Domorgel Speyer

Karl-Bernhardin Kropf, Sonntag, 03. April 2011, 18:30 (vor 5632 Tagen) @ Matthias Mück

..ist bekanntlich Geschmacksache ! Fotos können auch täuschen, in Wirklichkeit wird der Prospekt im Raum sicher auf den Betrachter noch anders wirken als auf dem Foto. Mich stören diese grauen Säulen (Stelzen) unter der Platte schon etwas. Vielleicht denkt man darüber nach, sie farblich in den Hintergrund treten zu lassen und streicht sich dunkel ab. Somit würde der Prospekt mehr im Raum "schweben". Insgesamt dürfte der Prospekt noch nicht vollständig sein. Einige Details sind sicher noch zu realisieren. (Spieltischbereich, hintere seitliche Gehäuseteile etc.)

N'abend zusammen....

Die Kritik von MM teile ich, die Säuelen betreffend. Die scheinen (*jetzt*) doch zu sehr zwischen dünn und dick zu stehen, wirken etwas unbeholfen. DAs schwarze Loch könnte in der Tat auch noch irgendwas vertragen.

Den Prospekt finde ich definitiv interessanter als den alten, vielleicht weil ich mit der alten Orgel keine positiven Erfahrungen verbinde (Wolfgang, von oben fühlte sie sich wie Rostock an, wobei Rostock schöner klingt...!!!).

Klangabstrahlung? Nun, das ist ja keine Orgel mit 60 mm Winddruck, Keilbälgen, offenen Fußlöchern und sonstwas. Die Seiferts werden dem Prospekt schon mit dem entsprechenden "Nachdruck" (und eben auch Hochdruck) begegnen, und solche Orgeln spielen dann auch über die Gartenmauer. Das meine ich jetzt nicht negativ.

Viel schwieriger scheint mir die Frage, wie das Ding klanglich unter dem Gurtbogen rauskommt. Da ist entweder wirklich Mega-Power angesagt, oder geschickte Schallenkung auf den einzelnen Ebenen. Denn was in der Orgelkammer nach oben geht - bei direktem Gang in das Kreuzrippen- oder Tonnengewölben einer Kirche ist Abstrahlung nach oben ja ideal - läuft hier gegen die Barriere.
Nun gut, ich sprach ja eben auch von der Gartenmauer, dann klappt's vielleicht auch hier....

Nun schaue ich das Bild schon eine Weile an, und kann bei meiner MEinung und Matthias' Kritikpunkten bleiben. Gelungen ist auf jeden Fall, dass die Orgel als Mobiliar im engsten Sinne des Wortes erscheint, nicht untrennbar verbunden mit dem Dom, gewissermaßen leicht auszuwechseln. Ohne dieses Ziel bewerten zu wollen, habe ich für so eine Absicht mindestens Respekt, jedenfalls in so "problematischem" Umfeld.

Beim Schwärmen im verlinkten Artikel über das neue Kunstwerk, das der Architekt dem Dom geschenkt hat, fiel mir die sehr ähnliche Begeisterung in der Kathedrale von Salisbury ein, von der dort zu lesen war, mit der diese Taufe gepriesen wurde (NB: Die absolut plane Reflektion in der Wasseroberfläche ist trotz des Wasserumlaufes auch realiter so).
Sie scheint mir aber nach eigenen Erlebnis diesen Titel aber noch eher zu verdienen als die Orgel, weil sie natürlich deutlich kleiner ist und nicht so prominent in den Raum wirkt.
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