Virusinfektion

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 20. Oktober 2020, 10:28 (vor 2144 Tagen) @ untersatz32

Bei meiner Virusinfektion war es ähnlich: in Fell stand eine der wenigen erhaltenen spätromantischen Stockhausen-Orgeln der Jahrhundertwende.

Ich erinnere mich noch: als Ministrant beeindruckten mich (ich hatte damals noch keinerlei Ahnung) die tiefen donnernden Töne der Posaune 16‘ jeweils zu Ostern, Weihnachten und Hochfesten. Ich wollte auch Orgel lernen!!!

Leider - Mentalität der 80er - erklärte der damalige, verstorbene, Trierer OSV die Stockhausen für minderwertig, einige Register wurden beim Mayer Neubau wiederverwertet, die grandiose volle-Länge Posaune verschrottet und durch ein neobarockes Holzfagott halber Länge ersetzt (...).

Dennoch bin ich bis heute infiziert.

Sorry für die Wiederholung, aber es passt einfach: Wie gesagt, bei meiner Platte mit dem Amorbach-Cover gab es diese tiefen Töne auch.

Mit 10/11 Jahren hatte ich erste Berührung mit unserer Dorforgel, ein Anfang der 70er aus Zulieferteilen zusammengebautes Ding, II/16 ohne Zungen (Damals sah die Kirche noch etwas anders aus).
Dann hörte ich ein Konzert meiner künftigen Lehrerin auf einem ebenfalls aus Zulieferung zusammengebauten Ding, immerhin in historischem Gehäuse.
Und da hörte ich erstmals eine 16'-Zunge! Ich war fasziniert und erklärte mir den Effekt damit, dass der Ton wohl eine Oktave unter dem mir schon bekannten Subbass 16' liegen müsse. Denn Zungenpfeifen kannte ich noch nicht, sind ja im süddeutsch-österreichischen Raum selten und in Kärnten in den 70ern, wenn überhaupt vorhanden gewesen, dann meistens nicht gestimmt/benutzt....
Gut vierzig Jahre später atme ich tief durch und denke an die beiden 32'-Register (leider großteils defekte Pfeifen) und die insgesamt fünf 16'-Zungen meiner aktuellen Dienstorgel... ;-)


gesamter Thread:

 

powered by my little forum