Link: ZEIT-Artikel: Orgel mit reiner Stimmung

samuelscheidt, Sonntag, 22. Dezember 2013, 19:14 (vor 4632 Tagen)

Eben gefunden. Sicher nicht serienreif. Immerhin sehr interessante Idee.

http://www.zeit.de/2013/52/orgel-stimmung-computer/komplettansicht

Link: ZEIT-Artikel: Orgel mit reiner Stimmung

Karsten @, Sonntag, 22. Dezember 2013, 22:16 (vor 4631 Tagen) @ samuelscheidt

Eben gefunden. Sicher nicht serienreif. Immerhin sehr interessante Idee.

http://www.zeit.de/2013/52/orgel-stimmung-computer/komplettansicht

Zu dem Thema ist in "organ" 4/2013 ein mehrseitiger Artikel von Werner Mohrlock.

Gruß
Karsten

Link: ZEIT-Artikel: Orgel mit reiner Stimmung

Prinzipal64 @, Montag, 23. Dezember 2013, 17:30 (vor 4631 Tagen) @ samuelscheidt

So ganz neu ist das nicht.
Ich erinnere mich Mitte der 80er Jahre in Herne an eine Kleinorgel, die dieses
Verfahren anwendete.

Link: ZEIT-Artikel: Orgel mit reiner Stimmung

samuelscheidt, Montag, 23. Dezember 2013, 19:42 (vor 4631 Tagen) @ Prinzipal64

Klingt sehr interessant. Gibt es zum "Fall Herne" sozusagen irgendwo nähere Informationen? Oder hat da Mitte der 80er ein Hobbyprogrammierer ein undokumentiertes Werk vollbracht?

Link: ZEIT-Artikel: Orgel mit reiner Stimmung

Prinzipal64 @, Montag, 23. Dezember 2013, 20:13 (vor 4631 Tagen) @ samuelscheidt

Im Rahmen der Veranstaltung " Alte Musik" war in Herne eine Ausstellung von Klein- und Hausorgeln.
Ich meine mich zu erinnern dass es eine Schweizer Firma war - bin aber nicht sicher
und habe auch keine Unterlagen mehr.

Link: ZEIT-Artikel: Orgel mit reiner Stimmung

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 23. Dezember 2013, 21:43 (vor 4631 Tagen) @ Prinzipal64

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, daß damals auch Vertreter der Hausorgelfraktion der GDO mit Exponaten dort waren. Da wäre also der Chef, Hajo Stenger, zu finden über gdo.de, ein Anfragepartner.

Danke! *owt*

samuelscheidt, Montag, 23. Dezember 2013, 22:05 (vor 4630 Tagen) @ Hausorgler

.

Danke! *owt*

ado ⌂ @, Montag, 23. Dezember 2013, 22:38 (vor 4630 Tagen) @ samuelscheidt

"Denn an der Orgel in Bad Liebenwerda lässt sich erstmals per Knopfdruck simulieren, wie eine Orgel im 16., 17. oder 18. Jahrhundert geklungen hat."

So der Artikel. Das ist aber längst möglich. Eine Software wie namentlich "Hauptwerk" bietet die Möglichkeit, buchstäblich aberdutzende verschiedene Temperierungen per Mausklick anzuwenden, gerade auch auf historische Instrumente (sofern sie bereits in digitalisierter Form vorliegen, was aber bei etlichen Orgeln etwa von G. oder A. Silbermann oder Arp Schnitger wie auch anderen der Fall ist). Insofern ist die Orgel in Liebenwerda im Nachteil: sie kann die "variabel-reine" Stimmung, das ist ihr Alleinstellungsmerkmal, aber bei der Simulation historischer Klänge vermag sie als moderne Orgel nicht mitzuhalten. Die Temperierung läßt sich setzen, der Klang der Pfeifen selbst ist aber natürlich nicht historisch. Im übrigen ließe sich wohl auch die hier zugrunde liegende Idee einer während des Spiels sich wandelnden reinen Stimmung leichter an einer digitalisierten Orgel durchführen als an einer realen. Insofern halte ich den Erkenntnis- wie den praktischen Wert dieses Experiments für überschaubar: es ist interessant, aber in der konkreten Form der Umsetzung unnötig aufwendig.

Wohl ist eine reale Orgel besser als ihr digitalisierter Avatar, jedenfalls zur Anwendung in größeren Räumen statt zum Hören mit Kopfhörer. Nur ist die existierende Orgelliteratur nicht für die hier beschriebene Stimmung geschrieben: wer will denn ernsthaft Reger in einer Form hören, an die der Komponist selber nie gedacht hat? Wer wollte unterstellen, daß er, wäre sie verfügbar gewesen, diese Art der Stimmung gewählt hätte?

Danke!

samuelscheidt, Montag, 23. Dezember 2013, 23:27 (vor 4630 Tagen) @ ado
bearbeitet von samuelscheidt, Dienstag, 24. Dezember 2013, 01:35

nunja...

So der Artikel. Das ist aber längst möglich. Eine Software wie namentlich "Hauptwerk" [...] Im übrigen ließe sich wohl auch die hier zugrunde liegende Idee einer während des Spiels sich wandelnden reinen Stimmung leichter an einer digitalisierten Orgel durchführen als an einer realen.

...und im Artikel geht es nunmal dezidiert um eine hardwareseitige Lösung. Und das ist, meinem bescheidenen Wissen nach, ein doch eher neuer Ansatz. Abgesehen von Prinzipal64's Hinweis, dass das vor 30 Jahren in dieser Form schonmal dagewesen sein soll.

Die Temperierung läßt sich setzen, der Klang der Pfeifen selbst ist aber natürlich nicht historisch.

Ähm... Und wie sehr "historisch" ist der Klang an einer "historischen" Orgel?

es ist interessant, aber in der konkreten Form der Umsetzung unnötig aufwendig.

= Grundlagenforschung

Nur ist die existierende Orgelliteratur nicht für die hier beschriebene Stimmung geschrieben: wer will denn ernsthaft Reger in einer Form hören, an die der Komponist selber nie gedacht hat? Wer wollte unterstellen, daß er, wäre sie verfügbar gewesen, diese Art der Stimmung gewählt hätte?

Das ist in der Tat eine rein hypothetische Frage. Instrumente wandeln sich aber auch mit der Zeit in einem gewissen Rahmen; und auch hier ist es nicht ausgeschlossen, dass neue Möglichkeiten zu neuen kompositorischen Techniken anregen. Messiaen hätte seine Modi in einer mitteltönigen Temperierung womöglich auch nicht so gewählt...
(Abgesehen davon, weiß eh niemand, was genau sich Herr Reger gedacht hat; insofern ist es sicher nicht verboten, ein Werk des Komponisten sich auch mal unter 'veränderten Vorzeichen' zu Gemüte zu führen. Versuch macht kluch. Mögen muss man's schlussendlich ja nicht unbedingt)

Danke!

ado ⌂ @, Dienstag, 24. Dezember 2013, 07:23 (vor 4630 Tagen) @ samuelscheidt

Ähm... Und wie sehr "historisch" ist der Klang an einer "historischen" Orgel?

ich war fast sicher, daß das kommen würde :-)

touché, klar. wie historisch eine historische orgel klingt, ist nicht unbedingt leicht zu beurteilen, von fall zu fall unterschiedlich und immer nur unter vorbehalt zu beantworten. indes gibt es solche, die schon ziemlich "echt" klingen dürften (maihingen? aber auch etwa ein silbermann-instrument wie das in großhartmannsdorf, wo anscheinend wirklich nichts verändert wurde außer eben der stimmung? -- und letztere orgel gibts digitalisiert: man kann hier die originale temperatur virtuell wieder herstellen). und sagen wir mal so: im zweifel ist die möglichst unverändert erhaltene historische orgel eben doch zumindest "näher dran"? niemand würde ja glaube ich in abrede stellen, daß wir vom klang alter orgeln lernen.

powered by my little forum