Hausorgel von Flor Peeters, Spieltisch von Ste.Clotilde
orgelwilli, Sonntag, 01. Juli 2012, 08:44 (vor 5232 Tagen)
bearbeitet von orgelwilli, Sonntag, 01. Juli 2012, 08:53
Ein sehr informatives Interview (von 1958) mit Flor Peeters, der an seiner Hausorgel in Mechelen spielt. Man sieht auch den originalen Cavaillé-Coll Spieltisch von Ste. Clotilde (Paris), den Flor Peeters von seinem Freund Charles Tournemire geerbt hat.
Weiß jemand wo dieser Spieltisch von Ste. Clotilde jetzt ist???
http://www.cobra.be/cm/cobra/muziek/archief-muziek/100712-sa-florpeeters
Hausorgel von Flor Peeters, Spieltisch von Ste.Clotilde
Erzaehler70, Sonntag, 01. Juli 2012, 13:03 (vor 5232 Tagen) @ orgelwilli
wenn die Info noch aktuell ist, dann steht der jetzt in Antwerpen (ganz unten rechts auf der Seite).
Hausorgel von Flor Peeters, Spieltisch von Ste.Clotilde
FranzS.
, Sonntag, 01. Juli 2012, 13:27 (vor 5232 Tagen) @ orgelwilli
bearbeitet von FranzS., Sonntag, 01. Juli 2012, 13:34
Ein sehr informatives Interview (von 1958) mit Flor Peeters, der an seiner Hausorgel in Mechelen spielt. Man sieht auch den originalen Cavaillé-Coll Spieltisch von Ste. Clotilde (Paris), den Flor Peeters von seinem Freund Charles Tournemire geerbt hat.
Weiß jemand wo dieser Spieltisch von Ste. Clotilde jetzt ist???
http://www.cobra.be/cm/cobra/muziek/archief-muziek/100712-sa-florpeeters
Danke, Flor Peeters scheint ja ein ganz netter Typ gewesen zu sein. Zudem ist es immer interessant wie die Komponisten privat waren, wie hier Stravinsky ;-)
Grüße Franz
(schade, dass Bach kein so emsiger Briefeschreiber war wie Mozart)
Edit:
eine Frage an die Niederländer hier; kann es sein, dass belgisches Niederländisch für Deutsche leichter zu verstehen ist?
Hausorgel von Flor Peeters, Spieltisch von Ste.Clotilde
forenadmin
, Sonntag, 01. Juli 2012, 14:49 (vor 5232 Tagen) @ FranzS.
Hallo Franz,
eigentlich ist Flämisch (belgisches Niederländisch) gewöhnliches Niederländisch mit ein paar anderen Worten, aber man kann eigentlich nicht sagen, daß es leichter zu verstehen ist (so empfinde ich es jedenfalls, die auch Kontakte zu flämischen Belgiern pflegt).
Gudrun
Hausorgel von Flor Peeters, Spieltisch von Ste.Clotilde
stein
, Sonntag, 01. Juli 2012, 15:14 (vor 5232 Tagen) @ orgelwilli
Laurent Kasala, Krankenhausdirektor und Sekretär der ACC-Gesellschaft, hatte in einer der letzten Vereinsmitteilungen einen Plan für die Rückführung der Clotilde Orgel abgegeben. Zu dieser Rückführung würden die momentanen Besitzer den Cavaillé-Coll-Spieltisch wieder zur Verfügung stellen. Das Projekt in Kürze:
Rekonstruktion der Mechanik und Barkermaschine mit Einbindung des originalen Spieltisches.
Wiederherstellung des kleinen Schwellwerkes (alle originalen Register sind vorhanden)
Auslagerung der gewachsenen Substanz in ein zweites grösseres Schwellwerk hinter der Orgel (elektrisch anspielbar vom 4 man. im Schiff.
Chamaden optisch verstecken.
D.h. oben auf der Empore spielt man am 3 man. Originalspieltisch die Franckorgel mit originaler Disposition. Unten elektrisch die gewachsene Version.
Inwieweit man das alles so realisieren kann, weiss ich nicht. Kasala ist schon ein Experte und guter Kenner der Möglichkeiten. M.E. wäre es zu Wünschen, dass solch ein Schlüsselinstrument der Musikgeschichte wieder in die richtige Richtung gerückt wird.
Mit der kommenden Stellenveränderung an Sainte-Clotilde hat dieses Hirngespinst eine neue Aktualität bekommen.
gruss stein
Rekonstruktion der Orgel von Ste. Clotilde
Cor de Basset, Sonntag, 01. Juli 2012, 16:03 (vor 5232 Tagen) @ stein
bearbeitet von Cor de Basset, Sonntag, 01. Juli 2012, 19:42
Laurent Kasala, Krankenhausdirektor und Sekretär der ACC-Gesellschaft, hatte in einer der letzten Vereinsmitteilungen einen Plan für die Rückführung der Clotilde Orgel abgegeben. Zu dieser Rückführung würden die momentanen Besitzer den Cavaillé-Coll-Spieltisch wieder zur Verfügung stellen. Das Projekt in Kürze:
Rekonstruktion der Mechanik und Barkermaschine mit Einbindung des originalen Spieltisches.
Wiederherstellung des kleinen Schwellwerkes (alle originalen Register sind vorhanden)
Auslagerung der gewachsenen Substanz in ein zweites grösseres Schwellwerk hinter der Orgel (elektrisch anspielbar vom 4 man. im Schiff.
Chamaden optisch verstecken.
D.h. oben auf der Empore spielt man am 3 man. Originalspieltisch die Franckorgel mit originaler Disposition. Unten elektrisch die gewachsene Version.
Inwieweit man das alles so realisieren kann, weiss ich nicht. Kasala ist schon ein Experte und guter Kenner der Möglichkeiten. M.E. wäre es zu Wünschen, dass solch ein Schlüsselinstrument der Musikgeschichte wieder in die richtige Richtung gerückt wird.
Mit der kommenden Stellenveränderung an Sainte-Clotilde hat dieses Hirngespinst eine neue Aktualität bekommen.
gruss stein
Mit der ACC-Gesellschaft dürfte wohl diese Association gemeint sein, die auch die Zeitschrift "La Flûte Harmonique" herausgibt:
Association Aristide Cavaillé-Coll
Inwieweit eine derartige (angedachte) Rekonstruktion der Cavaillé-Coll-Orgel von 1859 realistisch erscheint (unter Beibehaltung des gewachsenen Bestandes seit 1933 und erweiterten Klaviaturumfängen, im Originalgehäuse, mit dem ohnehin beengten Raum von knapp 30 cm zwischen Gehäuserückwand auf der ursprünglichen Spieltisch-Empore und der abgestuften steinernen Rückwand für die gesamte Spiel- und Registertraktur), werden Fachleute am besten beurteilen können. Dies beträfe dann ja auch die vollständige Rekonstruktion der Barkermaschinen und mechanischen Traktur bzw. Doppeltraktursystem mechanisch/elektrisch.
Bezüglich des angesprochenen Orgelprojektes Petersdom: Wurde hierüber nicht schon früher einmal diskutiert, auch hinsichtlich der Frage, ob eine derartige Konzeption (1:1-Umsetzung des Entwurfes von Cavaillé-Coll) in diesem Raum überhaupt noch zeitgemäß wäre? Immerhin stammte dieser Entwurf von 1875, und die stilistische Entwicklung von ACC war zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit längst noch nicht abgeschlossen (wie schon allein der spätere Bau der Orgel für Biarritz/Sacré-Coeur hinreichend belegen dürfte, sowie die konsequente Fortführung und Erweiterung dieses Konzepts durch Charles Mutin vor 1919). Angesichts der Entwicklungen im heutigen Orgelbau wären mit Sicherheit ganz andere Konzepte für eine angemessene Orgel/mehrere Orgeln in Räumen mit diesen Dimensionen denkbar. Gibt es jenseits der auf der Homepage zu lesenden Briefe und Interviews Fortschritte zu diesem ambitionierten Projekt? Die Finanzierung scheint ja längst nicht der einzige Baustein zu sein.
Rekonstruktion der Orgel von Ste. Clotilde
stein
, Sonntag, 01. Juli 2012, 17:15 (vor 5232 Tagen) @ Cor de Basset
Mit der ACC-Gesellschaft dürfte wohl diese Association gemeint sein, die auch die Zeitschrift "La Flûte Harmonique" herausgibt:
Association Aristide Cavaillé-Coll
ja
Inwieweit eine derartige (angedachte) Rekonstruktion der Cavaillé-Coll-Orgel von 1859 realistisch erscheint (unter Beibehaltung des gewachsenen Bestandes seit 1933 und erweiterten Klaviaturumfängen, im Originalgehäuse, mit dem ohnehin beengten Raum von knapp 30 cm zwischen Gehäuserückwand auf der ursprünglichen Spieltisch-Empore und der abgestuften steinernen Rückwand für die gesamte Spiel- und Registertraktur), werden Fachleute am besten beurteilen können. Dies beträfe dann ja auch die vollständige Rekonstruktion der Barkermaschinen und mechanischen Traktur bzw. Doppeltraktursystem mechanisch/elektrisch.
Wenn man das gleiche Kaliber an Fachleuten wie in den letzten 80 Jahren findet,
kann man auch Laien und Orgelfreunde mit der Planung und Durchführung beauftragen.
Bezüglich des angesprochenen Orgelprojektes Petersdom: Wurde hierüber nicht schon früher einmal diskutiert, auch hinsichtlich der Frage, ob eine derartige Konzeption (1:1-Umsetzung des Entwurfes von Cavaillé-Coll) in diesem Raum überhaupt noch zeitgemäß wäre? Immerhin stammte dieser Entwurf von 1887, und die stilistische Entwicklung von ACC war zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit längst noch nicht abgeschlossen (wie schon allein der spätere Bau der Orgel für Biarritz/Sacré-Coeur hinreichend belegen dürfte, sowie die konsequente Fortführung und Erweiterung dieses Konzepts durch Charles Mutin vor 1919). Angesichts der Entwicklungen im heutigen Orgelbau wären mit Sicherheit ganz andere Konzepte für eine angemessene Orgel/mehrere Orgeln in Räumen mit diesen Dimensionen denkbar. Gibt es jenseits der auf der Homepage zu lesenden Briefe und Interviews Fortschritte zu diesem ambitionierten Projekt? Die Finanzierung scheint ja längst nicht der einzige Baustein zu sein.
Die modernen Konzepte sind unlängst bekannt.
Elektrische Spielanlagen die nach 20 Jahren den Geist aufgeben. Dann wird mit sechsstelligen Summen alles erneuert und modernisiert. Klanglich tut sich danach nicht viel.
Siehe Beispiel Notre-Dame. Die tolle Synaptel Anlage nach 20 Jahren auf dem Müll.
1990 hat sich noch Weltkompetenz darum die Köpfe zerbrochen.
Hätte man nicht unter Cochereau den grössten Teil der CC Substanz mitverwendet, wäre auch ein Austausch des Pfeifenwerkes aktuell.
Eine Konstruktion nach ACC finde ich heute aktueller denn je.
Seine grossartigen Werke in Rouen, Toulouse usw. stehen noch in 100 Jahren, wenn kein Feuer, Naturkatastrophe oder Vandalismus ihr den Gar ausmachen.
Die noch so zukunftsträchtige Orgel in Ratingen wird in 20 Jahren nicht mehr zu erkennen sein. (Spielanlage und Pfeifenwerk inklusive) Das wissen wir genau. Oder wir wollen es nicht genau wissen, weil die momentane Neugier zu gross ist.
Wir leben zur Zeit nun einmal in einer Wegwerfgesellschaft.
Wenn man an einem alten Instrument sitzt bekommt man zu alle dem einen anderen Bezug. Das hat jeder schon einmal erlebt.
gruss stein
Orgel im Petersdom in Rom
Cor de Basset, Sonntag, 01. Juli 2012, 18:04 (vor 5232 Tagen) @ stein
bearbeitet von Cor de Basset, Sonntag, 01. Juli 2012, 19:43
Die modernen Konzepte sind unlängst bekannt.
Elektrische Spielanlagen die nach 20 Jahren den Geist aufgeben. Dann wird mit sechsstelligen Summen alles erneuert und modernisiert. Klanglich tut sich danach nicht viel.
Siehe Beispiel Notre-Dame. Die tolle Synaptel Anlage nach 20 Jahren auf dem Müll.
1990 hat sich noch Weltkompetenz darum die Köpfe zerbrochen.Hätte man nicht unter Cochereau den grössten Teil der CC Substanz mitverwendet, wäre auch ein Austausch des Pfeifenwerkes aktuell.
Eine Konstruktion nach ACC finde ich heute aktueller denn je.
Seine grossartigen Werke in Rouen, Toulouse usw. stehen noch in 100 Jahren, wenn kein Feuer, Naturkatastrophe oder Vandalismus ihr den Gar ausmachen.
Die noch so zukunftsträchtige Orgel in Ratingen wird in 20 Jahren nicht mehr zu erkennen sein. (Spielanlage und Pfeifenwerk inklusive) Das wissen wir genau. Oder wir wollen es nicht genau wissen, weil die momentane Neugier zu gross ist.
Wir leben zur Zeit nun einmal in einer Wegwerfgesellschaft.
Wenn man an einem alten Instrument sitzt bekommt man zu alle dem einen anderen Bezug. Das hat jeder schon einmal erlebt.
gruss stein
Mein Diskussionsansatz bezüglich eines Orgelneubaues in St. Peter in Rom bezog sich nicht auf die Bevorzugung gewisser Technologien im Orgelbau wie Synaptel, MIDI oder SINUA oder die Abwägung von Vor- und Nachteilen elektronischer Komponenten in der Spieltraktur und Registersteuerung, sondern vielmehr auf die einseitige Fokussierung auf ein Orgelbaukonzept nach Cavaillé-Coll auf dem Stand von 1875.
Die liturgischen Anforderungen an eine Orgel und deren Funktion innerhalb der katholischen Liturgie haben sich seit Cavaillé-Colls Entwurf vor 137 Jahren - und nach einem Konzil und der damit verbundenen Liturgiereform in den 60er Jahren - grundlegend gewandelt, ebenso wie die Anforderungen der Organistinnen und Organisten an die Instrumente, die sie, ob im kirchlichen oder konzertanten Umfeld, zum Erklingen bringen.
Was Notre-Dame in Paris und den Umbau der großen Orgel zwischen 1989 und 1992 betrifft: Schon während der Dienstzeit von Pierre Cochereau wurden zwischen den 60er und 80er Jahren (mindestens) fünf- bis sechsstellige Geldbeträge pro Jahr in die stetigen Umbauten und Erweiterungen der Hauptorgel investiert, mit dem Ergebnis, dass seit Herbst 1983 die Setzeranlage wegen Kurzschlussgefahr unbenutzbar wurde (schon im bekannten Video aus der Crystal Cathedral vom Mai 1982 erwähnt Cochereau gegenüber Robert Schuller sarkastisch, dass seine Orgel in Notre-Dame "completely dead" sei). Gleichzeitig wurden neben den neuesten elektronischen Errungenschaften (Pedalteilung, werksweise Absteller über den Registerzügen, die letzendlich die Ursache für die Kurzschlussgefahr waren) für die Windversorgung preiswerte Materialien aus dem Sanitärbereich (Westaflex) verwendet (vergleichbare Materialen, darunter auch Papprohre, fanden übrigens auch beim Umbau der Bremer Domorgel in den 50er Jahren Verwendung).
Ich bezweifle sehr, dass Cavaillé-Coll sein Konzept eines Orgelneubaues für den Petersdom in Rom nach 1875 nicht weiterentwickelt hätte. Es gibt auch andere bedenkenswerte Orgelbaukonzepte, und es muss dabei nicht gleich eine komplette Digitalisierung sein.
Und auch die bekannten Instrumente in Rouen, Toulouse oder Paris wären heute nicht mehr zu hören, würden sie nicht regelmäßig gewartet, gepflegt, gestimmt und die Barkermaschinen minutiös nachreguliert (in diesem Zusammenhang ist der aktuelle Zustand der Orgel in St. Ouen leider als traurig zu beschreiben).
Orgel im Petersdom in Rom
stein
, Sonntag, 01. Juli 2012, 18:50 (vor 5232 Tagen) @ Cor de Basset
Bei dem Projekt für St Peter bleiben doch keine Wünsche offen. Lediglich für das NGL fehlt der Klampfenzug.
Sehe ich mir heutige Grossinstrumente an, sind doch sehr viele Parallelen zu entdecken.
Die Barkermaschine wird heute eigentlich nirgens mehr gebaut, da zu teuer und aufwendig im Vergleich zur elektrischen. Die elektrische ist allerdings seit ihrer Erfindung und stetigen Weiterentwicklung bis heute kurzlebig. In St Peter rein mechanisch auch eine Utopie. Die Barker könnte eine Option sein. ACC Instrumente sind zeitloser als man denkt.
Orgel im Petersdom in Rom
Orlos, Sonntag, 01. Juli 2012, 19:55 (vor 5232 Tagen) @ stein
Hat nicht Eule in Magdeburg, St. Sebastian, in der neuen Orgel Barker-Maschinen für die Koppeln eingebaut?
Elektrisch ist nicht per se kurzlebig. Wir haben hier Magnete aus dem Jahr 1932, die völlig problemlos funktionieren und nie überarbeitet worden sind!
Und eine defekte Setzeranlage auszutauschen ist kein großer Akt. Bei fast allen Oberlinger-Setzern ist dies in den letzten Jahren geschehen.
Meines Erachtens wäre möglich, die Orgel nach ACC zu bauen und mit zusätzlichen (!) Setzerkombinationen (und elektrischen Koppeln?) auszustatten. Dann könnte man auch einen zweiten Spieltisch ins Kirchenschiff stellen.
Ganz nebenbei: Die Wartung von St. Sulpice ist extrem aufwendig. Als ich das letzte Mal dort war, haben nicht alle Koppeln einwandfrei funktioniert. Ich behaupte, dass eine elektrische Lösung auf lange Sicht günstiger wäre als eine Barker-Maschine. Außerdem bräuchte man in Rom einen Orgelbauer, der Barker-Maschinen regulieren kann...
Orgel im Petersdom in Rom
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 02. Juli 2012, 01:19 (vor 5232 Tagen) @ Cor de Basset
Wenigstens in Miniaturausgabe gibt es die Petersdomorgel nach CC, sogar zweimal:
http://www.edition-musik-suedost.de/html/radna.html
und
http://www.edition-musik-suedost.de/html/temeswar_dom.html
Da müßte doch im dritten Anlauf das Original gelingen ;-)
Hausorgel von Flor Peeters, Spieltisch von Ste.Clotilde
Fabian Brackhane
, Worms, Sonntag, 01. Juli 2012, 16:14 (vor 5232 Tagen) @ stein
Mit Verlaub: Die Registersubstanz mag noch weitenteils vorhanden sein, die Intonation aber ist definituv perdu. Gerade diese Orgel hat so viele intonatorische Eingriffe über sich ergehen lassen müssen. Eine Wiederherstellung der Ausgangssituation wäre eine Schimäre.
Nun mag mir jemand entgegenhalten, ob es sich dann meiner Meinung nach nicht bei beinahe allen Rekonstruktionen historischer Orgeln um solche Trugbilder handele. Wahrscheinlich ja. Aber selten stehen dann solchen Rekonstruktionen auf engstem Raum noch nahezu völlig erhaltene Originale gegenüber.
Fabian
Hausorgel von Flor Peeters, Spieltisch von Ste.Clotilde
orgelwilli, Montag, 02. Juli 2012, 08:53 (vor 5231 Tagen) @ Fabian Brackhane
bearbeitet von orgelwilli, Montag, 02. Juli 2012, 08:56
André Fleury, der die alte Cavaillé-Coll-Orgel in Ste. Clotilde als Vertreter von Tournemire oft gespielt hat, sagte mal zur evtl. Rekonstruktion der Orgel auf den Stand von Cavaillé-Coll:
Man kann ein Kunstwerk nicht zum 2. Mal erschaffen!
Die Orgel von Cavaillé-Coll in Ste. Clotilde gibt es nicht mehr!
Die jetzige Orgel mit den Veränderungen und Erweiterungen der vergangenen Jahrzehnte klingt gut. Sie ist ein Instrument, das in Liturgie und Konzert vielseitig verwendbar ist. Auch Franck klingt auf der Orgel sehr schön. Ich meine, daß man die Veränderungen, die Tournemire, Langlais und zuletzt Taddei an der Orgel haben vornehmen lassen (und mittlerweise auch schon "historisch" sind) , nicht rückgängig machen sollte.