Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Innenstadt

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Donnerstag, 12. Dezember 2013, 14:01 (vor 4641 Tagen)

Hallo Forum,

die Lunchtime-Orgel in der Johanneskirche begann mit dem ersten Satz aus Mozarts Klaviersonate Nr. 11, KV 331; Tema Andante grazioso, Variazioni I-VI. Wolfgang Abendroth hatte das für Orgel bearbeitet. Das Thema kam betont schlicht, die Variationen wurden gekonnt und geschickt in Szene gesetzt. Auch hier bewies Abendroth Maß, nichts wurde zu laut oder gar grob.

Eher ruhig ist auch der Charakter der ersten drei Sätze der zweiten Suite für Orgel von Leon Boellmann. Demgegenüber wirkt das Finale (March) etwas fremd. Hier erinnert noch vieles an die kirmeske Musik Lefèbure-Wélys, andererseits ist Guilmant nicht fern. Abendroth übertrieb im Finale nicht und wahrte so das Gesamtbild. Gefühlt ist der letzte Satz fast genauso lang wie die drei vorangegangenen zusammen. Diese Unausgewogenheit mag ein Grund sein, daß das Werk nur selten zu hören ist. Die ersten Sätze haben aber größere Aufmerksamkeit durchaus verdient.

Lebhafter Beifall der rund 70 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

OT
P.S. Vor einigen Wochen sendete rbb-fernsehen zu später Stunde den Live-Mitschnitt des Requiems von Franz von Suppé, der im Jahre 2012 im Kloster Erbrach entstanden ist (Gert Schaller, Philharmonischer Chor München, Philharmonie Festiva. Ich war fasziniert und verwundert zugleich. Herrliche Musik, Tiefgang, Rückbezug zu Mozart, Vorwegnahme von Verdi (19 Jahre früher entstanden!). Der Operettenkomponist tritt nur ganz selten in Erscheinung. Ganz toll das Benedictus-Quartett der Solisten - a cappella. Ein hörenswertes Werk. 75 Minuten. Zur Zeit preiswert bei jpc.

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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)


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