habe da noch ein Konzert mit Christoph Bossert und einem ziemlich großen Reger im Ohr, der absolut nicht überzeugend geklungen hat. Aber das muß ja nicht (nur) an der Orgel liegen. Ich lass' mich überraschen und habe jedenfalls mal gleich für alle vier Symphonien Karten gekauft.

Transkriptionen: David Briggs

stein @, Montag, 12. Mai 2014, 14:16 (vor 4555 Tagen) @ Dorforganist

Berechtigte Frage: Beckerath hat ja 1960 auch nicht gerade symphonisch disponiert...

Ein tolles Instrument, was ich sehr gut in Erinnerung habe. Dort ist so viel Platz, dass man um fast jede Pfeife herumgehen kann.
Irgendwo hatte ich einmal eine US amerikanische oder canadische Beckerath mit einer Transkription Liszt oder anderes gepostet. Trotzdem symphonisch.

Transkriptionen: David Briggs

stein @, Montag, 12. Mai 2014, 14:27 (vor 4555 Tagen) @ stein

Montréal Mussorgsky: Schilder einer Baustelle
http://www.youtube.com/watch?v=kI0uJn2k3aI
Beckerath 1957 V/78
Man hört ihr schon die Zeit an, doch keiner würde hier auf die Idee kommen die Orgel auszutauschen. Qualität ist schon eine gewisse Garantie für Langlebigkeit.

Transkriptionen: David Briggs

Karsten @, Montag, 12. Mai 2014, 14:30 (vor 4555 Tagen) @ stein

Montréal Mussorgsky: Schilder einer Baustelle
http://www.youtube.com/watch?v=kI0uJn2k3aI
Beckerath 1957 V/78
Man hört ihr schon die Zeit an, doch keiner würde hier auf die Idee kommen die Orgel auszutauschen. Qualität ist schon eine gewisse Garantie für Langlebigkeit.

Vom gleichen Orte ist diese Transkriptionen-CD, ebenfalls mit roamntischen Repertoire:
http://www.die-orgelseite.de/cdshop/MOT_12621.htm

Rachel Laurin spielt Liszt & Brahms
Motette 12621

Gruß
Karsten

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FranzS., Donnerstag, 17. April 2014, 23:38 (vor 4580 Tagen) @ ThomasMP

nach dem überaus interessanten Faden zum Orgelneubau bin ich bei 'Ornaments-records' gelandet. Der frühere Marienorganist E.E. Stender hat ja jede Menge CDs mit der ach so schlechten Kemper-Orgel eingespielt, darunter auch viele Transkriptionen von romantischen Orchestersinfonien sowie Werke von Reger und franz. Romantikern. Nun meine Frage in die Runde: kennt jemand die Aufnahmen und lohnt sich die Anschaffung der CDs und wenn auch nur aus dokumentarischer Sicht ?

Habe bisher noch keine Konzerte von Stender erlebt

Hallo,

ich kenne die Reger-CD Vol. I. Um es kurz zu machen; Stender spielt großartig und allein deshalb lohnt es sich diese CD zu kaufen. Meiner Meinung nach eine der besten Einspielungen von Regers op. 57. Stender hätte möglicherweise einer der ganz großen Organisten seiner Zeit werden können, wenn er es gewollt hätte. Scheinbar war ihm aber Lübeck und die Kemper immer genug. Gerne hätte ich Stender beispielsweise an der Würzburger Domorgel gehört, auf der Damjakob einige grandiose Reger-Einspielungen hingelegt hat. Oder man hätte den Stender an den Passauer Dom schicken sollen und den Schuster nach Lübeck. Hätt der Mann eine g'scheite Orgel gehabt, hätten seine Einspielungen, insbesondere seine Bearbeitungen, bestimmt Referenzstatus erhalten. Dank der Kemper sind sie leider eher als Kuriosum einzustufen. Bescheidenheit ist eben nicht immer die beste Wahl....

Zum Klang: auf der CD klingt die Marienorgel im Piano bis Mittelforte eher nichtssagend aber nicht schlecht. Je stärker es wird, desto schlimmer wird es aber. Ich will die Orgel nicht einfach so schlechtreden, weil ich das Instrument nicht kenne und persönlich mit dem sogenannten "Neobarock" eigentlich sehr viel anfangen kann, aber das Gerät ist bestimmt nicht der größte Wurf dieser Epoche.

Grüße
Franz

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ado ⌂ @, Freitag, 18. April 2014, 08:57 (vor 4579 Tagen) @ FranzS.

das habe ich eben im netz gefunden. schlagt mich tot, aber ich habe da weder an der orgel (soweit ein youtube-video eine beurteilung ermöglicht) noch erst recht an herrn stender etwas auszusetzen.

FURCHTBAR finde ich allerdings immer schon den prospekt. ich erinnere mich an meinen ersten besuch in der marienkirche, dieses sichumsehen nach westen hin und das erschrecken!

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ThomasMP @, Freitag, 18. April 2014, 11:53 (vor 4579 Tagen) @ ado

Ich muß 'ado' recht geben: weder an der Interpretation von Hrn. Stender noch am Klang der Orgel gibt es für mich etwas auszusetzen. Vielleicht ein Wunder der Aufnahmetechnik - vielleicht auch nicht. Macht jedenfalls Lust auf mehr

nochmal L-St. Marien, hier: E.E. Stender

FranzS., Freitag, 18. April 2014, 13:35 (vor 4579 Tagen) @ ThomasMP
bearbeitet von FranzS., Freitag, 18. April 2014, 13:45

Ich muß 'ado' recht geben: weder an der Interpretation von Hrn. Stender noch am Klang der Orgel gibt es für mich etwas auszusetzen. Vielleicht ein Wunder der Aufnahmetechnik - vielleicht auch nicht. Macht jedenfalls Lust auf mehr

An Stender habe ich ja nichts auszusetzen und ich glaube, das habe ich auch klar gesagt. Die verlinkte Aufnahme führt aber doch klangliche Defizite der Orgel "vor Ohren", die bei Reger noch viel extremer sind. Vor allem die großen Akkordblöcke und schnellen Akkordfolgen schwingen einfach nicht ein und das hört man auch beim Beethoven. Es ist als ob er mit hoher Geschwindigkeit auf der regennassen Autobahn fahren würde. Alles schwimmt nur noch so dahin und nur wenn er wieder bremst, bekommt der Klang wieder Haftung.
Wie mir Wolfgang mitgeteilt hat, sind die CDs tatsächlich eine Wunder der Aufnahmetechnik, denn der Klang der Orgel soll in Wirklichkeit nicht annähernd die Kraft haben als man auf den Aufnahmen vermuten könnte (obwohl die Orgel auf CD auch nicht den Eindruck einer "Weltmacht" vermittelt). Stellt euch doch einfach mal Stenders Beethoven Transkription auf der Würzburger Domorgel vor.

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JRorgel @, Freitag, 18. April 2014, 21:44 (vor 4579 Tagen) @ ThomasMP

Aus meiner SIcht lohnt sich das. Ich habe die CD "Orgelwerke der Romantik Vol. II" und finde diese, auch aus dokumentarischer Sicht, recht gut.

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Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Samstag, 19. April 2014, 01:46 (vor 4579 Tagen) @ JRorgel

Die Live-Darbietungen, die ich hörte, waren solide, aber haben mich nicht sehr bewegt. Auch gab es viel Registrierungs-Recycling. Sicher schwer ohne Setzeranlage, aber an so einem Ort könnte man sich etwas mehr Mühe geben. Naja, das Gerät ist sicher diesbezüglich recht unhandlich.

Abraten möchte ich doch, ohne zu verleumden, vom Erwerb der Improvisations-CD von EES. Es sei denn, man sieht sie als Dokument seiner Impro-Praxis. Aber jede CD dokumentiert irgendwas, zumindest die Live-Mitschnitte, und diese besteht, glaube ich, aus solchen.

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