OT: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Montag, 12. August 2019, 23:36 (vor 2577 Tagen)
....zumindest bei der US Navy:
OT: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Orlos
, Montag, 12. August 2019, 23:42 (vor 2577 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Sehr schön: "Die Bedienung der Steuerung mittels Touchscreens falle dem Konteradmiral Bill Galinis zufolge unter die Kategorie „nur weil man kann, heißt das nicht, dass man soll“. Das System sei schlichtweg zu kompliziert, so Galinis weiter."
Das kann man durchaus auf manchen modernen Spieltisch übertragen.
Ich habe mir in den letzten Wochen einige neue Spieltische angeschaut, um für unser Orgelprojekt das Optimum planen zu können. Interessant sind vor allem die Aussagen der Kollegen, was sie davon benutzen bzw. nie einsetzen - und was sie beim nächsten Mal unbedingt anders machen würden.
OT: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Dienstag, 13. August 2019, 00:05 (vor 2577 Tagen) @ Orlos
Sehr schön: "Die Bedienung der Steuerung mittels Touchscreens falle dem Konteradmiral Bill Galinis zufolge unter die Kategorie „nur weil man kann, heißt das nicht, dass man soll“. Das System sei schlichtweg zu kompliziert, so Galinis weiter."
Das kann man durchaus auf manchen modernen Spieltisch übertragen.
Ich habe mir in den letzten Wochen einige neue Spieltische angeschaut, um für unser Orgelprojekt das Optimum planen zu können. Interessant sind vor allem die Aussagen der Kollegen, was sie davon benutzen bzw. nie einsetzen - und was sie beim nächsten Mal unbedingt anders machen würden.
Der zugrunde liegende Schiffsunfall war darauf zurückzuführen, dass versehentlich die Regelung der beiden Schiffsschrauebn auf zwei Stationen an Bord aufgeteilt wurde. Weil an der diensthabenden Staion dann nur eine Schraube den Befehl umsetzte (und das Schiff eine letztlich für 10 Seeleute tödliche Kurve begann), vermutete man einen Steuerungsausfall, obwohl alles "richtig" funktionierte, aber falsch verstanden wurde.
Will man die Spieltisch-Analogie fortsetzen, erinnert es an das Einweihungskonzert in Neubrandenburg, wo Iveta Apkalna noch mal ansetzen musste, weil jemand am mechanischen Spieltisch Register gezogen hatte, die anscheinend den Fernspieltisch "übersteuerten"...
OT: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Nachthorn, Dienstag, 13. August 2019, 00:54 (vor 2577 Tagen) @ Orlos
Kannst Du davon mehr berichten? Welche Features werden positiv bewertet? Auf was kann/soll man verzichten?
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Orlos
, Dienstag, 13. August 2019, 01:34 (vor 2577 Tagen) @ Nachthorn
Kannst Du davon mehr berichten? Welche Features werden positiv bewertet? Auf was kann/soll man verzichten?
Das Spannende dabei ist, dass das ganz unterschiedlich gesehen wird: Der eine Kollege findet es ganz toll, dass man Setzerkombinationsgruppen Namen geben kann, also einem Stück zuordnen kann, ein anderes hat das noch nie benutzt. Wobei: Wenn ich recht nachdenke, hat es bis auf einen KEINER benutzt.
Thema Walze: Obwohl mehrere neue Spieltische eine solche aufweisen, würden viele befragte Kollegen einen Crescendo-Tritt bevorzugen. Falls mehrere elektrische Schwelltritte vorhanden sind, ist ein Generalschwelltritt eine schöne Sache.
Viele Spieltische haben nur ganz wenige Pistons, oft nur für den Sequenzer. Ich persönlich freue mich, wenn auch Koppeln per Fußtritt schaltbar sind, viele Kollegen halten das für überflüssig.
Anordnung der Pistons: Manchmal ist der Schwelltritt (je nach Stellung) im Weg, wenn man auf den Sequenz-Piston treten möchte.
Schwelltritte können zu tief liegen, dann drückt der Absatz des Schuhs eine Taste beim Schließen des Schwellwerks. Oder sie liegen zu hoch, dann muss man das Knie zur Seite schieben, um ihn zu betätigen.
Radialpedal: In USA absolut üblich, in Deutschland immer noch selten anzutreffen. So auch bei meinen Besuchen bei neuesten großen Spieltischen, selbst in Kathedralen. Ich bin hin- und hergerissen: Ich mag die geschweiften Tasten, aber alle Dienstorgeln haben nur Parallelpedal. Würde ich jetzt einen Spieltisch anders bauen lassen, müsste ich mich ständig umgewöhnen. Auch die Gastorganisten würden Radialpedal eher nicht gewohnt sein.
Sequenzer als Leiste zwischen den Manualen: Die einen finden es praktisch, die anderen gefährlich, weil man unbewusst drankommen kann. Ab besten bauen, aber mit einem Knopf abschaltbar.
Anlage der Koppeln: Manche kommen mit dem Touchdings zurecht, andere bevorzugen das Motto: Ich will sehen, was die Orgel tut, also: alles als Wippen o.ä. im Sichtfeld des Organisten. Ich habe aber auch unübersichtliche Spieltische erlebt, wo man lange nach der richtigen Koppel suchen muss.
Registerfessel: Manch einer hat es und benutzt es nie, andere vermissen es. Ich finde es praktisch.
Tastenfessel: Zum Improvisieren eine schöne Sache. Dabei interessante Frage: Additiv oder auslösend? Bei manchen Spieltischen kann man es umprogrammieren. Es gibt auch "intelligente" Systeme, bei denen beides geht: einzelne Töne werden addiert, ein neuer Akkord aber löst den vorigen ab.
Pedalteilung: Einer möchte das als Wippe haben, weil er es ständig einsetzt, andere wissen gar nicht, dass sie es haben (irgendwo im Touchdings).
Schöne Funktion: Mit einem Knopf stellt man ein, dass alle Druckknöpfe nun als Sequenzer funktionieren, egal, was sonst ihre Funktion ist. Mich irritierten dabei die Ausnahmen, wie soll man sich das merken? Entweder wirklich ALLE oder eine beigefügte Erklärung für die Einschränkungen.
Braucht man noch Nummern auf Registerwippen? Bei Zügen lässt man sie heute oft weg.
Wohin mit der Setzeranzeige? Zieht man das Notenpult nach vorne, kann man sie oft nicht mehr lesen, wenn sie über dem 4. Manual angeordnet ist.
Generell ist die Bedienung von Setzerkombinationen sehr unterschiedlich gelöst. Schade, wenn es nicht selbsterklärend ist.
Generell schwierig: Abkürzungen oder Symbole, deren Bedeutung man nicht errät.
Auch ein Ärgernis: Register im toten Winkel, also Wippen oder Registerzüge, die man von normaler Sitzposition nicht sehen kann. Erst wenn man sich zur Seite neigt, kann man sie erkennen. Ich finde das ungeschickt. Passiert gern bei geschweiften Registertableaus neben dem 1. Manual.
Ich habe übrigens alle Spieltische vermessen, alle waren anders! Insbesondere der Abstand von der Oberkante des Pedals zur Oberkante des 1. Manuals ist wichtig, aber auch der Einschub des Pedals. Bei manchen Spieltischen ist das Pedal so weit hinten, dass man das 1. Manual nur unbequem spielen kann. Gibt es dagegen nur einen kleinen Einschub, so ist das 4. Manual sehr weit weg. Der Überhang des 2. Manuals über dem 1. kann auch stören, weil die übrigbleibende Tastentiefe zu gering ist, man bleibt beim Spielen gerne an der oberen Klaviatur hängen.
Auch die Knöpfe zwischen den Manualen sind unterschiedlich: Manche löst man ohne Absicht aus, andere liegen so tief, dass man sie beim ersten Mal gar nicht auslöst, obwohl man daraufdrückt.
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
perotin, Dienstag, 13. August 2019, 02:11 (vor 2577 Tagen) @ Orlos
Registerfessel: Manch einer hat es und benutzt es nie, andere vermissen es. Ich finde es praktisch.
Nutze ich sehr gerne, um während des Gottesdienstes - wenn ich gerade Pause habe, etwa während der Predigt - den "Inhalt" von Setzerkombinationen zu prüfen oder zu ändern, ohne daß der Gottesdienst durch Schaltgeräusche gestört wird. (Nun gut, wenn sich am Spieltisch Schalter oder Züge bewegen, ist es nicht immer völlig geräuschlos, meist aber doch ziemlich leise. Das, was sich beim Schalten direkt in/an den Windladen tut, kann hingegen - erfahrungsgemäß - deutlich hörbar sein.)
(Sehr nützlich ist die RF übrigens auch für den Fall, daß in einer Kombination der Zimbelstern gesetzt ist und man das gerade nicht weiß. Wenn der während der Predigt plötzlich losgeht, ist evtl. nicht jeder Pfarrer amused...)
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Orlos
, Dienstag, 13. August 2019, 10:27 (vor 2577 Tagen) @ perotin
(Sehr nützlich ist die RF übrigens auch für den Fall, daß in einer Kombination der Zimbelstern gesetzt ist und man das gerade nicht weiß. Wenn der während der Predigt plötzlich losgeht, ist evtl. nicht jeder Pfarrer amused...)
Meines Erachtens sollten genau aus diesem Grund Cymbelstern und Nachtigall nicht im Setzer mitgespeichert sein (so ist es bei den meisten Orgeln auch gemacht). Dann braucht es aber Pistons, um sie während des Spielens einschalten zu können (so ist es fast nirgendwo gemacht!).
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
JSBach
, Dienstag, 13. August 2019, 10:30 (vor 2577 Tagen) @ Orlos
Alternativ ein Absteller wie bei Zungen?
Thomas Dahl schwärmte in Hamburg von den werkweisen Abstellern (nach Vorbild NDdP) und den Divisionals unter den Manualen. Er hat damals wohl ebenfalls viel Arbeit und Nachforschung in den neuen Spieltisch gesteckt. Seiner Meinung nach der ergonomischste Spieltischd dieser Größe ist St. Eustache
Spieltisch St. Eustache, war:moderne Spieltische
quintade, Dienstag, 13. August 2019, 20:04 (vor 2576 Tagen) @ JSBach
Ist der oben gleich wie der untere? Gibt bestimmt bessere Bilder, aber diesen Sonntag hatte ich mal kurz draufgehalten, etwas verschämt und schnell, weil eine Kordel zur Seite geschoben werden muaste (nicht von mir), da haben so einige Leute noch fotografiert.
Kenne mich zwar nicht aus mit so großen Teilen, aber es sah tatsächlich sehr gut durchdacht und edel aus.
http://organindex.de/index.php?title=Paris,_St._Eustache
(unten in der Galerie, zwar keine Vorschaubilder, aber auf der Dateiseite kann man die Auflösungen wählen).
Mit der Aubertin hatte ich wieder kein Glück,
![[image]](http://www.pfeifenorgelforum.net/forum/images/uploaded/201908131744355d52f70314386.jpg)
dann bin ich aber in die Deutsche Kirche.
![[image]](images/uploaded/201908131756415d52f9d96b41e.jpg)
![[image]](images/uploaded/201908131801175d52faed44a76.jpg)
Was ich schon wusste: wer eine schöne kleine Kleuker in guter Akustik hören möchte sollte außer Landes...
Unproportioniert sieht sie irgendwie aus, aber laut Aussage der Vertretungsorganistin war eine (Gehäuse-)Erweiterung von Anfang an geplant.
PS In St. Eustache wurde Bach (verpasst) und Widor gespielt, gefühlt gab es nur für 1/4 der Leute Programmzettel, hier ja immerhin nicht so schlimm, ziemlich volles Haus und Abendgottesdienst attacca.
Spieltisch St. Eustache, war:moderne Spieltische
quintade, Dienstag, 13. August 2019, 20:26 (vor 2576 Tagen) @ quintade
PS Beim Pedal sieht man abmontierte Pistons - zu viel kann wohl stören.
Spieltisch St. Eustache, war:moderne Spieltische
Karsten
, Dienstag, 13. August 2019, 21:14 (vor 2576 Tagen) @ quintade
PS Beim Pedal sieht man abmontierte Pistons - zu viel kann wohl stören.
Das ist eniger eine Frage des störens, als der damalige Stand der Technik und der Anlage.
1989 hatte die Orgel in St. Eustache neben 20 Generalsetzern auch drei werkweise geteilte Setzer. Das auf mehreren Setzer-Ebenen. Mechanischer Spielschrank auf der Empore und der fahrbare elektrische Spieltisch sollten natürlich baugleich sein, wobei sich durch die mechanische Anlage einerseits und weiterer elektronischer Spielhilfen, die nur am Spieltisch unten angebracht sein konnten. Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Gestaltung der Fußpistons.
Links vom Pedal waren drei Pistons für die Pedalkombinationen.
Über dem Pedal waren links der Balanciertritte die Pedalkoppeln.
Über dem Pedal waren rechts der balanciertritte der "Sequenzer vor" sowie die Generalkombinationen 1-10,
Rechts vom Pedal waren die Pistons für die Generalkombinationen 11 und 12 sowie "Tutti".
Bedingt durch eine neue, modernere Setzeranlage hat man die Direktanwahlmöglichkeiten der Kobinationen durch Fußtritte aufgebeben und die heute übliche Seqenzer "vor" und "zurück" Bedienung eingebaut. Daher die vielen zugestöpselten Pistonlöcher.
Gruß
Karsten
Spieltisch St. Eustache, war:moderne Spieltische
Contrebasson 32'
, Wien, Dienstag, 13. August 2019, 21:39 (vor 2576 Tagen) @ Karsten
Bedingt durch eine neue, modernere Setzeranlage hat man die Direktanwahlmöglichkeiten der Kobinationen durch Fußtritte aufgebeben und die heute übliche Seqenzer "vor" und "zurück" Bedienung eingebaut. Daher die vielen zugestöpselten Pistonlöcher.
Gruß
Karsten
Den vorherigen Zustand kann man noch auf der Seite von Van den Heuvel betrachten (ganz runterscrollen!).
Beim Spielschrank mit altem Setzer, beim Spieltisch schon nach dem Einbau des neuen Setzers inkl. verschlossener Löcher, wo die Pistons waren.
Spieltisch St. Eustache, war:moderne Spieltische
stein
, Dienstag, 13. August 2019, 21:17 (vor 2576 Tagen) @ quintade
PS In St. Eustache wurde Bach (verpasst) und Widor gespielt, gefühlt gab es nur für 1/4 der Leute Programmzettel, hier ja immerhin nicht so schlimm, ziemlich volles Haus und Abendgottesdienst attacca.
Wobei die Massenflucht vor dem Gottesdienst schon imposant ist.
Aubertin Paris, war:Spieltisch St. Eustache
quintade, Donnerstag, 15. August 2019, 08:58 (vor 2575 Tagen) @ quintade
bearbeitet von quintade, Donnerstag, 15. August 2019, 09:22
Mit der Aubertin hatte ich wieder kein Glück,
Alard schrieb übrigens, die Arbeiten in der Kirche würden 3 Jahre(!) dauern. Nur als Hinweis für Orgelparis-Besucher.
Vielleicht gibt's ja solange Bustransfer nach Vichy :)
News aus Orgelparis, war:Aubertin Paris
quintade, Donnerstag, 15. August 2019, 09:39 (vor 2575 Tagen) @ quintade
PS Hätte ich mal das vorher "gefunden":
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
oHo, Dienstag, 13. August 2019, 09:58 (vor 2577 Tagen) @ Orlos
Das ist spannend! Ich habe gerade mit der Gestaltung eines viermanualigen Spieltisches mit 77 Registern + 3 Transmission zu tun.
Das Spannende dabei ist, dass das ganz unterschiedlich gesehen wird: Der eine Kollege findet es ganz toll, dass man Setzerkombinationsgruppen Namen geben kann, also einem Stück zuordnen kann, ein anderes hat das noch nie benutzt. Wobei: Wenn ich recht nachdenke, hat es bis auf einen KEINER benutzt.
Das ist interessant, vor allem, wenn man wüsste, wie groß die gegenüberstehende Zahl der Nicht-Nutzer ist!
(Im Moment plane ich hier zwar das Vorhandensein dieser Möglichkeit, ABER eben auch zwei Zehnergruppen dicker Druckknöpfe unter dem I. Manual für den Direktzugriff auf 100 Setzerkombinationen.)
Die Registerfessel war bislang noch nicht vorgesehen, allerdings leuchtet mir der Nutzen ein.
Was Crescendo/Walze und Schwelltritte angeht, hatte der (verlorene) historische Spieltisch aus dreimanualiger Zeit übrigens Walze plus 5 (in Worten: fünf) Schwelltritte - drei rechts der Walze, 2 links davon! Zwei der Schwelltritte gehörten zu den beiden Schwellwerken, einer zur Doppelschwellung, da zwei Register in eines der Schwellwerke hineinschwellten. Bei den anderen beiden Schwelltritten habe ich noch nicht herausgefunden, welche Funktion sie hatten, möglicherweise war einer davon für einen Windschweller der Klarinette.
Da eine Walze für die Literatur, für die sie benötigt wird, zwingend mittig eingebaut werden muss (der linke Fuß spielt gleichzeitig oft Pedaltöne), ist rechts maximal Platz für drei Schwelltritte. Ein vierter ist nur unter Verrenkungen erreichbar, oder man rückt ihn so weit nach rechts, daß er für den Registranten gedacht ist.
Wenn man das überlegt, könnte man auch an historische Spieltische denken, die einen Crescendo-Hebel haben, was für den Registranten leichter bedienbar ist, als ein Tritt. So etwas - in der Form eines Maschinentelegrafenhebels wie bei Schiffsschrauben, gibt es z.B. an der Spät-Orgel in Schramberg...
Fragen über Fragen....
wälzt, fröhlich grüßend,
Oliver
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Rochus Schmitz
, Münster, Dienstag, 13. August 2019, 10:15 (vor 2577 Tagen) @ oHo
Wenn man das überlegt, könnte man auch an historische Spieltische denken, die einen Crescendo-Hebel haben, was für den Registranten leichter bedienbar ist, als ein Tritt. So etwas - in der Form eines Maschinentelegrafenhebels wie bei Schiffsschrauben, gibt es z.B. an der Spät-Orgel in Schramberg...
... aber auch an dem Porsche-Spieltisch in St. Nicolai, Leipzig!
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
jori
, Dienstag, 13. August 2019, 17:23 (vor 2576 Tagen) @ Rochus Schmitz
Wenn man das überlegt, könnte man auch an historische Spieltische denken, die einen Crescendo-Hebel haben, was für den Registranten leichter bedienbar ist, als ein Tritt. So etwas - in der Form eines Maschinentelegrafenhebels wie bei Schiffsschrauben, gibt es z.B. an der Spät-Orgel in Schramberg...
... aber auch an dem Porsche-Spieltisch in St. Nicolai, Leipzig!
Eule hat das schon oft gemacht. Prima Sache, mit dem Hebel.
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Dienstag, 13. August 2019, 19:22 (vor 2576 Tagen) @ jori
bearbeitet von fluteceleste, Dienstag, 13. August 2019, 19:27
Wenn man das überlegt, könnte man auch an historische Spieltische denken, die einen Crescendo-Hebel haben, was für den Registranten leichter bedienbar ist, als ein Tritt. So etwas - in der Form eines Maschinentelegrafenhebels wie bei Schiffsschrauben, gibt es z.B. an der Spät-Orgel in Schramberg...
... aber auch an dem Porsche-Spieltisch in St. Nicolai, Leipzig!
Eule hat das schon oft gemacht. Prima Sache, mit dem Hebel.
Auch beim Crescendo? ich kenne es bei Eulen :-) nur als alternative Schwellerbedienung:
![[image]](images/uploaded/201908131725185d52f27ea4013.jpg)
![[image]](images/uploaded/201908131726425d52f2d27a7ef.jpg)
(Tübingen, Stephanuskirche)
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
JSBach
, Dienstag, 13. August 2019, 20:20 (vor 2576 Tagen) @ fluteceleste
Den Handhebel hat meine eule auch, der anschalter sieht auch genauso aus :)
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
jori
, Dienstag, 13. August 2019, 20:26 (vor 2576 Tagen) @ JSBach
Den Handhebel hat meine eule auch, der anschalter sieht auch genauso aus :)
Wo steht deine Eule?
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
JSBach
, Dienstag, 13. August 2019, 20:53 (vor 2576 Tagen) @ jori
Kamp lintfort
II 31 von Ende 1980er
Wird gerade endlich gereinigt und mit neuen Schleifenzugmagneten ausgerüstet
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
jori
, Mittwoch, 14. August 2019, 00:14 (vor 2576 Tagen) @ JSBach
Kamp lintfort
II 31 von Ende 1980erWird gerade endlich gereinigt und mit neuen Schleifenzugmagneten ausgerüstet
Macht das Eule selbst?
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
JSBach
, Mittwoch, 14. August 2019, 08:05 (vor 2576 Tagen) @ jori
Ich weiß es leider derzeit nicht, bin da auch nur "Zaungast"
Müsste/könnte mal nachfragen...
Kamp-Lintfort - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Freitag, 08. November 2019, 10:14 (vor 2490 Tagen) @ JSBach
Ich weiß es leider derzeit nicht, bin da auch nur "Zaungast"
Müsste/könnte mal nachfragen...
Seifert hat das gemacht. Bericht hier:
https://rp-online.de/nrw/staedte/kamp-lintfort/gereinigte-orgel-der-christuskirche-kamp...
Kamp-Lintfort - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
JSBach
, Freitag, 08. November 2019, 10:17 (vor 2490 Tagen) @ fluteceleste
Danke, hatte ich auch gesehen und mittlerweile auch anderweitig erfahren. Das mit den neuen Manualen kann ich aber nicht bestätigen, war vor zwei Wochen da, das sind noch die alten... Evtl. andere (Verschleiß)Teile der Mechanik
Klanglich natürlich völlig anders, die 35 Jahre merkte man schon deutlich...
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
jori
, Dienstag, 13. August 2019, 20:23 (vor 2576 Tagen) @ fluteceleste
Wenn man das überlegt, könnte man auch an historische Spieltische denken, die einen Crescendo-Hebel haben, was für den Registranten leichter bedienbar ist, als ein Tritt. So etwas - in der Form eines Maschinentelegrafenhebels wie bei Schiffsschrauben, gibt es z.B. an der Spät-Orgel in Schramberg...
... aber auch an dem Porsche-Spieltisch in St. Nicolai, Leipzig!
Eule hat das schon oft gemacht. Prima Sache, mit dem Hebel.
Auch beim Crescendo? ich kenne es bei Eulen :-) nur als alternative Schwellerbedienung:
(Tübingen, Stephanuskirche)
Ich selbst kenne den Hebel nur vom Schweller.
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Contrebasson 32'
, Wien, Mittwoch, 14. August 2019, 09:28 (vor 2576 Tagen) @ jori
In St. Peter, Düsseldorf, gibt es auch zwei Hebel bzw. Züge, mit denen die beiden Schweller bedient werden können.
Denke ich an manuelle Hebel zwecks Schwellerbedieung, fallen mir jedoch als erstes die schönen Gashebel (ich meine, der eine sei fürs Schwellwerk, der andere fürs Fernwerk) der Klaisine in St. Elisabeth, Bonn, ein (die man auch in kleineren Orgeln dieser Zeit wie St. Severin, Kommern, oder St. Foillan, Aachen, findet):
![[image]](https://klais.de/_klais/bilder/zz_bis_8_2017/kirchen/Bonn_Elisabeth_Spieltisch.jpg)
Quelle: Orgelbau Klais
PS: Spannenderweise gibt es hier keine Walze, sondern einen Registerschweller.^^
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
JSBach
, Mittwoch, 14. August 2019, 11:48 (vor 2576 Tagen) @ Contrebasson 32'
St. Foillan Aachen ist der Handhebel meiner Erinnerung nach auch für das Crescendo, nicht für den Schweller
St Elisabeth Bonn - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Sonntag, 01. September 2019, 17:52 (vor 2557 Tagen) @ Contrebasson 32'
In St. Peter, Düsseldorf, gibt es auch zwei Hebel bzw. Züge, mit denen die beiden Schweller bedient werden können.
Denke ich an manuelle Hebel zwecks Schwellerbedieung, fallen mir jedoch als erstes die schönen Gashebel (ich meine, der eine sei fürs Schwellwerk, der andere fürs Fernwerk) der Klaisine in St. Elisabeth, Bonn, ein (...)
Konnte ein paar Fotos (GdO 2013) finden. Der rechte Hebel ist mit "Schwellwerk auf/zu" und 1 bis 10 bezeichnet, der linke nur mit 1 bis 10. Könnte also stimmen, einer fürs SW und der andere fürs FW.
Was für ein Schmuckstück..
![[image]](images/uploaded/201909011543565d6be73c6c87f.jpg)
![[image]](images/uploaded/201909011543365d6be728537e6.jpg)
![[image]](images/uploaded/201909011545525d6be7b0c2554.jpg)
![[image]](images/uploaded/201909011551385d6be90ae7bab.jpg)
![[image]](images/uploaded/201909011552065d6be9268042f.jpg)
St Elisabeth Bonn - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
MAT
, Sonntag, 01. September 2019, 18:02 (vor 2557 Tagen) @ fluteceleste
In der Tat: Ein Schmuckstück! Aber kann die heutige Organistengeneration damit überhaupt noch arbeiten? Kann ein Reger damit authentisch dargestellt werden? Entbehrung und Askese allenthalben. Nichts von dem hochgelobten technischen Fortschritt. Porzellanschildchen statt Touchsreens, etc. etc. Kein Schwellwerk, dessen Jalousien ich per App vom heimischen Klo aus steuern kann, für den Fall, dass ich das Öffnen mal nach Benutzung vergessen haben sollte. Da hilft doch nur eines: Ein Zweitspieltisch vor dem Hochaltar (und ein Klo in der Sakristei).
--
Gruß
MAT
St Elisabeth Bonn - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Nachthorn, Sonntag, 01. September 2019, 18:29 (vor 2557 Tagen) @ MAT
Jaja... früher war alles besser.
St Elisabeth Bonn - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
MAT
, Sonntag, 01. September 2019, 20:52 (vor 2557 Tagen) @ Nachthorn
Na ja, nicht alles...
--
Gruß
MAT
Stiftskirche Bonn - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Freitag, 13. September 2019, 12:50 (vor 2546 Tagen) @ fluteceleste
bearbeitet von fluteceleste, Freitag, 13. September 2019, 12:58
Im Schwesterinstrument in der Bonner Stiftskirche (op.356, III/55) gab es links einen Crescendohebel (erkennbar an der Beschriftung mit den Schlildchen), rechts einen Schwellhebel, und beides auch als Tritte, also Schwell- und Crescendotritt:
![[image]](images/uploaded/201909131050455d7b748508021.jpg)
(Bild: Jurgilewitsch P., Die Geschichte der Orgel im Rhein-Sieg-Kreis)
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Contrebasson 32'
, Wien, Mittwoch, 14. August 2019, 09:43 (vor 2576 Tagen) @ jori
Einen Hebel für das Registercrescendo findet man zum Beispiel am Spieltisch der Rühlmann-Orgel in Bad Düben:
Quelle: http://orgelbauanstalt-ruehlmann.blogspot.com
Ein anderes Beispiel ist die Reiser-Orgel in Schemmerhofen:
![[image]](http://web122679.rex14.flatbooster.info/orgeln/schemmerhofen/schemmerhofen-spt-gross.jpg)
Quelle: ulmer-orgeln.de
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
jrbecker
, Mittwoch, 14. August 2019, 10:53 (vor 2576 Tagen) @ Contrebasson 32'
Einen Hebel für das Registercrescendo findet man zum Beispiel am Spieltisch der Rühlmann-Orgel in Bad Düben:
Quelle: http://orgelbauanstalt-ruehlmann.blogspot.comEin anderes Beispiel ist die Reiser-Orgel in Schemmerhofen:
Quelle: ulmer-orgeln.de
Und noch ein Beispiel für zwei Hebel, demnach muss einer für das Registercrescendo und einer für das Schwellwerk sein...: Dachbodenorgel Hiltensweiler(Quelle: Orgbase.nl, eigene Aufnahme.)
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Mittwoch, 14. August 2019, 11:44 (vor 2576 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von fluteceleste, Mittwoch, 14. August 2019, 11:50
Und noch ein Beispiel für zwei Hebel, demnach muss einer für das Registercrescendo und einer für das Schwellwerk sein...: Dachbodenorgel Hiltensweiler(Quelle: Orgbase.nl, eigene Aufnahme.)
Danke! Spannendes Thema. Ich glaube allerdings, es handelt sich auf beiden Seiten um den Crecendohebel, so wie hier, wo in der Beschreibung entsprechend „doppelter Handhebel“ vermerkt ist (die Skala ist, wie es auch in Hiltensweiler beim Vergrößern des Bildes den Anschein hat, zweimal die gleiche):
![[image]](images/uploaded/201908140944065d53d7e6e98b6.jpg)
Und hier nochmal Späth mit der Version „Einfacher Gashebel“ :-)
![[image]](images/uploaded/201908140942075d53d76fbf81b.jpg)
(Alle Bilder aus www.ulmer-orgeln.de)
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
jrbecker
, Mittwoch, 14. August 2019, 13:41 (vor 2576 Tagen) @ fluteceleste
Und noch ein Beispiel für zwei Hebel, demnach muss einer für das Registercrescendo und einer für das Schwellwerk sein...: Dachbodenorgel Hiltensweiler(Quelle: Orgbase.nl, eigene Aufnahme.)
Danke! Spannendes Thema. Ich glaube allerdings, es handelt sich auf beiden Seiten um den Crecendohebel, so wie hier, wo in der Beschreibung entsprechend „doppelter Handhebel“ vermerkt ist (die Skala ist, wie es auch in Hiltensweiler beim Vergrößern des Bildes den Anschein hat, zweimal die gleiche):
Kann auch sein, muss ich bei meinen übrigen Fotos nochmal schauen, ob man das besser erkennen kann.
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Contrebasson 32'
, Wien, Mittwoch, 14. August 2019, 13:59 (vor 2576 Tagen) @ fluteceleste
Danke! Spannendes Thema. Ich glaube allerdings, es handelt sich auf beiden Seiten um den Crecendohebel, so wie hier, wo in der Beschreibung entsprechend „doppelter Handhebel“ vermerkt ist (die Skala ist, wie es auch in Hiltensweiler beim Vergrößern des Bildes den Anschein hat, zweimal die gleiche):
Wobei bei dieser Orgel die Transponiereinrichtung fast noch spannender ist als die Gashebel fürs Crescendo. Im Umfeld von Diskussionen über Digitalorgeln werden solche Transponiereinrichtungen ja oftmals naserümpfend kommentiert. ;)
Räder Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Mittwoch, 14. August 2019, 15:04 (vor 2576 Tagen) @ Contrebasson 32'
Räder Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Mittwoch, 14. August 2019, 20:27 (vor 2575 Tagen) @ fluteceleste
![[image]](https://assets.cdn.moviepilot.de/files/8bf9b8395b168b4678f1467dfc91a0eabfa93f4e2598c1eec8395f823740/limit/520/2000/raumpatrouille-orion-ruecksturz-ins-kino+%282%29.jpg)
Hier eine vorbildliche Anordnung der beiden Schwell- und des Crescendohebel, auch wenn das Bild nur die Spieltischrückseite zeigt:
Mittig für den Spieler, rechts (vom Spieler aus) für den Steuerbord-Registranten und links für den zweiten Seitenwendeoffizier, deshalb auch auf Sturz gebaut.
(Foto: Maitre Jean Filou bei der Einweisung seines Registrantenteams für seine Bearbeitung von Holsts "Planeten")
Räder Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Mittwoch, 14. August 2019, 20:30 (vor 2575 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
![[image]](https://archive.nerdist.com/wp-content/uploads/2014/11/Time-Machine-1.jpg)
Und hier der Crescendohauptschalter von NDdP mit Cochereaus legendärer Improvisations-Ampel (grün=weiter, gelb=zum Schluss kommen, rot=aufhören)
Räder Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Dorforganist, Mittwoch, 14. August 2019, 23:54 (vor 2575 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Und hier der Crescendohauptschalter von NDdP mit Cochereaus legendärer Improvisations-Ampel (grün=weiter, gelb=zum Schluss kommen, rot=aufhören)
Womit wir endlich wieder bei ... angelangt wären.
Räder Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
MAT
, Donnerstag, 15. August 2019, 07:41 (vor 2575 Tagen) @ Dorforganist
Der Weg dahin war aber lang.
--
Gruß
MAT
Räder Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Reginhard
, Montag, 19. August 2019, 22:22 (vor 2570 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
:D
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
elias.orgel, Dienstag, 10. Juni 2025, 14:18 (vor 449 Tagen) @ Contrebasson 32'
Wobei bei dieser Orgel die Transponiereinrichtung fast noch spannender ist als die Gashebel fürs Crescendo. Im Umfeld von Diskussionen über Digitalorgeln werden solche Transponiereinrichtungen ja oftmals naserümpfend kommentiert. ;)
Weiß dazu jemand mehr?
Online finde ich lediglich eine weitere Orgel mit dieser patentierten Transponier Einrichtung von Späth
St Urban Reinstetten
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
MCVL
, Samstag, 14. Juni 2025, 20:50 (vor 444 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von MCVL, Samstag, 14. Juni 2025, 23:51
Endlich Urlaub und endlich etwas Zeit gefunden, zu dieser interessanten Spielhilfe ein paar Dinge herauszusuchen.
Der Transponierapparat mit Anzeigevorrichtung wurde 1903 von Franz Xaver Späth entwickelt und ab 1904 in der Praxis eingeführt.
Mittels diesem Apparat kann durch das Verschieben eines Zwischenstücks in den Pneumatikleitungen der Spieltraktur vier Halbtöne abwärts und zwei Halbtöne aufwärts durch Betätigung eines Schraubenrades am Spieltisch transponiert werden.
In Deutschland wurde lediglich für die Anzeigevorrichtung am 21. Mai 1904 den Gebrüdern Späth ein Patent erteilt, in der Schweiz wurde die gesamte Transponiervorrichtung mit Anzeige am 3. Oktober 1904 patentiert.
Die Transponiervorrichtung lieferte Späth bis in die späten 1920er Jahre hinein, danach kann sie nicht mehr nachgewiesen werden.
Hier einmal ein paar Impressionen von der 1907 gelieferten Orgel für die Pfarr- und Klosterkirche in Habsthal (Hohenzollern).
![[image]](https://i.postimg.cc/6qwV90kh/H-1.jpg)
Bild 1
Hier das Schraubenrad zur Betätigung der Transponiervorrichtung, darüber der Transponieranzeiger mit der Tabelle für die jeweilige Stellung der Vorrichtung, den Angaben zum Patent und den dazugehörigen Anzeigestiften aus Celluloid. Steht die Transponiervorrichtung auf „C normal“ wie hier abgebildet, tritt der Celluloidstift unter der entsprechenden Spalte der Tabelle heraus. Wird die Transponiervorrichtung durch das Schraubenrad bewegt, tritt dann jeweils ein anderer Stift unter der entsprechenden Spalte heraus.
Auf dem Klaviaturbacken ist die Beschriftung für den „Hand-Registerschweller“ zu erkennen, der durch den daneben angebrachten Hebel mit Holzknauf betätigt wird.
![[image]](https://i.postimg.cc/PJtZGqD3/H-2.jpg)
Bild 2
Der Vollständigkeit halber das Firmenschild der „Orgelbau-Anstalt Gebrüder Späth“. Der Spieltisch in Habsthal gehört der „dritten Generation“ der pneumatischen Späth-Spieltische an, die etwa zum Zeitpunkt des Baus dieser Orgel eingeführt wurden. Davor wurden Wippen in verschiedenen Farben und in anderer Form verwendet.
Zu dieser Zeit wurden auch weiterentwickelte Taschenventile für die Windladen eingeführt.
![[image]](https://i.postimg.cc/JnT7n7gd/H-6.jpg)
Bild 3
Der Spieltisch mit geöffneter Rückwand. Rechts ist der Betätigungsmechanismus für den Transponierapparat zu erkennen. Am Ende der durch das Schraubenrad betätigten Welle ist ein Zahnkranz angebracht. Mit einer Gliederkette wird die Bewegung des Schraubenrads in den Unterbau des Spieltischs zur dort angebrachten Transponiervorrichtung übertragen.
![[image]](https://i.postimg.cc/dQb3T33z/H-7.jpg)
Bild 4
Blick von oben auf die Anzeigevorrichtung des Transponierapparats. Die Bleirohre führen vom Transponierapparat herauf zu einer kleinen, stehend angebrachten Membranleiste. Je nach Stellung des Apparats wird ein Bleirohr ständig mit Wind beaufschlagt, drückt die Membrane auf und diese betätigt durch einen Messingdraht den entsprechenden Celluloidstift der Anzeige. Dreht man den Transponierapparat beispielsweise von „C normal“ auf „1 Halbton abwärts“, wird die Bleirohrverbindung zu „C normal“ im Transponierapparat unterbrochen und an ihrer Stelle die Verbindung „1 Halbton abwärts“ hergestellt.
Der Transponierapparat liegt auf der untersten Ebene der Spieltischtechnik und ist leider schwer zu erkennen. Sämtliche Bleirohre, die von den Spiel- und Koppelapparaten herführen, münden im Spieltischunterbau in eine Art Schleiflade mit einer stehenden Schleife. Die Schleife ist graphitiert, der kommunizierende Konduktenblock beledert. Mittels einer Art Rahmenkonstruktion wird die Schleife gegen den Konduktenblock gehalten und lässt sich hin- und herbewegen. Die Betätigung erfolgt durch den schon gezeigten Mechanismus mit der Gliederkette und Zahnrädern. Aus dieser „Schleiflade“ führen dann Gummischläuche zu einem weiteren, starren Konduktenblock und von diesem aus die Pneumatikröhren der Spieltraktur weiter zu den Relaisapparaten der Windlade.
Bewege ich den Transponierapparat beispielsweise von „C normal“ auf „1 Halbton abwärts“, wird die Schleife in Richtung Diskant um eine Bohrung verschoben, so daß zum Beispiel das von den Spielapparaten kommende Rohr „c0“ nun mit der Schleifenbohrung „H“ kommuniziert. Ich spiele also das kleine c vom Spieltisch her bis zur Schleife auf dem „gewöhnlichen“ Weg an, durch die Verschiebung der Schleife aber wird dort die Pneumatikverbindung zum Weg H verschoben. Entsprechend funktioniert es auch bei den anderen Stellungen des Transponierapparats
![[image]](https://i.postimg.cc/zGRychMD/H-4.jpg)
Bild 5
Nun habe ich die Pedalklaviatur entfernt und das darunterliegende Bodenbrett herausgenommen. Hier sieht man in der linken Hälfte die von der beweglichen Schleife in den zweiten Konduktenblock führenden Kunststoffschläuche. Diese sind nicht original, ursprünglich wurden von Späth rote Gummischläuche verwerdet, wie sie auch im Laborbereich angewendet werden. Der erste Konduktenblock mit Schleife liegt unterhalb der am linken oberen Bildrand angeschnittenen Nutenwalze für den Registerschweller. Der Apparat in Bildmitte ist der Festkombinationsapparat mit einzelnen Kammern für die jeweiligen Kombinationen und Rückschlagklappen.
Hier eine Auswahl der von Späth mit dem Transponierapparat gelieferten Orgeln:
117 1904 Aixheim
118 1904 Unterböbingen
120 1904 Oberessendorf
124 1905 Mochenwangen
128 1905 Lauffen ob Rottweil
134 1905 Mengen, Liebfrauenkirche
137 1905 Hohentengen
138 1906 Wißgoldingen
139 1906 Wachbach
140 1906 Waldstetten
143 1906 Reinstetten
144 1906 Heuchlingen an der Lein
149 1907 Obereschach
151 1907 Rot an der Tauber
152 1907 Ringgenweiler
158 1907 Unterstadion
159 1907 Lohof (Bayerisch Schwaben)
161 1908 Lauban (Schlesien), Frauenkloster
170 1908 Rottenburg, Dom
173 1909 Dahenfeld
174 1909 Massenbachhausen
184 1910 Neufra an der Donau
187 1911 Ravensburg, Liebfrauenkirche
202 1912 Bargau
219 1913 Hofaschenbach/Rhön
233 1914 Hofbieber/Rhön
235 1914 Rechberghausen
240 1915 Mulfingen an der Jagst
242 1915 Ennetach
244 1915 Wuchzenhofen
248 1916 Pfrungen
251 1916 Salmünster, Chororgel
253 1917 Welschingen im Hegau
277 1921 Ebenweiler
295 1923 Schömberg
319 1925 Kassel-Wehlheiden, Marienkirche
347 1927 Kisslegg
Und nun noch die Scans der Eidgenössischen Patenturkunde mit der dazugehörigen Beschreibung:
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
elias.orgel, Samstag, 14. Juni 2025, 20:58 (vor 444 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von elias.orgel, Samstag, 14. Juni 2025, 21:05
Wau - ein riesengroßes Dankeschön für diese ausführliche Beschreibung - ganz toll
Ich wusste nicht einmal, dass es sowas gibt (historisch pneumatisch...)
Frage an die Fachleute
Wäre es nicht einfacher gewesen die Klaviatur zu verschieben (wie beim cembalo)?
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
MCVL
, Samstag, 14. Juni 2025, 21:05 (vor 444 Tagen) @ elias.orgel
Wau - ein riesengroßes Dankeschön für diese ausführliche Beschreibung - ganz toll
Am Anfang ist Dir ein kleiner Schreibfehler unterlaufen
4 Halbtöne abwärts und zwei Halbtöne aufwärts war natürlich gemeint ;-)
Schon korrigiert.
Frage an die Fachleute
Wäre es nicht einfacher gewesen die Klaviatur zu verschieben (wie beim cembalo)?
An einer Orgel mit pneumatischer Traktur ist das sicherlich die einfachste Konstruktion für eine solche Vorrichtung.
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
elias.orgel, Samstag, 14. Juni 2025, 21:14 (vor 444 Tagen) @ MCVL
Bevor ich jetzt versuche die ganze Liste durch zu arbeiten...
Gibt es einen Überblick welche Instrumente am ehesten damit ausgeführt wurden?
Eher kleine oder auch durchaus große Orgeln?
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
MCVL
, Samstag, 14. Juni 2025, 21:32 (vor 444 Tagen) @ elias.orgel
Überwiegend waren das kleinere Orgeln zwischen 10 und 22 Registern für den ländlichen Raum.
Ausnahmen waren beispielsweise das dreimanualige große Werk für Ravensburg oder die Orgeln für Kassel und Kisslegg (die Rottenburger Domorgel klammere ich hier einmal aus, diese besaß eine ähnliche Disposition wie das von dir verlinkte Werk in Reinstetten, etwas erweitert beispielsweise durch eine Zunge im Schwellwerk).
Der Transponierapparat wurde von Späth optional bei nahezu allen Neubauten/pneumatischen Umbauten angeboten. In etlichen Fällen verzichteten die Auftraggeber aber aus Kostengründen auf den Transponierapparat.
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
elias.orgel, Samstag, 14. Juni 2025, 21:46 (vor 444 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von elias.orgel, Samstag, 14. Juni 2025, 21:49
Der Transponierapparat wurde von Späth optional bei nahezu allen Neubauten/pneumatischen Umbauten angeboten. In etlichen Fällen verzichteten die Auftraggeber aber aus Kostengründen auf den Transponierapparat.
über welche Größenordnung (Kosten) reden wir hier?
zum Vergleich
Walcker 28 II/P um 1908
12.000 Mark (El Motor alleine 900 Mark)
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
MCVL
, Samstag, 14. Juni 2025, 22:05 (vor 444 Tagen) @ elias.orgel
Ich habe meinen Arbeitsrechner schon heruntergefahren, suche aber morgen ein paar Beispiele heraus.
Heute hatte ich die Akten zum Orgelbau in der kath. Stadtpfarrkirche Eschwege 1916 in der Hand, dort hat Späth den Zuschlag bekommen, obwohl er um einiges teurer angeboten hat als die Mitbewerber Klais und Voit. Die Mehrkosten für den Transponierapparat wollte aber die Kirchenstiftung nicht mehr aufbringen...
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
MCVL
, Sonntag, 15. Juni 2025, 10:17 (vor 444 Tagen) @ elias.orgel
Der Transponierapparat wurde von Späth optional bei nahezu allen Neubauten/pneumatischen Umbauten angeboten. In etlichen Fällen verzichteten die Auftraggeber aber aus Kostengründen auf den Transponierapparat.
über welche Größenordnung (Kosten) reden wir hier?
zum Vergleich
Walcker 28 II/P um 1908
12.000 Mark (El Motor alleine 900 Mark)
1905 berechnete Späth für den Transponierapparat mit Anzeige beispielsweise 250 Mark. Zum Vergleich: für eine Orgel mit zwei Manualen und 15 Registern samt Gehäuse aber ohne Elektrogebläse verlangte Späth zu dieser Zeit je nach Ausstattung/Disposition um die 5500 Mark.
Der Transponierapparat der Gebrüder Späth
elias.orgel, Donnerstag, 17. Juli 2025, 07:41 (vor 412 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von elias.orgel, Donnerstag, 17. Juli 2025, 07:46
Frage an die Fachleute
Wäre es nicht einfacher gewesen die Klaviatur zu verschieben (wie beim cembalo)?
An einer Orgel mit pneumatischer Traktur ist das sicherlich die einfachste Konstruktion für eine solche Vorrichtung.
-
Rainer Zufall war ich am Wochenende bei einem Hoffest in der Nähe von Marburg zu Gast wo die momentane durchschnittliche Dichte an Orgelbauern (keine innen) nur noch von der lokalen Dichte Harmoniumse/qm (ausschließlich innen) übertroffen wurde...
Und siehe da...
Es gibt dort in der Sammlung von gefühlt 200 Instrumenten tatsächlich ein Harmonium mit 6 Oktaven Klaviatur (aber "nur" 5 Oktaven Töne)
Des Rätsels Lösung:
Die Klaviatur ist in beide Richtungen um 6 Halbtöne verschiebbar...
Diese Konstruktion ist definitiv viel einfacher als die oben aufgeführte patentierte Lösung von Späth
Aber
Während ich ja nach wie vor davon überzeugt bin, dass das klassische Klaviatur-layout (ähnlich wie die klassische Notenschrift) nicht optimal - geschweige denn auch nur gut ist
Kommt beim Orgelbau ein Design-"Fehler" zum Tragen der diese einfache Verschiebung in der Regel unmöglich macht...
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Mittwoch, 14. August 2019, 15:22 (vor 2576 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von fluteceleste, Mittwoch, 14. August 2019, 15:28
Aber wie sollte man diese Hebel dann bedienen...? Eine Hand zwirnt, während die andere mit dem Hebel Stoff gibt, unten das Gaspedal durchgedrückt wird, und der andere Fuß den unausweichlichen Orgelpunkt macht? Womöglich hat sich das deswegen nicht bewährt..Ich glaube nicht, dass das für Registranten gedacht war, die gabs ja wohl eher selten ..
Vermutlich die Geburtsstunde der Walze.
Oder vielleicht mit dem Kopf, so wie manche gewieften Spieler ja auch Register abstoßen..:-)
Oder es gab Crescendo nur mit Pausen.
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Contrebasson 32'
, Wien, Mittwoch, 14. August 2019, 16:18 (vor 2575 Tagen) @ fluteceleste
Vielleicht lief es ja auch folgendermaßen ab:
"Spiele ich heute das Vorspiel im mp?"
--> Hebel auf 3
--> Vorspiel
"Die Kirche ist heute aber voll, da muss ich lauter begleiten"
--> Hebel auf auf 5
--> Gemeindebegleitung
"Und jetzt die letzte Strophe..."
--> Hebel auf 6
--> Gemeindebegleitung letzte Strophe
"Und jetzt scheuche ich sie raus"
--> Hebel auf Anschlag
--> Postludium
;-)
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Mittwoch, 14. August 2019, 17:30 (vor 2575 Tagen) @ Contrebasson 32'
bearbeitet von fluteceleste, Mittwoch, 14. August 2019, 17:34
Vielleicht lief es ja auch folgendermaßen ab:
"Spiele ich heute das Vorspiel im mp?"
--> Hebel auf 3
--> Vorspiel"Die Kirche ist heute aber voll, da muss ich lauter begleiten"
--> Hebel auf auf 5
--> Gemeindebegleitung"Und jetzt die letzte Strophe..."
--> Hebel auf 6
--> Gemeindebegleitung letzte Strophe"Und jetzt scheuche ich sie raus"
--> Hebel auf Anschlag
--> Postludium;-)
Hihi, wobei: das könnte es tatsächlich sein!
Also Crescendo nicht in dem Sinn, wie wir es kennen.
Sondern als weitergedachte Feste Kombinationen, nur eben viel flexibler und mit noch mehr Abstufungen. Wobei: An der oben verlinkten Späth wie auch an unserer Dorforgel gab es 4 FK, nämlich p, mf, f, und für Weihnachten / Ostern das ff(= T). Das reichte unserer Organistin (übrigens geschätzte 20 Jahre älter als Veronika Sauerzapf) eigentlich für alle Anlässe.
Hebel Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Nachthorn, Mittwoch, 14. August 2019, 19:14 (vor 2575 Tagen) @ Contrebasson 32'
Das ist doch der Grund weshalb die Walze lange Zeit so verpönt war. Ex gab sicher eind größere Anzahl von "Organisten", die in ihrem Leben kein einziges Mal von Hand registriert haben.
alte Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
fluteceleste
, Dienstag, 13. August 2019, 10:19 (vor 2577 Tagen) @ oHo
Wenn man das überlegt, könnte man auch an historische Spieltische denken, die einen Crescendo-Hebel haben, was für den Registranten leichter bedienbar ist, als ein Tritt. So etwas - in der Form eines Maschinentelegrafenhebels wie bei Schiffsschrauben, gibt es z.B. an der Spät-Orgel in Schramberg...
siehe hier
(mein erstes Motorboot)
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Orlos
, Dienstag, 13. August 2019, 17:11 (vor 2576 Tagen) @ oHo
Das ist spannend! Ich habe gerade mit der Gestaltung eines viermanualigen Spieltisches mit 77 Registern + 3 Transmission zu tun.
O wie spannend, können wir in Kontakt kommen? Bitte eine Mail an mich.
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
oHo, Donnerstag, 15. August 2019, 11:15 (vor 2575 Tagen) @ Orlos
O wie spannend, können wir in Kontakt kommen? Bitte eine Mail an mich.
Habe eine Mail über das Pfeifenorgelforum geschickt. Falls das nicht angekommen ist, bitte ich hier um Hinweis...
mfG
oHo
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Contrebasson 32'
, Wien, Dienstag, 13. August 2019, 12:21 (vor 2577 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von Contrebasson 32', Dienstag, 13. August 2019, 12:27
Das Spannende dabei ist, dass das ganz unterschiedlich gesehen wird: Der eine Kollege findet es ganz toll, dass man Setzerkombinationsgruppen Namen geben kann, also einem Stück zuordnen kann, ein anderes hat das noch nie benutzt. Wobei: Wenn ich recht nachdenke, hat es bis auf einen KEINER benutzt.
Frühere Laukhuff-Setzer hatten die Möglichkeiten, dass man Setzer-Bereiche unter Komponisten und Titel in einem Archiv sichern konnte. Das war quasi ein Zwischenschritt zu den Möglichkeiten des Vario-Setzers. Aber ich habe nur selten gehört, dass diese Funktion genutzt wurde, ebenso bei Rieger-Setzern, die das meines Wissens nach auch konnten/können.
Thema Walze: Obwohl mehrere neue Spieltische eine solche aufweisen, würden viele befragte Kollegen einen Crescendo-Tritt bevorzugen. Falls mehrere elektrische Schwelltritte vorhanden sind, ist ein Generalschwelltritt eine schöne Sache.
Das Schwellen mit einer Walze ist gefühlvoller und kontrollierter möglich, wohingegen man mit deinem Crescendo-Tritt sehr schnell Gas geben kann. Da man diese primär für das Literaturspiel benötigt - wiewohl es gerüchteweise ja auch Organisten geben soll, die sich das Registrieren sparen und einen ganzen Gottesdienst mit Walze gestalten - würde ich aus historischen Gründen immer die Walze bevorzugen. Als meine alte Heimatorgel überholt wurde, wurde aber bewusst auf eine Walze verzichtet, Registercrescendi werden jetzt per Setzer realisiert.
Viele Spieltische haben nur ganz wenige Pistons, oft nur für den Sequenzer. Ich persönlich freue mich, wenn auch Koppeln per Fußtritt schaltbar sind, viele Kollegen halten das für überflüssig.
Ob man Koppeln per Fuß schaltet oder nicht, ist auch oftmals eine Frage der Ausbildung. Widor hat überlieferterweise verlangt, dass seine Studenten die Werke so einstudieren, dass sie während der Aufführung blind die Fußtritte bedienen konnten. Das ist heutzutage wohl eher weniger Teil der Organistenausbildung - auch im Hinblick darauf, dass es für die Position und Belegung der Pistons - im Gegensatz zum anglo-amerikanischen Raum - keine Norm gibt.
Anordnung der Pistons: Manchmal ist der Schwelltritt (je nach Stellung) im Weg, wenn man auf den Sequenz-Piston treten möchte.
Hier hilft ein Vorwärts-Piston auf beiden Seiten des Schwellers. Den Zurück-Piston kann man dann hingegen weiter außen positionieren.
Radialpedal: In USA absolut üblich, in Deutschland immer noch selten anzutreffen. So auch bei meinen Besuchen bei neuesten großen Spieltischen, selbst in Kathedralen. Ich bin hin- und hergerissen: Ich mag die geschweiften Tasten, aber alle Dienstorgeln haben nur Parallelpedal. Würde ich jetzt einen Spieltisch anders bauen lassen, müsste ich mich ständig umgewöhnen. Auch die Gastorganisten würden Radialpedal eher nicht gewohnt sein.
Radialpedal macht nur Sinn, wenn du dich bewusst umgewöhnen möchtest oder ihr viele Gastorganisten aus England oder Amerika dort habt - wobei ein guter Konzertorganist auch auf Parallelpedal spielen können muss. Im Altenberger Dom kann man als Kompromiss das Radialpedal gegen ein Parallelpedal tauschen - ich frage mich nur, wie oft das wirklich gemacht wird. ;)
Anlage der Koppeln: Manche kommen mit dem Touchdings zurecht, andere bevorzugen das Motto: Ich will sehen, was die Orgel tut, also: alles als Wippen o.ä. im Sichtfeld des Organisten. Ich habe aber auch unübersichtliche Spieltische erlebt, wo man lange nach der richtigen Koppel suchen muss.
Koppeln lassen sich auf verschiedene Art und Weise platzieren, wichig ist nur, dass die Platzierung stringent ist, eine farbliche Kennzeichnung erleichtert das Finden. Clever finde ich die Lösung, die Koppeln als Matrix in die Tastaturbacken einzulassen, so lassen sich die Teilwerke frei in 16'-8'-4'-Lage dem jeweiligen Manual zuweisen. So gesehen in St. Josef Bonn (oder war es in der Stiftskirche?) oder beim Sinua Spieltisch der Sauer-Orgel im Orgelpark Amsterdam. Hilfreich ist dann aber, beim Anschalten des Spieltischs eine Standardbelegung vorzugeben, die dann entsprechend verändert werden kann.
Registerfessel: Manch einer hat es und benutzt es nie, andere vermissen es. Ich finde es praktisch.
Gerade an Orgeln mit Setzer, aber ohne FKs finde eine Registerfessel sehr praktisch:
Registrierung Vorspiel einstellen, RF aktivieren, Registrierung Gemeindebegleitung einstellen, Vorspiel, RF deaktivieren, Gemeindebegleitung.
Braucht man noch Nummern auf Registerwippen? Bei Zügen lässt man sie heute oft weg.
Wenn ein Setzer vorhanden ist und nicht Nostalgie oder ästhetische Gründe dafür sprechen, sind Registernummern verzichtbar. Oft kann dann die Schrift der Registerbeschriftung größer gewählt werden, was dem Organisten zusätzlich zu Gute kommt.
Wohin mit der Setzeranzeige? Zieht man das Notenpult nach vorne, kann man sie oft nicht mehr lesen, wenn sie über dem 4. Manual angeordnet ist.
Clever finde ich die Lösung, wie sie z.B. Seifert schon öfters realisiert hat oder wie man sie auch beim Generalspieltisch des Freiburger Münsters findet: Die Setzeranzeige ist Teil des Notenpults, sodass sie immer im Blick ist.
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Orlos
, Dienstag, 13. August 2019, 17:09 (vor 2576 Tagen) @ Contrebasson 32'
Das Schwellen mit einer Walze ist gefühlvoller und kontrollierter möglich, wohingegen man mit deinem Crescendo-Tritt sehr schnell Gas geben kann. Da man diese primär für das Literaturspiel benötigt - wiewohl es gerüchteweise ja auch Organisten geben soll, die sich das Registrieren sparen und einen ganzen Gottesdienst mit Walze gestalten - würde ich aus historischen Gründen immer die Walze bevorzugen. Als meine alte Heimatorgel überholt wurde, wurde aber bewusst auf eine Walze verzichtet, Registercrescendi werden jetzt per Setzer realisiert.
An keiner meiner Dienstorgeln habe ich eine Walze, ich bin damit überhaupt nicht groß geworden, die 70er-Jahre-Orgeln meiner Jugend hatten das auch nicht. Wenn ich an eine Orgel mit Walze komme, weiß ich nie, in welche Richtung ich walzen soll. Mir ist der Tritt einfach sicherer. Man kann ihn ja recht schwergängig machen, damit man nicht gleich im Tutti ist...
Radialpedal macht nur Sinn, wenn du dich bewusst umgewöhnen möchtest oder ihr viele Gastorganisten aus England oder Amerika dort habt - wobei ein guter Konzertorganist auch auf Parallelpedal spielen können muss. Im Altenberger Dom kann man als Kompromiss das Radialpedal gegen ein Parallelpedal tauschen - ich frage mich nur, wie oft das wirklich gemacht wird. ;)
Ich weiß von mehreren Orgeln, die eigentlich beide Pedale zum Austauschen haben, wo es aber nie gemacht wird. Bei einer hat man sich dauerhaft für das Radialpedal entschieden, bei den anderen für das Parallelpedal. Ich bin noch unsicher.
Koppeln lassen sich auf verschiedene Art und Weise platzieren, wichig ist nur, dass die Platzierung stringent ist, eine farbliche Kennzeichnung erleichtert das Finden. Clever finde ich die Lösung, die Koppeln als Matrix in die Tastaturbacken einzulassen, so lassen sich die Teilwerke frei in 16'-8'-4'-Lage dem jeweiligen Manual zuweisen. So gesehen in St. Josef Bonn (oder war es in der Stiftskirche?) oder beim Sinua Spieltisch der Sauer-Orgel im Orgelpark Amsterdam. Hilfreich ist dann aber, beim Anschalten des Spieltischs eine Standardbelegung vorzugeben, die dann entsprechend verändert werden kann.
Wir bekommen einen mechanischen Spieltisch, da geht das nicht. Ich habe ja aus Würzburg berichtet, wie nervig ich es fand, dass beim Drücken des Nullknopfes immer alle Manualbelegungen weg waren.
Gerade an Orgeln mit Setzer, aber ohne FKs finde eine Registerfessel sehr praktisch:
Registrierung Vorspiel einstellen, RF aktivieren, Registrierung Gemeindebegleitung einstellen, Vorspiel, RF deaktivieren, Gemeindebegleitung.
Genau!
Wohin mit der Setzeranzeige? Zieht man das Notenpult nach vorne, kann man sie oft nicht mehr lesen, wenn sie über dem 4. Manual angeordnet ist.
Clever finde ich die Lösung, wie sie z.B. Seifert schon öfters realisiert hat oder wie man sie auch beim Generalspieltisch des Freiburger Münsters findet: Die Setzeranzeige ist Teil des Notenpults, sodass sie immer im Blick ist.
Mir hat man erzählt, das ginge technisch nicht mehr, es gebe keine zuverlässigen Displays in dem schmalen Layout. Kann man glauben oder nicht, jedenfalls machen es die Spieltischbauer nicht mehr. Echt schade, war eine gute Lösung!
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Contrebasson 32'
, Wien, Dienstag, 13. August 2019, 17:37 (vor 2576 Tagen) @ Orlos
Wohin mit der Setzeranzeige? Zieht man das Notenpult nach vorne, kann man sie oft nicht mehr lesen, wenn sie über dem 4. Manual angeordnet ist.
Clever finde ich die Lösung, wie sie z.B. Seifert schon öfters realisiert hat oder wie man sie auch beim Generalspieltisch des Freiburger Münsters findet: Die Setzeranzeige ist Teil des Notenpults, sodass sie immer im Blick ist.
Mir hat man erzählt, das ginge technisch nicht mehr, es gebe keine zuverlässigen Displays in dem schmalen Layout. Kann man glauben oder nicht, jedenfalls machen es die Spieltischbauer nicht mehr. Echt schade, war eine gute Lösung!
Ok, das wundert mich, denn sooo alt ist der neue Spieltisch in Freiburg doch gar nicht!
Alternativ könnte man ein Notenpult aus Plexiglas wählen oder oben und innen beim Registertableau anbringen - ähnlich wie bei der Mutter aller Orgeln.
Mühleisen Strasbourg, war: moderne Spieltische - war: Touchscreens ade
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Mittwoch, 14. August 2019, 14:32 (vor 2576 Tagen) @ Contrebasson 32'
Mühleisen Strasbourg, war: moderne Spieltische - war: Touchscreens ade
Orlos
, Mittwoch, 14. August 2019, 17:55 (vor 2575 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Puh, soll mir das gefallen? Erinnert mich an gewisse "Orgeln", die man früher im Fernsehen gesehen hat, da spielte ein Mann Operettenmelodien, wie hieß der doch gleich?
Die kleinen Taster sind wohl für die Manualzuordnung, die großen für die Register. Da darf halt nie ein Lämpchen (LED) kaputtgehen...
Mühleisen Strasbourg, war: moderne Spieltische - war: Touchscreens ade
Solcena
, Mittwoch, 14. August 2019, 20:15 (vor 2575 Tagen) @ Orlos
Puh, soll mir das gefallen? Erinnert mich an gewisse "Orgeln", die man früher im Fernsehen gesehen hat, da spielte ein Mann Operettenmelodien, wie hieß der doch gleich?
Meintest du Franz Lambert?
Mühleisen Strasbourg, war: moderne Spieltische - war: Touchscreens ade
Orlos
, Mittwoch, 14. August 2019, 20:48 (vor 2575 Tagen) @ Solcena
Meintest du Franz Lambert?
Hach, ja. *Kindheitserinnerungen*. Der war aber nicht "schuld" daran, dass ich anfing, mich für Orgeln zu interessieren. Ich hatte das, was er benutzte, als Jugendlicher gar nicht als "Orgel" empfunden, sondern als – äh: als was eigentlich? Ich weiß es gar nicht mehr...
Mühleisen Strasbourg, war: moderne Spieltische - war: Touchscreens ade
3rd_astronaut, Mittwoch, 14. August 2019, 23:32 (vor 2575 Tagen) @ Orlos
Meintest du Franz Lambert?
Hach, ja. *Kindheitserinnerungen*. Der war aber nicht "schuld" daran, dass ich anfing, mich für Orgeln zu interessieren. Ich hatte das, was er benutzte, als Jugendlicher gar nicht als "Orgel" empfunden, sondern als – äh: als was eigentlich? Ich weiß es gar nicht mehr...
Ich kenne die als "Heimorgel".
---
Wie hat der Späth eigentlich das "Danke" vorhersehen können bei der Erfindung des Rades? Wahrscheinlich ein Besuch von Spock durch in Wurmloch ...
Mühleisen Strasbourg, war: moderne Spieltische - war: Touchscreens ade
Contrebasson 32'
, Wien, Donnerstag, 15. August 2019, 11:33 (vor 2575 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Dieser Spieltisch ist wirklich ausgesprochen hässlich und benötigt außerdem unnötig viel Platz - aber immerhin bietet er die Möglichkeit einer freien Manualzuordnung in 16'-, 8' und 4'-Lage.
Fast hätte ich geschrieben, dass Mühleisen damit seiner Zeit voraus war, da es sich aber um den Spieltisch der neuen Orgel im Moskauer Konzertsaal Sarjadje handelt, bin ich froh, dies nicht geschrieben zu haben und angesichts der Ästhetik dieses Spieltischs eher abgeschreckt! Wem gefällt sowas? Da ist ja selbst die Ästhetik und Haptik der oben angesprochenen Wersi-Orgel ansprechender :D
Muhleisen Moskau, war: moderne Spieltische etc.
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Samstag, 07. März 2020, 23:31 (vor 2369 Tagen) @ Contrebasson 32'
Organpromotion veröffentlicht es zuerst - die Muhleisen Orgel in Moskau ist fertig.
Und wie die Dispo auf Seite 2 zeigt, bietet das optisch nicht so faszinierende Spieltischdesign - das hier zuvor Thema war - durch die Bildung von Gruppen (es scheinen also zwei Windladen bzw. Abteilungen pro Werk zu existieren, trotz mechanischer Anlage) doch noch mal deutlich andere Registriermöglichkeiten durch die jeweilige Schaltbarkeit als 16', 8' oder 4'.
Das finde ich interessant, würde aber selbst (nun ja) wohl relativ viel Zeit zum Entdecken und Vorbereiten eines Programms bzw. seiner Registrierungen benötigen. Ob so viel Vorarbeit in einer Konzerthalle möglich ist? Natürlich kann man bei Eile alles ja auch "normal" in Normallage klingen lassen....
Muhleisen Moskau, war: moderne Spieltische etc.
perotin, Sonntag, 08. März 2020, 00:24 (vor 2369 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Muhleisen Moskau, war: moderne Spieltische etc.
MAT
, Sonntag, 08. März 2020, 16:10 (vor 2368 Tagen) @ perotin
Hier spielt man auswendig oder vom Laptop!
--
Gruß
MAT
Muhleisen Moskau, war: moderne Spieltische etc.
Dorforganist, Sonntag, 08. März 2020, 16:20 (vor 2368 Tagen) @ MAT
Hier spielt man auswendig oder vom Laptop!
...und läßt keine Tempos, Büroklammern, Radiergummis, Bonbonpapierchen etc. liegen, weil sie sofort unter die Pedale fallen.
Muhleisen Moskau, war: moderne Spieltische etc.
elsenp
, Sonntag, 08. März 2020, 16:22 (vor 2368 Tagen) @ MAT
Hier spielt man auswendig oder vom Laptop!
Nach diesem Foto der Philharmonieseite scheint es doch einen Plexiglasnotenhalter zu geben.
Gruß
Peter
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Reginhard
, Montag, 19. August 2019, 22:14 (vor 2570 Tagen) @ Orlos
Wohin mit der Setzeranzeige? Zieht man das Notenpult nach vorne, kann man sie oft nicht mehr lesen, wenn sie über dem 4. Manual angeordnet ist.
Clever finde ich die Lösung, wie sie z.B. Seifert schon öfters realisiert hat oder wie man sie auch beim Generalspieltisch des Freiburger Münsters findet: Die Setzeranzeige ist Teil des Notenpults, sodass sie immer im Blick ist.
Mir hat man erzählt, das ginge technisch nicht mehr, es gebe keine zuverlässigen Displays in dem schmalen Layout. Kann man glauben oder nicht, jedenfalls machen es die Spieltischbauer nicht mehr. Echt schade, war eine gute Lösung!
Die kleinen Quader mit den Segmentanzeigen sind vom Hersteller abgekündigt worden.
Will niemand mehr.
Und für die Orgelbauer, die aus Sicht eines Herstellers nur Exoten sind, die eine Hand voll abnehmen, stellt die keiner her.
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
oHo, Mittwoch, 21. August 2019, 20:12 (vor 2568 Tagen) @ Reginhard
Mir hat man erzählt, das ginge technisch nicht mehr, es gebe keine zuverlässigen Displays in dem schmalen Layout. Kann man glauben oder nicht, jedenfalls machen es die Spieltischbauer nicht mehr. Echt schade, war eine gute Lösung!
Die kleinen Quader mit den Segmentanzeigen sind vom Hersteller abgekündigt worden.
Will niemand mehr.
Und für die Orgelbauer, die aus Sicht eines Herstellers nur Exoten sind, die eine Hand voll abnehmen, stellt die keiner her.
Ich weiß nicht, welche Modelle nicht mehr angeboten werden. Ein Blick auf die Homepage eines bekannten Elektronikhändlers bietet - auf Lager und kurzfristig lieferbar - jedenfalls 4-ziffrige Segmentanzeigen, 5cm breit, 2cm hoch, Ziffernhöhe 14mm....
meint, fröhlich grüßend,
Oliver
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Contrebasson 32'
, Wien, Mittwoch, 21. August 2019, 21:36 (vor 2568 Tagen) @ oHo
Mir hat man erzählt, das ginge technisch nicht mehr, es gebe keine zuverlässigen Displays in dem schmalen Layout. Kann man glauben oder nicht, jedenfalls machen es die Spieltischbauer nicht mehr. Echt schade, war eine gute Lösung!
Die kleinen Quader mit den Segmentanzeigen sind vom Hersteller abgekündigt worden.
Will niemand mehr.
Und für die Orgelbauer, die aus Sicht eines Herstellers nur Exoten sind, die eine Hand voll abnehmen, stellt die keiner her.
Ich weiß nicht, welche Modelle nicht mehr angeboten werden. Ein Blick auf die Homepage eines bekannten Elektronikhändlers bietet - auf Lager und kurzfristig lieferbar - jedenfalls 4-ziffrige Segmentanzeigen, 5cm breit, 2cm hoch, Ziffernhöhe 14mm....
meint, fröhlich grüßend,
Oliver
Aber vllt. liefert Reichelt ja nicht an Orgelbauer... ;)
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
quintade, Mittwoch, 21. August 2019, 21:47 (vor 2568 Tagen) @ Contrebasson 32'
Dass es keine 7-Segment-Anzeigen mehr gebe, halte ich für ein Gerücht.
Es gibt ja so einige Versender
https://www.mikrocontroller.net/articles/Elektronikversender
Z.B. Farnell, Mouser etc. haben die sicher und auch noch länger.
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Reginhard
, Donnerstag, 22. August 2019, 22:07 (vor 2567 Tagen) @ quintade
7-Segmenter können keine Texte anzeigen.
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
oHo, Donnerstag, 22. August 2019, 22:57 (vor 2567 Tagen) @ Reginhard
7-Segmenter können keine Texte anzeigen.
Das ist auch für eine Setzeranzeige nicht nötig... 0000 bis 9999 reichen meist aus...
meint, gesetzt grüßend,
Oliver
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
quintade, Freitag, 23. August 2019, 13:17 (vor 2567 Tagen) @ Reginhard
Mit ein paar mehr, ich glaube 14,gehen doch einige Buchstaben...
Tolle Teile, man kann einiges daran lernen, Gatter, Wahrheitstabelle (kath. Kirche?)
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
elsenp
, Freitag, 23. August 2019, 13:53 (vor 2567 Tagen) @ Reginhard
7-Segmenter können keine Texte anzeigen.
Das stimmt so nicht ganz. Auch mit 7-Segmentanzeigen lassen sich eine ganze Reihe von Buchstaben darstellen.
Wer noch einen alten CD-Spieler sein eigen nennt, kennt sicherlich die Anzeigen
OPEN
CLOSE
PLAY
NODISC
DISC
etc.
Das funktioniert auch mit 7 Segmenten.
Gruß
Peter
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
JSBach
, Freitag, 23. August 2019, 14:17 (vor 2567 Tagen) @ elsenp
GKMNQRTVWXZ gehen nicht, der Rest sollte darstellbar sein
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
jrbecker
, Freitag, 23. August 2019, 22:53 (vor 2566 Tagen) @ elsenp
Wir haben auf einem alten Taschenrechner SIE ESEL geschrieben ... 7353315 und dann auf den Kopf stellen...
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Reginhard
, Samstag, 24. August 2019, 10:35 (vor 2566 Tagen) @ jrbecker
Wir haben auf einem alten Taschenrechner SIE ESEL geschrieben ... 7353315 und dann auf den Kopf stellen...
Das kann die Orgel jetzt auch, ohne auf den Kopf gestellt zu werden. ;-D
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Nachthorn, Samstag, 24. August 2019, 10:47 (vor 2566 Tagen) @ Reginhard
Sehr gut! Dann kann man ja am Palmsonntag zum Einzug in Jerusalem einen passenden Text zum Esel einblenden. Das habe ich schon immer vermisst.
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Reginhard
, Samstag, 24. August 2019, 11:38 (vor 2566 Tagen) @ Nachthorn
Sehr gut! Dann kann man ja am Palmsonntag zum Einzug in Jerusalem einen passenden Text zum Esel einblenden. Das habe ich schon immer vermisst.
https://www.paderborner-dommusik.de/wp-content/gallery/neuer-spieltisch/31351488_125713...
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Reginhard
, Samstag, 24. August 2019, 11:42 (vor 2566 Tagen) @ Reginhard
Der Artikel dazu:
https://www.paderborner-dommusik.de/willkommen-zurueck/
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
elsenp
, Samstag, 24. August 2019, 14:44 (vor 2566 Tagen) @ Reginhard
Unsere kann EULE, auch ohne auf den Kopf gestellt zu werden...
Spieltisch Korschenbroich; war: moderne Spieltische
Contrebasson 32'
, Wien, Donnerstag, 29. August 2019, 16:45 (vor 2560 Tagen) @ Orlos
Heute hat Weimbs ein Foto des neuen Spieltischs für Korschenbroich veröffentlicht, der auf der Vario-Setzer-Technik von Laukhuff basiert - inkl. Hebel ;)
Quelle: fb - Orgelbau Weimbs
Spieltisch Korschenbroich; war: moderne Spieltische
Reginhard
, Sonntag, 01. September 2019, 21:39 (vor 2557 Tagen) @ Contrebasson 32'
Heute hat Weimbs ein Foto des neuen Spieltischs für Korschenbroich veröffentlicht, der auf der Vario-Setzer-Technik von Laukhuff basiert - inkl. Hebel ;)
Tut er nicht, sonst wüsste ich es. :-)
Spieltisch Korschenbroich; war: moderne Spieltische
Contrebasson 32'
, Wien, Sonntag, 01. September 2019, 21:55 (vor 2557 Tagen) @ Reginhard
bearbeitet von Contrebasson 32', Montag, 02. September 2019, 20:02
Heute hat Weimbs ein Foto des neuen Spieltischs für Korschenbroich veröffentlicht, der auf der Vario-Setzer-Technik von Laukhuff basiert - inkl. Hebel ;)
Tut er nicht, sonst wüsste ich es. :-)
Oh, dann wohl SINUA...
... war von Laukhuff ausgegangen, weil Weimbs ja sehr damit wirbt.
Spieltisch Korschenbroich; war: moderne Spieltische
Reginhard
, Montag, 02. September 2019, 15:53 (vor 2557 Tagen) @ Contrebasson 32'
Heute hat Weimbs ein Foto des neuen Spieltischs für Korschenbroich veröffentlicht, der auf der Vario-Setzer-Technik von Laukhuff basiert - inkl. Hebel ;)
Tut er nicht, sonst wüsste ich es. :-)
Oh, dann wohl SINUA...
... war von Laukhuff ausgegangen, weil Weinbau ja sehr damit wirbt.
Nein, nein, Laukhuff schon,
aber nicht die Vario-Technik.
Der M-Taster
Reginhard
, Montag, 02. September 2019, 16:02 (vor 2556 Tagen) @ Reginhard
Man erkennt den Variosetzer an dem Taster zwischen den beiden Sequenzertastern unter dem Manual I, dem M-Taster oder dem "Auf-der-Stelle"-Taster.
Im Bild vom neuen Korschenbroicher Spieltisch sieht man unter Man I nur die beiden Sequenzertaster rückwärts und vorwärts.
Der M-Taster
Contrebasson 32'
, Wien, Montag, 02. September 2019, 20:03 (vor 2556 Tagen) @ Reginhard
Danke, wieder was gelernt ;)
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
oHo, Freitag, 08. November 2019, 13:06 (vor 2490 Tagen) @ Orlos
Viele der angesprochenen Themen haben wir gründlich diskutiert und durchdacht. Vielleicht interessiert es den Einen oder Anderen, zu welchen Ergebnissen wir gekommen sind:
Thema Walze: Obwohl mehrere neue Spieltische eine solche aufweisen, würden viele befragte Kollegen einen Crescendo-Tritt bevorzugen.
Das funktioniert bei über ca. 60 Registern nicht mehr: Der Weg des Tritts ist zu kurz, um gut dosieren zu können. Und es ist praktisch nicht möglich (außer in den Endpositionen), den Fuß auf den Tritt zu stellen, ohne unbeabsichtigt etwas zu verändern.
Falls mehrere elektrische Schwelltritte vorhanden sind, ist ein Generalschwelltritt eine schöne Sache.
Der (verlorene) historische Spieltisch der Orgel, für die ich einen neuen plane, hatte schon fünf Schwelltritte (und eine Walze). Ein zusätzlicher Generalschwelltritt verbietet sich da aus Raumgründen. Stattdessen gibt es eine Registerwippe „Generalschweller auf Schwelltritt 3“ (das ist der rechts neben der Walze, der sonst das stärkere Schwellwerk bedient).
Viele Spieltische haben nur ganz wenige Pistons, oft nur für den Sequenzer. Ich persönlich freue mich, wenn auch Koppeln per Fußtritt schaltbar sind, viele Kollegen halten das für überflüssig.
Wir haben uns entschieden, wenigstens die Pedalkoppeln links als Pistons verfügbar zu machen. Mehr ging aus räumlichen Gründen nicht. (Allerdings gibt es rechts einen frei belegbaren Piston, auf den sich der Organist z.B. die II/I legen kann.)
Anordnung der Pistons: Manchmal ist der Schwelltritt (je nach Stellung) im Weg, wenn man auf den Sequenz-Piston treten möchte.
Rechts neben dem rechtesten Schwelltritt und links neben dem linksten sind für den Sequenzer je ein Löffeltritt vorgesehen. Die lassen sich auch unmittelbar neben Schwelltritten gut und „blind“ bedienen. Dazu gibt es auf jeder Seite 4 Pistons.
Radialpedal: In USA absolut üblich, in Deutschland immer noch selten anzutreffen. So auch bei meinen Besuchen bei neuesten großen Spieltischen, selbst in Kathedralen. Ich bin hin- und hergerissen: Ich mag die geschweiften Tasten, aber alle Dienstorgeln haben nur Parallelpedal. Würde ich jetzt einen Spieltisch anders bauen lassen, müsste ich mich ständig umgewöhnen. Auch die Gastorganisten würden Radialpedal eher nicht gewohnt sein.
Da bleiben wir beim Standard: Parallele Tasten, konkave Lage derselben, radiale Obertastenlängen.
Sequenzer als Leiste zwischen den Manualen: Die einen finden es praktisch, die anderen gefährlich, weil man unbewusst drankommen kann. Ab besten bauen, aber mit einem Knopf abschaltbar.
Ist hier in der Tat so (abschaltbar) für den Sequenzer geplant, allerdings sind die beiden Leistenhälften auch zusammen als Schalter für die Pedalumschaltung aktivierbar.
Anlage der Koppeln: Manche kommen mit dem Touchdings zurecht, andere bevorzugen das Motto: Ich will sehen, was die Orgel tut, also: alles als Wippen o.ä. im Sichtfeld des Organisten. Ich habe aber auch unübersichtliche Spieltische erlebt, wo man lange nach der richtigen Koppel suchen muss.
(Zumindest) die Normalkoppeln sucht man doch instinktiv in der werkweise üblichen Registerabfolge: „Labiale tief nach hoch, dann Linguale, dann Tremulanten, dann Koppeln.
Registerfessel: Manch einer hat es und benutzt es nie, andere vermissen es. Ich finde es praktisch.
Tastenfessel: Zum Improvisieren eine schöne Sache. Dabei interessante Frage: Additiv oder auslösend? Bei manchen Spieltischen kann man es umprogrammieren. Es gibt auch "intelligente" Systeme, bei denen beides geht: einzelne Töne werden addiert, ein neuer Akkord aber löst den vorigen ab.
In dem Bereich, in dem man fast nie einen Akkord greift und daher unabsichtliche Betätigung sehr unwahrscheinlich ist (über etwa D und E/F) haben wir zwei Drucktaster, einen für TF gegenseitig auslösend und einen für TF additiv vorgesehen. Auf ein System, das intelligenter ist als der Spieler, kann man über den Touchscreen zugreifen und dies einem der Knöpfe zuweisen… ;-)
Pedalteilung: Einer möchte das als Wippe haben, weil er es ständig einsetzt, andere wissen gar nicht, dass sie es haben (irgendwo im Touchdings).
Wenn es keine Wippe dafür gibt, ist es kaum nutzbar. Daher gibt es bei uns eine..
Schöne Funktion: Mit einem Knopf stellt man ein, dass alle Druckknöpfe nun als Sequenzer funktionieren, egal, was sonst ihre Funktion ist. Mich irritierten dabei die Ausnahmen, wie soll man sich das merken? Entweder wirklich ALLE oder eine beigefügte Erklärung für die Einschränkungen.
Auf diese Funktion haben wir verzichtet, da es unter I. die Knöpfe, beim Pedal die Löffeltritte und über jedem Manual die Leisten gibt.
Braucht man noch Nummern auf Registerwippen? Bei Zügen lässt man sie heute oft weg.
Das Weglassen ist unsinnig, wenn man jemals mit Registranten arbeiten können will: Man muss sonst in den Noten entweder Registerlangnamen mit Werkbezeichnung eintragen oder kryptische Abkürzungen. Beides ist nicht schnell erfassbar.
Wohin mit der Setzeranzeige? Zieht man das Notenpult nach vorne, kann man sie oft nicht mehr lesen, wenn sie über dem 4. Manual angeordnet ist.
Am besten zweifach: Einmal in die Unterkannte des Notenbretts, zusammen mit knappen Anzeigen für Crescendo und Schweller. Und dann ein größeres Display mit Detailinformationen mittig über dem obersten Manual. Ist letzteres verdeckt, bleibt immer noch das erste sichtbar.
Generell ist die Bedienung von Setzerkombinationen sehr unterschiedlich gelöst. Schade, wenn es nicht selbsterklärend ist.
Generell schwierig: Abkürzungen oder Symbole, deren Bedeutung man nicht errät.
Stimmt! Wird vermieden.
Ich habe übrigens alle Spieltische vermessen, alle waren anders! Insbesondere der Abstand von der Oberkante des Pedals zur Oberkante des 1. Manuals ist wichtig, aber auch der Einschub des Pedals. Bei manchen Spieltischen ist das Pedal so weit hinten, dass man das 1. Manual nur unbequem spielen kann. Gibt es dagegen nur einen kleinen Einschub, so ist das 4. Manual sehr weit weg. Der Überhang des 2. Manuals über dem 1. kann auch stören, weil die übrigbleibende Tastentiefe zu gering ist, man bleibt beim Spielen gerne an der oberen Klaviatur hängen.
Da wir elektrische Traktur haben, wird das gesamte Oberteil des Spieltisches und damit der Abstand I. Manual zu Pedal höhenverstellbar sein. Zusätzlich ist der Klaviaturblock auch horizontal verstellbar, so daß der Pedaleinschub variabel ist. Und schließlich lässt sich die Pedallage wählen: c unter c1, dis unter dis1 oder Mitte unter Mitte.
berichtet, fröhlich grüßend,
Oliver
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Contrebasson 32'
, Wien, Freitag, 08. November 2019, 16:00 (vor 2489 Tagen) @ oHo
Das liest sich ja sehr spannend, mich würde jetzt nur interesieren:
Welche Technik soll "unter der Haube" zu finden sein?
moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Samstag, 09. November 2019, 00:22 (vor 2489 Tagen) @ Contrebasson 32'
Das liest sich ja sehr spannend, mich würde jetzt nur interesieren:
Welche Technik soll "unter der Haube" zu finden sein?
....und welches Gerät wird mit diesem Cockpit gefahren? Oder war es dasjenige, für das neulich schon historische Fotos gesucht wurden?
Danke jedenfalls für die Fakten!
OT: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
Reginhard
, Montag, 19. August 2019, 13:51 (vor 2571 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Kann ich gut nachvollziehen.
Ich finde, eine Orgel muss grundsätzlich ohne Touchscreen bedienbar sein,
selbst wenn der Spieltisch einen hat.
M.E. gehören nicht (ausschließlich) in einen Touchscreen:
1) Funktionen, die immer wieder einfach und schnell aufgerufen werden müssen.
Sprich häufig genutzte Knöpfe. Diese Knöpfe sollten als separate Hardware verfügbar sein.
2) Funktionen, die keine Latenzen vertragen.
3) Funktionen, für deren Bedienung ich ein haptisches Gefühl brauche.
Z.B. Sequenzer.
Das ist auch der Grund, warum ich mich gegen eine Handy-Lösung für ein Stimmgerät sträube.
4) Lebensnotwendige Funktionen wie etwa Energieversorgung.
Ich muss eine Orgel spielen können, auch wenn der Touchscreen ausfallen sollte.
Wohlgemerkt, das ist meine persönliche Meinung.
OT: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...
stein
, Montag, 19. August 2019, 14:41 (vor 2571 Tagen) @ Reginhard
Kann ich gut nachvollziehen.
Ich finde, eine Orgel muss grundsätzlich ohne Touchscreen bedienbar sein,
selbst wenn der Spieltisch einen hat.M.E. gehören nicht (ausschließlich) in einen Touchscreen:
1) Funktionen, die immer wieder einfach und schnell aufgerufen werden müssen.
Sprich häufig genutzte Knöpfe. Diese Knöpfe sollten als separate Hardware verfügbar sein.
2) Funktionen, die keine Latenzen vertragen.
3) Funktionen, für deren Bedienung ich ein haptisches Gefühl brauche.
Z.B. Sequenzer.
Das ist auch der Grund, warum ich mich gegen eine Handy-Lösung für ein Stimmgerät sträube.
4) Lebensnotwendige Funktionen wie etwa Energieversorgung.
Ich muss eine Orgel spielen können, auch wenn der Touchscreen ausfallen sollte.Wohlgemerkt, das ist meine persönliche Meinung.
Das sehe ich nicht so, ich gehe sogar noch weiter. Man sollte bei solch einem Instrumententypus auch alle anderen haltbaren Eigenschaften gegen kurzlebigere austauschen, dass man am Tag x alles zusammen auf die Müll schmeissen kann. Pfeifen lassen sich z.B. heute durch nichtverstimmbare kostengünstige Klangerzeuger ersetzen.
Das vermengen zweier Bauprinzipien wie lang und kurzhaltbar, hat in der jüngsten Vergangenheit viele kostenintensive Probleme geschaffen. Da bin ich eher skeptisch, ob man in Zukunft in allen Kirchen die vorprogrammierten Probleme bewerkstelligen kann.
Aber was will man von einer Gesellschaft erwarten, die wie ich rund um die Uhr auf Bildschirme glotzt.
![[image]](images/uploaded/201908141302565d54068095c4b.jpg)
![[image]](images/uploaded/201908141306485d54076825be4.jpg)
![[image]](https://i.postimg.cc/KcNp1k0Y/Scan-20250614.jpg)
![[image]](https://i.postimg.cc/jSJh4L4P/Scan-20250614-2.jpg)
![[image]](https://i.postimg.cc/NMb8jTQq/Scan-20250614-3.jpg)
![[image]](https://i.postimg.cc/2jcFp4Hn/Scan-20250614-4.jpg)
![[image]](http://muhleisen.free.fr/muhleisen_fr_files/mag-vign.jpg)
![[image]](https://scontent-vie1-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/69343682_2404323396354638_8735020910836187136_o.jpg?_nc_cat=100&_nc_oc=AQnwH36x7I9SMO9qymPBtj4-5FFy5L5oO1i0kHN48nt_0tkqOUCODYe_WCFwmqLhbCs&_nc_ht=scontent-vie1-1.xx&oh=b165340878e2de5c31ca27ad0e4f638b&oe=5E026A20)