Frage zu Späth-Orgel

elsenp @, Sonntag, 19. Juli 2020, 08:21 (vor 2242 Tagen) @ Jerry
bearbeitet von elsenp, Sonntag, 19. Juli 2020, 08:59

Das ist so nicht richtig. Bei vielen frühen elektrisch gesteuerten Orgeln erzeugte man die notwendige Gleichspannung nicht über Trafos und Gleichrichter, sondern über einen Dynamo, der an der freien Achse des Gebläsemotors angedockt wurde. Diese Dynamomaschine besaß aber keinen Permanentmagneten, um die Spannung aufzubauen, sondern eine eigene, sogenannte Erreger-Wicklung. Diese Erregerspule musste also zum Aufbau eines Magnetfeldes selbst mit Gleichstrom versorgt werden. Meist reichte ein vorhandener Restmagnetismus, um die Spannung am Dynamo "hochzuschaukeln".
War allerdings der Dynamo beim Start schon unter Last, so floss der notwendige Strom statt zunächst in die Erregerwicklung in den Stromkreislauf der Orgel, so dass sich zu wenig magnetische Kraft entwickelte, um die volle Leistung zu entwickeln. Durch den "Dyn.Erreg."-Knopf wurde i.d.R. die Stromverbindung zur Orgel unterbrochen, so dass alle elektrische Energie zunächst in die Spule des Dynamos gelangen konnte, um hier ein entsprechend starkes Magnetfeld aufzubauen. Zusätzlich konnte auch ein Akku kurzzeitig zur Speisung der Erregerspule zugeschaltet werden, der sich später wieder über den Dynamo aufgeladen hat.

Gruß
Peter


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