An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

jrbecker @, Montag, 07. März 2011, 23:12 (vor 5658 Tagen)

Ich hab' da mal 'ne Frage... In einer katholischen Kirche mit angenehmer Akustik (irgendwas zwischen 3 und 4 Sekunden Nachhall) steht ein orgelbewegtes Instrument, das leider nur noch bedingt funktionsfähig ist. Wir nehmen einmal an, eine Reparatur wäre aus Sicht der Gutachter tatsächlich nicht mehr möglich. Das Instrument war mit 18 Registern geplant, hat aber schon während der Erbauung 25 in das dafür nicht geplante Gehäuse hineingesteckt bekommen. So sieht es in der Kirche aus (eigenes Foto, zugegeben, gegen das Fenster ist schwer zu fotografieren!):
[image]

Gesetz den Fall, ihr hättet die Möglichkeit, hier ein neues Instrument zu skizzieren und nehmen wir auch einmal an, ihr könntet hier 27 klingende Register verbauen. Welche Vorschläge würdet ihr hierfür unterbreiten, wie sähe euer "Trauminstrument" aus? (Nein, wir haben hier nicht die 51 Register aus dem anderen Thread, hier geht es tatsächlich nur um etwas mehr als deren Hälfte!)

Ach ja, vielleicht noch folgende Randbedingungen: Hauptwerk auf Prinzipal 8', 2. Manual = Schwellwerk (Prinzipal 4' gewünscht), im Pedal auf jeden Fall neben dem Subbass 16' einen Prinzipal 8' und ein Gedackt 8'.

Bin gespannt auf eure Vorschläge, Bastler vor!

LG
Jörg

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

P.Kampf, Dienstag, 08. März 2011, 00:00 (vor 5658 Tagen) @ jrbecker

[image]

Also dann Fange ich mal an in der Bastelstunde:

Wg. des großen Fensters würde ich auch eine 2-Turm-Lösung bauen, auf einer Seite HW und Ped, auf der anderen SW und Elektrik/Motor. Freistehender Spieltisch, elektrische Register- und mechanische Spieltraktur, elektrische Koppeln. Mit den Transmissionen schummel ich zwar etwas, aber 27 Register sind ja 27 Register.

I Hauptwerk (C-c'''')
1 Bordun 16'
2 Prinzipal 8'
3 Rohrflöte 8'
4 Oktave 4'
5 Hohlflöte 4'
6 Oktave 2'
7 Mixtur IV 1 1/3'
8 Trompete 8'
Tremulant (regelbar)

I Sub, I Super
II-I, III-I
II-I Sub, II-I Super
III-I Sub, III-I Super

II Schwellwerk (C-c'''')
9 Nachthorn 8'
10 Traversflöte 8'
11 Flûte Celeste 8' (oberschwebende offene (weite) Flöte, ab c°)
12 Salicional 8'
13 Prinzipal 4'
14 Blockflöte 4'
15 Nasard 2 2/3'
16 Waldflöte 2'
17 Terz 1 3/5'
18 Quinte 1 1/3'
19 Mixtur IV 2'
20 Oboe 8'
21 Klarinette 8' (durchschlagend)
22 Vox Humana 8'
Tremulant (regelbar)

II Sub, II Super
III-II
III-II Sub, III-II Super

III Schwellwerk (Wechsel- oder Doppelschleife in II)

III Sub, III Super

Pedal (C-g')
23 Subbass 16'
Bordun 16' Transmission aus HW
24 Oktavbass 8'
25 Gedacktbass 8'
26 Choralbass 4'
27 Posaune 16'
Trompete 8' Transmission aus HW

I-Ped, II-Ped, III-Ped
I-Ped Super, II-Ped Super, III-Ped Super
Ped Super


Die Orgel ist hauptsächlich auf Improvisation und damit vielfältige, auch nicht unbedingt konventionelle Mischbarkeit der Register angelegt. Aber man sollte auc (je nach Intonatieur) mehr oder weniger viel Literatur darauf spielen können.


Und jetzt bin ich auf die Kritiken gespannt^^.

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Aeolinchen, Dienstag, 08. März 2011, 08:07 (vor 5658 Tagen) @ P.Kampf

Wg. des großen Fensters würde ich auch eine 2-Turm-Lösung bauen, auf einer Seite HW und Ped, auf der anderen SW und Elektrik/Motor.

Und was käme da in den Prospekt? Die Schwellrippen?

Mit den Transmissionen schummel ich zwar etwas, aber 27 Register sind ja 27 Register.

Wenn schon geschummelt wird, dann würde ich im Pedal mit Oktavauszügen schummeln.

Subbass 16' (-> Oktavauszug Gedacktbass 8')
Oktavbass 8' (-> Oktavauszug Choralbass 4')
Posaune 16' (-> Oktavauszug Trompete 8')

Mit diesen "Einsparungen" könnte man im Hauptwerk noch was schönes machen, ein Aliquotregister oder ein Streicher. Das ist mir nämlich etwas zu fade besetzt.

Ich weiß schon, "gespart" wird bei solchen Schummeleien ja nur an der Nummerierung, Transmissionen und Oktavauszüge kosten ja auch richtiges Geld. Ein Orgelbauer hat mir einmal gesagt, eine Transmissionseinrichtung bei mechanischer Schleiflade koste ungefähr so viel wie zwei Register.

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P.Kampf, Dienstag, 08. März 2011, 08:49 (vor 5658 Tagen) @ Aeolinchen

Wg. des großen Fensters würde ich auch eine 2-Turm-Lösung bauen, auf einer Seite HW und Ped, auf der anderen SW und Elektrik/Motor.


Und was käme da in den Prospekt? Die Schwellrippen?

Muss der Prospekt denn sprechen?

Mit den Transmissionen schummel ich zwar etwas, aber 27 Register sind ja 27 Register.


Wenn schon geschummelt wird, dann würde ich im Pedal mit Oktavauszügen schummeln.

Subbass 16' (-> Oktavauszug Gedacktbass 8')
Oktavbass 8' (-> Oktavauszug Choralbass 4')
Posaune 16' (-> Oktavauszug Trompete 8')

Mit diesen "Einsparungen" könnte man im Hauptwerk noch was schönes machen, ein Aliquotregister oder ein Streicher. Das ist mir nämlich etwas zu fade besetzt.

Ich weiß schon, "gespart" wird bei solchen Schummeleien ja nur an der Nummerierung, Transmissionen und Oktavauszüge kosten ja auch richtiges Geld. Ein Orgelbauer hat mir einmal gesagt, eine Transmissionseinrichtung bei mechanischer Schleiflade koste ungefähr so viel wie zwei Register.

Klar, ist teuer, aber spart hier eine wichtige Komponente: Platz!

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Aeolinchen, Dienstag, 08. März 2011, 18:56 (vor 5657 Tagen) @ P.Kampf

Muss der Prospekt denn sprechen?

Müssen tut er nicht, aber Attrappen finde ich nicht so begeisternd. Auch Zinn-Attrappen - bei den heutigen Zinnpreisen...

Ich weiß schon, "gespart" wird bei solchen Schummeleien ja nur an der Nummerierung, Transmissionen und Oktavauszüge kosten ja auch richtiges Geld. Ein Orgelbauer hat mir einmal gesagt, eine Transmissionseinrichtung bei mechanischer Schleiflade koste ungefähr so viel wie zwei Register.


Klar, ist teuer, aber spart hier eine wichtige Komponente: Platz!

Das ist richtig. Aber nur dann, wenn man statt gegebener 27 Register nur 24 baut + 3 Transmissionen/Oktavauszüge.

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

tiratutti @, Dienstag, 08. März 2011, 13:24 (vor 5657 Tagen) @ Aeolinchen

Hallo,

Wenn schon geschummelt wird, dann würde ich im Pedal mit Oktavauszügen schummeln.

Subbass 16' (-> Oktavauszug Gedacktbass 8')
Oktavbass 8' (-> Oktavauszug Choralbass 4')
Posaune 16' (-> Oktavauszug Trompete 8')

das wäre auch genau mein Pedalvorschlag. Drei Reihen, jeweils mit Extension, das ganze auf einer elektrischen Einzelventillade. Dann kann auch die Platzfrage ohne die Beschränkungen einer mechanischen Traktur gelöst werden. Ok, mancher wird sich mit Grausen abwenden, das wiederum hielte ich für nicht angebrachte Überheblichkeit.

Grüße von tiratutti

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Aeolinchen, Dienstag, 08. März 2011, 18:57 (vor 5657 Tagen) @ tiratutti

das wäre auch genau mein Pedalvorschlag. Drei Reihen, jeweils mit Extension, das ganze auf einer elektrischen Einzelventillade. Dann kann auch die Platzfrage ohne die Beschränkungen einer mechanischen Traktur gelöst werden. Ok, mancher wird sich mit Grausen abwenden, das wiederum hielte ich für nicht angebrachte Überheblichkeit.

Soweit ich weiß, gehen Oktavauszüge im Pedal auch rein mechanisch ganz gut.

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tiratutti @, Dienstag, 08. März 2011, 19:44 (vor 5657 Tagen) @ Aeolinchen

Hallo,

Soweit ich weiß, gehen Oktavauszüge im Pedal auch rein mechanisch ganz gut.

natürlich, sogar ohne Rückschlagklappen. Nur entsprechend große Ventile braucht es, von denen direkt die Verbindungen abgehen. Die elektrische Pedaltraktur kam mir wegen der offensichtlichen Positionierungsprobleme dieser Orgel in den Sinn ...

Grüße von tiratutti

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Aeolinchen, Dienstag, 08. März 2011, 07:52 (vor 5658 Tagen) @ jrbecker

Das Instrument war mit 18 Registern geplant, hat aber schon während der Erbauung 25 in das dafür nicht geplante Gehäuse hineingesteckt bekommen.

Mir drängen sich genau die Bedenken auf, die schon Wolfgang Gourgé vorgebracht hat: 18 Register, davon ca. 6 im Rückpositiv? Dann wären in den beiden seitlichen Kästen nur ca. 12 Register ordentlich unterzubringen. Und zwar eher Dulziane, Quintaden und Spitzquinten als Doppelflöten und Trompettes harmoniques.

Ach ja, vielleicht noch folgende Randbedingungen: Hauptwerk auf Prinzipal 8', 2. Manual = Schwellwerk (Prinzipal 4' gewünscht), im Pedal auf jeden Fall neben dem Subbass 16' einen Prinzipal 8' und ein Gedackt 8'.

Warum muss im Pedal ein Prinzipal 8' und ein Gedackt 8' sein?

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

stein @, Dienstag, 08. März 2011, 08:00 (vor 5658 Tagen) @ Aeolinchen

Wenn möglich das Fenster freilassen. Das scheint erhaltenswert zu sein. Nicht selten sind schöne Fenster von mittelmässigen Orgeln verstellt. Das finde ich dann schade.
Man stelle sich nur vor, im Altenberger Dom stehe die Orgel vor dem Westfenster.
meint provozierend in ein etwas eingeschlafenes Forum
stein

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

orgelwilli, Mittwoch, 09. März 2011, 12:31 (vor 5656 Tagen) @ stein

.
In der Barockzeit hätte man bestimmt die Orgel vor das Fenster gestellt!!??

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Aeolinchen, Mittwoch, 09. März 2011, 13:06 (vor 5656 Tagen) @ orgelwilli
bearbeitet von Aeolinchen, Mittwoch, 09. März 2011, 13:09

.
In der Barockzeit hätte man bestimmt die Orgel vor das Fenster gestellt!!??

Nicht unbedingt...

Wien
Irsee
Inzigkofen
Mainz
Weingarten
Oliva

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Friedrich @, Dienstag, 08. März 2011, 10:14 (vor 5658 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 08. März 2011, 15:37

Da gibt's so einen Thread, und ich krieg nichts mit ...

Zum Vorschlag, die Orgel seitlich auf den Kirchenboden zu stellen: Ohne die Kirche zu kennen, ist es schwer zu sagen, ob da ein Platzgewinn herauskäme. Die Orgel müsste jedenfalls einen schlanken Fuß haben, sonst stört sie Sichtlinien und Wege - oder man muss Überzeugungsarbeit leisten, dass sie das darf. Denn ein Prinzipal-8'-Werk mit flexiblem Schwellwerk und 8'-Pedal -- das doch eigentlich eine Posaune oder mindestens ein Fagott braucht -- fordert kräftig Raum.

Auf der Empore: Da müsste man sich was originelles Ausdenken. Auch mich stört das jetzige Rückpositiv optisch, das Fenster sollte so weit wie möglich frei bleiben; wahrscheinlich ist das auch der Grund für die sehr schlanke Bauweise der Empore.

Mein erster Eindruck: Ohne Asymmetrie geht es hier nicht, wenn man eine mechanische Emporenorgel möchte. Zum Beispiel: Auf der einen Seite ein Baukörper mit einem HW als Brüstungswerk und dahinter einem Schwellwerk, das zugleich Kleinpedal-Funktion übernehmen kann, aus dem das Pedal also ein oder zwei Register transmittiert -- dann kann der Organist mit dem SW allein den Chor begleiten, und der wird nicht durch Basstöne von der anderen Seite irritiert. Auf selbiger stünde dann das Großpedal mit Subbass und 16'-Zunge. Oktavauszüge finde ich bei den beschränkten Platzverhältnissen eine gute Idee. Der Spieltisch könnte mit Blickrichtung auf die andere Emporenseite vor den Manualwerken stehen.

Mögliche Disposition:

I. Koppelmanual

II. Hauptwerk
Prinzipal 8'
Oktave 4'
Sesquialtera II 1 1/3' (rep., aufgebänkt)
Mixtur IV 2' (aufgebänkt)
Holzgedackt 8'
Blockflöte 4'
Prinzipal 2' enge Mensur
Krummhorn 8'

III. Schwellwerk
Bordun 16' (C-F außerhalb des Schwellkastens)
Rohrflöte 8'
Suavial 8' (milde streichendes Prinzipal)
Prinzipal 4'
Holzflöte 4'
Nasat 2 2/3' (aufgebänkt)
Waldflöte 2' (aufgebänkt)
Terz 1 3/5' (aufgebänkt)
Mixtur 1 1/3' IV
Trompete 8'

Pedal
Subbass 16'
Violon 16' (C-E oder Fis mit Rucksackpfeifen oder Ged. 16' + Str. 8')
Oktavbass 8'
Gedackt 8' (C-f = Subbass)
Oktave 4' (C-f = Oktavbass)
Rauschpfeife IV 2 2/3'
Posaune oder Fagott 16'
Bordun 16' (Transmission SW)
Suavial 8' (evtl. weitere Tr. SW)

Koppeln II/P, III/P

II + P, 25 Register inkl. Oktavauszüge, dazu eine bis zwei Transmissionen.
Die Stärke des HW ist das Mixturplenum, die des SW das Zungenplenum mit Trompete; beide haben aber auch die jeweils andere Farbe parat. Das HW hat ein eingebautes RP mit Holzgedackt und Blockflöte, die in dieser Position fein intoniert werden können; das Prinzipal 2' wäre für dieses Mini-RP ausgelegt: etwas enger und spritziger als Prinzipal und Oktave, die ihre Fortsetzung in Sesquialtera und Mixtur haben. Es gibt also drei staffelbare Plena, die gegeneinander ausgespielt werden können: "RP"-SW, SW-HW; und natürlich SW-HW-Koppelmanual.

Der Pedal-Violon könnte wegfallen, wäre aber schön zur Begleitung; ebenso könnte man die HW-Sesquialtera einsparen, sie wäre aber günstig für den C. f. in triomäßiger Choralbegleitung (und ich mag nun mal terzige Plena!).

Gruß,
Friedrich

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Aeolinchen, Dienstag, 08. März 2011, 19:08 (vor 5657 Tagen) @ Friedrich

I. Koppelmanual

II. Hauptwerk
Prinzipal 8'
Oktave 4'
Sesquialtera II 1 1/3' (rep., aufgebänkt)
Mixtur IV 2' (aufgebänkt)
Holzgedackt 8'
Blockflöte 4'
Prinzipal 2' enge Mensur
Krummhorn 8'

III. Schwellwerk
Bordun 16' (C-F außerhalb des Schwellkastens)
Rohrflöte 8'
Suavial 8' (milde streichendes Prinzipal)
Prinzipal 4'
Holzflöte 4'
Nasat 2 2/3' (aufgebänkt)
Waldflöte 2' (aufgebänkt)
Terz 1 3/5' (aufgebänkt)
Mixtur 1 1/3' IV
Trompete 8'

Pedal
Subbass 16'
Violon 16' (C-E oder Fis mit Rucksackpfeifen oder Ged. 16' + Str. 8')
Oktavbass 8'
Gedackt 8' (C-f = Subbass)
Oktave 4' (C-f = Oktavbass)
Rauschpfeife IV 2 2/3'
Posaune oder Fagott 16'
Bordun 16' (Transmission SW)
Suavial 8' (evtl. weitere Tr. SW)

Koppeln II/P, III/P

II + P, 25 Register inkl. Oktavauszüge, dazu eine bis zwei Transmissionen.
Die Stärke des HW ist das Mixturplenum, die des SW das Zungenplenum mit Trompete; beide haben aber auch die jeweils andere Farbe parat. Das HW hat ein eingebautes RP mit Holzgedackt und Blockflöte, die in dieser Position fein intoniert werden können; das Prinzipal 2' wäre für dieses Mini-RP ausgelegt: etwas enger und spritziger als Prinzipal und Oktave, die ihre Fortsetzung in Sesquialtera und Mixtur haben. Es gibt also drei staffelbare Plena, die gegeneinander ausgespielt werden können: "RP"-SW, SW-HW; und natürlich SW-HW-Koppelmanual.

Der Pedal-Violon könnte wegfallen, wäre aber schön zur Begleitung; ebenso könnte man die HW-Sesquialtera einsparen, sie wäre aber günstig für den C. f. in triomäßiger Choralbegleitung (und ich mag nun mal terzige Plena!).

Gruß,
Friedrich

"Igitt, ein Koppelmanual!" Dachte ich mir zuerst. Ich hasse diese Dinger, seit ich eine Zeitlang regelmäßig an einer Orgel mit Koppelmanual zu tun hatte. An einer zweimanualigen Orgel mit normaler Koppel vermisse ich nichts. In diesem ganz speziellen Fall, wo das Hauptwerk ein bisschen "Positiv" und das Schwellwerk ein bisschen "Hauptwerk" ist (mit 16' und Trompete) kann ich mir immerhin vorstellen, ausnahmsweise so ein Unding zu bauen. Trotzdem fände ich zwei Koppeln II-I und I-II besser.

Warum aber die tiefere Mixtur im Hauptwerk und die höhere Mixtur im Schwellwerk, wo der 16' platziert ist?

Warum die kleinen Register aufgebänkt?

Ein richtiger 8'-Streicher würde mir noch fehlen.

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Friedrich @, Dienstag, 08. März 2011, 23:50 (vor 5657 Tagen) @ Aeolinchen

Danke, Aeolinchen, für Kommentar und Würdigung.

Warum aber die tiefere Mixtur im Hauptwerk und die höhere Mixtur im Schwellwerk, wo der 16' platziert ist?
Warum die kleinen Register aufgebänkt?
Ein richtiger 8'-Streicher würde mir noch fehlen.

Frage 1: Darüber ist sicher zu diskutieren. Der SW-Prinzipalchor ist in meiner Vorstellung trotz 16' der leichtere; der 16' steht hier erstens als Teil eines Schwellpedals mit Weitchor 16-8-4, zweitens, um das Brüstungs-HW zu entlasten. Deshalb auch das Koppelmanual: Als Einladung nämlich, die Orgel als Klangeinheit zu verstehen.

Frage 2: Um ein paar Zentimeter Tiefe zu sparen und um die Register in die »Pole Position« zu rücken, so dass sie locker zur Geltung kommen; wichtig ist mir das im SW, weil die Terzmischung z. B. mit dem Krummhorn duettieren können soll.

Zum 8'-Streicher: Ja, der ist was schönes, aber zum Chorbegleiten finde ich ein schlankes, streichendes 8'-Prinzipal doch schöner. Ich mag den offeneren Klang einfach lieber.

Gruß,
Friedrich

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Karsten, Dienstag, 08. März 2011, 11:31 (vor 5657 Tagen) @ jrbecker

Hallo!

In Chur hat Kuhn eine ähnliche Situation (allerdings mit viel schmalerem, nicht durchgehenden Fenster und ohne Notwendigkeit einer Empore für den Chor) so gelöst:
http://www.flickr.com/photos/37338861@N05/3634996219/
Der Prospekt ist bekannt und war - wenn ich mich recht erinnere - hier im Forum Anlass heftiger Diskussionen. Aber vielleicht ist das Grundkonzeot Ausgangspunkt für eine Lösung? Die Empore müsste allerdings komplett neu gestaltet werden...

Vielleicht wäre auch der Neubau einer breiteren Empore möglich? Oder dass die Teilwerke (asymmetrisch) an der Wand hängend bei schlankem Fuss über die Empore hinausragen?

Unter dem Wegfall der Vorgabe "mechanische Emporenorgel" könnte man vielleich überlegen, eine "kleine" elektrische Orgelanlage zu planen, mit einem kleinen (schwellbaren) Antiphonal auf/über der Empore, spielbar von einem eigenen Spieltisch zur Begleitung. Die "Hauptorgel" könnte wie von jrbecker angedacht (er kennt die Kirche am besten) seitlich in er Kirche stehen...

Gruß
Karsten

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 08. März 2011, 12:20 (vor 5657 Tagen) @ jrbecker

Ped.
1. Subbass 16
2. Octavbass 8
3. Gedackt 8
4. Choralbass 4
5. Posaune 16
6. Clarine 4

HW.
1. Bordun 16
2. Prinzipal 8
3. Rohrflöte 8
4. Violone 8
5. Octave 4
6. Offenflöte 4
7. Nasard 2 2/3
8. Superoctave 2
9. Mixtur 4f.
10. Cornett 3f.
11. Trompete 8
12. Fagott 16
Tremulant

Positiv
1. Gedackt 8
2. Quintadena 8
3. Prinzipal 4
4. Blockflöte 4
5. Sesquialtera 2f.
6. Waldflöte 2
7. Scharff 3f.
8. Vox humana 8
9. Dulzian 16
Tremulant

Normalkoppeln, Stimmung: Werkmeister III

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

jrbecker @, Dienstag, 08. März 2011, 21:23 (vor 5657 Tagen) @ jrbecker

Nun, ich weiß zwar noch nicht, ob vielleicht noch jemand ein Konzept beisteuern möchte, aber ich möchte mich schon einmal bei allen bedanken, die hier ihre Ideen offenbart haben. Jeder der Vorschläge hat etwas für sich, das Konzept von Patrick gefällt mir ganz gut, wobei ich mich frage, ob es diese Menge an Sub- und Superkoppeln tatsächlich benötigt. Ich würde hier auch im Schwellwerk auf ein Register verzichten, um dem HW noch eines zur Solofähigkeit zu geben (Nasat 2 2/3' oder ein Cornet ab b°). (Die Einrichtung eines gesamten Manuals als Wechselschleifen ist sicherlich ein Kostenfaktor, der noch einmal "ordentlich" zu Buche schlägt, ich habe das selbst noch nicht ausprobieren können, ist das ein lohnenswerter Mitteleinsatz?)

Der Vorschlag von Tabernakelwanze hat was klassisches, wobei mich persönlich der Clairon 4' im Pedal gar nicht stört, im Gegenteil. Sicher kann ich mir hier auch eine Trompete 8' sehr gut vorstellen, aber so geht es - aus meiner Sicht - durchaus auch. Ich frage mich allerdings, ob ich in beiden Manualen 16'-Zungen bräuchte. Nasard 2 2/3' auf dem gleichen Manual wie Cornett finde ich ebenso ungewöhnlich wie das Fehlen jeglicher Einzelaliquoten im Positiv. Den 1 1/3' in "meiner" Orgel nutze ich sehr gerne, sowohl solistisch als auch für das "Vorplenum".

Friedrichs Vorschlag hat - bezogen auf das, was heute so gebaut wird - geradezu etwas "experimentelles", finde ich nicht uninteressant, die angestellten Überlegungen, eingeschlossen den Aufbau des Werkes mit einem als Rückpositiv angelegten Hauptwerk. Ich habe diese Idee ein wenig zurückgestellt, weil ich denke, dass wir dann einen sehr mächtigen Baukörper auf der Empore erhalten, der das Fenster dominiert und die Empore einengt. Eine asymetrische Säule à la KBK scheint mir da fast sympathischer... Und ein Freund von Koppelmanualen bin ich allemal, die Alternative, Koppeln in beide Richtungen zu haben, ist auch nicht schlecht, aber habe ich noch seltener erlebt als Koppelmanuale. (Eine kleine Anekdote hierzu schreibe ich nachher mal in einen neuen Thread...)

Nun will ich noch auflösen: Was steht drin?
Hauptwerk (I) C-g3
Prinzipal 8‘
Quintade 8‘
Oktave 4’
Gemshorn 4’
Quinte 2 2/3’
Blockflöte 2’
Terz 1 3/5'
Mixtur 4-5fach 2‘
Dulzian 16‘
Enge Trompete 8‘

Rückpositiv (II) C-g3
Gedackt 8‘
Prinzipal 4‘
Rohrflöte 4‘
Gemsflöte 2‘
Nasat 1 1/3‘
Oktävlein 1‘
Zymbel 2fach ½‘
Krummhorn 8‘
Tremulant

Pedal C-f1
Subbass 16‘
Offenbass 8‘
Rohrpommer 4’
Nachthorn 2’
Rauschpfeife 4fach 5 1/3‘
Stille Posaune 16‘

Koppeln: Rückpositiv/Hauptwerk, Hauptwerk/Pedal, Rückpositiv/Pedal
Nebenregister und Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, Festkombinationen P, F, T, Auslöser, „Aut. Pedal“, Zungeneinzelabsteller, Crescendowalze.

Interessanterweise sind die Koppeln rein mechanisch als Fußrasten bedienbar, d. h., sie sind in den Kombinationen nicht erfasst. Das Instrument wurde 1960. Schleifladen mit mechanischer Spieltraktur, elektrischer Registertraktur.

Was ist geplant? Man sammelt bereits seit rund zehn Jahren Geld und hat mittlerweile zwar einen respektablen Betrag zusammen, jedoch langt es für eine Beauftragung noch lange nicht. Die Disposition ist zwischen den drei hauptsächlich an der Kirche tätigen Organisten abgestimmt, so dass man sagen muss, dass diese wohl den Belangen der Kirchenmusiker am nächsten kommt. Da sie öffentlich in der Kirche aushängt, glaube ich, dass nichts dagegen spricht, wenn ich sie hier noch einmal wiedergebe:

Hauptwerk C-g3
Bordun 16'
Prinzipal 8'
Holzflöte 8'
Oktave 4'
Nachthorn 4'
Quinte 2 2/3'
Superoktave 2'
Mixtur V
Trompete 8'

Schwellwerk
Gedackt 8'
Salicional 8'
Schwebung 8'
Prinzipal 4'
Rohrflöte 4'
Quintflöte 2 2/3'
Waldflöte 2'
Terz 1 3/5'
Quinte 1 1/3'
Scharff IV
Cromorne 8'
Schalmey 4'

Pedal C-f1
Subbass 16'
Prinzipalbass 8'
Gedacktbass 8'
Choralbass 4'
Mixtur IV
Posaune 16'

Und nun? Auch etwas ungewöhnlich für die heutige Zeit, oder?

Beste Grüße
Jörg

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Aeolinchen, Dienstag, 08. März 2011, 21:42 (vor 5657 Tagen) @ jrbecker

Was ist geplant? Man sammelt bereits seit rund zehn Jahren Geld und hat mittlerweile zwar einen respektablen Betrag zusammen, jedoch langt es für eine Beauftragung noch lange nicht. Die Disposition ist zwischen den drei hauptsächlich an der Kirche tätigen Organisten abgestimmt, so dass man sagen muss, dass diese wohl den Belangen der Kirchenmusiker am nächsten kommt. Da sie öffentlich in der Kirche aushängt, glaube ich, dass nichts dagegen spricht, wenn ich sie hier noch einmal wiedergebe:

Hauptwerk C-g3
Bordun 16'
Prinzipal 8'
Holzflöte 8'
Oktave 4'
Nachthorn 4'
Quinte 2 2/3'
Superoktave 2'
Mixtur V
Trompete 8'

Schwellwerk
Gedackt 8'
Salicional 8'
Schwebung 8'
Prinzipal 4'
Rohrflöte 4'
Quintflöte 2 2/3'
Waldflöte 2'
Terz 1 3/5'
Quinte 1 1/3'
Scharff IV
Cromorne 8'
Schalmey 4'

Pedal C-f1
Subbass 16'
Prinzipalbass 8'
Gedacktbass 8'
Choralbass 4'
Mixtur IV
Posaune 16'

Und nun? Auch etwas ungewöhnlich für die heutige Zeit, oder?

Ungewöhnlich ist vor allem die Zungenbesetzung im Schwellwerk. Sowas hat man vor 30 Jahren ab und zu gemacht, überzeugt hat mich das nie.

Ja, und die Pedalmixtur ist heute bei Orgeln dieser Größe auch nicht mehr Standard. Kann man aber trotzdem hin und wieder machen, warum auch nicht?

An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Friedrich @, Mittwoch, 09. März 2011, 00:38 (vor 5657 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von Friedrich, Mittwoch, 09. März 2011, 09:35

Weil es offenbar keine persönliche Angelegenheit von jrbecker ist, erlaube ich mir mal, etwas freimütiger zu formulieren.

Ich finde, der Dispositionsentwurf -- Holzflöte, Nachthorn, Cromorne, Schalmei -- liest sich wie eine Ahlborn-Kippschalterreihe. Halbwegs korrekt, aber nicht gerade systematisch, wenn es um die Literatur geht.

In vielem möchte ich mich Wolfgang anschließen. Das Schwellwerk ist überbesetzt -- irgendwie ist alles drin, was der lieben Gewohnheit nach nicht in ein Hauptwerk gehört, was man sich aber doch wünscht: Salicional, Schwebung, Nasat-Flöte-Terz und noch die kleine Quinte -- was macht die denn da? Trotzdem soll offenbar alles in einen 4'-Kasten passen, das Salicional wäre also unten eine Quintade, und satte Schwellwirkungen wären unmöglich.

Dem Cromorne -- der meiner Auffassung nach nicht hinter Klappen gehört* -- stünde auf dem HW keine Terzmischung gegenüber, das HW wäre für eine Orgel dieser Größe doch allzu stark auf Grundstimmen plus Klangkrone beschränkt. Bei drei Manualen wäre das OK -- aber so?

Sicher kann man auf so einer Orgel Musik machen. Aber mit etwas weniger Schubladendenken wäre bedeutend mehr drin, bei weniger Registern und besserer akustischer Anlage. Deshalb meine »experimentelle« Disposition, in der ich versuche, alles an eine brauchbare Stelle zu rücken und wegzulassen, was nicht unbedingt nötig ist** -- auch unter architektonischen Gesichtspunkten: Deshalb nur acht HW-Register ohne 16', aufgebänkte Kleinfüßer und die größten Bordunpfeifen außerhalb des Schwellers. Eine Inspiration für diese Registerverteilung war sicher (habe ich erst später gemerkt) die Disposition aus dem kürzlich wiedergefundenen Schnitger-Vertrag.

Gruß,
Friedrich

*Ja, ich weiß, Saint-Sulpice -- aber das war nun mal Clicquots Positif-Lade, da war er zu Hause! Er wollte einfach nicht weg!

**Hand aufs katholische Herz: Wer braucht eine Schwebung? Man will eine schöne Begleitfarbe. Bitteschön: Man stelle ein streichendes Prinzipal (das für viel, viel mehr Dinge gut ist als eine Vox coelestis, auch wenn sie malerischer heißt) hinter Klappen, schalte ein sanftes Tremolo dazu, und fertig ist der Weihrauch.

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jrbecker @, Mittwoch, 09. März 2011, 09:38 (vor 5657 Tagen) @ Friedrich

Weil es offenbar keine persönliche Angelegenheit von jrbecker ist, erlaube ich mir mal, etwas freimütiger zu formulieren.


Nein, das ist es tatsächlich nicht (freimütige Formulierungen hätten mich aber auch dann interessiert, wenn es meine persönliche Angelenheit wäre, wollte ich das nicht, dürfte ich nicht hier fragen...). Man könnte sogar sagen: Es geht mich eigentlich nichts an...

Ich war halt überrascht, als ich die geplante Disposition las, und das hat mich neugierig gemacht, wie denn die jetzige Orgel aussieht. Und nachdem ich jetzt beides kenne bin ich im Prinzip noch stutziger: Man ersetzt im Prinzip eine orgelbewegte Orgel durch eine neue, die wieder ziemlich orgelbewegte Züge zeigt. Wie fasst es Aeolinchen zusammen: "Sowas hat man vor 30 Jahren ab und zu gemacht...".

Ich will auuf gar keinen Fall gegen den neuen Entwurf arbeiten, ich schrieb schon: Die vor Ort tätigen Kirchenmusiker haben es sich so zusammengebaut und daher wird das genau das sein, was sie sich für ihren Dienst vorstellen!

Dass ich den Thread "trotzdem" angeleiert habe, ist nur deshalb passiert, weil ICH einfach nochmal drei, vier, ... andere Meinungen hören wollte. Mit diesen werde ich jedoch auf gar keinen Fall in irgendeine Diskussion einsteigen, das geht mich tatsächlich rein gar nichts an!

Und noch etwas möchte ich kurz einfach noch einmal klarstellen: Ich bin durchaus kein Gegner orgelbewegter Instrumente. Ich habe auf vielen solchen gelernt, während meiner Ausbildung und Organistenstellen gespielt und sie (bzw. viele davon) sind mir ans Herz gewachsen. Immer wieder habe ich hier meine Meinung kundgetan: Eine Bornefeld-Orgel mit heutigem Wissenstand (Winddruck/-versorgung, Pfeifenbau, Mensur, Intonation, ...) neu gebaut, könnte u. U. durchaus experimentierfreudige Ergebnisse liefern. Wolfgangs Einwand, dass eben das Konzept Bornefelds genau auf diesen Parametern wie er sie damals gesetzt hat basiert, möchte ich da nur bedingt gelten lassen. Ich bin mir sicher, Bornefeld hätte sich weiter/anders entwickelt, wenn er 30 Jahre später tätig gewesen wäre bzw. gelebt hätte. Auch wenn der Vergleich hinkt: Auch Bach hätte sich - würder er heute leben - relativ sicher nicht auf Mittel und Methoden der 1730er Jahre beschränkt. (NEIN, ich will damit diese Diskussion nicht wieder aufleben lassen, und wenn ihr das wollt, macht bitte einen neuen Thread auf!)

Ich will damit nur Friedrichs Äußerung "Sicher kann man auf so einer Orgel Musik machen." aufgreifen: Ich bin durchaus gespannt auf das Ergebnis, auch wenn es - nach meiner jetzigen Einschätzung unter Kenntnis der Situation vor Ort - noch einige Jahre dauern wird. Ich komme da hin und wieder vorbei und werde gerne mal wieder neugierig 'reinschauen.

Natürlich danke ich allen hier für die Meinungsäußerungen, ich nehme auch gerne noch weitere entgegen!

LG
Jörg

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 09. März 2011, 12:33 (vor 5656 Tagen) @ jrbecker

Nun, es ist ja sehr spannend, was sich hier so an Dispositionen tummelt. Was um alles in der Welt macht man aber mit einer Schalmey 4´??? Das Teil halte ich für reine Platz- u. Geldverschwendung. Wozu braucht man sowas?

Ebenso schleierhaft sind mir 3 Manuale bei einer 24-Register-Orgel. Das ist doch alles nur behelf! Mir sind zwei üppig disponierte Manuale lieber als drei schmalbrüstige Werke. Und dann die Sache mit den ganzen Auszügen! Ich halte das für sehr entbehrlich. Am Ende landen wir dann noch bei einer Multiplex-Kiste. Wer will das?

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Aeolinchen, Mittwoch, 09. März 2011, 13:51 (vor 5656 Tagen) @ Tabernakelwanze

Nun, es ist ja sehr spannend, was sich hier so an Dispositionen tummelt.

Wenn die Randbedingungen aus dem ersten Posting ganz genau nehmen, sind natürlich die meisten Vorschläge mehr oder weniger daneben. Deiner übrigens auch.

Was um alles in der Welt macht man aber mit einer Schalmey 4´??? Das Teil halte ich für reine Platz- u. Geldverschwendung. Wozu braucht man sowas?

Das weiß ich leider auch nicht, eventuell hätte es dir dieser oder jener Herr erklären können, die scheinen eine Schalmey 4' neben einem Krummhorn 8' für eine gute Sache gehalten zu haben. Leder sind sie beide nicht mehr am Leben.

Ebenso schleierhaft sind mir 3 Manuale bei einer 24-Register-Orgel. Das ist doch alles nur behelf! Mir sind zwei üppig disponierte Manuale lieber als drei schmalbrüstige Werke.

Da sind die Geschmäcker halt verschieden. Ich habe gute Erfahrungen mit der Kombination Hauptwerk - Solowerk - Schwellwerk gemacht.

Und dann die Sache mit den ganzen Auszügen! Ich halte das für sehr entbehrlich. Am Ende landen wir dann noch bei einer Multiplex-Kiste. Wer will das?

Nanana, zwischen Oktavauszügen im Pedal und einer Multiplex-Kiste ist doch ein Riesenunterschied. So kann man doch nicht argumentieren.

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 09. März 2011, 14:24 (vor 5656 Tagen) @ Aeolinchen

Nun, es ist ja sehr spannend, was sich hier so an Dispositionen tummelt.


Wenn die Randbedingungen aus dem ersten Posting ganz genau nehmen, sind natürlich die meisten Vorschläge mehr oder weniger daneben. Deiner übrigens auch.


Ich finde meinen Vorschlag überhaupt nicht daneben. Alle Kriterien des Eingangspostings sind erfüllt. Ich glaube, dass das so, oder so ähnlich schon gut klingen würde.

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Aeolinchen, Mittwoch, 09. März 2011, 14:36 (vor 5656 Tagen) @ Tabernakelwanze

Nun, es ist ja sehr spannend, was sich hier so an Dispositionen tummelt.


Wenn die Randbedingungen aus dem ersten Posting ganz genau nehmen, sind natürlich die meisten Vorschläge mehr oder weniger daneben. Deiner übrigens auch.

Ich finde meinen Vorschlag überhaupt nicht daneben. Alle Kriterien des Eingangspostings sind erfüllt. Ich glaube, dass das so, oder so ähnlich schon gut klingen würde.

Ich würde mich ja auch sehr wundern, wenn jemand seinen eigenen Vorschlag daneben finden würde. Gefordert war ein Schwellwerk. Was du disponiert hast, ist ein norddeutsch-barockes Positiv.

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 09. März 2011, 14:58 (vor 5656 Tagen) @ Aeolinchen

" Gefordert war ein Schwellwerk. Was du disponiert hast, ist ein norddeutsch-barockes Positiv."


Verdammt! Du hast recht.

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jrbecker @, Mittwoch, 09. März 2011, 15:20 (vor 5656 Tagen) @ Tabernakelwanze

" Gefordert war ein Schwellwerk. Was du disponiert hast, ist ein norddeutsch-barockes Positiv."


Verdammt! Du hast recht.

Ich hab's als norddeutsch-barockes Schwell-Positiv gedeutet und schon iss wieder gut...

:-)

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Axel ⌂ @, Mechernich, Samstag, 12. März 2011, 09:20 (vor 5654 Tagen) @ jrbecker

Nachdem jetzt etliche Vorschläge vorliegen, versuche ich auch mal die eierlegende Wollmilchsau mit 27 Registern, zugegeben mit 3 Manualen:

HW:
Bordun 16
Principal 8
Rohrflöte 8
Gemshorn 8
Gambe 8
Spitzflöte 4
Octave 4
Quinte 2 2/3
Mixtur 4f 1 1/3

Positiv (mit Wechselschleifen aus dem HW):
Rohrfl. 8 (HW)
Gemshorn 8 (HW)
Gambe 8 (HW)
Spitzfl. 4 (HW)
Octave 4 (HW)
Larigot 1 1/3
Sesquialter 2f.
Sifflet 1
Krummhorn 8

SW/Resonance:
Holzfl. 8
Salicional 8'
Schwebung 8'
Traversflöte 4
Principal 4
Nasard harmonique 2 2/3
Octavin 2
Tierce harmonique 1 3/5
Fagott 16
Trompete 8
Oboe 8

Ped.:
Subbass 16
Offenbass 8

Normalkoppeln und III/P Super

Mit einer Setzeranlage ergibt sich ein recht wendiges Instrument.

Nachteil: Der technische Aufwand kostet Geld und Platz.

Schöne Grüße
Axel

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Friedrich @, Samstag, 12. März 2011, 10:06 (vor 5654 Tagen) @ Axel

HW:
Bordun 16
Principal 8
Rohrflöte 8
Gemshorn 8
Gambe 8
Spitzflöte 4
Octave 4
Quinte 2 2/3
Mixtur 4f 1 1/3

Positiv (mit Wechselschleifen aus dem HW):
Rohrfl. 8 (HW)
Gemshorn 8 (HW)
Gambe 8 (HW)
Spitzfl. 4 (HW)
Octave 4 (HW)
Larigot 1 1/3
Sesquialter 2f.
Sifflet 1
Krummhorn 8

SW/Resonance:
Holzfl. 8
Salicional 8'
Schwebung 8'
Traversflöte 4
Principal 4
Nasard harmonique 2 2/3
Octavin 2
Tierce harmonique 1 3/5
Fagott 16
Trompete 8
Oboe 8

Ped.:
Subbass 16
Offenbass 8

Normalkoppeln und III/P Super
Mit einer Setzeranlage ergibt sich ein recht wendiges Instrument.
Nachteil: Der technische Aufwand kostet Geld und Platz.

... und offenbar auch so nützliche Dinge wie einen prinzipalischen 2', den ich bei drei Manualen auf HW und Positiv schwer vermissen würde, schwerer als Larigot, Sifflet, Gambe und Schwebung.

Gruß,
Friedrich

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Axel ⌂ @, Mechernich, Samstag, 12. März 2011, 11:26 (vor 5654 Tagen) @ Friedrich

Oh, sorry. Hatte mich schon beim Durchzählen gewundert. Natürlich muss ins HW (und dann natürlich auch als Wechselschleife ins Pos.) eine Oktave 2'. Da hab ich meine Notizen einfach falsch abgetippt.

Grüße
Axel

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Aeolinchen, Samstag, 12. März 2011, 19:29 (vor 5653 Tagen) @ Axel

Ganz interessantes Konzept. Das einzige, was mich daran wirklich stört: Bei 27 Registern hätte ich gern im Pedal eine anständige Posaune 16'. Ein Manualfagott, das bei Bedarf heruntergekoppelt wird, ist da ein etwas dürftiger Ersatz.

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Aeolinchen, Samstag, 12. März 2011, 19:25 (vor 5653 Tagen) @ Axel

Mit einer Setzeranlage ergibt sich ein recht wendiges Instrument.

Nachteil: Der technische Aufwand kostet Geld und Platz.

Ein Konzept mit einem Positiv (oder "Solo") ganz aus Wechselschleifen gibt es hier:
http://www.orgelbau-winterhalter.de/html/orgeln/d_alpirsbach.html

Ich bin bei Wechselschleifen eigentlich eher skeptisch. Alpirsbach hat mich aber überzeugt. Nach kurzer Eingewöhnungszeit musste ich feststellen: In der Tat ein sehr wendiges Instrument!

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doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 15. März 2011, 11:44 (vor 5650 Tagen) @ jrbecker

Hauptwerk (C-a 3)
Bordun 16' (C-H Holz, ab c 0 Metall)
Principal 8'
Flöte 8' (Holz; C-e 0 gedeckt, ab f 0 offen)
Octave 4'
Quinte 2 2/3'
Superoctave 2'
Mixtur 4fach (1 1/3')
Trompete 8'
SW/HW, Echo/HW

Schwellwerk (C-a 3)
Rohrflöte 8'
Gambe 8' (nicht zu sanft)
Principal 4'
Flöte 4'
Nasard 2 2/3'
Traversflöte 2'
Terz 1 3/5'
Mixtur 3fach (1')
Hautbois 8'
Tremulant (regulierbar)

Echo (C-a 3; im Spieltisch, schwellbar)
Bordun 8'
Flauto dolce 4'
Cornett 3fach (2 2/3', ab b 0)
Vox humana 8'
Tremulant (regulierbar)

Pedal (C-f 1)
Subbass 16' (Holz)
Principalbass 8'
Gemshorn 8' (leise, streichend)
Octavbass 4'
Posaune 16' (Holzbecher)
Trompete 8' (Extension Posaune)
HW/Ped, SW/Ped

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Friedrich @, Dienstag, 15. März 2011, 15:39 (vor 5650 Tagen) @ doppelfloete_h

Gefällt mir gut!

Die Idee mit dem Spieltischwerk bringt räumliche Entlastung und gut platzerte Begleitregister. Ist noch die Frage, wohin mit dem Schwellkasten. Die "nicht zu sanfte" Gambe könnte im Bass vielleicht Haskell-Pfeifen bekommen, die nicht viel höher als die der Rohrflöte oder Oboe wären, aber irgendwo müssten auch die hin.

Nur eine Frage: Was macht der Cornet im Spieltischwerk? Darf er da laut sein? Oder ist er nicht eher ein verbuddelter Echo-Cornet? Ist damit Bachs "vollkommen schöne Sesquialtera" gemeint (im Mühlhausener Entwurf sicher keine Prinzipalmischung, eher ein Jeu de tierce)?

Gruß,
Friedrich

Hauptwerk (C-a 3)
Bordun 16' (C-H Holz, ab c 0 Metall)
...

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Aeolinchen, Dienstag, 15. März 2011, 22:05 (vor 5650 Tagen) @ Friedrich

Gefällt mir gut!

Mir auch!

Nur eine Frage: Was macht der Cornet im Spieltischwerk? Darf er da laut sein? Oder ist er nicht eher ein verbuddelter Echo-Cornet? Ist damit Bachs "vollkommen schöne Sesquialtera" gemeint (im Mühlhausener Entwurf sicher keine Prinzipalmischung, eher ein Jeu de tierce)?

Sicher? Eine Sesquialtera war doch im 18. Jahrhundert immer was prinzipalisches, zumindest kenne ich kein Gegenbeispiel.

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