Konstantin: Die Lösung!
Oder zumindest eine!
... habe ich mir in einer länglichen Sitzung ausgedacht.
Probleme: drei Baukörper; naheliegend: zumindest einen Teil der Manualwerke, mechanisch anspielbar, im mittleren. Pedal und wohl mindestens ein weiteres Manualwerk müssen in die Seitentürme ausgelagert und elektrisch angespielt werden. Das ist ungünstig für die Abhörbarkeit der Bassstimme.
Mein Lösungsvorschlag ist u. a. inspiriert von der Klais-Orgel in Bath mit ihren drei 8'-Stockwerken. (Dort ist das Pedal allerdings komplett hinter das Gehäuse geräumt, auf mehrere Stockwerke und in beträchtlicher Tiefe.)
Abhörbarkeit: Der Spieltisch sollte verhältnismäßig weit vor das Mittelturm-Gehäuse gesetzt werden, vielleicht sogar frei davor stehen. Dann verzichtet man auf hängende Trakturen, hat aber
a) bessere Chancen, das Pedal zu hören,
b) den Unterbau frei für ein Stockwerk mit Windladen.
Sekundärer Gewinn: ein bisschen Platz für kleine Ensembles oder Solisten.
Der Mittelturm, mit annähernd quadratischer Grundfläche, bekäme dann folgende Stockwerke:
1. Emporenebene: hinten ein lyrisches Schwellwerk (4. Manual), Windladen C-Cis-geteilt auf Sturz, Stimmgang von hinten nach vorne zwischen den Teilladen, Jalousien öffnen sich nach beiden Gehäuseseiten; darinnen ein Gedackt 16'. Parallel zur Front, dem Spieltisch (so freistehend) gegenüber: Eine kleine Pedallade mit Bordun 8', Flöte 4' und Nachthorn 2'*; der 16' vom Sw dahinter würde transmittiert.
Dieses Kleinpedal, eventuell mit gekoppeltem lyrischem SW, kann dem Organisten mehr Abhörkontrolle bzw. Fuß-Ohr-Kordination geben (und sollte deswegen auch lieber nicht mit in den Schwellkasten des vierten Manuals wandern). Alternativ ließe sich ein komplettes Kleinpedal dorthin packen, also auch mit leisen Zungen, Aliquoten und eventuell dem Cello (die Mixtur gehört allerdings m. E. zum großen Prinzipalchor in die Türme). Will man dann noch zwei Schwellwerke, müssten die in die Seitengehäuse, oder (ungern) das 8'-Nebenwerk müsste schwellbar gemacht werden.
2. erstes Obergeschoss: ein Oberwerk (1. oder 2. Manual), freistehend, mit Prinzipal 8' teilweise in der Front; dahinter Platz für Gebläse, Bälge und Treppen.
3. zweites Obergeschoss: eine schöne, breite und tiefe Hauptwerkslade (2. oder 1. Manual), auf der alles Platz hätte, was man sich da so wünscht. Z. B. auch Spanische; die ich mir allerdings auch im Oberwerk gut vorstellen kann, wo sie ein Gegengewicht zum HW ergäben.
Auf die Seitentürme würde das Pedal (Prinzipalchor, kräftige Streicher, Subbass, Aliquoten, Zungen) sinnvoll verteilt werden. Was C-Cis-Teilung angeht, wäre ich mir (wie schon gesagt) unsicher, ob die musikalisch sinnvoll ist. Frontlade mit 32'- und 16'-Registern, Hinterlade mit übrigen und den Bälgen. Ein zweite Etage auf etwa halber Tiefe nähme dann jeweils einen Teilschwellkasten des großen Schwellwerks (3. Manual) auf.
Gut eigentlich, dass die Bautzener dran sind. Die haben ja schon in der Porsche-Orgel Erfahrungen mit weit auseinandergezogenen C-Cis-Pedalladen gesammelt.
Gruß,
Friedrich
*Ja, ich weiß. Aber eine Orgel mit 83 Registern und ohne 2'-Flöte im Pedal ist nun mal eine Orgel ohne mich. Auch wenn das weiter nichts zu sagen hat.