Skinner-Orgel Ingelheim II

Contrebasson 32' @, Wien, Montag, 13. Januar 2014, 14:06 (vor 4609 Tagen)
bearbeitet von Contrebasson 32', Montag, 13. Januar 2014, 16:48

Nachdem im alten (hier) und im neuen Forum (hier) die Skinner-Orgel in Ingelheim schon mehrfach ein Thema war, hat nun auch Klais erste Infos zur Orgel online gestellt (hier).

Es klingelt einem schon ein wenig in den Ohren, wenn man liest, wie viel da mit Transmissionen, Kombinationsregistern usw. gearbeitet wird, aber gut, bei Skinner bzw. Klais muss man keine Angst haben, dass dies klangliche Defizite nach sich zieht, ganz im Gegenteil...

Wirklich außerordentlich gut gefällt mir übrigens der fahrbare Zentralspieltisch der Orgel,
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der nicht bloß mit reichlich Generals und Divisionals aufwartet,
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sondern auch über eine nostalgische Schwelleranzeige
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und eine solide Schwellerzuordnung verfügt.
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"Er kopiert in allen sichtbaren Details originale Skinner-Spieltische der 1930er Jahre." Bedeutet dies, dass der Spieltisch komplett neu von Klais gebaut wurde? Oder hat man vllt. diese Arbeit an einen Spezialisten in Übersee abgegeben? Falls er komplett aus der Bonner Werkstatt stammt: Chapeau!

Wie schade, dass Ingelheim nicht bei mir um die Ecke liegt...

Mit besten Grüßen
Contrebasson 32'

Skinner-Orgel Ingelheim II

perotin, Montag, 13. Januar 2014, 17:18 (vor 4609 Tagen) @ Contrebasson 32'

Wirklich außerordentlich gut gefällt mir übrigens der fahrbare Zentralspieltisch der Orgel,
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der nicht bloß mit reichlich Generals und Divisionals aufwartet,
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Danke für die Bilder. Um ganz ehrlich zu sein, kommt mir eine solche Unzahl von Druckknöpfen unter allen(!) Manualen doch ein wenig albern vor. Natürlich entspricht es der amerikanischen Tradition, aber wir befinden uns immerhin seit mindestens 25 Jahren im Zeitalter des Sequenzschalters...

Grüße,
perotin

Skinner-Orgel Ingelheim II

Orlos @, Montag, 13. Januar 2014, 17:55 (vor 4609 Tagen) @ perotin

Noch einmal: Die Orgel ist streng nach amerikanischen Vorbildern mit viel Originalmaterial erbaut und soll die stilechte Darstellung amerikanischer Musik erlauben. Dazu gehören auch die werkeigenen Setzerkombinationen, die amerikanische Organisten zum Spielen und Improvisieren gewohnt sind. Sie sind übrigens ungemein praktisch, wenn man sich damit in Ruhe beschäftigt hat, weil sie nach einem gewissen System belegt sind. Da ist auch die spontane Gemeindebegleitung hübsch abwechslungsreich machbar.
Selbstverständlich gibt es auch Generalsetzer und einen Sequenzer, wie in USA auch mittlerweile üblich. Außerdem gibt es den netten Knopf "all buttons next", bei dem jeder Knopf zum Sequenzknopf wird. Das ist auch super praktisch im Konzert. Bei manchen Orgeln muss man den Sequenzknopf regelrecht suchen...

Skinner-Orgel Ingelheim II

Friedrich @, Montag, 13. Januar 2014, 19:20 (vor 4609 Tagen) @ Orlos

… Außerdem gibt es den netten Knopf "all buttons next", bei dem jeder Knopf zum Sequenzknopf wird. Das ist auch super praktisch im Konzert. Bei manchen Orgeln muss man den Sequenzknopf regelrecht suchen …

Cooles Feature! Da hat jemand ’ne gute Idee gehabt.

Ich muss immer grinsen, wenn ich auf dem Mander-Forum oder auch in Simon Johnsons Videoporträt der Orgel in St Paul’s Cathedral lese oder höre, dass Sequenzer »continent-style« seien. Allerdings habe ich auch schon oft Klagen darüber gehört, dass sie nicht immer zuverlässig funktionieren.

Viele Grüße,
Friedrich

Skinner-Orgel Ingelheim II

perotin, Montag, 13. Januar 2014, 23:31 (vor 4609 Tagen) @ Orlos

Noch einmal: Die Orgel ist streng nach amerikanischen Vorbildern mit viel Originalmaterial erbaut und soll die stilechte Darstellung amerikanischer Musik erlauben. Dazu gehören auch die werkeigenen Setzerkombinationen, die amerikanische Organisten zum Spielen und Improvisieren gewohnt sind. Sie sind übrigens ungemein praktisch, wenn man sich damit in Ruhe beschäftigt hat, weil sie nach einem gewissen System belegt sind. Da ist auch die spontane Gemeindebegleitung hübsch abwechslungsreich machbar.

Du hast sicher Recht -- was der Bauer nicht kennt... ;-)
Ich habe zwar schon auf etlichen Orgeln mit Setzeranlage gespielt, aber ein solches System scheint hierzulande recht selten zu sein.

Gemeindebegleitung mache ich, wenn der Liedplan einigermaßen akzeptabel ist, eigentlich sehr gerne - im normalen Gottesdienst ist das IMHO sogar die Hauptaufgabe des Organisten - und hoffentlich auch abwechslungsreich genug. Aber es muß halt auch eine Gemeinde da sein! In manchen Kirchen ist der GD-Besuch mitunter so schlecht, daß die Motivation schon leiden kann...

Grüße,
perotin

Skinner-Orgel Ingelheim II

tiratutti @, Montag, 13. Januar 2014, 19:17 (vor 4609 Tagen) @ perotin

Hallo perotin,

Danke für die Bilder. Um ganz ehrlich zu sein, kommt mir eine solche Unzahl von Druckknöpfen unter allen(!) Manualen doch ein wenig albern vor. Natürlich entspricht es der amerikanischen Tradition, aber wir befinden uns immerhin seit mindestens 25 Jahren im Zeitalter des Sequenzschalters...

rechts das sind Divisionals, programmierbare Pistons für jedes Manual. Normalerweise werden die von links nach rechts in aufsteigender Lautstärke belegt, so dass der Organist jederzeit beim Spiel auf dem Manual die Lautstärke hoch und runter fahren kann. In der Mitte dann der Piston Manual an Pedal, links davon dann Generals, also Setzerpistons für die ganze Orgel.
Wenn man sich die englische und amerikanische Orgelmusik anschaut, dann kann man das auch wirklich gebrauchen. Im Sequenzer muss ja alles haarklein vorab definiert werden, das ist fürs Konzert. Für eine Gemeinde- oder Chorbegleitung, flexibel und dynamisch variabel auf jedem Manual, sind Divisionals unschlagbar.

Grüße von tiratutti, der auch gerne Divisionals hätte und nicht hat

Skinner-Orgel Ingelheim II

florianf, Graz (A), Montag, 13. Januar 2014, 21:17 (vor 4609 Tagen) @ tiratutti

Ich habe Divisionals auch sehr schätzen gelernt - damit kann man schnell einen gewissen Halt an fremden Instrumenten finden und mann muss nicht ewig durchschalten bis man zu einer gewissen Kombination gelangt - schade, dass die nicht etwas verbreiteter sind hier.

freundliche Grüße,
Florian

Skinner-Orgel Ingelheim II

Orlos @, Montag, 13. Januar 2014, 23:51 (vor 4609 Tagen) @ florianf

Als Setzer hierzulande noch richtig teuer waren, wurde das häufiger gemacht, ich denke an die Klais-Orgel im Limburger Dom. Wenn man nur acht Kombinationen hat, ist es schon eine große Erweiterung der Möglichkeiten, sie werkgetrennt schalten zu können.
Generell finde ich es bei uns eine ziemliche Verarmung der Flexibiltät, nur noch Setzeranlagen mit Sequenzer zu bauen und ansonsten keine Spielhilfen mehr anzubieten. Mir sind schon mehrmals große Orgeln unter die Finger gekommen, die als Pistons ausschließlich vor und zurück bieten, aber keine einzige Koppel! Ich musste mal an einer großen Orgel spontan einspringen, genau 0 Minuten Zeit der Vorbereitung. Da konnte ich gar keinen Setzer vorbereiten und sollte eine ganze Messe mit Chorbegleitung absolvieren. Da wäre man verloren. Aber diese Orgel - Tusch! - hat eine Registerfessel. Das ist eine tolle Sache für genau diese Situation. Man registriert ein schönes Vorspiel, drückt den Knopf und registriert die Gemeindebegleitung. Nach dem Vorspiel drückt man wieder den Knopf und die Registrierung ist da. Hat man eine Hand frei beim Spielen, kann man schon schöne Änderungen für die nächste Strophe vorwählen. Ich finde es sehr schade, dass dieses Feature so solten angeboten wird. Jeder geht vom hohen Ideal des stundenlang vorbereiteten Orgelkonzertes aus, in der Praxis kann es ganz anders kommen. In der gleichen Situation wären übrigens die schönen alten freien Kombinationen mit kleinen Kippschaltern tausendmal sinnvoller gewesen als die heute üblichen 1000 Setzerkombinationen. Denn die Setzer muss man VORHER setzen!
(Es gibt übrigens wieder neue Orgeln mit Setzern UND freien Kombinationen, z. B. in Karlsruhe.)

Skinner-Orgel Ingelheim II

abstrakte @, Dienstag, 14. Januar 2014, 00:17 (vor 4609 Tagen) @ Orlos

Als "vielreisender" Vertretungsorganist stimme ich dem zu. Freie Kombinationen sind mir oft wesentlich lieber als ein Setzer, bei dem man oft nicht so ganz genau weiß, wie man bedienen muss (und der kenntnisreiche "feste" Organist ist bei den Vertretungen ja meistens eben nicht da). Kombinationen sind ja wesentlich einfacher zu verstehen, und man kann da - wie Orlos es ja auch für die Registerfessel beschrieben hat - schon während des Spiels Änderungen für die nächste Strophe oder ähnliches vornehmen.

Grüße,
Abstrakte

Skinner-Orgel Ingelheim II

elsenp @, Dienstag, 14. Januar 2014, 05:14 (vor 4609 Tagen) @ abstrakte

Als "vielreisender" Vertretungsorganist stimme ich dem zu. Freie Kombinationen sind mir oft wesentlich lieber als ein Setzer, bei dem man oft nicht so ganz genau weiß, wie man bedienen muss (und der kenntnisreiche "feste" Organist ist bei den Vertretungen ja meistens eben nicht da). Kombinationen sind ja wesentlich einfacher zu verstehen, und man kann da - wie Orlos es ja auch für die Registerfessel beschrieben hat - schon während des Spiels Änderungen für die nächste Strophe oder ähnliches vornehmen.

Grüße,
Abstrakte

Dem stimme ich auch zu. Ich finde die neue Mode, Orgeln nur noch mit Setzern auszustatten, nicht sehr hilfreich, vor allem, wenn man an diesen Orgeln Vertretungsdienste machen muss. Da ist mir eine freie Kombination lieber, weil ich hier unmittelbar sehe, was ich eingetellt habe und während des Spiels auch leicht verändern kann. Ähnlich gut ist die Registerfessel.
Was ich bei den meisten Setzern vermisse, ist die Möglchkeit, die Einstellungen durchzugehen, ohne dass die Register tatsächlich gezogen oder abgestoßen werden. Ich habe einige Orgeln mit Setzer, wo ich hin und wieder spiele, da schaue ich mir natürlich vor dem Spiel 3 oder 4 Setzereinstellungen an, um diese vor dem Gottesdienst für die Liedbegleitung und Vorspiele einzustellen. Aber jedesmal dieser Lärm! Rummms, Setzer 1 hat ein Pleno, Rummmms, Setzer 2 ist nur ein 8', Rummms, Setzer 3 ist ein Zungenplenum, Rummms usw. usw. Währenddessen schaut die wartende Gemeinde entsetzt zur Orgelbühne und glaubt, dass ich da Möbel rücke oder Bücherregale umwerfe.

Gruß
Peter

Skinner-Orgel Ingelheim II

Orlos @, Dienstag, 14. Januar 2014, 14:43 (vor 4608 Tagen) @ elsenp

O ja, sehr richtig! Dabei ist auch hier die Abhilfe ganz einfach: An einer Orgel hier in Wiesbaden haben wir den Knopf "Datenübertragung aus". Dann kann man sich am Spieltisch alle Registrierungen ansehen, ohne dass in der Orgel irgendwelche Geräusche entstehen. Der Knopf kann nicht so wahnsinnig teuer gewesen sein.

Skinner-Orgel Ingelheim II

otto krämer, Dienstag, 14. Januar 2014, 15:25 (vor 4608 Tagen) @ Orlos

...den Knopf habe ich auch.

Er heißt sinnigerweise "tacet".


Viele Grüße!
Otto

OT: Skinner-Orgel Ingelheim II

Kleinorgelspieler, Dienstag, 14. Januar 2014, 21:11 (vor 4608 Tagen) @ otto krämer

...den Knopf habe ich auch.

Er heißt sinnigerweise "tacet".


Viele Grüße!
Otto

Ich kenne eine Orgel (zwei Manuale, ca. 15-17 Register) die hat aus Symmetriegründen einen Registerzug "Tacet 32'" - auch eine nette Idee...

Skinner-Orgel Ingelheim II

orgelquaeler, Dienstag, 14. Januar 2014, 09:06 (vor 4608 Tagen) @ tiratutti

der auch gerne Divisionals hätte und nicht hat

Morgen tiratutti!

Divisionals entsprechen ja auch nicht der badisch-süddeutschen grundsoliden Orgelbautradition ;-)

Ich wünschte mir an meiner kleinen Fischer&Krämer auch manchmal wenigstens zwei freie Kombinationen oder mindestens einen "Choral"-Tritt.

LG

OQ

Skinner-Orgel Ingelheim II

stein @, Dienstag, 14. Januar 2014, 16:19 (vor 4608 Tagen) @ orgelquaeler

Nicolas Kynaston hatte in den frühen 90gern ein Konzert mit Ad nos an der noch nicht veränderten Rieger Orgel in Marienstatt gegeben. Diese Orgel hatte schon 1969 eine der ersten grossen Setzeranlagen (genannt Computer) mit 64 Kombinationen erhalten. Zusätzlich hatte jedes Werk noch mehrere einzelne Kombinationen. Kynaston brauchte nur relativ wenige Generalkombinationen. Fast alles wurde über die geteilte Kombinationen gesteuert. Vorteil für mich, ich brauchte nur zu blätten. Kynaston drückte sich alle KKombinationen selbst. Sowas hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Mir kam und kommt es bis heute relativ sonderbar und umständlich vor.

Skinner-Orgel Ingelheim II

orgelwilli @, Dienstag, 14. Januar 2014, 18:29 (vor 4608 Tagen) @ stein

Seien wir froh darüber, daß wir die jetzigen Setzeranlagen haben. Nach den Erfahrungen bei über 500 Orgelkonzerten, wo bei den meisten Konzerten nur ein Notenwender nötig war, wollen wir diese Spielerleichterung durch eine Setzeranlage nicht missen.
Übrigens sollte man, wenn man an einer fremden Orgel Vertretung macht, früh genug an der Orgel sein, um sich einige Kombinationen zu setzen. Das ist doch wohl selbstverständlich.
Und durch die "Handregister", die ja auch die Setzeranlage ansteuern, ist es sehr leicht Veränderungen in der Registrierung vorzunehmen. Ich tausche jedenfalls die Setzeranlage nicht gegen "Freie Kombinationen". Durch den Einbau einer Setzeranlage wird der Spieltisch sehr übersichtlich und hat nicht so viele Schalter.

Skinner-Orgel Ingelheim II

abstrakte @, Dienstag, 14. Januar 2014, 19:23 (vor 4608 Tagen) @ orgelwilli

Übrigens sollte man, wenn man an einer fremden Orgel Vertretung macht, früh genug an der Orgel sein, um sich einige Kombinationen zu setzen. Das ist doch wohl selbstverständlich.

Sollte es sein. Allerdings war ich des öfteren bei Vertretungen mit dem Problem konfrontiert, dass nicht klar ist, welche Setzer benutzt werden können, welche Setzer eventuell als "feste Kombinationen" vergeben sind und auf welcher Setzerebene ich mich "einrichten" kann. Und wie gesagt, der Hausorganist steht bei den Vertretungen naturgemäß nicht unbedingt zur Verfügung. Dann wird es auch mit reichlich Vorbereitungszeit schwierig.

Viele Grüße,
Abstrakte

Skinner-Orgel Ingelheim II

stein @, Dienstag, 14. Januar 2014, 21:00 (vor 4608 Tagen) @ abstrakte

Sollte es sein. Allerdings war ich des öfteren bei Vertretungen mit dem Problem konfrontiert, dass nicht klar ist, welche Setzer benutzt werden können, welche Setzer eventuell als "feste Kombinationen" vergeben sind und auf welcher Setzerebene ich mich "einrichten" kann. Und wie gesagt, der Hausorganist steht bei den Vertretungen naturgemäß nicht unbedingt zur Verfügung. Dann wird es auch mit reichlich Vorbereitungszeit schwierig.

Hilfreich ist ein Schlüssel zum Abschliessen ganzer Ebenen.
Wenn ein solcher nicht vorhanden ist, kann man auch einen Zettel schreiben.

Skinner-Orgel Ingelheim II

stein @, Dienstag, 14. Januar 2014, 21:05 (vor 4608 Tagen) @ orgelwilli

Hier ein übersichtliches Exemplar, jede Pfeife einen Schalter.
http://www.danielbeckmann.de/Grafiken/spieltisch2.jpg

Mainz (war: Ingelheim)

perotin, Dienstag, 14. Januar 2014, 21:56 (vor 4608 Tagen) @ stein

Hier ein übersichtliches Exemplar, jede Pfeife einen Schalter.

:-)

Auf die Anzahl der Manuale angesprochen, meinte ein sehr namhafter Konzertorganist mir gegenüber nur:
"Ridiculous" ...

Mainz (war: Ingelheim)

Orlos @, Dienstag, 14. Januar 2014, 23:14 (vor 4608 Tagen) @ perotin
bearbeitet von Orlos, Mittwoch, 15. Januar 2014, 00:56

Naja, zum Improvisieren ist das durchaus eine faszinierende Anlage, gerade mit 6 Manualen sind nette Effekte möglich. Und das hat der ehemalige Domorganist Schönberger auch gut hinbekommen. Literaturspiel ist dagegen äußerst problematisch, man findet irgendwie nie die "richtigen" Klangfarben für bestehende Orgelmusik, jedenfalls im großen Raum. Der Restbestand der Klais-Orgel im Westchor ist dagegen durchaus überzeugend, nur eben für das Langschiff wenig zufriedenstellend.
Der Spieltisch ist ziemlich kompliziert, das hätte man schon damals sinnvoller lösen können. Ich durfte mal bei einem Konzert als Assistent wirken, da kommt man mehr ins Schwitzen als der Organist.

Setzer, war: Skinner-Orgel Ingelheim II

Contrebasson 32' @, Wien, Mittwoch, 15. Januar 2014, 00:48 (vor 4608 Tagen) @ orgelwilli

Und durch die "Handregister", die ja auch die Setzeranlage ansteuern, ist es sehr leicht Veränderungen in der Registrierung vorzunehmen. Ich tausche jedenfalls die Setzeranlage nicht gegen "Freie Kombinationen". Durch den Einbau einer Setzeranlage wird der Spieltisch sehr übersichtlich und hat nicht so viele Schalter.

Alles eine Frage der konkreten Umsetzung.
Natürlich ist ein Spieltisch im ACC-Design kaum mit freien Kombinationen vorstellbar, hat man jedoch Registerwippen, empfinde ich eine Lösung wie in Kevelaer oder Karlsruhe als sehr elegant und kaum platzraubend.
Wieso also nicht da, wo es möglich ist, mehrere Systeme nebeineinander zur Verfügung stellen?

Mit besten Grüßen
Contrebasson 32'

Spielhilfen

Dorforganist, Mittwoch, 15. Januar 2014, 12:43 (vor 4607 Tagen) @ tiratutti

Man lernt doch nie aus, insbesondere was Spielgewohnheiten in anderen Ländern betrifft: der Nutzen der Divisionals leuchtet mir schon mal ein - aber auf dem Foto des Spieltischs sind ja noch etliche Schalter und Wippen, die ich auf Fotos anderer amerikanischer Spieltische in ähnlicher Form zu erkennen glaube, und die sich einem unwissenden Dorforganisten nicht von selbst erschließen.

Hat vielleicht jemand ein paar Erläuterungen, was denn da noch so an (vermutlich praktischen) Standard-Hilfen geboten ist?

Skinner-Orgel Ingelheim II

Solcena ⌂ @, Sonntag, 09. Februar 2014, 00:14 (vor 4583 Tagen) @ Contrebasson 32'
bearbeitet von Solcena, Sonntag, 09. Februar 2014, 00:21

Laut der Klais-Homepage gibt es sogar eine Querkoppel Choir-Great 5 1/3'!

Wird so etwas im amerikanischen Orgelbau öfters gewünscht oder ist dies hier nur gemacht worden, weil es technisch relativ einfach zu realisieren ist?

Schönen Abend!

Skinner-Orgel Ingelheim II

friedemannw @, Gießen, Sonntag, 09. Februar 2014, 13:38 (vor 4582 Tagen) @ Solcena

Die Quintkoppeln findet man auch bei Kinoorgeln, manchmal auch Terzkoppeln. Super finde ich auch in Ingelheim die Pedal-to-Solo- und Pedal-to-Great-Koppeln, wobei letztere nicht in der Disposition auf der Klais-Homepage auftaucht, aber am Spieltisch zu finden ist. Die Koppel ist wohl unter den vielen Anderen untergegangen :)
Sind aber auch echt viele - da muss man schon das Notenpult hochschieben, um sie alle zu erfassen... Die obere Reihe bezieht sich aber auch auf die noch kommende Antiphonal-Divison.

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Skinner-Orgel Ingelheim II

Contrebasson 32' @, Wien, Montag, 10. Februar 2014, 00:11 (vor 4582 Tagen) @ friedemannw

Die Quintkoppeln findet man auch bei Kinoorgeln, manchmal auch Terzkoppeln. Super finde ich auch in Ingelheim die Pedal-to-Solo- und Pedal-to-Great-Koppeln, wobei letztere nicht in der Disposition auf der Klais-Homepage auftaucht, aber am Spieltisch zu finden ist. Die Koppel ist wohl unter den vielen Anderen untergegangen :)
Sind aber auch echt viele - da muss man schon das Notenpult hochschieben, um sie alle zu erfassen... Die obere Reihe bezieht sich aber auch auf die noch kommende Antiphonal-Divison.

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Spannend finde ich die ebenfalls auf dem Foto zu sehende LCD-Anzeige - sind das einfach nur Speicherebenen oder verfügt die Orgel doch noch zusätzlich zu den Generals oder Divisionals über einen "europäschen/kontinentalen" Setzer?

Skinner-Orgel Ingelheim II

friedemannw @, Gießen, Montag, 10. Februar 2014, 22:08 (vor 4581 Tagen) @ Contrebasson 32'

Das LC-Display ist die kleine Schwester vom
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Touchscreen rechts neben den Manualen. Der Hersteller dürfte ja bekannt sein. Es ist eine ganz normale Setzeranlage, auch mit Sequenzern, etc.
Fatal wäre da, wenn man gewohnt ist, den Bleistift auf die rechte Seite zu legen. Und dann nach ihm greift. Am besten noch im Gottesdienst oder Konzert :) Warum also keine Schublade, wie man das auch bei anderen Orgelbauern sieht???

Skinner-Orgel Ingelheim II

3rd_astronaut, Montag, 10. Februar 2014, 17:57 (vor 4581 Tagen) @ friedemannw

Super finde ich auch in Ingelheim die Pedal-to-Solo- und Pedal-to-Great-Koppeln, wobei letztere nicht in der Disposition auf der Klais-Homepage auftaucht, aber am Spieltisch zu finden ist.

Solche Besch**erhilfen sollte man auch diskret behandeln ;-)

Skinner-Orgel Ingelheim II

Orlos @, Montag, 10. Februar 2014, 18:01 (vor 4581 Tagen) @ 3rd_astronaut

Naja, wenn der Spieltisch nach vorne geschoben wird und alle den Spieler sehen können, wird er im Konzert beim großen Pedalsolo sicher nicht auf diesen Schalter zurückgreifen. Bei CD-Einspielungen mag es dagegen anders sein...

Skinner-Orgel Ingelheim II

Karsten @, Montag, 10. Februar 2014, 20:38 (vor 4581 Tagen) @ Orlos

Naja, wenn der Spieltisch nach vorne geschoben wird und alle den Spieler sehen können, wird er im Konzert beim großen Pedalsolo sicher nicht auf diesen Schalter zurückgreifen. Bei CD-Einspielungen mag es dagegen anders sein...

Es ist wirklich eine Unverschämtheit, wie das Publikum durch solche technischen Tricks wie das Spielen des Pedalparts mit den Händen an der Nase herumgeführt wird...

Gruß
Karsten

Skinner-Orgel Ingelheim II

Orlos @, Montag, 10. Februar 2014, 20:47 (vor 4581 Tagen) @ Karsten

Der Sinn dieses Verfahrens erschließt sich mir nicht.
Spaß beiseite: Seitdem auch "echte" Pfeifenorgeln mit Selbstspielanlagen ausgerüstet werden, bin ich mir nicht sicher, ob man in jedem Nachspiel oder Orgelkonzert tatsächlich das Live-Spiel des Organisten hört oder das, was er am Abend zuvor in aller Ruhe eingespeichert hat. Dann braucht er nur ruhig dabeizusitzen, um für den Notfall bereit zu sein.

Skinner-Orgel Ingelheim II

3rd_astronaut, Montag, 10. Februar 2014, 23:46 (vor 4581 Tagen) @ Karsten

Naja, wenn der Spieltisch nach vorne geschoben wird und alle den Spieler sehen können, wird er im Konzert beim großen Pedalsolo sicher nicht auf diesen Schalter zurückgreifen. Bei CD-Einspielungen mag es dagegen anders sein...


Es ist wirklich eine Unverschämtheit, wie das Publikum durch solche technischen Tricks wie das Spielen des Pedalparts mit den Händen an der Nase herumgeführt wird...


Eine bodenlose Frechheit, heute ist wirklich auf nix mehr Verlass!!elf!
:-D

Skinner-Orgel Ingelheim II

untersatz32, Dienstag, 11. Februar 2014, 08:48 (vor 4581 Tagen) @ Karsten

"Ach, es ist nichts mehr HEILIG...schnief..." ;-)

Meint, zutiefst im Innersten erschüttert, bestürzt und besorgt

Thomas

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