München- Mariahilfkirche in der Au

Florgel @, Donnerstag, 16. Januar 2014, 23:04 (vor 4606 Tagen)

Servus Zusammen,

Kollege Franz und ich haben uns herausgewagt aus dem braven Regensburg, per Bahn nach Süden in die große Stadt ...
ohne jetzt an die hier sehr qualitätvollen Berichte und Foto´s anknüpfen zu können, möchte ich dennoch kurz einen Eindruck schildern und auf ein grandioses Instrument hinweisen.

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Die mächtige Mariahilfkirche http://de.wikipedia.org/wiki/Mariahilfkirche_%28M%C3%BCnchen%29 in der Au bietet in München an zentraler Stelle ein ebenso mächtiges Instrument.

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Nein, das da Vorne links ist natürlich nur die Chororgel http://www.organindex.de/index.php?title=M%C3%BCnchen,_Mariahilfkirche_%28Chororgel%29
Wobei man sich hier mal wieder fragt, wie der alte Schmid da 18 Register reingebracht hat ... eine Auflösung muss aber bis zu unseren nächsten Besuch warten.

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Hier sind wir an der richtigen Adresse- Der etwas aggressive Prospekt der großen Schmid (V/70) von 1975. http://www.organindex.de/index.php?title=M%C3%BCnchen,_Mariahilfkirche_%28Hauptorgel%29

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Ist das Tutti auf der Empore sehr heftig und brachial laut, so kommt unten ein ungemein satter und breiter, mächtiger- aber nicht zu lauter Klang an.
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War hier früher im Forum schon mal die Rede von Prinzipalen, die so schön sind,dass man sie Stundenlang allein hören möchte, so trifft das hier definitiv auch zu. Auch die Flöten sind ein Gedicht. Das Pedal räumt kräftig ab und ist schnell präsent, da kann man auch mit 32´+ 21 1/3´ schön "zupfen". Den 64´-Effekt sollte man nicht unterschätzen, hat was von einem kräftigen Paukenwirbel.
Das Konzept dieser Orgel ist sehr interessant und man merkt, dass das komplett durchgeplant und "aus einem Guss" gefertigt wurde (nämlich ohne Zulieferer). Nicht zu vergessen die Schmid´schen Zungen, so was wunderbares hört man selten.
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Über das Spieltisch-design kann man sicher streiten, aber es ist schon sehr praktisch und benutzerfreundlich. Intuitiv findet man sich sehr schnell zu recht und kann ganz angenehm über die 70 Register verfügen. Die Traktur ist auch sehr angenehm und auch gekoppelt kann man die 5 Manuale ganz gut bedienen.
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Ich würde sagen, hier ist dem alten Schmid richtig was gelungen. Eine richtig starke Kathedralorgel- gewiss, der Raum schenkt dem Instrument einiges, aber das muss man trotzdem erstmal hinbekommen. Das Einzige was mir nicht gefallen hat, war die Schwebung- denn das war keine. Ob das einfach nur an einer Verstimmung oder auch an der engen Bauweise lag, weiß ich nicht. Allerdings ist hier ja auch seit 39 Jahren nichts gemacht worden. Von weichgespült kann also keine Rede sein. Hier kann man jedenfalls "alles" spielen!
Wäre das auch herausgekommen, wenn der alte Schmid hier nicht einfach sein Ding gemacht hätte und zB. ein autoritärer Sachverständiger Vorgaben gemacht hätte? Von den "neueren" Instrumenten der konventionellen, namhaften Hersteller kommt da jedenfalls nichts ran.
Für mich war das bisher auf jeden Fall die beste Schleifladenorgel und überhaupt eine der Besten, die ich hören und spielen durfte.

Wer nach München kommt, sollte auf jeden Fall hier vorbeischauen, die dortige Kirchenmusikerin ist dazu sehr nett und aufgeschlossen.


Liebe Grüße,
Florian

München- Mariahilfkirche in der Au

Orlos @, Donnerstag, 16. Januar 2014, 23:14 (vor 4606 Tagen) @ Florgel

An dieser Orgel durfte ich auch schon zweimal spielen, es sind jetzt aber auch schon 20 Jahre seit dem letzten Mal. Ich habe die Orgel gut in Erinnerung, mache aber doch zwei Einschränkungen bei der Lobeshymne: Die Traktur war (damals zumindest) sehr schwergängig, die Widor-Toccata mit gekoppelten Werken eigentlich nicht machbar.
Und so wahnsinnig bedienungsfreudig fand ich den Spieltisch auch nicht. Wenn man eine Kombination mit den vielen kleinen Knöpfchen eingestellt hat, ändern sich zwar die Handmanubrien, aber man kann sie nicht ändern, sondern muss die entsprechenden kleinen Knöpfchen suchen. Das fand ich nicht sinnvoll.
Ansonsten ist es aber eine eindrucksvolle Orgel, die hoffentlich ohne große klangliche Änderung die nächsten Jahrzehnte übersteht und wirklich zu einem klingenden Denkmal werden kann.
Von den neuesten Orgeln in München (St. Peter und Herz Jesu) muss man nicht uneingeschränkt begeistert sein. Eine so große Stadt kann eine solche Orgel wie in Mariahilf ruhig vertragen und bewahren.

München- Mariahilfkirche in der Au

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Freitag, 17. Januar 2014, 10:26 (vor 4606 Tagen) @ Florgel


Hier sind wir an der richtigen Adresse- Der etwas aggressive Prospekt der großen Schmid (V/70) von 1975. http://www.organindex.de/index.php?title=M%C3%BCnchen,_Mariahilfkirche_%28Hauptorgel%29

Das mit "V. Kleinpedal" versteh ich nicht. Ist doch ein Manualwerk, oder? Andererseits steht da Choralbass drin ...

München- Mariahilfkirche in der Au

tombecher @, Saarbrücken, Freitag, 17. Januar 2014, 10:46 (vor 4606 Tagen) @ Rochus Schmitz

...das ist m.W. ein "sowohl-als-auch" ;-)
Gruß,
Thomas

"Kleinpedal"

Dorforganist, Freitag, 17. Januar 2014, 10:57 (vor 4606 Tagen) @ Rochus Schmitz

Das hat Schmid auch in Windberg gemacht: das Pedal ist in Groß- und Kleinpedal-Laden geteilt, wobei die Kleinpedal-Register komplett ausgebaut sind und von einem eigenen Manual aus angespielt werden können. Bringt einige zusätzliche Möglichkeiten ohne die Kosten eines kompletten Manuals.

"Kleinpedal"

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Freitag, 17. Januar 2014, 11:14 (vor 4606 Tagen) @ Dorforganist

Das hat Schmid auch in Windberg gemacht: das Pedal ist in Groß- und Kleinpedal-Laden geteilt, wobei die Kleinpedal-Register komplett ausgebaut sind und von einem eigenen Manual aus angespielt werden können. Bringt einige zusätzliche Möglichkeiten ohne die Kosten eines kompletten Manuals.

OK, die Teilung in Groß- und Kleinpedal ist ja erstmal nicht ungewöhnlich. Aber hier kann man das Kleinpedal nur spielen, wenn man das V. Manual ans Pedal koppelt oder?

"Kleinpedal"

Florgel @, Freitag, 17. Januar 2014, 11:38 (vor 4606 Tagen) @ Rochus Schmitz

Das hat Schmid auch in Windberg gemacht: das Pedal ist in Groß- und Kleinpedal-Laden geteilt, wobei die Kleinpedal-Register komplett ausgebaut sind und von einem eigenen Manual aus angespielt werden können. Bringt einige zusätzliche Möglichkeiten ohne die Kosten eines kompletten Manuals.


OK, die Teilung in Groß- und Kleinpedal ist ja erstmal nicht ungewöhnlich. Aber hier kann man das Kleinpedal nur spielen, wenn man das V. Manual ans Pedal koppelt oder?

Genau, man muss Koppeln. Das Werk hat sehr guten solistischen Charakter- nicht nur wegen der Chamaden. Außerdem kann man das volle 5.Manual ohne Chamaden dem Hauptwerk dynamisch gleichwertig gegenüberstellen.

"Kleinpedal"

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 18. Januar 2014, 00:11 (vor 4605 Tagen) @ Florgel

Das hat Schmid auch in Windberg gemacht: das Pedal ist in Groß- und Kleinpedal-Laden geteilt, wobei die Kleinpedal-Register komplett ausgebaut sind und von einem eigenen Manual aus angespielt werden können. Bringt einige zusätzliche Möglichkeiten ohne die Kosten eines kompletten Manuals.


OK, die Teilung in Groß- und Kleinpedal ist ja erstmal nicht ungewöhnlich. Aber hier kann man das Kleinpedal nur spielen, wenn man das V. Manual ans Pedal koppelt oder?


Genau, man muss Koppeln. Das Werk hat sehr guten solistischen Charakter- nicht nur wegen der Chamaden. Außerdem kann man das volle 5.Manual ohne Chamaden dem Hauptwerk dynamisch gleichwertig gegenüberstellen.

...vielen Dank, guter Tip für München! - Auf lange Sicht sehe ich bei Schmid-Orgeln eine gewisse Problematik, was den technischen Unterbau angeht, da er hier anscheinend vieles selbst hergestellt hat, was im Reparaturfall nachgebaut werden müßte. Die Konzeption der Orgel und auch ihr Prospekt sind aber sehr interessant und eigenwillig, der Prospekt paßt sehr gut in diese Kirche.

Die sollte man sich für den nächsten München-Besuch notieren......

Gruß,
Wolfgang

München- Mariahilfkirche in der Au

Friedrich @, Samstag, 18. Januar 2014, 01:32 (vor 4605 Tagen) @ Florgel

Zunächst mal danke für das schöne Porträt und die Fotos!

Wenn ich mir den Prospekt so ansehe – mich würde es interessieren, wo das alles steht. Ganz so offensichtlich ist der Prospektaufbau nämlich nicht, vom Rückpositiv mal abgesehen.

Ich würde jetzt raten: Die Außentürme beherbergen das HW mit Prinzipal 16' ab E oder F, die nächstinneren Türme und Flachfelder das Positiv (die schmal labiierten Prospektpfeifen gehörten dann zur Flöte 8'), in der Mitte das Kleinpedal; das Schwellwerk stünde dann im Unterbau, das Großpedal komplett im Turm.

Anders passt es nicht recht. Die Außentürme als Großpedaltürme? Kein offenes 16'-C, zu wenig Platz für die großen Zungen, geschweige denn den ganzen Rest. Und das HW stünde sehr ungünstig in der Bucht. Dann würde mich die von Dir geschilderte schöne und präsente Klangwirkung sehr wundern.

Habt ihr darüber was rausbekommen?

Danke und Grüße,
Friedrich

München- Mariahilfkirche in der Au

Florgel @, Samstag, 18. Januar 2014, 21:24 (vor 4604 Tagen) @ Friedrich


Wenn ich mir den Prospekt so ansehe – mich würde es interessieren, wo das alles steht. Ganz so offensichtlich ist der Prospektaufbau nämlich nicht, vom Rückpositiv mal abgesehen.

Ich würde jetzt raten: Die Außentürme beherbergen das HW mit Prinzipal 16' ab E oder F, die nächstinneren Türme und Flachfelder das Positiv (die schmal labiierten Prospektpfeifen gehörten dann zur Flöte 8'), in der Mitte das Kleinpedal; das Schwellwerk stünde dann im Unterbau, das Großpedal komplett im Turm.

Anders passt es nicht recht. Die Außentürme als Großpedaltürme? Kein offenes 16'-C, zu wenig Platz für die großen Zungen, geschweige denn den ganzen Rest. Und das HW stünde sehr ungünstig in der Bucht. Dann würde mich die von Dir geschilderte schöne und präsente Klangwirkung sehr wundern.


Servus,

das Positiv steht auch in einem Schwellkasten, das sollte im Unterbau der Mittlere sein. Die beiden Äußeren Kästen gehören dann dem "Schwellwerk".
Das Kleinpedal ist definitiv in der Mitte.
Das Großpedal müsste hinten im Turm stehen.
Bleiben die großen Außentürme und die zurückgelagerten äußeren Türmchen+Feld übrig.
Vielleicht hat er das Großpedal aufgeteilt? Auf jeden Fall steht davon was im Turm hinter der Orgel.
Ich kann´s weiter leider nicht genau sagen. In der Orgel geht es tradtitionsgemäß sehr eng zu und ich wollte dem Kollegen nicht die Chance geben, mir im Tutti aus nächster Nähe die Ohren wegzublasen ;)

Einblicke ins Innenleben und eine bombensichere Verortung von HW+Pedal müssen bis zum nächsten Mal warten.

Liebe Grüße, Florian

München- Mariahilfkirche in der Au

Friedrich @, Sonntag, 19. Januar 2014, 00:19 (vor 4604 Tagen) @ Florgel

Servus,

das Positiv steht auch in einem Schwellkasten, das sollte im Unterbau der Mittlere sein. Die beiden Äußeren Kästen gehören dann dem "Schwellwerk".
Das Kleinpedal ist definitiv in der Mitte.
Das Großpedal müsste hinten im Turm stehen.
Bleiben die großen Außentürme und die zurückgelagerten äußeren Türmchen+Feld übrig.
Vielleicht hat er das Großpedal aufgeteilt? Auf jeden Fall steht davon was im Turm hinter der Orgel.

Ah, das ist interessant. Das mit dem zweiten Schwellkasten klingt nach einer guten Sache. So ergibt sich ein regelrecht üppiges schwellbares Ensemble mit zwei Mixturen, vollem Prinzipalchor 8-4-2, differenzierten Zungenklängen … Übrigens weicht die Disposition der »Orgelseite« von der verlinkten etwas ab (8' SW: Prinzipal, Rohrpfeife, Gamba, Schwebung; Positiv: Spitzflöte, Quintade, Weidenpfeife).

Vielleicht steht dann das HW tatsächlich rechts und links vom Kleinpedal, und das 16'-Prinzipal des HW ist entweder vor die Pedaltürme ausgelagert (und vielleicht z. T. von dort geliehen) oder in der ersten Oktave gedeckt. Dann, wie gesagt, erstaunt der von Dir beschriebene präsente Klang.

Ich finde bemerkenswert, wie schmal die Prospektpfeifen des RP-Prinzipals labiiert sind. 1/4 ist das nicht, eher 2/9 oder ähnlich. Dann könnten die Prospektpfeifen rechts und links vom Kleinpedal auch gut Prinzipale sein, weit mensuriert, aber schmal labiiert – ich könnte mir denken, dass einiges Geschick dazugehört, aus einer so gebauten Pfeife Prinzipalklang herauszukitzeln. Welches Konzept steckt musikalisch dahinter? Zurückhaltende Klangkraft, dafür mehr mitwachsende Fülle im Bass? Wie verlaufen Mensur und Klangentwicklung dann? In einem solchen Raum braucht man doch wahrscheinlich nicht so viel Basspower.

Ich sehe schon – ich muss da auch mal hinkommen. Geht erst ab Sommer, aber das Ding interessiert mich schon sehr.

Viele Grüße,
Friedrich

München- Mariahilfkirche in der Au

Florgel @, Montag, 20. Januar 2014, 12:47 (vor 4602 Tagen) @ Friedrich

Servus,

das Positiv steht auch in einem Schwellkasten, das sollte im Unterbau der Mittlere sein. Die beiden Äußeren Kästen gehören dann dem "Schwellwerk".
Das Kleinpedal ist definitiv in der Mitte.
Das Großpedal müsste hinten im Turm stehen.
Bleiben die großen Außentürme und die zurückgelagerten äußeren Türmchen+Feld übrig.
Vielleicht hat er das Großpedal aufgeteilt? Auf jeden Fall steht davon was im Turm hinter der Orgel.


Ah, das ist interessant. Das mit dem zweiten Schwellkasten klingt nach einer guten Sache. So ergibt sich ein regelrecht üppiges schwellbares Ensemble mit zwei Mixturen, vollem Prinzipalchor 8-4-2, differenzierten Zungenklängen … Übrigens weicht die Disposition der »Orgelseite« von der verlinkten etwas ab (8' SW: Prinzipal, Rohrpfeife, Gamba, Schwebung; Positiv: Spitzflöte, Quintade, Weidenpfeife).

Mir gefällt dieses Prinzip sehr, so hat man schon zahlreiche Möglichkeiten.
Die Disposition der "Orgelseite" ist dann die Richtige. Dazu fehlt in der Verlinkten gar die Blockflöte 2´ in IV, im Pos. steht keine Octave 1´, sondern eine Sifflöte 1´, im Rückpositiv heißt´s nicht Scharf, sondern Cymbel,... da tut sich im Vergleich immer mehr auf. Das hab´ ich auf die Schnelle glatt übersehen.

Vielleicht steht dann das HW tatsächlich rechts und links vom Kleinpedal, und das 16'-Prinzipal des HW ist entweder vor die Pedaltürme ausgelagert (und vielleicht z. T. von dort geliehen) oder in der ersten Oktave gedeckt. Dann, wie gesagt, erstaunt der von Dir beschriebene präsente Klang.

Ich finde bemerkenswert, wie schmal die Prospektpfeifen des RP-Prinzipals labiiert sind. 1/4 ist das nicht, eher 2/9 oder ähnlich. Dann könnten die Prospektpfeifen rechts und links vom Kleinpedal auch gut Prinzipale sein, weit mensuriert, aber schmal labiiert – ich könnte mir denken, dass einiges Geschick dazugehört, aus einer so gebauten Pfeife Prinzipalklang herauszukitzeln. Welches Konzept steckt musikalisch dahinter? Zurückhaltende Klangkraft, dafür mehr mitwachsende Fülle im Bass? Wie verlaufen Mensur und Klangentwicklung dann? In einem solchen Raum braucht man doch wahrscheinlich nicht so viel Basspower.

Die Klangentwicklung innerhalb einiger Register ist durchaus markant. zB. kann man den Pommer 2´ im RP in tiefer Lage problemlos vollgriffig als schöne Flöte nutzen. Oben hin wird´s dann dünner und etwas glitzernder. Beide Principale sind sehr charakteristisch. Es müsste der ausm IV sein, der oben eher Streicher ist und nach unten fülliger wird.
Das Pedal ist auch mit Grundstimmen ja nicht übertrieben besetzt, reicht aber locker aus.
Mir kommt der Klang eher universal daher als kopflastig oder neobarock. Hier kann man sehr vieles überzeugend spielen. Hier würde nicht nur ich gerne Dupré oder zB. auch Demessieux´s Te Deum hören.
Die Platzverhältnisse und Maße sind auch sehr interessant. Leider habe ich kein Foto, auf dem man sieht wie wenig Tiefe das Rückpositiv besitzt.

Ich sehe schon – ich muss da auch mal hinkommen. Geht erst ab Sommer, aber das Ding interessiert mich schon sehr.

Viele Grüße,
Friedrich

Das kann ich sehr gut empfehlen, bei Bedarf ließe sich vielleicht noch weiteres organisieren oder auch ein Abstecher aufs Land Richtung Regensburg oder Landshut.

Danke und viele Grüße,
Florian

München- Mariahilfkirche in der Au

fluteceleste @, Samstag, 18. Januar 2014, 18:44 (vor 4604 Tagen) @ Florgel

Bitte nächstes Mal bescheid sagen, dann komm ich auch mit...
ich war jüngstens auch dort. Es soll demnächst auch eine Restaurierung stattfinden, denn es wurde wohl jahrzehntelang nicht mal eine durchgehende Ausreinigung gemacht. So wie ich es verstanden habe, liegt der Fokus eindeutig auf der Bewahrung des Schmid'schen Originalwerkes. Insofern darf man gespannt und (als Fan dieses Instruments) wohl auch einigermaßen beruhigt sein..Das mit der Schwergängigkeit hab ich auch feststellen können, von der Ergonomie der Setzer ganz zu schweigen.

München- Mariahilfkirche in der Au

Florgel @, Montag, 20. Januar 2014, 12:03 (vor 4603 Tagen) @ fluteceleste

Bitte nächstes Mal bescheid sagen, dann komm ich auch mit...

Gerne! Wenn´s etwas wärmer ist, ist ein ausführlicherer München-Besuch sicher noch interessanter.

ich war jüngstens auch dort. Es soll demnächst auch eine Restaurierung stattfinden, denn es wurde wohl jahrzehntelang nicht mal eine durchgehende Ausreinigung gemacht. So wie ich es verstanden habe, liegt der Fokus eindeutig auf der Bewahrung des Schmid'schen Originalwerkes. Insofern darf man gespannt und (als Fan dieses Instruments) wohl auch einigermaßen beruhigt sein..Das mit der Schwergängigkeit hab ich auch feststellen können, von der Ergonomie der Setzer ganz zu schweigen.

Genau, da soll zum ersten Mal seit der Erbauung etwas getan werden.
Das ist noch etwas, was für das Instrument spricht, es funktioniert absolut tadellos.
Einen Aus- und Wiedereinbau der Orgel stelle ich mir aber nicht ganz einfach vor, weil die Konstruktion schon speziell scheint. Dazu noch die langen Trakturwege ...
Mal sehen, wie das gehen wird.
Der Spieltisch hat schon direkt Denkmalcharakter. Mit "angenehm" meinte ich vor allem die Bedienung mittels der Manubrien auf der linken Spieltischseite. Da findet man sich sehr schnell zurecht. Wenn man einige spezielle Orgeln im Bistum Regensburg kennt, kommt einem die Traktur hier durchaus angenehm vor.
Die Setzeranlage ist eher eigenwillig konzipiert, aber besser als nix.

Liebe Grüße,
Florian

München- Mariahilfkirche in der Au

Dorforganist, Montag, 20. Januar 2014, 12:49 (vor 4602 Tagen) @ Florgel

Bitte nächstes Mal bescheid sagen, dann komm ich auch mit...

Würde mich auch interessieren...

München- Mariahilfkirche in der Au

ThomasMP @, Dienstag, 21. Januar 2014, 01:34 (vor 4602 Tagen) @ Florgel

Die Setzeranlage ist eher eigenwillig konzipiert, aber besser als nix.

Ich denk mal, das sind 5 freie Kombinationen als Knöpfchen und die Handregister als Manubrien

München- Mariahilfkirche in der Au

FranzS., Dienstag, 21. Januar 2014, 08:21 (vor 4602 Tagen) @ ThomasMP
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 21. Januar 2014, 08:28

Die Setzeranlage ist eher eigenwillig konzipiert, aber besser als nix.

Ich denk mal, das sind 5 freie Kombinationen als Knöpfchen und die Handregister als Manubrien

Hallo,

wir haben zwar die "Setzeranlage" nicht ausprobiert, aber normalerweise handelt es sich bei den (selbstgebauten) Schmidsetzern um eine Mischform aus Setzer und Kombination. Soviel ich weiß, kann man auf den Kombinationsschalterchen setzen und wenn man dann die entsprechende Kombination aktiviert, springen die gesetzten Manubrien heraus. Grotesk sind übrigens auch die Manubrien, aus Zebrano (oder einem anderen Edelholz) handgedrechselt und handbeschrieben auf Pergament, sind sie auf selbstgegossenen Plastikstäbchen aufgeklebt. Das originale Schmidradialpedal mit den ebenfalls selbstgemachen weißen Plastikobertasten wurde zwar gegen ein BDO Pedal ausgetauscht, befindet sich aber noch auf der Empore. Die weißen Manualobertasten sind nicht aus Plastik und auch nicht aus Horn oder Bein, sondern müssten meiner Meinung nach aus Elfenbein sein, die Untertasten sind wahrscheinlich aus Zwetschgenholz. Ich will noch mal darauf hinweisen, dass ALLES bis auf den Ventus an dieser Orgel von Gerhard Schmid selbst entworfen und in seiner Werkstatt gebaut wurde.

Grüße
Franz

München- Mariahilfkirche in der Au

polisire1, Dienstag, 21. Januar 2014, 10:18 (vor 4602 Tagen) @ FranzS.

Letztere Behauptung trifft nicht zu, da beim Bau der Schmid-Orgel in beträchtlichem Umfang Register aus der Vorgängerorgel wiederverwendet wurden.
MfG polisire

München- Mariahilfkirche in der Au

Aart de Kort, Sonntag, 19. Januar 2014, 22:58 (vor 4603 Tagen) @ Florgel

Kann nur zustimmen. Hebe diese Orgel vor 4 Jahre gespielt und war auch begeistert. Neo-Barock in optima forma, eine Orgel mit einer sehr eigene Identität. Die schwergängigkeit ist mir nicht besonders afgefallen, wir sind in Holland schon etwas gewöhn...Andere Geheimtipp in München: die Albiez-Orgel der St. Ursula Kirche.

München- Mariahilfkirche in der Au

jrbecker @, Montag, 20. Januar 2014, 00:03 (vor 4603 Tagen) @ Aart de Kort

Andere Geheimtipp in München: die Albiez-Orgel der St. Ursula Kirche.

O ja, den kann ich bestätigen!!!

LG
Jörg

München- Mariahilfkirche in der Au

Florgel @, Montag, 20. Januar 2014, 12:13 (vor 4603 Tagen) @ Aart de Kort

Kann nur zustimmen. Hebe diese Orgel vor 4 Jahre gespielt und war auch begeistert. Neo-Barock in optima forma, eine Orgel mit einer sehr eigene Identität. Die schwergängigkeit ist mir nicht besonders afgefallen, wir sind in Holland schon etwas gewöhn...Andere Geheimtipp in München: die Albiez-Orgel der St. Ursula Kirche.

Wobei ich den Klang am Ende eher Richtung Univeral als Neobarock verorten würde. Besonders Unten im Raum ist der Eindruck so. Mag sicher auch etwas durch die Akustik begünstigt sein.
Die Registerbezeichnungen täuschen auch ein wenig. Im Schwellwerk ist zB. der Dulzian 16´ eigentlich ein Fagott oder die Schweizerpfeife 4´ eine veritable Konzertflöte.

Liebe Grüße,
Florian

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