Mal wieder die GEMA
Hallo alle zusammen,
vor einiger Zeit hat die Gema ein neues Abrechnungsmodell eingeführt. Davon betroffen ist z.B. ein kompositorisch tätiger Kirchenmusiker aus dem nördlichen Deutschland, der sehr erstaunt war, als er einen Rückgang seiner Einnahmen von über 90 % feststellen mußte. Er wurde nämlich für die Abrechnung - das letzte Jahr betreffend - anders, und (natürlich) ungünstiger eingestuft. Es gibt da nämlich eine Passage, die besagt, daß es Werkaufführungen gibt, die "bei einer Gesamtwürdigung aller Aufführungsumstände ohne eine allgemeine Marktnachfrage stattfinden". Wer wie einstuft, bleibt bislang ein Geheimnis. Fest steht jedoch, daß die Gema mit aller Macht versucht, den sog. E-Bereich zu eleminieren. das zeigt sich u.a. daran, daß die sog. E-Wertung - und das ist d i e Zahlung, von der alle E-Komponisten leben (!) - letztes Jahr auf ein Drittel geschrumpft ist. Und das wird so weitergehen.
Man muß sich das einmal klarmachen: Die Gema bestimmt also, was musikalisch wertvoll ist und was nicht. Eine Orgelkonzertreihe, die von durchschnittlich 35 Hörern besucht wird, ist somit nicht wertvoll. Sagt die Gema. Ein Konzert von James Last, wo 12000 Leute hingehen, ist besonders wertvoll. So in etwa läuft das. Im konkreten Fall geht es um eine Gemeinde, deren Konzerte sehr gut besucht sind. Sie sind in der Region
d i e kulturelle Veranstaltung. Das zeigt sich im Übrigen auch daran, daß es sich um eine hauptamtliche Stelle handelt. Wobei da egal ist, ob A-Stelle oder halbe B-Stelle oder 97 % C-Stelle. Über Jahre bzw. Jahrzehnte ist da gute Arbeit geleistet worden. Um das nochmal deutlich zu sagen: Der Komponist hat praktisch mit seinen Einnahmen die Kirchenmusik der Region gesponsort. Und jetzt.........
Mal schauen, was ev. der Kirchenkreis dazu sagt. Die Kirchen in D geben ja eine Menge Kohle an die Gema ab, damit die Komponisten entsprechend vergütet werden. Wo das eingesparte Geld bleibt, weiß keiner. Auf Nachfragen wird entsprechend verhalten reagiert. Von den bei der Gründung der Gema damals verabschiedeten Statuten gilt nichts mehr so richtig. Bezeichnenderweise ist der alte Gema-Slogan "Musik hat ihren Wert" verschwunden. Es heiß jetzt: "Musik ist unsere Nr. 1". Das kann man bei den Vorstandsgehältern der Gema-Leute ja auch verstehen..................
Gruß
A.