Anekdoten im Orgelbau

Axel ⌂ @, Mechernich, Sonntag, 20. März 2011, 22:39 (vor 5645 Tagen) @ jrbecker

Chaotische Wartungsarbeiten kommen schon mal vor. Vor etlichen Jahren hat eine renommierte und von mir sehr geschätzte Firma an einer historischen Orgel die Traktur so reguliert, dass die Obertasten einen größeren Tastenfall hatten als die Untertasten. Es war nicht möglich, ein fis zu spielen ohne gleichzeitig f und g mitzunehmen. Selbstverständlich wurde der Fehler schnell korrigiert.

Schlimmer ist es, wenn die Krücken der Zungen klemmen und mit Caramba (oder wie heißt dieses Schmierspray) nachgeholfen wird. Da klebten alle Zungen fest...immerhin gingen nachher so wenige Töne, dass sich das Stimmen der Zungen eh nicht mehr lohnte. Das hat mal ein Kollege erlebt.

An gleicher Orgel brach der Schalter für die freie Kombination ab. Nach der Wartung befand sich dann ein Schalter für die Kombination "III. Manual" an dieser Stelle, obwohl die Orgel nur zwei Manuale hat. An welcher Orgel mag der Orgelbauer den Knopf wohl abgeschraubt haben?

Eines meiner alten Dienstinstrumente (inzwischen zum Glück ersetzt) war so verbaut, dass man die Hälfte der Krücken für die Posaune nicht erreichen konnte, ohne das halbe Pedal und einige Stimmgänge auszubauen. Entsprechend war die 30 Jahre lang nicht gestimmt worden...

Grüße
Axel


gesamter Thread:

 

powered by my little forum