2. WOK: Odilo Klasen in St. Peter, Düsseldorf
Hallo Forum,
das zweite Winterliche Orgelkonzert spielte am 13.01.2014 Odilo Klasen in St. Peter.
Hauptwerk des Abends war Liszts “Ad nos...”. Dafür ist die Göckel-Orgel mit ihrem ausgeprägt französischen Charakter nun nicht gerade das ideale Instrument. Dennoch gelang es Klasen weitgehend, Balance und Durchsichtigkeit zu erhalten; auch schöne Klangfarbenmischungen in den ruhigen Stellen gab es. Schwer zu beherrschen ist aber der immense Nachhall. Klasen hatte das Tempo schon ruhig genommen. Dennoch konnte sich z.B. die Trompetteria nach der großen Fortestelle zu Beginn nur mühsam den Weg freikämpfen - da hing einfach noch zu viel Schall im Raum. Gut gelang diesbezüglich allerdings der Schluß; hier hatte Klasen auf so manches (Zungen-) Register verzichtet, was sich positiv auswirkte
Eröffnet hatte Klasen mit einem Choral-Offertoire von Pierné. Das funktionierte prächtig. Die anschließende Improvisation über GL 272 (Zeige uns, Herr, Deine Allmacht und Güte...) gefiel mit ihrem meditativen Charakter, ruhigen Akkorden und aus hohen Flöten getropfter Melodie. Die Fanfare von Franz Lehrndorfer, Winfried Bönig gewidmet, war eher leichter Natur. Und vor dem Liszt improvisierte dann Klasen noch drei Bilder zu Kyrie XI (GL 121). Positiv bei den Improvisationen war, daß den Hörern die Melodien mit Noten und Text ausgehändigt wurden. So konnte man die Verarbeitung ganz gut verfolgen. Klasen verzichtete auf allzu offenbare Stil- und Formanleihen in früheren Epochen und versuchte nicht ohne Geschick, etwas eigenes zu schaffen.
Rund 35 Hörer spendeten herzlichen Beifall.
Gruß Clemens Schäfer
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
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