Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

quintade, Sonntag, 14. Juli 2019, 19:19 (vor 2656 Tagen)
bearbeitet von quintade, Sonntag, 14. Juli 2019, 19:37

Wirklich zufällig erfuhr ich vom heutigen Konzert, direkt vor Ort.
Da würde man das als Ortsunkundiger normalerweise total übersehen, seit heute mittag kein einziger Hinweis, der Ständer am Eingang zeigt anderes, unter "Aktuelles" auf der HP auch nichts (oder übersehen..) . Aber es war keine geschlossene Veranstaltung...!

Programm:
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Die Kirche ist recht großzügig mit einer hellen, klaren Akustik, der große Chorraum antwortet schön auf die Orgel. (Jetzt bitte kein "Akustikbüro" beauftragen, Fraunhofer natürlich ausgenommen!)

Ich habe weder viel Hintergründe noch gar ArsOrgani- (welche Ausgabe(n)?) oder sonstige Artikel/Abhandlungen im Kopf, also schreibe ich wieder mal frei Schnauze.

Habe nicht durchgezählt, aber die Orgel scheint viele Streicher zu haben, mit oft sehr ausgeprägter Ansprache. Da muss man sich reinhören, dann kann man aber durchaus viel damit anfangen. Außerdem richtig schöne qualitätvolle, auch recht leise Zungen, sowohl solistisch als auch akkordisch ein Genuß. Und manchmal direkt unmerkliche Übergänge. Überhaupt recht eindringliche Klänge, da ist man automatisch "ganz Ohr". Auch viel Prinzialisches ist da, wirkliche Flöten offensichtlich weniger. Das mag auch ganz im Wiegleb-Sinne sein, keine Ahnung...
Gab es da nicht zum Teil auch massive Kritik an der Orgel? Kann ich erstmal nicht nachvollziehen.

Offensichtlich hatte sich der Organist des Abends KMD Andreas Cavelius aus Krefeld intensiv mit der Orgel beschäftigt und bot auch sehr durchdachte, variantenreiche Registrierungen. Insgesamt auch eine gute Orgelvorstellung.

Ich habe nichts mitnotiert, daher noch kurz, bevor die Eindrücke verblassen:

Der Einstieg mit dem Allabreve war eher enttäuschend, mehrere Stockungen waren eher nicht auf Harmonisches zurückzuführen. Aber dieses Werk (Pedal liegt nicht ganz so bequem, erst recht bei der breiten Mensur) habe ich schon öfter "ausbaufähig" gehört - und auch selbst so gespielt.
Wie auch immer: hat die Orgel einen "qualitätvollen Ton" ist das alles immerhin gar nicht so schlimm, auch ein falscher Ton oder Metrum liegt irgendwie schön in der Luft.
Meines Erachtens hat sie im Plenum auch einen ordentlich hohen Schalldruckpegel und trotzdem wird es (für meine Ohren) nicht unangenehm. Das will schon was heißen, gibt es doch massig mittellaute, aber total unbefriedigende, richtig nervende Mixturen jeglicher Stilistik auf der (Orgel-)Welt.

Glücklicherweise waren Unsicherheiten wie weggeblasen ab dem nächsten Werk und das Niveau blieb bis zum Schluß "ganz oben".

Der Zachow ist auch so ein "alter" Kandidat, den man eigentlich nur auf Historischem oder danach Empfundenem hören will, kann durchaus schnell langweilig werden so viele Dekaden Musikgeschichte später. Hier glücklicherweise nicht. Tolle Vox humana, einzelner 4', etc. Und das Gerüst dieses(!) Chorals leitet auch heute noch.

Der Corette war direkt neckisch, diese Frage-/Antwort-/Zitatspielchen, Kuckuck etc. Lockete, exakte Verzierungen auf der offensichtlich sehr guten, direkten Traktur.

Sehr passend und überaus eindringlich gestalteten sich die Alain-Stücke. Wieso ausgerechnet zu Beginn des ersten fünf der schätzungsweise 70-80 Zuhörer die Kirche verließen, weiß ich nicht, kann aber nur außermusikalische Gründe vermuten, jedenfalls gefielen die gerade an diesem "unpassenden" Instrument sehr. Ein schönes Legato gewinnt auch nochmal durch die teils wie gesagt stark ausgeprägten Ansprachegeräusche. Bitte mehr "Unpassendes" an solchen Orten. (Oder übte/spielte/komponierte Alain nicht sogar auch an einer hist. Orgel?). Auch die Stimmung machte alles gut mit.

Das Konzert endete mit dem Rinck, dessen Corelli-Thema ich zwar nicht kannte, mir aber sehr bald klar war. Das ist sicher gut verständliche Orgelmusik, wie viele sie "erwarten".

Längerer, dankbarer Beifall mit mehreren "Vorhängen", keine Zugabe. Am Ausgang dann noch CDs des Künstlers gegen Spende. Um die wurde sowieso auch unabhängig noch gebeten, der Eintritt war frei.

Ixh weiß nicht, ob Ansbach bekanntes Touristen-Ziel ist, könnte aber gut sein (Schloß etc.). Mittags sah ich z.B. auch viele Asiaten, auch in der Kirche. Wenn die aber nicht wissen, dass die unzweifelhaft schön anzusehende Orgel abends auch noch klingt...

PS Gestört hat mich nichtsdestotrotz dieses Schild. Neben bis gerade fehlendem UMTS/LTE an der Kirche (also ist immerhin nur temporär ein Mast ausgefallen). Irgendwie wirkt Nürnberg hier zumindest bahntechnisch eher weit weg, gut, dass die ION wenigstens dieses Instrument wohl fest integriert hat.

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

MAT @, Sonntag, 14. Juli 2019, 20:18 (vor 2656 Tagen) @ quintade

Wiegleb-Orgel??? Von Wiegleb ist nichts übrig außer dem Gehäuse. Es handelt sich wohl um eine Reil-Orgel von 2007. Näheres einfach hier: http://www.orgbase.nl/scripts/ogb.exe?database=ob2&%250=2006200&LGE=NL&LIJS...

--
Gruß
MAT

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

kantor, Sonntag, 14. Juli 2019, 22:38 (vor 2656 Tagen) @ MAT

Trotz Rekonstruktion, ein großartiges Instrument! Viel besser gelungen, als die Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Evacuant, Sonntag, 14. Juli 2019, 23:31 (vor 2656 Tagen) @ kantor

Trotz Rekonstruktion, ein großartiges Instrument! Viel besser gelungen, als die Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg.


Was gibt es an der Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg zu bemängeln?
Soo schlecht ist die doch nicht?

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

kantor, Montag, 15. Juli 2019, 00:47 (vor 2656 Tagen) @ Evacuant

Habe ich auch nicht gesagt. Ansbach ist eben viel charakteristischer.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Montag, 15. Juli 2019, 08:41 (vor 2655 Tagen) @ Evacuant

Was gibt es an der Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg zu bemängeln?
Soo schlecht ist die doch nicht?

Ich habe sie vor Jahren in einem Fastengottesdienst mit dem fähigen Organisten vor Ort erlebt und war von ihren schönen Klang beeindruckt. Eigentlich wäre es die Möglichkeit gewesen, einen anderen Orgelbauer wie Kuhn (Hauptorgel) für dieses Projekt zu gewinnen.
Meine aber, der Auftrag war schon vor der Ernennung des Organisten vergeben. Trotzdem hat hier Kuhn bewiesen, dass er auch so bauen kann, völliger Unterschied zur grossen Orgel. Mich hatte lediglich der dogmatische Tastenumfang für einen Neubau irritiert.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Evacuant, Montag, 15. Juli 2019, 09:01 (vor 2655 Tagen) @ stein

Mich hatte lediglich der dogmatische Tastenumfang für einen Neubau irritiert.

Welche "undogmatischen" Tastenumfänge hättest Du denn gewählt?

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Montag, 15. Juli 2019, 14:29 (vor 2655 Tagen) @ Evacuant

Mich hatte lediglich der dogmatische Tastenumfang für einen Neubau irritiert.


Welche "undogmatischen" Tastenumfänge hättest Du denn gewählt?

Sie hat im Manual 50 Tasten kein Cis und geht lediglich bis zum d'''
56 Tasten wären nicht schlecht.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Evacuant, Dienstag, 16. Juli 2019, 00:08 (vor 2655 Tagen) @ stein

Mich hatte lediglich der dogmatische Tastenumfang für einen Neubau irritiert.


Welche "undogmatischen" Tastenumfänge hättest Du denn gewählt?


Sie hat im Manual 50 Tasten kein Cis und geht lediglich bis zum d'''
56 Tasten wären nicht schlecht.


Wozu den Allerweltsumfang von 56 Tasten? Wenn ich in der Kirche unbedingt ein Stück spielen will, das 56 Tasten braucht, steige ich die Treppe hoch. Da steht die große Orgel.

Ich finde 56 Tasten für eine barock konzipierte Zweitorgel unnütz und "dogmatisch".

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Dienstag, 16. Juli 2019, 01:03 (vor 2655 Tagen) @ Evacuant

Mich hatte lediglich der dogmatische Tastenumfang für einen Neubau irritiert.


Welche "undogmatischen" Tastenumfänge hättest Du denn gewählt?


Sie hat im Manual 50 Tasten kein Cis und geht lediglich bis zum d'''
56 Tasten wären nicht schlecht.

Wozu den Allerweltsumfang von 56 Tasten? Wenn ich in der Kirche unbedingt ein Stück spielen will, das 56 Tasten braucht, steige ich die Treppe hoch. Da steht die große Orgel.

Ich finde 56 Tasten für eine barock konzipierte Zweitorgel unnütz und "dogmatisch".

Vielleicht hätten es auch 41 Tasten getan.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Evacuant, Dienstag, 16. Juli 2019, 07:40 (vor 2654 Tagen) @ stein

Vielleicht hätten es auch 41 Tasten getan.

Du scheinst Dich im barocken Repertoire nicht gut auszukennen.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Dienstag, 16. Juli 2019, 08:00 (vor 2654 Tagen) @ Evacuant

Vielleicht hätten es auch 41 Tasten getan.


Du scheinst Dich im barocken Repertoire nicht gut auszukennen.

Wenn ich barock spielen will kann ich auch oben auf dir Empore gehen. Die kann alles.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Nachthorn, Dienstag, 16. Juli 2019, 08:49 (vor 2654 Tagen) @ stein

Vielleicht hätten es auch 41 Tasten getan.


Du scheinst Dich im barocken Repertoire nicht gut auszukennen.


Wenn ich barock spielen will kann ich auch oben auf dir Empore gehen. Die kann alles.


Wofür braucht man dann überhaupt eine Chororgel?
Überspitzt: Wenn ich Orgel spielen will kann ich auch ach oben auf die Empore gehen.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Evacuant, Dienstag, 16. Juli 2019, 09:48 (vor 2654 Tagen) @ Nachthorn

Wenn ich barock spielen will kann ich auch oben auf dir Empore gehen. Die kann alles.

Wofür braucht man dann überhaupt eine Chororgel?
Überspitzt: Wenn ich Orgel spielen will kann ich auch ach oben auf die Empore gehen.

So hatte ich steins Erwiderung auch verstanden - als Polemik gegen die Zweitorgel an sich.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Dienstag, 16. Juli 2019, 19:51 (vor 2654 Tagen) @ Evacuant

Wenn ich barock spielen will kann ich auch oben auf dir Empore gehen. Die kann alles.

Wofür braucht man dann überhaupt eine Chororgel?
Überspitzt: Wenn ich Orgel spielen will kann ich auch ach oben auf die Empore gehen.


So hatte ich steins Erwiderung auch verstanden - als Polemik gegen die Zweitorgel an sich.

Nein, stimmt nicht. Die Orgel ist schön, optisch wie klanglich, sie wirkt etwas ungünstig platziert. Im der Klangentfaltung tut es ihr keinen Abbruch. Der Tastaturumfang im Manual bis d''' bleibt trotzdem sehr eingeschränkt.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

daggies @, Dienstag, 16. Juli 2019, 12:30 (vor 2654 Tagen) @ Nachthorn

Weil die Gemeinde Geld hatte (und noch immer hat).... ganz einfach.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

untersatz32, Dienstag, 16. Juli 2019, 15:47 (vor 2654 Tagen) @ stein

Bei so einem Neubau finde ich jetzt auch das fehlende CIS schade, ebenfalls könnte man bis f''' bauen, dann geht schon viel mehr, auch Spätbarock und Frühromantik.
Ganz zu schweigen von Chorbegleitungen und Klavierauszügen.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Große Pfeife @, Dienstag, 16. Juli 2019, 16:04 (vor 2654 Tagen) @ untersatz32

Aber eine Chororgel ist doch nicht zur Chorbegleitung, sie steht doch nur im Chor so rum, und Klavierauszüge auf einer Orgel zu spielen ist auch irgendwie nicht in Ordnung.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

untersatz32, Dienstag, 16. Juli 2019, 16:12 (vor 2654 Tagen) @ Große Pfeife

Aber eine Chororgel ist doch nicht zur Chorbegleitung, sie steht doch nur im Chor so rum, und Klavierauszüge auf einer Orgel zu spielen ist auch irgendwie nicht in Ordnung.<

Klar. Deswegen können die Engländer das auch so schlecht :-)

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Dienstag, 16. Juli 2019, 20:03 (vor 2654 Tagen) @ untersatz32

Aber eine Chororgel ist doch nicht zur Chorbegleitung, sie steht doch nur im Chor so rum, und Klavierauszüge auf einer Orgel zu spielen ist auch irgendwie nicht in Ordnung.<


Klar. Deswegen können die Engländer das auch so schlecht :-)

Sind die Engländer schon wieder in Heidelberg?

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Nachthorn, Dienstag, 16. Juli 2019, 21:09 (vor 2654 Tagen) @ stein

Aber eine Chororgel ist doch nicht zur Chorbegleitung, sie steht doch nur im Chor so rum, und Klavierauszüge auf einer Orgel zu spielen ist auch irgendwie nicht in Ordnung.<


Klar. Deswegen können die Engländer das auch so schlecht :-)


Sind die Engländer schon wieder in Heidelberg?

Nein, die wollen doch raus aus der EU.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Dienstag, 16. Juli 2019, 21:14 (vor 2654 Tagen) @ Nachthorn

Aber eine Chororgel ist doch nicht zur Chorbegleitung, sie steht doch nur im Chor so rum, und Klavierauszüge auf einer Orgel zu spielen ist auch irgendwie nicht in Ordnung.<


Klar. Deswegen können die Engländer das auch so schlecht :-)


Sind die Engländer schon wieder in Heidelberg?


Nein, die wollen doch raus aus der EU.

Euskirchen?

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

JSBach @, Dienstag, 16. Juli 2019, 16:59 (vor 2654 Tagen) @ Große Pfeife

Kann man eigentlich Orgelauszüge auf dem Klavier spielen? ;)

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

oHo, Dienstag, 16. Juli 2019, 17:08 (vor 2654 Tagen) @ JSBach

Kann man eigentlich Orgelauszüge auf dem Klavier spielen? ;)


Auf dem Pedalklavier!

rät, fröhlich grüßend,
Oliver

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Dienstag, 16. Juli 2019, 20:05 (vor 2654 Tagen) @ oHo

Kann man eigentlich Orgelauszüge auf dem Klavier spielen? ;)

Auf dem Pedalklavier!

rät, fröhlich grüßend,
Oliver

Mein Klavier hat nur drei Pedale, die scheinen schon lange kaputt zu sein. Zumindest kommt kein Ton dabei heraus. Registerzüge kann ich nicht finden.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

quintade, Dienstag, 16. Juli 2019, 20:07 (vor 2654 Tagen) @ stein

Mein Klavier hat nur drei Pedale, die scheinen schon lange kaputt zu sein. Zumindest kommt kein Ton dabei heraus. Registerzüge kann ich nicht finden.

Bist eben indisponiert.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

stein @, Dienstag, 16. Juli 2019, 20:18 (vor 2654 Tagen) @ quintade

Mein Klavier hat nur drei Pedale, die scheinen schon lange kaputt zu sein. Zumindest kommt kein Ton dabei heraus. Registerzüge kann ich nicht finden.

Bist eben indisponiert.

Manchmal ja. Was ist das eigentlich?

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Evacuant, Dienstag, 16. Juli 2019, 18:49 (vor 2654 Tagen) @ untersatz32

Bei so einem Neubau finde ich jetzt auch das fehlende CIS schade, ebenfalls könnte man bis f''' bauen, dann geht schon viel mehr, auch Spätbarock und Frühromantik.
Ganz zu schweigen von Chorbegleitungen und Klavierauszügen.

Das fehlende Cis stört ja nur sehr selten. Bei Klavierauszügen ist man sowieso immer am Oktavieren.
Was viel mehr fehlt, ist ein Schweller, eine Oboe, eine Vox coelestis und eine Setzeranlage.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

daggies @, Montag, 15. Juli 2019, 14:11 (vor 2655 Tagen) @ stein

Nein, der Auftrag für die Chororgel war noch nicht vergeben. Es waren auch andere Orgelbauer im Gespräch, aber der jetzige Organist war dann doch für Kuhn, weil er mit der Qualität der Arbeit an der Hauptorgel sehr zufrieden war. Tatsächlich ist die Chororgel auch gut geworden, ich weiß nicht, was man da groß kritisieren sollte...?

Ich erinnere mich, dass Schiegnitz für die Chororgel auch im Gespräch war. Aber er konnte wohl mit der neuen Orgel an der HfK Heidelberg nicht so richtig überzeugen. Kennt irgendwer das Instrument? Soll wohl einige Probleme geben...

Saalorgel HfK Heidelberg

fluteceleste @, Montag, 15. Juli 2019, 15:22 (vor 2655 Tagen) @ daggies


Ich erinnere mich, dass Schiegnitz für die Chororgel auch im Gespräch war. Aber er konnte wohl mit der neuen Orgel an der HfK Heidelberg nicht so richtig überzeugen. Kennt irgendwer das Instrument? Soll wohl einige Probleme geben...

Gesehen hab ich sie, nur leider nicht gehört oder gespielt..

https://www.voceumana.de/neue-orgeln/orgel-in-der-hochschule-fuer-kirchenmusik-heidelberg/

Saalorgel HfK Heidelberg

kantor, Montag, 15. Juli 2019, 15:27 (vor 2655 Tagen) @ fluteceleste

Wenn sie so ist wie St. Ursula in Köln...

Saalorgel HfK Heidelberg

daggies @, Montag, 15. Juli 2019, 15:37 (vor 2655 Tagen) @ kantor

Was ist denn mit der? Würde mich sehr interessieren.

Auf Papier sieht es ja recht spannend aus....

Saalorgel HfK Heidelberg

kantor, Montag, 15. Juli 2019, 16:24 (vor 2655 Tagen) @ daggies

Fahr mal hin...

Saalorgel HfK Heidelberg

daggies @, Montag, 15. Juli 2019, 17:08 (vor 2655 Tagen) @ kantor

Sitze leider in Südafrika...

Saalorgel HfK Heidelberg

kantor, Montag, 15. Juli 2019, 17:50 (vor 2655 Tagen) @ daggies

Ich gerade in Nordafrika

Saalorgel HfK Heidelberg

Pulpetenoese, Dienstag, 16. Juli 2019, 07:02 (vor 2654 Tagen) @ kantor

dann spart Euch die Fahrtkosten und Spesen...

Saalorgel HfK Heidelberg

daggies @, Dienstag, 16. Juli 2019, 08:22 (vor 2654 Tagen) @ Pulpetenoese

So schlimm? ;-)

Saalorgel HfK Heidelberg

kantor, Dienstag, 16. Juli 2019, 11:17 (vor 2654 Tagen) @ daggies

Ziemlich

Saalorgel HfK Heidelberg

fluteceleste @, Dienstag, 16. Juli 2019, 11:21 (vor 2654 Tagen) @ kantor
bearbeitet von fluteceleste, Dienstag, 16. Juli 2019, 11:30

Ziemlich

welche jetzt, Ursula oder Heidelberg? beide?

Saalorgel HfK Heidelberg

kantor, Dienstag, 16. Juli 2019, 12:58 (vor 2654 Tagen) @ fluteceleste

Ursula. HfK?

Saalorgel HfK Heidelberg

Pulpetenoese, Dienstag, 16. Juli 2019, 15:26 (vor 2654 Tagen) @ kantor

ja

Saalorgel HfK Heidelberg

quintade, Dienstag, 16. Juli 2019, 18:31 (vor 2654 Tagen) @ kantor

Was wird denn konkret bemängelt? So ist der Unterhaltungs- deutlich größer als der Informationswert. Auch die Fairness ggü. OB gebietet, Konkretes zu nennen, finde ich. Das mag ja auch persönlich sein, der nächste sieht es total anders.

Saalorgel HfK Heidelberg

stein @, Dienstag, 16. Juli 2019, 20:16 (vor 2654 Tagen) @ quintade

Was wird denn konkret bemängelt? So ist der Unterhaltungs- deutlich größer als der Informationswert. Auch die Fairness ggü. OB gebietet, Konkretes zu nennen, finde ich. Das mag ja auch persönlich sein, der nächste sieht es total anders.

Die Katze dosiert aus dem Sack, macht die Sache viel spannender.

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

oHo, Montag, 15. Juli 2019, 18:44 (vor 2655 Tagen) @ stein

Was gibt es an der Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg zu bemängeln?
Soo schlecht ist die doch nicht?


Ich habe sie vor Jahren in einem Fastengottesdienst mit dem fähigen Organisten vor Ort erlebt und war von ihren schönen Klang beeindruckt. Eigentlich wäre es die Möglichkeit gewesen, einen anderen Orgelbauer wie Kuhn (Hauptorgel) für dieses Projekt zu gewinnen.
Meine aber, der Auftrag war schon vor der Ernennung des Organisten vergeben. Trotzdem hat hier Kuhn bewiesen, dass er auch so bauen kann, völliger Unterschied zur grossen Orgel. Mich hatte lediglich der dogmatische Tastenumfang für einen Neubau irritiert.

Der Ambitus liegt sicherlich daran, dass man eine Wiegleb-Orgel nachgebaut haben wollte und darauf bestand, daß diese von der Restaurierungsabteilung der Fa. Kuhn gebaut wird, nicht von der Neubauabteilung.

Das Ergebnis kann sich nicht nur hören lassen, sondern auch sehen: Wenn man innen sieht, wie die Orgel gebaut ist, versteht man unter anderem auch, wie eine wirklich feinfühlige Traktur aussehen kann - ohne Regulierungsstellen.

Dieses Instrument begeistert mich, während ich von der Hauptorgel SEHR wenig halte. Die Intonation letzterer ist m.E. laut, uninspiriert und uninspirierend. Wobei ich bei meinem fünften Besuch dort dann doch ein Register hörte (so etwa mf), das mir gefiel. Ein Orgelsachverständiger, der das Instrument gut kennt, klärte mich auf: "Das ist die Aeoline!"

erinnert sich, nachdenklich grüßend,
Oliver

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

kantor, Montag, 15. Juli 2019, 20:07 (vor 2655 Tagen) @ oHo

Den dicken, weißen Schleiflack auf dem Gehäuse finde ich nicht sehr gelungen. Man riecht ihn heute noch...

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Friedrich @, Dienstag, 16. Juli 2019, 17:45 (vor 2654 Tagen) @ stein

Was gibt es an der Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg zu bemängeln?
Soo schlecht ist die doch nicht?


Ich habe sie vor Jahren in einem Fastengottesdienst mit dem fähigen Organisten vor Ort erlebt und war von ihren schönen Klang beeindruckt.

Ich habe sie dieses Jahr am Weißen Sonntag gehört und saß nur ein paar Meter davon entfernt. Sie klingt wirklich wunderschön. Sorgfältig, aber nicht zu glatt intoniert, direkt und lieblich. Zur Chorbegleitung taugt sie nur bedingt, denn in der Nähe ist eigentlich kein Platz für einen Chor vorgesehen. Die Orgel steht zwischen zwei Wandpfeilern vor und unter einem Südfenster zu ebener Erde, gleich davor stehen Kirchenbänke. Sie ist einfach nur ein schönes Instrument, für Hörer wie Spieler lohnend – sowohl Herrn Uhl (dortiger Organist) als auch andere Musiker habe ich nur davon schwärmen hören.

Im selben Gottesdienst hat Herr Uhl auch die große Schweizerin gespielt, und ich kann nicht nachvollziehen, was an der so übel sein soll. Sie klingt klar und mächtig, aber nicht übermächtig im Raum, schön ausgewogen zwischen dem brillanten Prinzipalchor und den Pedalzungen. Vielleicht hatte ich den Vorteil, dass die Kirche wirklich voll war. In der strengen Jesuitenarchitektur wirkt auch der – hier schon oft geschmähte – Prospekt charakteristisch und überzeugend. Die starken Vertikalen der Pfeiler und Pilaster halten die Asymmetrie der Prospekttürme spielend leicht aus.

VIele Grüße
Friedrich

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

daggies @, Freitag, 19. Juli 2019, 13:12 (vor 2651 Tagen) @ Friedrich

Ich freu mich, dass ich hier nicht der Einzige bin, der die große Orgel ganz ok findet... Ich habe sie vor einigen Jahren ausgiebig gespielt und fand sie sogar sehr schön. Klar, die Intonation ist etwas "glatt", aber klingt im Raum toll.

Es gibt auch eine CD, gespielt vom Hausorganisten, die ich super finde! (Die Aufnahme der Chororgel habe ich leider nicht... kennt jemand die?)

Und ja, die Chororgel ist wirklich gelungen, keine Frage...

Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Evacuant, Freitag, 19. Juli 2019, 23:48 (vor 2651 Tagen) @ daggies

Ich freu mich, dass ich hier nicht der Einzige bin, der die große Orgel ganz ok findet... Ich habe sie vor einigen Jahren ausgiebig gespielt und fand sie sogar sehr schön. Klar, die Intonation ist etwas "glatt", aber klingt im Raum toll.

Und ja, die Chororgel ist wirklich gelungen, keine Frage...

Ich unterschreibe beides.

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

oHo, Montag, 15. Juli 2019, 18:35 (vor 2655 Tagen) @ MAT

Wiegleb-Orgel??? Von Wiegleb ist nichts übrig außer dem Gehäuse. Es handelt sich wohl um eine Reil-Orgel von 2007. Näheres einfach hier: http://www.orgbase.nl/scripts/ogb.exe?database=ob2&%250=2006200&LGE=NL&LIJS...

Von Wiegleb sind außer dem Prospekt und Gehäuse rd. 11% der Pfeifen (ca. 440 von ca. 3200). Das ist mehr als "nichts"...

rechnet, fröhlich grüßend, Oliver

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

MAT @, Montag, 15. Juli 2019, 19:18 (vor 2655 Tagen) @ oHo

Welche sollen das sein? Lt. Orgeldatabase ist von Wiegleb-Pfeifen keine mehr da.

--
Gruß
MAT

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

Uli Skriwan @, Zwischen Inn und Salzach, Montag, 15. Juli 2019, 19:31 (vor 2655 Tagen) @ MAT
bearbeitet von Uli Skriwan, Montag, 15. Juli 2019, 19:46

Welche sollen das sein? Lt. Orgeldatabase ist von Wiegleb-Pfeifen keine mehr da.

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass der (offene?) Subbass 32' noch auf Wiegleb zurückgeht, find aber die Quelle auf die Schnelle nicht...


Jetzt aber: Hier ist eine PDF-Broschüre verlinkt, auf der auch die Herkunft von ca. 500 originalen Pfeifen aus der Bad Windsheimer Orgel beschrieben ist, die Steinmeyer 1888 mit Wiegleb-Pfeifen aus Windsheim und Ansbach erbaut hat, und die 1986 ersetzt wurde.
Diese Pfeifen wurden damals bereits für die Ansbacher Rekonstruktion eingelagert.

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

3rd_astronaut, Montag, 15. Juli 2019, 03:44 (vor 2655 Tagen) @ quintade

Das, was MAT schreibt bzw der Auftritt, den das Schild repräsentiert, war die Kritik am Ansbacher Projekt. Die Ausführung der Orgel wurde (glaube ich) nicht bemängelt.

Danke für den Bericht. Ich mag Alains Lamento ... War da nicht auch eine Stelle drin, wo man am besten ein geteiltes Pedal hat?

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

MAT @, Montag, 15. Juli 2019, 07:39 (vor 2655 Tagen) @ 3rd_astronaut

So ist es. An der Qualität des Instrumentes zweifele ich keineswegs. Reil ist ein wirklich Guter, weshalb die Orgel, ohne sich schämen zu müssen, den Namen Reil-Orgel tragen sollte. Alles andere sind einfach Mogelpackungen. Genau so wird ja immer in Golzwarden nach dem Kirchenbrand von der dortigen Schnitger-Orgel gesprochen und geschrieben. Was für ein Nonsens.

--
Gruß
MAT

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

stein @, Montag, 15. Juli 2019, 08:43 (vor 2655 Tagen) @ MAT

So ist es. An der Qualität des Instrumentes zweifele ich keineswegs. Reil ist ein wirklich Guter, weshalb die Orgel, ohne sich schämen zu müssen, den Namen Reil-Orgel tragen sollte. Alles andere sind einfach Mogelpackungen.

So wie die Mehmel Orgel in Stralsund?

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

MAT @, Montag, 15. Juli 2019, 09:57 (vor 2655 Tagen) @ stein

So wie die und wahrscheinlich noch eine ganze Reihe anderer...

--
Gruß
MAT

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

kantor, Montag, 15. Juli 2019, 11:59 (vor 2655 Tagen) @ MAT

Genau! Zum Beispiel die König-Orgel der Paterskirche Kempen am Niederrhein. Ausser dem Gehäuse ist keine einzige Pfeife von Johann Ludwig König.

https://www.kempener-orgelkonzerte.de/k%C3%B6nig-orgel/?mobile=1

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

jrbecker @, Montag, 15. Juli 2019, 15:35 (vor 2655 Tagen) @ kantor

... Und wie war das mit der Silbermann-Orgel in Villingen?

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

Pulpetenoese, Montag, 15. Juli 2019, 16:17 (vor 2655 Tagen) @ jrbecker

Hört man nichts mehr von...

Villingen Benediktinerkirche

tiratutti @, Montag, 15. Juli 2019, 17:51 (vor 2655 Tagen) @ Pulpetenoese

Die Villinger Märchenstunde ist legendär für gutes Marketing, so dass jeder von ihr spricht, als habe Silbermann sie gebaut.

Villingen Benediktinerkirche

Orlos @, Montag, 15. Juli 2019, 18:08 (vor 2655 Tagen) @ tiratutti

Wir sollten eine Liste zusammentragen mit solchen "Fake-Orgeln", vielleicht in einem neuen Faden.

Andreas Cavelius in St. Gumbertus, Ansbach

Karsten @, Donnerstag, 18. Juli 2019, 17:40 (vor 2652 Tagen) @ 3rd_astronaut

Danke für den Bericht. Ich mag Alains Lamento ... War da nicht auch eine Stelle drin, wo man am besten ein geteiltes Pedal hat?

Ja, dies ist eines der Stücke (neben der Fileuse/Intermezzo un den Lucis Creator-Variationen), in denen Jehan Alain mit dem geteilten Pedal der Hausorgel seines Vaters experimentiert. In Helga Schauertes Ausgabe sind im kritischen Bericht verschiedene Registrierungen überliefert. Es gibt ja auch angepasste Registrierangaben für "normale" Orgeln. In einer Quelle ist laut den Registrierungen von Marie-Claire Alains zweiter Aufnahme (Erato) übrigens vermerkt, dass die zweite Pedalstimme in den Takten 23-25 eine Oktave höher gespielt werden soll.

Gruß
Karsten

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