Neue Konzertsaalorgel
SlowOrg
, Maribor, Montag, 04. April 2011, 20:35 (vor 5632 Tagen)
bearbeitet von SlowOrg, Montag, 04. April 2011, 21:51
Bin gerade darauf gestoßen:
Nach der neuen Orgel für Musikverein baut Rieger gleich wieder eine neue Konzertsaalorgel - und zwar für die Slowakische Philharmonie in Bratislava (66 Register, 3 Manuale).
Hier gibt's ein kleines Foto:
http://www.rieger-orgelbau.com/dbbildernews/Bratislava_01.jpg
M
[EDIT]
Nachträglich konnte ich noch eine Beschreibung und die Disposition der Orgel ausfindig machen. Es heisst, dass Rieger unter 9 Anbietern ausgewählt wurde. Die Orgel soll wieder einmal französisch angehaucht sein, wobei das Instrument mit allen heute üblichen elektronischen Spielhilfen ausgestattet wird; neben einem mechanischen wird's auch einen fahrbaren elektrischen Spieltisch geben.
Grand Orgue I. Man. C-c4
1. Principal 16’ Sn 85 %
2. Bourdon 16’ Sn 25 %, C-H Holz
3. Principal 8’ Sn 85 %
4. Flûte harm. 8’ Sn 25 %
5. Gambe 8’ Sn 25 %
6. Bourdon 8’ Sn 15 %
7. Octave 4’ Sn 85 %
8. Flûte 4’ Sn 25 %
9. Quinte 2 2/3’ Sn 75 %
10. Superoctave 2’ Sn 85 %
11. Fourniture V 2 2/3’ Sn 85 %
12. Mixtur IV 1 1/3’ Sn 85 %
13. Cornet V 8’ Sn 15 %, ab f0
14. Bombarde 16’ Sn 75 %
15. Trompette 8’ Sn 75 %
16. Clairon 4’ Sn 75 %
Positif expressif II. Man. C-c4
17. Principal 8’ Sn 85 %
18. Salicional 8’ Sn 25 %
19. Unda maris 8’ Sn 25 %, ab c0
20. Bourdon 8’ Sn 15 %
21. Prestant 4’ Sn 85 %
22. Flûte a chem.4’ Sn 25 %
23. Quinte 2 2/3’ Sn 75 %
24. Doublette 2’ Sn 75 %
25. Tierce 1 3/5’ Sn 75 %
26. Larigot 1 1/3’ Sn 75 %
27. Piccolo 1’ Sn 75 %
28. Fourniture IV 1 1/3’ Sn 85 %
29. Cymbale III 1’ Sn 85 %
30. Cornetto di Bass. 16’ Sn 75 %
31. Trompette 8’ Sn 75 %
32. Cromorne 8’ Sn 75 %
Tremulant
Récit III. Man. C-c4
33. Quintaton 16’ Sn 25 %, C-H Holz
34. Diapason 8’ Sn 85 %
35. Flûte harm. 8’ Sn 25 %
36. Viole de Gambe 8’ Sn 25 %
37. Voix céleste 8’ Sn 25 %, ab c0
38. Cor de nuit 8’ Sn 15 %
39. Viole 4’ Sn 25 %
40. Flûte oct. 4’ Sn 25 %
41. Nazard 2 2/3’ Sn 25 %
42. Octavin 2’ Sn 25 %
43. Tierce 1 3/5’ Sn 25 %
44. Plein Jeu III-V 2’ Sn 75 %
45. Bombarde 16’ Sn 75 %
46. Trompette h. 8’ Sn 75 %
47. Basson-Hautbois 8’ Sn 75 %
48. Voix humaine 8’ Sn 75 %
49. Clairon harm. 4’ Sn 75 %
Tremolo
Pédale C-g1
50. Bourdon 32’ Holz, ab c0 aus Soub.16’
51. Principalbasse 16’ Sn 85 %
52. Contrebasse 16’ Holz
53. Soubasse 16’ Holz
54. Grosse Quinte 10 2/3’ Holz
55. Principal 8’ Sn 85 %
56. Violoncelle 8’ Sn 25 %
57. Bourdon 8’ Sn 15 %
58. Quinte 5 1/3’ Sn 15 %
59. Flûte 4’ Sn 75 %
60. Tierce 3 1/5’ Sn 15 %
61. Mixtur IV 4’ Sn 75 %
62. Contre-Bomb. 32’ Holz, ab c0 aus Bomb.16’
63. Bombarde 16’ Sn 75 %
64. Basson 16’ Holz (Deutsch)
65. Trompette 8’ Sn 75 %
66. Clairon 4’ Sn 75 %
Mechanische Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
Elektrische Koppeln: II/I, III/I, III/II
I/I 16’, I/I 4’, III/I 16’
II/II 16’, II/II 4’, III/III 16’, III/III 4’
II/P 4’, III/P 4’
Neue Konzertsaalorgel
schnitgers.anderer.erbe, Montag, 04. April 2011, 22:08 (vor 5632 Tagen) @ SlowOrg
Nachträglich konnte ich noch eine Beschreibung und die Disposition der Orgel ausfindig machen. Es heisst, dass Rieger unter 9 Anbietern ausgewählt wurde..."
Wo konntest du das denn "ausfindig" machen? Kannst du den Link bitte mit dazu posten.
Neue Konzertsaalorgel
SlowOrg
, Maribor, Montag, 04. April 2011, 22:39 (vor 5632 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
bearbeitet von SlowOrg, Dienstag, 05. April 2011, 00:08
Weil man auf Riegers Webseite solche Informationen eher spät findet (erst nachdem die Orgel fertiggestellt wurde), habe ich überlegt, wo man denn mehr darüber lesen könnte. Als erstes dachte ich an die Seite der Slowakischen Philharmonie und tatsächlich bin ich hier fündig geworden. Leider gibt's auf der Englishen Seite nichts Brauchbares, über diesen Link kann man jedoch den slowakischen Text über die neue Orgel samt Disposition herunterladen.
M
Neue Konzertsaalorgel
schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 05. April 2011, 06:49 (vor 5632 Tagen) @ SlowOrg
Danke für deine Information!
Weil man auf Riegers Webseite solche Informationen eher spät findet...
...und sie tun gut daran, denn gerade hier werden Orgeln ja immer schon zerredet, bevor das Zinn für die Pfeifen überhaupt ersteinmal das Bergwerk verlassen hat...
Neue Konzertsaalorgel
Karsten, Dienstag, 05. April 2011, 07:43 (vor 5632 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Danke für deine Information!
Weil man auf Riegers Webseite solche Informationen eher spät findet...
...und sie tun gut daran, denn gerade hier werden Orgeln ja immer schon zerredet, bevor das Zinn für die Pfeifen überhaupt ersteinmal das Bergwerk verlassen hat...
Ja und?
Das werden sie doch in den Kommissionen und Planungsphasen etc. doch auch?!
Gruß
Karsten
Neue Konzertsaalorgel
Karl-Bernhardin Kropf, Dienstag, 05. April 2011, 08:48 (vor 5631 Tagen) @ Karsten
SlovOrg merkte an, dass es wieder einmal "französisch" ist. Vielleicht ist das erblühende (?) Konzertsaalorgelwesen ja auch ein gutes Ventil dafür.
Denn im Konzertsaal kann man definitiv nicht zwischen - ich sag mal - zehn sinnvollen Stilen wählen (die Diskussion, wie eine "zeitgenössische" Orgel eigentlich aussieht, umgehe ich jetzt), sondern nur mehr aus drei oder vier, z. B. Town Hall, Cavaillé-Coll, (Aeolian-)Skinner, Walcker (bzw. auch Steinmeyer, Voith, Alt-Rieger).
Schnitger- oder Silbermann-Inspiriertes macht hier keinen Sinn, außer in Kammermusiksälen, wo man historischen, nicht in Kirchen errichteten Kleinorgeln sinnvoll nachspüren könnte.
Die geplante Dispo liegt ja völlig im normalen Bereich, das schadet ja nicht. Möge es "schön" gebaut werden. Das relativ reiche Pedal verdient positive Würdigung, meine ich. (Friedrichs 2' ist leider nicht dabei, lässt sich aber abkoppeln ;-)
Der Prospekt scheint m. E. gekonnt historische Tradition aufzugreifen, ob aber das Untergehäuse wirklich so grau werden soll?
So sieht es da jetzt aus:
![[image]](http://www.filharmonia.sk/pictures/pages/organ-history.page.SF-zo%20s_ly%20na%20p_dium%20centr_lne.jpg)
Auf diesem Bild
![[image]](http://www.filharmonia.sk/pictures/pages/sfz_history.page.Slovak%20Philharmonic%20Choir.jpg)
ist ja auf jeden Fall schon mal ein "Schrägpraestant" zu erkennen.
Das extrem neobarocke (nicht orgelbewegte oder neoklassische, vgl. die Orbertöne) Gerät mit 85 Stimmen ist 1956 von Rieger-Kloss erbaut worden. Natürlich kann ich kein Slowakisch, aber im Info-Text über die Orgel scheinen die vertrauten Formulierungen von schlechtem Material, unrentabler Wiederherstellung mit vorhersehbarer Wiederholung der Probleme, mangelnder Klangfülle usw usw enthalten zu sein. Praktisch eine Fortsetzung des Musikverein-Problems, nur vermutlich noch eine Liga schlechter.
A propos Zerreden von Orgeln:
Nicht vergessen, wir sind hier "Stammtisch", nicht Kommission oder Fachzeitschrift. Aber ich möchte doch auch anmerken:
Sind es nicht Luxusprobleme, die wir hier oft wälzen? Ist es nicht wunderbar, was "in Zeiten wie diesen" noch alles möglich ist? Viele hätten vor 20 Jahren prophezeit, dass in unseren Tagen und in modernen Ländern überhaupt keine Pfeifenorgeln mehr hergestellt werden würden....
Neue Konzertsaalorgel
Friedrich
, Dienstag, 05. April 2011, 10:02 (vor 5631 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Die geplante Dispo liegt ja völlig im normalen Bereich, das schadet ja nicht. Möge es "schön" gebaut werden. Das relativ reiche Pedal verdient positive Würdigung, meine ich. (Friedrichs 2' ist leider nicht dabei, lässt sich aber abkoppeln ;-)
Jaja, dann müssen immer die armen Koppeln ran! Wo doch die Disposition nicht mal das absolut Cavaillé-Coll-typische Singend Kornett 2' im Pedal aufweist! Auch den Zimbelbass wird man bei der Darbietung der Meisterwerke Francks schmerzlich vermissen! (Warum fragt einen denn auch keiner!)
A propos Zerreden von Orgeln: Nicht vergessen, wir sind hier "Stammtisch", nicht Kommission oder Fachzeitschrift. Aber ich möchte doch auch anmerken: Sind es nicht Luxusprobleme, die wir hier oft wälzen? Ist es nicht wunderbar, was "in Zeiten wie diesen" noch alles möglich ist?
Ganz klar. Ich finde auch erstaunlich, was in letzter Zeit so alles die Werkstätten verlässt -- riesige Orgeln scheinen allenthalben zu sprießen. Das ist schon bemerkenswert, und ich wünsche ihnen allen, dass sie Spieler und Organisatoren finden, die ihnen ein großes Publikum schaffen und erhalten.
Übrigens werde ich bald den deutschen Südwesten Richtung Nordosten verlassen, sodass es vielleicht mal zu einem dortselbigen Realstammtisch kommt. Nichtdigitale St. haben ja große Vorteile.
![[image]](http://www.koelner-brauerei-verband.de/files/images/k04_stammtisch.jpg)
Gruß,
Friedrich
Neue Konzertsaalorgel
Karl-Bernhardin Kropf, Dienstag, 05. April 2011, 19:26 (vor 5631 Tagen) @ Friedrich
Übrigens werde ich bald den deutschen Südwesten Richtung Nordosten verlassen...>
Gruß,
Friedrich
Was, wie? Details bitte! Notfalls per PM.
(Oder meinst Du das Symposion in Greifswald?)
Übrigens, neben fehlendem Zimbelbass haben viele Konzertsaalorgeln ein anderes Manko: Den fehlenden Tremulanten für die Chamaden!
Die erstaunliche Wirkung kann man übrigens hier erleben.
schulljunk, das musste jetzt sein, nachdem ich es bei einer völlig andersgerichteten Websuche entdeckte...
Neue Konzertsaalorgel
SlowOrg
, Maribor, Dienstag, 05. April 2011, 11:11 (vor 5631 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von SlowOrg, Dienstag, 05. April 2011, 11:41
Meine Anmerkung, dass die Orgel wieder einmal "französisch" werden sollte, war vielleicht nicht ganz glücklich formuliert. Ich bin mir bewußt, dass man keine Schnitger- oder Antegnati-Kopie in einen Konzertsall einbauen sollte, obwohl ich im Prinzip fast allen historischen/nationalen Orgelstilen was abgewinnen kann. Dazu bin ich selbst ein großer Fan vom französischen Orgelbau - natürlich ist da Cavaille-Coll gemeint, aber auch Aubertin, Cattiaux, Garnier, Kern, Muhleisen usw. (Im Anbetracht der Tatsache, dass die genanten Orgelbauer doch ziemlich unterschiedliche Orgeln gebaut haben/bauen, könnte man sich natürlich auch fragen, was denn überhaupt "französisch" sei.) Ich habe eher ein Problem damit, dass man großmundig von einer französische inspirierten Orgel spricht, die aber letztendlich ziemlich gleich klingt, wie all die anderen Orgeln dieses Orgelbauers (ich meine hier allerdings nicht nur diesen einen ... ihr wisst schon) - in der Regel also nicht unbedingt so, wie man es selbst an verschiedenen Orten in Frankreich gehört hat. Wir wissen ja alle, dass sich hinter bekannten Registernamen oft ganz unterschiedliche Sachen verbergen, weshalb es anhand einer Disposition sehr leicht zu behaupten ist, dass es sich um eine englische Town Hall-Orgel oder eben um was Französisches handelt. Es ist nur das klangliche Resultat/Erlebnis, das darüber entscheiden soll, ob sich ein Instrument ein solches Prädikat auch verdient. Womit ich aber sowieso nichts Neues gesagt habe.
Neue Konzertsaalorgel
schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 05. April 2011, 15:23 (vor 5631 Tagen) @ SlowOrg
" Ich habe eher ein Problem damit, dass man großmundig von einer französische inspirierten Orgel spricht, die aber letztendlich ziemlich gleich klingt, wie all die anderen Orgeln dieses Orgelbauers "
Auf welche Orgeln aus neuester Zeit, die du selbst gespielt und gehört hast, beziehst du dich?
Neue Konzertsaalorgel
SlowOrg
, Maribor, Dienstag, 05. April 2011, 18:51 (vor 5631 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
bearbeitet von SlowOrg, Dienstag, 05. April 2011, 20:45
Auf welche Orgeln aus neuester Zeit, die du selbst gespielt und gehört hast, beziehst du dich?
Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt völlig unseriös und als ein reiner Provokateur rüberkomme - meine Aussage hat sich eigentlich auf keine bestimmte Orgel (oder Orgelbauer) bezogen, auch wenn sich das so angehört haben mag. Worauf ich hinauswollte: In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren (oder so ungefähr) ist um die Bezeichnungen "französische Orgel, französischer Orgelklang" u. ä. - so ist zumindest mein Empfinden - eine gewisse Aura entstanden, so dass man meint, eine neue Orgel ohne irgendetwas "Französisches" wäre gar nichts mehr wert. Nun haben wir das Problem, dass Organisten von Orgelbauern verlangen, auch Ihrer neuen Orgel einen französischen Touch zu verleihen, weil man ja schließlich mit der Orgel in der Nachbargemeind auf Augenhöhe sein muss. Andererseits stehen viele Orgelbauer vor dem Problem, dass sie - um dem Markt gerecht zu werden - imstande sein müssten, Kopien von unterschiedlichsten Barockorgeltypen, französisch-symphonisch, deutsch-romantisch und was weiss ich was noch alles zu bauen. Das kann doch nie gut gehen. Und wo bleibt schließliche der charakteristische Klang eines Orgelbauers, dem wir ja - wenn es um "historische" Orgeln geht - so nacheifern. Nun denke ich aber, dass ein spezifischer Klang, der einen Orgelbauer auszeichnet (oder auch nicht), an sich nichts Schlechtes sein muss. Es bleibt nur die Frage, inwiefern sich so ein "Orgelbauer-Klang" in eine historische bzw. nationale (also französische) Richtung verändern lässt. Bei Konzertsaalorgeln erscheint mir die Lage noch scwieriger: Was wir mit "französisch-symphonisch" meinen, ist doch so sehr vom Klangbild der französischen Kathedralorgeln geprägt! Man mag noch so sehr mit Cavaille-Colls Mensuren arbeiten und französische Zungen einbauen - das Klangerlebnis in einer Konzerthalle wird wohl kaum vergleichbar sein. Ich lasse mich natürlich gerne eines Besseren belehren.
Neue Konzertsaalorgel
Fabian Brackhane
, Worms, Dienstag, 05. April 2011, 08:36 (vor 5632 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
...und sie tun gut daran, denn gerade hier werden Orgeln ja immer schon zerredet, bevor das Zinn für die Pfeifen überhaupt ersteinmal das Bergwerk verlassen hat...
Solange es sich um konstruktive Kritik handelt, finde ich dagegen auch nichts einzuwenden. Gerade der letzte Thread zum Thema Speyer zeigt doch durchaus, dass man ohne Weiteres skeptisch-kritisch, aber grundsätzlich wohlwollend über ein Orgelprojekt reden kann.
Inakzeptabel ist es natürlich, wenn sich die "kritische Auseinandersetzung" in bloßer polemisierender Schlechtmacherei erschöpft. Damit ist dann in der Tat niemandem geholfen.
Neue Konzertsaalorgel
Martin78
, Dienstag, 05. April 2011, 09:02 (vor 5631 Tagen) @ Fabian Brackhane
Solange es sich um konstruktive Kritik handelt, finde ich dagegen auch nichts einzuwenden. Gerade der letzte Thread zum Thema Speyer zeigt doch durchaus, dass man ohne Weiteres skeptisch-kritisch, aber grundsätzlich wohlwollend über ein Orgelprojekt reden kann.
Volle Zustimmung zu den letzten Postings. Es sind wirklich Luxusprobleme, die hier diskutiert werden.
Gerade beim Speyer-Thread fällt mir auf, dass die Reaktionen größtenteils eher positiv bzw. gar nicht sooo ablehenend sind so nach dem Motto "jetzt noch die zwei Säulen dunkel fassen, dann wäre es gut". Mir selber gefällt der neue Speyerer Prospekt vom Bild her ganz gut, ohne dass ich diesbezüglich viel Ahnung / Sachverstand hätte oder das an konkreten Details festmachen könnte. Auch im Vergleich zur Vorgängerorgel. Einfach ein subjektives Empfinden.
Diese Reaktionen auf den tatsächlichen Anblick des Speyerer Prospektes lassen sich jedenfalls nicht mit den Reaktionen damals hier im Forum (bzw. im gelben Forum) vergleichen. Da sahen ja einige schon den Untergang des Abendlandes unmittelbar vor der Tür stehen...
Wie gut sich die Architekten-Prospekte in Speyer oder zukünftig in Trier dann für den Einbau des Orgelwerkes eignen, ist natürlich eine andere, eigentlich die spannendere Frage. Wobei ich mir bei den beauftragten Firmen eigentlich nicht vorstellen kann, dass in Speyer, Trier oder auch in Bratislawa klanglicher Murks herauskommt.
Gruß,
Martin
Neue Konzertsaalorgel
orgelsolo
, Voitsberg, Dienstag, 05. April 2011, 13:49 (vor 5631 Tagen) @ SlowOrg
Ich finde es immer schade, wenn neuen Konzertsaalorgeln schon kurz nach der Einweihung ein Schattendasein führen, und hoffe dass dieses Instrument auch wirklich oft zum Einsatz kommt.
Meist wird so eine Konzertsaalorgel dann nur 2-3 mal im Jahr gebraucht, ansonsten steht sie unbenutzt da - schade um das viele Geld.
Und dort an den Kirchenmusikschulen und Unis wo Schüler und Studenten stundenlang üben und unterrichtet werden - gibt es oft nur jämmerliche Instrumente.
In Graz erhielt der Stephaniensaal vor wenigen Jahren eine neue Klaisorgel, die hinter einem Walcker Freipfeifenprospekt steht. Einmal haben sie jemanden gesucht, der die Orgel regelmäßig spielt, da sie sonst kaputtgeht, bzw. die Mechanik steckenbleibt. Beinahe hätte ich die Gelegenheit gehabt dort üben zu dürfen.
Klassische Orgelkonzerte, wie man sie aus Kirchen gewohnt ist, sind in Konzertsälen schwierig, weil der Nachhall fehlt. Wenn man sich zur Neuanschaffung einer Konzertsaalorgel entschließt, sollte diese dann auch regelmäßig ins Programm miteingebaut werden.
Gruß, Martin
Neue Konzertsaalorgel
fluteceleste
, München, Dienstag, 03. April 2012, 17:36 (vor 5267 Tagen) @ orgelsolo
ja, aber genau da liegt der Hase im Pfeffer, weil "regelmäßig" schon von daher nicht geht, da die Akzeptanz der Bevölkerung bei Konzerten der Orgel gegenüber sehr niedrig ist. Das probiert auch längerfristig kaum einer aus, wohl aus Angst,dass die Leute ausbleiben. Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass viele nicht wissen, wie schön orgel v.a. mit orchester klingt. Man denke nur an die Rheinberger-Konzerte. Oder Bossi.
Was ist eigentlich aus der englischen Konzertsaalfräulein in Duisburg geworden? Da gabs doch rege Aktivität, wenn ich mich recht entsinne?
Neue Konzertsaalorgel, EDIT: OT
Clemens Schäfer
, Düsseldorf, Dienstag, 03. April 2012, 18:56 (vor 5267 Tagen) @ fluteceleste
bearbeitet von Clemens Schäfer, Dienstag, 03. April 2012, 19:13
Hallo
Was ist eigentlich aus der englischen Konzertsaalfräulein in Duisburg geworden? Da gabs doch rege Aktivität, wenn ich mich recht entsinne?
dort gibt es 4 Konzerte je Saison. Das letzte der Saison 11/12 spielt Mareile Schmidt am 26.05., 16h, mit Kersten Hanke (Schlagzeug). Angekündigt sind Liszt, Escaich, Cangelosi und Mussorgsky.
Gruß Clemens Schäfer
siehe Mercatorhalle
PS: Wer in der Gegend ist oder dorthin kommt: In Wuppertal, Von-der-Heydt-Museum, läuft derzeit eine vorzügliche Ausstellung "Der Sturm" mit Werken von Macke, Marc, Kandinski, Jawlenski, Kokoschka, Feininger, Rouseau, Delauny, Nagy usw. Sehr sehenswert!
von der Heydt Museum
--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
Neue Konzertsaalorgel
perotin
, Rhein-Neckar-Raum, Dienstag, 03. April 2012, 19:21 (vor 5267 Tagen) @ orgelsolo
Klassische Orgelkonzerte, wie man sie aus Kirchen gewohnt ist, sind in Konzertsälen schwierig, weil der Nachhall fehlt.
Das kann man so pauschal nicht sagen. Gute Säle haben oft Nachhallzeiten im Bereich von 2 bis nahe 3 Sekunden. Bei vielen Orchesterwerken (z.B. Bruckner-Sinfonien) ist das auch absolut adäquat - um nicht zu sagen notwendig. Und es gibt genügend Kirchen, die nicht mehr bzw. längeren Hall haben. Manche sind - leider - auch "knochentrocken", vor allem in gut besetztem Zustand.
Wie erwähnt, hörte ich 2011 beim ARD-Wettbewerb die Kuhn-Orgel im Konzertsaal der Münchner Hochschule. Der Saal ist nur mittelgroß und hat keinen besonders langen Hall, "klingt" aber. Insgesamt erlebte ich dort einen schönen, weitgehend ausgewogenen Orgelklang. Dem Besuch nach zu urteilen (zeitweise sicher deutlich über 100 Zuhörer) scheint das Instrument auch allgemein recht gut anzukommen.
Ein Vorteil von Konzertsälen ist, daß die Musik nicht - wie in vielen Kirchen - durch Außengeräusche beeinträchtigt wird, und seien es nur die Glocken. Bei gut funktionierender Klimatisierung sind außerdem die Temperatur und Feuchte relativ konstant, was der Orgel und ihrer Stimmhaltung natürlich zugute kommt.
Grüße,
perotin
Neue Konzertsaalorgel
SlowOrg
, Maribor, Samstag, 31. März 2012, 20:04 (vor 5270 Tagen) @ SlowOrg
Knapp ein Jahr später, und die neue Rieger-Orgel steht schon im Saal.
![[image]](http://www.webnoviny.sk/fotografia/456657/velka/slovenska-filharmonia-oslavi-navrat.jpg)
![[image]](http://www.webnoviny.sk/fotografia/456652/velka/slovenska-filharmonia-oslavi-navrat.jpg)
Hier noch ein kurzes Video mit einigen Eindrücken (samt Orgel) aus dem restaurierten Gebäude der Philharmonie in Bratislava.
Neue Konzertsaalorgel
Friedrich
, Samstag, 31. März 2012, 20:08 (vor 5270 Tagen) @ SlowOrg
Knapp ein Jahr später, und die neue Rieger-Orgel steht schon im Saal.
Wow. Der Spieltisch. Das nenn’ ich Understatement.
Gruß,
Friedrich
Neue Konzertsaalorgel-Spieltisch
SlowOrg
, Maribor, Samstag, 31. März 2012, 20:28 (vor 5270 Tagen) @ Friedrich
Wow. Der Spieltisch. Das nenn’ ich Understatement.
Gruß,
Friedrich
Als die ersten Fotos vom Spieltisch auf der Rieger-Webseite auftauchten, habe ich mich gewundert, warum man die im Designentwurf angedeutete vertikale Anordnung der Registerzüge zugunsten dieser quasi CC-Lösung aufgegeben hat. Persönlich fände ich es schöner und praktischer, wenn man die vertikalen Staffeleien gewählt hätte.
M
Neue Konzertsaalorgel-Spieltisch
Orlos, Samstag, 31. März 2012, 20:57 (vor 5270 Tagen) @ SlowOrg
Seltsame Anordnung. Die ersten Züge, die unten neben den Manualen liegen, kann vom Sitzen aus gar nicht lesen, da muss man sich dann immer erst zur Seite beugen. Kein Wunder, dass das noch keiner vorher so gemacht hat.