....und noch eine "Kemperin" weniger.....

Wolfgang Gourgé @, Sonntag, 29. Dezember 2013, 20:30 (vor 4625 Tagen)

..., und zwar in Estebrügge - so meldete es dieser Tage das "Stader Tageblatt". Zitat aus der Ausgabe vom 24.12.:

"Die Orgel, die Arp Schnitger einst in St. Martini einbaute, hatte nur 34 Register. Der Meister selbst bezeichnete sie damals als eine seiner besten. Aber 1906, als der strahlende Glanz barocker Orgeln aus der Mode kam, wollten auch die Estebrügger weichere, romantische Töne. Sie bauten die Schnitgerorgel aus und kurzerhand eine romantische ein; nur der Prospekt blieb erhalten.

Wie sie klang, ist nicht mehr bekannt. Schon 1958 nämlich wurde sie erneut ersetzt, durch eine Kemper-Orgel. „Und die ist jetzt abgängig“, erklärt Helmut Sparr. Zu diesem Schluss komme auch ein Gutachten des Orgelsachverständigen des Kirchenkreises, Martin Böcker. Ein Zitat daraus: „Die würdige Begleitung von Gottesdiensten und Amtshandlungen ist mit diesem Instrument nicht mehr möglich.“

Die Kosten für eine Sanierung würden denen eines Neubaus nahe kommen, was in keinem Verhältnis zum Wert der Kemper-Orgel stehe; die Gemeinde solle sich auf den Ersatz der „in absehbarer Zeit abgängigen“ Orgel einstellen. Der Kirchenvorstand hat Böcker nun den Auftrag übermittelt, einen passenden Neubau zu planen; eine Sachverständigenkommission wird dafür eingesetzt. Aufgrund der hohen Summe von Fördergeldern und Spenden rechnet der Kirchenvorstand erst in 10 bis 15 Jahren mit der Fertigstellung. Einstweilen wurde deshalb für 34 000 Euro im Musikhaus Magunia in Stade die „Monarke“ besorgt. Helmut Sparr steuerte aus Spendengeldern, die er bei Kirchenführungen und durch den Verkauf von Orgel-CDs aus eigener Komposition seit 2009 sammelt, 5000 Euro bei."

Hätte man schon vor 20 Jahren die Initiative ergriffen, hätte man heute, wo inzwischen der Orgeltourismus zu einer festen Größe an der Niederelbe geworden ist, schon einen anspruchsvollen Neubau (wobei in diesem Gehäuse ja eine Rekonstruktion der Schnitger-Orgel naheläge). Warum so spät? Die Kemper-Orgel war auch schon vor 20 Jahren Schrott (sie war es wohl schon mit ihrer Fertigstellung...); ich hörte sie mal und spielte sie kurz - eine Katastrophe.

Gruß,
Wolfgang

....und noch eine "Kemperin" weniger.....

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 29. Dezember 2013, 21:00 (vor 4625 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Hätte man schon vor 20 Jahren die Initiative ergriffen, hätte man heute, wo inzwischen der Orgeltourismus zu einer festen Größe an der Niederelbe geworden ist, schon einen anspruchsvollen Neubau (wobei in diesem Gehäuse ja eine Rekonstruktion der Schnitger-Orgel naheläge). Warum so spät? Die Kemper-Orgel war auch schon vor 20 Jahren Schrott (sie war es wohl schon mit ihrer Fertigstellung...); ich hörte sie mal und spielte sie kurz - eine Katastrophe.

Gruß,
Wolfgang

Ja, dieses Kemper-Opus wird man kaum vermissen. Ich war auch nur ein, zwei Mal da, die einzige sensorische Erinnerung sind einerseits schwergängige und doch auch wackelige Registerzüge.

Die Vorgängerorgel - wie beschrieben, ebenfalls nicht nachhaltig - wurde in Neuenfelde vom langjährigen Pastor immer als Beispiel genommen, denn ein vergleichbares Projekt war auch für Neuenfelde angedacht. Leicht ironisch bemerkte er dann stets, dass die Estebrügger nun schon das Nachfolgeinstrument hätten und mit ihm auch nicht glücklich werden. Da in Neuenfelde nicht Weitsicht, sondern Geldmangel entschied, schloss er die Anekdote mit "Gott kann auch durch Armut segnen!" (Was auch für viele Orte/Kirchen der DDR gilt...)

34.000 EUR für ein digitales Instrument halte ich aber für überzahlt, sooo groß ist die Kirche auch wieder nicht.

....und noch eine "Kemperin" weniger.....

MAT @, Montag, 30. Dezember 2013, 10:19 (vor 4625 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Wenn das Digitalinstrument gut klingen soll, muss man das schon hinblättern. Eine Lösung scheint doch erst in 10 - 15 Jahren zu kommen.

--
Gruß
MAT

powered by my little forum