Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 19. Januar 2014, 20:42 (vor 4604 Tagen)

Hallo!

Im alten Forum hatte ich schon einmal berichtet (die Kirche mit dem Weihnachtsbaum-Overkill... ;-), aber jetzt geht es tatsächlich los. Geht es nach Plan, soll die Orgel zu Pfingsten 2014 fertig sein. Ein Orgelbau direkt in direkter Umgebung erlebt man ja oft nur einmal im leben, deshalb möchte ich hier von den Grundlagen und dem Baufortschritt berichten.

Bei der Kirche handelt es sich um ein relativ altes Gebäude, begründet wurde sie schon 836 von Kaiser Ludwig den Frommen. Zunächst einmal hatte die Kirche, wie in der Romanik üblich, eine flache Holzdecke, später wurde dann nachträglich in der Gotik ein steinernes Kreuzgratgewölbe eingezogen, wodurch die Decke etwas niedriger wurde. Eine erste Orgel wird bereits 1422 erwähnt.

Zudem steht die Basilika minor an exponierter Lage am Zusammenfluß von Rhein und Mosel. Dies bedingt, dass die Denkmalschützer ein recht genaues Auge auf alle Baumassnahmen an der Kirche haben.

Für die Orgel wurde nachträglich eine Rückempore aus Holz eingebaut. Dort befand sich eine relativ große Orgel (III/39) der bekannten Orgelbaudynastie Stumm. Der Ruhm der Orgel drang sogar bis nach England, die Dispostion findet man im englischen Standardwerk von Hopkins: The Organ : its history and construction (London, 1885). Die Stumm-Orgel wurde dann in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der Fa. Stahlhuth (Aachen) umgebaut, seitlich um 2 Flachfelder erweitert und elektrifiziert. Im Jahr 1944 erhielt der rückwärtige Teil der Kirche einen Brandbombentreffer und trotz sofortiger Löschmassnahmen wurde die Empore und Orgel ein Raub der Flammen.

Nach dem Krieg sammelte man dann Spenden zum Bau einer neuen Orgel. Da die Kirche regelmässig alle paar Jahre bei Hochwasser überflutet wird, kommt eine Aufstellung auf dem Boden nicht in Betracht, die Orgel muss also an eine Wand gehängt werden. Zudem forderte damals der Denkmalschutz, dass die Westwand frei bleiben musste, also konnte auch keine neue Rückempore gebaut werden. Die Orgel wurde dann 1962 an der Norwand des nördlichen Seitenschiffes aufgehängt, der Spieltisch mittels elektrischer Traktur an einem langen Kabel angeschlossen. Die Orgel wurde gebaut von Fa. Gebr. Späth (Mengen-Ennetach) mit folgender Disposition:

I. Manual - Hauptwerk, C-g3

Gedacktpommer 16
Prinzipal 8
Holzfloete 8
Octave 4
Gedecktfloete 4
Nazard 2 2/3
Octave 2
Mixtur VI 1 1/3
Spanische Trompete 8 (horizontal)
Spanisches Clairon 4 (horizontal)


II. Manual - Brustwerk, C-g3 (schwellbar)

Copertfloete 8
Gamba (Salicional) 8
Praestant 4
Nachthorn 4
Blockfloete 2
Nasat 1 1/3
Sesquialter II
Scharff IV 1
Schweizer Trompete 8
Tremulant


III. Manual - Kronwerk, C-g3

Gedackt 8
Quintadena 8
Waldfloete 4
Singend Prinzipal 2
Terz 1 3/5
Octave 1
Terzcymbel III 1/4
Krummhorn 8
Tremulant


Pedal, C-f1

Principalbass 16 (Kupfer)
Subbass 16
Pommer 16
Spillpfeife 8
Rohrgedackt 8
Choralbass 4
Sopran 2 (Ext. Choralbass)
Cantus firmus IV 4
Bombarde 16 (Kupfer)
Basstrompete 8

Zimbelstern

Akustisch gesehen war der Standort natürlich nicht optimal, um den recht großen Raum gleichmässig zu beschallen. Vielleicht deshalb auch die beiden Chamaden, um wenigstens etwas mehr 'Hörbarkeit' zu erzeugen. Wobei ich jedoch aus eigener Erinnerung weiss, dass die Chamaden relativ mild intoniert waren. Also keine 'Partyhörner', sondern eher eine Bekrönung des Tutti mit zusätzlichen Obertönen.

1985-1990 fand dann eine groß angelegte Innensanierung der Kirche statt. Danach wurde die Späth-Orgel (hier wäre eine umfassende Renovierung nötig gewesen) nicht wieder in Betrieb genommen.

Stattdessen lieferte die Fa. Mayer (Heusweiler) 1990 ein Positiv (Chororgel), das bis heute in Betrieb ist:

I. Manual - Hauptwerk, C-g3

Rohrfloete 8
Praestant 4
Waldfloete 2
Mixtur III-IV 2


II. Manual - Nebenwerk, C-g3

Holzgedackt 8
Blockfloete 4
Doublette 2
Spitzquinte 1 1/3


Pedal, C-f1

Subbass 16
Rohrpommer 8
Gemshorn 4

Das Positiv ist fahrbar auf einem Podest aufgestellt, bei Hochwasser wird es aufgebockt. Wobei dies jedoch einmal auch nicht ausreichte, da stand das Positiv mit dem Pedal im Wasser. Aber auch dies hat das 'Örgelchen' verkraftet.

Hier noch einmal ein (älteres) Photo, was die Orgeln zeigt:

[image]

Also oben die Späth-Orgel (die Horizontaltrompeten sind bereits abgebaut), darunter die Chororgel und links noch die Truhenorgel (und noch die Osterdekoration mit den gelben Schleifen ;-)

Mittlerweile wurde die Späth-Orgel abgebaut, aktuell sieht es so aus:

[image]

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Tastenhalter @, Sonntag, 19. Januar 2014, 20:52 (vor 4604 Tagen) @ kjz1

1985-1990 fand dann eine groß angelegte Innensanierung der Kirche statt. Danach wurde die Späth-Orgel (hier wäre eine umfassende Renovierung nötig gewesen) nicht wieder in Betrieb genommen.

Mittlerweile wurde die Späth-Orgel abgebaut, aktuell sieht es so aus:

Was passierte mit der Späth-Orgel? Verschrottet, oder?

fragt Tastenhalter

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 19. Januar 2014, 21:25 (vor 4604 Tagen) @ Tastenhalter

Was passierte mit der Späth-Orgel? Verschrottet, oder?

Dazu liegen mir keine Informationen vor; es war jedoch auch mal die Rede davon, dass ein Teil der Pfeifen für die neue Orgel wiederverwendet werden soll.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Dienstag, 21. Januar 2014, 20:38 (vor 4602 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Um den Neubau richtig einschätzen zu können, sollte man zuerst am besten einige Hintergründe kennen. Die Spaeth-Orgel war ja an der Nordwand des Querschiffes aufgehängt. Diese Position hat sich aber nicht als die akustisch günstigste erwiesen. Besser wäre natürlich die übliche Position an der Rückwand des Hauptschiffes. So sieht diese bisher aus:

[image]

Erste Forderung der Denkmalschützer: eine irgendwie geartete Empore ist nicht original und wäre ein zu großer Eingriff in die historische Baussubstanz. Also ein absolutes No-Go. Da die Kirche bei Hochwasser überflutet wird, kommt eine Aufstellung auf dem Boden ebenso nicht in Frage. Eine Forderung des Organisten war es, eine mechanische Tontraktur zu bauen. Somit ergibt sich als Konsequenz: es kann eigentlich nur eine Orgel mit integriertem Spieltisch an die Wand gehängt werden.

Schaut man sich das obige Photo genau an, so erkennt man in einer Bogenöffnung einen Lichtschein. Dies ist ein Aussenfenster, denn hinter den Öffnungen befindet sich die Michaelskapelle, die - da historisch bedeutsam - laut Denkmalschutz ebenfalls nicht angerührt werden darf. Zudem, eine weitere Forderung des Denkmalschutzes: die Orgel darf nicht zu weit in den Raum vorspringen, um den Raumeindruck nicht zu gefährden. Ein halbes Joch wäre gerade noch so tragbar. Hier nun mal ein Schnitt:

[image]

Wie man sieht, springt die Orgel tatsächlich nur ein halbes Joch vor. Konsequenz: der Platz im Innern ist begrenzt.

Wie sollen die 15 Tonnen Gewicht der Orgel denn abgefangen werden? Nun, es sollen 2 massive Doppel-T-Träger durch den Kapellenboden dahinter bis in die Aussenwand geschoben werden. Diese müsste man aber statisch noch durch Querträger abfangen. Wie dies gehen könnte, so dass auch der Denkmalschutz zustimmt, daran knobelt der Architekt noch. zweite Konsequenz: die Orgel darf nicht zu schwer werden.

dritte Konsequenz, die so bei allen Projekten vorhanden ist: die finanziellen Mittel sind natürlich begrenzt.

Und wo kann man am meisten Platz, Gewicht und Geld sparen? Richtig, beim Pedalwerk. Und so gibt es folgenden Dispositionsentwurf:

I. Manal - Hauptwerk, C-a3

Praestant 16'
Principal 8'
Viola da Gamba 8'
Gedackt 8'
Octave 4'
Hohlflöte 4'
Quinte 2 2/3'
Superoctave 2'
Mixtur IV 1 1/3'
Cornett V 8' (ab f0)
Trompete 8'
Tremulant


II. Manual - Positiv, C-a3

Ital. Principal 8'
Salicional 8'
Bourdon 8'
Weitoctav 4'
Rohrflöte 4'
Flageolet 2'
Cymbel III 1'
Fagott 16'
Clarinette 8'
Tremulant


III. Manual - Schwellwerk, C-a3

Bourdon 16'
Geigenprincipal 8'
Konzertflöte 8'
Gamba 8'
Vox coelestis 8'
Lieblich Gedackt 8'
Fugara 4'
Trichterflöte 4'
Nasard 2 2/3'
Piccolo 2'
Terz 1 3/5'
Progressio III-IV 2'
Trompete 16'
Tromp. harmonique 8'
Oboe 8'
Tremulant


IV. Manual - Solo, C-a3

Viola pomposa 8'
Doppelflöte 8'
Unda maris 8'
Traversflöte 4'
Harmonia aetheria III-V 2 2/3'
Tuba 16' (ext. Fanfare)
Fanfare 8'


Pedal, C-g1

Untersatz 32'
Principalbass 16'
Praestant 16' (transm. HW)
Subbass 16' (ext. Untersatz)
Octavbass 8' (ext. Principalbass)
Weitgedackt 8' (ext. Untersatz)
Tenoroctave 4' (ext. Principalbass)
Posaune 16'
Trompete 8' (ext. Posaune)
Clarine 4' (ext. Posaune)


Schleifladen
mechanische Spiel- und elektrische Registertraktur


mech. Koppeln

III/I, II/I
III/II


elektr. Koppeln

I/P, II/P 8' 4', III/P 8' 4', IV/P
II/I 16' 8' 4', III/I 16' 8' 4', IV/I
IV/II, II/II 16' 4'
IV/III, III/III 16' 4'

II. und III. Manual sind für die Superoktavkoppeln bis a4 ausgebaut.


Setzer, Sequenz auf/ab
Walze (einstellbar)
Schwelltritte für III und IV
Tutti
Zungenabsteller

Ich sage dazu die '3-Professoren-Orgel', denn als Orgelsachverständige sind dabei: Prof. H.A. Höhnen (Koblenz), Prof. G. Gnann (Mainz/Freiburg), Prof. M. Sander (Detmold/Basel), alles Fachleute mit langjähriger Erfahrung.

Die Idee für das 4. Manual stammt vom Orgelbauer, der gerne eine 'englisch inspirierte' Orgel bauen möchte. Wenn der Orgelbauer effektive Schwellkästen baut, könnte ich mir beim Schwellwerk und Solo (auf Hochdruck) den 'caged roar' Effekt durchaus vorstellen.

Ein solches Unit-Pedal wurde bereits von einem anderen Orgelbauer in unserer Nachbarkirche gebaut und ich muss sagen, dass ich da bisher klanglich nichts vermisst habe. Zudem kommt etwas dazu, was man nicht sieht: die Kirche hat eine 'Kathedral-Akustik' (mind. 5-6 sek. Nachhall) und ist sehr resonant, auch im Bassbereich. Im Englischen würde man wohl 'Bloom' dazu sagen, d.h. 45 Register klingen da wie 60. Aufgrund der Akustik mache ich mir wegen des Unit-Pedals keine Sorgen. Zudem sagte der Intonateur der Chororgel schon vor Jahren: 'Hier würde ich gerne mal eine große Orgel intonieren!' (er war ganz begeistert von der Akustik). Vielleicht hat er ja jetzt die Gelegenheit dazu.

Der Prospektentwurf stammt von einem Aachener Architektenbüro und der Orgelbauer hat diesen täuschend echt visualisiert:

[image]

Orgelprojekt

Da die Kirche über große Steinflächen an den Wänden und ein steinernes Kreuzrippengewölbe über der Orgel verfügt, werden diese die Klangreflektion und Brechung übernehmen, da ist dann ein Gehäuse in dieser Funktion verzichtbar.

Mittlerweile haben die Bauarbeiten begonnen und das Gerüst wurde aufgebaut:

[image]

Was da noch zu sehen ist: das rechte (Schein-)Fenster zu den Obergaden ist auch eingerüstet. Dies hat ebenfalls einen Grund: aus Platz und Gewichtsgründen sollen die größten Pfeifen des Untersatz 32' horizontal auf den Dachboden des Seitenschiffes gelegt werden und dann durch diese Öffnung in den Kirchenraum klingen. Der 32' war auch noch so ein Knackpunkt: aufgrund der Größe des Raumes und der Bedeutung der Kirche erforderlich, aber baulich wieder schwer umzusetzen.

Wie man sieht, Orgelbau ist insbesondere auch die 'hohe Kunst des Kompromisses'. Ich hoffe, dass - wie es ein Pfarrer so schön sagte - der Denkmalschutz im weiteren Verlauf des Projektes nur gackert, aber keine weiteren Eier ins Nest legt. Aber so ist das eben, wenn man in einer sehr alten und historisch bedeutsamen Kirche baut: da werden immer ganz strenge Massstäbe angelegt.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Orlos @, Dienstag, 21. Januar 2014, 21:38 (vor 4602 Tagen) @ kjz1

Vielen Dank für die ausführlichen und mit Bildern gut verdeutlichten Bericht.
Mit dem Denkmalschutz in Rheinland-Pfalz habe ich nun bei zwei Orgelprojekten schon zu tun gehabt. Mein Problem mit dieser Behörde ist die Art der Entscheidungsfindung. Jedesmal lief es so, dass da eine einzelne Person in der Kirche erschienen ist, irgendwelche doktrinären Entscheidungen verkündete, die aber meines Erachtens erst in diesem Augenblick entstanden sind. Am "witzigsten" war, als die Person wechselte und sich die aktuell Verantwortliche ganz abfällig gegen die Vorgaben ihres Vorgängers äußerte. Wir fanden diese "Entscheidung" damals genauso bescheuert, aber bei wem hätte man sich beschweren sollen? Also: Diese Vorgaben sind oft einfach nur persönliche Vorlieben des Entscheiders und werden vom Nachfolger gern ganz anders gesehen. Hier scheint es kaum objektive Maßstäbe zu geben. Und das Ganze finde ich reichlich befremdlich, da es sich um Entscheidungen handelt, die einige Jahrzehnte (wenn nicht noch länger) bestehen bleiben.
Noch eine andere Geschichte: Hier steht ein alter Kirchturm. Als die Häuser um den Kirchturm herum renoviert wurden, bestand der Denkmalschutz darauf, dass sie wie der Turm steinsichtig (also unverputzt) sein mussten, was zu erheblichen Mehrkosten geführt hat. Kurz darauf wurde der Kirchturm renoviert und die gleiche Behörde verlangte nun, den Kirchturm zu verputzten! Jetzt passen die Häuser gar nicht mehr zu dem Turm! Irrsinn? Jawohl.
In einer meiner Dienstkirchen wollten wir die 1932 elektifizierte Schwalbennestorgel (mit originaler Lade von 1869) wieder mit einer mechanischen Spielanlage ausstatten. Die Empore hätten sie mir genehmigt, nicht aber den Zugang dorthin. So viel Geld wie in Regensburg für einen Aufzug haben wir leider nicht. Also bleibt sie elektrisch.
Der Denkmalschutz behandelt Kirchen gerne wie unbelebte Gebäude, die möglichst unangetastet bleiben sollen. Aber Kirchen sollen der Liturgie dienen und einen Gottesdienst ermöglichen, zu dem auch die Musik gehört.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Mittwoch, 22. Januar 2014, 09:27 (vor 4601 Tagen) @ Orlos

Mit dem Denkmalschutz in Rheinland-Pfalz habe ich nun bei zwei Orgelprojekten schon zu tun gehabt.

Erschwerend kommt hier noch dazu, dass man es mit 2 Ämtern zu tun hat: der kirchliche und der staatliche Denkmalschutz. Das macht die Sache dann noch komplizierter.

Bei diesem Projekt hätte man ja auch auf den Gedanken kommen können, in der Kapelle hinter der Orgel ein hinterständiges Schwellwerk oder auch das Orgelgebläse installieren zu wollen. Was natürlich eine völlige Unmöglichkeit war.

Noch eine andere Geschichte: Hier steht ein alter Kirchturm. Als die Häuser um den Kirchturm herum renoviert wurden, bestand der Denkmalschutz darauf, dass sie wie der Turm steinsichtig (also unverputzt) sein mussten, was zu erheblichen Mehrkosten geführt hat. Kurz darauf wurde der Kirchturm renoviert und die gleiche Behörde verlangte nun, den Kirchturm zu verputzten! Jetzt passen die Häuser gar nicht mehr zu dem Turm! Irrsinn? Jawohl.

Ah, die Diskussion kenne ich. Unsere Kirche ist größtenteils unverputzt und zeigt so das für die Region typische Tuffstein-Mauerwerk. Wie auch die romanischen Kirchen in Bonn (Münster), Maria Laach, Andernach (Maria Himmelfahrt). Der Denkmalschutz wollte die Kirche unbedingt verputzen lassen, da dies auf früheren Gemälden so der Fall war. Bisher hat sich die Gemeinde erfolgreich widersetzt, insbesondere auch anbetracht der Folgekosten (da ist alle paar Jahre ein neuer Anstrich des Verputzes fällig). Wie das dann aussieht, sieht man in Boppard (St. Severus) (mittleweile ist die weisse Farbe an vielen Stellen schon wieder vom Regen abgewaschen).

Der Denkmalschutz behandelt Kirchen gerne wie unbelebte Gebäude, die möglichst unangetastet bleiben sollen. Aber Kirchen sollen der Liturgie dienen und einen Gottesdienst ermöglichen, zu dem auch die Musik gehört.

Ja, den Denkmalschützern wäre es wohl am liebsten, es gäbe gar keine Orgel in der Kirche. Vielleicht noch ein digitales Instrument, denn das fällt am wenigsten auf...

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Denkmalämter

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Mittwoch, 22. Januar 2014, 20:42 (vor 4601 Tagen) @ Orlos

Ja, das war in Riedlingen beim Bau der neuen Späth-Orgel auch so. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika. Allerdings sind die Obergadenfenster durch das über alle Schiffe gehende Satteldach blind. Sie leuchten also das Mittelschiff nicht (mehr) aus. Aber die Kirche hat im Westen ein großes Fenster, welches das Mittelschiff ausleuchtete. Die alte Späth-Ennetach-Orgel hatte einen trichterförmigen Freipfeifenprospekt, welcher das Fenster frei ließ.
Beim Orgelneubau bestand das Denkmalamt zunächst darauf, das Fenster frei zu lassen. Irgendwann wechselte der Sachverständige und der fand nichts dabei, das Fenster zu verbauen. Es zeigt auch hier die Willkürlichkeit einer Denkmalamtsentscheidung. Nur: für Willkür und Beliebigkeit braucht man kein Denkmalamt. Wenn es keine objektiven Kriterien gibt, braucht man keine Behörde. Dann kann das genauso gut und genauso schlecht vor Ort entschieden werden.
Ich persönlich finde die Lösung mit dem zugebauten Fenster schlechter als die ehemalige "Trichterlösung". Das Foto zeigt nicht die reale Lichtsituation. Real steht die Orgel in einem dunklen Loch.

[image]

Denkmalämter

kjz1, Mittwoch, 22. Januar 2014, 21:09 (vor 4601 Tagen) @ Hausorgler

Ich persönlich finde die Lösung mit dem zugebauten Fenster schlechter als die ehemalige "Trichterlösung". Das Foto zeigt nicht die reale Lichtsituation. Real steht die Orgel in einem dunklen Loch.

Da hat man bei unserem Projekt auch drauf geachtet, dass das Westfenster frei bleibt. Es 'spiegelt' sich ja sogar in der Anordung des Freipfeifenprospektes.

Denkmalämter

Florian-L @, Donnerstag, 23. Januar 2014, 08:57 (vor 4600 Tagen) @ Hausorgler

Beim Orgelneubau bestand das Denkmalamt zunächst darauf, das Fenster frei zu lassen.

Da fällt mir eine lustige Geschichte zum Orgelneubau in Schwarzach in Vorarlberg ein:

Das Bundesdenkmalamt hat darauf bestanden, das Westfenster unverbaut zu lassen.
Die Orgel wurde dennoch so ausgeführt, dass das Fenster geradezu erzwungenermaßen verdeckt wird, wie im verlinkten Bild zu sehen.
Vom Sachverständigen darauf angesprochen, dass man doch vereinbart hätte, das Westfenser frei zu lassen, wies Christoph Glatter-Götz seelenruhig darauf hin, dass dieses doch frei geblieben sei. Die Kirche sei nach Westen ausgerichtet, und deshalb befinde sich das rückwärtige Rosettenfenster in Richtung Osten. ;-)

Gruß, Florian

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Solcena ⌂ @, Dienstag, 21. Januar 2014, 22:24 (vor 4602 Tagen) @ kjz1

Vielen Dank für die interessanten Infos!

Die Disposition gefällt mir sehr gut. An diesem Ort wird das bestimmt eine runde Sache.

Allerdings finde ich "nur" ein halbes Joch schon sehr viel, das wird schon ein ziemlicher Brummer :-)

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Mittwoch, 22. Januar 2014, 09:12 (vor 4601 Tagen) @ Solcena

Die Disposition gefällt mir sehr gut. An diesem Ort wird das bestimmt eine runde Sache.

Wie lautet eine alte Weisheit der Orgelbauer: die Akustik des Raumes ist das wichtigste Register. Und die stimmt hier, deshalb bin ich auch zuversichtlich.

Persönlich hätte ich mir im Pedal noch eine Mixtur und auch den Ausbau der Zunge bis in die 32'-Lage (mit halber Becherlänge) gewünscht, aber aufgrund der engen Vorgaben war dies nicht möglich.

Allerdings finde ich "nur" ein halbes Joch schon sehr viel, das wird schon ein ziemlicher Brummer :-)

Die alte, abgebrannte Empore kragte ein ganzes Joch in die Kirche hinein, zudem reichte da die Orgel von Wand zu Wand, da waren die Platzverhältnisse dann um einiges günstiger.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Solcena ⌂ @, Mittwoch, 22. Januar 2014, 09:38 (vor 4601 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Solcena, Mittwoch, 22. Januar 2014, 10:02

Allerdings finde ich "nur" ein halbes Joch schon sehr viel, das wird schon ein ziemlicher Brummer :-)


Die alte, abgebrannte Empore kragte ein ganzes Joch in die Kirche hinein, zudem reichte da die Orgel von Wand zu Wand, da waren die Platzverhältnisse dann um einiges günstiger.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Gut, eine Empore definiert den Raumeindruck sowieso vollkommen neu.

Würde das jetzt geplante, einhalbjochtiefe Gehäuse auf einer ein Joch tiefen Empore stehen, würde das Gehäuse einem vermutlich nicht besonders tief vorkommen (dafür aber natürlich die Empore) - im Gegensatz zur jetzt ausgeführten Lösung, wo man die Tiefe des an die Wand geschraubten Gehäuse unmittelbar wahrnehmen wird.

Aber eine Orgel in solchen angemessenen Dimensionen lässt sich nunmal nicht verstecken - in einem historischen Gemäuer, was ohne Orgel geplant war, muss man Kompromisse eingehen. Erfreulich, dass die Zeit der "positiven" Gottesdienste bald ein Ende haben wird! ;-)

LG

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Mittwoch, 22. Januar 2014, 12:32 (vor 4601 Tagen) @ Solcena

Erfreulich, dass die Zeit der "positiven" Gottesdienste bald ein Ende haben wird! ;-)

Für die reine Gemeindebegleitung reichte das Chorörgelchen ja bei normal besetzter Kirche auch aus. Wobei es noch den interessanten Effekt gab, dass auch die Altarmikrophone den Klang aufgenommen haben und die Obertöne zusätzlich über die Lautsprecheranlage verteilt haben. Elektronische Klangverstärkung sozusagen.

Aber so ganz ohne Zungenstimme war der Klang auf Dauer doch etwas 'eintönig'. Zumal für die Begleitung des Gemeindegesanges meist das volle Werk erforderlich war und es da nur den Unterschied machte, ob die Mixtur noch dazugezogen wurde oder nicht.

Viele Grüße,

- karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 02. Februar 2014, 15:28 (vor 4590 Tagen) @ kjz1

Um vielleicht die baulichen Umstände des Orgelneubaues zu verdeutlichen, hier noch 2 Photos von aussen:

[image]

[image]

Hinter den Fensterlaibungen im ersten Stock befindet sich die Michaelskapelle. Darüber sieht man (etwas zurückstehend), das Westfenster des eigentlichen Kirchenschiffes. Kapelle und Türme sind also dem Langhaus quasi vorgebaut; zudem liegt das Langhaus etwas tiefer, man geht im Vorbau also einige Treppenstufen nach unten.

Die Träger für die Orgel werden von innen bis an die Aussenmauer 'durchgeschoben'. Trotzdem reicht dies noch nicht, um die 15 Tonnen mit ihrer beträchtlichen Hebelwirkung zu tragen. Zusätzlich müssen noch Querträger eingebracht werden, um die Hauptträger in den (dickeren) Mauern der Türme zu verankern.

Natürlich hatte ich auch daran gedacht, dass man evtl. die Orgel ja vom Gewölbe her abhängen könnte (wie z. Bsp. die Langhausorgel im Kölner Dom). Aber auch diese Variante hat man bedacht, wie die neue Homepage zeigt. Das hätten die Mauern wahrscheinlich nicht getragen.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 16. Februar 2014, 17:46 (vor 4576 Tagen) @ kjz1

Diese Wochenende wurde das Kastor-Fest gefeiert und es gibt mal wieder etwas Neues zu vermelden. Mittlerweile ist das stählerne Traggerüst mit den massiven Doppel-T-Traegern für die 15 Tonnen der Orgel an Ort und Stelle:

[image]

Auch wurden die beiden ersten Biforien zum Dachstuhl der Seitenschiffes hin geöffnet:

[image]

Hier soll später die tiefste Oktave des Untersatz 32' zum Liegen kommen. Zudem wurden neue Bilder von der Bauphase online gestellt. Man sieht hier die Gräben, die inder Michaelskapeele für die Aufnahme der Stahlträger ausgehoben werden mussten und den Architekten samt OBM S. Mayer im Dachstuhl des Seitenschiffes.

Der Prospektentwurf stammt im übrigen vom Architektenbüro Hahn-Helten aus Aachen in Zusammenarbeit mit der Orgelbaufirma.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 23. Februar 2014, 15:00 (vor 4569 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Sonntag, 23. Februar 2014, 21:42

Es geht voran: die ersten Pfeifen sind da!

Heute konnte ich einge Photos schießen, die später so nicht mehr möglich sein werden.

Mittlerweile sind nicht nur die Hauptträger in Position, auf diesen wurde auch das stählerne Traggerüst für die Orgel montiert:

[image]

Die Hauptträger selbst sind in den Fussboden der dahinterliegenden Michaelskapelle eingelassen. Man sieht nach rechts den Hauptträger in Richtung Kirchenschiff, nach oben den Querträger der bis in die massive Turmwand verläuft und dort das Gewicht abfängt:

[image]

Später wird dann alles wieder verputzt, so dass nicht mehr zu sehen ist. Das Loch in der Wand dient später für die 380 V-Stromzuführung für die Orgel.

Hier verläuft einer der Hauptträger nach vorne durch die vorhandene Fensteröffnung ins Kirchenschiff:

[image]

Mittlerweile sind auch die schwersten Pfeifen bereits zum Liegen gekommen: die tiefste Oktave des Untersatz 32', der ja auf dem Dachboden des Seitenschiffs montiert wird. Von unten kann man hinter dem Gitter in den Biforien bereits die Pfeifen erahnen:

[image]

Hier ist die separate Windlade für den Untersatz mit den tiefsten Pfeifen zu sehen:

[image]

Und hier noch einmal aus einem anderen Winkel:

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Und hier die 3x4 Pfeifenmündungen in Gesamtschau, wo man die Pfeifenanordnung sehen kann:

[image]

Auf der linken Seite die Mauer zur Kirche (die Labien sprechen alle durch das erste Biforienfenster, jeweils unten und oben ist bereits eine Holzdecke angebracht. Später wird dann rechts ebenfalls noch eine Holzwand angebracht, so daß sich die Pfeifen dann in einem nach aussen abgeschlossen Holzkasten befinden und diese Photos auch nicht mehr möglich sind. Die Einhausung hat auch noch einen anderen Grund: auf dem Dachboden 'wohnen' auch noch Fledermäuse, die ja unter Naturschutz stehen und ein separates Einflugloch von aussen haben. So wird man dann bald dort Infraschall neben Ultraschall vernehmen können... ;-)

BTW: in den letzte Wochen hat der Jugendkammerchor trotz der Bauarbeiten in der Kirche eine CD mit Liedern aus dem neuen Gotteslob eingespielt. Wieder ein Beweis dafür, dass man die vorzügliche große Akustik dieser Kirche zu schätzen weiss. Deshalb darf man auf das Resultat des Orgelneubaues gespannt sein!

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Florian-L @, Dienstag, 25. Februar 2014, 09:28 (vor 4567 Tagen) @ kjz1

Auf der linken Seite die Mauer zur Kirche (die Labien sprechen alle durch das erste Biforienfenster, jeweils unten und oben ist bereits eine Holzdecke angebracht. Später wird dann rechts ebenfalls noch eine Holzwand angebracht, so daß sich die Pfeifen dann in einem nach aussen abgeschlossen Holzkasten befinden und diese Photos auch nicht mehr möglich sind.

Da kann man gespannt sein, wie viel man vom Klang dieser Pfeifen noch im Kirchenschiff vernehmen wird.

Gruß, Florian

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Dienstag, 25. Februar 2014, 14:32 (vor 4567 Tagen) @ Florian-L

Da kann man gespannt sein, wie viel man vom Klang dieser Pfeifen noch im Kirchenschiff vernehmen wird.

Die Pfeifen sind, soweit ich gesehen habe, an ein separates Gebläse angeschlossen. Da wäre dann auch ein erhöhter Winddruck recht einfach zu realisieren. Dazu stehen die Pfeifen ja später in einem relativ druckdichten Gehäuse, welches nur über 2 Öffnungen (vor den Labien und oberhalb der Pfeifenenden) zum Kirchenraum hin verfügt. Der Klang kann also nur in diese Richtung 'entweichen'.

Das menschlische Ohr kann sehr tiefe Frequenzen nur schwer gerichtet orten, das sollte kein Problem darstellen. Soweit ich es einschätzen kann, sind die Pfeifen ja nicht 'sehr üppig' mensuriert; aber ich bin auch gespannt, was denn der Intonateur daraus macht. Wahrscheinlich wird das Gebläse auch relativ bald ans Stromnetz angeschlossen, so dass man den Klang schon vorab testen kann.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Florian-L @, Donnerstag, 27. Februar 2014, 08:53 (vor 4565 Tagen) @ kjz1

Das menschlische Ohr kann sehr tiefe Frequenzen nur schwer gerichtet orten, das sollte kein Problem darstellen.

Ja, aber es stellt sich die Frage, ob sich diese bis zu etwa 20 Meter langen Schallwellen aus dem kleinen Biforium auch dementsprechend ausbreiten können.

Gruß, Florian

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Donnerstag, 27. Februar 2014, 09:08 (vor 4565 Tagen) @ Florian-L
bearbeitet von kjz1, Donnerstag, 27. Februar 2014, 09:12

Ja, aber es stellt sich die Frage, ob sich diese bis zu etwa 20 Meter langen Schallwellen aus dem kleinen Biforium auch dementsprechend ausbreiten können.

Das Problem hat man aber in anderen Orgeln ja auch, wo die tiefen Pfeifen oft hinten im Gehäuse stehen und der Klang dann quasi 'durch mehrere Pfeifenreihen hindurch' sich seine Bahn ins Kirchenschiff nach vorne suchen muss. In der Nachbarkirche steht die 32' Zunge ganz hinten und klingt gegen die Rückwand der Kirche, der gedeckte 32' steht an der Seite und klingt gegen die Seitenwand der Kirche. Trotzdem habe ich da keine klanglichen Defizite bemerkt.

Hier sind die Labien ja direkt in den Kirchenraum gerichtet (Abstand so ca. 1 m), in Richtung Innenraum kann sich der Schall also recht gut ausbreiten. Im angloamerikanischen Orgelbau gibt es da ja einige Beispiele, wo die 32' auf den Seitenemporen 'flachgelegt' wurden.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Donnerstag, 06. März 2014, 16:23 (vor 4558 Tagen) @ kjz1

Auch publizistisch hat sich mal wieder einiges getan. Auf der Homepage der Kirchengemeinde gibt es neue Bilder vom Februar. Ebenso hat das Bistum einige Bilder vom Einbau der Stahlträger online gestellt. Das stählerne Traggerüst stammt im übrigen von derselben Firma, die auch das Traggerüst für die neue Winterhalter-Orgel in Lahnstein errichtet hat. Und auch die Lokalpresse hat mittlerweile auch einen Artikel dazu publiziert.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

tombecher @, Saarbrücken, Donnerstag, 06. März 2014, 22:49 (vor 4558 Tagen) @ kjz1

Hallo Karl Josef,

gab's schon Klangproben von den liegenden 32-Füßen?
(Die entsprechende Windversorgung scheint ja den Fotos nach schon fertig installiert zu sein...) Würde mich mal interessieren, wie (ob) das funktioniert...

Viele Grüße, Thomas

P.S. Danke auch für Deine Berichte über den Fortschritt der Arbeiten!

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Freitag, 07. März 2014, 09:34 (vor 4557 Tagen) @ tombecher

gab's schon Klangproben von den liegenden 32-Füßen?

Bisher habe ich noch nichts gehört. Allerdings gibt es dort oben ja noch keinen 380 V Drehstrom. Die Leerrohre für die Verkabelung wurden jetzt erst verlegt, da müssen dann die entsprechenden Kabel erst eingezogen und beschaltet werden.

Wie aus dem Zeitungsbericht zu entnehmen ist, wird es wohl mit der Einweihung zu Pfingsten auch nichts. Für die Intonation will man sich 2 (andere Quellen sprechen von 3) Monate Zeit lassen.

Das Projekt gehört ja mit zu den größten Orgeln, die diese Firma bisher realisiert hat, insbesondere unter dem neuen Juniorchef. Da denke ich, es könnte so eine Art 'Referenzobjekt' werden, für das man sich besonders engagiert. Eine solche Akustik und eine 'Kirche in exponierter Lage' hat man als Orgelbauer auch nicht alle Tage zur Verfügung.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

tombecher @, Saarbrücken, Freitag, 07. März 2014, 21:38 (vor 4557 Tagen) @ kjz1

Das Projekt gehört ja mit zu den größten Orgeln, die diese Firma bisher realisiert hat, insbesondere unter dem neuen Juniorchef. Da denke ich, es könnte so eine Art 'Referenzobjekt' werden, für das man sich besonders engagiert. Eine solche Akustik und eine 'Kirche in exponierter Lage' hat man als Orgelbauer auch nicht alle Tage zur Verfügung.

...zumindest gehört das Projekt zu den größten Neubauten, das kann man schon so sagen. Vergleichbar große Orgeln der Firma aus den letzten Jahren stehen im Ausland (Kasachstan, Spanien, und erst kürzlich: Russland) und sind somit als Referenzobjekte (zumindest für die hiesige Region) eher nicht so geeignet... ;-)

Viele Grüße
Thomas

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Samstag, 08. März 2014, 10:35 (vor 4556 Tagen) @ tombecher
bearbeitet von kjz1, Samstag, 08. März 2014, 16:40

Vergleichbar große Orgeln der Firma aus den letzten Jahren stehen im Ausland (Kasachstan, Spanien, und erst kürzlich: Russland) und sind somit als Referenzobjekte (zumindest für die hiesige Region) eher nicht so geeignet... ;-)

Ja, als Referenz für deutsche Kunden wäre das dann doch etwas zu weit. Da sollte man doch schon etwas in der Region anbieten können.

Dazu kommt dann noch das relativ umfangreich ausgebaute Koppel-System und das vierte Solo-Manual (auf Hochdruck), was ja auch auf Anregung des Orgelbauers seinen Weg in die Disposition fand.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 23. März 2014, 14:46 (vor 4541 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Mittlerweile hat sich eher etwas hinter den Kulissen getan. Das Traggerüst wurde einbetoniert und zugeputzt und Elektroleitungen verlegt. Ausserdem hat man jetzt das Traggerüst freigelegt und das Gerüst in die Kirche hinein erweitert, so dass der Orgelbauer mehr Raum zum Arbeiten hat.

[image]

[image]

Mittlerweile wurde die Orgel im Montagesaal des Orgelbauers testweise aufgebaut. Es ist also damit zu rechnen, dass dann der Aufbau in der Kirche bald beginnen kann. Allerdings rechne ich damit, dass der Aufbau frühestens zu Pfingsten beendet sein wird. Es dauert also noch ein Weilchen.

Für die Intonation sind dann noch einmal 2-3 Monate angesetzt. Ist das eigentlich für eine Orgel dieser Größe viel, wenig, normal?

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Wolfgang Gourgé @, Sonntag, 23. März 2014, 15:11 (vor 4541 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Mittlerweile hat sich eher etwas hinter den Kulissen getan. Das Traggerüst wurde einbetoniert und zugeputzt und Elektroleitungen verlegt. Ausserdem hat man jetzt das Traggerüst freigelegt und das Gerüst in die Kirche hinein erweitert, so dass der Orgelbauer mehr Raum zum Arbeiten hat.

[image]

[image]

Mittlerweile wurde die Orgel im Montagesaal des Orgelbauers testweise aufgebaut. Es ist also damit zu rechnen, dass dann der Aufbau in der Kirche bald beginnen kann. Allerdings rechne ich damit, dass der Aufbau frühestens zu Pfingsten beendet sein wird. Es dauert also noch ein Weilchen.

Für die Intonation sind dann noch einmal 2-3 Monate angesetzt. Ist das eigentlich für eine Orgel dieser Größe viel, wenig, normal?

....bei um die 60 Registern sind drei Monate in Ordnung. Im Osnabrücker Dom warens bei vergleichbarer Größe im Jahr 2003 auch drei Monate, wenn ich mich richtig erinnere.

Gruß,
Wolfgang

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

jrbecker @, Sonntag, 23. März 2014, 18:09 (vor 4541 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Für die Intonation sind dann noch einmal 2-3 Monate angesetzt. Ist das eigentlich für eine Orgel dieser Größe viel, wenig, normal?


....bei um die 60 Registern sind drei Monate in Ordnung. Im Osnabrücker Dom warens bei vergleichbarer Größe im Jahr 2003 auch drei Monate, wenn ich mich richtig erinnere.

Gruß,
Wolfgang

Die Festschrift sagt, Markus Linden habe für diese Orgel (57 Register) 3 Monate benötigt.

Wie lange hat Winfried Albiez seinerzeit - wo war das noch, ich glaube in Freising - intoniert? ... wenn ich nicht so ein schlechtes Gedächtnis hätte, würde ich mir hin und wieder auch mal etwas merken von den vielen interessanten Informationen, die man mir hin und wieder zuruft...

LG
Jörg

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Heuler, Sonntag, 23. März 2014, 18:30 (vor 4541 Tagen) @ jrbecker

Vielleicht liege ich auch falsch, aber:
Ist die zeitliche Dauer von Intonationsarbeiten nicht sehr schwierig zu verallgemeinern? Es gibt flinke und langsame Intonateure, wobei auch die Assistenz wichtig ist, ganz zu schweigen von den ergonomischen Bedingungen des Instrumentes, der Zugänglichkeit des Prospektes, der Gründlichkeit in der Vorintonation, der Disposition, der Verfügbarkeit des Aufstellungsortes (Gottesdienste...), dem Anspruch des Auftraggebers...und letztlich: Dem Zeitfenster, welches einem der Chef einräumt.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 23. März 2014, 19:27 (vor 4541 Tagen) @ Heuler

Ist die zeitliche Dauer von Intonationsarbeiten nicht sehr schwierig zu verallgemeinern?

Geplant sind ja 44 Register + 7 Extensionen. In der Kirche finden zur Zeit nur 2 Gottesdienste (am Wochenende) statt, aber wochentags ist die Kirche normalerweise tagsüber geöffnet. Da aber in der Regel sehr viele Touristen im Sommer die Kirche besuchen, wird man sie wegen der Intonation wahrscheinlich doch unter der Woche schließen müssen. Als Intonateur käme wahrscheinlich Patrick Akroud in Frage.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Orlos @, Sonntag, 23. März 2014, 23:54 (vor 4541 Tagen) @ Heuler

Nicht zu vergessen: Es ist auch ein großer Kostenfaktor! Wer drei Monate einen Intonateur mit Gehilfen für ein einziges Projekt arbeiten lässt, muss dafür auch Geld haben. Man muss das beim Vergleichen von Kostenvoranschlägen schon berücksichtigen, wobei es wahrscheinlich heute kaum noch Firmen gibt, die das Material von Laukhuff einfach in die Kirche auf die Lade stellten und gut is. Die Hessen kennen das zum Beispiel von einer gewissen Firma Wagenbach aus den 1970er Jahren.
(Wobei das Pfeifenmaterial gar nicht schlecht ist. Man müsste es halt 'mal intonieren...)

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Heuler, Montag, 24. März 2014, 07:40 (vor 4540 Tagen) @ Orlos

Man muss das beim Vergleichen von Kostenvoranschlägen schon berücksichtigen


Aber ist es nicht unüblich, beim Kostenvoranschlag die geplante zeitliche Dauer der Intonation anzugeben? Das wäre durchaus sinnvoll, z.B. "Intonations-Flat: wir intonieren so viel und lange, wie Sie wollen.* "


*Gilt nicht für horizontales Pfeifenwerk und Tiernahrung.


Im Ernst: Eine klare Auskunft wäre doch hilfreich?!

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Montag, 24. März 2014, 09:11 (vor 4540 Tagen) @ Heuler

Aber ist es nicht unüblich, beim Kostenvoranschlag die geplante zeitliche Dauer der Intonation anzugeben?

Der Auftraggeber muss es ja auch wissen, da für diese Zeit die Kirche ggf. geschlossen werden muss. Insofern wird es wohl schon in den Verträgen Erwähnung finden.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 30. März 2014, 18:03 (vor 4534 Tagen) @ kjz1

Es gibt wieder ein paar neue Bilder vom März zu sehen. Eine Gruppe aus der Pfarrgemeinde (ich war leider beruflich verhindert) hat den Orgelbauer im Saarland besucht. Allerdings war die Orgel dort wohl nicht (mehr?) aufgebaut, sondern schon in Einzelteile zerlegt. Denn: ab der nächsten Woche soll der Aufbau in der Kirche erfolgen.

Neben den Orgel- und Eisenbahnfreunden scheint es noch eine dritte Gruppe zu geben: die Glockenfreunde. Deshalb gibt es noch einige Videos vom Geläute der Kirche:

Hier

Hier

Hier

Hier

Die Glocken werden allgemein wegen ihrer Klangschönheit gelobt, insbesondere die große Glocke (Schlagton h°) hat schon einen mächtigen 'Rumms', der meist nur zu Festtagen zum Einsatz kommt. In den Videos kommt das natürlich ganz rüber, dafür müssen die Tonaufnahmen zu stark gedrosselt werden (ansonsten droht Übersteuerung). Das volle Geläut ist auch prächtig laut; da gibt es leider Pläne, den freien Klang durch Jalousien zu 'kastrieren'.

Wenn die Orgel genauso gut wird wie die Glocken, dann wäre ich zufrieden.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 06. April 2014, 14:10 (vor 4527 Tagen) @ kjz1

So, es geht tasächlich los. Zunächst einmal sind die Schreiner gefragt. Die ersten Windladen liegen bereits auf dem Stahlgerüst:

[image]

Und wenn man durch das Gerüst schaut, sind auch schon Teile der Rückwand montiert:

[image]

Dann hoffe ich mal, dass die Bemaßungen des Gerüstbauers auch mit denen des Orgelbauers übereinstimmen.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 13. April 2014, 15:26 (vor 4520 Tagen) @ kjz1

Mittlerweile hat der Orgelbauer auch am Gerüst seine 'Duftmarke' hinterlassen:

[image]

Die Orgel ist auch 'nach unten' gewachsen, wo dann später die 2 seitlichen 16' Pfeifentürme stehen werden. Die Windladen wurden um die Schleifenzugmechanik erweitert:

[image]

Die Schleifenzugmagnete liegen - quasi um 180° gedreht - unter der Windlade und bewegen die Schleifen über Wellen (die schwarzen Stäbe oben rechts im Bild). So spart man in der Breite und hat nur eine geringe Zunahme in der Höhe.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Montag, 21. April 2014, 20:51 (vor 4512 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Montag, 21. April 2014, 20:59

Mittlerweile hat der Orgelbauer das Projekt auch mit vielen Photos online gestellt:

Orgelneubau St. Kastor

Damit wären dann ja schon 4 Professoren mit dem Projekt betraut gewesen, das muss ja dann was werden...

Und hier gibt es auch noch aktuelle Bilder zum Palmsonntag und zur Osternacht.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 27. April 2014, 14:34 (vor 4506 Tagen) @ kjz1

Wieder einmal hat sich Einiges getan, wie auf der Website zu sehen ist. Mittlerweile wurde auch der Spieltisch angeliefert. Und ins Untergehäuse wurde auch ein Gebläse eingebaut:

[image]


Es wird auch Einiges an Elektronik verbaut, so erhält die Orgel z. Bsp. einen Touchscreen zur Bedienung/Programmierung des Setzers (50.000 Kombinationen mit der Möglichkeit der Speicherung auf USB-Stick).

Bei der Durchsicht der umfangreichen elektrischen Koppelanlage ist mir aufgefallen, dass man ja mit einigen Trakturmagneten mehr eigentlich... Und genau diesen Gedanken hatte anscheinend auch der Orgelbauer. Mit anderen Worten: die Orgel erhält eine doppelte Spieltraktur (mechanisch/elektrisch). Zunächst einmal ein MIDI-System mit Replay-Funktion, d.h. alle Konzerte können elektronisch aufgezeichnet und dann später noch einmal wiedergegeben werden. Dieses System bietet natürlich auch die Möglichkeit, später einmal problemlos einen elektrischen Zweitspieltisch anschließen zu können.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

ado ⌂ @, Sonntag, 27. April 2014, 15:34 (vor 4506 Tagen) @ kjz1

...die Orgel erhält eine doppelte Spieltraktur (mechanisch/elektrisch). Zunächst einmal ein MIDI-System mit Replay-Funktion, d.h. alle Konzerte können elektronisch aufgezeichnet und dann später noch einmal wiedergegeben werden.

Das war mir in der Beschreibung auf der Netzseite des Orgelbauers auch schon aufgefallen, und ich kam ins Grübeln. Wie hat man sich das vorzustellen?

"Orgelkonzert in St. Kastor, am... um... Wir wiederholen das Konzert von Herrn Organist XY vom ... (Midi-Aufzeichnung) Auf dem Programm: ..."

Oder man macht demnächst nur noch Midi-Konzerte, die der Organist vorab einspielt. So kann er Aufnahmen verwerfen und wiederholen, wenn sie ihm nicht richtig gefallen...

Und die Liedbegleitungen zu den Gottesdiensten werden natürlich in Zukunft auch über Midi abgespielt!

Es wird in mittelferner Zukunft pro Bistum nur noch eine festgelegte (kleine) Zahl Organisten geben, die ab und an neue Midi-Einspielungen produzieren, diese werden an die Seelsorgeeinheiten verteilt und jeweils auf die dort vorhandenen Orgeln abgestimmt.

Nur eine kleine Anzahl separatistisch-fundamentalistisch veranlagter Gemeinden hält noch daran fest, jemanden live an die Orgel zu setzen.

Da das Umrüsten existierender Instrumente auf Midi schwierig ist, wird eine immer größere Anzahl Gemeinden dann ihre bestehenden Orgeln stillegen und durch digitale ersetzen. Am besten identischer Bauart, dann funktioniert das mit den vorgefertigten Midi-Liedbegleitungen am einfachsten!

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 27. April 2014, 17:43 (vor 4506 Tagen) @ ado

Das war mir in der Beschreibung auf der Netzseite des Orgelbauers auch schon aufgefallen, und ich kam ins Grübeln. Wie hat man sich das vorzustellen?

Ich denke, das ist hauptsächlich dafür gedacht, dass sich Gast-Organisten auch mal selbst im Raum abhören können. Der Spieltisch befindet sich hier ja fast 'in' der Orgel, da es keine Empore gibt.

Zudem könnte man das Feature für Orgelaufnahmen nutzen. Es gibt wohl kaum etwas Ärgerlicheres, als wenn ein Take 'künstlerisch' gut gelungen ist, dann aber in den letzten Takten ein Schiffshorn (die Kirche liegt direkt an 2 Flüssen) dazwischenquäkt.

Ausserdem kann die MIDI-Schnittstelle auch zum Stimmen genutzt werden, man benötigt dann keinen Tastenhalter mehr. Der Orgelbauer erwähnte eine Phone-App.

Ausserdem: der Zugang zur Orgel führt über eine relativ enge steile Wendeltreppe im Turm. Zudem fehlt ja die Empore. Später (wenn nochmals Geld zur Verfügung stehen sollte) wäre dann ein elektrischer Zweitspieltisch recht einfach zu installieren.

Nur eine kleine Anzahl separatistisch-fundamentalistisch veranlagter Gemeinden hält noch daran fest, jemanden live an die Orgel zu setzen.

Noch haben wir ja unseren Orgel-Professor. Ausserdem ist es eine Gemeinde, die auf Traditionen (siehe die ganzen 'Dekos' zu den Hochfesten) großen Wert legt. Was auch von den Kirchenbesuchern hoch geschätzt wird. Irgendetwas Elektronisches käme da wohl nie in die Kirche.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 27. April 2014, 21:55 (vor 4506 Tagen) @ ado

"Orgelkonzert in St. Kastor, am... um... Wir wiederholen das Konzert von Herrn Organist XY vom ... (Midi-Aufzeichnung) Auf dem Programm: ..."

Zwei andere Anwendungsbereiche sind mir noch eingefallen:

Improvisation. Heute wären viele froh, hätte eine solche Möglichkeit damals schon Tournemire oder Cochereau zur Verfügung gestanden. Die Frage bleibt natürlich, inwieweit dann der 'improvisatorische Charakter' verloren ginge.

'Quasi vierhändiges Spiel'. Ein Organist kann zuvor den ersten Part einspielen und sich dann quasi mit dem zweiten Part selbst begleiten.

Letztendlich stellt diese Elektronik nur die moderne (und erweiterte) Variante von dem dar, was Welte schon vor vielen Jahren mit den Papierrollen bewerkstelligt hat. Die Rollen gibt es ja noch heute, ich frage mich, ob das neue System in etlichen Jahren auch noch abspielbar sein wird. Andererseits: MIDI ist ein relativ offener Standard, MIDI-Dateien wird man deshalb auch in vielen Jahren noch auslesen können. Die Frage ist halt, wie lange die Datenträger ihre Speicherinformationen behalten, notfalls muss man alle x Jahre die Daten neu kopieren.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

tombecher @, Saarbrücken, Sonntag, 27. April 2014, 22:19 (vor 4506 Tagen) @ kjz1

Hallo,

also ich denke, die wichtigste Anwendung der MIDI-Technik ist sicherlich die, sich seine Registrierungen und Interpretationen unten in der Kirche vorspielen zu lassen und so zu kontrollieren. In einem (ich glaube SWR-)Bericht über die neue Speyerer Domorgel hat Markus Eichenlaub gesagt, dass er diese (dort ebenfalls vorhandene) Einrichtung gerne und regelmäßig zur Kontrolle nutzt. Natürlich ist die Option, später ohne weitere große Eingriffe innerhalb der Orgel einen Zweitspieltisch nachzurüsten, auch nicht zu verachten ...und ich gehe mal davon aus, dass auch M.E. insgeheim von einem zweiten Spieltisch unten (à la St. Eustache) träumt...
...und den sicherlich auch irgendwann noch bekommen wird... ;-)

Viele Grüße
Thomas

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Flûte harmonique, Sonntag, 27. April 2014, 15:41 (vor 4506 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Flûte harmonique, Montag, 05. Mai 2014, 13:35

Wieder einmal hat sich Einiges getan, wie auf der Website zu sehen ist. Mittlerweile wurde auch der Spieltisch angeliefert. Und ins Untergehäuse wurde auch ein Gebläse eingebaut:


Ein schöner Spieltisch, der in der Bilderserie zu sehen ist! Wird die Registersteuerung über Züge oder Wippen links und rechts erfolgen?

Was allerdings die (Fuß-)Pistons für die Sequenzschalter und Koppeln betrifft, kann ich aus meiner Praxis sagen, dass eine Sequenzschaltung zurück und Manualkoppeln als Pistons nur in den seltensten Fällen benutzt werden (sowohl in Liturgie als auch Konzert), Pedalkoppeln und Sequenzer vorwärts als Pistons dagegen schon häufiger - es sei denn, man programmiert umfangreiche Crescendi und Decrescendi ein, die man dann nach Bedarf über die Sequenzschalter vor und zurück abruft, was bei Reger und/oder Improvisationen durchaus Sinn machen kann (siehe die Improvisationen von Philippe Lefebvre und Olivier Latry in Notre-Dame oder Pierre Pincemaille in Ste. Clotilde auf YouTube).

Und wenn Sequenzschalter schon einmal unter dem ersten Manual vorhanden sind, würde ich sie bei einem Instrument dieser Größe und mit vier Manualen zusätzlich auch unter den übrigen Manualen einbauen lassen, so dass man jederzeit bequem Zugriff darauf hat, aber ohne dass man sie beim Spiel unabsichtlich berührt und auslöst.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 27. April 2014, 17:48 (vor 4506 Tagen) @ Flûte harmonique
bearbeitet von kjz1, Sonntag, 27. April 2014, 17:52

Wird die Registersteuerung über Züge oder Wippen links und rechts erfolgen?

Im Entwurf sind mehrere (senkrechte) Reihen von Zügen links und rechts vom Spieltisch geplant. Dazu kommt ja noch der Touchscreen. Da kommt es dann auch darauf an, wo man diesen ggf. günstig platziert.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

tombecher @, Saarbrücken, Sonntag, 27. April 2014, 18:13 (vor 4506 Tagen) @ kjz1

Im Entwurf sind mehrere (senkrechte) Reihen von Zügen links und rechts vom Spieltisch geplant.

Soweit ich weiß, wird diesbezüglich vom Entwurf abgewichen und der Spieltisch bekommt beidseitig Registerwippen. Auf einem der Fotos auf der Mayer-Homepage sieht man die beiden Staffeleien mit jeweils 4 durchgehenden Schlitzen, keine Einzelbohrungen. Daraus würde ich schließen, dass hier Registerwippen verbaut werden.
Viele Grüße,
Thomas

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

Flûte harmonique, Sonntag, 27. April 2014, 18:20 (vor 4506 Tagen) @ tombecher

Im Entwurf sind mehrere (senkrechte) Reihen von Zügen links und rechts vom Spieltisch geplant.


Soweit ich weiß, wird diesbezüglich vom Entwurf abgewichen und der Spieltisch bekommt beidseitig Registerwippen. Auf einem der Fotos auf der Mayer-Homepage sieht man die beiden Staffeleien mit jeweils 4 durchgehenden Schlitzen, keine Einzelbohrungen. Daraus würde ich schließen, dass hier Registerwippen verbaut werden.
Viele Grüße,
Thomas

Das dürfte dieses Foto sein.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

tombecher @, Saarbrücken, Sonntag, 27. April 2014, 20:14 (vor 4506 Tagen) @ Flûte harmonique

Ja, danke, genau das meinte ich. Habe ganz übersehen, dass sich die Fotos auch direkt verlinken lassen.
Viele Grüße,
Thomas

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

zehnzweidrittel @, Sonntag, 27. April 2014, 20:37 (vor 4506 Tagen) @ Flûte harmonique

Und wenn Sequenzschalter schon einmal unter dem ersten Manual vorhanden sind, würde ich sie bei einem Instrument dieser Größe und mit vier Manualen zusätzlich auch unter den übrigen Manualen einbauen lassen, so dass man jederzeit bequem Zugriff darauf hat, aber ohne dass man sie beim Spiel unabsichtlich berührt und auslöst.

In "meiner" Orgel hat sich eine geteilte Sequenzerleiste auf das Beste bewährt.
Zwischen dem II. und III. Manual angeordnet, habe ich optimalen Zugriff auf die Setzersteuerung. Entgegen dem Bild haben wir noch in der Bauphase auch die linke Wippe auf "Sequenzer vorwärts" programmiert. Das Korrekturplättchen harrt noch des Anklebens ...
Für Organisten, die sehr aktiv in die Tasten hineinspielen, kann man die Sequenzerleiste gesondert ein- und ausschalten (Taster SL).

[image]

Ich möchte diese kleine Hilfe nicht mehr missen.


Viele Grüße

Harald

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 11. Mai 2014, 17:41 (vor 4492 Tagen) @ kjz1

Mittlerweile sind die Windladen und die Windkanäle an Ort und Stelle:

[image]

Wenn man etwas links vom Hubwagen schaut, sieht man auch den bereits eingebauten Spielschrank:

[image]

Zur Zeit ist man dabei, die Spieltraktur einzubauen, also viele Abstrakte einzuziehen. Wie man hier nachlesen kann, stammen die Metallpfeifen von Stinkens.

Ursprünglich war die Fertigstellung für Pfingsten geplant, aber mittlerweile kann man wohl froh sein, wenn zu Pfingsten die ersten Pfeifen (ausser dem 32') auf den Laden zu sehen sind.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Freitag, 16. Mai 2014, 20:13 (vor 4487 Tagen) @ kjz1

Das Projekt wird recht gut dokumentiert. Jetzt hat der Orgelbauer auch wieder Bilder zum Baufortschritt eingestellt. Es sind unter anderem der Einbau der Hochdrucklade und der Spielschrank zu sehen.

Und es erinnert tatsächlich auch einiges an den angloamerikanischen Orgelbau: die Hochdrucklade für das Solowerk, das Pedal im Unit/Multiplexsystem und auch die auf das Triforium ausgelagerten großen Pedalpfeifen.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Donnerstag, 29. Mai 2014, 14:43 (vor 4474 Tagen) @ kjz1

Und wieder hat sich so Einiges getan. Mittlerweile ist das Gehäuse fertig und die Pfeifen treffen ein:

[image]

Auf der linken Seite sieht man bereits den Praestant 16':

[image]

Auch auf der Website unserer Gemeinde gibt es wieder neue Bilder, u.a. von den Schwelljalousien, dem Ausladen der Praestant-Pfeifen und der (fast) fertige Spielschrank.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

MAT @, Donnerstag, 29. Mai 2014, 16:59 (vor 4474 Tagen) @ kjz1

Vielen Dank, dass Du uns auf dem Laufenden hälst. :-)

--
Gruß
MAT

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 08. Juni 2014, 14:14 (vor 4464 Tagen) @ kjz1

Mittlerweile ist der Praestant 16' (mit Überlänge) komplett eingebaut, so dass der Eindruck wieder symmetrisch ist:

[image]

Auch der Orgelbauer hat einige neue Bilder online gestellt; es sind u.a. der umfangreiche Schaltschrank, das Einheben der Prästant 16' Pfeifen und der Zugang zur Orgel von hinten über die dahinterliegende Michaelskapelle zu sehen.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Sonntag, 15. Juni 2014, 15:27 (vor 4457 Tagen) @ kjz1

Die Einrasterung der Pfeifen geht weiter, mittlerweile sind auch schon Prospektpfeifen des Hauptwerks zu sehen:

[image]

Hier noch Bilder aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive. Dazu dann noch die Doppelflöte auf der Intonierlade und an ihrem Standort im Solowerk. Zu sehen ist auch die Fanfare, die nach englischer Tradition 'hooded' gebaut wird.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

Heuler, Montag, 16. Juni 2014, 10:53 (vor 4456 Tagen) @ kjz1

...und schon geht die Ketzerei wieder los: Hat die Doppelflöte im Solowerk ausreichend Platz, um frei zu sprechen?

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Montag, 16. Juni 2014, 10:57 (vor 4456 Tagen) @ Heuler

...und schon geht die Ketzerei wieder los: Hat die Doppelflöte im Solowerk ausreichend Platz, um frei zu sprechen?

Im Solo-Schwellwerk stehen doch nur 6 Register, warum also nicht?

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

Heuler, Montag, 16. Juni 2014, 11:07 (vor 4456 Tagen) @ kjz1

s. Bild!

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Montag, 16. Juni 2014, 11:17 (vor 4456 Tagen) @ Heuler

s. Bild!

Wobei dies allerdings noch die Vormontage in der Werkstatt zeigt. So richtig läßt sich da nicht erkennen, ob dies auch den endgültigen Positionen entspricht. Das Werk steht ja auf erhöhtem Winddruck, insofern stellt sich auch die Frage, inwieweit die Pfeifenansprache dadurch forciert wird.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

Heuler, Montag, 16. Juni 2014, 12:36 (vor 4456 Tagen) @ kjz1

Ich meine das Bild von der Montage auf der Lade des Solowerkes: Dort stehen zwei Reihen recht nach beieinander und die übrigen Bohrungen des Pfeifenstockes lassen eine wietere Enge befürchten. Doppellabien sind ja nicht unheikel...
Eine romantische Doppelflöte hat ja sowieso immer recht hohen Winddruck. Das ist aber eine andere Baustelle, die zunächst mit dem Platz nichts zu tun hat.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 1, Historie)

kjz1, Sonntag, 29. Juni 2014, 12:07 (vor 4443 Tagen) @ kjz1

Mittlerweile gibt es wieder ein paar neue Photos auf der Orgelbauseite der Gemeinde. Es sind unter anderem das Schwellwerk 1 2 3 und der Spieltisch zu sehen. Wobei mir die 'Registerplättchen' am Spieltisch schon recht fragil aussehen. Die sollte man wohl vorsichtig behandeln.

Ein großer Teil der Pfeifen ist mittlerweile einrastriert, so dass die Intonation beginnen kann:

[image]

(Aufgrund des Regens ist die Ankündigung leider etwas verwischt.)

Dazu wird die Kirche dann auch nachmittags geschlossen. Das ist notwendig, da die Kirche in einem 'touristischen Brennpunkt' liegt und der Intonateur ansonsten nicht genug Ruhe hätte.

Ein mittlerweile schon historisches Foto habe ich noch auf der Festplatte gefunden:

[image]

Zu sehen ist das 'Chorörgelchen' und darüber die 'Reste' der vorherigen Spaeth-Orgel. Wie man sieht, hat sich da im Laufe der Jahre viel Dreck angesammelt. Die Befestigung der alten Orgel entspricht auch der neuen: es waren Stahlträger in die Wand eingelassen. Mittlerweile sind die Träger entfernt und die Wand wurde neu gestrichen, es ist also nichts mehr zu sehen.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Montag, 30. Juni 2014, 21:06 (vor 4442 Tagen) @ kjz1

Nachdem die Pfarrgemeinde vorgelegt hat, legt der Orgelbauer auch nach:

Spieltisch en detail (rechte Seite)

Schwellwerk

Solowerk

ungewöhnliche Perspektive: der Prospekt von oben

Und unser Organist (Prof. Höhnen) scheint sich auch schon auf das neue Instrument zu freuen.

Bereits die Entstehungsphase dieser Orgel wird ja sehr ausführlich dokumentiert. Das scheint mir nicht unbedingt die Regel zu sein, oder täusche ich mich da?

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

tombecher @, Saarbrücken, Montag, 30. Juni 2014, 22:24 (vor 4442 Tagen) @ kjz1

Bereits die Entstehungsphase dieser Orgel wird ja sehr ausführlich dokumentiert. Das scheint mir nicht unbedingt die Regel zu sein, oder täusche ich mich da?

Hallo Karl-Josef,
meinst Du das im Bezug auf die ausführende Orgelbaufirma, oder generell?

Generell würde ich Dir zustimmen, nicht jede Gemeinde macht sich solche Mühe mit einer Dokumentation auf ihrer Homepage...
Hier im Forum sind wir Durch Dich ja stets auf dem letzten Stand, was auch nicht selbstverständlich ist - an dieser Stelle mal ein großes Dankeschön dafür!

Die Orgelbaufirma im Speziellen betreffend, finde ich schon, dass man sich dort viel Mühe bei der Dokumentation gibt, zumindest bei den größeren Projekten der letzten Zeit: Für die Projekte in Astana (Kasachstan), Granollers (Katalonien, über die Entstehung dieser Orgel wurde auch ein Film gemacht), St. Ingbert - St.Josef etc. gab es z.B. ebenfalls ausführliche Bilddokumentationen auf der Homepage. Seit der Neugestaltung der Homepage finde ich die ausführlichen Dokumentationen dort allerdings nur noch für die ganz aktuellen Projekte von Penza (Russland) und eben Koblenz St. Kastor...

Viele Grüße,
Thomas

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Dienstag, 01. Juli 2014, 10:15 (vor 4441 Tagen) @ tombecher

meinst Du das im Bezug auf die ausführende Orgelbaufirma, oder generell?

Eigentlich beides.

Generell würde ich Dir zustimmen, nicht jede Gemeinde macht sich solche Mühe mit einer Dokumentation auf ihrer Homepage...

Ja, oft sieht man ja nur ein paar Bilder von der Fertigstellung/Orgelweihe + Dispo und das war es dann. In unserer Gemeinde gibt es 2 film- und fotobegeisterte Gemeindemitglieder, die sich damit viel Mühe geben. Dazu dann noch die jeweils aktualisierte Schauwand zum Projekt in der Kirche. In der nächsten Zeit wird sich da eher weniger tun, denn bei der Intonation sieht man ja keine Fortschritte.

Die Orgelbaufirma im Speziellen betreffend, finde ich schon, dass man sich dort viel Mühe bei der Dokumentation gibt, zumindest bei den größeren Projekten der letzten Zeit...

Ja, das liegt IMHO auch daran, dass der für Neubau zuständige Juniorchef recht technikaffin zu sein scheint. Die Orgel wurde ja komplett per CAD geplant, mit etlichen technischen 'Gimmicks' ausgestattet und die Homepage des Orgelbauers auch komplett neu gestaltet. NB: die Visualisierung der neuen Orgel ist wohl so gut gelungen, dass man meinen könnte, die Orgel wäre bereits in Betrieb.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

MAT @, Dienstag, 01. Juli 2014, 11:57 (vor 4441 Tagen) @ kjz1

Uii, im Schwellwerk sieht man ein Schultüte, (8´?)!!! Nee im Ernst, immer schöne Fotos von dem Projekt, bitte mehr davon!

--
Gruß
MAT

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Dienstag, 01. Juli 2014, 12:49 (vor 4441 Tagen) @ MAT

Uii, im Schwellwerk sieht man ein Schultüte, (8´?)!!! Nee im Ernst, immer schöne Fotos von dem Projekt, bitte mehr davon!

Ja, die Pfeife wurde gut 'eingetütet'. Dieses Photo vom Solowerk hat mich auch etwas erstaunt. Entweder stehen da die Pfeifen auf Sturz (was ich auf den Plänen so nicht gesehen habe), oder es gibt noch (zusätzliche) Schwelljalousien zur Seite hin. Das wäre natürlich auch reizvoll für ein Hochdruckwerk: zunächst öffnen sich die (kleinen) Jalousien zur Seite (gegen die Kirchenwand, also indirekter Klang) hin und erst dann gehen die (großen) Jalousien nach vorne direkt in den Raum auf. Also klanglich so in Richtung 'caged roar'.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Mittwoch, 02. Juli 2014, 08:31 (vor 4440 Tagen) @ kjz1

Das wäre natürlich auch reizvoll für ein Hochdruckwerk: zunächst öffnen sich die (kleinen) Jalousien zur Seite (gegen die Kirchenwand, also indirekter Klang) hin und erst dann gehen die (großen) Jalousien nach vorne direkt in den Raum auf. Also klanglich so in Richtung 'caged roar'.

Ich habe noch mal nachgefragt; ja, genau das ist es: es gibt 2 Schwelljalousien, einmal zur Seite hin und einmal nach vorne. Laut dem Orgelbauer klingt das bei den ersten Tönen schon sehr vielversprechend. Ich freu mich drauf. :-)

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Donnerstag, 10. Juli 2014, 20:16 (vor 4432 Tagen) @ kjz1

Man merkt, es ist saure Gurken Zeit und so widmet sogar die Lokalpresse einen Artikel über die Intonation der Orgel. Zudem gibt es noch ein Bild, welches wohl mit Fisheye-Optik auf dem engen Gerüst gemacht wurde.

Interessant vielleicht als Zitat:

Über St. Kastor kann Akroud schon jetzt sagen: "Die Akustik in der Kirche ist sehr gut", weshalb die Basilika auch gern für Konzerte genutzt wird - was in naher Zukunft auch wieder mit angemessener Orgelbegleitung möglich sein wird.

Also stehe ich nicht ganz alleine mit meiner Meinung dar, dass die Kirche über eine hervorragende Orgel-Akustik verfügt. 'Kathedral-Klang', nicht zu überhallig, gut tragend und damit den Klang verstärkend. Das wichtigste Orgel-Register wäre damit schon einmal gegeben. Und:

Zuletzt war der Franzose in der Philharmonie von Penza in Russland tätig, in Kürze wird er die Orgel in der Rhein-Mosel-Halle intonieren.

Also kommt dann die große Kemperin im größten Konzertsaal der Stadt auch an die Reihe.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

Solcena ⌂ @, Donnerstag, 10. Juli 2014, 21:25 (vor 4432 Tagen) @ kjz1

Zuletzt war der Franzose in der Philharmonie von Penza in Russland tätig, in Kürze wird er die Orgel in der Rhein-Mosel-Halle intonieren.


Also kommt dann die große Kemperin im größten Konzertsaal der Stadt auch an die Reihe.

Braucht die jemand? ;-)

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz

kjz1, Donnerstag, 10. Juli 2014, 21:36 (vor 4432 Tagen) @ Solcena

Braucht die jemand? ;-)

Selten, sehr selten. Aber ab und an dann doch. Sie wurde nicht, was ja billiger wäre, durch etwas Elektronisches ersetzt, sondern man hat die Orgel erhalten. Und es ist die größte Orgel der Stadt (mit Abstand) und sie war bei ihrer Einweihung wohl auch mit die größte Konzertsaalorgel (IV/71, 1964) in Deutschland.

Für mich ist es interessant zu sehen, was denn die Fa. Mayer evtl. noch aus dem 'Monster' herausholen kann. Immerhin wurde die Orgel ja komplett ausgebaut (die Halle wurde bei der kürzlich erfolgten Renovierung zunächst bis auf den Betonkern zurückgebaut). Da ist sicher nicht nur eine neue Intonation, sondern noch so einiges mehr an Arbeit fällig. Und da interessiert mich schon das Resultat.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Montag, 14. Juli 2014, 18:14 (vor 4428 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Selbst die Intonation, wo sich sichtbar ja nicht allzu viel tut, wurde auf der Bauseite gewürdigt. So sind die Intonateure dann nicht mehr ganz so anonym. Der Chefintonateur feiert sein 40. Betriebsjubiläum, dürfte also einiges an Erfahrung haben. Aber auch der Chef legt mit Hand an.

Mittlerweile wurde auch das 'Pfeifenlager' wieder zurückgebaut, so dass die Kirche jetzt wieder durch das Hauptportal (in einem Tunnel unter dem Gerüst durch) zugänglich ist.

Ich habe mir noch einmal das Gehäuse angeschaut. Allzu viel Platz ist da ja nicht, da wurde fast jede Ecke mit Pfeifen 'befüllt'. Der 32' musste ja bereits auf die Seitenempore ausgelagert werden. Kein Vergleich mit der (etwas größeren) neuen Orgel in der Nachbarkirche St. Florin. Diese ist im Grundriß fast quadratisch, also relativ tief. Da kann man zur Wartung (bzw. bei Orgelführungen) sogar mitten durch die Orgel hindurchgehen. Hier in St. Kastor hat die Denkmalpflege (leider?) meines Wissens nach recht harte Auflagen gestellt.

Trotz alledem hat mir der Orgelbauer mitgeteilt, dass die Orgel bereits jetzt (mit nur einigen intonierten Registern) 'prächtig' klingt. Nun ja, prächtig passt dann ja auch zum 'Stil' der Kirche, man denke nur an den 'Weihnachtsbaum-Overkill'...

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 27. Juli 2014, 16:12 (vor 4415 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Sonntag, 27. Juli 2014, 17:53

Hallo!

Zur Zeit wird unsere Orgel ja intoniert. Und erhält eine 'romantische Intonation' (von der Website der Gemeinde):

Ziel dieser ist es, der Pfeife einen statischen, kräftigen Ton zu geben, um homogene und nuanciert abgestufte Register zu erhalten, mit denen man große kompositorische Linien und Klangflächen darstellen kann.

Wenn man sich die Disposition ansieht, verwundert dies eher wenig. Wenn man die Historie kennt, schon eher. Unser langjähriger Organist ist nämlich ein großer Bewunderer von Bach, u.a. gründete er den Bach-Chor und hat auch viele Bach-Werke aufgeführt. Dementsprechend war die (abgebaute) Spaeth-Orgel eher neobarock angelegt. Auch das jetzige 'Chorörgelchen' versucht Raumbeherrschung eher durch Aliquoten zu erlangen.

Sieht man sich in der Region etwas um, so findet man auch hier eher neo-barock geprägte Orgeln und auch einige Barock-Orgeln. Hier meist mit mehr oder weniger Original-Pfeifenmaterial der Stumm-Dynastie (auch unsere Kirche verfügte ja früher über eine relativ große Stumm-Orgel). Auch der Orgelbauer ist in der Vergangenheit nicht unbedingt im Bereich 'romantische Orgel' bei Neubauten hervorgetreten.

Hier in der Region kenne ich im Bereich des romantischen Orgelbaues eigentlich nur die (spät-)romantische Seifert-Orgel in St. Josef:

Orgel St. Josef

Das Instrument hat mir damals 'die Ohren geöffnet', dass es neben dem neo-barocken Klang auch noch ein anderes Klangideal gab. Das war noch vor der Renovierung 1990 durch Seifert. Damals hat man die Orgel (aus meiner Sicht: leider) erheblich verkleinert. Eher ungewöhnlich ist auch das (hinterständige) Schwellwerk, mit dem erhebliche Klangeffekte (Stichwort: 'caged roar') möglich sind. Auch andere Konzertbesucher haben mir gegenüber schon geäussert, dass diese Orgel ja 'so ganz anders' klingt, als was man sonst von den Kirchen in der Stadt gewohnt ist.

Ein hinterständiges Schwellwerk wie in St. Josef (das Schwellwerk steht größtenteils verdeckt durch das Hauptorgelgehäuse in einem sehr voluminösen Turmraum. Der Klang ist bei geschlossenen Jalousien praktisch mit einem Fernwerk vergleichbar.) ist in St. Kastor baubedingt nicht möglich. Was ich mich aber schon immer gefragt habe: warum haben die meisten Orgeln nur Schwelljalousien direkt nach vorne in den Raum hinein? Klangänderungen sind so ja nur in begrenztem Maße möglich. Könnte man nicht auch 'Seitenjalousien' bauen? Das muss sich unser Orgelbauer anscheinend auch gedacht haben, denn zumindestens das Solowerk hat nicht nur Jalousien nach vorne, sondern auch hoch oben seitlich zur Kirchenwand hin. Somit kann man auch eine 'indirekte Schwellwirkung' realisieren. Leider konnte ich nur die vorderen Jalousien photographieren, bei den seitlichen Jalousien ist (noch) zu viel Gerüst im Weg:

[image]

Ausserdem ist mir in der Region auch nur eine weitere viermanualige Orgel bekannt: die Kemperin hier in der Stadthalle, die momentan bei demselben Orgelbauer in Bearbeitung ist.

Tja, und dann wird in unserer Kirche Kirche eine Orgel gebaut, die ihre raumbeherrschende Kraft anscheinend eher aus einem Hochdruckwerk mit doppelten Schwelljalousien beziehen soll und mit den 16-Füssen in allen Manualen auch einiges an Gravität besitzen dürfte. Motto: in der Tiefe liegt die Kraft?

Für die hiesigen Verhältnisse kommt das schon stark einem Paradigmenwechsel gleich, deshalb auch meine Verwunderung und gespannte Vorfreude.

P.S.: auch vom Orgelbauer gibt es einige neue Fotos:

Beim Abhören der Intonation im Kirchenschiff

Auch der Seniorchef testet kritisch die Orgel

Das Positiv hoch oben unter dem Gewölbe

Die gekröpften Becher der Fanfare

Intonation des Prästant 16'

(Wenn man in den Pfeifenmund schaut, leuchtet es dort rötlich. Entweder ist dies ein Effekt der Beleuchtung oder es handelt sich um zinnfolierte Kupferpfeifen. Aus Gründen der Stabilität würde hier Kupfer bei den überlangen Pfeifen Sinn ergeben.)

Viele Grüße,

- Karl-Josef

mehrere Schwelljalousien

Karsten @, Sonntag, 27. Juli 2014, 16:26 (vor 4415 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Karsten, Sonntag, 27. Juli 2014, 16:35

[...] Was ich mich aber schon immer gefragt habe: warum haben die meisten Orgeln nur Schwelljalousien direkt nach vorne in den Raum hinein? Klangänderungen sind so ja nur in begrenztem Maße möglich. Könnte man nicht auch 'Seitenjalousien' bauen? Das muss sich unser Orgelbauer anscheinend auch gedacht haben, denn zumindestens das Solowerk hat nicht nur Jalousien nach vorne, sondern auch hoch oben seitlich zur Kirchenwand hin. Somit kann man auch eine 'indirekte Schwellwirkung' realisieren. [...]

Das scheint mir häufig vor allem eine Frage der Orgelanlage zu sein. Ziel ist meistens eine direkte und möglichst effektive Klangabstrahlung in das Kirchenschiff. Da ist der Effekt von mehreren, evtl. sogar getrennt schaltbaren oder steuerbaren Jalousiewänden eher Luxus oder eben gar nicht gewollt.

Hin und wieder wird es ja durchaus so gebaut, sofern Orgelanlage und Raum und die Finanzen es zulassen.
Die kürzlich diskutierte Hauptorgel im Dom zu München hat beispielsweise Schwelljalousien vorne, seitlich und oben, die auch getrennt einschaltbar sind (oder zumindest mal waren), eben um solche indirekten Klangeffekte zu bewerkstelligen.

Gruß
Karsten

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 27. Juli 2014, 16:36 (vor 4415 Tagen) @ Karsten

Hin und wieder wird es ja gebaut, sofern Orgelanlage und Raum es zulassen.

In der Kirche hier läßt es der Raum auch zu. Relativ große Akustik (natürlich nicht so hallig wie der Liebfrauendom) und eine reflektierende, steinerne Seitenwand. Dazu nur ein relativ geringer Abstand von Gehäuse zur Seitenwand hoch oben, so dass der Klang nicht zu direkt in den Raum schallt, sondern eher indirekt nach Reflektion durch Seitenwand und Gewölbe. Hört sich in der Theorie gut an, mal hören, was die Praxis dann besagt.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

ado ⌂ @, Sonntag, 27. Juli 2014, 17:48 (vor 4415 Tagen) @ kjz1

vielen dank für die ausführliche berichterstattung samt bildern!

auf letzteren habe ich mich heute einmal mehr über den spieltisch gewundert. da gibt man soviel geld für eine orgel aus, und der spieltisch hat den haptischen charme eines sicherungskastens. diese registerwippen gehen irgendwie gar nicht.

oder sind sie einfach nur grundehrlich? kein firlefanz, wir sind elektrisch. kippschalter eben.

und sind die klaviaturen aus plastik, oder scheint das bloß so?

und diese verblendungen aus holzfurnier, die sollen wie laminat aussehen?

ich hör schon auf :-) *duckundweg*

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 27. Juli 2014, 18:02 (vor 4415 Tagen) @ ado
bearbeitet von kjz1, Sonntag, 27. Juli 2014, 18:12

auf letzteren habe ich mich heute einmal mehr über den spieltisch gewundert. da gibt man soviel geld für eine orgel aus, und der spieltisch hat den haptischen charme eines sicherungskastens. diese registerwippen gehen irgendwie gar nicht.

Es gibt sicher schönere Spieltische und über diese 'Plastikplättchen-Wippen' habe ich mich auch schon gewundert.

oder sind sie einfach nur grundehrlich? kein firlefanz, wir sind elektrisch. kippschalter eben.

Andererseits: auch das. Das gesamte Design der Orgel ist modern inklusive der ganzen Steuerelektronik samt Replay-System, ich sehe da nirgendwo irgendwelche 'historisierenden' Elemente. In der ganzen (sehr alten) Kirche ist die Orgel mit das modernste 'Design-Interieur'. Warum sollte man dann bei der Registersteuerung (bzw. dem Spieltisch) 'historisierend' werden? Insofern passen die Kippschalter wieder zum Gesamtkonzept.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

friedemannw @, Gießen, Sonntag, 27. Juli 2014, 22:14 (vor 4415 Tagen) @ kjz1

Wenn man in den Pfeifenmund schaut, leuchtet es dort rötlich. Entweder ist dies ein Effekt der Beleuchtung oder es handelt sich um zinnfolierte Kupferpfeifen. Aus Gründen der Stabilität würde hier Kupfer bei den überlangen Pfeifen Sinn ergeben.)

Große Pfeifen haben einen "Innenfuß" (ab etwa 8'-Länge, meist aus Kupfer oder Zink), noch größere bekommen dann auch noch einen Einsatz im Oberlabienbereich.

Einsatz für eine 16'-Pfeife:
[image]

Blick in die Pfeife ohne Fuß, Einsatz eingelötet
[image]

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 27. Juli 2014, 22:26 (vor 4415 Tagen) @ friedemannw

Große Pfeifen haben einen "Innenfuß" (ab etwa 8'-Länge, meist aus Kupfer oder Zink), noch größere bekommen dann auch noch einen Einsatz im Oberlabienbereich.

Danke, so etwas habe ich bisher noch nicht gesehen. Allerdings kommt man normalerweise den Pfeifen kaum so nahe, um dieses Detail sehen zu können. Das sollte ja dann verhindern, dass die Füße später einsinken. Ein Teil der Pfeifen dieser Orgel kommt wohl von Stinkens.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Freitag, 01. August 2014, 17:44 (vor 4410 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Montag, 04. August 2014, 08:26

Hallo!

Der Orgelbauer und unser Webteam war mal wieder fleissig. Mittlerweile ist ein Teil des Gerüstes abgebaut, so dass man schon mehr von der Orgel sehen kann:

Orgelansicht (es fehlen noch einige Verkleidungen)

Detailansicht vor dem Westfenster

Prästant 16'

Hochdruckzungen

Trichterflöte 4'

Flute harmonique 8'

Und ein ganz besonderes Schmankerl: es gibt nicht nur etwas zu sehen, sondern auch was auf die Ohren:

Video Intonation St. Kastor

Unter anderem ist die Hochdruckzunge einmal mit geschlossenem und dann mit geöffneten Schwelljalousien zu hören. Die Tonaufnahme ist nicht ganz optimal, am besten den Lautstärkeregler etwas hochdrehen. Andererseits: wann bekommt man eine Orgel schon öffentlich 'in statu nascendi', also schon vor der Einweihung, zu hören?

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

friedemannw @, Gießen, Samstag, 02. August 2014, 15:40 (vor 4409 Tagen) @ kjz1

Trichterflöte 4'


Ist ja ne komische Trichterflöte, so von der Form her. Sollte bei einem solchen Register nicht der ganze Pfeifenkörper trichterförmig sein? So wie

Hier als 2'-Register, oder

Hier, zweite Pfeife von links,

selbst die Encyclopedia of Organ Stops sagt was anderes...

Für mich sieht das eher wie "Bell Diapason" oder (wenn's ne Flöte sein soll) eine "Bell Flute" aus... In der Wanamaker-Orgel sieht die "Bell Flute 8'" im Upper Swell übrigens so aus:

(im Hintergrund links)
[image]

[image]

Da muss wohl nochmal umgraviert werden ;) - Nein, Namen sind ja nicht entscheidend, aber von einer Trichterflöte würde ich irgendwie eine andere Klangfarbe erwarten.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Samstag, 02. August 2014, 16:09 (vor 4409 Tagen) @ friedemannw

Nein, Namen sind ja nicht entscheidend, aber von einer Trichterflöte würde ich irgendwie eine andere Klangfarbe erwarten.

Ja, Namen halte ich auch für Schall und Rauch. Wahrscheinlich ist man da bei der Benennung auch eher pragmatisch vorgegangen: unten relativ weite Mensur (also Flöte), oben ein Trichter drauf, also Trichterflöte... ;-)

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Orlos @, Samstag, 02. August 2014, 23:13 (vor 4409 Tagen) @ kjz1

Irgendwo habe ich den Registerzug "Flûte à Pavillon" gelesen, ist das auch so gebaut, weite Flöte mit obenliegendem Trichter?
Im Grunde ist es eine gegenteilige Koppelflöte, vielleicht findet sich da ein entsprechender Name, muss ja nicht "Antikoppelflöte" sein.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

friedemannw @, Gießen, Sonntag, 03. August 2014, 01:49 (vor 4409 Tagen) @ Orlos

Irgendwo habe ich den Registerzug "Flûte à Pavillon" gelesen, ist das auch so gebaut, weite Flöte mit obenliegendem Trichter?

Siehe mein vorheriger Post mit dem Link unter "Bell Diapason", der zur Encyclopedia of Organ Stops führt :)

Gibt es z.B. in St. Sulpice (Grand Orgue):

[image]

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 03. August 2014, 12:48 (vor 4408 Tagen) @ friedemannw

Irgendwo habe ich den Registerzug "Flûte à Pavillon" gelesen, ist das auch so gebaut, weite Flöte mit obenliegendem Trichter?


Siehe mein vorheriger Post mit dem Link unter "Bell Diapason", der zur Encyclopedia of Organ Stops führt :)

Wobei Flûte à Pavillon ja wörtlich übersetzt eigentlich Flöte mit Schalltrichter bedeutet, verkürzt also 'Trichterflöte'. Ich weiss, dass im Vorfeld des Orgelneubaues auch Orgeln in Metz besucht wurden. Und der Intonateur ist ebenfalls Franzose. Insofern liegt es nahe, dass man Flûte à Pavillon eingedeutscht hat. Pavillonflöte klänge auch etwas komisch. Insgesamt hat man ja versucht, die Registernamen hauptsächlich in Deutsch/Latein zu halten (na ja, aber keine 'Harmonietrompete').

Der Trichter soll ja zur Betonung bestimmter Obertöne beitragen. Wenn ich mir das Video so anhöre, so ist der Klang schon recht obertonreich (es ist im 'Trumpet Voluntary' das volle Solowerk zu hören). Dazu kommen dann noch die ausgebauten Superoktaven in Schwell- und Solowerk. Ich hoffe, dass im Endeffekt der Klang der Orgel nicht zu 'klingelig' wird. (Die Mikrofone für die Tonaufnahme standen direkt auf dem Gerüst, das hat mir der Videofilmer bestätigt.)

P.S.: heute gab es als Nachspiel die Reger-Passacaglia auf 11 Registern (mit Schlussapplaus)...

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 03. August 2014, 14:49 (vor 4408 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Da mittlerweile der obere Gerüstteil abgebaut wurde, ist jetzt die Orgel auch (fast) ganz zu sehen:

[image]

In Abänderung des ersten Entwurfs sind jetzt oben in den Seitenfeldern auch keine Holzteile des Gehäuses mehr sichtbar, die Pfeifen reichen bis an den Rand:

[image]

Ebenso wurden die Pfeifen im Prospekt um die Ecke herumgeführt, so dass von untern kaum noch etwas von Seitenwänden in der Mitte zu sehen ist:

[image]

IMHO sieht der Prospekt so auch gefälliger aus. Zudem sind jetzt auch beim Solowerk die beiden Schwelljalousien sichtbar, große nach vorne und kleinere seitlich oben:

[image]

Wenn man beim Spieltisch genau hinschaut, sieht man, dass nicht alle Registerwippen schwarz sind, einige sind auch weiss hinterlegt:

[image]

Ausserdem gibt es 2 Schlüsselschalter für die Gebläse: einmal für das Hauptgebläse und einmal für das Hochdruckgebläse. Denn wie sagte der Intonateur im Video so schön: 'Das gibt richtigen Schub drauf'.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

elsenp @, Montag, 04. August 2014, 07:49 (vor 4407 Tagen) @ kjz1

Denn wie sagte der Intonateur im Video so schön: 'Das gibt richtigen Schub drauf'.

Schade, das Video wurde offenbar entfernt.

Gruß
Peter

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Montag, 04. August 2014, 08:25 (vor 4407 Tagen) @ elsenp

Denn wie sagte der Intonateur im Video so schön: 'Das gibt richtigen Schub drauf'.

Schade, das Video wurde offenbar entfernt.

Es hat sich nur der Link geändert:

Video

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

B80C @, Montag, 04. August 2014, 18:03 (vor 4407 Tagen) @ kjz1

Wenn man beim Spieltisch genau hinschaut, sieht man, dass nicht alle Registerwippen schwarz sind, einige sind auch weiss hinterlegt:

Ich würde eher vermuten, dass man die noch nicht fertig intonierten Register mit Klebeband markiert hat.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Montag, 04. August 2014, 18:10 (vor 4407 Tagen) @ B80C
bearbeitet von kjz1, Montag, 04. August 2014, 18:16

Ich würde eher vermuten, dass man die noch nicht fertig intonierten Register mit Klebeband markiert hat.

Ja, das war die andere Idee, die mir durch den Kopf ging. Das würde dann hauptsächlich die Aliquoten bzw. die Jeux de combinaison betreffen, wenn ich das aus der Ferne richtig gepeilt habe.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 17. August 2014, 15:02 (vor 4394 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Sonntag, 17. August 2014, 15:06

Hallo!

In der letzten Woche wurde das Gerüst entfernt (das kostet schließlich auch Tag für Tag Miete), alle noch fehlenden Holzverkleidungen angebracht und die Revisonsklappen geschlossen. Somit präsentiert sich die Orgel optisch bereits im Endzustand:

[image]

[image]

Dominiert wird der Prospekt natürlich von den 'großen Röhren' des Prästant 16'. Links das Schwellwerk, rechts das Solowerk mit den doppelten Scwelljalousien, in der Mitte oben das Positiv, rechts und links oben dann Hauptwerk und (Klein-)Pedal. Die tiefe Oktave des Subbass 32' liegt rechts hinter den Öffnungen im Dachboden des Seitenschiffs. Die Winddrücke betragen: Pedal 85 mm WS, Hauptwerk 75 mm WS, Positiv 70 mm WS, Schwellwerk 75 mm WS, Solo 280 mm WS.

Der Spieltisch von unten:

[image]

Hier sieht man auch, wie die Prospektpfeifen 'um die Ecke gezogen' wurden:

[image]

[image]

Die Orgelweihe ist voraussichtlich für den 2. November geplant. Von anderen Projekten habe ich bisweilen gehört, dass da morgens erst der Orgelbauer das Stimmhorn aus der hand gelegt hat und nachmittags war dann Orgelweihe. Hier ght man das alles etwas gelassener an. Allerdings sind wohl noch nicht alle Pfeifen eingebaut und intoniert. Zur Zeit ist die Kirche jedenfalls wieder ganztägig geöffnet. Somit wird also auch die Kemperin in der Stadthalle noch vor unserer Orgel in Betrieb genommen.

Zum Thema 'Farbigkeit in Kirchen'. Bei der Restaurierung nach dem Krieg in den Fünfzigern war man auch sehr sparsam mit den Farben:

[image]

Dir Kirche wurde immer als 'graue Höhle' beschrieben. Das Farbigste waren da noch die Fenster. (BTW: Touristen hörte ich öfters sagen: 'schöne Fenster aus dem Mittelalter'. Nichts Mittelalter, die Fenster stammen auch den Fünfzigern, wurden aber damals von Alois Stettner kongenial in einem eher 'archaischen' Stil konzipiert.) Bei der Restaurierung in den späten Achtigern hat man dann aber erheblich mehr Farbe gewagt:

[image]

Alles wurde 'luftiger, heller'. Dazu passt dann auch die Orgel, obwohl auch diese eher monochrom gestaltet wurde. Aber irgendein bunter Prospekt oder 'Eiche rustikal' würde heute IMHO auch nicht in die Kirche passen. In ersten Reaktionen war man doch erstaunt, dass der Prospekt so hell geworden ist.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Solcena ⌂ @, Sonntag, 17. August 2014, 16:07 (vor 4394 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Solcena, Sonntag, 17. August 2014, 16:11

Hallo,

vielen Dank für die Bilder.

Ich muss mir das unbedingt mal vor Ort anschauen. Auf den Fotos wirkt die Orgel m. E. ziemlich klotzig und nicht wirklich elegant. Naja, soviele Register unterzubringen, führt halt zu einer enormen Gehäusetiefe (1/2 Joch)... Ich hätte aber auch keine Idee für einen eleganteren Prospektaufbau.

Dass klanglich bei diesem Konzept und dem Orgelbaur eine sehr schöne Lösung in dieser Kirche rauskommen wird, kann ich mich mir dagegen sehr gut vorstellen.

Viele Grüße
Solcena

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 17. August 2014, 16:35 (vor 4394 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von kjz1, Sonntag, 17. August 2014, 16:40

Ich muss mir das unbedingt mal vor Ort anschauen. Auf den Fotos wirkt die Orgel m. E. ziemlich klotzig und nicht wirklich elegant.

Andererseits passt das schon zur Kirche und dem hier gepflegten Stil. Man erinnert sich ja vielleicht noch an den 'Weihnachtsbaum-Overkill'. Die Gemeinde hier hat schon eine leichte Neigung zu 'klotzig und pompös'. Ist schließlich eine Basilika, die von sehr vielen Touristen besucht wird. Dazu gibt es dann öfters Hochzeiten, Konzerte und Festakte. Da soll dann auch die Orgel 'optisch und akustisch etwas hermachen'. Dafür spricht ja auch, dass direkt 3 Professoren als OSV tätig waren und der Prospektentwurf dann natürlich ebenfalls von einem Architektur-Prof. stammt. Zur reinen Liedbegleitung hätte es auch das 'Chorörgelchen' getan. Allerdings relativieren sich die Proportionen in der Realität auch etwas dadurch, dass die Orgel ja nur die obere Hälfte der Raumhöhe einnimmt.

Naja, soviele Register unterzubringen, führt halt zu einer enormen Gehäusetiefe (1/2 Joch)... Ich hätte aber auch keine Idee für einen eleganteren Prospektaufbau.

Leider hat wohl der Denkmalschutz nur ein halbes Joch zugelassen. Die frühere Empore war zumindestens ein ganzes Joch tief. Wenn ich mir im Gegnsatz dazu die große Förster&Nicolaus Orgel in der Nachbarkirche anschaue, die ist im Grundriß fast quadratisch und hat im Innern jede Menge Platz. Hier bei uns musste man da mit sehr viel beengteren Platzverhältnissen Vorlieb nehmen.

Dass klanglich bei diesem Konzept und dem Orgelbaur eine sehr schöne Lösung in dieser Kirche rauskommen wird, kann ich mich mir dagegen sehr gut vorstellen.

Der große, resonante Kirchenraum bietet ja auch reichlich Platz, damit auch das Solowerk akustisch beeindrucken kann.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Heuler, Sonntag, 17. August 2014, 18:56 (vor 4394 Tagen) @ kjz1

Hallo!

In der letzten Woche wurde das Gerüst entfernt

...und die vielen Imbus-Schlüssel des schwedischen Möbelhauses wieder eingesammelt...

(und wegducken)

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 17. August 2014, 20:02 (vor 4394 Tagen) @ Heuler

...und die vielen Imbus-Schlüssel des schwedischen Möbelhauses wieder eingesammelt...

Bei denen hätte es das Gehäuse aber sicher nicht in Eiche gegeben... Man hat sich halt jedweder 'Schnörkelei' entsagt und klare Linien bevorzugt. Und 'Gelsenkirchner Barock' kann ich mir auch so gar nicht in dieser Kirche vorstellen. Das Architektenbüro war aber anscheinend auch für den Dom in Rottenburg verantwortlich und auch für die Hedwigskathedrale in Berlin hat man einen Entwurf abgegeben.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 17. August 2014, 20:15 (vor 4394 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Hausorgler, Sonntag, 17. August 2014, 20:20

Mich stört es immer, wenn es hinter den Prospektpfeifen offen ist und durch das Westfenster zwischen den Pfeifen hindurch ein Gegenlicht auf den Betrachter strahlt. Für meinen Geschmack muß es hinter den Pfeifen dunkel sein, damit sie von vorne beleuchtet hell sind und glitzern können. Freipfeifenprospekte, die den Blick auf ein Fenster ein bißchen freigeben, kommen mir immer etwas "unentschlossen" vor.

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kjz1, Sonntag, 17. August 2014, 20:29 (vor 4394 Tagen) @ Hausorgler

Mich stört es immer, wenn es hinter Prospektpfeifen hell ist und durch ein Fenster Gegenlicht entsteht.

Das Westfenster frei zu lassen, war anscheinend eine Vorgabe des Denkmalschutzes. Das habe ich bei allen anderen Prospektentwürfen auch so gesehen. 'Christus als Weltenrichter' (so das Thema des Fensters) von A. Stettner wird bei den Denkmalschützern schon als 'moderner Klassiker' angesehen. Der ganze Fensterentwurf des Künstlers für St. Kastor sehen viele Kunsthistoriker als 'großen Wurf' an, wobei A. Stettner relativ früh verstorben ist und nicht allzu viel hinterlassen hat. Da konnte also nicht dran gerüttelt werden.

Man muss jedoch auch die Perspektive in Betracht ziehen. Nur direkt vor der Orgel (steiler Winkel nach oben) scheint da viel durch die Pfeifen hindurch. Von der Vierung aus gesehen liegt fast das gesamte Fenster über der Pfeifenfront. Und wie ich selbst gesehen habe, wird bei voll erleuchteter Kirche relativ viel Licht von den übrigen Prospektpfeifen reflektiert, dieser Effekt ist also auch da.

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Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 17. August 2014, 20:49 (vor 4394 Tagen) @ kjz1

Selbstverständlich muß man ein solches Fenster frei lassen. Darum geht's mir ja auch nicht. Es geht mir nur ums Durchscheinen des Lichtes - was bei einem Gehäuse ja kein Problem wäre. Aber natürlich muß man sich so etwas von verschiedenen Standorten aus im Raum selber ansehen.

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kjz1, Sonntag, 17. August 2014, 21:31 (vor 4394 Tagen) @ Hausorgler

Selbstverständlich muß man ein solches Fenster frei lassen. Darum geht's mir ja auch nicht.

Dann hätte man die Orgel ingesamt tiefer hängen müssen. Das wäre dann aber optisch wieder nach unten 'zu drückend' gewesen. Ausserdem: wie die jetzige Akustik zeigt, ist das gotische Sterngewölbe ein guter Reflektor. Das Gewölbe stellt also quasi den 'Abschluß des Gehäuses nach oben' dar und sorgt für die Verteilung des Klanges. Zu weit sollte man sich vom 'Schalldeckel' dann auch nicht entfernen.

Es sind natürlich eine Vielzahl von Rahmenbedingungen gegeben:

- Hochwasser, also kann die Orgel nicht auf dem Boden stehen

- laut Denkmalschutz soll keine Empore eingebaut werden. (Früher gabe es mal eine aus Holz, die war aber nicht original, und war optisch auch nicht unbedingt ansprechend.)

- auch das Westfenster ist weitgehend freizulassen.

- die Orgel sollte nicht allzu weit in den Raum hinauskragen, also war nur ein relativ flaches Gehäuse (dafür aber breit) möglich

- die historische Michaelskapelle direkt hinter der Orgel darf nicht angetastet werden, also auch dort keine Raum für Gebläse, etc.

- die Vorgängerorgel (Spaeth) hing an der Nordwand des nördlichen Querhauses (dort steht jetzt auch noch das Chorörgelchen), das war aber akustisch suboptimal

- also ging letztendlich nur eine hängende Orgel an der Westwand; auch eine Aufhängung an Stahlseilen (siehe Kölner Dom) wurde geprüft, das gibt aber die Statik nicht her

- es ist ein großer Raum (mit beschränkter Registerzahl, siehe Platzverhältnisse oben) zu beschallen, also kommt man als Orgelbauer fast zwangsläufig auf den Gedanken eines Hochdruckwerks

- irgendwelche historisierenden (Neo-)Gehäuse scheiden aus, da gibt es keine Entsprechung zu im Kirchenraum. (auch das barocke Stumm-Gehäuse passte nicht wirklich zum übrigen Kirchenraum, noch weniger die späteren zusätzlichen Seitenflügel von Stahlhuth)

- der Kirchenraum ist recht hell gehalten, dazu passt kein dunkles Gehäuse

- die Orgel sollte auch eine gewisse 'Wertigkeit' aufweisen, also Verwendung von Eiche und Zinn

- eine übergroße Farbigkeit (ich denke da an Vleugels-Orgeln) wäre im Kontext aber auch zu störend bzw. 'unruhig'

- neuere Kunstwerke in dieser Kirche haben eher eine - ich nenne es so - 'archaisch-moderne' Ausstrahlung. Fenster, Altar, Ambo, das Gemälde über dem Triumphbogen sind zwar bei genauer Betrachtung als neu zu identifizieren, trotzdem könnten sie auch schon hunderte Jahre in der romanischen Kirche gestanden haben. Das Gemälde ist z. Bsp. in sehr blassen Farben gehalten, man könnte meinen, es wäre schon etliche Jahre dort und im Laufe dieser Jahre verblasst. Oder die Evangelistenfiguren am Ambo zeigen nur schemenhaft die Gesichter, als wäre der Stein schon verwittert.

Insofern passt der Orgelprospekt zum übrigen Interieur: man sieht deutlich, dass es ein modernes Instrument ist und trotzdem drängt es sich (farblich) nicht dem Besucher auf. Einfache Formen (Kuben und Quader) und ein Verlauf der Pfeifenmündungen, der sich aus den umgebenden Linien der Fenster und Gewölbe ergibt. Die Mitte des Positivs spiegelt z. Bsp. den Spitzbogen des Westfensters, welches sich darüber befindet.

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kjz1, Sonntag, 24. August 2014, 14:18 (vor 4387 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Vor einer Woche hatte ich ich bei unserer Gemeinde angeregt, dass man die neue Orgel jetzt ja eigentlich mal probehören könne. Und unser Organist (Prof. Höhnen) tat den interessierten Zuhörern nach dem Gottesdienst dann den Gefallen und warf die Gebläse an.

Die Orgel habe ich einmal aus dem Raum und dann auch direkt am Spieltisch gehört. Prof. Höhnen improvisierte mit vollgriffigen Akkorden und Doppelpedal und registrierte dann langsam bis zum (jetzt bereits spielbaren) Tutti auf. Zur Zeit müssen noch ca. 10 Register intoniert werden (auch der 32'), es ist also ca. 3/4 der Orgel spielbar.

Und wie klingt es? Nun, kurz gesagt: der 'Wow!-Effekt'. Die Orgel ist IMHO recht eindeutig im Tutti auf Kraft und Stärke intoniert. Mir persönlich haben da fast noch die leiseren Registermischungen besser gefallen. Im Tutti (evtl. auch bedingt durch die Superoktavkoppeln) sind die Obertöne IMHO fast schon leicht grenzwertig. Nach der Förster & Nicolaus Orgel in der Nachbarkirche St. Florin dürfte die Orgel also eine weitere 'Wuchtbrumme' werden. Wobei der Raum in St. Kastor es noch eher 'verträgt', da hier eine entsprechende Kathedral-Akustik vorhanden ist.

Vom Typus her ist es recht eindeutig: 'Kathedral-Orgel'. Wobei hier die Mensuren zum Teil noch weiter gewählt wurden als bei Cavaille-Coll. Und mit Patrick Akroud wird die Orgel auch von einem Franzosen intoniert, der die Orgeln von Cavaille-Coll sehr genau kennt. Glücklicherweise wurde eine romantische Intonation gewählt, das macht dann die Obertöne etwas erträglicher. Wobei sich der Orgelbauer bei diesem Projekt ganz besonders engagiert hat, also es ist kein 'ein Projekt von vielen'.

Der Spieltisch selbst befindet sich ja quasi mitten in der Orgel. Da würde ich raten: ggf. Oropax mitbringen, wenn man längere Tutti-Passagen spielen möchte. Ich habe auch direkt neben dem Solowerk gestanden, wo noch eine Klappe offen stand. Was die Hochdruckzungen da an Klang 'herausschieben', das ist schon sehr beachtlich. Andererseits sind die Schwellklappen aus ca. 5 cm dicker Eiche, das ist schon einiges an Masse zum Dämmen. Das könnte dann den 'caged roar' Effekt ergeben.

Zum Schluß gab es dann Szenenapplaus von den Anwesenden zu dieser gelungenen Vorführung.

Soweit mein Vorbericht mit meinen ganz persönlich gefärbten Eindrücken.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

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Florian-L @, Montag, 25. August 2014, 08:16 (vor 4386 Tagen) @ kjz1

Und wie klingt es? Nun, kurz gesagt: der 'Wow!-Effekt'. Die Orgel ist IMHO recht eindeutig im Tutti auf Kraft und Stärke intoniert. Mir persönlich haben da fast noch die leiseren Registermischungen besser gefallen. Im Tutti (evtl. auch bedingt durch die Superoktavkoppeln) sind die Obertöne IMHO fast schon leicht grenzwertig.

Der angesprochene "Christbaum-Overkill" wird schon für die entsprechenden Dämpfungseffekte sorgen... ;-)

Gruß, Florian

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kjz1, Montag, 25. August 2014, 08:26 (vor 4386 Tagen) @ Florian-L

Der angesprochene "Christbaum-Overkill" wird schon für die entsprechenden Dämpfungseffekte sorgen... ;-)

Leider kann nicht immer Weihnachten sein... ;-)

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Florian-L @, Montag, 25. August 2014, 08:29 (vor 4386 Tagen) @ kjz1

Der angesprochene "Christbaum-Overkill" wird schon für die entsprechenden Dämpfungseffekte sorgen... ;-)


Leider kann nicht immer Weihnachten sein... ;-)

Nach Weihnachten folgen ja die Osterbäume!

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kjz1, Montag, 25. August 2014, 18:55 (vor 4386 Tagen) @ kjz1

Noch eine kleine Ergänzung: der Platz 'dort oben' ist wirklich nicht allzu üppig bemessen. So sitzt der Organist mit dem Rücken quasi an der Brüstung, man kann hinter der Orgelbank nicht entlanggehen. Links und rechts ist dann nur noch Platz für einen Registranten, den man aufgrund der Setzeranlage aber nicht allzu oft brauchen dürfte.

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Heuler, Dienstag, 26. August 2014, 14:31 (vor 4385 Tagen) @ kjz1

...und wenn ich z.B. was mit Orgel+Cello machen möchte?

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Karsten @, Dienstag, 26. August 2014, 14:39 (vor 4385 Tagen) @ Heuler

...und wenn ich z.B. was mit Orgel+Cello machen möchte?

Dann mache man es so ähnlich wie Guillou: der platzierte den Cellisten im Kirchenschiff in St. Eustache und begleitete ihn vom mobilen Spieltisch. Der mobile Spieltisch hat aber, was das synchrone Spiel angeht, nicht sehr viel gebracht. Mir kam Beecham in den Sinn:

“There are two golden rules for an orchestra: start together and finish together. The public doesn't give a damn what goes on in between.”

Gruß
Karsten

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kjz1, Dienstag, 26. August 2014, 14:46 (vor 4385 Tagen) @ Karsten

Dann mache man es so ähnlich wie Guillou: der platzierte den Cellisten im Kirchenschiff in St. Eustache und begleitete ihn vom mobilen Spieltisch. Der mobile Spieltisch hat aber, was das synchrone Spiel angeht, nicht sehr viel gebracht.

Wobei ein mobiler Spieltisch ja auch bei uns noch nicht existiert, technisch aber problemlos möglich wäre. Da wären zuvor noch einige finanzielle Hürden zu nehmen.

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kjz1, Dienstag, 26. August 2014, 14:44 (vor 4385 Tagen) @ Heuler

...und wenn ich z.B. was mit Orgel+Cello machen möchte?

Das (auch Orgel + Trompete) funktioniert noch, der Solist auf der einen Seite, auf der anderen Seite dann ggf. eine Hilfe zum Blättern. Registerwechsel gehen ja - wie gesagt - über den Setzer. Ein Kammerorchester geht natürlich nicht. Gespannt bin ich dann darauf, wo man dann unsere Choralschola platzieren wird.

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Heuler, Mittwoch, 27. August 2014, 12:15 (vor 4384 Tagen) @ kjz1

wo man dann unsere Choralschola platzieren wird.

Da kommt mir nur ganz böse in den Sinn: Das wächst sich aus...

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kjz1, Mittwoch, 27. August 2014, 15:31 (vor 4384 Tagen) @ Heuler

wo man dann unsere Choralschola platzieren wird.


Da kommt mir nur ganz böse in den Sinn: Das wächst sich aus...

Ja ja, die biologische Lösung...

Aber bis dahin könnte man ja wie bisher auch sich am Rande des Chorörgelchens versammeln (sofern dieses denn behalten wird).

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Tastenhalter @, Mittwoch, 27. August 2014, 18:39 (vor 4384 Tagen) @ kjz1


Ja ja, die biologische Lösung...

Es mus ja nicht diese sein. Ich hatte eher an eine andere gedacht, die sich ergibt, wenn bestimmte liturgisch-musikalische Strömungen solche "altmodischen" Gepflogenheiten zum Verstummen bringen. Hoffentlich in diesem Falle nicht. Im Übrigen kann eine Gregorianikschola sehr wohl ohne Orgel(begleitung) auskommen, bzw. räumlich getrennt von der großen Orgel agieren,
meint aus eigener langjähriger Erfahrung
Tastenhalter.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Mittwoch, 27. August 2014, 21:19 (vor 4384 Tagen) @ Tastenhalter

Ich hatte eher an eine andere gedacht, die sich ergibt, wenn bestimmte liturgisch-musikalische Strömungen solche "altmodischen" Gepflogenheiten zum Verstummen bringen. Hoffentlich in diesem Falle nicht.

Nein, hier nicht (da ist die Gefahr tatsächlich eher biologischer Art). Die Tradition der Gregorianik wird schon seit Jahrzehnten in unserer Kirche gepflegt, das ist quasi auch eines der 'traditionellen Aushängeschilder' der Gemeinde. Bei unserer Kirche kommt da noch positiv dazu, dass Akustik, Alter der Kirche und die 'urtümlichen' gregorianischen Gesänge quasi eine Symbiose eingehen (die Abtei Maria Laach fällt mir dazu hier in der Nähe noch als Beispiel ein). Das ist IMHO nicht in allen liturgischen Räumen so gegeben.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Dienstag, 09. September 2014, 17:12 (vor 4371 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Mittlerweile geht die Orgel der Fertigstellung entgegen. Nach den betriebsferien des Orgelbauers wurde Anfang September die Traktur noch einmal feinjustiert, da sich mittlerweile die Holzteil in der Kirche 'akklimatisiert' haben dürften. Bis Ende September sollen dann auch alle Register fertig intoniert sein.

Vom Orgelbauer gibt es 2 neue Bilder: Bild 1, Bild 2

Wenn man genau hinschaut, sieht man in beiden Bildern, dass hier die vorderen Schwelljalousien des Solowerks geschlossen, die seitlichen offen sind. Aussserdem noch ein Bild vom Altar aus, was den Raumeindruck besser wahrgibt.

Auch auf der Webpage der Pfarrgemeinde wurde jetzt die 'Bauphase' abgeschlossen. Ich zitiere mal einige Punkte:

Gründe für diese Überlegungen [Anm.: zum Orgelneubau] waren außerdem: einmal eine Tatsache, dass in einer solchen kunsthistorisch und kulturell bedeutsamen Kirche eine größere Orgel notwendig und sinnvoll ist, zum anderen die Tatsache, dass die für zentrale Gottesdienste aus dem kirchlischen und öffentlichen Bereich oft angefragt und jedes Jahr von vielen Brautpaaren für ihre kirchliche Hochzeitsfeier gewählt wird.

Im Jahre 2008 wurden die Orgelbaufirmen Klais (Bonn), Mayer (Heusweiler) und Rieger (Schwarzach, Österreich) um ein Angebot gebeten. 2009 fand mit Interessierten eine Besichtigungsfahrt zu Orgeln der drei Firmen statt. Eine Orgelkommission – besetzt mit den Professoren Sander (Heidelberg), und Gnann (Mainz), den Orgelsachverständigen des Bistums, mit Vertretern der Bauabteilung und der Denkmalspflege des Bistums, mit dem Organisten der Kastorkirche Professor Höhnen und dem Verwaltungsrat hat Vorgaben für die Disposition und die Gestaltung des Orgelprospekts erarbeitet.

Also durchaus renommierte Orgelbauer und OSVs.

Die Entscheidung des Verwaltungsrates für den Orgelneubau fiel zugunsten des Angebotes der Frma Mayer, Heusweiler. Der Entwurf für den Prospekt der Orgel wurde durch die Aachener Architekten Hahn/Felten in Zusammenarbeit mit dem Orgelbauer Mayer zu der jetzt erkennbaren Form entwickelt. Nach Genehmigung durch die Bischöfliche Aufsichtsbehörde und die staatliche und kirchliche Denkmalpflege und nach Beratung durch eine Kommission anerkannter Fachleute ist der Auftrag für den Orgelneubau dann im Jahre 2012 vergeben worden.

Die Feier unserer Orgelweihe ist für den 02. November 2014 um 17:00 Uhr geplant. Hierzu warten wir noch auf eine Antwort des Bistums aus Trier.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Solcena ⌂ @, Dienstag, 09. September 2014, 17:30 (vor 4371 Tagen) @ kjz1

Die Feier unserer Orgelweihe ist für den 02. November 2014 um 17:00 Uhr geplant. Hierzu warten wir noch auf eine Antwort des Bistums aus Trier.

Krass, so was rauszulassen, ohne zu wissen, ob einer der Bischöfe Zeit hat... hätte ich an deren Stelle nicht veröffentlicht.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Dienstag, 09. September 2014, 17:36 (vor 4371 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von kjz1, Dienstag, 09. September 2014, 17:41

Krass, so was rauszulassen, ohne zu wissen, ob einer der Bischöfe Zeit hat... hätte ich an deren Stelle nicht veröffentlicht.

Wohl nicht der Bischof, sondern evtl. der Domorganist. Rheinländer sind manchmal gnadenlos direkt...

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 21. September 2014, 18:51 (vor 4359 Tagen) @ kjz1

Mittlerweile hat es die Orgel auch zu einem Bericht ins Bistumsblatt gebracht:

Paulinus

Der Termin für die Orgelweihe hat sich konkretisiert: 2. November, 17:00 Uhr.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Tastenhalter @, Sonntag, 21. September 2014, 20:58 (vor 4359 Tagen) @ kjz1

Mittlerweile hat es die Orgel auch zu einem Bericht ins Bistumsblatt gebracht:

Wobei es sich doch wohl um einen (bezahlten?) Werbetext der betr. Firma handelt,
(s. Textunterschrift und weitere Anzeigen)

denkt sich Tastenhalter

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Dienstag, 07. Oktober 2014, 20:37 (vor 4343 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Die Wasserstandsmeldungen: der Pegel steht fast auf Anschlag... ;-)

Neulich war ein Treffen des Orgelbauvereins und es gab einige Infos. Mittlerweile ist die Intonation abgeschlossen. Der (französische) Intonateur hat sich recht 'tief in die Arbeit hineingekniet'. Zur Zeit werden noch Teile der Spieltraktur 'feinjustiert'. Ebenso muss ein Experte von Laukhuff noch ein 'Feintuning' der Software vornehmen.

Die Orgelweihe ist aber jetzt fest für den 2. 11. um 17:00 Uhr angesetzt. Domorganist Josef Still wird die Orgelweihe (verbunden mit einem kleinen Konzert) spielen. Zunächst einmal sind jedoch keine weiteren Konzerte geplant.

Wie es bereits bisher zu jedem größeren Anlaß Brauch ist, wird die Gemeinde auch zur Orgelweihe wieder eine Festschrift publizieren.

Die Mensuren der Orgel wurden recht weit gewählt, dazu kommt noch das Solowerk auf Hochdruck. Nach dem was, ich bisher selbst gehört habe, wird die Orgel also laut, sehr laut. Also eigentlich eine Konzertsaalorgel.

Es wird dann interessant sein, diese Orgel mit der Kemperin in der Rhein-Mosel-Halle zu vergleichen. Diese wurde ja - quasi gleichzeitig - von derselben Orgelbaufirma renoviert. Die Kemperin ist zwar größer, allerdings neobarock disponiert und die Mensuren scheinen mir auch nicht allzu weit zu sein. Hier findet die Inbetriebnahme mit einem Orgel-Fest am 17. 10. statt.

Mittlerweile waren in der Kirche auch schon 2 auswärtige Orgelprofessoren zu Gast, die sich recht positiv zur neuen Orgel geäussert haben sollen. Hmmmm, also schon Vorschußlorbeeren...

Zudem soll die Orgel in unserer Stadt recht einmalig sein (das stimmt), wenn nicht sogar im Rheinland (was ich persönlich weniger glaube).

Die bisherige Chororgel soll wohl auch bleiben. Zur Gesangsbegleitung in 'normalen' Gottesdiensten reicht sie ja auch aus. Was da halt fehlt, ist eine gewisse Klangvariabilität (wenn die Gemeinde etwas kräftiger singt, muss schon das Tutti zum Einsatz kommen). Ich hätte mir in dieser Orgel noch eine Zunge gewünscht. Somit also auch hier 'französische Verhältnisse' mit Chor- und Hauptorgel.

Einen tragischen Aspekt gibt es auch bei diesem Projekt: nur einige Tage vor Fertigstellung der Orgel ist der Vorsitzende des Orgelbauvereins verstorben, der beharrlich jahrelang dieses Projekt vorangetrieben hat. Zumindestens zum Schluß der Totenmesse erklang ihm zu Ehren die neue Orgel.

Hier noch einige Bilder mit 'Innenbeleuchtung'. Sie sind am Abend entstanden, als die Orgelbauer noch beim Justieren der Traktur tätig waren:

[image]

das Solowerk:

[image]

das Schwellwerk:

[image]

Soweit die Wasserstandsmeldungen...

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Samstag, 11. Oktober 2014, 11:13 (vor 4339 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Jetzt, da die Orgel fertig ist, hat der Orgelbauer noch ein paar Photos online gestellt:

Hochdruckzungen im Solowerk

Doppelflöte und Harmonia aetheria im Solowerk

Clarinette mit durchschlagenden Zungen

Schwellwerkzungen, vorne die Oboe

Weitgedackt im Pedal

Spieltisch

Zumindestens im Diskant steht die Doppelflöte dann doch mit etwas mehr Raum auf der Windlade. Insbesondere auf das Solowerk ist der Orgelbauer wohl besonders stolz, denn meines Wissens nach hat die Firma ein solches bisher noch nie zuvor gebaut und auch die Anregung für ein solches Werk geht wohl auf den Orgelbauer zurück.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

stein @, Samstag, 11. Oktober 2014, 15:01 (vor 4339 Tagen) @ kjz1

Das Pfeifenwerk sieht sehr ordentlich aus. Der Prospekt geefällt mir auch gut. Der Spieltisch ist hässlich und sieht unpraktisch aus. Wenn die Orgel gut klingt und für die Rhein-Mosel-Region einen Meilenstein setzt, ist es ein gelungenes Werk. Die Region ist ja nicht gerade mit spannenden Orgeln übersäht.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Samstag, 11. Oktober 2014, 15:56 (vor 4339 Tagen) @ stein

Das Pfeifenwerk sieht sehr ordentlich aus. Der Prospekt geefällt mir auch gut. Der Spieltisch ist hässlich und sieht unpraktisch aus. Wenn die Orgel gut klingt und für die Rhein-Mosel-Region einen Meilenstein setzt, ist es ein gelungenes Werk. Die Region ist ja nicht gerade mit spannenden Orgeln übersäht.

Der Spieltisch ist im Design der Orgel angepasst, nach einem alten Werbeslogan: quadratisch-praktisch-gut. An der Orgel selbst ist ja kein 'Geschnörkels' dran. Am Spieltisch auch nicht. Die Registerwippen sind vom Spieltisch leicht erreichbar, auf jeden Fall besser zu betätigen als z. Bsp. Registerzüge. Da hat man dann auch von Hand schnell umregistriert.

Und zumindestens hätte der Orgelbauer dann in direkter Nachbarschaft 2 'Referenz-Objekte'. Einmal die große, renovierte Kemperin als Konzertsaalorgel in der Rhein-Mosel-Halle und dann eine recht große Kirchenorgel, beide mit 4 Manualen. Wenn ich die Historie richtig überblicke, ist die letztere die erste viermanualige Orgel, die in dieser Werkstatt (ganz) gebaut wurde.

Und in der Region: die (spätromantische) Seifert-Orgel in St. Josef mit ihrem offenen 32' ist recht unbekannt. Das liegt auch vielleicht daran, dass dort kaum Konzerte stattfinden.

Auch ein Problem: Konzerte mit bekannten Organisten erfordern recht hohe Bürgschaften. Und hier in der Region hat man sich dagegen entschieden, Eintritt zu erheben. Die Spenden reichen gerade so aus, um Organisten aus der Region und ab und an ein paar überregionale Organisten konzertieren zu lassen. Das geht dann gerade null auf null auf. Für internationale Künstler muss dann z. Bsp. der Orgelsommer Rheinland-Pfalz, Villa musica etc. einspringen.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Holger Friedrich @, Samstag, 11. Oktober 2014, 18:06 (vor 4339 Tagen) @ stein

Der Spieltisch gefällt mir auch absolut gar nicht. Ich bin gespannt wie Sie klingt...

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Samstag, 11. Oktober 2014, 18:39 (vor 4339 Tagen) @ Holger Friedrich

Der Spieltisch gefällt mir auch absolut gar nicht.

Läßt sich das auch konkretisieren? Geschmack ist ja immer so eine Sache. Funktional ist der Spieltisch ja. Und er passt auch stilistisch zu den klaren Linien des Orgelprospektes: helles Holz, Quadrate und Rechtecke als Gestaltungsmittel. Rundungen kommen nur durch den Pfeifenverlauf zustande und auch hier wird Bezug genommen auf die umgebenden Architekturelemente (Bögen im Gewölbe und im Westfenster). Insofern setzt sich die Gestaltung der Orgel bis in den Spieltisch fort. Es wird in dieser alten Kirche halt bewusst ein 'moderner Akzent' gesetzt, die Orgel verhehlt nicht, aus welchem Jahrhundert sie stammt. Irgendwelche historisiernden Elemente sind da bewusst ausgeblendet. Auch gewissermassen eine Reduktion auf das Wesentliche, was die Formensprache dann fast schon wieder etwas archaisch werden läßt.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

abstrakte @, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:05 (vor 4339 Tagen) @ kjz1

Der Spieltisch gefällt mir auch absolut gar nicht.


Läßt sich das auch konkretisieren?

Ich konkretisiere mal meinen Eindruck - obwohl ich mich bislang nicht geäußert habe ;-) : die runden Leuchttaster oberhalb der linken Registerstaffelei finde ich an dieser Stelle unpassend. Das sieht eher nach Fertigungshalle als nach Orgel aus. Diese Taster hätten vielleicht etwas filigraner ausgeführt oder an einer etwas weniger prominenten Stelle angebracht werden können. Mit dem übrigen Design der Spielanlage könnte ich mich durchaus anfreunden.

Grüße,
Abstrakte

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:36 (vor 4339 Tagen) @ abstrakte

die runden Leuchttaster oberhalb der linken Registerstaffelei finde ich an dieser Stelle unpassend. Das sieht eher nach Fertigungshalle als nach Orgel aus. Diese Taster hätten vielleicht etwas filigraner ausgeführt oder an einer etwas weniger prominenten Stelle angebracht werden können.

Auf einem älteren Bild sind diese noch nicht zu sehen. Wahrscheinlich ein Teil der Laukhuff'schen Steuerungselektronik. Allerdings sind die Taster genau an dieser Stelle sehr bequem für einen Registranten zu erreichen. Insofern dann doch wieder funktional.

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abstrakte @, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:46 (vor 4339 Tagen) @ kjz1

Allerdings sind die Taster genau an dieser Stelle sehr bequem für einen Registranten zu erreichen. Insofern dann doch wieder funktional.

Das ist richtig, aber man hätte die Taster an genau dieser Stelle auch etwas schöner gestalten können. Auf die Funktionalität hätte das keinerlei negativen Einfluss ;-) .

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kjz1, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:49 (vor 4339 Tagen) @ abstrakte

Das ist richtig, aber man hätte die Taster an genau dieser Stelle auch etwas schöner gestalten können. Auf die Funktionalität hätte das keinerlei negativen Einfluss ;-) .

Ja, richtig. Wahrscheinlich hat man schlicht und einfach Laukhuff-Standardteile genommen.

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elsenp @, Samstag, 11. Oktober 2014, 22:57 (vor 4339 Tagen) @ abstrakte

Allerdings sind die Taster genau an dieser Stelle sehr bequem für einen Registranten zu erreichen. Insofern dann doch wieder funktional.


Das ist richtig, aber man hätte die Taster an genau dieser Stelle auch etwas schöner gestalten können. Auf die Funktionalität hätte das keinerlei negativen Einfluss ;-) .

Ich finde die Taster absolut passend. Die Registertableaus haben den Charme eines Sicherungskastens. Da wäre selbst ein roter Buzzer noch passend...

Gruß
Peter

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Karsten @, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:36 (vor 4339 Tagen) @ abstrakte

Der Spieltisch gefällt mir auch absolut gar nicht.


Läßt sich das auch konkretisieren?


Ich konkretisiere mal meinen Eindruck - obwohl ich mich bislang nicht geäußert habe ;-) : die runden Leuchttaster oberhalb der linken Registerstaffelei finde ich an dieser Stelle unpassend. Das sieht eher nach Fertigungshalle als nach Orgel aus. Diese Taster hätten vielleicht etwas filigraner ausgeführt oder an einer etwas weniger prominenten Stelle angebracht werden können. Mit dem übrigen Design der Spielanlage könnte ich mich durchaus anfreunden.

Ich vermute, dass es sich bei den besagten Leuchttastern um Bedienelementer der Setzeranlage für den Registranten handelt (Sequenzer vor-zurück etc.). Falls dies der Fall sein sollte, finde ich diese Anordnung überaus gelungen! Der Registrant kann auf diese Weise die Hand bequem auf der Spieltischseite ablegen und den Daumen vor dem Schlater positionieren. Bequemer und entspannter geht es nicht! Ich konnte die Vorteile einer solchen Anordnung am (zugegeben alles andere als ästhetischen, über überaus praktischen) modernen Spieltisch der Steinmeyer-Orgel der Mannheimer Christuskirche erfahren.

Gruß
Karsten

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:37 (vor 4339 Tagen) @ Karsten

Ich vermute, dass es sich bei den besagten Leuchttastern um Bedienelementer der Setzeranlage für den Registranten handelt (Sequenzer vor-zurück etc.).

Zwei Geister, ein Gedanke...

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

untersatz32, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:43 (vor 4339 Tagen) @ kjz1

Das ist nicht "hübsch" aber sehr bequem und funktionell.

Wer (VIEEEEL) mehr Geld ausgeben will, kann auch Cavaille-Coll-Rundungen-"Weihrauch" haben. Kostet aber wesentlich mehr und ist 1) ästhetischer und 2.) weniger praktisch.

Ich würde meinen hübschen Cavaille-Coll-Spieltisch SOFORT gegen ein 4. Manual und Taster eintauschen.

Geschmackssache. Für einige "isst" das Auge mit - für mich als Organist - nicht.

Gruss Thomas

PS: Der (die?) neuen Spieltisch(e) der Eule-Orgel der Konstantinbasilika wird auch schlicht und funktionell.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Karsten @, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:44 (vor 4339 Tagen) @ kjz1

Ich vermute, dass es sich bei den besagten Leuchttastern um Bedienelementer der Setzeranlage für den Registranten handelt (Sequenzer vor-zurück etc.).


Zwei Geister, ein Gedanke...

Wobei laut der übrigen älteren Bilder die wohl für den Registranten gedachten Sequenzer beiderseits der Klaviaturen UNTER den Registerstaffeln angeordnet sind.

Gruß
Karsten

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Samstag, 11. Oktober 2014, 19:48 (vor 4339 Tagen) @ Karsten

Wobei laut der übrigen älteren Bilder die wohl für den Registranten gedachten Sequenzer beiderseits der Klaviaturen UNTER den Registerstaffeln angeordnet sind.

Ja, die sind auch noch da, aber für einen stehenden Registranten viel zu tief.

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Flûte harmonique, Sonntag, 12. Oktober 2014, 07:49 (vor 4338 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Flûte harmonique, Sonntag, 12. Oktober 2014, 07:59

Ich vermute, dass es sich bei den besagten Leuchttastern um Bedienelementer der Setzeranlage für den Registranten handelt (Sequenzer vor-zurück etc.). Falls dies der Fall sein sollte, finde ich diese Anordnung überaus gelungen! Der Registrant kann auf diese Weise die Hand bequem auf der Spieltischseite ablegen und den Daumen vor dem Schlater positionieren. Bequemer und entspannter geht es nicht! Ich konnte die Vorteile einer solchen Anordnung am (zugegeben alles andere als ästhetischen, über überaus praktischen) modernen Spieltisch der Steinmeyer-Orgel der Mannheimer Christuskirche erfahren.

Gruß
Karsten

Aber warum benötigt man bei einer modernen Setzeranlage überhaupt einen Registranten? Selbst die komplexesten Werke und Transkriptionen lassen sich an einem solchen Instrument vom Spieler allein bewältigen und umregistrieren, sieht man vom Umblätterer ab, sofern man nicht auswendig spielt. Das selbständige Umregistrieren sollte schon beim Üben in den Bewegungsablauf integriert werden (es geht hier lediglich darum, einen kleinen Knopf unter oder zwischen den Manualen oder einen Piston über dem Pedal zu betätigen; für diese minimale Bewegung ist immer Zeit). Die Vorbereitung verläuft zeit- und nervenschonend und man spielt im Konzert viel sicherer, als wenn erst vorab umfangreiche Crescendo- und Decrescendo-Sequenzen in einem größeren Reger oder Karg-Elert aufwendig mit einem Registranten eingeübt werden müssen.

Beim ARD-Musikwettbewerb 2011 war zu erleben, dass die meisten TeilnehmerInnen an einer Orgel mit umfangreicher Setzeranlage sogar das Weiterschalten der Kombinationen per Sequenzschalter zwischen den Sätzen von Bachschen Triosonaten einem Registranten überließen.

Grüße,
Martin

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Karsten @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 08:46 (vor 4338 Tagen) @ Flûte harmonique
bearbeitet von Karsten, Sonntag, 12. Oktober 2014, 09:10

Aber warum benötigt man bei einer modernen Setzeranlage überhaupt einen Registranten? Selbst die komplexesten Werke und Transkriptionen lassen sich an einem solchen Instrument vom Spieler allein bewältigen und umregistrieren, sieht man vom Umblätterer ab, sofern man nicht auswendig spielt. Das selbständige Umregistrieren sollte schon beim Üben in den Bewegungsablauf integriert werden (es geht hier lediglich darum, einen kleinen Knopf unter oder zwischen den Manualen oder einen Piston über dem Pedal zu betätigen; für diese minimale Bewegung ist immer Zeit). Die Vorbereitung verläuft zeit- und nervenschonend und man spielt im Konzert viel sicherer, als wenn erst vorab umfangreiche Crescendo- und Decrescendo-Sequenzen in einem größeren Reger oder Karg-Elert aufwendig mit einem Registranten eingeübt werden müssen.

Hatten wir das nicht schon mehrfach im Forum?
Spricht es nicht schlicht für den Orgelbauer und die Sachverständigen, für alle Organisten und ihre Spiel-/Registrierweise entsprechende Spielhilfen und Optionen zur Verfügung zu stellen, vor allem wenn diese mit vergleichsweise wenig materiellem und finanziellem Mehraufwand zu realisieren sind? Es gibt ja nicht nur Konzertorganisten auf der Welt...

Wer möchte, kann/braucht diese ja (nicht) zu benutzen...

Gruß
Karsten

Klaviaturleiste zum Registrieren

Holger Friedrich @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 11:09 (vor 4338 Tagen) @ Flûte harmonique

Bei der Seifert-Orgel im Hildesheimer Dom gibt es über den Klaviaturen eine Leiste mit der man
den Setzer bedienen kann. Man drückt lediglich mit einem Finger der gerade frei ist die Leiste "Weiter" und ändert die Registrierung. Man kann diese Funktion auch "off" setzen denn manchmal ist dies beim spielen gefährlich :-)

Klaviaturleiste zum Registrieren

JSBach @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 13:15 (vor 4338 Tagen) @ Holger Friedrich

finde ich eine einfache und sinnvolle Idee, insb. da man nicht immer einen Fuß oder eine Hand, sondern nur einen Finger frei oder die Zeit hat, mit der Hand bis zum Knopf zu kommen

Klaviaturleiste zum Registrieren

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 12. Oktober 2014, 20:53 (vor 4338 Tagen) @ JSBach

In England findet man neuerdings die schaltbare Funktion "Make all pistons (Rest vergessen)", jedenfalls ist dann jeder Drücker, den man zu fassen kriegt, ein "Vorwärts"-Knopf.

Klaviaturleiste zum Registrieren

Wolfgang Gourgé @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 21:43 (vor 4338 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

In England findet man neuerdings die schaltbare Funktion "Make all pistons (Rest vergessen)", jedenfalls ist dann jeder Drücker, den man zu fassen kriegt, ein "Vorwärts"-Knopf.


....aber was ist, wenn man versehentlich ein mal zuviel gedrückt und im fff statt im ppp gelandet ist (man denke an den Schluß von Liszts B-A-C-H)?

Da liegt doch ein ganz schlichter Gedanke manchmal....

[image]

....nahe.....

findet:
Wolfgang
(der schon mal erlebt hat, wie die 2. Hälfte eines gut besuchten Konzerts fast an einem Setzer gescheitert wäre, der seine Programmierung vergessen hatte......)

Klaviaturleiste zum Registrieren

friedemannw @, Gießen, Sonntag, 12. Oktober 2014, 14:17 (vor 4338 Tagen) @ Holger Friedrich

Die Idee ist nicht neu...

Bei elektrischen Spieltischen von Bernhard Kutter (Friedrichroda) wird das fast immer so gebaut (Hülfensberg 2001 III/36, Jena 2008 III/28, Hauptwerk-Spieltisch von Chr. Keller 4 Manuale)
Hier zwei Bilder vom Hülfensberg:
[image]
dazu gibt's auch große Sequenzertritte:
[image]

In kleineren Versionen:
Erfurt, Dom (Schuke 1992 III/63, nach Spieltischneugestaltung und Renovierung)
[image]

Dresden, Kreuzkirche (Jehmlich 1963 IV/80, Spieltischneugestaltung und Renovierung 2008)
[image]

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kjz1, Sonntag, 12. Oktober 2014, 13:55 (vor 4338 Tagen) @ Flûte harmonique

Aber warum benötigt man bei einer modernen Setzeranlage überhaupt einen Registranten?

Trotz moderner Setzeranlage sehe ich bei den hiesigen Konzerten immer wieder Organisten, die mit Registranten spielen. Ja, viele Organisten benötigen keine Registranten, aber halt nicht alle. Und wenn es - wie hier - technisch machbar ist, eine bequeme Alternative für einen Registranten anzubieten, warum nicht?

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JSBach @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 15:10 (vor 4338 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von JSBach, Sonntag, 12. Oktober 2014, 15:17

wenn man eh einen Blätterer zur Hand hat, warum soll der nicht auch das Knöpfchen drücken...


an meiner Orgel hat der frühere Organist noch einen Knopf eingebaut, da es vorher nur einen Piston im Pedal und einen Weiter-Knopf unter dem Manual gab, für den Registranten nicht sehr optimal positioniert. Einfache und relativ unauffällige Lösung

(auch sehr praktisch der doppelte Schweller für Hand- und Fußbetrieb)

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Karsten @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 15:19 (vor 4338 Tagen) @ JSBach

wenn man eh einen Blätterer zur Hand hat, warum soll der nicht auch das Knöpfchen drücken...

Kommt auf den Blätterer und das Stück bzw die ausgearbeiteten Registrierungen an.
Am schönsten ist es immer noch, wenn Seiten- und Registerwechsel möglichst zusammenfallen. ;)

an meiner Orgel hat der frühere Organist noch einen Knopf eingebaut, da es vorher nur einen Piston im Pedal und einen Weiter-Knopf unter dem Manual gab, für den Registranten nicht sehr optimal positioniert. Einfache und relativ unauffällige Lösung

Wirklich gut gelöst!
Aber wenn wir schon am rumbeckmessern sind: Noch besser wäre die linke Staffel gewesen, denn da ist auch der Handhebel für die Schwelljalousien... ;)

Gruß
Karsten

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Flûte harmonique, Sonntag, 12. Oktober 2014, 15:29 (vor 4338 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Flûte harmonique, Sonntag, 12. Oktober 2014, 15:35

wenn man eh einen Blätterer zur Hand hat, warum soll der nicht auch das Knöpfchen drücken...


Kommt auf den Blätterer und das Stück bzw die ausgearbeiteten Registrierungen an.
Am schönsten ist es immer noch, wenn Seiten- und Registerwechsel möglichst zusammenfallen. ;)

an meiner Orgel hat der frühere Organist noch einen Knopf eingebaut, da es vorher nur einen Piston im Pedal und einen Weiter-Knopf unter dem Manual gab, für den Registranten nicht sehr optimal positioniert. Einfache und relativ unauffällige Lösung


Wirklich gut gelöst!
Aber wenn wir schon am rumbeckmessern sind: Noch besser wäre die linke Staffel gewesen, denn da ist auch der Handhebel für die Schwelljalousien... ;)

Gruß
Karsten

Dazu passt Günther Kaunzingers lebhafter Bericht aus der Festschrift zu Guillous 80. Geburtstag, S. 124:
"Dann diejenigen, die mit einer Staffel Registranten anrücken. Oder mit Umblätterern (jawohl: Plural!). Oder ... als Clowns! Wirklich! Musste ich doch - natürlich bei einem Wettbewerb - erleben, dass eine Organistin mit vier (!) Helfern anrückte: zweien zum Blättern, einem zum Registrieren (die Orgel besaß 6.000 Kombinationen...), und schließlich einem zum Öffnen und Schließen des Schwellers - mitunter in liegender Position! Grotesk - aber wahr."

Wozu dient eigentlich der traurige Smiley rechts neben dem Weiter-Knopf?...

Grüße,
Martin

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Karsten @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 15:49 (vor 4338 Tagen) @ Flûte harmonique
bearbeitet von Karsten, Sonntag, 12. Oktober 2014, 22:51

Dazu passt Günther Kaunzingers lebhafter Bericht aus der Festschrift zu Guillous 80. Geburtstag, S. 124:
"Dann diejenigen, die mit einer Staffel Registranten anrücken. Oder mit Umblätterern (jawohl: Plural!). Oder ... als Clowns! Wirklich! Musste ich doch - natürlich bei einem Wettbewerb - erleben, dass eine Organistin mit vier (!) Helfern anrückte: zweien zum Blättern, einem zum Registrieren (die Orgel besaß 6.000 Kombinationen...), und schließlich einem zum Öffnen und Schließen des Schwellers - mitunter in liegender Position! Grotesk - aber wahr."

Nichts gegen Kaunzinger und seine immense Technik. Aber bevor er über andere ablästert, sollte er sich vielleicht überlegen, inwieweit seine eigenen Interpretationen unter "grotesk" fallen. Und dass Rollschweller oder Schwelltritt mal von Hand bedient werden, ist hierzulande auch nicht so selten - wobei wir beim Thema wären, ob und inwieweit die Registrierangaben von manchen Komponisten an manchen Stellen wirklich ohne fremde Hilfe (wörtlich) zu realisieren sind.

Gruß
Karsten

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link1907 @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 16:46 (vor 4338 Tagen) @ Karsten

Also mir fällt jetzt so auf die Schnelle keine Interpretation von Kaunzinger ein die ich als grotesk bezeichnen würde?!

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Karsten @, Sonntag, 12. Oktober 2014, 17:06 (vor 4338 Tagen) @ link1907

Also mir fällt jetzt so auf die Schnelle keine Interpretation von Kaunzinger ein die ich als grotesk bezeichnen würde?!

Seine Interpretation der Widor-Toccata in Limburg finde ich durchaus grotesk (ist etwa 4:30m kurz), wie so manche andere Interpretationen in diesem Affentempo.

Gruß
Karsten

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kjz1, Sonntag, 12. Oktober 2014, 17:40 (vor 4338 Tagen) @ Karsten

Nichts gegen Kaunzinger und seine immense Technik.

Nur so als Randbemerkung: G. Kaunzinger hat im übrigen als Gemeindeorganist in unserer Nachbargemeinde (Herz-Jesu) angefangen. Die große Karriere kam dann später.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Heuler, Samstag, 11. Oktober 2014, 20:04 (vor 4339 Tagen) @ kjz1

Und er passt auch stilistisch zu den klaren Linien des Orgelprospektes:

Ich empfinde die Linien des Prospektes nicht wirklich als klar, sondern klobig und unproportional. Das halb versteckt Schwellwerk z.B..
Der Anblick des Prospektes erinnert mich daran, als habe sich jemand eine Hose zugelegt, die leider 1-2 Nummern zu klein ist.


helles Holz, Quadrate und Rechtecke als Gestaltungsmittel.

Das sind weder besonders kreative Gestaltungsmittel, noch ist es "modern".
Es ist nach meinem Eindruck einfach nur einfallslos.

Die Elemente des Spieltisches wirken auf mich - pardon - billig.

Rundungen kommen nur durch den Pfeifenverlauf zustande und auch hier wird Bezug genommen auf die umgebenden Architekturelemente (Bögen im Gewölbe und im Westfenster). Insofern setzt sich die Gestaltung der Orgel bis in den Spieltisch fort. Es wird in dieser alten Kirche halt bewusst ein 'moderner Akzent' gesetzt, die Orgel verhehlt nicht, aus welchem Jahrhundert sie stammt. Irgendwelche historisiernden Elemente sind da bewusst ausgeblendet. Auch gewissermassen eine Reduktion auf das Wesentliche, was die Formensprache dann fast schon wieder etwas archaisch werden läßt.

Gut gemeint...

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kjz1, Sonntag, 12. Oktober 2014, 13:51 (vor 4338 Tagen) @ Heuler

Ich empfinde die Linien des Prospektes nicht wirklich als klar, sondern klobig und unproportional. Das halb versteckt Schwellwerk z.B..

Das letztere hat aber auch einen funktionalen Grund. Die Prospektpfeifen stehen relativ dicht, quasi wie eine Wand vor den Schwelljalousien. Würde man die Jalousien ganz verdecken, käme kaum mehr etwas an Klang raus.

Der Prospektentwurf selbst stammt von diesem Büro in Zusammenarbeit mit dem Orgelbauer. Aufgrund der äusseren Gegebenheiten bzw. Rahmenbedingungen war ein frei hängender Freipfeifenprospekt mit integriertem Spieltisch ohne historisierende Formen in hellem Holz gefordert. Und dies erfüllt der ausgeführte Entwurf zunächst einmal. Photos gben die örtliche Situation immer nur unvollständig wieder. Man muss vor Ort einmal den ganzen Raum auf sich wirken lassen und dann auf die Orgel schauen. Und vielleicht überlegen, was denn bei der gegebenen Situation machbare Alternativen gewesen wären. Und da ist mein subjektiver Eindruck, dass diese Lösung durchaus zum übrigen Ambiente des Raumes passt. Bezieht man z. Bsp. die Weite des Raumes mit ein, so relativiert sich die 'Klobigkeit'. Und, soweit ich es bisher hören konnte, setzt die Orgel auch klanglich einen deutlichen Akzent. 'Zierlichkeit' würde dazu nicht passen. Insofern schon 'Form follows function'.

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Orlos @, Montag, 13. Oktober 2014, 00:24 (vor 4338 Tagen) @ kjz1

Man muss vor Ort einmal den ganzen Raum auf sich wirken lassen und dann auf die Orgel schauen.

Sehr richtig. Ich erinnere mich an die zum Teil heftigen Reaktionen auf den Entwurf der Hauptorgel im Dom zu Speyer, auch ich war geschockt. Als ich letzthin dort war und das Ganze vor Ort sehen konnte, fand ich es gar nicht mehr so schlimm (von der schimmernden Unterseite des Orgelgehäuses abgesehen). Viele haben sich ähnlich geäußert. Das Gegenteil habe ich auch schon erlebt: ein tolles Photo der Orgel – und "live" wirkt das Gehäuse dann nicht mehr so überzeugend (Beispiel: Köln, St. Agnes, aber das ist die ganz persönliche Einschätzung). Also hinfahren, schauen, hören.

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stein @, Montag, 13. Oktober 2014, 00:42 (vor 4338 Tagen) @ Orlos

Diesen Verschlag hat ebenfalls ein Architekt geschaffen. Das Innere kann sich allerdings hören lassen. Die Orgel wird gerade eingeweiht.

http://www.orgues-micheljurine.com/images/orgues_eglise_auditorium/opus6.jpg

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Heuler, Montag, 13. Oktober 2014, 12:22 (vor 4337 Tagen) @ kjz1

Ich empfinde die Linien des Prospektes nicht wirklich als klar, sondern klobig und unproportional. Das halb versteckt Schwellwerk z.B..


Das letztere hat aber auch einen funktionalen Grund. Die Prospektpfeifen stehen relativ dicht, quasi wie eine Wand vor den Schwelljalousien. Würde man die Jalousien ganz verdecken, käme kaum mehr etwas an Klang raus.

Naja, es gibt ja genug Beispiele, wie so etwas geht...

Man muss vor Ort einmal den ganzen Raum auf sich wirken lassen und dann auf die Orgel schauen.


Ich war jetzt spontan drüben. Habe den Raum auf mich wirken lassen. Blieb leider im Hinblick auf die Orgel ohne Wirkung. Naja, in Konzerten und Messen schaut man ja nach vorne. Wenn´s gut klingt, reicht das...

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MAT @, Montag, 13. Oktober 2014, 12:47 (vor 4337 Tagen) @ Heuler

Wenns gut klingt reicht das? Einspruch Euer Ehren! Das Auge hört auch mit! ;-)

--
Gruß
MAT

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kjz1, Montag, 13. Oktober 2014, 12:49 (vor 4337 Tagen) @ MAT

Wenns gut klingt reicht das? Einspruch Euer Ehren! Das Auge hört auch mit! ;-)

Ich dachte immer, es ginge hier um Musikinstrumente, nicht um Gemälde... ;-)

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Heuler, Montag, 13. Oktober 2014, 12:58 (vor 4337 Tagen) @ MAT

Sorry, das war ein Witz!

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Friedrich @, Montag, 13. Oktober 2014, 13:01 (vor 4337 Tagen) @ Heuler
bearbeitet von Friedrich, Montag, 13. Oktober 2014, 13:13

Ich war jetzt spontan drüben. Habe den Raum auf mich wirken lassen. Blieb leider im Hinblick auf die Orgel ohne Wirkung. Naja, in Konzerten und Messen schaut man ja nach vorne. Wenn´s gut klingt, reicht das...

Ach, Heuler, Dein Sarkasmus … :-)

Ich finde sie architektonisch so schlecht nicht. Sie wirkt als Instrumenten-Körper, durchgeformt und wahrnehmbar von der Rückwand bis zur Front. Das hebt sie schon mal heraus aus der Masse der Orgeln, die einen Schrank mit Fassade bilden.

Die Orgel ist außerdem funktional einleuchtend gestaltet. Die Körper der Schwellkästen sind als Masse spürbar; die sie nur halb verdeckenden Pfeifen mit den langen Füßen lassen ihre Front durchblicken und ihren Klang durchklingen. Über dem Spielschrank ist ein Klangkörper abgeteilt, rechts und links davon auch, die Symmetrie bindet nachvollziehbar zusammen.

Ich glaube nun nicht, dass Eleganz ein Ziel dieses Entwurfs war. Eher eine ziemlich scharfkantige, massige Kubatur aus Holz, der die Pfeifen als gestalterischer Kontrapunkt auf- und vorgepflanzt sind. Das sind sie aber in funktional plausibler Weise. Von keiner Pfeife könnte man sagen, sie gehörte dort nicht hin und wäre pure Dekoration. Auch die 16’-Pfeifen könnten keinen einleuchtenderen Platz haben.

Sehr charakteristisch – in einer Weise, zu der man sagen kann: mag ich nicht – ist der virtuelle querliegende Quader, der von den beiden Schwellkästen begrenzt wird. Durch die Bündigkeit mit Emporenbrüstung und -boden bekommt der eine Masse, die schon sehr wuchtig wirkt. Um diese starke Horizontalwirkung aufzuwiegen, wäre vielleicht ein senkrechter Mittelakzent nötig gewesen, der hier aber keinen Platz hat.

Mein Fazit: Es ist nicht unbedingt eine sympathische, elegante oder sich anschmiegende Orgelarchitektur. Aber sie ist gut in dem Sinn, dass sie funktional und formal stringent durchgestaltet wirkt. Das ist mehr, als man von den meisten Orgeln der letzten Jahrzehnte sagen kann.

Viele Grüße
Friedrich

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Montag, 13. Oktober 2014, 13:42 (vor 4337 Tagen) @ Friedrich

Es sind die Begriffe 'wuchtig' und 'klobig' gefallen. Auf den engültigen Klang bin ich gespannt, aber dass auch dieser 'wuchtig' ausfällt, könnte ich mir nach den bisherigen Hörproben durchaus denken. Insofern wäre dann auch eine Korrelation bzw. Stringenz von 'innen und aussen' gegeben.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 3, Einweihung)

kjz1, Donnerstag, 16. Oktober 2014, 20:19 (vor 4334 Tagen) @ kjz1

Mittlerweile ist die Einladung zur Orgelweihe (die zuvor auch schon verschickt wurde) online.

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 3, Einweihung) - evtl. neuer Thread sinnvoll?

jrbecker @, Donnerstag, 16. Oktober 2014, 23:29 (vor 4334 Tagen) @ kjz1

Es mag OT sein - aber ich ganz persönlich bin der Ansicht, dass dieser Thread unübersichtlich wird... Ich hätte mir gewünscht, dass man für die Einweihung einfach mal einen neuen aufmacht... Es mag an der Ansicht liegen, die ich verwende, aber ich bin bestimmt nicht der einzige.

Soll keine Kritik sein und wenn nicht, dann nicht.

LG
Jörg

Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 3, Einweihung) - evtl. neuer Thread sinnvoll?

Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 16. Oktober 2014, 23:31 (vor 4334 Tagen) @ jrbecker

Es mag OT sein - aber ich ganz persönlich bin der Ansicht, dass dieser Thread unübersichtlich wird... Ich hätte mir gewünscht, dass man für die Einweihung einfach mal einen neuen aufmacht... Es mag an der Ansicht liegen, die ich verwende, aber ich bin bestimmt nicht der einzige.

Soll keine Kritik sein und wenn nicht, dann nicht.

LG
Jörg

....Recht hast Du.

Gruß,
Wolfgang

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