Windesheim: Einladend geht "anderster"...

jrbecker @, Dienstag, 14. Januar 2014, 22:39 (vor 4608 Tagen)

Liebe Leser,

war jemand von euch schon einmal in Windesheim im OrganArt-Museum? Ich bin im Januar an vier Wochenenden ganz in der Nähe von Bad Kreuznach und da dachte ich mir: Da nutze ich doch mal die Gelegenheit ... und natürlich ist es, wie es ist: Das Museum hat im Januar "Winterpause" ... :-((( (Naja, den Betreuern sei es ja gegönnt, aber schade ist es schon!)

Auf jeden Fall war ich ein wenig enttäuscht, wie es dort eben aussieht. Klar, die Werkstatt ist ja nun schon seit mehreren Jahren erloschen, aber ob man so tatsächlich Besucher anlockt? Mich hat es eher abgeschreckt:

An der gegenüberliegenden Straßenseite das Hinweisschild:
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Das ehemalige Firmenschild ist nur noch teilweise vorhanden ... dann wäre es doch fast besser, man montierte es ganz ab, oder?
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Ich kenne es ja leider nicht mehr zu "Lebzeiten", aber ich vermute, dass die große Glasfront am linken Teil des Gebäudes das ehemalige Musikhaus war, von dem auch noch ein rotes-weißes Banner ganz links am Gebäude schwach sichtbar zeugt. Heute sieht es aus, als würde in dem großen Raum ein Möbelflohmarkt aufgebaut sein: Stühle, Sessel, Tische stehen aneinandergereiht, teilweise mit handschriftlichen Presischildern versehen.
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Man muss ganz um dieses verlassene Werkstattgelände herumfahren, sieht dann auch von hinten wohl das ehemalige Holzlager,
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bevor man dann auf den Besucherparkplatz findet, von dem aus ein schmaler Plattenweg zum Eingang des Orgelmuseums führt. Es ist gefühlt ein enger Zugang. Ist ja eigentlich auch verständlich, denn die Firma, die das Museum initiiert hat, hat es ja auf ihrem Grundstück errichtet. Die unmittelbare Verbindung zur Werkstatt war da eher ein Vorteil. In der heutigen Situation jedoch empfinde ich diese Nähe zu dem heruntergkommenen Umfeld eher belastend und wünschte, das Museum hätte etwas mehr Abstand

Schade, dass es nun mit einem Besuch nicht klappt. Aber vielleicht war ja jemand von euch schon einmal da und kann positivere Eindrücke beisteuern. Lohnt sich ein Besuch? Kann man die Orgeln eigentlich auch anspielen?

Gruß
Jörg

Windesheim: Einladend geht "anderster"...

Orlos @, Dienstag, 14. Januar 2014, 23:20 (vor 4608 Tagen) @ jrbecker

Letzthin war ich mit ein paar Orgelschülern dort. Leider wurden wir irgendwann gebeten, nicht mehr zu spielen, weil die große Orgel für ein Konzert gestimmt werden musste. Ich hatte extra vorher angerufen, das hätte man mir da auch schon mitteilen können!
Ansonsten darf man alles anfassen und bespielen. Es gibt schöne Nachbauten und einige historische Dorforgeln. Die alte italienische Orgel ist auch nett.
Mittelpunkt ist eine Konzertorgel im französisch-symphonischen Stil von Oberlinger, die ist ganz schön, aber im Grunde nur zweimanualig.
Für Orgelschüler und Orgelinteressierte ist es eine schöne Sache, ich bin ganz gerne dort. Aber das Umfeld ist wirklich trostlos und man weiß nicht, wie lange das alles noch gehen wird. Es gibt wohl auch einen (Rechts-) Streit, dass manche Instrumente nicht gut gewartet würden. Wenn man jeden an die Orgeln lässt, sind Schäden aber kaum zu vermeiden.

Windesheim: Einladend geht "anderster"...

kjz1, Mittwoch, 15. Januar 2014, 09:19 (vor 4607 Tagen) @ jrbecker

Ich kenne es ja leider nicht mehr zu "Lebzeiten", aber ich vermute, dass die große Glasfront am linken Teil des Gebäudes das ehemalige Musikhaus war, von dem auch noch ein rotes-weißes Banner ganz links am Gebäude schwach sichtbar zeugt.

Ja, in diesen Räumen war das Musikhaus untergebracht. Ich hatte den Komplex vor etlichen Jahren mal besucht, als die Firma Oberlinger noch florierte. Schade, dass jetzt alles so herunterkommt. Sic transit gloria mundi...

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Windesheim: Einladend geht "anderster"...

stein @, Mittwoch, 15. Januar 2014, 10:44 (vor 4607 Tagen) @ kjz1

Die Auswahl an Instrumenten war gigantisch. Alles war da. Ich glaube so etwa mind 20 Orgeln, 100e von Klavieren und Flügeln. 3 verschiedene Bösendorfer Imperials (die mit der Monster-Resonance Oktave), Steinway Komplettprogramm.
Dort habe ich öfters diese Instrumente spielen können. Schade Schade Schade - Ein grosser Verlust!!!
Das Museum wird sicherlich auch dem Bach runter gehen. Zu verloren scheint mir alles.
Zum grossen Teil gehören die Exponate auch den Oberlingers. Das dort viel finanzielle Hilfe und nötiger Idealismus in Zukunft fehlen wird, kann man sich leicht vorstellen.

Windesheim: Einladend geht "anderster"...

Florian-L @, Mittwoch, 15. Januar 2014, 18:08 (vor 4607 Tagen) @ stein

Die Auswahl an Instrumenten war gigantisch. Alles war da. Ich glaube so etwa mind 20 Orgeln, 100e von Klavieren und Flügeln. 3 verschiedene Bösendorfer Imperials (die mit der Monster-Resonance Oktave),...

"Noli me tangere"

Ja, damit kann man es wirklich krachen lassen, wenn man es denn kann.

Gruß, Florian

Windesheim: Einladend geht "anderster"...

kjz1, Mittwoch, 15. Januar 2014, 20:49 (vor 4607 Tagen) @ Florian-L

"Noli me tangere"

Oder dann halt direkt das 'Modell 370':

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Viele Grüße,

- Karl-Josef

Windesheim: Einladend geht "anderster"...

hintersatz, Mittwoch, 15. Januar 2014, 14:54 (vor 4607 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von hintersatz, Mittwoch, 15. Januar 2014, 15:10

http://www.orgel-art-museum.de/

Ich war vor einigen Jahren mal da gewesen und konnte ein Führung von Hrn. Oberlinger aus der Ferne mitverfolgen, man konnte sich aber auch frei im Haus bewegen und sich die Instrumente anschauen - Ein architektonisch wie orgelspezifisch interessanter Museumsbesuch in sehr freundlicher und lockerer Atmosphäre. Uneingeschränkt empfehlenswert. PS.: die gezeigten Bilder sind nicht das Museum, sondern die Orgelbau-Werkstatt. Das Museum sieht man hier im Hintergrund:

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Zumindest im Web gibts den Oberlinger ja noch:

http://www.oberlinger.eu/index.html
http://www.schiebe.de/index.php/de/unternehmensverkaeufe/45

Windesheim: Einladend geht "anderster"...

jrbecker @, Mittwoch, 15. Januar 2014, 16:04 (vor 4607 Tagen) @ hintersatz

Eben das versuchte ich ja zu beschreiben: Das Museum ist aufgrund der zurückgerückten Stellung so unscheinbar, dass es von dem aufgelassenen Komplex fast vollständig verdeckt wird. Auch dass es von der Straße keinen direkten Zugang gibt, irritiert den ortsfremden Besucher. Man muss erst komplett um den Komplex herumfahren, bevor man dann auf dem Parkplatz landet. Dann ist alles kein Problem mehr...

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