Christian Siegert in St. Andreas, D-Altstadt

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 05. Januar 2014, 17:42 (vor 4618 Tagen)

Hallo Forum,

vor gut besetztem Mittelschiff spielte Christian Siegert (*1987) am 05.01.2014 die “Sonntagsorgel” in St. Andreas, D-Altstadt.

Das ansprechende Programm begann mit BWV 547. Gut kam der wiegende Duktus des Praeludiums. Schön schlank registriert war hier die Baßlinie, die so sehr gut herauskam. Eindrucksvoll auch die verzögernden, schmerzlichen Akkorde am Ende der Fuge.

Weiter ging es mit Karg-Elert. Wunderbar wußte Siegert den Klangzauber des dritten Kathedralfensters “Resonet in Laudibus” (aus. op. 106) aus dieser Orgel zu locken - immer wieder frappierend, was die von Beckerath alles zu leisten imstande ist. Der Stern von Bethlehem sollte später noch einmal kommen.

Bodenständiger, aber frisch und keck war das “Huitième Noel étranger” aus op. 2 von Louis-Claude Daquin.

Den Marsch der königlichen Magier von Dubois (aus op. 9) inszenierte Siegert gekonnt. Die Karawanenmelodie (hoppeln Kamele?) kam ohrwurmartig, dazwischen interessante (klanglich wie harmonisch) Zwischenteile. Und darüber eben jener Komet. Schön.

Wer von David Briggs (*1962) einen Rausschmeißer erwartet, wurde angenehm enttäuscht: Das Finale über “Es führt drei König Gottes Hand” aus Triptyque de Noel, Nr. 3 begann eher verhalten, ja dunkel. Es heiterte sich nur zögernd auf, und immer wieder traten schmerzliche Akkorde dazwischen. Erst ganz am Ende konnte sich Briggs zu einem strahlenden Ende durchringen. Per aspera ad astra. Ein bemerkenswertes Stück!

Kräftiger, aber recht kurzer Beifall.

Gruß Clemens Schäfer, und beste Wünsche für 2014 allen Fories.

--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)

Christian Siegert in St. Andreas, D-Altstadt

3rd_astronaut, Sonntag, 05. Januar 2014, 20:44 (vor 4618 Tagen) @ Clemens Schäfer

Gleich 2 Stücke mit Halteakkord. Ich habe als Spieler da immer Bedenken, ob das nicht als Heuler aufgenommen wird... Aber ist wahrscheinlich grundlos.

Christian Siegert in St. Andreas, D-Altstadt

Orlos @, Sonntag, 05. Januar 2014, 20:55 (vor 4618 Tagen) @ 3rd_astronaut

Apropos:
Heute hatte ich einen skurilen Heuler bei einer elektrischen Traktur: Nicht etwa in der Orgel, sondern im Spieltisch, es sind nämlich auch alle Koppeln betroffen gewesen. Selbst Aus- und wieder Einschalten der Orgel hat nicht geholfen. Dann habe ich alle Register ausgeschaltet und sehr fest auf der Klaviatur herumgehauen. Daraufhin war der Hänger weg. Wir planen sowieso eine neue Orgel...

Christian Siegert in St. Andreas, D-Altstadt

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 05. Januar 2014, 22:58 (vor 4618 Tagen) @ 3rd_astronaut

Hallo,

nun, dagegen hatte Siegert vorgesorgt. Im Programm hieß es: "In den Stücken von Dubois und Karg-Elert erklingt jeweils ein hoher, anhaltender Ton, der den Stern von Bethlehem musikalisch ausdrücken soll".

Gruß Clemens Schäfer

--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)

Christian Siegert in St. Andreas, D-Altstadt

stein @, Montag, 06. Januar 2014, 08:48 (vor 4618 Tagen) @ Orlos

Apropos:
Heute hatte ich einen skurilen Heuler bei einer elektrischen Traktur: Nicht etwa in der Orgel, sondern im Spieltisch, es sind nämlich auch alle Koppeln betroffen gewesen. Selbst Aus- und wieder Einschalten der Orgel hat nicht geholfen. Dann habe ich alle Register ausgeschaltet und sehr fest auf der Klaviatur herumgehauen. Daraufhin war der Hänger weg. Wir planen sowieso eine neue Orgel...

Hab ich auch immer gesagt und so lange drauf herumgehauen bis es eine neue gab.

Heuler

Willscher, Mittwoch, 18. Juli 2018, 22:02 (vor 2963 Tagen) @ Clemens Schäfer

Und Alains Berceuse wäre ja nie komponiert worden, wenn nicht Töne/Tasten geklemmt hätten, gell?
Perigourdinische Grüße
Andreas

Heuler

Uli Skriwan @, Zwischen Inn und Salzach, Mittwoch, 18. Juli 2018, 23:04 (vor 2963 Tagen) @ Willscher

Und Alains Berceuse wäre ja nie komponiert worden, wenn nicht Töne/Tasten geklemmt hätten, gell?
Perigourdinische Grüße
Andreas

Mendelssohn's c-moll-Sonate eignet sich auch dafür, Orgelbauer beim Konzert nervös werden zu lassen...

Heuler

abstrakte @, Donnerstag, 19. Juli 2018, 11:00 (vor 2963 Tagen) @ Uli Skriwan

Und Alains Berceuse wäre ja nie komponiert worden, wenn nicht Töne/Tasten geklemmt hätten, gell?
Perigourdinische Grüße
Andreas


Mendelssohn's c-moll-Sonate eignet sich auch dafür, Orgelbauer beim Konzert nervös werden zu lassen...

Der dritte Satz in der vierten Sonate ist da auch sehr gut für geeignet...

Heuler

fluteceleste @, Donnerstag, 19. Juli 2018, 11:27 (vor 2963 Tagen) @ abstrakte

Und Alains Berceuse wäre ja nie komponiert worden, wenn nicht Töne/Tasten geklemmt hätten, gell?
Perigourdinische Grüße
Andreas


Mendelssohn's c-moll-Sonate eignet sich auch dafür, Orgelbauer beim Konzert nervös werden zu lassen...


Der dritte Satz in der vierten Sonate ist da auch sehr gut für geeignet...

Jetzt hab ich grad nachgegrübelt:
Der Dritte ist doch das Allegretto? Vermutlich meinst Du das Finale, Allegro maestoso e vivace :-)

Heuler

abstrakte @, Donnerstag, 19. Juli 2018, 11:36 (vor 2963 Tagen) @ fluteceleste

Und Alains Berceuse wäre ja nie komponiert worden, wenn nicht Töne/Tasten geklemmt hätten, gell?
Perigourdinische Grüße
Andreas


Mendelssohn's c-moll-Sonate eignet sich auch dafür, Orgelbauer beim Konzert nervös werden zu lassen...


Der dritte Satz in der vierten Sonate ist da auch sehr gut für geeignet...


Jetzt hab ich grad nachgegrübelt:
Der Dritte ist doch das Allegretto? Vermutlich meinst Du das Finale, Allegro maestoso e vivace :-)

Nein, ich meine das Allegretto..... ;-)
Und zwar den langen Schlußton f' in den letzten zehn Takten im zweiten Manual.

Heuler

fluteceleste @, Donnerstag, 19. Juli 2018, 11:51 (vor 2963 Tagen) @ abstrakte

Achso!

powered by my little forum