Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt
Hallo Forum,
Internationale Orgelkonzerte an St. Lambertus (Taktzeit: 1. Montag im Monat 19:30h, Rosenmontag kein Konzert), Winterliche Orgelkonzerte des kath. Kantorenkonvents (Taktzeit: Montags 19:30h bis 27.02.2014 in verschiedenen Kirchen): Beider Reihen Auftaktveranstaltung spielte Marcel Andreas Ober am 06.01.2014 in St. Lambertus. Und er hatte das volle Programm.
Es ging los mit Nicolas Grigny, Hymne “Ave maris stella”. Präzise, höfisch gezirkelt., aber dank spürbarer Agogik nicht steril kamen die teils zurückhaltenden, teils prächtigen Sätze. Nicht nur zum Warmspielen - das war mehr.
Danach ein eher selten zu hörendes Kleinod: Bachs canonische Veränderungen über “Vom Himmel hoch, da komm’ ich her” BWV 769. Das war einerseits Kopfmusik vom Feinsten, andererseits aber auch Wohlklang und geistliche Erhebung. Es ist nach wie vor erstaunlich, wie Bach das wie selbstverständlich zusammengebracht hat. Man nimmt ihm das gerne, ja gierig ab. Und Ober war ein blendender Vermittler. Schön, daß er bei seiner Begrüßung hier ein paar erklärende Worte fand (meist ist Reden ja nur Silber, aber hier war es gewiß angebracht).
Anschließend ein totaler Stimmungs- und Gesinnungswechsel: Camillo Schumanns erste Sonate d-moll op. 12. Auffahrend teilt Schumann seinen Hörern mit: ”Das sind meine Gefühle, mein Schmerz, meine Lust...” - subjektiver geht’s nimmer. Aber schön in Sonatenform (Allegro appassionato). Gefühlig dann auch das Andante con Pietà. Fugiert beginnt das Allegretto quasi Pastorale (Zungenregister!) über “Lobe den Herrn”, lebhaft und mitteilsam auch das Finale (Andante sostenuto - Allegro animato) über “Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich”.
Wieder abgeklärter war dann (das leider viel zu kurze) Choralvorspiel “Wie schön leucht’ uns der Morgenstern” von Reger (aus op. 135a). Pompöser, aber nicht äußerlich danach eine Marcello-Bearbeitung von Dubois “I Cieli immensi” (18. Psalm). Dies wie auch Boellmanns zwei Versetten zum “Adoro te” (aus op. 16) gehören zu den selten gehörten Stücken. Erste Versette ruhig und getragen, die zweite lebhafter mit cf von der Trompete.
Mit großer Ruhe und Beständigkeit ging Ober danach “les Mages” (Nr. 8 aus Nativité von Messiean) an. Wunderbar die Streicher am Ende, die dann im Schlußakkord doch weichen müssen.
Zum Abschluß stürzte sich Ober ins “Te Deum” von Demessieux (op. 11). Mächtig wurden die Te-Deum-Rufe in die nicht vorhandene Kathedrale gestoßen; St. Lambertus ist fast zu klein dafür. Aber eindrucksvoll war es doch!
Lang anhaltender, dankbarer Beifall der rund 100 Hörer, 85 Minuten. Zugabe BWV 604 - schön!
Gruß Clemens Schäfer
P.S.
Die “Winterlichen” werden am kommenden Montag, 13.01.2014, 19:30h, in St. Peter fortgesetzt. Es spielt Odilo Klasen
Für die “Internationalen” an St. Lambertus gibt es für 2014 bislang folgende Termine:
03.02.2014, 19:30h, Prof. Winfried Bönig (Köln, D)
03.03.2014 kein Konzert: Rosenmontag
07.04.2014, 19:30h, Giampaolo di Rosa (Rom, I)
05.05.2014, 19:30h, Etienne Walhain (Tournai, B)
02.06.2014, 19:30h, Henri-Franck Beaupérin (Angers, F)
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt
Morgen werde ich genau dieses Konzert hier in Essen auch hören können. Bin mal gespannt, ob ich Deine Eindrücke teile.
Gruß, Manuel
Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt
Hallo Manuel,
wie ist denn Ober in Essen (wo hat er gespielt?) "rübergekommen"? Täte mich interessieren.
Gruß Clemens Schäfer
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt
(wo hat er gespielt?)
Sankt Ludgerus, Rüttenscheid
Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt
Er hat auch, bis auf C. Schumann, ein komplett anderes Programm gespielt