Orgel im Lichthof der Münchner Universität

Cor de Basset, Samstag, 04. August 2012, 20:19 (vor 5137 Tagen) @ Cor de Basset
bearbeitet von Cor de Basset, Samstag, 04. August 2012, 20:25

Auf der Homepage der Ludwig-Maximilians-Universität in München wird in Wort und Bild über die Steinmeyer-Orgel von 1960 im Lichthof der LMU berichtet, die inzwischen abgebaut ist und durch den Orgelbauer Markus Harder-Völkmann restauriert werden wird. Vorgesehen ist laut Beitrag auch eine "zeitgemäße Erweiterung um zusätzliche, spezifische Klangmöglichkeiten, die die Orgel zu einem echten Unikat machen." Erstaunlich, dass für alle anvisierten Renovierungsarbeiten "nur" 50.000 Euro veranschlagt sind, oder nicht?

Mein Hinterfragen der Gesamtkosten in Höhe von 50.000 Euro für Demontage, Renovierung, Reinigung, technische Erweiterungen, Wiederaufbau und Neuintonation ist vielleicht verständlicher, wenn man sich bewusst macht, dass es sich um eine Orgel mit 29 Registern/1692 Pfeifen (2 Manuale & Pedal, fahrbarer Spieltisch) von 1960 von Georg Friedrich Steinmeyer handelt.

Im Artikel auf der LMU-Homepage wird seltsamerweise nirgendwo der Erbauer der Orgel erwähnt oder genauere Angaben zum Instrument gemacht. Die Süddeutsche Zeitung war in ihrer gestrigen Printausgabe etwas informativer und lieferte diese Details. Dort ist auch zu lesen, dass die Orgel derzeit in das Magazin der Universitätsbibliothek der LMU ausgelagert worden ist und frühestens ab April kommenden Jahres wieder im Lichthof aufgestellt wird, wenn die Renovierungsarbeiten im Hauptgebäude der LMU abgeschlossen sind. Bei der Besetzung der LMU durch Studierende 2009 verschafften sich übrigens einige Leute gewaltsam Zugang zum Orgelraum und beschädigten Teile des Instruments und stahlen mehrere Pfeifen. Seit der Einweihung der Orgel 1961 sind offensichtlich rund 30 Pfeifen entwendet worden.

Aufgehorcht hatte ich bei der Kombination des Orgelbauers Markus Harder-Völkmann mit dem Münchner Organisten Stefan Moser, der offensichtlich eine Konzertreihe an der LMU etablieren möchte (wie das allerdings bei einer ganztägigen Benutzung der umliegenden Räume des Hauptgebäudes durch Vorlesungen, Seminare und andere Veranstaltungen (von früh morgens bis zur Schließung des Gebäudes um 22 Uhr) praktisch umgesetzt werden soll, ist eine andere Frage...)

Moser hatte seinerzeit den Bau eines neuen Spieltisches für die Orgel der Münchner Lukaskirche initiiert, den Harder-Völkmann baute. Wer weiss, was nun in der Münchner Universität zu erwarten ist: Ob sich die Formulierung "zeitgemäße Erweiterung um zusätzliche, spezifische Klangmöglichkeiten, die die Orgel zu einem echten Unikat machen" auf eine Erweiterung der Disposition, Erneuerung der elektrischen Traktur, eine neue Setzeranlage oder gar einen neuen Spieltisch bezieht?

Jedenfalls scheinen mir 50.000 Euro doch arg knapp kalkuliert zu sein für die geplanten Arbeiten an der Orgel im Lichthof, die wohl vor der Demontage nur noch teilweise spielbar gewesen war.

Kennt jemand zufällig die Disposition dieser Orgel? Im Internet ist sie nirgendwo zu finden. Hier sind aber einige Bilder:

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