Christof Krippendorf in Heilig Geist, D-Pempelfort, 28.02.

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Dienstag, 01. März 2011, 13:52 (vor 5664 Tagen)
bearbeitet von Clemens Schäfer, Mittwoch, 02. März 2011, 12:04

Hallo Forum,

noch eine neoromanische Kirche: Heilig-Geist in D-Pempelfort. Eine dreischiffige Basilika mit flachen Decken und geradem Abschluß hinter dem Altar. Ein viertes Schiff wurde nördlich angefügt, so daß der Innenraum asymmetrisch ist. Die einzelnen Schiffe werden durch Säulen von einander getrennt, deren Verkleidung mit Badezimmermosaiken (grau-bunt) wohl eine Nachkriegszutat ist. Ansonsten ein würdiger, schlichter Raum. Im nördlichen, vierten Kirchenschiff steht übrigens am Altarende eine Ikonostase - offenbar wird hier auch nach griechischem Ritus
gefeiert.

Die Orgel ist von Klais, ein schlichter flächiger Prospekt (kein RP).Gebaut 1967 mit folgender Disposition (Prof. Josef Zimmermann):

I. HW C-g3
Pommer 16’
Principal 8’
Gemshorn 8’
Oktav 4’
Traversflöte 4’
Nasard 2 2/3’
Superoktav 2’
Mixtur 5f. 1 1/3’
Trompete 8’

II Positiv
Holzgedackt 8’
Spillpfeife 4’
Principal 2’
Sifflöte 1 1/3’
None 8/9’
Cymbel 3f. 1/2’
Dulcianregal 16’
Musette 8’
Tremulant

III Récit (SW)
Rohrflöte 8’
Viola da Gamba 8’
Principal 4’
Quintarde 4’
Waldflöte 2’
Oktav 1’
Sesquialtera 1-3f.
Scharf 4-5f. 1’
Schalmey 8’

Pedal C-f1
Principal 16’
Untersatz 16’
Oktav 8’
Rohrgedackt 8’
Choralbass 4’
Nachthorn 2’
Rauschpfeife 2f. 2’
Stillposaune 16’

II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
Handregister, 2 freie Kombinationen, freie Pedalkombination

Das Konzert war neben Bach den Jubilaren Liszt und Guilmant gewidmet. Christof Kripppendorf, Seelsorgebereichsmusiker für D-Flingern und D-Düsseltal, begann mit Guilmants Paraphrase op. 90 über ein Thema aus Händels “Judas Maccabäus”. Das paßte ganz gut auf das Instrument.

An zweiter Stelle dann Liszts “Èvocation À la Chapelle Sixtine”. So sehr sich Krippendorf auch mühte, hier war die Grenze des Möglichen überschritten: Die Forte-Stellen kamen rauh und undeutlich, manches klang gar wie Distler. Die hellen hohen Stellen (Ave verum) waren blaß, fast piepsig. Immerhin wurden die Kleinfüßigen mal benutzt. Nein, klangfarbenmäßig war es schon recht verstörend. Daß Krippendorf das Stück technisch beherrscht, steht außer Frage; das nächste Mal aber bitte auf einem passenderen Instrument.

Guilmant ist da nicht so anspruchsvoll wie Liszt. Sein Choral “Was Gott tut, das ist wohlgetan” op. 93 klang ordentlich. Auch die Kurze Litanei “Ora pro nobis” von Liszt. gelang gut. Beides allerdings Petitessen.

Schwergewicht des Abends wurde dann Bach C-Dur BWV 547. Schnell stellte sich der wiegende Rhythmus ein. Das Stück war gut durchhörbar, richtig im Tempo und nicht zu dick registiert. Da kam Freude auf. Und dafür ist die Orgel offenbar gemacht.

Zum Abschluß dann nochmals Liszt und Guilmant: “Nun danket alle Gott” von Liszt gefiel mit seinen Echobildungen im Mittelteil. In “Marche Religieuse” op. 15 bediente sich Guilmant eines Themas aus Händels Messias.

Freundlicher Beifall der rund 30 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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