Alles überall?
Um den Konstantins-Thread nicht noch weiter aufzufächern, hier mal sozusagen eine "Ausgründung".
Karsten hat ja das Zitat mit den "unseriösen künstlerischen Kompromissen" gebracht. Mal ganz abgesehen davon, dass ich es für ein wenig arg zugespitzt halte, das Spielen nicht "artgerechter" Orgelmusik /(was IST eigentlich artgerecht für eine neobarocke Orgel? Bach wohl kaum. Reger erst recht nicht. Pepping?) an einer neobarocken Orgel gleich als "unseriös" zu verunglimpfen: Nehmen wir mal an, es wäre tatsächlich so und es gäbe einen merklichen Teil der Orgelliteratur, der an diesem oder jenem Instrument nicht "künstlerisch seriös" dargestellt werden könnte.
Wäre das denn so schlimm? Ich habe den Eindruck, dass es momentan das Bestreben gibt, möglichst an jeder Orgel möglichst viel, also stilistisch breit gestreut spielen zu können. Kein Organist (ich polemisiere etwas) will darauf verzichten, an "seiner" Orgel sowohl Bach wie Mendelssohn, Vierne wie Reger spiele zu können. Vor allem Bach ist das Totschlagargument par excellence.
Aus meiner Sicht (als Nicht-Praktiker) wäre es gar nicht schlimm, wenn man nicht überall Bach oder sonst wen bedeutendes) spielen könnte, Restaurierungskompromisse wie in HH-Jakobi oder Weingarten finde ich vollkommen unnötig. Weingarten war zB NIE dafür gedacht, Musik wie die von bach darzustellen. Jetzt aber muss sie es als conditio sine qua non, weil mit Bach ja die Orgelmusik steht und fällt...
Lassen wir doch lieber den Orgeln ihre Individualität und damit ihren Reiz. Klar, für den jeweiligen Hausorganisten wäre es im Zweifelsfalle hart, aber das müsste dann wohl so sein...