Winterkirche in Buxtehude/St. Petri "vom Tisch"

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 23. November 2013, 02:01 (vor 4659 Tagen)
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Samstag, 23. November 2013, 14:15

....dem ein- oder anderen hier wird noch der Streit in Buxtehude, St. Petri, um die "Winterkirche" in Erinnerung sein: ab 2010 ging es in Buxtehude "hoch her", weil der damalige Kirchenvorstand plante, unter der Empore der Furtwängler-Orgel von 1859 eine Winterkirche einbauen zu lassen. U. a. hätten dafür die hölzernen Stützen der Anfang der 1980er Jahre im Zuge der ersten großen Orgelrestaurierung mit großem Aufwand rekonstruierten Holzempore entfernt werden müssen. Alle Orgelrevisoren der hannoverschen Landeskirche hatten sich gegen das Projekt ausgesprochen, das für einigen Aufruhr sorgte. Neben Befürchtungen um die Akustik waren es vor allem solche um die Stabilität der fragilen Orgel, die erst vor kurzem mit großem Aufwand durch Rowan West wiederhergestellt wurde. Ich hatte hier selbst darüber einen "Bildbericht" eingestellt - vielleicht ist er bald wieder aufrufbar.

Dieser Tage nun die Meldung in der Regionalzeitung: das Projekt ist glücklicherweise beerdigt, wenn allerdings auch mit einem "blauen Auge": die jetzt obsoleten Planungsarbeiten haben zehntausende verschlungen, die verloren sind. Zitat aus dem (leider nicht verlinkbaren, weil nur im Abo-Bereich lesbaren) Bericht (mit "Friedrich" ist der neue Petri-Pastor Oliver Friedrich gemeint):

"Friedrich betont, dass sich der Bauausschuss – in enger Absprache mit dem Architekten und der Tragwerksplanung – um die Umsetzung der Pläne bemüht habe. Doch die Auswertung der Ergebnisse der Probebohrungen aus dem Frühjahr, sprich die Materialprüfung der Bohrkerne, zeigte, dass das Mauerwerk in diesem Bereich „nicht stabil genug ist, um einen Stahlträger und die Last der Orgel, die darauf liegt, abzufangen“. Stattdessen hätten Mikropfähle eingebaut werden müssen, um die Last von Orgelempore und Orgel abzufangen. Das hätte einen Umbau der Heizungsleitungen notwendig gemacht – verbunden mit zusätzlichen Kosten. Hinzu kam, dass die Fachleute nicht bereit waren, das Risiko eines Schadens an der Orgel hundertprozentig auszuschließen. Beim Stahlträger-Einbau hätte sich die neugotische Empore bewegen können. Einige Millimeter hätten zu Schäden in der Mechanik der Orgel führen können. „Doch das Risiko wollten wir nicht eingehen“, betont Friedrich."

Was ein Glück.

Gruß,
Wolfgang

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