Ein echter Hammer...

doppelfloete_h @, Hannover, Sonntag, 03. April 2011, 13:32 (vor 5632 Tagen)

Gestern hatte ich das Vergnügen, ein Blechbläser-Konzert um ein paar "heitere" Orgelbeiträge zu bereichern. Die Orgel kannte ich bis 3 Stunden vor dem Konzert nicht, die Kirche zumindest durch Bilder. Typische "Nachkriegsturnhalle" und entsprechendes Instrument mit folgender, doch gewöhnungsbedürftiger Disposition:

I. Rückpositiv (C-g3)
Gedackt 8'
Flöte 4'
Schwiegel 2' im Prospekt
Terzian II
Sifflöte 1'
Scharff IV-V
Tremulant

II. Hauptwerk (C-g3)
Rohrflöte 8'
Prinzipal 4'
Spitzgedackt 4'
Oktave 2'
Mixtur IV-VI
Dulzian 16'
Vox humana 8'
Tremulant

Pedal (C-f1)
Subbass 16'
Prinzipal 8'
Gemshorn 4'
Glockenton III
Trompete 8'

3 Normalkoppeln

Ich war angesichts der doch durchaus repräsentativen Raumgröße und des wirklich mehr als ausreichenden Platzangebotes (vor allem in der Höhe!) dann doch einigermaßen ernüchtert über das Fehlen eines 8'-Prinzipals im HW. Dieser Mangel schlägt sich dann gleich nieder in der unfassbaren "Dicke" und Präsenz von Rohrflöte und Prinzipal 4', die ja irgendentwas tragen müssen. Im Prinzip als klar orgelbewegtes Neo-Instrument nicht unlogisch disponiert (zumal die beiden Manualzungen, die allerdings aus Stimmungsgründen ausfielen), aber als Gemeindebegleitung für einen solchen Raum dann doch völlig verfehlt. Da ist mir dann doch schleierhaft, was man sich damals gedacht haben mag... Da gibts gerade hier in der Gegend und aus der Zeit wesentlich "überzeugendere" Beispiele... Und dann sollte man doch da, wo auch noch ein Kreiskantorat dranhängt, ein klein wenig in die Pflege investieren können ;) Aber man mag verwöhnt sein...

Ein echter Hammer...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 03. April 2011, 14:11 (vor 5632 Tagen) @ doppelfloete_h

Naja, wenn man erst drei Stunden vor dem Konzert anreist, muss man wohl mit Überraschungen rechnen. Zumindest müssen verstimmte Zungen nicht sein.

Ein echter Hammer...

doppelfloete_h @, Hannover, Sonntag, 03. April 2011, 14:24 (vor 5632 Tagen) @ Tabernakelwanze

Naja, wenn man erst drei Stunden vor dem Konzert anreist, muss man wohl mit Überraschungen rechnen. Zumindest müssen verstimmte Zungen nicht sein.

Logisch, das ist in so nem Fall natürlich kalkuliert... ;)
Wenn das Instrument an sich okay gewesen wäre, hätte ich mir auch die halbe Stunde gegönnt, selbst noch nachzustimmen. So hab ich mir den Luxus erlaubt, verschiedene 8/4/2/1-Mischungen im RP "auszuloten". Der Terzian repetierte leider ausgerechnet an einer Stelle, dass er als c.f.-Stimme nicht zu gebrauchen war. Immerhin dann noch als "Tierce en taille"-Abart ;)
Und für Meister Willschers Rumba-Toccata hätte ich im Mittelteil fast den bemerkenswerten Tremulanten im RP benutzt. So etwas schnelles hab ich noch nie erlebt, das gab direkt nen Hammond-Effekt...

Ein echter Hammer...

Bernd_Walther_Brandt, 48683 Ahaus, Dienstag, 19. April 2011, 17:28 (vor 5616 Tagen) @ doppelfloete_h

3 Zungen in einer halben Stunde stimmen? Klingt rekordverdächtig...

Ein echter Hammer...

orgelwilli, Dienstag, 19. April 2011, 18:09 (vor 5616 Tagen) @ Bernd_Walther_Brandt

Wieso? Kommt doch auf die Verstimmung an.

Ein echter Hammer...

doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 19. April 2011, 19:07 (vor 5616 Tagen) @ orgelwilli

nichts ist unmöglich... ;)
wenn man dann gar, wie an einem anderen instrument neulich erlebt, tolle stöpsel hat zum ventil selbst öffnen, braucht man keinen tastenhalter mehr. okay, wenn dann einer stecken bleibt, kann man erst runter, den motor ausschalten, windlade aufschrauben, ventil freundlich zurückbewegen, windlade zuschrauben... da kommt man mit ner halben stunde echt weit!!

Ein echter Hammer...

Aeolinchen, Dienstag, 19. April 2011, 20:28 (vor 5615 Tagen) @ Bernd_Walther_Brandt

3 Zungen in einer halben Stunde stimmen? Klingt rekordverdächtig...

Find ich nicht. Wenn alles gut zugänglich ist und es keine besonderen Probleme z. B. mit zu fest oder zu lose sitzenden Krücken gibt, geht das schon. In "meiner" Orgel schaffe ich das locker. In einer fremden Orgel würde ich wohl lieber ein bisschen mehr Zeit ansetzen - vorsichtshalber.

Ein echter Hammer...

Bernd_Walther_Brandt, 48683 Ahaus, Dienstag, 19. April 2011, 20:32 (vor 5615 Tagen) @ Aeolinchen

ventildrücker sind natürlich praktisch, aber nur wenn sie den gleichen ventilaufgang wie die spielmechanik machen, sonst gibt es verstimmungen, dass habe ich mal erlebt. mit welchen methoden stimmt ihr eure zungen, wie geht ihr vor? Ich habe mal erlebt dass man bestimmte Posaunen nur stimmen kann wenn man Windfresser dazu zieht, Subbass usw., wegen Windabfall

Ein echter Hammer...

Orlos, Dienstag, 19. April 2011, 20:45 (vor 5615 Tagen) @ Bernd_Walther_Brandt

Bei Pedalposaunen erlebe ich das auch oft. Gleiches gilt aber auch für tiefe Manualzungen, sogar bei Regalen (z. B. Rankett 16'). Bei solchen Orgeln muss man sich also vor dem Stimmen überlegen, mit welchen anderen Registern die Zungenstimme gespielt werden wird.

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